Zustellbenachrichtigung Kartenversand

Sehr geehrter Kunde,
lieber Bayern-Fan,

Ihre bestellten Eintrittskarten wurden heute, am 04.05.2012, von der FC Bayern München AG an unseren
Versanddienstleister unter der Versand-ID […] übergeben.

Die Regellaufzeit für Ihre Sendung beträgt 2-3 Werktage. Sollten Sie innerhalb dieser Zeit Ihre Sendung noch nicht erhalten haben, wenden Sie sich bitte unter der kostenpflichtigen Rufnummer […] an das Servicezentrum der Deutschen Post AG.

[…]

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Anreise und viel Vergnügen beim Spiel.

Mit freundlichen Grüßen
Ticketing
FC Bayern München AG

Ihre Bestellung bei der FC Bayern München AG

Sehr geehrte(r) Herr Oliver Schmidt,

Ihre Bestellung konnte wie folgt gebucht werden:
(eventuell musste ihr Auftrag, aufgrund der hohen Nachfrage, kontingentiert werden. Wir bitten Sie hierfür im Namen aller Mitglieder und Fans um Verständnis.)

Spiel: FC Bayern München – Chelsea FC (UEFA Champions League Finale), 19.05.2012
Kartentyp: Tageskarte
Preiskategorie: Sitzplatz Kategorie 4
Sitzangaben: Block Auswärts Sitzplatzbereich, Reihe , Sitz
Preis: 71,00 EUR

Gesamtbetrag: 77,00 EUR inkl. Vorverkaufsgebühr und eventuell anfallende Versandkosten
Zahlart: Kreditkarte

Im Endbetrag ist die gesetzliche MwSt. enthalten.

Ihr Auftrag wird in den nächsten Tagen verschickt, bzw. liegt in unserem ServiceCenter zur Abholung bereit.

Bitte beachten Sie die veröffentlichten Spieltermine der DFL und bei internationalen Spielen der UEFA. Falls diese Buchung im Rahmen der Auswärts-Dauerkarte erfolgte, beachten Sie die Hinweise zur Abholung auf www.fcbayern.de

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Anreise und viel Spaß beim Spiel.

Mit freundlichen Grüßen

FC Bayern München AG
Ticketservice

Den BVB und Real im Kopf – Augsburg vor den Füßen

In diesen Tagen reden ja fast alle nur noch von den großen Duellen des FC Bayern. In der nahen Zukunft. Gegen den BVB oder gegen Real Madrid.

Direkt vor der Brust haben wir allerdings die Augsburger. Und die sind nicht schlecht in Form, haben sich vom Abstiegskandidaten Nummer 1 zunächst einmal auf Platz 14 gekämpft (10 Spiele: 3-6-1).

Wir tun alle gut daran, diesen Gegner nicht zu unterschätzen, denn schon das Hinspiel stellte uns vor nicht erwartete Probleme und der BVB verlor dort ebenfalls zuletzt beim 0:0 zwei Punkte.

Gut an der Konstellation wird sein, dass die Puppenkisten-Kicker in München in unserer Arena antreten müssen. Dort sind heuer einfach anders drauf als in der Ferne. Oder unsere Gegner. Was mir eigentlich egal ist, hauptsache die Bilanz stimmt.

Ferner steht uns – im Gegensatz zum Hinspiel – Herr Schweinsteiger wieder zur Verfügung. Und das ist gut. Mehr Alternativen zu haben ist immer gut. Spielrythmus hin oder her.

Sicher. Wir werden gegen Augsburg eventuell bezüglich des Kopfes und der Einstellung weniger Probleme als in Bremen haben (zwischen den CL-Halbfinal-Spielen gegen Real), aber mir reicht das jetzt schon.

Bitte einfach nur weiter so konzentriert spielen, ok FCB?

Danke.

P.S. Ich werde weder das Spiel live verfolgen noch vor Montag abend einen Bericht schreiben können – Osterurlaub. Aber ihr bekommt das ja auch so hin, gelle?!

Das Runde passt nicht ins Eckige oder Der FC Bayern und seine Fans

Da ich ja weiß, dass meine Community sehr unterschiedlich ist und die wenigsten sowohl das Blog als auch Twitter oder Facebook nutzen, spreche hier nun eine Thema an, dass einzelne schon kennen, anderen vielleicht neu ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich zum Spannungsverhältnis des FC Bayern mit seinen Fans äußere. Und auch wenn ich für einige Ultras immer noch und immer wieder ein sprichwörtlich rotes Tuch bin, so sei es noch einmal erwähnt:

Ich kann und will differenziert agieren.

Ich habe eine Meinung über unseren Verein und über unsere Fans. Es gibt hier viele wechselseitige Überschneidungen. Ich kann viele der Ansichten des Vereins, aber auch nicht wenige Überzeugungen der Fans durchaus nachvollziehen.

Hier soll es einmal nicht um die Schickeria oder deren Einstellung zur Gewalt gehen, nicht um sonstige Geschichten aus der jüngeren wie älteren Vergangenheit.

Es geht hier darum, dass ich eingestehe, in der letzten Zeit erneut eine weitere Ebene der Differenzierung erreicht zu haben.

Dies lag – wie so vieles – am Internet. Genauer gesagt an Twitter und einem Account, der sich hinter dem Account des Club Nr.12 verbirgt: @NaptoFCB.

Die gemeinsamen Diskussionen in der letzten Zeit haben mir vor Augen geführt, dass viele meiner Überzeugungen nicht so weit weg sind von denen, die viele im Club Nr.12 (oder eben Martin B.) vertreten.

Mein Vorteil ist, dass ich dazu stehen kann und meine Zustimmung zu Einzel-Themen des Club Nr.12 keinen Umsturz im eigenen Blog (oder Verein, um bei der Analogie zum FCB zu bleiben) nach sich ziehen würde.

Womit wir des Pudels Kern erreicht hätten.

Der Club Nr. 12 hatte kurz vor dem Championsleague-Rückspiel gegen Marseille recht nebulös die Absage der geplanten Choreografie bekannt gegeben. Einigen Twitterern stieß dies sauer auf, weil es eben nur Andeutungen ohne weitere Erläuterungen waren.

Wie versprochen zog man dies im aktuellen Newsletter nach.

Einige werden sich sicher gewundert haben: Auch beim Heimspiel gegen Marseille gab es keine Choreografie in der Südkurve. Um nicht vor dem Spiel unnötig negative Stimmung zu verbreiten haben wir uns entschieden, die Gründe hierfür erst nach dem Spiel zu veröffentlichen

Die Gründe waren die Ablehnung der geplanten Choreo durch die Fanbetreuung des FC Bayern. Um präzise zu sein, lehnte die Fanbetreuung nicht die gesamte Choreo an, sondern nur den ersten Satz…

„Unseren Meinung lassen wir uns nicht verbieten…“

…des Gesamtsatzes…

„Unseren Meinung lassen wir uns nicht verbieten…

…ihr seid immer unsere Favoriten!!!“

Auf Nachfrage des Club Nr.12 sagte die Fanbetreuung, dass „der erste Halbsatz ‚Unsere Meinung lassen wir uns nicht verbieten‘ „überflüssig“ und deshalb verboten wäre.“.

Mit diesem Feedback des Vereins entschied sich der Club Nr.12 zur Absage der Choreo.

Wir verstehen unsere Choreografien als Geschenke an den Verein (Fans und Spieler), die wir selber finanzieren und durch Einsatz vieler hunderter Stunden ehrenamtlicher Arbeit erst möglich werden. Deshalb sind wir nicht bereit, uns von der Fanbetreuung wie eine kostenlose Eventagentur behandeln zu lassen, der man ohne irgendwelche plausiblen Zwänge so lange inhaltliche Vorgaben macht, bis das Ergebnis genau den Wünschen der Vereinsführung und nicht der ehrenamtlich arbeitenden Fans entspricht. Um beim Bild mit dem Geschenk zu bleiben: Leider wurde es von Vereinsführung und Fanbetreuung ausgeschlagen. Wir hoffen, dass sich das nicht wiederholt.

Es gab ferner ein weiteres Problem, dass eher organisatorischer Natur war und ist:

Da zum Zeitpunkt des Verbots des Spruchbands (und somit der Absage der Choreografie) das extra hergestellte Choreografie-Material (Brandschutzvorschriften!) bereits per Spedition auf dem Weg in die Arena war, ergab sich am Freitag noch ein Problem: Wir hatten die Fanbetreuung gebeten, die durchaus überschaubaren ZWEI Paletten Material bis zu einer möglichen Choreografie beim Halbfinale in der Arena einzulagern. Zu unserer Überraschung wurde uns mitgeteilt, dass in der gesamten Arena kein Platz vorhanden ist, um zwei Paletten Material zwischenzulagern. Und somit wurde die Annahme der Lieferung verweigert und die Spedition durfte mit dem Material wieder zurückfahren…

So viel zunächst zum Sachverhalt.

Jetzt zu meiner Bewertung und Meinung.

Punkt 1) Das Klima zwischen dem FC Bayern und seinen Fans, oder – genauer gesagt – zwischen der Fanbetreuung des FC Bayern und seinen organisierten Fans – ist seit geraumer Zeit – nennen wir es mal – angespannt. Dafür gibt es viele Gründe und ich bin hier auch nicht immer auf Seiten der Fans.

Was ich aber nicht nachvollziehen kann, ist die – auch für mich eher auffällige – Tatsache, dass seitens des Vereins / der Fanbetreuung ja offenbar recht wenig unternommen wird, dieses Spannungsverhältnis zu lösen. Ich rede hier nicht von irgendwelchen Aktivitäten der Ultras, der Fans oder sonst wem, die nicht gerade zu einer Anpassung der scheinbar vorgefassten Meinung der Verantwortlichen beim FC Bayern führen. Nein, ich rede davon, dass ich nicht nachvollziehen kann, dass „man“ (die Fanbetreuung im allgemeinen, oder der Fanbeauftragter Andreas Brück, der Teamleiter Fan- und Fanclubbetreuung Markus Meindl oder der Abteilungsleiter Raimond Aumann im Speziellen) es nicht schafft, oder schaffen will, hier den seit Jahren immer fester werdenden gordischen Knoten zu zerschlagen!?

Frage: Sollte es nicht eher im Interesse eines Fußball-Vereins sein, dass die Fans hinter dem Verein stehen und alle miteinander reden, um für alle Beteiligten die bestmöglichen Zustände zu erreichen? Geht es uns allen nicht um das Gleiche? Oder will der Verein vielleicht „diese Fans“ gar nicht und sähe sie am liebsten ausgetauscht?

Die letzte Frage würde mancher Ultra sicher sofort unterschreiben. Ich kann und will mir diese Hintergedanken seitens des Vereins gar nicht erst zulassen.

Punkt 2) Wie naiv ist es eigentlich von Seiten der Organisatoren – mit dem Wissen der Einstellung des Vereins zu vielen Aktivitäten der (organisierten) Fans in der jüngeren wie älteren Vergangenheit im Hinterkopf – NICHT davon auszugehen, dass der Verein solch einen ersten Satz komplett ablehnt, ablehnen muss?

Es ist doch geradezu logisch, dass sich der FC Bayern im aktuellen Fan-technischen Zustand, in keinster Weise auf diese Aussage einlassen kann. Bevormundung und Kreativität hin oder her, eine Ablehnung leuchtete mir unmittelbar ein, als ich diesen ersten Satz zum ersten Mal las. Das hätte man anders regeln können. Wollte man aber sicher nicht, weil man derlei – offenbar in der Vergangenheit schon oft genug getan hat.

Auf Twitter las ich einen Tweet, der eine Vermutung äußerte, die vielleicht in dieser – geringfügig – fest gefahrenen Situation nicht ganz von der Hand zu weisen ist:

Hatte man diese Reaktion von Seiten des Vereins eventuell sogar vorher gesehen, bzw. eingeplant, um hier in eine (Zitat) „Opferrolle“ schlüpfen zu können? Auch dies mag ich mir nicht vorstellen, da die Fans an dieser Stelle eher kontraproduktiv agiert hätten. Auch auf die Zukunft bezogen. Wer sollte sich von Seiten des Vereins da noch ernsthaft mit Vertretern an einen Tisch setzen, die zu derlei Verhaltensmustern greifen (müssen)?

Mir ist bewusst, dass dieser Punkt das Gegenstück zu dem oben geäußerten Verdacht ist, dass der Verein andere Fans haben will. So viel zum Thema differenzierte Sichtweise meinerseits.

Punkt 3) Ich habe totales Verständnis für die Frustration der Organisatoren der Choreos des FC Bayern. Spätestens als ich im aktuellen Newsletter davon las, dass „das ‚Geschenk‘ für das Heimspiel gegen Madrid bereits jetzt deutlich über 10.000 Euro gekostet hat.“

10.000,- Euro?

Da wird für eine(!) Choreo ein derartiger Betrag – aus privater Hand – investiert (nicht zu vergessen die ehrenamtliche Arbeit im Rahmen der Kreation, Produktion und Verteilung (oder war das mit eingerechnet?)) und von Seiten des FC Bayern gibt es (Zitat Club Nr.12) bislang und bis heute zu keinem Zeitpunkt ein Dankeschön? Also jetzt nur verbal, geschweige denn finanzielle Entschädigung.

Geht’s noch, FC Bayern?

Jetzt mal ernsthaft, Herr Aumann (ich habe Sie als Torhüter immer bewundert und im Stadion angefeuert, als Fanbeauftragter fällt mir dies noch immer schwer. Leider.), Herr Hoeneß, Herr Rummenigge – wäre das zu viel verlangt? Können Sie sich vorstellen, wie viel Geld Ihnen – direkt oder indirekt – solche Choreos in der nationalen wie internationalen TV-Präsenz einbringen? In Ihrem – und sicher nicht nur in Ihrem – Büro, hängt die 2001-er-CL-Final-Choreo, oder Herr Hoeneß? Haben Sie sich dafür eigentlich schon bedankt?

Schade.

Punkt 4) In der gesamten Arena gibt es keinen Platz, zwei Euro-Paletten zwischen zu lagern? Liebe Arena-GmbH, macht Euch nicht lächerlich. Wem ist denn geholfen, wenn diese Kindergarten-Spiele weiter, immer weiter getrieben werden? Am Ende des Tages gibt es dann eben keine Choreos mehr. Die – ob das jetzt so ist oder nicht – vom Verein gewünschten Fans erschaffen so etwas sicherlich nicht. Ich könnte so derlei ebenfalls nicht stemmen. Es braucht solche Vollblut-Fans wie die, die dies bisher gemacht haben!

Wo genau ist das Problem hier die Fans bei ihrer kostenlosen Arbeit für den Verein zu unterstützen wo man nur kann? Es kostet den Verein nichts, es bringt ihm und uns allen aber jede Menge!

Warum muss dieser – über viele Jahre hochgeschaukelte – Prozess nun zu solchen Auswüchsen führen?

Ich habe zwei Kinder. Und ab einem gewissen Punkt lernt(e) man da als junger Vater einfach, dass Bockigkeit oder Kommunikationsdefizite zu nichts führen. Heutige Kinder sind anders, die heutige Erziehung ist anders. Das musste auch meine Elterngeneration erst begreifen. Kindern muss man heute Dinge erklären, damit sie verstehen, warum dieses falsch und jenes richtig ist.

Heutige Fans sind ebenfalls anders. Und die Mittel, die einen Uli Hoeneß in den 70er, 80er und 90er-Jahren zu einer Fan-Ikone des FC Bayern machten, sind – schon mal drüber nachgedacht, FC Bayern? – eventuell nicht mehr so ganz zeitgemäß. Zumindest führen sie offensichtlich nicht mehr zu den gewünschten Ergebnissen. Zu der Koexistenz nämlich, wie es sie eben in den 70er, 80er und 90er-Jahren zwischen dem Verein und seinen Fans gab, oder?

Sich selbst ab und an zu hinterfragen hat noch niemanden geschadet. Noch so ein Spruch. Stimmt aber. Habe ich auch gelernt. Und hier sind ebenfalls beide Parteien gemeint.

Der Verein sollte sich mehr mit den Lebensumständen, Vorlieben oder Einstellungen heutiger Fans befassen und die Fans sollten von ihren – oft naiven oder eben (aus meiner Sicht) unangebrachten Wünschen der Einflussnahme verabschieden.

Fußball ist nicht mehr so wie er 1980 oder 1990 war. Das kann man gut oder schlecht finden. Ebenso wenig sind die Fans unmündiges Klatschvieh oder reine Fan-Shop-Konsumenten!

Unkenntnis erzeugt Angst.

Die Fans haben keinen Einblick in die Zwänge der Verantwortlichen des Vereins, die dafür sorgen müssen, dass der 350-400 Millionen-Laden auch morgen noch wie geschmiert läuft. Die Vereinsführung wiederum hat Angst, dass die Fans, sobald man ihnen zu viele Zugeständnisse macht, eben diesen Laden übernehmen wollen.

Beides ist Quatsch.

Lösungsansätze gibt es sicher nicht wenige – hier sind meine:

Es muss ein Gremium geben, das alle Beteiligten ernst nehmen. In diesem Gremium müssen Vertreter des Vereins sitzen, die ein ernsthaftes Interesse daran haben, die Belange der Fans verstehen zu wollen und ebenfalls ein besseres Miteinander anstreben – zum Wohle von uns allem, nämlich dem Verein (denn wir alle sind der Verein. Nicht nur die Führung, nicht nur die Sponsoren, nicht nur die Logenbesitzer, nicht nur die Fans, nicht nur die Familien, die ohne Angst mit ihren Kindern zum Fußball gehen wollen und auch nicht nur die Ultras, die alles für ihren Verein geben und sonst kaum Platz für andere Dinge im Leben lassen)!

Dort müssen aber auch Vertreter der Fans sitzen, die vom Verein akzeptiert werden. Und diese Vertreter sollten idealerweise keine Ultras mit steineschmeissender Vorschichte sein (eine beliebige Metapher ohne Anspruch auf Realität) sein. Es sollten Vertreter sein, die auf Augenhöhe mit dem Verein agieren können, weil sie aus der Mitte der Fans einen Status erreicht haben, die sie zu ebenbürtigen Verhandlungspartnern macht oder Vertreter, die im vollen Umfang die Interessen der Fans verfolgen, welches unabdingbar ist, um den Rückhalt und die Akzeptanz unter den Bayern-Fans zu haben und somit die Entscheidungen dieses Gemiums als gegeben hin zu nehmen.

Ob diese Charakterisierung auf die aktuell involvierten Personen passt, lasse ich mal bewusst im Raum stehen.

Dazu gibt es dennoch keine Alternative – alles andere wäre US-Sport. Wer will das? Ich nicht.

Weitere Vorschläge sind die bekannten Themen (die teilweise auch im Club Nr.12-Newsletter angesprochen werden).

  1. Rücknahme der Fangruppen-Trennung und Zusammenlegung aller Fans in eine gemeinsame Südkurve
  2. Vergrößerung der Stehplatz-Kapazität (somit Erhöhung der Gesamtkapazität – Win-Win-Situation, da die Allianz-Arena locker auch mit 75.000 oder 80.000 Zuschauern zu 100% ausverkauft wäre, oder?)
  3. Verlegung der Gästefans in eine „leisere“ Region
  4. Eigenes Ticket-Portal a la viagogo – allerdings zu fairen Tarifen! [1]

Was können und sollten die Fans tun, um die aktuelle Situation zu verbessern?

Aus Sicht einiger Fans gibt sicherlich gar nix zu ändern. Man fühlt sich schließlich im Recht. Falscher Ansatz, Leute. So wird sich dieses Problem nie lösen lassen!

Mir würden spontan ein paar provokante Dinge einfallen, ob die für diesen Beitrag aber so produktiv wären, würden eh andere beurteilen. Ich stecke auch nicht in den Köpfen unserer Führung drin und kann deshalb in keinster Weise beurteilen, wie sich „die Fans“ verhalten müssten, um von Seiten der Führung das Problem zu verbessern.

Eins steht zumindest fest:

Wir alle können nicht so weiter machen wie bisher. Es müssen sich Dinge ändern. Die Fans erreichen beim Verein mit ihrer Einstellung rein gar nichts und der Verein ist im Grunde nicht weniger von den Fans abhängig – denn ohne Fans gibt es keinen Fußball. Und das ist nicht nur eine von den Ultras übernommene Floskel, nein, das ist auch meine tiefste Überzeugung!

Also macht was draus und bringt das in Ordnung – Ihr Fans und Du, FC Bayern!

[1] Hier wären die Millionen für MyFCB sicher besser angelegt gewesen.

Ein bayerischer Spaziergang ins Halbfinale?

Am heutigen Abend spielt der FC Bayern um den Einzug ins Halbfinale der Championsleague. Kopfumschalten galore.

Nun, die Ausgangsposition erscheint mit einem auswärtigen Zwei-Tore-Vorsprung komfortabel. Und Marseille erweckte im Rahmen des Hinspiels nicht permanent den Eindruck, uns in Angst und Schrecken zu versetzen.

Einerseits.

Andererseits gibt es da die berühmten Pferde und die Apotheken.

Inter Mailand dachte im Achtelfinal-Rückspiel wohl auch, dass das schon irgendwie klappen würde, diese Franzosen auszuschalten. Jenes Inter übrigens, die im letzten Jahr gegen unseren FC Bayern auch ein Heim-Hinspiel verloren und uns dann in München zeigten, wie ein europäisches Spitzenteam mit Innenverteidiger-Lehrlingen umgeht. Nicht unerwähnt lassen sollte man das blaue Wunder, welches der amtierende Deutsche Meister mit seinem Team gegen die Deschamps-Kicker erlebte.

Was soll hier die Schwarzmalerei werden sich sicher einige Leser wieder fragen? Die grünen Dortmunder Jungs sind nicht der FC Bayern und Herr Breno darf bei uns ebenfalls nicht mehr mitspielen.

Stimmt. Aber ich dachte am Wochenende auch, dass eine Mannschaft wie die Nürnberger nie mehr zurück ins Spiel finden und uns gefährlich werden könnten.

Es geht mir doch gar nicht darum, dass ich nicht auch glaube, dass wir heute den vorletzten Schritt zum Finale in München machen. Es geht mir darum, dass unsere Spieler selbst die Sache ernst nehmen, früh für klare Verhältnisse sorgen und wir vielleicht noch ein paar Spieler schonen können. Am Wochenende geht nämlich die Jagd auf den Meister weiter!

Konzentration ist das Stichwort.

Wir müssen vom Anpfiff an konzentriert agieren. Müssen unsere ersten Chancen direkt verwerten und auch gegen Ball und Gegner konzentrieren agieren. Zwecks Foul- und Kartenvermeidung. Denn schaut man sich diese Aufstellung einmal an, dann müssen hier besonders die Sportskameraden

Jerome Boateng, Luiz Gustavo, Toni Kroos und Thomas Müller

aufpassen.

Erstaunlich: Weder war mir bekannt, dass die Karten nach einem Viertelfinale ab dieser Saison nicht mehr getilgt werden, noch, dass Real Madrid – unser möglicher Gegner im Halbfinale – nicht einen einzigen, von Karten-Sperre bedrohten Spieler in seinen Reihen hat.

Holen uns hier die Fehler in der Kaderplanung endgültig ein, wenn wir mit Bank-B-Spielern gegen Özil, Ronaldo und Co. antreten müssen?

Wollen wir es nicht hoffen und zumindest unser „Chef“ würde ja unbelastet in ein Halbfinale gehen…

Demut ist die Mutter der Glaskugel

Die Saison biegt auf die Zielgerade. Irgendwie. Und wie jedes Jahr.

Seit dem letzten Wochenende dürfte dann wohl auch klar sein, dass den diesjährigen Titel in der Bundesliga nur noch zwei Teams ernsthaft gewinnen werden: Dortmund. Oder Bayern.

Deshalb hatte ich das Restprogramm im Kopf und tatsächlich lohnt sich hier ein Blick in die Tiefe.

Dortmund:

VfB Stuttgart (H)
VfL Wolfsburg (A)
Bayern München (H)
FC Schalke 04 (A)
Borussia M’gladbach (H)
1. FC Kaiserslautern (A)
SC Freiburg (H)

Bayern:

1. FC Nürnberg (A)
FC Augsburg (H)
Borussia Dortmund (A)
1. FSV Mainz 05 (H)
Werder Bremen (A)
VfB Stuttgart (H)
1. FC Köln (A)

Ich vermag jetzt hier keine genaue Punktrechnung aufzustellen. Aber der Meister wird imho an den drei „Mittelspieltagen“ gekürt und derlei erfordert keine prophetische Fähigkeiten.

Klar sind die Spiele in Nürnberg (das Spiel des Jahres für die meisten Clubberer), gegen Augsburg (wieder gut in Form, 0:0 gg BVB), gegen Stuttgart und in Köln (eventuell schon abgestiegen oder eben gerettet?) nicht von Pappe. Wer allerdings Meister werden will, muss diese Spiele gewinnen, Punktverluste gab es im Januar und Februar genug.

Nein, wenn überhaupt noch was für die Bayern gehen soll, müssen wir nicht nur in Dortmund gewinnen, wir müssen auch darauf hoffen, dass der BVB die restlichen 2-3 Punkte in Schalke und gegen Gladbach liegen lässt. Wobei dies unmittelbar mit dem Ausgang des Gipfeltreffens zusammen hängt. Gewinnt der BVB gegen uns sein Heimspiel, lässt er sich sicher auch nicht von – diesjährigen – Spitzenteams wie Schalke oder Gladbach aufhalten.

So einfach ist das. Oder glaubt jemand allen Ernstes, die Kloppos lassen was liegen gegen Stuttgart, in Wolfsburg, in Lautern oder gegen Freiburg?

Eben.

Der nette Herr Großkreutz oder Darum geht es mir gar nicht.

Um das mal fest zu halten: Wer nach 119:59 Minuten das entscheidende Tor in einem K.O.-Spiel erzielt, hat nicht mehr oder weniger Glück, als würde er es in den ersten 10 Sekunden erzielen.

Beide Teams im gestrigen DFB-Pokal-Halbfinale hätten das Spiel schon vorher entscheiden können.

Ich benutzte die Floskel „Dusel“ überwiegend aus dokumentarischen Gründen. Weil wir Bayern uns immer wieder dafür rechtfertigen müssen.

Gegenüber Fans, Ultras kann ich das ja noch verstehen, aber sog. (Sport-)Journalisten denken hier immer noch sehr einfach und zu sehr in Schubladen.

Mir ist völlig klar, dass man im Moment des Triumphs den Emotionen freien Lauf lässt. Wer wüsste das nicht besser als ich. Ich habe ferner überhaupt kein Problem jubelnden Dortmundern zuzuschauen, die sich zu Recht über diesen Last-Minute-Sieg freuen. Und zwar ekstatisch. Die Szene hatte was von 2001 (für Dortmund) und 1999 (für Fürth).

Worum es mir aber eigentlich geht (und was ich in 140 Zeichen auf Twitter nicht erklären kann):

Es gibt gewisse Dinge, die „macht man nicht“. Zum Beispiel auf Jemanden drauf treten, der am Boden liegt. Und wer so verliert, der liegt am Boden. Wie wir 1999. Oder Schalke 2001.

Persönlich will ich mich nicht davon frei sprechen, derlei schon einmal gemacht zu haben, aber man entwickelt sich schließlich weiter und ich schaffe es heute ganz gut, meine Animositäten in einem solchen Moment zurück zu halten.

Herr Großkreutz schafft(e) dies leider nicht.

Natürlich kann ich verstehen, dass man als BVB-Fan zunächst einmal den eigenen Fan verteidigt. Im Stadion. Oder auf Twitter. Ich kenne diesen Reflex. Wir hatten ihn regelmäßig z.B. bei Herrn van Bommel.

Herr van Bommel hat sich aber – soweit ich mich erinnern kann – niemals so verhalten wie Herr Großkreutz direkt nach dem Siegtor.

Auf allen – mir bekannten – TV-Bildern – wird klar, dass alle(!) BVB-Spieler ob dieser emotionalen Explosion auf einem Haufen liegen. Pure, schwarzgelbe Freude. Völlig zu Recht.

Herr Großkreutz seinerseits hat damit spontan nix zu tun. Ihm ist es wichtiger zunächst einmal Herrn Asamoah (seines Zeichens Ex-Schalker) zu beleidigen. Mit Hilfe seiner Hautfarbe. Wie man so liest.

Ärger gibt’s nach dem Spiel: Dortmunds Großkreutz und der Ex-Schalker Asamoah geraten auf dem Rasen aneinander. Mavraj geht dazwischen, trennt die beiden. Der Fürther Abwehrspieler erhebt hinterher schwere Vorwürfe: „Das waren Beleidigungen von Großkreutz wegen der Hautfarbe Asamoahs. So etwas hat auf dem Platz nichts zu suchen!“

Wir erinnern uns. Asamoah, Hautfarbe, Weidenfeller – da war doch was?! Ach stimmt, da ging es ja nur um „schwule Sau“. Puh.

Zurück zu gestern.

Wie oben erwähnt, ich habe für vieles Verständnis. Fehlende Empathie in einem solchen Moment halte ich einfach für fehl am Platze. Für un-sozial. Deshalb fiel das Wort „asozial“. Vor allem, weil Herr Großkreutz ja gerne mal ’nen lockeren Spruch raushaut, der imho über das normale Maß hinaus geht.

Irgendetwas läuft da eventuell auch in seinem Umfeld schief. Oder man will ihn bewusst hier als „Marke“ etablieren. So als Spieler „mit Ecken und Kanten“. Hui.

Ich kann es mir nicht erklären. Allein seine Herkunft, die ja selbst BVB-Fans anführen, kann es doch nicht sein, oder?

Fazit: Ich will keine 11 Lahms auf dem Platz. Aber wäre es zu viel verlangt gewesen, sich einfach nur tierisch mit seinen Kameraden zu freuen? Und alles erst einmal ein wenig sacken zu lassen, bevor man hier – offenbar lange schlummernde Emotionen – vorbereitet – hervorholt?

Schade. Chance vertan, Herr Großkreutz.

P.S. Herr Großkreutz ist hier nur ein Platzhalter. Ich halte solch ein Verhalten generell für falsch. Von Fußballern, Fans und Twitterern. Weshalb ich ja versuche, es selbst zu unterbinden. So oft ich kann.

P.P.S. Ich hätte auch etwas über Herrn Klopps Jubel in Bezug auf die Torwart-Auswechslung Fürths zu sagen gehabt (auch im Vergleich zu einem Felix Magath, der uns mal 5:1 abgefidelt hat und dabei noch den Torwart auswechselte), aber das lassen wir mal.