Weltklasse in der Bundesliga

Dieser Spruch ist nicht von mir, galt aber mal Miro Klose. Besagter Klose wechselte vor Wochen für max. 15 Millionen Euro von Werder Bremen zum FC Bayern.

Allen Unkenrufen zum Trotz herrscht in Werders Offensive nun ein kleines Loch. Die restlichen Stürmer sind ja ganz nett und vielleicht auch irgendwie gefährlich. Championsleague-Niveau haben sie allerdings bisher noch nicht.

Handlungsbedarf also. Schwierig dagegen bei einem überhitzten Transfer-Markt. Daran sind die Bayern vor allem in Deutschland nicht ganz unschuldig. Sorry schon mal dafür. Anders ist allerdings die Personalie Sanogo nicht zu erklären.

Werder hat dem HSV allen Ernstes diesen Stürmer abgekauft.

Einen Stürmer, der vor Jahrenfrist für 3,8 Millionen Euro aus Kaiserslautern an die Alster gekommen war. Damals hielt ich diesen Preis schon für maßlos übertrieben. Die letzte Saison im HSV-Trikot hat mich da keines Besseren belehrt (31 Spiele, 4 Tore).

Jetzt zahlt Werder unbestätigte 5 Millionen plus einen Nachschlag von 350.000 Euro für jede Championsleague-Teilnahme Werders bis 2010. Im Extremfall also über 6 Millionen Euro.

Gutes Geschäft für die Hamburger würde ich sagen. Vor allem wenn man bedenkt, dass Werder einen Zidan in die entgegengesetzte Richtung ziehen ließ.

Für Werder kann man dank Diego und Alberto nur eins hoffen: Erfolg trotz Sturm…

Mein Ligapokal: Die Bayern

Nach dem Sommerfußball zum Auftakt war ich gestern mehr als gespannt, was die Bayern anbieten würden und ob uns die Bremer tatsächlich fertig machen würden, entsprechende Sprüche gab es ja genug.

Das Spiel ging gut los, die Bayern laufbereit, schnell und mit massivem Pressing. Schon merkwürdig diese neue Zeitrechnung. Es lag wohl daran, dass genug Spieler auf dem Platz standen, die die „Lässigkeit“ der letzten Saison nur vom Hören sagen kennen.

Auch die Führung der Bremer – wie aus dem Nichts – änderte offenbar nichts an der Überzeugung der Mannschaft das gestrige Spiel gewinnen zu wollen.

Bloß ich hatte mit Schmähungen und Schadenfreude einiger weniger in unserem Block zu kämpfen. Es gab allerdings so eine Vermutung, so ein kleines Klingeln im Hinterkopf, das mir suggerierte: „Moment mal, irgendwas ist anders, gleich geht’s hier mächtig ab.“

Und so kam es auch. Kurze Zeit später brachen alle Dämme. Die Bayern spielten die Bremer an die Wand. Minutenlanger Ballbesitz war die Folge. Einer der wuchtigsten Klose-Kopfbälle in seiner Bayern-Zeit, Wieses Weltklasse-Parade und Schweinsteigers Abstauber-Ausgleich zeigten die Richtung und kurz drauf folgen Tim – ichreissdenMundaufverliereabertrotzdem – Wiese noch zwei Bayern-Böller um die Ohren.

Mein neuer Liebling Ribéry erfüllte mir meinen ersten Herzenswunsch der Saison und erzielte ein Tor – der Wahnsinn! Die Erinnerung an derlei Emotionen hatte ich fast verloren. Sie kam wieder.

Es waren ja nicht nur die drei Tore nach dem Rückstand, es war die Dominanz, die die Bayern ausgeübt haben. Ein Zé Roberto als Arbeiter und Verteiler im defensiven Mittelfeld, ein Altintop, der offensiv zauberte und ein Spiel zeigte, dass ich von ihm noch gesehen habe. Ob einige Schalker so etwas von ihm erwartet hätten/kennen?

Und zu allem Überfluss dann ein Ribéry, der vor der Partie noch fraglich, nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war und trotzdem schon so stark, mit so viel Zug zum Tor spielte.

Wohin soll das noch führen?

Ok. Wir wollen mal nicht übertreiben. Zwar fehlen bei uns Leute wie Toni, Sosa, Sagnol, Podolski und Co. und vor allem noch die Eingespieltheit, aber bei Bremen eben Spieler wie Diego, Naldo und dieser Alberto – größere Lücken, als die Bayern gestern zu schließen hatten. Ferner hatten die Bayern noch Defizite in der Defensiv-Abteilung. Jansen spielte auf links eine ordentliche Partie, begann allerdings nervös und verschuldete das 0:1 durch seinen Stellungsfehler zumindestens mit (neben Lucio, der den Ball vor die Füße Borowskis klärte).

Wenn die Bayern in vier Wochen in Bremen so auftrumpfen, unterhalten wir uns wieder. Bis dahin sollten wir den Deckel auf den Emotionen lassen.

Frühform heißt so, weil sie vielleicht zu früh kommt.

Aber bitte: Freuen darf man sich als Bayern-Fan doch auch mal über derlei geile Spiele, oder?

Was man hat, hat man und jetzt geht’s gegen Stuttgart um den Finaleinzug. Die haben zwar das Spiel schon aufgegeben, aber gespielt werden muss es trotzdem noch und bei einer Niederlage wäre der erste Zauber schon wieder weg!

Mein Ligapokal: Der Event

Es ist ja nicht so, dass ich nicht schon einmal in der LTU-Arena gewesen wäre. Im Winter 2004/05 durfte ich dort zwecks Freundschaftsspiels gegen die ortsansässige Fortuna bei geschlossenem Dach und 15 Grad Innentemperatur verweilen.

Die bunten Sitze sind in Bezug auf die Fortuna ohnehin eine gute Sache, sieht das Stadion so doch auch halb noch voll aus.

Aber diesmal war’s ja voll. Kunststück, wenn Schalke und Bayern teilnehmen statt Bochum und HSV. Aber der Ligapokal ist eben zumeist auch Spiegelbild der Vorsaison, unter diesem Aspekt also kein Ruhmesblatt für die Bayern am „Viertelfinale“ teilnehmen zu müssen/dürfen.

Endloser Raum

Was es in Düsseldorf im Rheinstadion in der LTU-Arena definitiv nicht gibt ist ein Kapazitätsproblem bei den Parkplätzen. Es werden einfach die Messeparkplätze mitbenutzt. Und dieser Parkraum ist unendlich. Scheinbar.

Von der Autobahn ist man schnell auf dem Parkplatzzubringer, die Einweisung in die Reihen ist dann allerdings Glückssache. Man parkt dort hintereinander, was einem längere Abende bescheren kann, wenn man Pech hat und die umliegenden Fahrzeugführer die Abfahrt eher gemütlich angehen.

Ich dagegen hatte Glück und stand ziemlich am Ende einer Reihe. Wieso das Glück war, dazu später mehr.

Generell sind die Parkplätze aber nichts für fußkranke Zeitgenossen. 10-15 Minuten strammen Marsches liegen da noch zwischen einem selbst und der Arena.

Der Eingangsbereich und die Tore sind seit meinem letzten Besuch offensichtlich noch einmal angepasst worden: Mehr Platz, mehr Eingänge, schnellere Abfertigung. Lernfähigkeit. In Düsseldorf. Respekt.

Block-Blindheit

Auch die Beschilderung klappt ganz gut. Ausserhalb zumindestens. Erreicht man den Eingang des Blocks fällt man eine nicht ganz unwichtige Entscheidung: Block 130 oder 129?

Auf den ersten Blick birgt dies keine besondere Brisanz, aber weit gefehlt.

Abstraktionsvermögen ist nicht jedem gegeben. Erlebt man ja auch immer wieder im Kino. Besonders wenn der Film schon angefangen hat („Sie sitzen auf unseren Plätzen.“ „Nein. Sie stehen vor der falschen Reihe.“).

Zugeben muss man aber auch, dass es schwierig wird, wenn man unten (130 vs. 129) die falsche Entscheidung getroffen hat, da oben keine eindeutige Blockgrenze (Zaun, Glas, Farbe, etc.) existiert.

Grenzwertig wird’s dann allerdings für Fans, die schon das erste Spiel über auf ihren „Platz 1 und 2“ – Plätzen saßen und vor dem Bayern-Spiel eine 6-8-köpfige Familie ankommt und auf ihr Platzrecht pocht. Eine energische Mutter flößt nämlich auch noch so harten, teilalkoholisierten KSC-/Bayern-Fans Respekt ein. Kurzer Widerstand, Kartenvergleich, Erkenntnis („Scheiße, falscher Block“), Verleugnung und verbales „mit-dem-Fuß-Aufstampfen“ und dann Abzug.

In sicherer (akustischer) Entfernung wird weiter geschimpft, aber genug Mut, selbst auf die korrekten Sitzplätze zu beharren ist dann doch nicht mehr vorhanden. Wilde, harte Fans.

Esktase und Schweigen

Einen anderen Aspekt lieferte eine Gruppe von zwei Pärchen, die direkt neben uns saßen. Offenbar hatten die ihre Karten nicht über’s Internet gekauft, denn ansonsten hätten sie gewusst, dass zwischen Platz 5 (neben mir) und 6 ein fetter Gang liegt. Die Verblüffung beim Eintreffen untermauert diesen Verdacht.

Aufgrund der Tatsache, dass ich im neutralen Zustand wohl ganz sympathisch rüberkomme, fühlte sich der weiblichen Part des Platz 5-6-Pärchens veranlasst neben mir Platz zu nehmen. Ein erster Fehler.

Ein zweiter war der Smalltalk, den sie unüberhörbar für mich mit Nr. 6 führte, dass „sie ja eigentlich nicht so viel für Fußball übrig habe und wenn dann nur für den FC“ (in Düsseldorf!).

Die Tatsache, dass ich während des ersten Spiels kaum spürbare Reaktionen zeigte und auch neutral gekleidet war wiegte sie in Sicherheit. Das Unheil nahm seinen Lauf.

Meine Esktase deutete sich mit dem Einmarsch und dem Spielstart an. Stufe eins war die erste Klose-Chance zu Beginn und nach einem kurzen Aufflackern ihrer FC-geprägten Schadenfreude ob des Bremer 1:0 schwieg sie für den Rest des Spiels, als die Bayern ernst machten und innerhalb kürzester Zeit den Ausgleich und die vorentscheidende Führung herausballerten.

Ich ging sogar eher davon aus, dass spätestens nach dem Ribéry-Tor, als ich vor wilder Freude fast über den vor mit liegenden Wellenbrecher geflogen wäre und die Hälfte meiner Stimmbänder rissen, Paar 5-6 die Plätze tauschen würde.

Sie war tapfer und hielt durch. Bis zur 80. Minute, als sie im üblichen Konsum-Fan-Verhalten, mit ihrer Kombo den Ort des Geschehens verließ. Für genug Gesprächsstoff war ohnehin gesorgt.

Davon abgesehen hätte ihr eigentlich klar sein müssen was sie erwartet, als ich wohl temperiert vom ersten „ich-hol-uns-mal-was-zu-trinken“ zurückkam.

Service in Zeitlupe

Ehrlich. Sowas geht gar nicht. Zum ersten Mal ist das Ligapokal-Düsseldorf-Viertelfinal-Event ausverkauft und der Service an den Bier-Würstchen-Cola-Boxen dümpelt noch auf Regionalliga-Niveau.

Was soll ich von 35 Minuten Anstehen halten? Mag ja sein, dass die Mitarbeiter des Dienstleisters irgendwelche Valium-Extrakte in ihrem Kaffee hatten, aber wieso lässt man die dann auf die Kunden los?

Auf der anderen Seite: Mir ging’s dabei noch ganz gut, denn meine Begleitung stand sage und schreibe 65 Minuten für zwei Würstchen, eine Cola und eine Apfelschorle an.

Nicht zu fassen. Hatten andere anwesende Blogger ähnliche Erfahrungen?

Liga-Choreografie

Was ebenfalls nicht geht ist das DFL-Ligapokal-Event-Rahmenprogramm.

Wer sich während der Übertragung im TV über diese merkwürdige Acht rund um den Mittelkreisrasen gewundert hat: die enstand, als vor dem/jedem Spiel dort 4,5 trendige Jungs und Mädels mit diesen hippen Stehrollern und Fahnen in den Händen über den Rasen rasten.

Kinder dürfen natürlich auch nicht fehlen. Deshalb stolperten die mit wechselseitig blau-weißen, weiß-blauen, rot-weißen oder grün-weißen Stoffbahnen über den Rasen und wedelten brav damit.

Wie auch immer. Das ist alles Beiwerk. Die Spiele gaben genug Anlass zu Gesprächen. Später mehr.

Abfluss

Die Heimreise ging zügiger über die Bühne als gedacht. Der Abfluss der Massen aus dem Stadion klappt immer noch flott, allein auf dem Weg vorbei am Fortuna-Trainingsplatz und hin zu den Parkplätzen wird’s was eng, aber dafür hatte ich eben das Glück, dass ich in oben erwähnter Parkreihe recht weit hinten stand, diverse PKWs hinter mir schon abgefahren und somit logischerweise zwei, drei Ketten geöffnet waren. Ich also Rückwärtsgang eingelegt und raus auf die Zufahrt der Ausfahrt. Diverse Fans, die vorne in der Reihe parkten, hatten sicherlich noch einen schönen Abend im Auto, denn im „offiziellen“ Abfahrtsraum gab’s Stau.

Rundherum also mehr gute als schlechte Punkte beim Event LTU-Arena. Und bei euch?

Kaufrauch – nichts Neues

Kaufrauch beim FC Bayern! So titelte manches Medium vor Wochen. Allein der Begriff Kaufrausch impliziert, dass hier wild mit Geld um sich geworfen wurde. Dem ist wohl nicht so. Spieler wie Ribéry und Toni kosten nun einmal. Und zwar nicht zu knapp. Die kommen nicht wegen des Münchner Föns an die Säbener Straße. Gleichwohl wollte der Verein diese auch internationalen Stars unbedingt für sein neues Team haben. Klare Kausalität.

Wer jetzt allerdings denkt, dass die Bayern in dieser Saison die ersten waren, die derlei wagten, der irrt.

Sie selbst hatten derlei schon 1995 versucht. Der sechte Platz in der Saison 1994/95 brachte Hoeneß, Scherer und Co. damals dazu, die noch nicht so prall gefüllte Geldtruhe zu öffnen. Seinerzeit allerdings fast nur Stars aus der Bundesliga, ergänzt um eine „Lichtgestalt“ wie Klinsmann, die aus England geholt wurde (als Englands Spieler des Jahres).

Der größte Transfer fand allerdings nicht auf dem Rasen statt sondern auf der Bank: Die Bremer Institution Rehhagel wurde ins Olympiastadion geholt. Ein Schock, vom dem sich einige Bremer jahrelang nicht erholten.

Diese Ansammlung von Stars und ein Trainer wie Rehhagel: Der „FC Hollywood“ war geboren.

Das Resultat: Chaos. Streit innerhalb der Mannschaft, Streit zwischen Trainer und Mannschaft, Streit mit den Medien. Goethe-Fan Rehhagel wurde innerhalb des ersten Jahres entlassen. Am 27.04.1996. Nach einem 0:1 im Heimspiel gegen Rostock.

Den UEFA-Pokal holte „Retter“ Beckenbauer. Die Meisterschaft Titelverteidiger Borussia Dortmund.

Apropos BVB.

Die wollten Anfang des neuen Jahrtausend 2002 erneut mit den Bayern auf der gleichen Welle reiten, gingen an die Börse und kauften alle möglichen Stars, die nicht bei 3 auf den Bäumen waren:

Rosicky (Wettbieten mit den Bayern), Kehl (dito), Amoroso, Koller, Ewerthon, etc.

Die Meiserschaft 2002 konnte so noch realisiert werden, die verpasste CL-Qualifikation im Jahr drauf, brachte das Kartenhaus dann zum Einstürzen und den Verein an den Rand der Insolvenz. Die Sonnengötter Niebaum und Meier sprachen sich selbst im Nachgang von jeder Schuld frei. Nicht so das Umfeld und die Geschichte.

Zwei Beispiele, die nicht wirklich zeigen, dass man mit Geld langfristig viel und Gutes erreicht.

Den Vogel schossen aber ganz andere ab: Werder Bremen. Allerdings zu einer Zeit als Klaus Allofs 15, Thomas 10 und ich gerade geboren war: 1971.

Natürlich reden wir hier über ganz andere Summen als heute, aber dabei muss man bedenken, dass die Ablösesummen noch nicht freigegeben waren und die Bundesliga, der Profi-Fußball also, gerade 8 Jahre alt war.

Die Elf um die Gladbach-Stars Dietrich und Laumen und die Schwarzgelben Weist und Neuberger („Soviel hat mir kein Verein geboten“) sollten den Verein wieder nach oben führen (Meister von 1965).

Verantwortlich zeichnete dafür Werders „legendärer“ Boss Hansi Wolff, genannt „der Mann mit dem Geldkoffer“.

Wie kam das zustande, im zuvor wirtschaftlich eher zurückhaltenden Bremen?

Nun. Die Stadt sprang auf den Zug auf, Steuerschulden wurden erlassen und die Kommune warb auf dem berühmten „Speckflaggen“-Trikot, um die Millionentruppe zu ermöglichen.

Was kam dabei heraus?

Platz 11.

„Ein schwarzes Kapitel“, wie der verstorbene Dr. Franz Böhmert noch vor seinem Tod wiederholte.

Wollen wir hoffen, dass es den Bayern anders geht, genug warnende Beispiele gibt es.

Faserrisses in der Bizepssehne am Wadenbeinköpfchen

Soso. Das ist also die Verletzung vom Toni Luca‘.

10 Tage Pause. Zu den wichtigen Spielen im Pokal (06.08.) und Bundesliga (11.08.) ist er wieder fit. Ich dagegen werde ihn am Samstag beim Ligapokal nicht sehen. Na toll.

Und alles nur wegen irgendso einem Spinner aus Albstadt. Savas Jesilelma heißt der übrigens. Vielen Dank auch.

Falls den also jemand kennt oder mal sieht: Bestellt ihm schöne Grüße von mir.

Davon abgesehen wird es jetzt gegen Bremen irgendwie eng:

Der Ex-Bremer Klose ist momentan der einzige fitte Angreifer. Die Nationalspieler Lukas Podolski (Knie) und Jan Schlaudraff (Bandscheibe) stehen nach ihren Operationen noch mehrere Wochen nicht zur Verfügung. Und Roque Santa Cruz, Stürmer Nummer fünf im Bayern-Kader, befindet sich nach seinem Einsatz für Paraquay bei der Copa America in Urlaub.

Und was haben wir zusätzlich im Hinterkopf? Werder will Klose zusammentreten. Wenigstens bin ich dabei und kann mir das Nummernschild merken…

Eine Frage des Charakters

Ich weiß. Der Bericht hat einen Bart. Aber zum einen brennt der mir selbst schon Tage unter den Fingern und zum anderen ändert sich an den Charakteren sowieso nichts. Zeitlos. Wie Wiese eben. Zeitlose Charakterbrazzen.

Worum geht’s? Um das erneute Nachtreten von Tim Wiese. Dabei dachten wir, dass hätte der neue Leader im Werder-Trikot schon längst erledigt. Nein. Klein Timmi will auch noch was sagen.

„Bei Standards stellen wir Mertesacker und Naldo ab, dann wird Klose nix reißen. Schießen war eh noch nie seine Stärke. Wir werden gut gegen ihn stehen, und es wird schon auf die Knochen gehen.“

Wir halten fest: Die Stimmung im Werder-Umfeld hat sich im Nachgang des Klose-Transfers noch einmal verschärft. Und Spieler wie Tim Wiese sind wie sie sind: Geschmacksfrei, akrobatisch und mit seinen Sprüchen immer ganz vorne (wer erinnert sich noch an das Ende der Hinrunde?).

Klar. Das Thema Klose war ebenso leidig, wie langwierig. Aber es ist durch. Was geht dann also Typen wie Wiese und Frings durch den Kopf, wenn sie nun die Stimmung derart aufheizen? Da kann man eigentlich nur froh sein, dass Bremen sein Stadion noch nicht umgebaut hat, denn dann würde so sonst sicherlich ein Wurfgeschoss-Regen einsetzen, der kaum zu verantworten wäre.

Einen weiteren Einblick in seine Seele offenbart uns Wiese übrigens auch noch:

„Er wird ausgepfiffen, und ich kann die Fans verstehen, dass sie pfeifen, denn Klose ist ausgerechnet zu den Bayern gegangen“, meint Wiese. Wie der Nationalstürmer die Unmutsbekundungen wegstecken wird, ist ihm so ziemlich egal. „Ich kann es nicht sagen, aber wir wissen ja, dass er ein sensibler Junge ist…“

Das Herr Wiese keine Probleme mit seinem Selbstbewußtsein hat, ist uns klar, wieso sonst müsste er all die positiven Zeitungsschnipsel über sich auf seiner Webseite sammeln…

Wie soll man also mit derlei umgehen?

Gar nicht. Gegen Werder spielen und gewinnen. Klar. Und ohne Zweifel. Wiese die Bude vollhauen. Was weiß ich. So schwer und doch so einfach.

Wohlan, lasst es uns tun.

Saison 2007/08: Neuzugänge # 9: Miroslav Klose

Um Miroslav Klose (*9. Juni 1978 als Miroslaw Kloze in Oppeln) spielte sich in diesem Sommer und Frühjahr eines der anstrengensten Transfer-Theater der letzten Jahre ab. Details erspare ich diesem Beitrag, die sind entweder bekannt oder kann der geneigte Leser hier nachlesen.

Klose ist beim FC Bayern angekommen. Meiner Meinung nach wäre er vorher noch nicht reif dafür gewesen. Einige hatten ihn ja schon 2004 für die festgeschriebenen 5 Mio. auf der Liste. Für seine Entwicklung war es allerdings gut, dass er aus der Pfälzer Provinz zunächst in der Bremer Provinz die Luft Europas schnuppern konnte. Die WM-Erfahrung trug ihr Übriges dazu bei. Zum Glück waren die Bayern nicht so umnebelt, Klose schon 2006 kaufen zu wollen und den Klose-Reinerlös der Bremer statt der jetzt 7 Millionen auf 20 Millionen zu steigern.

„Glück“ für Bayern, „Pech“ für Bremens Schatzmeister.

Genug davon.

Der Aufstieg Kloses ist ohnehin als rasant zu bezeichnen. In Polen geboren. In Frankreich gelebt (seine Vater spielte in Auxerre) und als Aussiedler mit seiner Familie im Alter von 8 Jahren in der Pfalz gelandet. Wie sich das gehört, spielte er Fußball, schloss sich der Jugend des SG Blaubach-Diedelkopf an, spielte alle Jugendmannschaften durch und nach der A-Jugend noch im Bezirksliga-Team, um danach in die Verbandsliga zur zweiten Mannschaft des FC Homburg zu wechseln.

Die Geschichte des Lautern-Fan, der gestern noch auf der Stehplatz-Kurve im Fritz-Walter-Stadion stand und heute auf dem Rasen spielt, ist ebenso legendär wie ausgelutscht, hat sich aber tatsächlich so abgespielt, denn aus Homburg wechselte er 1999 zwar zunächst in die zweite Mannschaft des Pfälzer Großvereins, schon im April 2000 debütierte er aber in der ersten Mannschaft. Ein Jahr später gar Nationalspieler geworden, erzielte er im ersten Spiel in Leverkusen gegen Albanien gleich den Siegtreffer. Die anschließende WM in Asien machte ihn international bekannt, die Pfälzer Finanzprobleme 2004 zum Bremer.

Alles irgendwie eine Entwicklung. Mit Steigerungen. Was jetzt noch kommt? Titel. Oder?

Sein Profil:

Alter: 29
Größe: 1,82 m
Nationalität: deutsch
Position: Sturm

Seine Transferdaten:

Saison 07/08, von Werder Bremen zu FC Bayern München (Ablöse: 12 Mio. Euro)
Saison 04/05, von 1.FC Kaiserslautern zu Werder Bremen (Ablöse: 5 Mio. Euro)
Saison 00/01, von 1.FC Kaiserslautern II zu 1.FC Kaiserslautern (Ablöse: -)
Saison 99/00, von FC 08 Homburg II zu 1.FC Kaiserslautern II (Ablöse: -)
Saison 98/99, von SG Blaubach-Diedelkopf Jugend zu FC 08 Homburg II (Ablöse: -)

Seine Leistungsdaten:

2004 – 2007, Werder Bremen 89 Spiele (53 Tore)
1999 – 2004, 1.FC Kaiserslautern 120 Spiele (44 Tore)
1998 – 1999, FC Homburg (Verbandsliga)
Bis 1998, SG Blaubach-Diedelkopf (Bezirksliga Westpfalz)

Pappnasen-TV

Na fein. Dann ist ja alles wieder gut.

Die Fußball-Champions-League wird künftig im frei empfangbaren Fernsehen wieder bei Sat.1 statt beim Deutschen Sportfernsehen (DSF) zu sehen sein.

Klasse. Aber mal ganz ehrlich, ob man die uninteressanteste Partie des Spieltages nun beim KlingeltonSexQuizNerv-Sender DSF oder bei SAT1 verfolgt, macht doch im Grunde keinen Unterschied, oder?

Ganz davon abgesehen, ob sich z.B. Werder überhaupt qualifiziert. Denn die Bremer halte ich sowieso für die einzige deutsche Mannschaft in der kommenden Championsleague-Saison, die es sicher in die K.O.-Runde schaffen kann. Für Meister und Vizemeister wird das abhängig von der Lostopf-Situation ohnehin eine Zitterpartie.

Jemand anderer Meinung?

Die grün-weiße Maske fällt

Soviel zum Thema, Klose war kurz vor seinem Transfer zu den Bayern wieder ins Team integriert.

„Miro wollte doch eigentlich zu einem der besten fünf Vereine in Europa. Und jetzt ist er in München […] Unsere Fans werden Klose auspfeifen, denn er hat sich in Bremen zu viel kaputt gemacht […] Wäre Miro in Bremen geblieben, hätte es nur Ärger gegeben.“

Wer das sagte? Der Lutscher. Seitdem er zum ersten Mal in seinem Leben nicht des Geldes oder der Titel wegen einen Verein argumentativ in Schutt und Asche gelegt hat, sieht er sich selbst nicht nur als Führungsspieler sondern offenbar auch als Lautsprecher der Provinz.

Abgesehen davon, was ich generell über Frings denke, hat es Klose zuletzt eben doch ganz passend auf den Punkt gebracht.

Das die Werder-Fans Klose auspfeiffen werden, ist ja nun keine wirkliche Überraschung. Passiert auch mit Altintop, Jansen (wenn Gladbach mal wieder gegen Bayern spielen darf) und allen anderen Spielern, die mal irgendwo anders gespielt haben und dann zu den Scheiss-Bayern gewechselt sind. Auch Frings ist das schon passiert. War ihm aber egal. Schließlich wollte er wenigstens einmal in seinem Leben Deutscher Meister werden..

Hat geklappt.