Lucas Rippe und Lahms Fußwurzelknochen

Mhm.

Nach Lahms Verletzung muss jetzt auch Luca Toni passen.

„Schwere Rippenprellung sowie eine Muskelentzündung“ – 10 Tage Zwangspause, 2 Tage gar absolutes Bewegungsverbot.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie weh so eine Rippenprellung tut (bei fast jeder Bewegung). Man kann da auch nix machen, das heilt von selbst, braucht aber Ruhe und Zeit.

Jetzt gibt’s imho allerdings andere Probleme:

Die gegen Florenz nicht wirklich sattelfeste Abwehr erleidet eine weitere Schwächung und im Sturm gehen wir jetzt auf dem Zahnfleisch.

Man kann’s allerdings auch positiv sehen:

Lell und Lukas können endlich mal wieder zeigen, was sie drauf haben und um einen Stammplatz kämpfen. Auf dem Platz.

Wer diese Zeilen liest und nicht schmunzeln muss, hat meinen Respekt.

Schon komisch. Wir stehen vor dem neunten Bundesligaspieltag und einige Spieler zeigen schon Ermüdungserscheinungen (fiel mir in den letzten Spielen immer wieder auf), bis eben zu den aktuellen Verletzungen.

Ist das noch normal, oder läuft da irgendwas in die falsche Richtung?

Zwischendurch-Euphorie schon wieder vorbei?

Ich befürchte das Schlimmste.

Unser FlügelPhlipp hat sich gegen Florenz eine „Knochenverletzung am rechten Sprunggelenk“ zugezogen.

Klinsmann rechnet zunächst mal mit einer Pause von „zwei, drei Spielen“.

Na dann.

Lahm selbst ist „optimistisch“, rechnet damit „dass er in der Vorrunde auf jeden Fall noch spielen werde“.

Da muss ich, ehrlich gesagt, erst mal Schlucken.

Die anderen Folgen sind fast noch schlimmer:

„Um Lahms Ausfall aufzufangen, sieht Klinsmann neben dem Einsatz von Lell auch die Möglichkeit, wieder auf eine Dreier-Abwehrkette umzustellen oder Zé Roberto als Linksverteidiger nach hinten zu beordern.“

Ach Du Sch…..

Bayerisches Paradoxon, Ein

Über das gestrige Bayern-Spiel in der Championsleague könnte man zwei Berichte schreiben. Und die würden sich ziemlich unterscheiden.

Einen über die gezeigte Offensivleistung und einen über die Defensive.

Paradox.

Eigentlich hätten die Bayern ein Spiel erleben müssen wie gegen Elbers Lyon oder Makaays La Coruna – es wurde allerdings eins wie gegen Real Madrid in der 2002er-Zwischenrunde.

Ich muss da Marcel Reif zustimmen: Solch‘ ein (Bayern-)Spiel habe ich bislang noch nicht wirklich oft gesehen. Statt 3:0 auch ein 0:3 möglich. Unglaublich, wie fahrlässig Florenz mit seinen Chancen umging und wie eiskalt die Bayern wieder vor dem Tor agieren.

Naja. Schwamm drüber. Ich hab’s so lieber. Wer würde das für sich abstreiten?!

Zu reden sein wird aber noch über die Leistung einzelner Spieler.

Spontan fallen mir da Oddo, van Bommel, später Lell ein. Unsicherheit pur. Komisch.

Ganz anders dagegen ein Schweinsteiger und ein Klose. Beide erneut (Schweinsteiger) und fast wieder (Klose) in ihrer Bestform. Beide Kurven zeigen steil nach oben. Sehr gut.

Ein wenig die Luft ging den Sportskameraden Zé Roberto und Ribéry aus. Dabei brauchen die beide doch jede Menge davon. Ebenso muss die Vielzahl der Fehlpässe kritisieren. Gut war dagegen, dass Zé kurz vor Schluss noch einmal einen derartigen Kraftakt vor dem 3:0 durchzieht und Ribéry trotz dickem Veilchen überwiegend den Durchblick be- und bis zum Schluss durchhielt. Respekt.

Jetzt steht das Tor zum Achtelfinale weit offen. Mindestens ein Punkt in Florenz und wir sind wohl durch. Ebenfalls gut. Hätte ich so zuletzt nicht erwatet.

Was sollte man sonst noch nicht verschweigen?

Ach ja.

Vor’m Toni-Tor war Klose klar nicht im Abseits, Bayern hätte einen Hand-Elfmeter bekommen müssen (oder spielen wir neuerdings Volleyball?) und Florenz‘ Kapitano hätte durchaus Rot verdient gehabt.

Ist halt Championsleague…

Bin ansonsten zufrieden. So kann’s weitergehen.

10-Spiele-Plan, Der

Wie angekündigt sehe ich beim FC Bayern momentan die Politik der kleinen Schritten. Auf dem Weg zurück an die Tabellenspitze.

Jeden Spieltag einen Platz höher und zur Winterpause gehören die Bayern wieder zur Spitzengruppe.

Wie soll das gehen?

Nun. Aktuell Platz 11.

Immer vorausgesetzt, die Bayern starten jetzt wirklich eine Serie, müssten sie am Samstag Wolfsburg besiegen. Hätten wir die schon mal überholt (FCB 15, Wolfsburg 13).

Parallel (ich liebe diese Bayern-Spieltage…) spielen sechs Teams, die in der Tabelle vor den Bayern liegen, direkt gegeneinander.

Leverkusen (15 Punkte, 3.Platz) gegen Köln (13, 9.)

Gewinnt Leverkusen (wahrscheinlich) sind wir schon auf Platz 9. Bei einem Remis ebenfalls. Nur bei einem Sieg der Kölner (es sei denn mit drei Toren Differenz, falls wir das gleiche schaffen, dann liegen wir hinter Köln, aber vor Leverkusen) gewinnen wir nix.

Dortmund (13, 8.) gegen Hertha BSC (14, 4.)

Ganz einfach:

Remis: Überholen beide.
Heimsieg: Überholen Hertha.
Auswärtssieg: Überholen Dortmund.

Hoffenheim (16, 2.) – Hamburg (17, 1.)

Klare Kiste: ‚Können beide nicht überholen!

Aber: Gibt’s ein Remis, können wir den Abstand auf zwei, bzw. drei Punkte reduzieren – Schlagdistanz.

Jeweils noch einen Punkt weniger Abstand hätten wir, wenn es einen Sieg gibt (hier tippe ich nach dem bisherigen Saisonverlauf durchaus auf die Heimmannschaft).

Fazit:

Immer einen Sieg vorausgesetzt (wird schwer genug), könnten die Bayern nach dem nächsten Spieltag also von Platz 11 auf 7 springen (insofern alle anderen Teams (Schalke, Stuttgart, Bremen) auch siegen).

Hört sich schon viel besser an (zum Glück ist’s immer noch eng in der Liga – erinnert mich erneut an 2000/01).

Wie man merkt, hat der späte Klose so einiges an positiven Gefühlen zurückgebracht. 😉

Solange bloß die Ausreden nicht ausgehen

So der ursprünglich geplante Titel zum gestrigen Bayern-Gastspiel in Karlsruhe.

Das Spiel der Münchner in der zweiten Halbzeit war einfach zu trostlos.

Dann Klose. Klose!

Oddo mit seiner besten Aktion des Spiels und Klose wenigstens am richtigen Ort, um die scharfe Flanke(?) in die Maschen abzulenken. 1:0. Erster Sieg seit Wochen. Erlösung von einigem Druck, der sonst sicher noch größer geworden wäre. Auch von mir.

Alles Geschichte.

Comeback der Dusel-Bayern? Spontan hätte ich hier fast ein großes Fass aufgemacht, ob dieser reflexartigen Berichte zu genau diesem Thema.

Dann dachte ich mir aber: Wieso eigentlich aufregen? Dusel war’s für mich ohnehin nicht. Dusel ist das hier. Oder das hier.

Nein. Ich bin da ganz entspannt, kam mir doch heute der Gedanke:

Alle die, die den Bayern nun wieder den Dusel vorwerfen, erkennen somit gleichzeitig an, dass der alte FC Bayern wieder da ist und dies ist für mich eine sehr smarte Vorstellung.

Die Spiel ging gut los.

Die Bayern fanden sofort den Draht zum Spiel. Die Karlsruher schauten staunend zu. Allein, die Dominanz der ersten 20 Minuten spiegelte sich eben nicht mit zwei, drei Toren wider.

Dies wiederum ermutigte die Heimmannschaft ihrerseits doch am Spiel teilzunehmen. Plötzlich hatten wir ein offenes Spiel. Bis in die 86. Minute, denn kurz vorher schienen sich beide schon auf ein Remis geeinigt zu haben.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Der Jubel war derart heftig, dass Kloses Kollegen ihm ’ne Oberschenkelprellung zufügten. Was tut man nicht alles.

Apropos Prellung.

Über den Charakter und die (Spiel-)Eigenschaften des Sportkameraden Franz ist ja schon an vielen Stellen ausgiebig diskutiert worden. Müssen wir hier also nicht nachholen.

Seine „Spielweise“ bescherte gestern zumindestens Herrn Toni eine schmerzhafte Rippenprellung, die diesem eine ungewöhnlich frühe Auswechslung und PrinzPoldi ungewöhnlich viel Spielzeit bescherte.

Hoffen wir das Beste, dass derLuca gegen seinen alten Verein am Dienstag spielen kann, sonst wird das wahrscheinlich ein recht ungemütliches Rückspiel für den KSC-Kapitän (ein kleiner Ausgleich: Klose erzielte seinen Siegtreffer gegen eben diesen)…

Um es kurz zu machen:

Ich hatte mit den drei Punkten schon nicht mehr gerechnet, zu ratlos wirkten phasenweise die in Topbesetzung aufgestellten Bayern.

Umso besser ging es mir nach dem Tor.

Trotzdem bleibt Diskussionsbedarf.

Nicht über Klinsmann, über die Mannschaft. Die spielte nämlich in der Hitzfeld-2007er-Double-Besetzung. Plus Oddo. Wieder im „bewährten“ 4-4-2 und mit Kapitän van Bommel.

Kein Grund mehr also mit Klinsmann-Kritik vom Team abzulenken.

Und trotzdem: Da war noch viel Luft nach oben. Und es war schon der achte Spieltag…

Womit wir bei meiner Überschrift wären.

Was hätte bei einem 0:0 als Ausrede herhalten müssen?

Die Nationalmannschaftpause? Die lange Verletzungspause von Ribéry? Solange es immer noch Ausreden gibt, geht’s für die Alibi-Fußballer immer so weiter.

Jetzt wohl doch nicht.

Das war ein guter Anfang. Gegen Florenz (2x) und Wolfsburg muss nachgelegt werden.

Verabschiedet habe ich mich ohnehin von größen Sprüngen in der Tabelle. Da muss jetzt von Spiel zu Spiel, Platz um Platz gekämpft werden.

Zum Pech der Liga liegen die Bayern nur ein Sieg hinter Platz 3, kommen sie jetzt wirklich in Tritt, wird’s dem einen oder anderen (hoffentlich) bald wieder langweilig.

Was sonst noch?

KSC-Miller nahm imho den Ball vor Klose ausserhalb des 16ers in die Hand, die Attacke Kennedys gegen Schweini hätte definitiv Gelb verdient gehabt und das „Foul“ an Iashvili im Strafraum hätte vielleicht, eventuell und so auch Elfer geben können.

Und was war mit Herrn Podolski?

War er zu sehr damit beschäftigt, seine Standard-ich-will-mehr-spielen – Interviews für nach dem Spiel anzupassen? Chancen darf man verwerten, egal ob man 60 oder 6 Minuten auf dem Platz steht, Lukas.

Was jetzt noch fehlt?

Nachzulegen. Am Dienstag und am Samstag.

Ab sofort beginnt die Saison. Nochmal.

Die Bayern spielen morgen in Karlsruhe. Nach der zweiten Länderspielpause der Saison. Der letzten bis März.

Endlich geht’s wieder nur um den richtigen Fußball. Den des eigenen Vereins. Und mein Verein hat da inzwischen einiges geradezurücken. Ich würde nicht so weit gehen wie Zé Roberto, aber trotzdem steht durchaus schon einiges auf dem Spiel.

Irgendwann müssen die Bayern mal sowas wie Konstanz entwickeln und die berühmte Serie starten. Sonst bleiben all die Zufallsmannschaften da oben in der Tabelle auch langfristig vor den Bayern…

Kein schöner Gedanke.

Die nächsten Wochen werden zeigen, wohin die Reise in dieser Saison geht. Eigentlich dachte ich, dass die Zeiten der Übergangsspielzeiten beim FC Bayern vorbei sind – hoffen wir das Beste. Für Samstag. Für jeden kommenden Samstag.

So sehen Sieger aus, schallallallalla

Ich hab’s noch in meinen Ohren. Damals. Als die deutschen Frauen Fußballweltmeister wurden.

Ist ja alles ganz schön, aber gröhlende Fußballer sind schon schlimm genug – gröhlende FußballerInnen braucht’s dann echt nicht auch noch.

Was ich überhaupt sagen will?

Das ich viel mehr vom Frauenfußball nicht mitbekomme. Kann man gut oder schlecht finden, ist aber so. Tut mir ja auch leid. Und im Verhältnis sind die Frauen wohl näher an der Weltspitze als die Herren.

Wie auch immer.

Aktuell ist’s was quer.

Wieso?

Na weil die Frauen des FC Bayern den Klinsi-Kickern mal zeigen, was ’ne Harke ist!

Alter Schwede.

Die sind allen Ernstes Tabellenführer. Zum ersten Mal in der Geschichte der Frauen-Bundesliga.

Alle sechs Spiele gewonnen. Mit 16:1 Toren!

Respekt.

Trotzdem muss ich einräumen, dass ich das wahrscheinlich schon am nächsten Samstag um 15:30 vergessen habe…

Nein. Ich bin kein Mitarbeiter der FC Bayern-Pressestelle

Aber man könnte es meinen. Zumindestens hat der FC Bayern meinen Bericht zum aktuellen Sport-B**D-Aufreger rund um Klinsmann vs. Hinko zitiert.

Ok.

Mein Weblog ist zwar kein Internet-Forum und ich bin auch kein User, sondern der Autor, aber davon abgesehen fühle ich mich geehrt.

Dank übrigens an Probek für den Hinweis.

Trennungsschmerz bei Schweini und Poldi

Ich lehn‘ mich jetzt mal aus dem Fenster. Mit meiner Prognose.

Interpretiere ich die aktuellen Meldungen korrekt, dann wird Deutschlands 2006er-Traumpaar, Schweini und Poldi, bald getrennte Wege gehen.

Der Grund liegt für mich klar auf der Hand:

Einer von beiden entwickelt sich trotz der mehr als starken Konkurrenz in München weiter.

Der andere redet nur.

Das ist alles irgendwie bitter. Und ich habe Podolski immer verteidigt, aber irgendwann kommt man an den Punkt, wo einem die Ausreden dafür ausgehen.

Sicher könnte man es sich einfach machen, dass Herr P. ja nur beim FC Bayern solche Probleme hat und es in der NM doch Tor auf Tor zu bewundern gibt.

Aaber offensichtlich gibt es bei einem Verein wie dem FC Bayern nicht den (Spiel-)Raum für einen „Spezialfall“ Podolski (gegenteiliges Problem übrigens bei Herrn Gomez). Wäre LP dort auch so erfolgreich, wenn er ebenfalls „nur“ Einwechselspieler wäre?

Hätte er bei uns eine ähnliche Quote, wenn die Bayern öfter gegen Gegner spielen würden, die in ihrer Leistungsfähigkeit ähnlich abfallen, wie die NM-Gegner in Qualifikationen?!

Gewagte Prognose. Vielleicht. Aber irgendeine Erklärung muss es ja geben.

Hier eine weitere Prognose von mir:

Ändert sich an LPs Leistung/Ausbeute/Situation bis zum Winter nichts und wird der Russen- (und/oder der Lazio-) Star tatsächlich im Januar an die Säbener Straße wechseln, ist der Weg für einen Abschied Podolskis aus München geebnet.

Allerdings nicht nach Köln… Oder?

Es gibt sie doch noch: die anderen Sportjournalisten

Ich konnte es mir ja eigentlich schon gar nicht mehr vorstellen, aber offenbar gibt es doch noch ganz normale und vor allem seriöse Sportjournalisten. Harald Landwehr ist so einer.

Eben dieser hat der SportB**D einen Leserbrief geschrieben. Als Replik auf deren Reaktion auf die Verbannung des selbsternannten Bayern-Intimus Hinko durch FCB-Trainer Klinsmann.

Hier seine Worte:

Der Hinweis Ihres Chefredakteurs, dass Jürgen Klinsmann durch seinen Rauswurf Ihres Mitarbeiters aus der Pressekonferenz versucht, objektiven und investigativen Journalismus von Sportbild und Herrn Hinko vermeiden zu wollen, ist lächerlich. Ich bin selbst seit 18 Jahren Sportjournalist und weiß genau, was sachlich fairer Journalismus ist.

Was der Populist und Matthäus-Intimus Hinko, der vermutlich auch die Matthäus-Kolumnen zu 100 % verfasst, seit Jahren abliefert, ist schlimmster intriganter unfairer Boulevardjournalismus.

Hätten Sie ein Interesse daran gehabt, den neuen Bayern-Trainer korrekt zu behandeln, dann hätten Sie von Beginn seiner Amtszeit an einen neutralen Kollegen an die Säbener Straße geschickt. Wenn Sie ehrlich wären, würden Sie sich wenigstens selbst zugestehen, dass Sie nie an Objektivität interessiert waren, sondern lediglich die in Ihrem Haus von je her übliche Pro-Matthäus und Anti-Klinsmann-Politik verfolgen.

Hätten alle Kollegen die von Ihnen propagierten „journalistischen Grundsätze“ des Herrn Hinko, dann wäre unser Berufsstand noch schlimmer dran als er ohnehin schon ist.

Hochachtungsvoll
Harald Landwehr
70599 Stuttgart

Respekt. Ganz im Ernst, derlei rückt da bei mir ’ne ganze Menge gerade. In meiner Wahrnehmung dieses Berufsstandes. Diesbezüglich hatte ich die Hoffnung fast schon aufgegeben, aber offensichtlich gibt es tatsächlich eine ebenso seriöse wie bislang stumme Mehrheit, die langsam die Nase voll hat von diesen Teilen des Sport-Boulevards.

Gerade in diesen Zeiten eine wohltuende Erkenntnis.