Die Finanzkrise hat auch Vorteile

Als ich diese Meldung las, konnte ich mir breites Grinsen nicht verkneifen. Echt nicht.

Die von ausländischen Investoren beherrschten Clubs der englischen Premier League bekommen die internationale Finanzkrise mit voller Wucht zu spüren.

Besonders das hier über Abramowitsch machte mir beim Lesen Spaß.

Das Vermögen des Oligarchen soll nach Angaben der russischen Zeitung „Iswestija“ innerhalb weniger Monate von knapp 17 Milliarden Euro auf 2,3 Milliarden Euro geschrumpft sein.

Das hat auch Auswirkungen auf sein Spielzeug.

15 der 25 Talentspäher wurden im November freigestellt […] Abramowitsch, der seit der Übernahme des FC Chelsea vor fünfeinhalb Jahren angeblich rund 500 Millionen Euro in die „Blues“ investiert hat, soll Coach Scolari Zukäufe in der Winterpause aber untersagt haben […] Derzeit belastet ein Schuldenberg von umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro den Club, bei rund 870 Millionen Euro handelt es sich um Kredite. Diese muss Chelsea an Abramowitsch zurückzahlen.

1,1 Milliarden Euro Schulden? Alter, das stellt ja sogar Real Madrid zu seinen besten Zeiten in den Schatten. Trotzdem find’s ich’s richtig klasse. Denn so rücken wieder die Vereine in den Vordergrund, die Geld wirklich erwirtschaften und damit richtig umgehen und so seit Jahren damit bezahlen, die Championsleague nicht gewinnen zu können.

Der Wind dreht sich.

In die richtige Richtung.

Zweihundertfünfzig Millionen Euro

Soviel Geld hat der FC Bayern seit der Einführung der Championsleague-Gruppenphase 1994/95 dort verdient. Als zweites Team nach Manchester United. Respekt.

Und da ja gestern der letzte deutsche Teilnehmer – neben dem FC Bayern – aus diesem elitären Kreis ausgeschieden ist, wird’s heuer für die Münchner noch was mehr werden.

Allein an Prämien haben die Münchner in dieser Saison schon zehn Millionen Euro in Europas Eliteliga eingenommen, dazu kommen noch Gelder aus dem Marktpool.

Dieser Marktpool wird sich wie in der letzten Saison „auf rund 37,2 Millionen Euro“ belaufen.

Dessen Höhe unterscheidet sich von Land zu Land und hängt von den TV-Einnahmen ab. Eine Hälfte des Betrages wird nach dem Abschneiden in der Champions League ausgeschüttet, die andere nach der Bundesliga- Platzierung in der zurückliegenden Saison. Der FC Bayern erhält dabei als Meister 10,2 Millionen Euro, hat also bereits jetzt mit den Prämien schon weit mehr als 20 Millionen Euro sicher.

20 Mio. Euro jetzt schon wieder verdient – da merkt man mehr als deutlich den Unterschied zum UEFA-Pokal. Und weil die Bayern jetzt der einzig verbliebende Teilnehmer aus dem Höchst-Marktpool-Land Deutschland sind, klingelt die Kasse noch einmal intensiver.

Aus den gleichen Grund haben sich Bremer und Bayern ja auch vor der Saison über das Ausscheiden der Schalker in der CL-Quali „gefreut“.

So sind eben die „Marktgesetze“.

Poldi-Pause – bis zum Sommer

Jetzt ist es raus. Mal wieder.

Nachdem derPrinz zuletzt ja öffentlich seine Absicht geäußert hat, den FC Bayern verlassen zu wollen, dieser diesem Vorhaben einen Riegel vorgeschoben, der FC Verhandlungen eingeräumt, trotzdem aber seine finanziellen Grenzen betont hat, sprechen nun alle Beteiligten – abgesehen vom Linksfuß Podolski – endlich davon, dass im Winter eh nix passiert und man sich frühestens im Sommer wieder mit dem Thema beschäftigt.

Alles andere – und da hat Klinsmann mehr als Recht – wäre aus sportlicher Sicht auch Selbstmord. Vor allem da unser neuer Sunnyboy zunächst mal nur bis Mitte März gebucht ist.

Von Mitte März bis Mai mit nur zwei Stürmern?

Auf keinen Fall, Lukas.

So. Und jetzt hängen selbst mir meine Beiträge zu diesem Thema zum Halse raus. Das war’s hoffentlich.

Bitte!

Landon da. Poldi bleibt. Schweini weg?

Was schon länger vermutet wurde, ist nun Gewissheit.

Der deutsche Fußball-Meister Bayern München wird den amerikanischen Nationalspieler Landon Donovan bis Mitte März auf Leihbasis verpflichten.

Und behebt somit sein Problem im Sturm. Denn trotz (oder gerade wegen) all der Boulevard-Jammerei über Poldis Bank-Dilemma, bleibt eins Fakt:

Wir haben einen Stürmer zu wenig.

Ob Donovan jetzt wirklich so „unglaublich schnell“ ist, wie man so hört und ob der FCB mit ihm „im Sturm variabler“ wird, bleibt noch abzuwarten. Ohne einen Neuzugang wären wir’s aber bestimmt nicht geworden.

Ich bin da ganz offen.

Soll er doch einfach mal zeigen, was er drauf hat. Das ganze ist ’ne klassische win-win-Situation. Er wird ausgeliehen bis Mitte März, Hoeness soll „mit der MLS über die Modalitäten für einen Verbleib bis zum Ende der Saison verhandeln“ und dann schauen wir weiter. Zum Beispiel ob LD derartige Ablösesummen, wie zuletzt behauptet, tatsächlich wert ist.

Wer jetzt, rund um den Dunstkreis der Verlust-Kölner gehofft hatte, zur Winterpause wechselt der nächste Messias zurück an den Rhein, sieht sich nun enttäuscht. Die Bayern haben derlei Dingen einen Riegel vorgeschoben.

„Ich brauche einen vierten Stürmer im Kader. Landon gibt uns in der Offensive neue Möglichkeiten, falls sich noch einer verletzt. Lukas muss sich mit der Situation abfinden und sich durchbeißen.“

So Bayern-Trainer Klinsmann.

Handlungsbedarf haben wir ohnehin noch an ganz anderen Baustellen: Bastian Schweinsteiger.

An dem soll Juventus Turin brennend interessiert sein. Am liebsten schon zur Winterpause. Dem Juventus Turin übrigens, dem demnächst wohl wieder jede Menge Geld in die Kassen gespült werden dürfte.

Aber ManCity war ja auch mal an Podolski interessiert…

Der Prinz ist weg. Es lebe der Prinz?

Wirklich? Haben wir einen neuen Prinzen?

Der alte scheint ja bald weg zu sein.

Entweder zurück in die ach so heißgeliebte Heimat oder doch noch in die große, weite Welt.

Sein alter Spezi Schweini scheint die Angelegenheit mit jeder Menge Humor zu nehmen:

„Für mich ist er von der Qualität her der vielleicht beste deutsche Stürmer. Von seinen Anlagen her sogar noch ein Stückchen stärker als Miro Klose und Mario Gomez.“

Ach.

Vielleicht sollte Podolski dann eher Illusionskünstler werden, wo er doch seine Stärke seit über zwei Jahren vor uns Bayern versteckt.

Wie auch immer.

Prinz Landon soll für 2,2 Mio zu haben sein – oder per Ausleihe bis März – und fühlt sich nach dem Desater in Leverkusen nun „bereit für die Bundesliga“.

Na dann.

Das gibt Ärger, oder?

Was habe ich damals geätzt. Gegen Werders Trikotsponsor.

Jetzt ist dieser im Sponsoren-Pool des FC Bayern!

Achduscheisse.

Und Rummenigge gibt den Allofs.

„Wir wollen für unseren Partner in Brüssel und in Berlin die Lobby-Arbeit intensivieren. Die derzeitige Rechtslage in Deutschland ist aberwitzig. Wir hoffen, den Vertrag über 2010 hinaus fortsetzen zu könne.n“

Plötzlich müssen wir (Bayern-Fans) alle auch für Wetten im Internet sein?

Königsklasse ohne Königsblau

Das einzige, was ich im Urlaub rund um den Fußball gemacht habe, war mir das Spiel der Schalker in Madrid anzuschauen.

Und jeder, der meine Zeilen schon ein wenig länger liest, weiß, dass ich, wenn es um meinen Verein geht, ganz und gar nicht national eingestellt bin.

Mir ist’s egal, wie die anderen Bundesliga-Vereine in Europa abschneiden und ich ändere diese Überzeugung auch nicht, wenn das alljährliche Geheule um die 5-Jahreswertung einsetzt.

Ergo kann man von mir nicht erwarten, dass ich sonderlich viel Trauer empfunden habe, als die Schalker aus der Championsleague-Qualifikation flogen.

In diesem Fall ging es mir zusätzlich aber noch um ’ne Stange Geld (Bremer werden das übrigens genauso gesehen haben).

Warum?

Na weil der TV-Topf (37,2 Mio. Euro) für die Bundesliga jetzt nur noch durch zwei und nicht mehr durch die erwarteten drei Mannschaften geteilt wird.

Was das ausmacht?

Für die Bremer 8,4 statt 6,5 und für die Bayern satte 10,2 statt 8,4 Millionen.

Vielen Dank.

Das war’s. Ganz ohne Emotionen und Häme.

Schweinsteiger und warum er bei der EM so stark war

Der Vorteil daran, dass man im Ausland Urlaub macht, ist der, dass man nach Monaten oder Jahren mal wieder die „Blätter“ lesen kann, die man sonst nie anfasst. Fast ohne schlechtes Gewissen, weil man sich ja schließlich weiterhin informieren muss und Internet gibt’s eben zumeist nicht…

Sportbild ist so ein Fall.

In der aktuellen Ausgabe durften wir erfahren, weshalb Herr Schweinsteiger bei der EM so stark war. Also nach seiner Sperre. Im Spiel gegen die Portugiesen.

Es soll in seinem Vertrag eine Anlage Nummer 3 geben, in der geregelt ist, dass Bastian S. „ab dieser Saison zum monatlichen Grundgehalt von 120.000 Euro eine Extra-Prämie über 30.000 Euro pro Monat erhält, wenn er in der Saison 2007/08 mindestens 25 Pflichtspiele für Bayern absolviert hat – und dazu noch in 50 Prozent der Spiele für Deutschland bei der EM 2008 in der Anfangsformation stand“.

Und weil alle Fußballer geldgeile Säcke sind, war doch klar, dass Schweinsteiger allein die Deutschen ins Finale treiben würde/musste.

Logisch.

Angst vor Hoffenheim haben nur die Kleinen

Ich hatte für Hoffenheim nicht viel übrig. Emporkömmlinge, die SAP-Hopp auf der Tasche liegen, dachte ich. Retorten-Team.

Dann sollten sie den Aufstieg des FC verhindern. Verloren stattdessen in Köln, machten das Daum-Comeback perfekt. Das nahm ich denen echt übel. Im Anschluss waren sie mir nur eins: Egal.

Ein ernsthaftes Problem haben mit Hoffenheim ohnehin nur „die Kleinen“. Also die, die kämpfen müssen um den Verbleib in der der deutschen Top-Liga, oder denen Hoffenheim beim Aufstieg in diesselbe im Weg stand.

In der „Liga“, in der die Bayern spielen, sieht man sowas ganz anders, hat mehr Details, kennt und schätzt sich.

Meine Meinung über Hoffenheim bröckelte, als ich erfuhr, dass die eben nicht nur blind die SAP-Kohle auf den Kopf hauen, sondern dass die vielmehr in die Strukturen investieren. Die machen sowas wie Jugendarbeit (aktueller B-Jugend-Meister) und setzen die dann auch noch in der Bundesliga ein (Durchschnittsalter am letzten Samstag 22,5(?)) – Frechheit!

Wieviele Jugendspieler spielen eigentlich in den Mannschaften, deren Fans Hoffenheim, Hopp und Co. immer wieder beleidigen?!

Gar sympathisch wurde mir Hopp, als ich hörte, dass a) Hopp selbst mal für Hoffenheim gespielt hat (weiß Abramowitsch, was das ist?!), b) er nach dem Aufstieg sich von Boulevard-Aussagen distanzierte, dass Hoffenheim jetzt sofort den FCB angreift, c) sich der Verein mittelfristig selber tragen soll, ganz ohne die Hopp-Milliarden und d) das neue Stadion eben nicht protzig daherkommt, sondern der eigene Fan-Struktur Rechnung trägt. Respekt.

Das Ganze hat also Sinn und Verstand genauso wie eine seriöse Grundlage.

Wieviele sogenannte Traditionsvereine können derlei Verhaltensweisen in den letzten Jahrzehnten vorweisen?

Sicher. Was Hopp zum Thema „Tradition“ sagt, muss man nicht unterschreiben, aber wo z.B. die Pfalz Hilfe für die arme, arme Region von Politik und Steuerzahlern einfordert, handelt ein Hopp mit seinem Privatvermögen und schafft eine echte und ernstzunehmende Region. Die Rhein-Neckar-Region.

Und dieses Privatvermögen ist auch noch ehrlich und hart erarbeitet. Oder hat SAP irgendjemand gezwungen, seine Software zu kaufen?

Wie auch immer.

Soviel Lobhudelei sollte es gar nicht sein. Ich wollte nur einen Gegenpol, zu diesen Gästeblock-Gesängen vom letzten Samstag etablieren.