Das neue Werder Bremen

Ich hatte es irgendwie befürchtet. Und nun scheint es wahr zu werden: Wir werden das neue Werder Bremen. Zumindestens was Verletzungen betrifft.

Nach den Langzeitverletzungen von Sagnol und Lahm und dem (erneuten) Rückfall von Ismael (Knie-OP), stehen ferner noch Sosa, Kahn und Klose nicht zur Verfügung.

Der Diskussion um Kritik und Gegenkritik rund um Podolski folgte dessen Chance sich zu bewähren – Kloses Verletzung „sei Dank“.

Denkste.

DerPrinz ist jetzt nämlich ebenfalls krank. Vor lauter Aufregung und Vorfreude hat er sich eine „fiebrige Grippe“ eingefangen.

Fein gemacht.

Ok. Sagen wir mal so: Nicht alle Ausfälle treffen uns auf dem falschen Fuß. Sagnol und Lahm werden zur Zeit einigermaßen gut ersetzt und mit Ismael kann man ja leider schon länger nicht mehr planen. Selbst der Ausfall Kahns macht mir, wie gesagt, keine Sorgen, aber Kloses Abwesenheit hat mich getroffen. Noch dazu als Hitzfeld sich zu der Bemerkung „für mind. drei Wochen“ hat hinreissen lassen.

Klose scheint beim neuen FC Bayern imho nicht wegzudenken zu sein. Er wird gebraucht. Toni braucht ihn. Das Team braucht so einen Stürmer. Mit Podolski als Ersatz hätten wir gegen Lissabon zumindestens zwei „echte“ Stürmer auf dem Feld gehabt, jetzt bleibt uns nicht einmal das.

Sollten wir uns morgen tatsächlich für die Gruppenphase qualifizieren, empfinde ich jetzt schon leichte Bauchschmerzen für unsere versammelten Titelambitionen, insofern sich dieses Karma verfestigt.

Nennt es Phantombeschwerden, aber irgendwie läuft meiner Meinung im Moment alles einfach zu gut!

T Minus 27: Bayer Leverkusen – FC Bayern

Die Bayern haben die erste englische Woche der Bundesliga mit 9 Punkten und 10:1 Toren abgesch(l)ossen. Beeindruckend. Das abschließende 1:0 in Leverkusen war wohl das anstrengenste Spiel in dieser Serie. Bayer ist eben eine Wundertüte. Können zuhause richtig Druck auf den Gegner aufbauen oder auch unerklärlich Punkte lassen. Gegen die Bayern geschieht zumeist nur ersteres.

Im Grunde liegt den Bayern aber ein mitspielender Gegner. Und im Gegensatz zur letzten Saison fällt nicht zwangsläufig ein Gegentor, wenn die Münchner den Gegner „einfach mal machen lassen“.

Stattdessen können sie selbst immer wieder gefährliche Konter fahren und Tore erzielen. Von daher ist dieses Spiel als schulmäßig zu bezeichnen. Sicher. Hätte der Schiedsrichter-Assistent etwas bessere Augen gehabt und das korrekte Klose-Tor gegeben, wären vielleicht mit einem 0:2 zur Pause bei Bayer in Halbzeit 2 die Beine noch früher lahm geworden – wirkliche Angst habe ich um Ribéry und Co. aber trotzdem über die 90 Minuten keine gehabt. Schon eher bekam ich noch ein paar zusätzliche graue Haare, ob der sträflich vergebenen Chancen von Zé Roberto, Altintop und wie sie alle heißen!

Daran müssen wir wirklich mal arbeiten. Denn ob wir immer locker damit umgehen können, bleibt die entscheidende Frage. Wenn wir mal einen (wirklich) starken Gegner bekommen (so langsam gehen uns, ob dieses Satzes die Spieltage aus), oder einfach nur selbst einen rabenschwarzen Tag. Das scheint auch mehr und mehr die Hoffnung der Konkurrenz zu werden. Denn obwohl die Bayern nicht mehr den überirdischen Zauberfußball der Vorbereitung und ersten Spiele spielen, ist die aktuelle Situation vielleicht viel schlimmer: Trotzdem gewinnen. Egal was man macht (als Gegner).

War es zuerst die Hast nach dem ersten Bayern-Gegentor, dem ersten Bayern-Punktverlust, ist es nun die Frage, wann die Bayern das erste Mal verlieren, die das Sport-Boulevard umtreibt.

Von mir aus. Ist mir relativ schnuppe. Die Häme, die viele aktuell nur sehr schwer zurückhalten können, bricht so oder so irgendwann über uns herein. Mir ist die Meisterschaft wichtig. Und da haben wir inzwischen schon vier Punkte Abstand auf den Zweiten der Tabelle – das sind die wichtigen Fakten. Schwächen kommen früh genug.

Zurück zum Spiel:

Leverkusen hätte sicherlich einen Punkt verdient gehabt. Aber haben wir sie gezwungen, kein Tor zu erzielen? Irgendwie schon, denn sie erweckten über weite Strecken des Spiels nicht den Eindruck, freiwillig drei Punkte nach München zu geben. Neben Kampf war aber auch Spielkultur dabei, etwas das in dieser Saison nicht alle Bayern-Gegner besaßen. Einige haben es vielleicht auch nur gut versteckt…

Das bei einem dieser „Kämpfe“ Kloses Knie „dran glauben musste“, ok, sind wir mal gnädig und unterstellen wir Kießling keine Absicht, sieht ja auch alles danach aus. Offenbar nur ein dummer Zufall, dass die alte Naldo-Verletzung wieder aufbrach.

So hat wenigstens derPrinz mal wieder eine Chance zu zeigen, dass er es auch in 90 Minuten schafft, Gas zu geben. Und nicht erst nach 9 Spielen in Serie…

Vielleicht könnte es durch Kloses Ausfall in Lissabon aber auch noch einmal eng werden. Warten wir es ab. Ansonsten wechseln wir eben nochmal Schlaudraff ein, der hat das mit dem Gas nämlich irgendwie anders begriffen und allein in seinen wenigen Minuten im Hinspiel so einiges gezeigt, worüber wir bei LP immer noch diskutieren müssen.

Wie dem auch sei.

Es gibt ohnehin nur ein Ziel: Zwischenrunde. Egal ob mit oder ohne Podolski. Egal wer die Tore schießt. Nur schießen müssen wir sie.

Ellbogengesellschaft

Der Spontan-Einsatz von Bayerns-Bald-Nr.1 Michael Rensing verlängert sich ein wenig.

Der FC Bayern muss mehrere Wochen ohne seinen Kapitän Oliver Kahn auskommen. Wie FCB-Cheftrainer Ottmar Hitzfeld am Montag mitteilte, muss sich der 38-Jährige einer Operation am rechten Ellenbogen unterziehen. […] Bei der Operation werden Kahn freie Gelenkteile im Ellenbogen entfernt. […] Kahn laboriert bereits seit mehreren Monaten an Ellenbogen-Beschwerden […]

Ehrlich gesagt macht mir das keine große Sorgen, denn im Gegensatz zur breiten Öffentlichkeit weiß ich, wissen wir, dass Rensing ein Guter ist, den man ohne weiteres ins kalte Wasser schmeissen kann. Dafür braucht es auch keinen Neuer- oder Adler-Hype im Verein…

Rensing spielt (wenn er gefordert ist) seit Jahren auf Top-Niveau (die Bayern haben unter ihm noch kein Spiel verloren), was er über Jahre eben schon als U21-Nationaltorhüter zeigte. Seine Fähigkeiten konnten unter Anleitung der beiden Bayern-Titanen Kahn und Maier im Verborgenen reifen. Klar. Er hätte sich in den letzten Jahren wohl durchaus vorstellen können, mal mehr zu spielen und wenn Kahn nicht definitiv nach dieser Saison aufhören würde, wäre er mit Sicherheit gewechselt – die Aussicht auf die Nr.1 bei den Bayern schien ihm aber – zu Recht – verlockender als ein Stammplatz bei irgendeinem Durchschnitts-Bundesligisten.

Jetzt zahlt sich seine Geduld so langsam aus und das Hoeneß Zitat von der Lehmann-Nachfolge mag für viele mal wieder überheblich klingen, bleibt für mich (der es nun schon häufiger von Hoeneß gehört hat) dagegen nicht unrealistisch. Warten wir einfach mal ab, wer bei der WM 2010 im deutschen Tor stehen wird, wenn nämlich Rensing zwei Jahre lang die Nr.1 bei den Bayern war…

Nein. Ich wünsche Kahn gute Besserung, freue mich nun aber erstmal auf 4-6 Wochen Rensing live.

Werder-Poldi?

Es ist mal wieder soweit. Bayern-Podolski wird mit Werder in Verbindung gebracht.

„Wir haben im Sommer nicht ohne Hintergrund unser Interesse an Lukas bekundet. Solch ein Interesse hört ja nicht auf“, wird Werder-Manager Klaus Allofs in der „Bild am Sonntag“ zitiert.

Ok. Man beachte die Quelle. Davon abgesehen will sich Allofs aber wohl noch nicht einmal von einem 8:1-Heimsieg blenden lassen und vertraut seinen Stürmern nicht, will sie stattdessen um denPrinz ergänzen – oder stehen Sanogo & Co. plötzlich auf den Einkaufszetteln der „ganz Großen“?

Wollen die Bayern ihn überhaupt abgeben?

Zuletzt gab es Kritik an ihm. „Er müsse mal langsam Gas geben“ wurden Hoeneß und Co. zitiert. Podolski konterte, dass „er ja nie eine Chance bekommen hätte über 7, 8 oder 9 Spiele“.

Das ist ganz dünnes Eis, auf das sich LP da begibt, denn hätte er diesen Satz ohne den Nachsatz geäußert, könnte man ihm noch zur Seite springen, nur bin ich da dann doch eher bei Rummenigge, der einwendet, dass der Bayern kein „Experimentierfeld“ sei.

Die Jugend einzubinden ist ja auch immer mein Thema. Klappt in der Regel ganz gut bei uns. Nur kann es sich ein Verein wie der FC Bayern eben leider nicht leisten, einen Stürmer mit durchzuziehen, der 9 Spiele – eine halbe Hinrunde – braucht, um in Form zu kommen.

Was würden da Spieler wie Toni oder Klose sagen, die sich nicht kannten, noch nie zusammen gespielt haben und trotzdem schon nach wenigen Spielen für das neue Traumduo in der Bundesliga gehalten werden. Die haben Gas gegeben vom ersten Spiel an.

Es gibt also Spieler, die das können.

Klar. LP kam als Provinzfürst zu uns. Er hatte eine Stammplatzgarantie. Da lässt es sich leichter spielen. Aber ist dies ein Problem des FC Bayern oder eines Lukas Podolski?

Aus diesem Gesichtspunkt würde ein Wechsel zu Werder Bremen Sinn machen, denn offenbar hat Herr Schaaf irgendeinen Zaubertrank im Keller, der selbst die größten Graupen wieder zum Funktionieren bringt (s. Sa-no-go). Auf der anderen Seite haben die Bayern eben auch „nur“ Toni und Klose. Von dieser Qualität kommt danach dann erstmal nichts mehr. Fällt einer oder fallen gar beide aus, wird es eng, steht plötzlich Amateur Wagner auf dem Platz (zu dumm, dass Podolski zu Saisonstart noch verletzt war – er hätte zum Stamm gehört und uns zeigen können, was er wirklich drauf hat…)!

Ich mag den Poldi. Nicht unbedingt (nur) aufgrund seiner Interviews, sondern vor allem wegen seiner Unbekümmertheit und seiner Direktheit vorm Tor. Beides fehlt aktuell. Woher soll es wieder kommen? Von einem 9-Spiele-Stammplatz-zur-Probe?

Komm schon, Lukas. Reiss Dich mal zusammen. Und trainier‘ einfach mal was härter. Sowas wie Zweikampfstärke, Torschusstraining mit rechts und links und denk‘ einfach nicht mehr vor dem Tor!

Dann wird das vielleicht doch noch was mit Dir und dem FC Bayern.

Alles schon mal gehört

Thomas Doll steht mit dem Rücken zur Wand.

Das kommt uns allen ziemlich bekannt vor, ganz besonders den HSV-Fans unter uns.

Jetzt wiederholt sich Geschichte und zwar in schwarz-gelb. Zu dumm, dass das irgendwie alle geahnt haben, nur die Dortmunder nicht, als sie Doll verpflichtet haben (aber dafür gibt’s jetzt fast schon wieder Bus-Blockaden – wie schnell doch so ein Jahr rum ist).

Oder liegen wir alle falsch und die Verhaltensweisen, Reflexe, Phrasen und Ergebnisse ähneln denen von vor einem Jahr in Hamburg gar nicht im Detail??

Jeder sollte einen Naldo haben

In Leverkusen heißt der Stefan Kießling.

Klingt das zu hart? Na zumindestens kam mir dieser Gedanke als ich gerade Details über Kloses neuerliche Verletzung las:

Der deutsche Nationalspieler, der gegen Bayer den Siegtreffer von Luca Toni mustergültig vorbereitet hatte, schied nach einem Zweikampf mit Stefan Kießling in der 51. Minute aus. Der Angreifer klagte wieder über Schmerzen im rechten Knie, wo er zwei Monate zuvor beim Spiel in Bremen nach einem bösen Foul von Naldo eine Innenbanddehnung erlitten hatte.

Irgendwie muss der neue Bayern-Star ja zu stoppen sein – dabei sah das Foul der Zweikampf auf den ersten Blick gar nicht so heftig aus, vor allem im Vergleich mit Naldos Aktion.

Wie auch immer, seine Antwort hatte Klose ja schon zuvor gegeben, mit einem Tor (Hallo, Herr Schiedsrichter-Assistent?) und eine Muster-Vorlage für Toni. Oder war vielleicht Kießlings Aktion die Antwort auf Kloses starke Leistung?

Die Bayern haben auf jeden Fall gewonnen. Das zählt. Und ob Klose tatsächlich in Lissabon nicht spielen kann, speichere ist zunächst mal unter der üblichen Montags-Verletzten-Meldung ab…

T Minus 28: FC Bayern – Energie Cottbus

Die Bayern auf Rekordjagd.

Erst ein 4:1 beim Aufsteiger Karlsruhe und gestern ein standesgemäßes 5:0 gegen den Tabellenletzten aus Cottbus. 9:1 Tore und 6 von 6 Punkten aus diesen beiden Spielen. Dazu ein Klose, der mit 8 Treffern die beste Start-Bilanz eines Torjägers seit 14 Jahren ausweist.

Klingt alles mehr als gut und könnte uns als Bayern-Fans schwärmen lassen.

Schwärmerisch war mir tatsächlich gestern bis zum 1:0 in HZ 2 nicht wirklich zumute. Ganz im Gegenteil. Wie schwach und verwirrt Energie aktuell tatsächlich ist, zeigt die Tatsache, dass es den Bayern in 30 Minuten gelang 5 Tore zu schießen. Das hätte auch schon in HZ 1 so sein können, als sich die Lausitzer mit ihrem Pleiten, Pech und Pannen-Spiel tatsächlich mit einem 0:0 in die Pause retteten, weil die Bayern erneut Präzision und Konsequenz vermissen ließen.

Ok. Es gibt einen großen Unterschied zur letzten Saison – wenn die Bayern Spaß am Spielen haben, treiben sie es heuer auf die Spitze. Spielen es zu Ende. Bis zu einem 5:0 eben. Noch vor Jahresfrist hätte man sich mit einem 2:0 zufrieden gegeben (oder eben mit einem 2:1 gegen Cottbus). Nicht so in dieser neuen Zeit. Da werden die Bayern plötzlich ob eines – zu Recht – nicht gegebenen Tores richtig wütend und fangen „plötzlich“ an Ernst zu machen.

Armes Cottbus. Auseinandernehmen wäre hier wohl das passende Wort gewesen – aber eben erst nach der 54. Minute und Ribérys Nicht-Tor.

Überhaupt Ribéry.

Klar. Er hat zu Saisonstart die Latte mehr als hoch gelegt. Aber umso deutlicher wird so seine aktuelle – nennen wir es – Lustlosigkeit?!

Irgendwie wirkt was er macht leidlich uninspiriert. Zum Glück klappt das mit den Toren der anderen dann doch. Reicht ja. Und hatten wir ernsthaft erwartet über 34 Spieltage nur noch Zauberfußball zu sehen?

Ich geb’s zu. Ein wenig war mir danach. Aber reine Ergebnisse machen auch Spaß. Wie jede Woche wechselnde Verfolger. Derlei boulevardeskes kann ich eh nicht ernst nehmen.

Was das gestrige Spiel für mich allerdings zu etwas ganz Besonderem machte, war das Debüt von Toni Kroos!

Ich weiß. Wir alle wollen und sollten bei ihm auf der Euphorie-Bremse stehen. Machen wir ja auch. Aber was war das denn bitte gestern?

Der jüngste Newbie in der Geschichte des FC Bayern (17 Jahre, 8 Monate, 22 Tage) kommt rein, spielt so, als würde er dies seit Jahren machen und holt sich gleich mal zwei Scorerpunkte ab?

Unglaublich.

Und morgen direkt wieder ab zu Gerland, „Kopf waschen“. So die Strategie des Vereins. Ganz zu schweigen von Interviews. Verboten. 😉

Fassen wir es mal so zusammen:

Cottbus war der erwartet schwache Gegner, die Bayern haben diesen am Ende verdient und ausreichend geschlagen, einige B-Spieler zeigten, dass man doch mit ihnen rechnen kann und die Zukunft einiger Nachwuchsspieler scheint sich prächtig zu entwickeln.

Am Samstag geht’s zum nächsten Bayern-Jäger…

Bayern-Jäger

Spieltag 1: „Bielefeld jagt die Bayern!“

Spieltag 2: „HSV jagt die Bayern!“

Spieltag 3: „Bielefeld jagt die Bayern!“

Spieltag 4: „Bochum jagt die Bayern!“

Spieltag 5: „Bielefeld jagt die Bayern!“

Spieltag 6: „Hertha jagt die Bayern!“

Spieltag 7: „Schalke Bayer jagt die Bayern!“

Spieltag 8-34: ?

Update (28.10.):

Spieltag 8: „Schalke jagt die Bayern!“

Spieltag 9: „Karlsruhe jagt die Bayern!“

Spieltag 10: „Bremen jagt die Bayern!“

Spieltag 11: „Hamburg jagt die Bayern!“

T Minus 29: Karlsruher SC – FC Bayern

Wie schnell das doch gehen kann. Nach dem UEFA-Pokal-Spiel vom letzten Donnerstag hatte ich noch vier grundsätzliche Forderungen aufgestellt, wie die aktuell fehlende Inspiration beseitigt werden kann und kaum ist es Sonntag, werden 2-3 davon sofort und eine weitere zumindestens teilweise umgesetzt.

Laufbereitschaft und Konsequenz vor dem Tor war im Vergleich zum Spiel gegen Lissabon um ein Vielfaches verbessert worden – wer würde das ernsthaft bestreiten, wenn die Bayern aus fünf oder sechs Chancen gegen Karlsruhe vier Tore erzielen. Nah an Perfektion. Und was fast die gleichen Spieler auf einmal laufen konnten – ein Fingerzeig auf den Rest der Saison?

Zwar blieb ein Ribéry gestern – für seine Verhältnisse – recht blass. Aber die Maßnahme Hitzfelds, einen Schweinsteiger zunächst mal auf der Bank zu lassen und dafür Turbo-Hamit nach längerer Zeit eine Chance in der Startformation zu geben, erwies sich als genialer Schachzug. Hatte so doch die gesamte Offensive eben viel mehr Zug zum Tor.

Dem Spiel der Bayern kam sicher das frühe Toni-Tor entgegen. Auch wenn ich einige Sekunden brauchte, um dieses zu realisieren, als nämlich die Bayern-Spieler jubelnd abzogen und keiner sie daran hinderte oder protestierte. Keine Reaktion der Fans und plötzliche Stille.

Muss man über dieses Tor diskutieren?

Nur ein wenig. Zum Beispiel über einen van Bommel, der erneut eine perfekte Torvorlage lieferte und einen Luca Toni, der den Ball unnachahmlich aus der Luft fischte und auch danach filigrane Technik offenbarte. War sein Bein beim Annehmen zu hoch? Ich denke nicht, denn der Kopf des Gegenspielers war im Gegensatz zu ein, zwei anderen Situationen im späteren Spiel einen geschätzen halben Meter entfernt.

Was mich in der Folgezeit „begeisterte“ (wie auch schon im Ligapokal): der KSC spielte unbeirrt weiter munter nach vorne, ließ sich nicht vom Rückstand abhalten sein Spiel aufzuziehen, dass seinerzeit schon die Schalker vor Probleme stellte.

Deshalb war ich auch nervös, dass die irgendwann den Ausgleich schießen würden. Und selbst das 2:0 – ein perfektes Abstaubertor von Klose, der immer mehr zum neuen Effektiv-Star im FCB-Sturm wird – ließ mich nicht entspannt zurücklehnen. Mit diesem Dampf hätte es mich nicht gewundert, wenn die Badener nach einem 1:2 noch vor der Pause den Ausgleich geschafft hätten…

Nach dem Wechsel dann erneut ein schulmäßig vorgetragener Angriff der Bayern, mit einem gewohnt strammen Schuss durch Altintop (ob einige Schalker immer noch an ihrer These festhalten, dass wir den falschen (Ersatzbank-)Altintop gekauft haben?). Eine Aktion, die man hätte vorhersehen können, aber zu diesem Zeitpunkt zeigten sich eben schon erste Defizite beim Aufsteiger, der, entgegen meiner Erwartung, auch nach einem 0:3 zuhause immer noch nicht aufgab und weiter alles probierte. Bestärkt wurde er dann tatsächlich durch das Anschlusstor zum 1:3 – fast eine Kopie des Hamit-Tores (für alle die, die dies Tor einmal mehr Kahn anlasten wollen: Ebenso stramm geschossen und wie für Miller unhaltbar plus der Abfälschung durch Lucio, was man, zugegeben, erst in der dritten Inner-Tor-Wiederholung erkennen konnte). Ein 2:3 und auch für mich hätte festgestanden, dass es noch zum Ausgleich gekommen wäre.

Der Aufsteiger hat (mich) also einmal mehr begeistert. Und nicht nur die Mannschaft, nein, auch die Fans zeigten wie in Düsseldorf einwandfreien Support – erneut könnten sich davon einige Fans eine Scheibe abschneiden (sogar die Bayern-Heimfans *g*).

Das dann nach dem 1:4 endgültig der letzte Wille gebrochen war. Geschenkt. Vielleicht auch eher die Tatsache, dass ein Zé Roberto dies Tor erzielt hat, so nach Motto: Ja, wenn jetzt der auch schon trifft…

Ein 4:1 spricht in der Regel eine deutliche Sprache. Auch in diesem Fall. Aber weder waren die Bayern soo stark, noch der KSC soo schwach. Man sollte von Seiten des Aufsteigers die Köpfe nicht allzu hängen lassen und dieses Spiel als Erfahrung an Effektivität verbuchen und die Bayern sollten schleunigst weiter an einigen Schwächen arbeiten.

Gab es auch Negatives?

Durchaus. Zwei Namen: Ottl und Podolski. Leider.

Ottl vertrat zunächst Zé Roberto neben van Bommel und spielte später neben ihm. Korrigiert mich, aber für mich war Ottl während des ganzen Spiels irgendwie nicht auf dem Platz und ein ständiger Unruheherd im 6er-Bereich. Schade. Hätte ich nicht erwartet. Wahrscheinlich war er aufgrund der Bankdrückerei ein wenig eingerostet.

Apropos eingerostet:

Lukas Podolski.

Sehen wir es positiv. Es gab Verbesserungen. Er war an ein, zwei (sehr) guten Aktionen beteiligt und so auch am 4:1. Aber nach seiner Einwechslung gab es einen kleinen Bruch im Sturm der Bayern. Und nur weil Toni immer noch bei höchstens 60-70% liegt, kam es überhaupt dazu. Parallel konnten wir einem Klose dabei zuschauen, wie er immer anspielbar war, um viele Bälle kämpfte und gegen vielleicht abbauende Karlsruher noch einiges an Techik zeigte.

Sei es wie es sei. Jetzt geht’s erstmal gegen den Tabellenletzten, der einmal mehr (unabhängig von Cottbus) direkt vor dem Bayern-Spiel den Trainer ausgetauscht hat. Ein Stolperstein im Glauben an eigene, übermächtige Stärke?

Wollen wir es nicht hoffen.