Wahre Tabelle, Saison 2006/07, Spieltag 18

Nürnberg +1: Foul von Boka an Saenko (33.) hätte Elfmeter geben müssen.

Leverkusen +1: Foul an Barbarez war elfmeterreif (90.+).

Team Spiele gew./un./verl. Tore Differenz DFL MB
FC Schalke 04 18 11/3/4 33:20 +13 39 36
VfB Stuttgart 18 11/3/4 33:27 +06 32 36
Werder Bremen 18 11/2/5 47:25 +22 39 35
Bayern München 18 11/2/5 35:21 +14 33 35
Bayer Leverkusen 18 10/3/5 34:25 +9 28 33
Hertha BSC 18 8/6/4 33:26 +7 30 30
Borussia Dortmund 18 7/5/6 27:25 +2 25 26
Arminia Bielefeld 18 5/9/4 27:22 +5 23 24
Energie Cottbus 18 7/2/9 23:28 -5 20 23
1. FC Nürnberg 18 4/10/4 25:20 +5 26 22
VfL Wolfsburg 18 5/7/6 18:20 -2 19 22
Alemannia Aachen 18 5/6/7 33:38 -5 19 21
Hannover 96 18 5/5/8 16:30 -14 20 20
Eintracht Frankfurt 18 3/9/6 24:33 -9 20 18
VfL Bochum 18 4/4/10 24:35 -11 18 16
Borussia M’gladbach 18 4/4/10 15:27 -12 15 16
Hamburger SV 18 1/11/6 20:25 -5 14 14
1. FSV Mainz 05 18 2/5/11 12:33 -21 14 11

Weisheiten # 7

„Bevor ich dem Gegner erlaube, ein Tor zu schießen, muss ich ihn mit allen Mitteln daran hindern – wenn ich das nicht fairen Mitteln tun kann, dann muss ich das eben mit einem Foul tun. Lieber ein Freistoß als ein Tor. Wer das nicht offen zugibt, der lügt sich was vor – oder er ist kein Fußballer.“

Paul Breitner in seinem 1980 veröffentlichten Buch „Ich will kein Vorbild sein“.

Schwarzer Freitag!

Es gibt Tage an denen geht alles schief und man glaubt die Welt steht Kopf.

1. Platini zum UEFA-Präsident gewählt.

Die Blatter-Methode zieht immer noch. Solange die armen und kleinen Verbände mit wilden Versprechungen locken, bis man genügend Stimmen zur Wahl zusammengekratzt hat.

Glückwunsch.

Besonders witzig fand ich den Blatter-Kommentar nach der Wahl, in dem er fröhlich zum Besten gab, dass Platini ja – ebenso wie er – „nur den Fußball im Sinn hätte und auch dieser gegen die Kommerzialisierung dieses Sports wäre“.

Da hat der Sepp Recht. Kommerzialisierung ist nur dann gut, wenn die Kohle in die Taschen der FIFA wandert. Jede andere ist böse.

2. Daum’scher FC gewinnt plötzlich.

Nochmal Glückwunsch. Da hat der FC aus Köln also endlich mal einen Verein gefunden, der selber so schwach ist, auch nach einer 1:0-Führung im eigenen Stadion in 30 Minuten noch 3 Tore reingezimmert zu bekommen.

Das wäre ja noch gegangen. Unerträglich wurde es danach, als der Däumling in (aus früheren Zeiten) gewohnter Manier seine Standard-Sprüche in die versammelten Mikrofone absonderte.

3. Bayern spielt mal wieder Aufbaugegner!

Ehrlich. Was war das denn?

Der BVB, aktuell wirklich mehr als Durchschnitt, rennt von Anpfiff an wie von der Tarantel gestochen wild über den Platz und die Bayern lassen sich das gefallen?

Ein Lahm muss zweimal einen freien Frei decken? Insgesamt drei völlig lächerliche Gegentore? Manmanman. Da waren die Backen der Vorbereitung wohl voller, als die – mal wieder – unterirdische Laufbereitschaft.

Was den BVB-Fans in dieser Rückrunde übrigens noch bevorsteht, zeigte sich in der zweiten ersten Halbzeit, als die Bayern nach dem Rückstand wenigstens ein bißchen ernst machten, die Schwachgelben einschnürten und mit zwei Toren nicht nur das Stadion stumm machten, sondern auch die antiquierten Röber’schen Aufputsch-Methoden schonungslos enttarnten.

Es hätte so weitergehen können, wenn die Bayern in Halbzeit 2 die BVB-Kicker nicht nur neutralisiert, sondern weiter beherrscht und evtl. aus dem ersten Gegentor irgendwas gelernt hätten!

2-3 aufmerksame Minuten reichten einer der – in Heimspielen – aktuell schlechtesten Mannschaft, die Bayern zu bezwingen. Schlimm genug. Aber das nach dem frühen erneuten Rückstand für die Bayern so gut wie nichts mehr kam und die Magath-Schützlinge auch nach der Einwechslung diverser „frischer“ Spieler eher schlechter als besser wurden, sollte uns zu denken geben.

Geschenkt, dass Pienaar und Tinga wohl den Spezial-Auftrag „Rache für Kehl“ hatten und Jagd auf Bayern-Spieler machten – die Bayern hatten da nur van Bommel entgegenzusetzen. Bei realistischer Betrachtung hätte zunächst Pienaar und viel später auch van Bommel vom Platz gestellt gehört. Vorbei.

Daum am Ende?

Daum. Christoph Daum, der große Motivator – sieht so Motivation aus?

„Einige haben eine große Schnauze und nichts dahinter. Wenn man den Anspruch erhebt, hier erste Liga zu zeigen, sind einige fehl am Platz“

Mhm.

„Mir fällt langsam nichts mehr ein.“

Den Eindruck habe ich auch. Vor allem wenn man bedenkt, dass der letzte Sieg des FC noch von seinem Vorgänger, dem ach so unfähigen und fortgejagten Schweizer Latour erzielt wurde.

Die sog. Runderneuerung, die der Verein einmal mehr mit viel Geld vorgenommen hat, fruchtete auch diesmal nicht, erreichte man heute im Kellerduell (Zitat SpOn) bloß ein 1:1 gegen Augsburg.

Platzt irgendwann der Knoten? Oder doch nur die Aufstiegs-Illusionsblase rund ums Geißbockheim? Schon nervös, Overath und Meier?

Katz und Maus, Teil 2

Aufpassen. Man sollte immer vorsichtig sein, wenn man sich aus dem Fenster lehnt.

Aber eine Woche vor dem Start der Rückrunde und nach dieser so tollen Vorbereitung, als der sog. HSV gegen internationale C-Teams sogar einen schicken Pokal abgeräumt hat, war ich im heutigen Bayern-Spiel bei Dollis Kickern phasenweise schon erschrocken. Erschrocken wie schwach der HSV immer noch ist.

Harmlos.
Stereotyp.
Verdammt schwach.

Was da in HZ1 abgeliefert wurde, erinnerte frappierend an die Hinrunde. Es hat sich nichts geändert. Sieht das irgendjemand anders?

Hätte Pizarro dem neuen Hoffnungsträger im Hanseaten-Tor nicht den Ball an den Kopf gedroschen, es hätte zur Halbzeit 0:3 lauten können.

Auch die Reflexe sind immer noch die gleichen.

Beiersdorfer mal wieder hilflos im Halbzeit-Interview.
Doll nach dem Spiel mal wieder chronisch – realitätsverneinend – optimistisch.
Das Team offensiv mal wieder völlig überfordert, auch mit van-der-Vaart.

Die Bayern haben in HZ2 mehr als 2-3 Gänge zurückgeschaltet und spielten am Ende mit der halben Regionalliga-Mannschaft (Görlitz, Hummels, Fürstner, Lell, Wagner (Wagner?!)). Ausgewechselt wurden Karimi, Lahm, van Bommel, Salihamidzic und Makaay. Gar nicht erst mit dabei waren Sagnol, Podolski, Ismael, Hargreaves, Demichelis, Scholl und Santa Cruz. Was wäre in bayerischer Idealbesetzung mit den Hamburgern geschehen?

Müßig. Und auch uninteressant. Interessanter für HSVer sollte sein, dass die es selbst in einem Spiel, bei dem es um nichts, aber auch gar nichts ging, nicht geschafft haben, zuhause das Heft des Handelns in den Griff zu bekommen. Was passiert nächste Woche in Bielefeld. Glaubt irgendjemand, dass das Spiel einfacher wird?

Ein van der Vaart ist zurück, ein Sorin auch. Aber können die überhaupt Abstiegskampf spielen?

Man muss es positiv sehen. Für den HSV. In der nächsten Saison gibt es vielleicht das Duell Daum gegen Doll. Und vielleicht sogar wieder ein Stadtderby gegen St.Pauli.

Mensch. Jetzt habe ich mich ja doch aus dem Fenster gelehnt.

P.S. Ebenfalls nicht geändert hat sich der Geisteszustand einiger HSV-Fans, die die meiste Zeit damit beschäftigt waren, die Backen aufzublasen und DvB auszupfeiffen. Und wie im November war van Buyten trotzdem (oder gerade deshalb?) einer der besten, wenn nicht der beste Bayern-Spieler auf dem Platz. Einen kleinen Makel gibt es demnach bei diesem Spiel: Das 2:0 hat Lucio und nicht van Buyten erzielt. Man kann nicht alles haben.

Unappetitlich!

Ehrlich. Für einige Momente war ich heute echt sprachlos und irgendwie benommen als ich von Deislers Karriereende las.

Das ging mir nahe.

Richtig wütend machten mich aber erst diverse Kommentare in Blog-Beiträgen zu diesem Thema von allerlei geistigen Tieffliegern, die einen direkten Zusammenhang zwischen seinen (psychischen) Problemen und seinem Wechsel zum und seiner Zeit beim FC Bayern zogen. An anderer Stelle wurden (mal wieder) die Vokabeln „Psycho“ und „Pille“ angewendet.

Für alle Bekloppten und Beschränkten dieser Welt: Depressionen sind eine richtige Krankheit, genauso wie Krebs oder Grippe! Und nur weil das in Euer Spatzenhirn nicht reingeht, müsst ihr hier nicht 10% der deutschen Bevölkerung verunglimpfen.

10%? Ja. So viele Menschen haben in diesem Land nämlich psychische Probleme. Viele davon gestehen es sich wahrscheinlich gar nicht ein, weil sie schließlich ganz harte Typen sind. Ein Tabu. Auch im Fußball-Umfeld, ebenso wie Homosexualität.

Zum Glück gibt es noch aufgeklärte und weit weniger dumpfe Menschen und Blogger, die (über Vereins- und Ideologiegrenzen hinweg) dazu in der Lage sind, über Deisler ganz normal zu reden und zumindestens annähernd so etwas wie Mitgefühl zu empfinden.

Mir persönlich ist es völlig schnuppe, ob wir jetzt auf Deislers Position ein Problem bekommen. Das ist nur Fußball. Nur ein Spiel. Es gibt wichtigere Probleme.

Und zu konstruieren, die Spekulationen (nicht von Seiten des Vereins oder UH!) über Ribery hätten Deisler wieder in Depressionen gestürzt, ist geradezu fahrlässig. Vor allem weil UH ja deutlich gemacht hat, dass der FC Bayern einen Ribery mit einem starken und gesunden Deisler überhaupt nicht braucht!

Ferner die Behauptung, „der Druck auf SD wäre in München noch stärker als in Berlin gewesen“! Schlimm. Worauf soll denn diese Aussage beruhen? Deisler wurde in Berlin zum Star aufgebaut. Das Wort „Basti-Fantasti“ ist nicht in München kreiert worden!

In München ging es Deisler von der Aufmerksamkeit und vom medialen Druck doch viel besser als irgendwo sonst. Hier war er ein Star unter vielen, der Verein, vor allem UH stand bedingungslos hinter ihm. Welcher andere Verein hätte wohl so viel Geduld mit einem seiner Spieler gehabt, sich leisten können?

Nein, nein. Ich lasse derlei „Argumente“ nicht gelten und bei solch‘ unappetitlich verbalen Aussetzern sehe ich Rot. Sorry.

Deisler geht!

Und zwar ganz. Komplett. Aus.

Nach dem gestern bekannt gewordenen Abschied von Brazzo nun heute der nächste Hammer:

Sebastian Deisler beendet seine Karriere!

Sein Knie. Die Qualen. Alles gute Gründe. Und selbst der Schritt selbst kann nicht überraschen, sind seine Verletzungen doch inzwischen legendär. Aber seine lichten und glanzvollen Momente haben bei uns allen immer wieder die Hoffnung aufkeimen lassen, dass es irgendwann mit ihm klappt.

So wird er uns leider nur als das Talent in Erinnerung bleiben, dessen Körper nicht mit den Anforderungen Schritt halten konnte.

Auch Dir, Sebastian: Danke für alles!

Für die schönen Momente. Für den Glanz, den Du uns allen geschenkt hast.