Fortsetzungs-Roman oder Tikitaka war Mittwoch

Selten zuvor war ein Spiel zwischen meinem FC Bayern und der Borussia aus Dortmund belangloser. Was man so hörte. Nun ja. Selten zuvor wurde ein Spiel in Deutschland wie das anstehende Championsleague-Finale so hochgejazzt. Zwischen dem FCB und eben dem BVB. Den Meistern der letzten vier Jahre. Ich bin – aufmerksame Leser meines Blogs werden es wissen – weniger extrem.

Ich will einfach nur jedes Spiel gewinnen. Ob Championsleague-Finale oder Durchschnittskicks mit aufgebesserten B-Elfs im Westfalenstadion. Es kam anders. Selten zuvor konnte ich diesen Umstand aber besser ertragen als nach dem Spiel am letzten Samstag. Vielleicht mein Beitrag zur allgemeinen Hysterie rund um „Wembley“. Der Reihe nach.

Unser Trainer machte keinen Unterschied zwischen Nürnberg, Hannover, Freiburg oder Dortmund. Er rotierte was das Flipchart hergab. Klar, der BVB auch, allerdings frug ich mich, wofür er dies tat? Wann stehen die entscheidenden Spiele der Saison an? Ende Mai? Anfang Juni? Und das sind noch 3-4 Wochen? Spielen wir jetzt noch englische Wochen bis zum Schluss?

Augsburg zu Hause und in Gladbach. Samstags um 15:30. Wie der Rest der Bundesliga auch. Mhm. Klar, wir hatten Barcelona (BARCELONA!) am Mittwoch, aber war unsere A-Elf tatsächlich so kaputt und fertig, dass es für eine Startelf in Dortmund nicht gereicht hat? Weder Schweinsteiger noch Martinez? Beide angeschlagen? Es mag in der Liga zwar mit dem zweiten Anzug laufen wie geschnitten Brot, aber der BVB ist – offensichtlich – inzwischen eine andere Hausnummer. Den schlagen selbst wir in dieser Rekordsaison nicht im Vorbeigehen.

Der Eine oder Andere wird nun einwerfen, weshalb ich das so kritisch sehe und das wir doch längst Meister sind und die Saison so oder epochal in die Geschichte eingehen wird und DonJupp mit seiner Aufstellung schlichtweg kein (Verletzungs)Risiko eingehen wollte, etc, etc.

Alles richtig. Aber noch einmal: Ich war (und bin immer noch) genervt. Genervt von zwei Titeln für den BVB, von deren Rekorden und all diesen Siegesserien-Sprüchen. Und weil das ja jetzt nicht mehr geht – von den Sieglos-Sätzen. Ein weiterer Sieg – nach dem Pokalerfolg – wäre hier Nerven-Gold wert gewesen. Schade. Es geschah aber nicht ohne Grund.

Ein Grund – Schweinsteiger UND Martinez fehlten über 90 Minuten. Ohne polemisch werden zu wollen, aber zwischen unserem Top-Duo und Gustavo & demTymo liegen… Welten. Unserem Spiel merkte man das mehr als merklich an. Die beiden haben ihre Qualitäten. Defensiv. In der Balleroberung. Aber Kreativität, Spielleitung, Temposteuerung, Rhythmus? Fehlstanzeige. Schlimm. Körperliche Schmerzen beim Zuschauen. Die ebenfalls erfolgten Schonung diverser Klopp-Kicker verhinderte ein komplettes Überrennen unseres Mittelfeldes durch den Ex-Meister.

Dortmund anfangs besser, mit mehr Zugriff zum Spiel, der FC Bayern fiel vor allem durch Ballverluste und fehlendes Gegenpressing(!) auf. Das war schlimmstes van-Gaal’sches Ballgeschiebe ohne Zug zum Tor. Das Tor der Dortmunder zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient.

Danach nahmen die Bayern dann doch mal am Spiel teil und steigerten ihre Anteile am möglichen Punktekuchen. Ebenso frei wie derKevin beim 1:0 stand auch Gomez beim 1:1. Wohl nicht einmal im Training an der Säbener Straße hat der gute Mario so viel Platz Beim Einköpfen. Fast hätte eben dieser das Spiel gar gedreht, aber erneut war es Weidenfeller, der eine unserer 100%-tigen Chancen vereitelte. Murmeltiertag. Weniger Chancen als sonst, umso wichtiger wäre aber ein funktionierender Tunnel für Roman gewesen, Mario. Geschichte.

So viel grundlegend zum Spiel. Aber es gab da ja noch mehr. Zum Beispiel einen gegebenen Handelfmeter. Herr Boateng hat diesen Strafstoß verursacht. Nicht zum ersten Mal. Aber das lassen wir mal außen vor. Kann man den 11er geben? Meiner Meinung ja. Hörer des Schiedsrichter-Podcast @collinaserben wissen: Es gibt keine „Schutzhand“ mehr, das Argument „Boateng wollte ja nur sein Gesicht schützen“ ziehen hier nicht. Zumal ja schon in Realgeschwindigkeit zu erkennen ist, dass die Hände da nicht reflexartig waren, wo sie sich zum Zeitpunkt der Ballberührung befanden.

Das Beste an der Spielsituation? Herr Neuer hielt einen Elfmeter von Herrn Lewandowski! Ich erwähne dies explizit, da wir uns seine Schlechtleistungen im Umkehrschluss ja auch in epischer Breite anhören müssten. Imho ein guter Hintergedanke, falls sich beide im Spiel der Spiele, im Giganten-Duell, im Game of the Universe noch einmal gegenüber stehen…

Hätte es noch mehr Elfmeter geben müssen? Spontan hätte ich die Aktion von Subotic an Pizarro als Elfmeter-würdig eingeordnet, @collinaserben sahen dies anders. Ich würde mich dieser Einschätzung beugen. Die Aktion von Contento an Gündogan hatte ich selbst zuvor schon abschätzig bewertet.

Gilt es den Schiedsrichter noch gesondert zu bewerten? Einige Bayern-Fans hatten sich den Mann an der Pfeife auserkoren, als „Sündenbock“ herzuhalten. Für den Punktverlust. Oder was auch immer. Nun, ich hatte – über das gesamte Spiel – einen anderen Eindruck. „Schuld“ am Remis waren andere Faktoren.

Die (Start)Aufstellung. Egal ob gezwungen oder nicht, mit dieser B-Elf war kaum ein Blumentopf zu gewinnen. Innen in der Verteidigung war es noch im Rahmen, aber über Außen kam kaum Druck nach vorne. Und nach hinten gab es ab und an Lücken (vor dem 0:1). Über das defensive Mittelfeld hatte ich schon alles gesagt, weiter vorne fehlte der Zug zum Tor, die Kreativität und – vor allem – das dauerhafte Feuer, sprich Gegenpressing. Puh.

Die Wechsel. Natürlich machte die – imho völlig berechtigte – Gelb-Rote-Karte für Rafinha unserem Trainer einige Striche durch die Matchplan-Rechnung. Gleichwohl hätte ich den Müller-Wechsel schon zur Halbzeit erwartet. Für Contento. Dann Alaba nach hinten und Shaqiri auf links. Zumindest die Statik im Spiel hätte sich dann gebessert. In der Unterzahl ging es nur noch darum, das Remis zu sichern, klar. Trotzdem zeigte der Einsatz und die Laufbereitschaft von Müller überdeutlich, dass mehr möglich gewesen wäre. Der Thomas zeigte eine 1a-Leistung, allein, er war da schon allein auf weiter Flur. Kein Robben, kein Ribery, kein Kroos, kein Mandzukic, kein gar nix. Nur Müller-Anarchie klappt ohne Anspielplätze nun auch wieder nicht.

Apropos Rafinha.

Was war der Plan unseres Außen-Brasilianers? Heißblut hin oder her. Was mich richtig wütend machte, war die Tatsache, dass wir zum Zeitpunkt seiner zweiten gelben Karte Schritt für Schritt Vorteile aus diesem Durchschnittskick zogen. Ich hatte den Eindruck, dass wir näher am Siegtreffer waren als die Dortmunder. Ganz zu schweigen von der Emotion und Stimmung, die sowohl aus dem Spiel als auch aus dem Stadion komplett entfernt waren. Pustekuchen. Wie kommt man auf die Idee seinem Gegenspieler den Ellbogen so ins Gesicht zu bohren, wenn man kurz zuvor die erste Verwarnung gesehen hat? Ich begreif‘ es nicht. Egal.

Der Rest der Szene (Finger an der Wange, Klopp, Sammer) ist imho Folklore und ein Medienthema. Dazu muss ich mich nicht äußern. Es sind noch vier Spiele in dieser Saison. Und auch die will ich alle gewinnen. Nicht mehr und nicht weniger. Was die Herren Watzke, Zorc, Klopp, Rummenigge, Sammer & Co. für Hahnenkämpfe austragen, betrifft mich eher so weniger bis null.

Für mich zählt jetzt (in chronologischer Reihenfolge) nur ein Sieg anlässlich der (endgültigen) Meisterfeier gegen Augsburg, zum Abschluss ein Sieg in Mönchengladbach um den Rekord weiter in die Höhe zu schrauben. Dann das Finale in London und zum guten Schluss den Pokalsieg gegen Stuttgart!

Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Bayern-Banalität, Breisgau-Brasilianer und Barca

Wie soll man einen solchen Bericht starten? Einen Bericht über ein Bayern-Spiel, dass wirklich kaum jemand wirklich gekümmert hat? Also mich jetzt schon, weil ich im Prinzip immer jedes Spiel gewinnen will, aber viele andere Mitglieder der Bayern-Community doch eher nicht. Wie auch, wenn es sich in diesem Spiel gegen die – ehemals als Breisgau-Brasilianer betitelten – Freiburger um die – sind wir schon wieder ehrlich – unwichtigste Partie der gesamten Spielzeit handelte.

Wir sind Meister. In Rekordtempo. Wir stehen ferner im Pokalfinale. Wir haben das Championsleague-Halbfinal-Hinspiel gegen das – so die Definition – stärke Fußball-Team unseres Planeten hinter uns und das Rückspiel in drei Tagen vor uns. Wen kümmert da Freiburg? Jetzt nix gegen Freiburg, es wäre gegen jedes Team (außer vielleicht dem BVB (obwohl, die wären ja in exakt der gleichen Situation gewesen)) das gleiche gewesen. Nein, voller Fokus auf die Partie in Camp Nou am Mittwoch.

Aus genau diesem Grund vollzog unser Coach eine, in der Geschichte des FC Bayern einzigartige Rotation in der Startelf: 10 (in Worten Zehn) Spieler wurden im Vergleich zum Dienstag-Spiel gegen Messi und Co. aus der Aufstellung rotiert. Uff. Natürlich ist das in diesen Tagen nur im direkten Vergleich eine „Sensation“, weil Heynckes in der mehr als luxeriösen Position ist, zweierlei Teams zu haben. Eine nationale Mannschaft und eine Elf für die europäische Königsklasse. Würde man die Startaufstellungen der letzten Bundesligapartien vergleichen, sähe es weniger spektakulär aus. Aber gut.

Je mehr zuletzt rotiert wurde, desto mehr waren wir von den Ergebnissen und der nationalen Rekordjagd dieser Spielzeit beeindruckt. Mussten wir uns in der jüngeren Vergangenheit noch Sorgen in derlei Konstelationen machen, schlafen wir seit Wochen hier mehr als ruhig. Unser zweiter Anzug passte. Für die nationale Konkurrenz. Spannungsfanatiker und Romantiker mögen dies diametral entgegengesetzt beurteilen, aber mir ist das so schon lieber.

Gegen die Streich-Kicker war dies nun anders. Ein Hauch von Hitzfeld und van Gaal wehte durch das weiterhin prall gefüllte Rund unserer Arena. Kein Kantersieg mit 1b-Elf, keine Demontage des jeweiligen Gegner stand auf dem Plan, nein, es wurde ein Arbeitssieg. Auch für diesen gab es – natürlich – drei Punkte (jetzt 84 – alleiniger Punkte-Rekord in 50 Jahren Bundesliga – für die nächste Ewigkeit (sic!))), aber diese drei Punkte holten uns vielleicht gerade rechtzeitig noch einmal punktuell auf den Boden zurück. Nicht alles fliegt uns dieser Tage ohne größere Aufwände zu, nein, auch ein FC Bayern muss dafür – jedes Mal! – hart arbeiten. Keine wirklich störende Erkenntnis vor dem größtmöglichen Showdown in Katalonien.

Zum Spiel muss man eigentlich nichts sagen. Es war phasenweise sehr gut, sehr flüssig, zumeist aber zäh. Nach der späteren Einwechslung von Ribery und Gomez wurde es kurzzeitig besser, aber insgesamt war der SC Freiburg ein schwierigerer Gegner als alles andere, was wir zuletzt vor der Flinte hatten. Was jetzt nicht zwingend etwas mit Freiburg, sondern vor allem mit den Umständen zu tun hatte, aber – ein schwieriges Spiel bleibt ein schwieriges Spiel. Es freut mich gleichwohl unbändig, dass es trotzdem ein weiterer Sieg wurde. Neue Rekorde und Rekordverbesserungen standen danach zu Buche. Ebenso wie ein geschonter Stamm, Spielpraxis für Boateng & Mandzukic (der hoffentlich gegen Barca das erwartete Spiel seines (Pressing)Lebens absolvieren wird) und – ganz wichtig – keine Verletzten (ok, damit wären ja eh nur B&M gemeint gewesen, also bestand auch hier kaum Gefahr).

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff startete die Vorbereitung für Mittwoch. Herr Messi hat, glaubt man den Berichten aus der spanischen Liga, wie erwartet rechtzeitig zum Rückspiel seine Form wieder gefunden, ergo steht eine meiner Überlegungen nach dem Hinspiel beantwortet im Raum: Natürlich werden wir mit der „1a-Plus-mit-Sternchen“-Startelf den „magischen“ Rasen in Barcelona betreten. Und im Grunde wäre alles andere der falsche Weg. Wir sind der FC Bayern und wir haben Barca im Hinspiel klar beherrscht. Punkt. Was wäre es für ein Signal, wenn wir mit der B-Elf auflaufen? Nein, wir nehmen das alles mehr als ernst und die Gelb-Belastungen sollten uns nicht kratzen. Herr Schweinsteiger und seine Kollegen müssen lediglich die eigene Disziplin hochhalten und den Kopf einschalten. Kein Ball-weg-Schlagen, kein Meckern, keine unnötigen Handspiele oder Fouls im Mittelfeld. Doppelpunkt. Aber ich gehe ohnehin davon aus, dass die UEFA aus den Schiedsrichter-Leistungen der bisherigen K.O.-Runden-Spielen gelernt hat und für die letzten drei Spiele nur ihre Besten aufbieten wird. In Madrid wird es z.B. Herr Webb sein. Dieses Vorgehen weckt die Hoffnung, in unserem Rückspiel keine – unberechtigen – Verwarnungen zu erhalten.

Mehr kann man nicht verlangen und mehr können wir nicht tun.

Som-hi, vermells!

#RoadtoWembley

Liga an der kurzen Leine oder Bayern ballert für Barca

Murmeltiertag in der Fußball-Bundesliga. Es ist Samstag und wir werfen einen Blick auf die Aufstellung unseres FC Bayern. Erneut rotiert unser Trainer als gäbe es kein Morgen. Wir machen uns Sorgen, ob das wohl gut geht, weil ja [beliebigen Gegner einsetzen] aktuell gar nicht so schlecht drauf ist. Ergebnis? Ein Sieg klarer als der andere. Die Vertreter der Spannungs- und Marketing-Fraktion im deutschen Fußball mag dies betrüben, uns Bayern erfreut es im größtmöglichen Umfang.

Wir brauchen keine Spannung. Nicht nach den letzten zwei Jahren. Wir brauchen klare Erfolge, eine klare Positionierung als Antwort auf die schwarz-gelbe Herausforderung. Rekorde um ihrer selbst willen. Klingt eindimensional, wird aber für unser angekratztes Selbstverständnis benötigt. Die Liga an der kurzen Leine. Und – sind wir mal ehrlich (sic!) – selbst die kühnsten Optimisten hätten doch nicht damit gerechnet, dass diese Saison so unfassbar überlegen ablaufen würde. Mit wiederholten 1b- oder 1c-Aufstellungen wird der größte Teil der Liga beherrscht. Sicher, für die Top-Teams der Liga sieht die Startelf sicher immer noch anders aus, aber eben auch die Spiele gegen Mannschaften wie Hannover sahen in den letzten Jahren alles andere als so dominant aus wie am Samstag. Remember Historie.

Klar, Hannover war nicht der Gegner der letzten Jahre. In und um den Verein herum gibt es massive tektonische Störungen, nicht nur Fans, sondern vielleicht auch der eine oder andere Spieler waren nicht zu 100% bei der Sache. Andererseits: So was sollte es eigentlich bei heutigen Bundesliga-Profis nicht mehr geben. Und das 1:0, welches Herr Alaba quasi erzwungen hat, war ja tatsächlich ein Eigentor. Aber als Argument für die Hannoveraner mag dies trotzdem nicht gelten, hatten die Bayern zuvor schon Chancen zur Führung und zirkelten sie die Bälle an Pfosten und Latte.

Die Münchner sind eben in bestechender Form. Der gesamte Kader, nicht nur die Top-11. Und Gegner wie die Niedersachsen werden heute auch als neuer Deutscher Meister mit Rekordvorsprung brutal ernst genommen. Selbst vor einem anstehenden „Gigantengipfel“ gegen Barcelona. Pech für all die „grauen Mäuse“ der Liga, gegen die der FC Bayern in den letzten Jahren immer wieder Punkte gelassen und somit Meisterschaften der Konkurrenz mit ermöglicht hat (keine Ausrede, denn der BVB erlebt genau diesen Effekt ja in der aktuellen Saison – willkommen im Club).

Kommen wir zum Spiel.

Unser Trainer überraschte mit einer neuen Variante in der Rotations-Startelf. Diesmal mit „zwei Stürmern“ – Gomez und(!) Pizarro. Wobei Pizarro tatsächlich eher auf der „10“ spielte. Berauschend, wie sich herausstellen sollte. Und auch Gomez durfte – ebenso wie Pizarro – zweimal einnetzen und somit seine Laune, die trotz „Bankdasein“, erstaunlich gut ist, weiter steigern. Ein Startelf-Einsatz im Hinspiel gegen Barcelona dürfte ihm sicher sein. Überhaupt ist diese Gesamtsituation, die unsere sportlich Verantwortlichen hier vor der Saison hergestellt haben (Gomez nicht mehr nur Alleinunterhalter, schwächelnde Backups wie Olic und Petersen abgeben, etc. – dafür Mandzukic und Pizarro geholt) und die unser Trainer wirklich brilliant optimierte, nur zu loben. Wann war dies jemals der Fall, dass wir drei Top-Stürmer im Kader haben, die über eine gesamte Saison so verteilt ihre Topleistungen präsentieren? Was gab es neben Rummenigge, was neben Wohlfahrt, neben Elber, Makaay, Klose, Toni? Keine solche Dichte zumindest. Ein Erfolgsfaktor. Man kann es nicht oft genug wiederholen.

Und das Mittelfeld?

Defensiv halten Schweinsteiger und Martinez den laden auf Top-Niveau dicht. Schlüpfen die Backups in deren Rollen, gelingt es – zumindest national – die Qualitätslücke ausreichend zu schließen. Mir sind keine bemerkenswerten Fehler, Probleme der Vertreter an dieser Stelle im Spiel gegen den kleinen HSV in Erinnerung geblieben.

Vom offensiven Mittelfeld müssen wir gar nicht reden. Da wirbelt Ribéry die Leine-Kicker durcheinander und sorgt auch Thomas Müller durchaus für Unruhe in des Gegners Abwehr und was passiert zur Halbzeit? Es kommen Robben und Shaqiri und machen weiter, als wäre nix gewesen. Natürlich will ich gerne einräumen, dass diese Zeilen – Woche für Woche erwähnt – Außenstehende langweilen mögen, aber mir ist hier die Begeisterung – über so mögliche Ressourcen-Einsparungen – jedes gleichgültige Achselzucken „der Anderen“ wert. Was gingen wir früher zu vergleichbaren Zeitpunkten einer Saison auf dem Zahnfleisch? Ich möchte da jetzt nicht mehr dran denken.

Denken mag ich lieber an all die schönen Tore vom Samstag. Neben dem Eigentor eben noch von Ribery, Gomez, Gomez, Pizarro, Pizarro. Eins schöner als das andere. Und auch die Vorlagen (2x Alaba, 2x Pizarro, Boateng, Robben) gilt es zu würdigen. Insgesamt – es wurde, denke ich, auf Twitter schon erwähnt – sind nun einige Rechnungen mit Hannover beglichen. Nicht der erste Gegner in dieser fabulösen Saison gegen den dieses Unterfangen gelingt. Kunststück, wenn man auf dem besten Wege ist, eine komplette Rückrunde zu gewinnen. Was haben wir über Ribérys Spruch geschmunzelt.

Apropos Rekorde.

Wir haben diese – erst in der letzten Saison von den Dortmundern erzielte – Bestmarke von 81 Punkte (Grüße an die Ewigkeit, Herr Klopp *g*) nun eingestellt. Wer zweifelt daran, dass wir sie in den letzten vier Spielen dieser Spielzeit noch verbessern – für die nächste Ewigkeit?! Ich weiß noch genau, wie mich dieser Rekord in der letzten Saison gefuchst hat. Zumal es imho 2012 eine Verbesserung unseres(!) zu vorigen Rekordes war.

Und dann dieser Torrekord. Er steht bei 101 Toren. Ich bin ja nun in den 40ern. Und seit den 70er-Jahren Bayern-Fan. Aber für mich schien diese Marke für alle Ewigkeiten (sic!) unerreichbar. Und jetzt? Jetzt schießen wie sogar in Stadien, wo wir die letzten beiden Gastspiele verloren haben, auf einmal sechs Tore. Zwei über dem benötigten Schnitt um diese Marke zu verbessern. Verrückt. 89 Tore nach 30 Spielen. Noch vier Spiele und es fehlen noch 11 Tore bis zur magischen Grenze, 12 zur Einstellung und 13 zur Verbesserung des Rekordes. Dreizehn. In vier Spielen. Also gegen Freiburg (nicht zwingend in Bestform), in Dortmund (ja gut, äh), gegen Augsburg (Pokalrechnung offen) und in Gladbach (letzter Spieltag, sowieso alles egal). Geht das so weiter wie zuletzt, könnten wir allein in den beiden Heimspielen diese Tore erzielen… Nein, bleiben wir – einigermaßen – seriös. Es ist möglich, aber speziell gegen Freiburg ist jetzt echt mal das CL-Halbfinale wichtiger. Notfalls sollten wir da die A-Jugend spielen lassen. Sch**ss auf die Rekorde.

Apropos Barcelona.

Der gemeine Bayern-Fan hat es in diesen Stunden nicht leicht. Nicht leicht, sich vollends auf das Barca-Gastspiel in München zu freuen. Die „Akte Hoeneßüberstrahlt medial alles, wirklich alles. Einerseits. Andererseits können mich ab morgen „alle mal gern haben“. ICH werde mich in die Vorfreude auf dieses Spiel hineinsteigern. Ich werde notfalls jegliche Kommunikation deaktivieren. Ich werde versuchen den Tag herumzukriegen. Und ich werde am Abend meinen Jungs beim Kicken zusehen. Ich werde fiebern. Ich werde anfeuern. Ich werde vielleicht leiden. Und ich werde hoffentlich jubeln.

Lassen wir für 24h Hoeneß Hoeneß und Freiburg Freiburg sein!

¡Vamos, rojos!

BL 2012/13 #30 Hannover 96 – FC Bayern

Spiel: Hannover 96 – FC Bayern
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Hannover 96

Gegner:

Webseite: Link
Wikipedia: Link
Bilanz Spiele: 32/8/9
Bilanz Übersicht: Link

Gerade eben – beim Studium der Breitnigge-Historie – habe ich festgestellt, dass die Bilanz gegen Hannover 96 unterschiedlicher nicht sein könnte: Die letzten sechs Heimspiele gegen H96 haben wir alle gewonnen. Torverhältnis 25:2(!). Von den acht Gastspielen an der Leine (seit ich mit dem Bloggen angefangen habe) gelang uns dies aber nur 4x (letzter Sieg 2009). Dreimal gewannen die Hannoveraner und einmal gab es ein Remis. Sind die Kicker rund um Trainer Slomka nun ein Angstgegner von uns?

Nein. Und schon gar nicht in dieser Saison. Deshalb: Volle Rekord-Kraft voraus, wenn auch mit 1b-Elf:

Auf geht’s, Ihr Roten!

C-Bayern, D-Franken und jede Menge Entspannung

In diesen Tagen muss man sich viel zurechtlegen. Die Bayern, dass der nächste Gegner immer der schwerste ist. Die Nürnberger, dass man sich in München was ausrechnen würde, weil man ja so lange nicht verloren hatte und die Münchner die Liga ja herschenken. Die Abteilung „Vermarktung“ bei der DFL, dass die Bundesliga natürlich weiterhin und bis zum Schluss brutal spannend bleiben wird.

Alles Quatsch. Selbst meine eigenen Befürchtungen, dass die Clubberer uns – wie im Hinspiel – erneut ärgen wollen – hinweggefegt. Obwohl Unsere Aufstellung in diese Richtung ging. Einige Stimmen aus meinem „sozialen Medien“-Umfeld nahmen gar das böse Wort „Wettbewerbsverzerrung“ in den Mund. Hui.

Und dann das. 3:0 nach 25.Minuten. Schneller als gegen den HSV. Nimmt man die Glanzparaden des Nürnberger Torhüters hinzu, hätten es eher ein halbes Dutzend Tore sein können. Und dies mit einer Startelf, die auf 9 (Neun!) Positionen zum letzten Spiel verändert wurde. Die Sportskameraden Schweinsteiger, Lahm und Müller & Co. saßen gar nur auf der Tribüne. Derlei würde mir als Spannungsfanatiker in der Tat Sorgen machen. Als Fan des FC Bayern sehe ich dies natürlich ganz anders. All das, was aktuell mehr als rund lief, lief über Jahre grundsätzlich falsch. Man kommt nicht an der Erkenntnis vorbei, dass beim FCB zurzeit vieles nahezu perfekt läuft. Dieser Punkt lässt mich von Spiel zu Spiel ebenso staunend wie begeistert zurück.

„Kurios“ sind in diesem Zusammenhang allenfalls die Torschützen, die den komplett ungefährdeten 4:0-Heimerfolg sicherten: Boateng, Gomez, Rafinha und Shaqiri. Und die Torverhinderer wie Tom Starke – selbst per Elfmeter gelang den Franken kein Tor. Bezeichnend.

Nein, dass war eine runde Sache. Ribery besann sich – erstmalig als (stolzer) Kapitän – auf seine Stärken und lieferte sein bestes Spiel seit Wochen ab. Kein Vergleich zur Vorwoche. Jeden Spieler einzeln zu loben, würde aber bedeuten, die kollektive Leistung zu schmälern. Drum rede ich vielmehr über unseren Trainer. Denn dieser vollbrachte das Kunststück, hier erneut Spieler auf den Rasen zu stellen, die – in der Regel – im zweiten Glied stehen, am Samstag aber eine 1a-Leistung ablieferten. Mein Respekt dafür. Auch dies ist ein entscheidender Faktor des Rekord-Erfolges in dieser Spielzeit!

Ich muss dabei immer an alte Berichte aus den mittleren 70er-Jahren denken, als ein FC Bayern mit einem 16-Mann-Kader eine Vierfachbelastung stemmen musste, wir zwar noch den Europapokal der Landesmeister gewinnen konnten (viel weniger Spiele aus heute), in der Bundesliga und im DFB-Pokal aber nur noch Durchschnitt waren. Ganz zu schweigen von all den Freundschaftsspielen, die Manager Schwan zusätzlich ansetzte, um Geld in die klammen Kassen zu spülen. Unvorstellbar aus heutiger Sicht. So aber stehen im anstehenden Pokalhalbfinale nun 11 mehr oder weniger ausgeruhte Bayern auf dem Rasen und spielen um den erneuten Einzug ins Pokalfinale. Eine fabulöse Situation. Im Falle eines möglichen Finaleinzugs können wir das Thema bis Saisonende ablegen und uns zuvor ausschließlich mit Barcelona, einem nicht unmöglichen Finale in London und dem „Spannunghalten“ in der Bundesliga beschäftigen. Ganz abgesehen von der weiteren Rekordjagd.

Was für ein Luxus. Und ich schwebe. Ich schwebe auf einer Welle der Begeisterung. Diese Welle ist Bayern-Fans diese Emotion, wie sie sich – bei jedem anderen Meister – seit der sicheren Meisterschaft in einer Dauerfeierorgie geäußert hätte. Das diesbzgl. Dauergrinsen ist uns Bayern-Fans hier seit Wochen ins Gesicht gebrannt. Und wird dort noch eine Weile bleiben.

Müssen wir uns Sorgen machen? Um die Teilnahme am Pokalfinale in Berlin? Meiner Meinung nach nicht. Also wir Fans nicht. Das Trainerteam rund um Heynckes schon eher. Die Mannschaft wirklich auf dem aktuellen Limit zu halten, das Spiel gegen Wolfsburg so ernst zu nehmen. So ernst wie jedes weitere und nicht nur die gegen Barcelona. Die letzten Spiele, als alle uns Schwächeln oder Unernsthaftigkeit einreden wollten, sprechen hier imho eine deutliche Sprache.

In diesem Sinne, Jungs:

Auf geht’s, Ihr Roten!

BL 2012/13 #29 FC Bayern – 1.FC Nürnberg

Spiel: FC Bayern – 1.FC Nürnberg
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen 1.FC Nürnberg

Gegner:

Webseite: Link
Wikipedia: Link
Bilanz Spiele: 43/14/14
Bilanz Übersicht: Link

Die Meisterschaft ist unter Dach und Fach und wir nehmen einen Gang raus? Niemals! Gegen Nürnberg sind doch immer Rechnungen offen. Und wenn es diesmal nur das Hinspiel ist. Deshalb keine Experimente:

Auf geht’s, Ihr Roten!

BL 2012/13 #28 Eintracht Frankfurt – FC Bayern

Spiel: Eintracht Frankfurt – FC Bayern
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Eintracht Frankfurt

Gegner:

Webseite: Link
Wikipedia: Link
Bilanz Spiele: 48/21/28
Bilanz Übersicht: Link

Machen wir es kurz: Ein Sieg. Eine Meisterschaft. Die Bayern! Die BAYERN!

Auf geht’s, Ihr Roten!