Ja, ja, iss ja gut, Willi

Wenn ich nicht wüsste, dass in Bremen sowieso keiner mehr was darauf gibt, was ein Willi Lemke sagt, könnte ich fast glauben, er wäre gerne wieder im Klassenkampf der 80er-Jahre. Zwischen Werder und Bayern.

„Für Diego muss eine außergewöhnliche Summe geboten werden, wenn wir ihn verkaufen sollten.“

Aha.

„Ich vergleiche ungern Menschen miteinander. Aber ­Diego ist genauso viel wert wie Ribéry.“

Ist schon recht. Aber wie kommt Lemke auf das schmale Brett, dass wir Ribéry für nur 30 Mio. Euro abgeben würden?

Herrlich, der Willi. Immer wieder.

Danke Schalke! Danke Bremen!

Vielleicht weiß man jetzt, weshalb ich mich dann doch irgendwie immer ein wenig freue, wenn sowas wie mit Schalke und Bremen in der Championsleague passiert. Das hat gar nix mit Schalke und Bremen zu tun. Nächste Saison (insofern wir uns qualifizieren!) freu‘ ich mich dann über sowas bei Hoffenheim oder Hertha.

Nach dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League darf sich der deutsche Fußballmeister Bayern München schon jetzt über 42 Millionen Euro Einnahmen freuen.

42.000.000,- Euro??

Wie das?

Na zum Beispiel aufgrund der bisherigen Punktprämien (aktuell 12,1 Millionen Euro) und vor allem der Einnahmen aus dem TV-Pool. Hier ist die Bundesliga ohnehin führend in Europa.

40.000.000,- Euro waren hier im Topf. Für Bayern. Für Bremen. Für Schalke. Zumindestens theoretisch. Weil die aber so früh ausgeschieden sind, bekommen die Bayern jetzt glatt die Hälfte: 20.000.000,- Euro!

Sicher. Für die 10.000.000,- Euro, die die Bayern mit den bisherigen vier Heimspielen gescheffelt haben, können die beiden restlichen CL-Teilnehmer nix – so kommt aber diese aberwitzige Summe zusammen.

Alter Schwede.

Aber wir haben ja genug Verwendung dafür. Und wenn’s in die Abzahlung für unsere Arena fließt…

Vor dem Spiel wäre ich nach dem Spiel zufrieden gewesen

So aber kann ich mit dem Remis bei Werder gar nix anfangen. Echt nicht.

Ich hatte meine Bedenken, war vor dem Spiel zur Abwechslung mal pessimistisch und dann rennen sich beide Teams von Anfang an die Bude ein.

‚Hätte eigentlich nach 15 Minuten schon 3:2 für die Bayern stehen müssen. Wenn Klose einen Killerinstinkt hätte und wir mit einem Toni in der Spitze gestartet wären.

Ist aber alles nicht so.

Dann der Platzverweis.

Aus meiner Sicht war die rote Karte berechtigt.

Erstens ist Naldo letzter Mann, zweitens spielt sich das Ganze in unmittelbarer Nähe zum Strafraum ab, drittens rennt er Schweinsteiger einfach um und viertens wäre es eine klare Torchance gewesen, allein, weil noch ein weiterer Spieler mitgelaufen war.

Das man das als Werder-Fan im Stadion live anders sieht, ist mehr als verständlich und Pfeiffen und Schimpfen gegen den Schiedsrichter legitim. Grenzwertig wird’s nur, wenn man auch dann noch von einer Fehlentscheidung spricht, wenn Spiel und Emotion längst vergangen und verflogen sind.

Zuschauer im Stadion haben keine TV-Bilder, keine Zeitlupe und kommen so sicherlich schnell mal auf den Gedanken, dem Schiedsrichter „Schieber, Schieber“-Gesänge entgegen zu schmettern, Tatsache ist allerdings, dass die einzige „Fehlentscheidung“ der Abseitspfiff gegen Pizarro war. Daraus aber eine argumentative Konstruktion zu basteln, Werder hätte den Sieg verdient gehabt, ist schon sehr gewagt.

Klar.

Dem Fußball-Gott und dem Grundkurs für Fußball-Kommentatoren ist bekannt, dass man mit 11 gegen 10 immer schlecht aussieht und alles andere als ein 6:0 in Überzahl riecht dann immer gleich nach Sensation, aber so einfach ist das nun einmal nicht.

Die Bayern waren dominant, die Bayern hatten ein mehr als klares Chancenplus – Großchancen zumeist – und was kam dabei herum? Nischt.

Warum?

Weil die Bayern – einmal mehr – zu langsam agierten, sich die 10 Bremer immer wieder stellen konnten, ein Herr Schweinsteiger – erneut – das Spiel eher verlangsamte, als es zu beschleunigen und weil die Bayern heuer der gefühlte Chancentod-Meister sind (auch wenn das eigentlich der KSC sein soll)!

Borowski, Klose und wie sie alle heißen – was ist so schwer daran, einfach mal einen Ball in die Maschen zu dreschen?

Selbst wenn der gegnerische Torhüter – auch in diesem Spiel – mal wieder 1.000 Arme und Beine zu haben scheint. Und kommt mir nicht mit diesem „aber der XY spielte doch auch vor dem Bayerm-Spiel schon ’ne grandiose Saison“-Quatsch.

Ich kann’s nämlich nicht mehr hören.

Die Bayern sind 14. in der Rückrunden-Tabelle Bremen Letzter. Und die Tabelle lügt nicht. Weshalb also gelingt es uns in der Bundesliga selbst gegen einen solchen Gegner nicht, nur ein einziges Mal die Nerven vor dem Tor zu bewahren, dreckig mit 1:0 zu gewinnen und dann wieder nach Hause zu fahren?

Weil wir offenbar immer noch in einer Illusion leben. Der Illusion, das beste Team der Liga zu sein und somit nix mehr in unsere Spiele investieren zu müssen. Versiebt man mal ’ne Torchance, kommt schon die nächste und irgendwann klappt’s dann.

Ja. Klar. Nur leider sind die aktuellen Bayern nicht mehr die Kahn-, Effenberg- oder Elber-Bayern.

Dumm.

Zurück zum Spiel.

Schiedsrichter Gräfe (der Schieber), hatte offenbar ob seiner roten Karte gegen Naldo in Halbzeit 2 ein schlechtes Gewissen. Anders ist nicht zu erklären, wieso u.a. ein van Bommel für sein Foul die (5.) gelbe Karte sieht, aber kein Bremer für vergleichbar unsportliches Verhalten. Und wieso er – trotz dreier Bremer Auswechslungen – nicht eine Minute, oder Sekunde nachspielen ließ?!

Nicht dass die Bayern in dieser Nachspielzeit das reihenweise Versieben von Großchancen abgelegt hätten, aber musste das wirklich sein, Herr Gräfe?

Aus meiner Sicht haben die Bayern heute zwei Punkte verloren. Fast alle Bremer waren ja mit dem erkämpften Punkt auch zufrieden und dies zu Recht. Denn die Bremer haben wenigstens gekämpft, selbst wenn die Bayern es ihnen sehr leicht gemacht haben mit ihrem langsamen Umschalten von Abwehr auf Angriff und dem kaum stattfindenden Konterfußball. Ganz abgesehen von den immer und immer überaus lächerlichen Versuchen, einmal bei Standards gefährlich zu wirken.

Schlimm.

Aber es hilft ja alles nix.

Jetzt haben wir – allen Ernstes schon übermorgen? – das Pokalspiel vor der Brust. In Düsseldorf. Gegen Leverkusen. Und die sind ja aktuell auch ein durchaus angeschlagener Boxer, denen wir gerade recht kommen – aber welchem Gegner kommen wir im Moment nicht recht?!

Auf der anderen Seite: Wir haben ja jede Menge ausgeruhter Spieler. Die halbe Abwehr (Lahm (ob die Grippe bis Dienstag weg ist?), van Buyten (ob er mal für Micho ran sollte?)) und unser bester, weil offenbar einzig gefährlicher Stürmer – Toni.

Apropos gefährlicher Stürmer:

Haben jetzt alle begriffen, was die Stunde geschlagen hat?

Podolski lernt bei uns die Grundbegriffe des Fußballs nicht mehr. Viel Glück für den FC, da kommt jede Menge Arbeit auf ihn zu. Und Donovan? DER soll 8 Mio Euro wert sein? Sicher…

Nein. Luca Toni. Danach Klose. Aber nur zusammen. Als Stürmführer ist Vorbereiter Klose (in der Bundesliga) diese Saison offenbar zahnlos. Herrje.

Wir müssen irgendwie gegen Leverkusen gewinnen. Machen in dieser Rückrunde in „deren“ Stadion ja sonst auch alle. Der Pokal – so scheint mir – wird mehr und mehr zur einzigen Titelchance in dieser Saison. Was die Bundesliga angeht, habe ich ein immer größer werdendes Unbehagen, dass mich verdammt an 2001 erinnert. Nur das wir damals noch ein ganz anderes Team waren. Ergo befürchte ich, dass in dieser Spielzeit mal wieder die Zeit der Überraschungsmannschaften kommen wird.

Aber ein Meister, der nicht FC Bayern heißt, wird, nach den Prognosen im letzten Sommer, in jeder Hinsicht eine Überraschung.

Das nächste Spiel in der Bundesliga steigt gegen Hannover. Heimspiel. Ich werde live dabei sein. In einer Sponsoren-Loge. Hatten wir noch nicht.

Ob’s so was wird mit dem Aberglauben und dem Erfolg?

Schau’n mer mal.

Ich habe irgendwie kein gutes Gefühl

Luca Toni verletzt, Lahm mit Grippe (eventuell) ausser Gefecht, van Buyten definitiv nicht dabei – das gibt mir kein gutes Gefühl für das heutige Gastspiel der Bayern in Bremen.

Dringend benötigte Wechsel in der Mannschaft sind somit nicht möglich. Ergo müssen wir auf Demichelis, Schweinsteiger, Donovan und/oder Podolski vertrauen – da läuft es mir eiskalt den Rücken runter.

Im Grunde hilft in dieser Situation nur eins: Bedingungslose, mannschaftliche Geschlossenheit.

Eine Eigenschaft, die die Bayern in der letzten Zeit nicht wirklich an den Tag zu legen wussten.

Immerhin bleibt uns Lell erspart, da Oddo fit sein soll.

Werder dagegen mit fast der gleichem Aufstellung, die gegen Milan jede Menge Psycho-Kraft getankt hat.

Wie gesagt, ich glaube kaum, dass heute was an Aufholjagd oder wenigstens Wiedergutmachung für die Schmach vom Hinspiel gelingen kann.

Aber so ist das eben im Fußball: Es kann auch ganz anders ausgehen und beide Teams starten bei 0:0. *klimper*

Wenigstens konstruiere ich die Situation für’s Spiel, die beim bisher einzigen Sieg in der Rückrunde existierte – wenn man sonst nix hat, bleibt immer noch der Aberglaube…

Im Würgegriff der Emotionen

Eigentlich will ich dazu gar nicht viel sagen, haben doch die Bremer schon genug Probleme. Ausserdem tritt man nicht auf jemanden, der ohnehin am Boden liegt.

Bremens 10er, Diego Ribas da Cunha, hat bei der gestrigen 0:1-Niederlage beim bisherigen Schlusslicht KSC dem KSC-Kapitän Christian Eichner den Hals gewürgt. Nachdem sich zuvor der KSCler Martin Stoll vom Werder-Pizarro ’ne Watschn abgeholt hat und dieser dafür – völlig überraschend – vom Platz gestellt wurde.

Herr Diego ist Wiederholungstäter und erwartet durch den Verband wohl eine längere Sperre (wie viele Spiele sind’s noch bis zum Bayern-Rückspiel?).

Worum es mir eigentlich geht:

Sollte irgendwann noch einmal einer der grün-weißen Gutmenschen was über Kahn, van Bommel und Co. sagen wollen und im Umkehrschluss die eigenen Spieler als Vorbilder für so ziemlich alles heranziehen wollen:

Bitte immer an die gestrige Szene erinnern.

Und noch was:

In den Augen einiger Fans, wird sich Diego so wohl immer mehr zu einem pot. Bayern-Spieler entwickeln. Fehlt nur noch die Arroganz.

Dazu kann ich nur sagen: Kein Interesse (mehr).

Zweihundertfünfzig Millionen Euro

Soviel Geld hat der FC Bayern seit der Einführung der Championsleague-Gruppenphase 1994/95 dort verdient. Als zweites Team nach Manchester United. Respekt.

Und da ja gestern der letzte deutsche Teilnehmer – neben dem FC Bayern – aus diesem elitären Kreis ausgeschieden ist, wird’s heuer für die Münchner noch was mehr werden.

Allein an Prämien haben die Münchner in dieser Saison schon zehn Millionen Euro in Europas Eliteliga eingenommen, dazu kommen noch Gelder aus dem Marktpool.

Dieser Marktpool wird sich wie in der letzten Saison „auf rund 37,2 Millionen Euro“ belaufen.

Dessen Höhe unterscheidet sich von Land zu Land und hängt von den TV-Einnahmen ab. Eine Hälfte des Betrages wird nach dem Abschneiden in der Champions League ausgeschüttet, die andere nach der Bundesliga- Platzierung in der zurückliegenden Saison. Der FC Bayern erhält dabei als Meister 10,2 Millionen Euro, hat also bereits jetzt mit den Prämien schon weit mehr als 20 Millionen Euro sicher.

20 Mio. Euro jetzt schon wieder verdient – da merkt man mehr als deutlich den Unterschied zum UEFA-Pokal. Und weil die Bayern jetzt der einzig verbliebende Teilnehmer aus dem Höchst-Marktpool-Land Deutschland sind, klingelt die Kasse noch einmal intensiver.

Aus den gleichen Grund haben sich Bremer und Bayern ja auch vor der Saison über das Ausscheiden der Schalker in der CL-Quali „gefreut“.

So sind eben die „Marktgesetze“.

Nordischer Sieger am grünen Tisch?

Das gestrige Nordderby war ein komisches Spiel für mich. Hätte ich doch beiden durchaus eine Niederlage gewünscht. Um hinterher eventuell dem einen oder anderen Kommentierer aus der jeweiligen Ecke einen lockeren Spruch vor die Füße zu werfen. 😉

Am besten wäre aber ein Remis gewesen, dann hätten beide 2 Punkte auf die Bayern verloren. Denn das ist immer noch das Wichtigste: Möglichst viele Punkte zwischen uns und die Konkurrenz zu bringen.

Es kam anders.

Durch „sein schönstes Tor bislang“ brachte Olic den HSV auf die Siegerstraße.

Dachten alle.

Dann erfuhr man (ich habe das Spiel erst ab der 70. Minute gesehen), dass Werder-Kapitän Baumann schon frühzeitig von einem Handy-Akku getroffen wurde und der DFB nun ermittelt.

Ob dem HSV als Wiederholungstäter…

Dem Verein droht auf jeden Fall eine drastische Geldstrafe. Schon im Vorjahr waren beim Derby gegen Bremen zahlreiche Gegenstände aus der HSV-Kurve gegen Werder Torwart Tim Wiese geworfen worden.

…neben einer drastischen Geldstrafe gar ein Punktabzug droht, werden wir wohl alle abwarten müssen…

Ein Spiel das nicht sein darf

Nein. Jetzt nicht wegen der Wortspielchen rund um Atlantis.

Bielefeld wäre normalerweise in der letzten Saison abgestiegen. Ebenso wie Dortmund.

Woher ich das weiß?

Na aus meinen Statistiken (um einmal mehr diese Diskussion anzustoßen *g*).

Wie erwähnt, habe ich da nämlich gerade die Statistiken der Fehlentscheidungen der letzten Saison eingepflegt.

Und siehe da: Bielefeld (um 2 Punkte benachteiligt) und Dortmund (um 4 Punkte bevorzugt) hätten „eigentlich“ hinter Rostock (um 7 Punkte benachteiligt) und Nürnberg (um 7 Punkte benachteiligt) stehen müssen (was Clubberer und Rostocker bestimmt schon lange wussten).

Spitzenreiter war hier Cottbus (für alle Verschwörungstheoretiker) mit 8 vorenthaltenen Punkten. Den Vogel schoss allerdings der MSV Duisburg ab, der als Tabellenletzter auch noch 7 Punkte geschenkt bekam…

Die beiden Extreme Werder (extrem beliebt) und Schalke (extrem unbeliebt) haben sich in diesem Jahr ein wenig der Realität genähert:

Bremen verlor 6 (nur noch +17), Schalke gewann 3 Punkte (nur noch -15) durch falsche Schiedsrichter-Entscheidungen (trotzdem ergaben sich für beide Vereine keine Verschiebungen in der Tabelle).

Womit meine These zunehmend bestätigt wird.

Der FC Bayern rutschte ein wenig in die Verlustzone (-8), aber im Gegensatz zum letzten Jahr, als die Bayern „eigentlich“ Vizemeister geworden wären, hatte es keinen Einfluss.

Dank des Konjunktiv spielen wir aber gleich trotzdem gegen die Stadt, die es ja eigentlich gar nicht gibt. So ist eben Fußball.

Das gibt Ärger, oder?

Was habe ich damals geätzt. Gegen Werders Trikotsponsor.

Jetzt ist dieser im Sponsoren-Pool des FC Bayern!

Achduscheisse.

Und Rummenigge gibt den Allofs.

„Wir wollen für unseren Partner in Brüssel und in Berlin die Lobby-Arbeit intensivieren. Die derzeitige Rechtslage in Deutschland ist aberwitzig. Wir hoffen, den Vertrag über 2010 hinaus fortsetzen zu könne.n“

Plötzlich müssen wir (Bayern-Fans) alle auch für Wetten im Internet sein?