Na er muss es ja wissen

Herr Sammer wollte auch mal wieder was zum Sommerloch betragen. Schließlich hat er als… was macht er eigentlich so beim DFB?

Wie auch immer. Er hat was gesagt. Über den FC Bayern. Über den reden ja sowieso alle. Und weil am Anfang alle gejubelt haben, ob der Investitionsfreude des Vereins und der Weltstars, die die Bayern endlich in die Bundesliga holen, wird jetzt natürlich genörgelt. Deutschland eben.

Die gleichen Weltstars sind jetzt plötzlich die Totengräber der armen deutschen Jugend. Der Fußballer-Jugend.

„Das ist ärgerlich für Schweinsteiger und Podolski, weil sie nun erst einmal an Grenzen gestoßen sind und ihre Entwicklung möglicherweise gehemmt wurde.“

Ach so. Also für die deutsche Jugend spielt der Leistungsgedanke keine Rolle, ja?

Im Grunde bin ich diese Diskussion echt leid. Irgendwie.

Im Verein soll man Podolski, Schweinsteiger und Co. also den roten Teppich ausrollen und wenn die Nationalmannschaft mit all den in Watte gepackten Nationalspielern gegen Frankreich (mit Ribéry) oder Italien (mit Toni) spielt, ist plötzlich wieder Kämpfen angesagt?

Zum Glück sagt Herr Sammer in diesem Interview noch mehr:

Die Bayern könnten es sich bei ihren hohen Ansprüchen nicht leisten, auf die fehlende Reife und Konstanz der beiden 22 Jahre alten Jungstars Podolski und Schweinsteiger Rücksicht zu nehmen. „Wären sie drei Jahre weiter, hätte Bayern die Transfers nicht machen müssen.“

Desweiteren schon mal daran gedacht, wieviel man von solchen Spielern lernen kann? Und welche Leistung es wäre, sich trotzdem gegen die sog. Weltstars durchzusetzen?

„Poldi“ und „Schweini“ hatten in der letzten Saison ganz andere Probleme, aber durch dieses Stahlbad mussten sie gehen und der Verein braucht sie genauso wie all die Neuverpflichtungen. Auch Weltstars werden älter. Auch Weltstars sind mal verletzt, mal überspielt. Dann brauchen wir hungrige, junge Spieler, die parat stehen um anzugreifen.

Kapiert?

Paule is back?

Kommt Paul Paule Breitner wirklich wieder zurück zum FC Bayern? So richtig? Gar als Vorstand?

Nachdem Breitner zuletzt wohl sehr erfolgreich als Scout für den Vorstand unterwegs war und, wie man so hört, großen Anteil an der Verpflichtung von Toni und Ribery hatte, ist man beim Verein von ihm wieder mehr als begeistert, will ihn an die Schalthebel des Vereins holen.

Paul Breitner soll Karl-Heinz Rummenigge, sowie seine Nationalmannschafts-Kollegen aus der 70ern, Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer, unterstützen.

Breitnigge reloaded! 😉

Dafür spricht im Übrigen auch, dass Breitner seine BamS-Kolumne einstellt. Ein Job, der selbst beim Kaiser kaum mit seiner Führungsaufgabe zu vereinbaren ist. Vielleicht steht aber hier, ähnlich wie bei der Zé Roberto-Verpflichtung, ein Hoeneß-Deal im Hintergrund, für den FC Bayern auf einiges zu verzichten.

Möglich wäre das und sinnvoll sowieso.

Auf seine alten Manager-Tage sich noch einmal mit Querdenkern zu umgeben, scheint für Hoeneß eine zunehmend attraktive Option zu sein. Find ich gut.

Pappnasen-TV

Na fein. Dann ist ja alles wieder gut.

Die Fußball-Champions-League wird künftig im frei empfangbaren Fernsehen wieder bei Sat.1 statt beim Deutschen Sportfernsehen (DSF) zu sehen sein.

Klasse. Aber mal ganz ehrlich, ob man die uninteressanteste Partie des Spieltages nun beim KlingeltonSexQuizNerv-Sender DSF oder bei SAT1 verfolgt, macht doch im Grunde keinen Unterschied, oder?

Ganz davon abgesehen, ob sich z.B. Werder überhaupt qualifiziert. Denn die Bremer halte ich sowieso für die einzige deutsche Mannschaft in der kommenden Championsleague-Saison, die es sicher in die K.O.-Runde schaffen kann. Für Meister und Vizemeister wird das abhängig von der Lostopf-Situation ohnehin eine Zitterpartie.

Jemand anderer Meinung?

Dann mal wacker die Tribünen wieder aufgebaut!

Wohl selten zuvor ist über ein Erstrundenspiel des FC Bayern so intensiv diskutiert worden wie in dieser Saison.

Zunächst wollte Wacker Burghausen in die Allianz-Arena ausweichen, was der DFB ablehnte.

Dann suchte man nach einer Alternative, wurde aber offensichtlich nicht fündig, denn der neueste Stand ist, dass man doch in Burghausen antritt und einfach wieder ein paar Tribünen aufbaut (die, die Wacker nach dem Abstieg aus der zweiten Liga hat abbauen lassen).

Wahrscheinlich war es aber auch nur Teil des „Deals“ mit Burghausen, dass es zu einer Live-Übertragung(!) kommt – wie gesagt, wir reden hier immer noch von einem Erstrundenspiel.

Da Burghausen durch das Verbands-Veto allerdings einige Euros durch die Lappen gegangen sein drüften, die man durch ein 69.000-Spiel in der Allianz-Arena bekommen hätte, erscheint er derartiger „Deal“ durchaus logisch und konsequent.

Wie auch immer.

Es bleibt dabei. Ob jetzt vor 69.000 in der Allianz-Arena oder vor rund 11.200 in Burghausen (wahnsinnige Kapazitäts-Erhöhung übrigens: 3.400) – die Bayern müssen und werden das Spiel gewinnen (wollen).

Was so ein paar Tore doch ausmachen können

Kaum schießt Santa Cruz bei einem Länderspiel mal ein paar Tore, stehen plötzlich die Interessenten für unseren ehemaligen Wunderstürmer Schlange.

Nach Galatasaray will nun auch Besiktas die Torjägerqualitäten *hüstel* unseres Roque dem eigenen Portfolio hinzufügen.

Unbeeindruckt vom Begehren des letztjährigen Tabellen-Dritten der türkischen Süper Lig, versucht Besiktas mit aller Macht einen Top-Stürmer für den Angriff zu finden.

Top-Stürmer. Achso.

Mach‘ bloß schnell die Verträge fertig, Uli. Sonst schauen die sich vorher noch ein Video an…

Ich glaub' ich spinne!

Jetzt geht’s aber los, oder was?!

Das Dauer-Hickhack um die Fußball-Übertragungsrechte im Bezahlfernsehen und um technische Probleme hat ein Ende: Künftig wird der Spitzensport wie früher auf Premiere gesendet.

Unglaublich. Und jetzt? Muss ich in der nächsten Saison wieder die grinsende Visage von Herrn Kofler ertragen?!

Bereits in der kommenden Saison kämen Premiere-Kunden so wieder in den Genuss der Bundesliga.

Obwohl. Etwas Gutes gäbe es bei diesem Deal. Zum einen hätten wir wieder Zugriff auf Marcel Reif und zum anderen…

Die Bundesliga-Redaktion beim Bezahlsender Arena werde aufgelöst.

Das hätte was, wir wären auf einen Schlag all die Comedy-, D- und Boulevard-Moderatoren e n d l i c h wieder los!

Der Verband, das regelkonforme Wesen

Na gut. War ja irgendwie klar, dass das nicht funktioniert.

Der Spielausschuss des Deutschen Fußball-Bundes hat einen Antrag des Regionalligisten Wacker Burghausen abgelehnt.

Weshalb eigentlich?

Wie ich ja gelernt habe, werden die Einnahmen im DFB-Pokal geteilt. Und mehr Zuschauer, in einem größeren Stadion, kommen doch allen Beteiligten zugute, oder?

Wie es jetzt weitergeht ist im Übrigen noch völlig unklar:

Weiter offen ist, wo das oberbayerische Derby nun stattfinden wird. Das DFB-Gremium machte über den Spielort keine genauen Angaben.

Bis Ende der Woche will man eine Lösung präsentieren. Ich bin gespannt.

Wie wäre es mit dem Berliner Olympiastadion, oder dem Volksparkstadion der AOL-Arena der HSH Nordbank Arena in Hamburg?

Weit genug weg von München?

Rheumakai – ein Abschied

Nun ist er weg. Mein größter Feind. Mein größter Held. Meine Frustration.

All das war Roy Makaay für mich.

Was habe ich ihn gehasst, als er uns in der Championsleague 2002/03 in zwei Spielen gegen La Coruna insgesamt vier Tore in Netz gezimmert hat. Das Ausscheiden in der 1.Gruppenphase war damit besiegelt.

Das anschließende Transfergerangel mit La Coruna und seinem kleinen Napoleon an der Vereinsspitze ist einigen von uns sicherlich noch in mehr als guter Erinnerung – am Ende stand der teuerste Transfer in der Geschichte des FC Bayern.

Insgesamt 19,25 Mio. Euro überwiesen die Münchner nach Spanien.

Gut angelegtes Geld, wie sich kurz danach zeigen sollte.

Was habe ich ihn geliebt: Makaay spielte sich von Rekord zu Rekord und schnell gab es die üblichen Vergleiche mit unserem Bomber Gerd Müller. Der 40-Tore-Rekord für eine Saison schien zu wackeln. Heute wissen wir, dass er nicht fiel, aber phasenweise konnte man das fast glauben.

Hier nur mal ein paar Statistiken über Rheumakai:

Er schlug Gerd Müller in der Statistik der 50 schnellsten Tore. Kein anderer Stürmer in der Geschichte des FC Bayern München erreichte diese Grenze schneller. Nur ganze 67 Spiele waren dafür vonnöten. Der Bomber benötigte dagegen 85 Spiele für diese Leistung. Am 13.08.2005 glaubten wir natürlich noch, dass sich diese Serie beliebig fortsetzen ließ.

Zu seiner wohl stärksten Phase beim FC Bayern schaffte unser Niederländer es sogar nahe an weitere Uralt-Rekorde des Vereins. Eine Torserie von 16 Toren in 8 Spielen erreichte ausser ihm eben nur derGerd. Unerreichte 23 Tore in 16 (1969/70) und 15 Tore in 9 Spielen (1968/69) schaffte keine anderer.

Selbstredend übrigens, dass Roy in jedem seiner vier Bayern-Jahre der interne Torschützenkönig war, leider hat es aber nie zum Titel des besten Bundesliga – Torschützen gereicht, jedes Mal ein anderer Stürmer war für eine Saison stärker. Seine Bestleistung erzielte er hier in der ersten Spielzeit mit 23 Toren (der höchste Bayern-Wert seit Karl-Heinz Rummenigge 1983/84), danach hielt er nur noch sein Niveau, konnte es nicht mehr ausbauen (22 Tore, 17, 16).

Womit wir schon bei einem der Probleme mit Makaay sind.

Makaay wird und wurde immer wieder das Phantom genannt. Kaum zu sehen und machte trotzdem seine Tore. Darauf kann man ein ganzes Fuballerleben aufbauen.

Ich habe selbst lange daran geglaubt und ich denke, er wird diesem Image auch heute noch gerecht und in der letzten Saison hatte er einfach das Problem, dass er kaum verwertbare Bälle bekam. Von daher sind 16 Tore schon eine ganze Menge Holz.

Was war ich frustriert.

Die Momente allerdings, in denen ich kaum glauben konnte, was ich sehe, gab es aber durchaus.

Damit mich niemand falsch versteht: Ich hätte Makaay gerne noch eine weitere Saison beim FC Bayern gesehen. Auch, oder gerade wegen Klose. Ich hätte es gut gefunden, wenn er sich dem Kampf gestellt hätte.

Allerdings kann ich die aktuelle Glorifizierung einiger Bayern-Fans und die gleichzeitige Verteufelung Kloses oder Tonis nicht nachvollziehen!

Vier Jahre in einem Verein sind schon ’ne lange Zeit und ein bißchen Tapetenwechsel ab und zu tut vielleicht ganz gut.

In diesem Zusammenhang wird auch gerne ein Giovane Elber ins Spiel gebracht und das „man den ja genauso abgeschoben hätte“

Moment mal!

Elber hat mich in seiner Endphase noch viel wahnsinniger gemacht als Makaay und Elber ist nicht weniger vor Makaay geflohen, als Makaay jetzt vor Klose und Toni (was nicht so ist, unten mehr dazu).

Elber war definitiv nicht der Stürmer, der ständig das ach so entscheidende 1:0 erzielte – schon vergessen? Ob es Makaay war, kann ich aktuell nicht sagen, ‚hatte nicht auch noch Zeit, die komplette Makaay-Statistik danach zu durchforsten. Wird nachgeliefert.

Man sollte das alles einfach etwas weniger emotional sehen. Spieler kommen und gehen. Bei dem einen tut der Abschied weher als bei dem anderen, das hat vielleicht auch immer was mit persönlichen Erlebnissen zu tun.

Apropos „Emotionalität“:

Roy Makaay selbst bewertet seinen Abschied ganz nüchtern. In einem offenen Brief verabschiedete er sich unlängst von den Bayern-Fans. Einige seiner Worte will ich hier gerne zitieren:

Mit Miroslav Klose und Luca Toni hat der Verein zwei erstklassige neue Stürmer verpflichtet, die, wenn sie gesund bleiben, auch erstmal spielen werden. Hinzu kommt in Lukas Podolski ein junger deutscher Nationalspieler, der in seinem zweiten Jahr in München endlich durchstarten will und muss. Mein Wechsel ist keineswegs eine Flucht vor dem Konkurrenzkampf. Für mich wäre aber wohl nur noch die Rolle als dritter oder vierter Stürmer geblieben.

Doch dazu fühle ich mich noch zu fit. Gerade als Stürmer ist es wichtig, oft zu spielen. Deshalb habe ich die Verantwortlichen frühzeitig um die Freigabe gebeten, falls alle geplanten Transfers klappen sollten. Der FC Bayern hat sich da super verhalten, dafür bin ich dem Verein sehr dankbar. Natürlich hätte ich auch innerhalb der Bundesliga wechseln können, Anfragen lagen vor. Doch ich trage den FC Bayern im Herzen, habe hier so vieles erlebt, da hätte ich unmöglich gegen den FCB um Meisterschaften und Pokale kämpfen können.

Muss man noch mehr über den Menschen Makaay wissen?

Ich finde es richtig gut, dass er nun zu Feyenoord Rotterdam wechselt. Nicht nur, weil es ihm ja offensichtlich ein Herzenswunsch war, nein, Rotterdam wird von Bert van Marwijk trainiert, einem der wenigen Gründe, weshalb man den BVB in den letzten Jahren sympathisch finden konnte. Ferner ist Feyenoord aktuell wohl ähnlich im Umbruch wie der FC Bayern und baut deshalb gerade ebenfalls ein neues Team auf. Zwar ist ein bißchen weniger Geld im Spiel als bei den Bayern, aber Roy spielt dafür in der nächsten Saison mit seinem Verein gar nicht im Europapokal, weshalb uns wiederum zunächst ähnliche Horrorszenen wie 2002/03 erspart bleiben sollten. Gut.

Viel Glück für Dich, Roy und sei bitte nicht zu hart mit uns, wenn wir uns doch noch mal über den Weg laufen!

Saison 2007/08: Neuzugänge # 8: Zé Roberto

José Roberto da Silva Junior (*6. Juli 1974 in Ipiranga, Sao Paulo) ist zurück beim FC Bayern. Wie schnell ein Jahr doch vorüberzieht. Naja. In diesem Jahr ist viel passiert und die zwei Gründe für Zé Robertos Abschied 2006 haben sich in Luft aufgelöst: Magath und sparsame Verträge.

Oft merkt man ja auch erst wenn ein Spieler weg ist, was man ihm hatte. So könnte man meinen. Zum Glück haben wir Zé nicht aufgrund seiner Torjägerqualitäten zurückgeholt (wo habe ich das schon mal gelesen?).

Aber kurz zu seiner Vita:

In seiner Jugend spielte Zé bei Pequeninos de Joquey, um dann über Portuguesa tatsächlich und schon mit 22, 23 bei Real Madrid zu landen. Die 15 Spiele waren wohl nicht so überzeugend und deshalb legte er schon damals eine kurze Pause in Brasilien ein, genauer gesagt bei Flamengo Rio de Janeiro, bevor er 1998 bei Bayer Leverkusen die Bundesliga eroberte und auch ins Blickfeld des FC Bayern geriet. Diverse Vizemeisterschaften trieben ihn 2002 zum FC Bayern. Was folgte war klar: Titel. Und zwar am Stück.

Erst der bekannte Stress mit Magath und die vertraglichen Uneinigkeiten trieben ihn für die bekannte Zwischenzeit wieder in die Heimat. Wie eine Erlösung muss seine Zeit beim FC Santos auf ihn gewirkt haben, fand er dort doch zur alten Stärke zurück. Die parallele Krise beim FC Bayern führte beide Parteien wieder zusammen.

Herzlich willkommen zurück, Zé!

Sein Profil:

Alter: 33
Größe: 1,72 m
Nationalität: brasilianisch
Position: Mittelfeld, defensiv oder offensiv

Seine Transferdaten:

Saison 07/08, von FC Santos zu FC Bayern München (Ablöse: -)
Saison 06/07, von FC Bayern München zu FC Santos (Ablöse: -)
Saison 02/03, von Bayer 04 Leverkusen zu FC Bayern München (Ablöse: 9.5 Mio. Euro)
Saison 98/99, von Flamengo Rio de Janeiro zu Bayer Leverkusen (Ablöse: 4 Mio. Euro)
Saison 97/98, von Real Madrid zu Flamengo Rio de Janeiro (Ablöse: -)
Saison 96/97, von Potuguesa Sao Paulo zu Real Madrid (Ablöse: 9 Mio. Euro)
Saison 93/94, von Pequeninos de Joquey Jugend zu Potuguesa Sao Paulo (Ablöse: -)

Seine Leistungsdaten:

2006 – 2007, FC Santos, 13 Spiele (2 Tore)
2002 – 2006, Bayern München, 110 (5)
1998 – 2002, Bayer 04 Leverkusen, 113 (17)
1998, Flamengo Rio de Janeiro, 11 (0)
1997, Real Madrid, 15 (0)
1994 – 1997, Potuguesa Sao Paulo, 61 (1)