„Ich schieße mindestens ein Tor gegen die Bayern“
Neu-Dortmunder Zidan vor dem Gastspiel der Bayern beim T-Home-Supercup-Sieger.
Der Konjunktiv ist der Feind des Verlierers
Die Bayern hätten das gestrige Auftaktspiel der Bundesliga gewinnen können. Zu Recht. Der HSV aber genauso.
Podolski hätte in der Vorbereitung unter Klinsmanns Anleitung mal so etwas wie einen rechten Fuss bekommen können. Dann wäre ein 3:1 für 3 Punkte gut gewesen.
Der HSV hätte nur einen seiner beiden Pfostenschüsse verwerten müssen, dann hätte man den Arena-Fluch der Sieglosigkeit besiegen können.
Die Bayern hätten meiner Meinung nach ihre nur phasenweise Dominanz gegenüber den Jol-Kickern durchaus über 90 Minuten bringen dürfen, die Hanseaten aus Sicht ihrer Fans unser Defensiv-Torso zu einem Schützenfest nutzen müssen.
Wie man es dreht und wendet, man ändert nichts am 2:2.
Das ist für mich aktuell eine neue Gemütslage. Direkt nach Schlusspfiff war ich rasend vor Wut.
Nachdem ich 5 Minuten darüber nachgedacht hatte, was ich in dieser Stimmung schreiben sollte, stellte ich mir zwei Fragen:
Was bringt mir das in 10 Minuten, 10 Stunden, 10 Tagen?
und
Wieso eigentlich? Nur um den üblichen Sprüchen aus der üblichen Ecke schon im Voraus gerecht zu werden? Mich schon im Voraus in die Scharmützel zu verstricken, um eine Überzeugung zu drehen, die undrehbar ist, dass nun einmal manche Menschen den FC Bayern auf den Tod nicht ausstehen können?
Sinnlos.
Ich bin seitdem total entspannt. Tiefenentspannt. Auf einmal. Nach dieser Vorbereitung!
Klar. Die Bayern haben zwei Punkte liegen lassen. Zum Bundesliga-Auftakt. In einem Heimspiel. Es sind aber auch noch 99 andere zu vergeben.
Vielleicht ist’s ganz gut, dass die Rekordjagd in dieser Saison schon am Anfang abgeblasen wird. Nur 21 Gegentore werden es heuer nicht werden. Genausowenig wie ein Start-Ziel-Sieg. Hat auch was Befreiendes.
Aber kurz mal was zum Spiel:
Der HSV beginnt gut. Kann 1:0 in Führung gehen. Was dann der FC Bayern übernimmt. Mit einem Schülermannschaft-Trick. Schneller Einwurf, schnelles Spiel nach vorne, schnelle Flanke in die Mitte, perfekter Schuss auf’s Tor. Fertig. Zu schnell für den HSV. Warum nicht über 90 Minuten so, FCB?
Dann das 2:0. Per Elfmeter. Über den man diskutieren kann, aber nicht muss (wie über den zweiten). Ist schließlich ’ne Direktive der Liga und der Schiedsrichter. Auch wenn diese, wie zumeist, nach dem 5. Spieltag schon wieder vergessen ist.
Meine Güte. 2:0. Durch Schweini & Poldi. Das Problem-Duo. Und das so früh im Spiel. Mit dieser Vorbereitung.
Der HSV geschockt. Die Bayern aber nicht weniger. Und deshalb zogen sie sich wieder ins Schneckenhaus zurück und zeigten der Welt und dem Rest der Liga, dass die aktuelle Abwehrformation mehr als zweit- oder gar nur drittklassig ist.
Kann das wirklich sein, dass durch die Verletzung eines einzigen Innenverteidigers (ok, DER Innenverteidiger der Liga), das ganze System ins Wanken gerät? Demichelis verletzt, Breno in Peking – hätte sich Lucio verletzt, hätten wir schon einen Amateur oder Lell, oder wen auch immer auf diese Position stellen müssen – kann’s das sein, Herr Hoeneß?
Überhaupt Lell!
Der ist – zusammen mit Herrn Klose – am Tiefpunkt seiner Karriere angekommen, oder?
Ähnlich schlimme Leistung wie in Erfurt. Ich bin hin- und hergerissen, ihm eine 6 Minus zu geben. Unfassbar schlecht.
Dazu noch zwei IVs, die sich abwechseln in ihrer Unsicherheit und solche Tore wie beim 1:2 durch Guerrero zulassen. Meine Güte. So frei wird der im Rest der Saison nicht mehr zum Kopfball kommen, Lucio!
Zur Halbzeit war das 2:1 für die Bayern imho ein gutes und überwiegend gerechtes Ergebnis. Auch wenn ich mir mehr erhofft hätte. Aber die Leistung einzelner Bayern-Akteure machte da kaum Hoffnung.
Nach dem Seitenwechsel ein ganz anderes Bild.
Die Bayern drängten den HSV an die Wand, spielten Chance auf Chance heraus und wenn, wie oben erwähnt, Herr Podolski einen rechten Fuß hätte, wäre nach dem 3:1 der Drops gelutscht gewesen.
War er aber nicht und somit konnte der HSV sich erneut befreien und sein – doch eigentlich – bekanntes Konterspiel aufziehen, gegen Bayern, die dieses Tempo in der Defensivbewegung (noch) nicht mitgehen können.
Bis auf, ja bis auf einen gewissen Philipp Lahm.
Ganz im Ernst: Ich muss mich entschuldigen. Für all meine Äußerungen der letzten Zeit. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Herr Lahm aktuell unsere beste Defensivkraft ist. Schnell in der Rückwärtsbewegung. Einigermaßen sicher im Zweikampf – vor allem im Vergleich zu seinen Abwehrkollegen – und seit kurzem auch noch mit Variationen im Offensivspiel. Also nicht mehr nur der Haken und ab durch die Mitte.
Respekt.
Solche Ausreisser braucht’s beim aktuellen FC Bayern aber auch dringend. Sonst wäre der Leistungsschnitt ja noch schlechter.
Denn auch der Rest ist merkwürdig träge und unaufmerksam. Hier kommt dann jetzt allerdings der Wandel bei mir: Ich bin plötzlich davon überzeugt, dass sich das kurz- bis mittelfristig ändern wird.
Borowski war schon wieder zurück. Klar. Ihm fehlte natürlich noch ein wenig die Bindung, vor allem war’s aber ein Zeichen: Die Verletzten sind bald wieder da. Um die Formschwachen zu stützen oder zu ersetzen.
Apropos: Was war eigentlich mit Altintop los?
Den bräuchte es. Um zum einen Schweinsteiger weiter Druck zu machen, oder – naheliegender – Lell mal die dringend benötigte Auszeit zu geben.
Das ist im Moment nämlich das größte Problem: Wir haben keine Alternativen auf der Bank!
Da wird Borowski als Rekonvaleszent, neben Ottl (Ottl! Na wenigstens kaum Fehlpässe und kein weiteres Gegentor verschuldet) und einem gewissen Müller eingewechselt. Seines Zeichens Amateur-Stürmer. Prima.
Klar. Auch Uli Hoeneß hat Recht: Für die paar Wochen, in denen Ribéry, Toni und Co. noch fehlen, können wir nicht unbedingt Millionen raushauen. Alles korrekt. Jetzt ist das zu spät. Ein Problem, dass ja auch der HSV hat. Aber hätte man es nicht voraussehen können, dass 3 Stürmer und 3 IVs vielleicht zu wenig sind? Verletzt sich nur einer aus diesen Trios, gibt’s schon kein Fallback. Und das sich jemand verletzt oder in eines seiner größten Karriere-Löcher fällt und nicht wieder rauskommt (siehe Klose), ist ja bei der kommenden Dreifach-Belastung nicht wirklich irreal, oder?
Naja.
Wenn unsere Führungsriege davon so überzeugt ist, wird sie schon wissen, was sie tut. Diesmal keine Bankspieler verpflichtet zu haben, um einen auf Gutmensch zu machen, nimmt uns a) sowieso keiner ab und ist b) imho der falsch Weg.
Trotzdem.
Ich glaube seit gestern abend, 6 Minuten nach dem Spiel, wieder daran, dass alles gut wird.
Holen wir in Dortmund mindestens einen Punkt, sehe ich die Durststrecke überwunden.
Kurz noch was zum „neuen“ HSV:
Seine Fans sollten diesen Moment genießen. Denn einen derart schwachen Gegner aus der Top-Gruppe der Liga werden sie in naher Zukunft nicht mehr haben. Dieses „offensive, neue Spiel“ wollen nämlich irgendwie plötzlich alle spielen. Das Trochowski-Premiere-Interview wäre beliebig austauschbar gewesen mit einem Schalker-, Bremer-, Dortmunder-, oder wem-auch-immer-Spieler. Alle wollen sie „oben mitspielen“, „oben angreifen“, oder zumindestens „in die Championsleague“!
Und „mit dem neuen Trainer spielen wir sowieso alle viel besser“ undsoweiterundsoweiter.
Trotz oder gerade nach dem gestrigen Spiel bin ich überzeugter denn je, dass die Bayern eine ähnlich gute Rolle wie in der letzten Saison spielen werden. Vergleicht man nur mal, wieviel Luft da noch bei den Bayern nach oben war und wieviel beim HSV.
Auf geht’s.
Weisheiten # 67
„Es wird Zeit, die schlechte Serie zu knacken.“
Miroslav Klose, zuletzt torarmer Stürmer vor dem Eröffnungsspiel gegen den niederlagenlosen Arena-HSV
Es ist soweit. Es geht los. Es wird aber auch Zeit.
Morgen geht’s los. Mit der Bundesliga. Endlich, möchte ich hinzufügen.
Auf der anderen Seite: Denk ich an unsere Vorbereitung in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.
Unterschiedliche Fitness-Stati, Verletzungen von Schlüsselspielern, miese Spiele, schlechte Stimmung bei Bloggern.
Das ist ’ne Menge böses Karma.
Was allerdings die Hamburger mitgemacht haben, ist auf der Schlechte-Laune-Skala ebenfalls nicht wirklich zu verachten: Erneutes Transfer-Sommer-Theater um Kapitän und den Führungsspieler im Team, RvdV. Sein Abschied beendete das Drama. Ersatz ist noch nicht beschafft und wird es wohl auch nicht geben. Nicht in der Kürze der Zeit. Nicht von den Erlösen.
Zwar stellen die Bayern aktuell ebenfalls Spieler für Olympia ab, aber so’n Theater wie um Kompany gab’s und gib’s bei uns nicht.
Was ich sagen will?
Es steht unentschieden. Zwischen den Bayern und den Fischköppen.
Unser GrinsiKlinsi wird morgen abend durchaus 11, nicht so wahnsinnig schlechte Spieler auf den Rasen schicken. Die Hamburger ebenfalls.
Trotzdem sind da noch jede Menge Rechnungen offen. Es muss endlich Schluss sein mit diesen Geschenken an die Hamburger. Ein Sieg muss her. Endlich. Der erste in der Arena gegen den HSV.
Eine Frage der Ehre.
Follow vs. no-follow – eine Bloggerei
Das Thema no-follow-Attribut war schon Thema, da war ich frischer Blogger.
Den meisten wird bekannt sein, was es damit auf sich hat, deshalb geh‘ ich darauf gar nicht näher ein. Ich persönlich halte es für überflüssig und den eigentlichen Grund, dass Leben der Spammer zu erschweren, erreicht man heutzutage auf andere Weise viel besser.
Wie auch immer.
Über zwei Ecken wurde ich auf diesen Beitrag zum Thema aufmerksam, beim Namen Bloggerei.de zusätzlich stutzig und dachte mir „da war doch mal was“?
Stimmt. Da war was. Beim Start von Breitnigge hatte ich mein Blog damals auch dort angemeldet.
Das dieBloggerei von uns verlangt einen Backlink zu setzen, selbst aber alle Verlinkungen in die gemeldeten Blogs SEO-technisch abschneidet, finde ich schon ein starkes Stück.
Nun.
Noch am gleichen Tag habe ich meinen Backlink „angepasst“. Zum ersten Mal überhaupt, dass ich sowas bei einem von mir gesetzten Link gemacht habe.
Bisher trudelte bei mir noch keine derart süße E-Mail von derBloggerei ein. Ich freu‘ mich trotzdem schon drauf.
Paule-Poll # 8
Murmeltiertag, Der (thüringische Version)
Oder vielleicht Davin gegen Goliath oder Der Pokal hat eigene Gesetze, oder Dusel-Bayern, oder, oder, oder…
Es ist immer dasselbe. Wenn die Bayern im Pokal antreten. Da war der gestrige Abend keine Ausnahme. Ich kann diese Floskeln eigentlich nicht mehr hören. Und aus journalistischer Sicht ist das genauso ausgelutscht.
Deshalb entschied ich mich für die Premiere-Version. Gibt’s ja seit dieser Saison. Sehr guter Service. Vor allem für alle Nicht-Bayern-Fans. Gut auch, dass die Nürnberger kurz vorm Ausscheiden waren und ins Elfmeterschießen mussten, da gerieten die Vorberichte zum Bayern-Spiel so kurz, wie man sie als Fans braucht. Im ZDF dagegen wurden offenbar glatte 60 Minuten über die mögliche Sensation gefaselt.
Hinzu kam noch, dass his royal Highness himself, Marcel Reif, sein erstes Pokalspiel seit Urzeiten moderieren sollte.
Tatsächlich hätte ich es mir fast denken können/müssen: Reif wurde zum Rethy.
Spätestens rund um das 2:1 der Bayern war klar, wohin der Reif’sche Hase kommentatorisch läuft.
Erfurt begann wie von der Tarantel gestochen. Die Bayern gaben die beste Antwort. Lahm(!) mit Doppelpass und Traumvollendung. Für seine Verhältnisse und im Vergleich zu unseren echten Stürmern.
Die Thüringer geschockt.
Dann aber das übliche Thema.
Einige Bayern-Spieler hatten sich ihre Klappstühle mitgenommen. In der Folge lehnten sie sich darin sitzend gemütlich zurück.
Ich versteh’s nicht. Es ist doch immer das gleiche Spiel. In jedem Spiel. Im Pokal. Und trotzdem setzt irgendwas im Kopf aus. Selbst unter Klinsmann.
Naja. Entgegen meiner Befürchtungen gab’s ja zumindestens eine Aufstellung, die einigermaßen den Ansprüchen des FC Bayern genügte. Vom Papier her. Und hätten alle Spieler, die gleiche Einstellung zu Spiel und Gegner gefunden, wäre das auch niemals „so ein tolles Pokalspiel“ geworden.
Deshalb hier kurz die Einzelkritik.
Rensing: Note 4. Keine groben Patzer, aber Sicherheit sah ab und zu anders aus und ins Elfmeterschießen hätte ich mit ihm nicht gehen wollen.
Lahm: Note 2. Das ich das noch mal sagen würde: Für mich bester Mann auf dem Platz. Kaum Fehler und dann auch noch Offensivmotor. Neben diesem genialen Tor natürlich. Ob’s am Ziegenbärtchen liegt?
Lucio: Note 5 (HZ1: 6, HZ2: 4). Unfassbar, welch‘ Unsicherheitsfaktor er in der ersten Halbzeit war.
van Buyten: Note 5 (HZ1: 4, HZ2: 6). Das Gegenteil von Lucio. Von den Halbzeiten her. War in HZ2 an fast allen Gegentoren beteiligt. Auch sonst nur noch Standfußballer. Krass wie schlecht unsere beiden IV’s ohne die solide und ruhige Führung eines Demichelis sind. Erscheckend, dass wir sonst nur noch Breno haben…
Lell: Note 5. Und zwar durchgehend. Wäre Lahm nicht gewesen, hätte ich die gestrige Defensiv-Abteilung als Totalausfall bezeichnet. Offenbar schlecht für Lell, dass es aktuell keinerlei Konkurrenz auf den Flügeln gibt (Sagnol langfristig verletzt, Jansen noch nicht wieder fit).
Zé Roberto: Note 4. Mehr Schatten als Licht. Probleme bei der Ballannahme, kaum Inspiration nach vorne und viel zu viele Ballverluste.
ab 86. Ottl: Note 3: Konnte keinen Schaden mehr anrichten. Neutrale Bewertung.
van Bommel: Note 3. Sein erstes Pflichtspiel als Kapitän verbrachte er gewohnt aggressiv. Aber wie oft zuletzt im Rahmen. Gutes Spiel.
Hamit Altintop: Note 5. Fahriges, unkonzentriertes Spiel. Erschreckend. War er doch bisher in der Vorbereitung noch einer der Besten gewesen. Unerklärlich. Kommt für ihn jetzt das EM-Loch? Vom Zeitpunkt her mehr als unpassend, würde ich sagen!
ab 46. Schweinsteiger: Note 3. Auf jeden Fall eine Verbesserung zu Altintop. Schlimm genug, sowas sagen zu müssen. Trotzdem merkte man ihm seine Grippe noch an. Zumindestens mehr Schwung nach vorne als von Hamit.
Toni Kroos: Note 2. Eigentlich Note 3, aber berücksichtigt man sein Alter und die Umstände, muss es diese Aufwertung geben. Einer der wenigen, die sowas wie Kreativität versprühten. Später auch standfest und stark im Zweikampf. Mehr und mehr kristallisiert sich heraus, welch‘ starker Spieler Kroos einmal werden kann. Eine Mischung aus van Bommel / Effenberg und Micoud (oder so). Also Passgeber, Standard-Experte, präziser Flankengeber, aber auch Zweikampfstark und dynamisch. Klasse. Weiter so, Toni.
Podolski: Note 5. Schoss ein Tor. Daher keine 6. Was aber sonst den forschen Tönen der Vorbereitung und Sommerpause folgte war einmal mehr blass. Wo ist die Legitimation für den Stammplatz, Lukas? Wo die EM-Form?
Klose: Note 5. Ebenfalls mit Tor. Abpraller. Passt ins Bild. Daneben noch eine weitere Chance vertendelt. Das war’s. Herr Klose befindet sich weiterhin im Mega-Form-Tief. Prima.
Ok. Sagen wir mal so: Was sollen die beiden Stürmer auch tun, wenn sie a) keine Anspiele bekommen und b) auch sonst kaum Kreativität vorhanden ist? Ribéry fehlt noch bis September und Kroos kann das alleine noch nicht stemmen. So we have a problem.
Was gestern gut war?
Das van Bommel nun Kapitän ist und vor die Kameras trifft. Kein Gelaber, kein Drumherum-Gerede a la Lahm und Co. – da wird Tacheles geredet. Seine Einschätzung der Situation bezüglich des nächsten Spiel gegen den HSV fand ich sehr passend. Da muss noch einiges passieren.
Wird’s auch. Da bin ich ganz sicher. Vor allem, weil vielleicht der eine oder andere dann wieder fit sein wird. Allein um die Konkurrenz-Situation zu verschärfen. Das ging ja gestern mal gar nicht. Die sehr guten Wechsel, die Klinsmann vornehmen musste, waren auch die einzig möglichen. Ansonsten saßen nur noch Bayern-II-Akteure auf der Bank.
Davon abgesehen wird’s ein Heimspiel und der HSV wird nicht wie Erfurt spielen wollen / können / dürfen. Dazu gibt’s aber noch einen eigenen Vorbericht.
Zurück zum Spiel.
Thema Reif.
Was der gestern vom Leder gezogen hat, was die Bayern betrifft, war schon lustig. Je mehr Wiederholungen er vom 2:1 sah, desto krimineller wurde es. Komisch eigentlich, denn für mich war’s ein ganz normales Tor. Allenfalls der Linienrichter sorgte mit seiner anfänglichen Winkerei für Verwirrung. Aber im Gegensatz zu Erfurts Präsident sah ich keine Erfurter Spieler, die irritiert waren und plötzlich das Spielen aufgehört haben. Nach dem Pass war noch genug Zeit dieses Tor zu verhindern.
Von mir aus kann man, wie von Reif gefordert, darüber diskutieren, ob man das passive Abseits aufhebt. Trotzdem greift Klose imho nicht ins Spiel ein und behindert oder gar geblockt hat er den Gegenspieler auch nicht. Er kann sich ja nicht in Luft auslösen und sieht den Erfurter in seinem Rücken auch nicht. All das sieht man eigentlich auch nur in Realgeschwindigkeit richtig. Daneben war Podolski in dieser Szene einfach mal zu schnell unterwegs.
Egal. Wer diskutieren will, darf das gerne tun. Für derlei Diskutanten sind ja ohnehin alle Bayern-Siege unberechtigt.
Es ist ja keine Frage, dass die Erfurter für ihre Leiden- und Laufbereitschaft mehr verdient gehabt hätten. Ebenso wie die Bayern für ihre pomadige Spielweise mindestens eine Verlängerung. Im letzten Jahr war’s ja so. Das End-Ergebnis ist bekannt.
Und ja. Darüberhinaus hätten sich die Bayern über einen erneuten Ausgleich kurz vor Schluss nicht beschweren können, als mal wieder unsere beiden IVs im Tiefschlaf waren und zwei Erfurter frei vor Rensing zum Schuss kamen. Allein deren Unvermögen verhinderte das 4:4. Gehalten hätte Rensing den zweiten Schuss nämlich nicht mehr.
Ist das Unvermögen des Gegners immer gleichzeitig Dusel für die Bayern? Mit Sicherheit, ich les‘ die Kommentare schon vor mir.
Wie auch immer.
Die zweite Runde ist erreicht und Amateurgegner gibt’s dann kaum noch. Ebenso wie derlei Einstellung, aber da haben wir ja hoffentlich schon wieder ganz andere Möglichkeiten im Kader.
Oranje-Anführer beim FC Bayern!
Mark van Bommel ist der neue Kapitän beim FC Bayern. War mir irgendwie klar. Und ist auch gut so.
Die meisten Nicht-Bayern halten diese Entscheidung mit Sicherheit für konsequent. Spiegelt van Bommel doch angeblich vieles wider, was man am FC Bayern vermeintlich nicht mag.
Unfairness. Überheblichkeit. Übertriebene Härte.
Wasauchimmer.
Mit einem klaren Feindbild hat der Tag Struktur. [1]
Von all diesen Dingen abgesehen, finde ich das richtig gut.
Warum?
- Mark van Bommel ist ein Feldspieler. Das bedeutet ganz einfach mehr Einfluss, als ein Torhüter je haben kann
- Der Spieler, für den ihn alle halten, ist er seit mind. einem Jahr nicht mehr – die meisten haben das nur noch nicht bemerkt
- Ferner spricht er diverse Sprachen – in der Klinsmann-Truppe nicht von Nachteil
- Seine Erfahrungen sprechen für sich – im Gegensatz zu den anderen Kandidaten hat er z.B. schon die CL gewonnen (ich weiß, Lucio ist Weltmeister gewesen, aber hat ihn schon mal jemand Deutsch sprechen hören?)
- Ihn umweht ein Hauch Effenberg – perfekt
Was vergessen?
[1] Und? Wer kennt den kabarettistischen Urheber dieses Satzes?
Kleines, dickes Häufchen Elend
Nein. Über Menschen, die am Ende sind, macht man für gewöhnlich keine Witze. Selbst über kleines, dickes Ailton nicht.
Auch wenn’s mich juckt. Aber was ich heute las, zeigt imho eher, wie verzweifelt Goncalves da Silva Ailton aktuell ist.
Ich hab’s ein bißchen aus den Augen verloren.
Nach Bremen, kam Schalke, kam Besiktas, kam der HSV, kam Besiktas, kam Roter Stern Belgrad, kam Grasshopper Zürich, kam der MSV und kam Metalurg Donezk.
Dazwischen jede Menge Geschichten, die uns dann immer jede Menge Freude bereitet haben.
Jetzt hört man andere Töne.
„Ich wohne in Brasilien und will nicht mehr zurück nach Donezk. Ich hoffe, dass der Vertrag in ein, zwei Wochen aufgelöst ist.“
Worauf er danach hofft? Auf Bremen.
„Ich will zurück zu Werder. In der nächsten Woche rufe ich Klaus Allofs an.“
Warum?
„Ich bin genauso schnell wie früher und habe immer noch meinen Riecher. Ich traue mir zu, noch einmal Torschützenkönig zu werden.“
Und hier setzt dann eher mein Mitleid ein. Sicher. In Bremen hatte er seine beste Zeit. Also die einzig beste Zeit. Ein Jahr lang. Es reichte zum Double. Danach ging es stetig und immer schneller abwärts. Das er auf seinen Stationen in der Folge zumeist eher davon gejagt wurde, würde er vielleicht anders sehen, entspricht aber schon eher der Realität.
Anyway.
Die Bremer bringen es fertig und geben ihm sein Gnadenbrot. Vor allem, wenn bloß doch nur diese Vorhersage stimmen sollte…
Versprechen könne er „mindestens 15 Tore“, im Gegensatz zu den heutigen Werder-Stürmern brauche er auch „nicht drei oder vier Chancen für ein Tor, sondern eine“.
Weisheiten #66
„Ich bin bei einem großen Klub. Ich denke nicht daran wegzugehen. Ich will so spielen, dass es den Fans gefällt. Und ich will wieder Titel gewinnen.“
Franck Ribéry, Fußballer des Jahres, aktuell verletzt.