They did it their way oder Old blue eyes Uli

Vor einigen Tagen las ich Aussagen unseres Ex-Kader-Planer Michael Reschke, in denen er erneut den Gerüchten entgegen treten musste, er wäre in München nicht mehr wohlgelitten gewesen, da er im Rahmen eines möglichen Transfer von Ousmane Dembele zum FC Bayern mit dem falschen Berater gesprochen hätte. Bayern-Präsident Ulrich – Uli – Hoeneß hatte dieses Gerücht zuletzt erneut befeuert.

So etwas passiert und gehört zum Geschäft. Bei Dembélé müssen wir Dortmund zugestehen, dass sie früher an den richtigen Leuten dran waren. Da gibt es keine Vorwürfe von uns an niemanden. So etwas muss man auch mal akzeptieren.

Dieser Story widersprach Reschke.

„Es gibt bei Bayern München exakt drei Personen, die im Fall Dembele alles beurteilen können“. Namentlich nannte der 59-Jährige Chef-Scout Marco Neppe, der den Rekordmeister auf Dembele aufmerksam gemacht habe, Anwalt Michael Gerlinger, der Transferverhandlungen der Münchner juristisch überwacht, und Boss Karl-Heinz Rummenigge, mit dem zusammen Reschke damals mit Stade Rennes über einen Wechsel verhandelte. Bayern wusste, dass Dembele „eine Granate ist“. „Wenn einer von diesen drei Personen Vorwürfe in meine Richtung äußern würde, würde ich mir Gedanken machen“, sagte Reschke. Hoeneß selbst zählte er ausdrücklich nicht zu diesem Kreis: „Uli Hoeneß war bei der Causa Dembele nicht dabei.“

Ferner:

Aber der Spieler selbst hat erklärt, dass er nur zu Borussia Dortmund möchte. Er fühlte sich noch nicht bereit für den Schritt zu Bayern oder Barcelona, wollte zunächst garantiert spielen und sich entwickeln. Das ist die ganze Wahrheit bei Dembélé.

Warum erwähne ich diesen „Streit“?

Weil mich seit diesem hervorragenden Artikel, in dem der „Bayerische Weg“ behandelt wird, der Gedanke nicht mehr loslässt, was dieser bayerische Weg eigentlich ist und ob er mir gefällt. Ich befürchte nicht. Aber der Reihe nach.

Christian zitiert Hoeneß, der in diesem Sommer den „Bayern way of life“ formuliert.

Wir müssen unseren eigenen Weg finden. Transfers nicht um jeden Preis. Sondern kluge Transfers. Irgendwann wird sich durchsetzen, dass nicht Geld entscheidet, sondern kluge Strategie.

(Hervorhebung durch mich)

Als ich das las, erinnerte ich mich wieder an die Umstände, die zur Entlassung von Louis van Gaal führten. Ich erinnerte mich an einige Blogbeiträge, an Hoeneß-Aussagen, PMs, PKs – alles sehr unschön. Ich war sowohl wütend als auch frustriert, aber einen roten Faden gibt es:

Wie kann man sich einvernehmlich trennen, wenn „unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Klubs“ der Grund waren?

Daraus resultierende dritte Frage: Ich bin ehrlich, diese Frage ist für viele Bayern-Fans die wohl wichtigste Frage der letzten 30 Jahre:

Welche Auffassung über die strategische Ausrichtung des Klubs hat denn der Vorstand des FC Bayern?

Schon vor sechs Jahren beschäftige mich also die „strategische Ausrichtung“ des FC Bayern, hatte ich die Sehnsucht nach einer Philosophie meines Verein, wie sie Ajax, Barca und Co. haben und hatten. Den größten Teil meines Fußball-Fan-Leben hatte ich „nur“ diesen Heldenfußball unter Lattek, Hitzfeld, Magath & Co. gesehen, allenfalls unter Csernai moderne taktische Elemente erlebt.

Für Nicht-Bayern-Fans mag dies skurril klingen, bei all den Titel, all den Siegen und Erfolgen. Aber mein Anliegen, meine Sehnsüchte spielten sich auf anderen Ebenen ab. Ich war schlicht neidisch auf diesen „Fußball total“. Aber ein solches System kann man sich nun einmal nicht erkaufen, man muss es (sich) entwickeln (lassen), muss die fähigsten Leute an die Schalthebel setzen, machen lassen, nicht jedes Jahr das Triple erwarten. Tja.

Schon van Gaal wurde – nach Klinsmann – von Hoeneß mit den Worten begrüßt: Endlich wieder ein „echter Fußballlehrer“. Das Drumherum bei Klinsmann muss Hoeneß, den Traditionalisten genervt haben. Massiv. Bei der Entlassung von Gaals hatte man dann „unterschiedliche strategische Auffassungen“. Es sind immer wieder diese Aussagen von Hoeneß, die mich im Laufe der Jahre zunehmend an einer echten, nachhaltigen und zukunftsfähigen Strategie bei ihm zweifeln lassen!

Wir müssen hier nicht mehr meine Thesen über die Rückkehr von UH auf den Bayern-Thron durchkauen – die unterschiedlichen Standpunkte sind erschöpfend ausgetauscht, aber Hoeneß selbst setzt doch immer wieder diese grundsätzlichen Punkte auf die Bayern-Agenda.

Mein Punkt ist:

Der FC Bayern hatte sich nach 2012 mit den Personalien Sammer, Guardiola, Reschke und Co. in meinen Augen so zukunftsfähig wie nur möglich aufgestellt. Mit dem Bayern-Campus – wenn auch 5-10 Jahre zu spät – geht man ferner endlich auch in der Jugendarbeit in die richtige Richtung. Viel Zeit ging verloren mit diversen Personalwechseln in den Veranwortlichkeiten für die Bayern-Amateure und -Jugend.

Sicher, halten wir Hoeneß und der restlichen Bayern-Führung zugute, dass man einen Guardiola nicht halten konnte, weil er Fußball-Trainer-Stationen als Projekt betrachtet und ewig auf der Suche nach der Perfektion ist – die er ggf. in seinen späten Spielen gesehen haben mag (ich will das nicht abstreiten) und dass ein Sammer einfach aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr konnte.

Aber wieso besetzt man die Leitung der bayerischen Jugendakademie mit einem Trainer Gerland, der – zugegeben – in der Vergangenheit große Verdienste hatte um die Entwicklung und Entdeckung diverser bayerischer Eigengewächse im aktuellen Kader? Hat Gerland etwa mit seinem modernen Konzept überzeugt, die führenden Einrichtungen in Leipzig, Hoffenheim, Dortmund, Gelsenkirchen und und und kurz-, mittel- oder langfristig zu erreichen, gar zu übertreffen? Wie lange ist Gerland nun aus der Jugendarbeit raus? Sechs, gar sieben Jahre?!

Wie passt es ins Bild, dass man erst eine Instanz wie Michael Reschke unter großen Anstrengungen aus Leverkusen holt, ihn 3-4 Jahre machen und dann zum VfB Stuttgart ziehen lässt? Wieso konnte man ihn nicht zum Sportvorstand machen, wenn Reschke dies so wichtig war? Wieso setzte man ihm den Novizen Salihamidzic buchstäblich vor die Nase?

Weil man übersah, dass Reschke, als er nach München kam, quasi bei Null anfangen musste, was seine Abteilung betraf – vor allem im Vergleich mit Dortmund, Leverkusen und Co.? Weil man trotzdem erwartete, dass er einen neuen Müller, gar Neymar entdeckt, für 10-15 Mio.? Und dann will man ihn entlassen haben, weil er mit dem falschen Dembélé-Berater geredet hat?

Come on, Uli.

Hier ist meine Story:

Wenn Hoeneß – wie angekündigt – nur zurückgekommen ist, um seine Nachfolge im FC Bayern zu regeln – wo sind dann Anzeichen für einen Wandel? Bisher sehe ich nur Abschiede von ausgewiesenen Experten, dazu einen Welt-Trainer, der die Spätherbst-Spieler bei Laune halten soll, aber nicht zwingend für Innovationen-Feuerwerke berüchtigt ist. Als Ersatz werden Hoeneß-Buddies verpflichtet. Kategorie Heldenfußball. Wie anders soll ich ich die Personalien Sagnol, Salihadmizic einordnen? Unsere aktuelle Führung will alles andere als Stress auf der Führungsetage im Verlauf ihrer alten Tage. Salihamidzic arbeitet sich an Raucherzonen und Positionen in der medizinischen Abteilung ab, führt er Interviews besticht er nicht zwingend durch Expertisen. Auf welchem Gebiet auch immer. Ggf. sind dies auch alles Nebelkerzen und ich erkenne die Raffinesse dahinter bloß nicht…

Christian hat diverse Thesen und Vorstellungen zu den Themen „Mia san mia 2.0“, „Sport“, „Finanzen“, „Alternativlos ist nur der Tod“, „Soziales“, „Kommunikation“ und „Personal“ in seinem Artikel aufgeführt – ich unterschreibe all diese vorbehaltlos. Nicht, dass ich glaube, dass auch nur einer dieser Punkte ausgedruckt auf Hoeneß‘ Schreibtisch ankommt oder gar umgesetzt wird, aber es entspricht meiner Utopie von meinem Verein und würde mich diesem wieder sehr viel näher bringen!

Ich befürchte allerdings, dass vor allem Hoeneß ein ebenso natürliches, verständliches wie weit verbreitetes Problem hat: Er kann nicht los lassen. Wie viele Inhabergeführte Unternehmen der ersten Generation hatten nicht schon vor Hoeneß dieses Problem? Eben.

Ich hoffe hingegen, dass hinter den Kulissen, tief verborgen vor der großen bayerischen Öffentlichkeit, schon fieberhaft und mit perfektionistischer Akribie am neuen Post-Hoeneß-FCB gearbeitet wird, man es in Oskar-reifer Manier nur vor uns allen zu verbergen weiß und wir somit eines schönen Tages den modernen, breit aufgestellten Verein und nicht solche Blogbeiträge von mir erleben werden.

Die Hoffnung stirbt – wie immer – zuletzt.

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26 Gedanken zu „They did it their way oder Old blue eyes Uli

  1. Danke für diesen super Kommentar. Spricht mir in vielem aus der Seele. Bin allerdings nach den aktuellen Aussagen von Breitner der Meinung dass da schon mit Herrn Tuchel Kontakt aufgenommen wurde.

    Ich komme die letzten Jahre immer mehr zu dem Schluss, dass UH (soviel Respekt ich vor seiner Lebensleistung und der fantastischen Entwicklung/Erfolge des FCB habe) nicht wirklich eine richtige Strategie hat. Er springt mal auf den einen oder anderen Zug auf, und manchmal ist es ein Erfolg und oft eben auch nicht.

    Die 100 Millionen Transfers von Real u. Co. sind eben auch supergeschicktes Marketing. Und man muss sich immer die Transferausgabenbilanz unterm Strich anschauen. Real verdient sogar auch immer mit dem Verkauf von Spielern ganz gut – Bayern noch nie (?).
    Und die Show mit den Superstar-Spielern ist eben auch sehr wichtig. Da kann man vor Real eben einfach nur den Hut ziehen, und da kommt Bayern einfach nicht mit, weil man eine andere „strategie“ hat, und das ist sehr schade und auch frustrierend. Man wird wahrscheinlich erst aufwachen, wenn man ein paar mal hintereinander im CL-Achtelfinale ausgeschieden ist.

    Es ist auch superinteressant, dass man den wohl derzeit besten verfügbaren potenziellen Sportdirektor, nämlich Lahm, anscheinend nicht geholt hat, weil er einen Vorstandsposten wollte. Die „alten Männer“ verteidigen ihre Pfründe. Und halten sich viel zu Gute auf ihre schwäbische Sparsamkeit.

    Nach vielen Jahren Bayern-„Sparsamkeit“ und Real Madrid-„Exzessen“: wo steht Real und wo steht der FCB? Real hat übrigens eine kerngesunde Bilanz, man kann das heutzutage schönerweise alles nachlesen und vergleichen.

    • Es ist auch superinteressant, dass man den wohl derzeit besten verfügbaren potenziellen Sportdirektor, nämlich Lahm, anscheinend nicht geholt hat, weil er einen Vorstandsposten wollte.

      Das ist eins der Dinge im deutschen Fußball, die ich nie verstehen werde. Dass Lahm (oder Kahn) oder Brazzo für so eine Postion überhaupt nur in Erwägung gezogen werden. Außer ihrem Namen haben die doch nichts. Keine Minute als Sportdirektor oder auf einer ähnlichen Postion gearbeitet. Man kann doch als Bundesligist keinen einstellen, der nicht mindestens 5 Jahre Berufserfahrung bei einem Zweit- oder Drittligisten gesammelt hat und dabei auch schon ein Netz von Kontakten aufgebaut hat.

      Der Anspruch der Bayern muss doch sein erfahrene Leute wie Heidel oder Schmadke zu holen und nicht Berufsanfängern ihr erstes Lehrjahr zu geben.

  2. Und wo ich mich jetzt grade schon so in Rage geschrieben habe, fällt mir noch etwas ein: Spanien ist ein bettelarmes Land (fast Null Industrie). Deutschland ist tausend Mal reicher. Es gibt nicht den geringsten wirtschaftlichen Grund, warum Real Madrid den Bayern so haushoch überlegen sein sollte. Das ist einfach nur die falsch verstandene schwäbische Sparsamkeit des UH. Man müsste nur ein bisschen grösser denken – so wie der völlig „durchgeknallte“ Real-Madrid Präsident, der immer wieder die super-Genie-Spieler holt und den Fans damit eine fantastische Show bietet (und so für Mega-Werbeerlöse sorgt).

    Der Schlaftabletten-Fussball, der gestern gegen das scheinbar übermächtige Hoffenheim geboten wurde, zeigt ganz klar was schief läuft. Sobald die Genies James, Robben, Ribery eingewechselt werden, kommt endlich Leben ins Spiel. Aber das sind alles eigentlich „100-Millionen“-Spieler, die man sich ja angeblich nicht leisten kann, die nur quasi aus Zufall oder Schnäppchen bei Bayern gelandet sind. Bei James musste KHR ja unbedingt noch betonen, dass das ja der Wunsch des Trainers war. Und als James da war, hat sich KHR gewundert, wieviele Abermillionen von Social-Media-Followers der plötzlich mitbringt (hätte gedacht, dass das von vornherein klar war? All das lässt mich ein bisschen am Fussballsachverstand von UH und KHR zweifeln). Man kann Ancelotti jedenfalls nur unglaublich dankbar sein, dass er James geholt hat. Und wenn es die Genies in einer Saison halt mal nicht als Schnäppchen gibt, dann muss man halt mal 100 Mio. investieren (die oft fast schon nur durch Trikotverkäufe und Massenhysterien gleich wieder eingespielt werden – aber da fehlt irgendwie die unternehmerische Vision+Mut+Tatkraft+Srategie?).

    Es waren immer wieder die „100-Mio.-Fussballer“, wie Drogba, Messi, Neymar, Ronaldo, die die Bayern abgeschossen haben. Wenn man die nicht holt, dann ist man halt international ein kleines Licht (und in der Bundesliga offensichlich auch nicht top) – und am Geld kann das überhaupt nicht liegen – ein FCB könnte auch regelmässig 100 Mio. Transfers machen und eine gesunde Bilanz haben, da fehlt einfach die unternehmerische Vision+Ehrgeiz, den andere haben.

    Ah, und noch was: dieses Nachwuchsleistungszentrum ist eine supernette Idee, aber jede Wette, dass dort nur 1 Mal in 50 Jahren (per Zufall) ein Spieler der Messi-Kategorie entsteht. Das mag Sinn machen, wenn dort alljährlich Spieler entstehen, die man für gutes Geld an andere Clubs verkaufen kann, und realistischer Weise ist dann alle 5 Jahre mal einer für den FCB dabei. Aber die Fussballgenies, die der FCB wirklich braucht, enstehen viel eher in einer brasilianische Favela, als in diesem superschicken NLZ ( da kann man nur ein bisschen schmunzeln über die Uli-Höness-Illusionen). Die Profimannschaft kann nur bestehen, wenn man jederzeit überall auf der Welt die supergenialen fertigen Fussballer holen kann, wenn man sie gerade braucht. Einen Alexis Sanchez z.B. und nicht einen Renato Sanches (der ein super Fussballer ist, aber halt noch 2-3 Jahre braucht).

  3. Kann den Ansatz nicht teilen. Paris versucht ja gerade den Weg. Wird jedenfalls spannend.
    Interessant wäre ja in drei bis fünf Jahren die Jahresbilanzen von PSG und dem FCB zu vergleichen und zu schauen, ob so ein Etat für die Bayern ohne Scheichmillionen zu stämmen wäre. Ich bezweifle es.
    Ich bezweifle auch, dass sie sich auf Dauer sportlich vom FCB absetzen können.

    • Man kann ja jetzt schon die letzten 10 Jahre Real – FCB vergleichen…
      Ich will ja gar nicht, dass Bayern 220 Mio. ausgibt. (Und auch bei PSG wird das nicht mehr so schnell wieder passieren.) Aber Real-Dimensionen sind völlig machbar. Wenn Bayern die Höchtgrenze bei 40 Mio. setzt, dann ist man eben auch nur 40% so gut wie die Klubs, die 100 Mio, ausgeben.
      (Hab ich das richtig mitbekommen, dass Guardiola jetzt in 1 Jahr schon eine halbe Milliarde investiert hat??).

  4. Dass die Qualität einer Mannschaft mit der Höhe der einzelnen Transfersummen steigt, halte ich für eine steile These. Beispiel Mbappé. 35 Millionen (Marktwert) sind für einen 18jährigen mit Potenzial schon ein stolzes Sümmchen, aber 180 Millionen? Nee, ich glaub nicht, dass der zehnmal (!) besser ist als ein 18jähriger, der 18 Millionen kostet.

    • Das muss er auch nicht sein. Solche kranken Preise entstehen durch irrationales Marktgeschehen. Die ganze Entwicklung erinnert an andere Marktblasen. Die Frage ist doch, wie das alles noch finanziert werden soll. Ich bin jedenfalls nicht bereit, mir zig Pay TV Abos andrehen zu lassen.

  5. I kann dem Pauli nur zustimmen. Auch ich kann mich momentan nur schwer mit dem Verein identifizieren, für den ich einst sehr viel übrig hatte. Mit dem Spielstil kann ich wenig anfangen (schon seit Ancelottis Übernahme, wobei die Ergebnisse für mich irrelevant sind), aber noch mehr schmerzt mich der Weg, den Hoeneß und Rummenigge einschlagen.

  6. Puh, krissie. Ich hoffe nicht, dass die einzige „selig“, also erfolgreich(?) machende „Strategie“ die von Real Madrid sein muss (Viel Geld raushauen hilft viel). Aber selbst wenn’s so wäre, würde ich um so mehr hoffen, dass der FCB ihr nicht folgt.
    Dann lieber wieder zweite/ dritte Reihe in Europa und eines Tages ein neues Team aus eigenen Weltklasseleuten und geschickten Zukäufen wie Robbery heranbilden, getragen von einer klaren Philosophie, Spiel-Idee, nachhaltig, durchgreifend, auf allen Arbeitsebenen des Vereins. eben so wie einst Ajax, Barca. Gerade das vermisse ich am meisten. Habe das auch schon im Frust nach all den Dramen 2012 so empfunden und dabei verkannt, was sich da grade anbahnte. 2013 und folgende gelang wunderbares auf der Basis hervorragender Arbeit, zu der (evtl.) Klinsi, in jedem Fall LvG beigetragen haben, und zugegeben glücklicher Umstände. Die Verrpflichtung von Pep G. war dann m.E. die Krönung dieser Entwicklung, leider aus bekannten Gründen nicht von Dauer. Aber fussballerisch die geilste Zeit ever beim FCB. Als klar war, dass Pep geht, hätte ich mir gewünscht, dass an dieser Idee von Fussball, für die der FCB bewundert wurde, weitergearbeitet wird, gerne auch mit einem jungen nicht so etablierten Trainer, notfalls auch mal ohne Titel. Aber nein. Der FCB setzt setzt wie vor 2010 auf „Sicherheit“. Ich finde Carlo allenfalls sympathisch, aber weiter bringt er den FCB (mit Blick auf die Zukunft) nicht. Meine Meinung (seit der Verpflichtung) und das ändert sich auch nicht, selbst wenn man die CL gewinnen sollte.
    Ich stimme Paule zu: Man kann nur hoffen, das da was im Geheimen entsteht. Allein, mir fehlt der Glaube.
    Und nein, all das hat nichts mit der ersten Niederlage zu tun. Habe das letzte Woche auch schon gedacht 😉

    • Meinst Du, die Masse der Fans gibt sich zufrieden mit „2te dritte Reihe in Europa“? Die Masse der Fans, die dauernd von „Triple“ spricht? „Eine Saison ohne Triple ist eine schlechte Saison“? Sicher ist es pervers, aber der Anspruch an den FCB ist ultrahoch und wird es immer bleiben. Wenn man keine 20 Spiele Geduld mit Renato Sanches haben kann, dann hat man auch keine Geduld auch nur 1 Saison lang nicht um die ersten Plätze mitzuspielen. Das ist der Anspruch von Sponsoren und Fans, und ich finde es richtig so. Und Real haut eben überhaupt kein Geld raus, die wirtschaften äusserst vernünftig (und haben eine Mannschaft der Galaktischen) und sind Vorbild für alle Topklubs. An DENEN muss sich der FCB orientieren.

  7. Sehe es auch so, dass wir den Höhepunkt einer Mannschaft mit „spielerischen“ Mitteln unter Pep hatten.
    Kann mir auch schwer Siege gegen Real für die Zukunft auf diesem Weg vorstellen.
    Nehme aber gerne „dreckige“ Siege mit, für die dann wohl auch alle mit ebensolchen Trikots vom Platz kommen müssen.
    Dafür wurden aber in dieser Vorbereitung keine Grundlagen gelegt. Und ich gestehe der Mannschaft auch zu, dass es nach den letzten Jahren im Kopf ein großer Schritt ist.
    Das soll kein Plädoyer für Krieger und gegen Techniker sein. Auch Feingeister können kämpfen und auf ihre Art Präsenz zeigen, was dann oft spielentscheidend ist.
    „Über den Kampf zum Spiel finden“, trifft es für die nahe Zukunft ganz gut.

  8. Unter Pep gab es den unfassbarsten Bayern-Fussball aller Zeiten.
    Aber auch ein Pep, der ein ziemlich geniales taktisches Konzept hat, gab es Dinge die genervt haben (sinnloses Anrennen auf Abwehrbollwerke, sang- und klangloses Ausscheiden gegen Barca und Real und Atletico in der CL).

    Ich weiss gar nicht ob es immer so wünschenswert ist, die Mannschaft in so ein ultraenges „verkopftes“ Taktikkonzept einzuspannen. Der Verein wird dann auch sehr abhängig von so einem Trainer.

    Und selbst ein Genie wie Pep hatte es jetzt nötig innerhalb eines Jahres eine halbe Milliarde in Spieler zu investieren!

    Ich finde, man hat auch unter Ancelotti schon fantastischen Fussball gesehen. Wenn in der Mannschaft genügend „Supergranaten“ spielen, dann läuft es fast von alleine. Und nur diese Spielergenies machen meiner Meinung nach hauptsächlich den Unterschied aus (ohne Rib-Rob sah auch Pep alt aus).

  9. Nunja, was die Strategie des Vereins anbelangt deuten alle Anzeichen darauf, dass das Prinzip Familienbetrieb auch künftig beibehalten werden soll. Wer da rein will muss a) menschlich dazu passen und b) die etablierte Hierarchie akzeptieren. Wenn dann noch c) fachliche Kompetenz dazu kommt ist das schon ein Bonus.
    Wenn ich mir da nur die Personalien Brazzo und Willi anschaue. Beides klassische Heldenfußballer (das ist nicht abwertend gemeint, im Gegenteil), aber doch letztlich brav und vorallem bei den Medien nicht mit dem Standing, das ein Lahm oder Kahn usw. hätten. Gerade Brazzo finde ich als Sportdirektor eine Fehlbesetzung. Der Junge ist ein super Typ und ich würde liebend gern mal ein Bier mit ihm trinken gehen, aber für diese Rolle ist er meines Erachtens nicht geschaffen.
    Es würde mich nicht wundern wenn die Bosse das nicht ebenso sehen, aber schließlich scheint der Erhalt des Status Quo oberste Handlungsmaxime zu sein.

    Beim Trainer dürfte seine Kompatibilität zu Hoenigge auch ein großer Pluspunkt sein. Fachlich natürlich kein schlechter, einer der ein großes Team verwalten kann, aber eben nicht der Typ, der eine künftige Mannschaft formt.
    Das wäre Pep’s Job gewesen, aber der hatte leider das Pech, das die Mannschaft schon kurz vor seinem Amtsantritt „peakte“ und er dann zwar den spielerischen Feinschliff besorgte, aber bei den Ergebnissen enttäuschte. Klar, Bundesliga hin, Pokal her, aber in der CL sind in der Zeit in der Pep und Carlo hier verantwortlich sind Atletico und Juve jeweils 2x ins Finale gekommen, während wir im HF/VF regelmäßig durch taktische Fehler glänzten.

    Jetzt ist diese Ära definitiv zu Ende, denn auch Rib&Rob werden nicht mehr viele wichtige Spiele entscheiden. Auch ein Lewandowski wird sicher nicht geduldiger wenn er weiterhin „seinem“ CL-Titel hinterherläuft, und zu glauben dass wir dann diese 3 Spieler auch nur annähernd gleichwertig ersetzen (können) hielte ich für naiv. Von daher sollten wir uns alsbald an das alte Niveau gewöhnen, das da heißt: Irgendwo in der unteren Hälfte der Top 10, also ein klassischer CL Viertelfinalist. Alles darüber wäre auch schon letzte Saison Bonus gewesen.

    Klar könnte man auch mit 100 Mio – Transfers um sich schmeißen. Nur frage ich mich wo da der ROI herkommen soll? Da müsste man erstmal 2,5 Mio Trikots verkaufen – zu den 1,x Mio die man eh jedes Jahr an den Mann bringt. Transfers dieser Güteklasse sorgen zudem für weitere nationale Titel – absolutes Gift für höhere TV-Einnahmen. Bei den Tickets ginge sicher noch was, aber dann gibts ja auch wieder Gejammer, weil man nicht mehr für 8 Euro in der SK stehen darf. Und selbst wenn man den Weg mitgeht: Bei den Scheichklubs sind auch 200 Mio keine Frage des Geldes, sondern nur des Wollens.

    Wie mans dreht und wendet: finanziell lohnen sich solche Transfers (für uns) nicht. Da wäre es wohl gescheiter, wenn man wartet, bis City und PSG jeweils 2-3 Mal die CL gewonnen haben und die Scheichs ihres Spielzeuges überdrüssig geworden sind. Bis dahin ist dann bei uns auch der Generationswechsel durch und Nagelsmann kann mit den 40 Mio-Transfers und dem was das NLZ so ausspuckt an der Zukunft arbeiten.

  10. Hoffentlich kommen wir bis zur Winterpause ordentlich durch.
    Es fehlt Power und Frische.
    Ist ja irgendwie ausgelutschtes Thema, aber die diesjährige Vorbereitung könnte teurer werden. So manches internes und öffentliche Scharmützel sehe ich auch dadurch noch befeuert.

  11. Wieso musste Reschke bei Null anfangen?
    Als seine größte Stärke ist doch immer angepriesen worden, dass er unglaublich vernetzt ist in der Fussballwelt.
    Musste er sein Telefonbuch in Dortmund lassen?

  12. Was mir immer noch einer erklären muss, ist was ihr da immer meint mit Philosophie und Spiel-Idee, als Beispiele weden da immer Ajax und Barca genannt. Dafür würde man sogar mal Saisonen ohne Titel, ja sogar mal ohne internationales Geschäft in Kauf nehmen. Hauptsache wir haben ein Super-Konzept. Ja geht’s noch? Lest doch nochmal was ihr da schreibt, vielleicht fällt euch der Fehler selber auf. Also mir fällt zu solchen Aussagen genauso wenig ein wie zu den Forderungen von krissie nach 100mio-Transfers.

  13. Das war doch gar nicht so übel. Anscheinend kann Ancelotti auch Rotation. Ich fand´s gut, Coman, Rudy, Tolisso, Süle und Martinez in der Startelf. Wenn es in die Hose geht, war es natürlich zu viel Rotation, wenn es funktioniert, hat er alles richtig gemacht. Das ist ein ständiges Spiel zwischen eingespielte Stammformation finden und Spieler bei Laune halten. Gar nicht so einfach. Am Wochenende dürfen dann Ribery und Boateng wieder.

  14. Ende

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