FC Bayern – SV Wiese 0:1, FC Ribery – Werda 1:0

Phasenweise dachte ich, bei Sky hätten sie ein Band von der letzten Saison eingelegt. Jetzt nicht das gegen Werder, aber halt irgendein anderes.

Dann sah ich wieder diese hässliche Trikotwerbung auf den neuen schicken Jerseys und war plötzlich wach.

Meine Güte. Was war das denn?

Sicher. Auch gegen Hoffenheim gab es phasenweise guten, neuen van-Gaal-Fußball zu sehen und gegen Bremen steigerten wir diese Werte noch einmal.

Aber was bringen 70% Ballbesitz und Dominanz, wenn es einer Mannschaft wie Werder gelingt, mit einem einzigen, wirklich sauguten Konter nicht nur ein Spiel auf den Kopf zu stellen, sondern die Bayern noch ratloser zurückzulassen als zuvor?

Ehrlich gesagt habe ich eigentlich keinen Bock, nach der letzten Saison jetzt schon wieder Geduld bis in den Herbst zu haben. „Bis wir uns gefunden haben“, bis das van Gaals System greift.

Das nervt.

Kann man von gestandenen Bundesligaprofis nicht erwarten, dass sie selbst bei 30 Grad im Stadion mal mehrheitlich keine hohe zweistellige Fehlpassquote haben?

Das man sich anbietet, wenn ein Mitspieler den Ball hat? Wo sind denn diese permanenten zwei Anspielstationen in dieser ach so tollen Raute?

Das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Und vor allem dem Schock, dass sich die Schaaf-Kicker – landauf, landab immer als Offensivkünstler mit Inklusiv-Feuerwerk bekannt – wie jedes Dorfteam, in München dann doch auch mit 10 Mann rings um den eigenen Strafraum eingraben, nur um bei Gelegenheit mal überfallartig die eigenen Konter aufzuziehen…

Nein. Das war großer Käse.

Klar. In den ersten 30 Minuten war das Dampffußball, wie wir ihn uns alle vorstellen. Dann ging uns allerdings die Puste aus und einen Erfolg hatten wir da dummerweise noch nicht erzielt. Das wäre aber erforderlich gewesen, um die Bremer an diesem Tag zu besiegen.

Denn das diese nach ihrer Führung ihre Taktik nicht unbedingt ändern würden – wo ist da die überraschende Neuigkeit?

Wieso auch?

Die haben sich am ersten Spieltag zu Hause blamiert. Was sollen die uns denn in die Karten spielen?

Nur weil Spieler wie Altintop (schlecht, schlecht, schlecht – und so nervös), Timoschtschuk (hat er überhaupt einen Zweikampf gewonnen? Einen Ball erobert, ja, in HZ2), Klose (phlagmatisch wie eh und je), Schweinsteiger (zu unpräzise, zu verspielt und rennt keinem verlorenen Ball hinterher) oder Lahm (mein Gott, wie zahnlos auf rechts, bis auf das Tor keine einzige brauchbare Flanke) einen mehr als schlechten Tag erlebten?

Grundgütiger!

Aber schauen wir doch mal auf die positiven Aspekte dieses Spiels – die gab es nämlich durchaus:

Erstens: Unser Trainer hat – und das kam in den letzten Jahren nicht bei allen Übungsleitern vor – bei allen Auswechslungen komplett richtig gelegen.

Klose raus, Sosa raus (endgültig als 10er gescheitert?), Altintop raus.

Olic rein (Kampfschwein – läuft sich selbst bei diesen Temperaturen die Seele aus dem Leib!), Ribéry rein (komplette Mannschaft direkt eine Klasse besser, trotz riesigem Rückstand), Müller rein (alter Schwede – der hat die Bälle erobert, die ich von Timoschtschuk hätte sehen wollen)!

Klasse.

Zweitens: Bremen dominiert und kein erneutes Debakel erlebt. Immerhin.

Drittens: Man sieht tatsächlich eine Entwicklung. Und mit Ribéry scheint sich das noch zu beschleunigen.

Viertens: Kaum ein Trost: Aber ohne Wiese, hätten die Bayern die Bremen klar abgefidelt. Da muss man ihm durchaus Respekt zollen, auch wenn’s schwer fällt und viele Schüsse direkt auf den Mann kamen.

Fünftens: Ebenfalls keine drei Punkte bekommen wir für die Erkenntnis, dass Werder in HZ2 überweigend nur noch Angst um das Ergebnis hatte. Wie sonst ist zu erklären, dass mit der Einwechslung Ribérys die letzte Kreativität im Bremer Spiel ausgewechselt und noch mehr gemauert wurde?

Kurzum: Offenbar – so schmerzhaft dies beim Blick auf die aktuelle Tabelle auch sein mag – müssen wir mit diesem Punkt zufrieden sein. Letzte Woche konnten wir froh darüber sein, diese Woche müssen wir es.

Weitere Gedanken zum Spiel:

– Die Diskussion um die Dusel-Bayern und van Bommel zeigte offenbar Wirkung. Wie anders ist Manuel Gräfes Art der Spielleitung zu verstehen? Bloß keinen Verdacht aufkommen zu lassen, dass man pro-Bayern pfeift? Und wie war der Schiedsrichter-Assistent der zweiten Halbzeit überhaupt in der Lage, bei diesem Sonnenstand all die Abseitsentscheidungen zu treffen?

Wie auch immer. Soweit ich weiß, gab’s keine Fehlentscheidungen und ob Herr Gomez auch nur einen der Abseitsbälle im Netz versenkt hätte, bleibt unbewiesen.

– Das Olic und Thomas Müller in die Startelf gehören, dürfte nach diesem Spiel klar sein, oder? Eigentlich auch Ribéry, aber hier würde ich pro Spiel nur 20 Minuten mehr Spielzeit einplanen.

– Was erlauben Schweinsteiger? Da bekommen die Bayern in der 92. Minute einen Freistoß in Nähe des Bremers Strafraum zugesprochen und was macht derBastian? Schlenzt den Ball auf gefühlte Hüfthöhe in die Bremer „Mauer“.

Na bravo.

Es kann weiterhin nur besser werden…

Morgen Kinder, wird's was geben

Zumindestens hoffentlich. Und zwar für Werder. Denn hoffen darf man ja.

Das letztjährige 2:5 war nicht wirklich nach meinem Geschmack. Dabei waren doch auch schon vor diesem Spiel noch jede Menge Rechnungen offen.

Ganz abgesehen davon, dass Nicht-Siege gegen Werder in meiner persönlichen No-Go-Tabelle knapp hinter Punktverlusten gegen den HSV liegen.

Obwohl: So schlecht, so ungefährlich, wie die Grün-Weißen in der letzten Saison waren, so sehr hatte sich mein Verhältnis schon entspannt. Wären da nicht die beiden Saisonspiele gegen die Schaaf-Kicker gewesen. Denn auch das Rückspiel war ein Witz.

Bringt aber alles nix.

Was morgen gegen die Bremer am Ende für uns herausspringt?

Keine Ahnung. Es ist der zweite Spieltag und die Bremer werden wohl nicht noch einmal so ein Spiel wie gegen Frankfurt abliefern.

Und die Bayern?

Da gibt Ribéry sein Comeback. Der Mann, über den in Fußball-Deutschland wohl in den letzten Monaten am meisten geredet wurde, allein, gespielt hat er nicht eine Minute. Für den FC Bayern.

Und der soll dann „für 20 Minuten“ eingewechselt werden und für uns die Kohlen aus dem Feuer holen?

Nein, nein.

Das muss zuvor schon erledigt sein.

Mit der (phasenweisen) Leistung von Hoffenheim wird das aber schwierig, vor allem, weil das Spiel gegen die Bayern für die Hanseaten immer noch was ganz besonderes ist. Auch wenn die ideologischen Lemke-Zeiten längst Vergangenheit sind.

Ich bin gespannt. Und ein bißchen nervös.

Aber wer ist das zu Saisonbeginn nicht?

Klose vielleicht. Weil Naldo fehlt. Aber dann bitte auch mal ein paar Buden zimmern, Miro…

Weisheiten #106

„Die Verantwortlichen haben sich für die Zukunft einen Gag ausgedacht. In jeder Fahnenecke bauen die Handwerker einen Startblock. In der Spielfeldmitte steht ein Pokal mit 50000 Dollar. In einer Ecke steht ein Twistringer, in der nächsten Willi Lemke, in der dritten Ecke ein leiser Gitarrenspieler und in der vierten Diego. Auf Kommando rennen alle los – und wer gewinnt? Natürlich der Twistringer. Denn: Es gibt keinen leisen Gitarrenspieler, Willi Lemke hat die Regeln nicht verstanden – und Diego würde doch wegen lumpiger 50000 Dollar nicht losrennen.“

Jürgen L. Born, Ex-Werder-Boss und Twistringer Schützenfest-Besucher

Für mich ist die Saison seit einer Woche beendet

Einige von euch dachten schon, es wäre der erste April, als ich über Twitter die fußballlosen Samstage bedauerte (im Gegensatz zu meiner Frau).

Dabei ist mir doch völlig klar, dass auch jetzt immer noch irgendwo gegen den Ball getreten wird. Damit habe ich aber als Bayern-Fan nix mehr zu tun.

Für mich ging die Saison nach dem Spiel gegen Stuttgart versöhnlich zu Ende. Aber vor allem ging sie zu Ende. Ein paar restliche Freundschaftsspiele mit der B-Elf, ein, zwei Spieler quälen sich in Asien auf ’ner Deutschland-Promo-Tour – und fertig.

Das Interessanteste sind aktuell sowieso die Spekulationen um neue Spieler. Wer kommt ausser Gomez? Bekommen wir einen Weltkasse-RV und noch einen Torhüter, der endlich keinerlei Diskussionen mehr auf dieser Position erzeugt?

Was ergeben generell und konkret die Gespräche mit van Gaal ab morgen?

DAS sind die Fragen, die mich beschäftigen.

Klar. Gestern hat in Berlin Not gegen Elend (auf die Bundesliga bezogen) versucht, die Saison zu retten. Die bald-Diego-losen Bremer haben’s gepackt. Den Leverkusenern gehen jetzt die letzten Argumente aus, was diese Rückrunde so sollte.

Ganz nett, habe ich trotzdem nur so nebenbei verfolgt.

Ebenso nebenbei verfolgte ich die Relegationsspiele. Wobei dort – so wie es aussieht – zumindestens das mir noch am ehesten sympathische Team gewonnen hat. Glückwunsch. Wieder ein Derby mehr für die Bayern.

Trotzdem alles irgendwie fad.

Daher: Zurück in die Gerüchteküche…

Das Thema nervt, Klaus

So langsam nervt das Thema.

„Es steht überhaupt nicht fest, ob Diego geht und wenn, wohin. Es sind noch längst nicht alle Dinge zu Ende geführt.“

So Werder-Allofs zum Endlos-Thema Diego.

Und der Bremer Sportchef ist offensichtlich auch nicht länger gewillt, die teilweise dubiosen Verhandlungspraktiken von Djair Cunha und Petralito zu tolerieren. „Vielleicht geht Diego am Ende ja doch zu den Bayern“, sagte Allofs – und sorgte damit für allgemeine Verwunderung.

Knackpunkt ist die 15-prozentige Transferbeteiligung des Diego-Clans.

Werder pocht darauf, dass die Summe von rund 4,5 Millionen Euro von den Italienern gezahlt wird, um am Ende die gewünschten 29 Millionen Euro Ablöse in der Vereinskasse zu haben. Juve will den Betrag freilich nicht freiwillig zahlen. „Ja, es geht um die 15 Prozent“, räumte auch Diego selbst gestern ein.

Ehrlich gesagt würde ich mich kaputtlachen, wenn der am Ende doch noch bei uns landen sollte, allein, es bleibt die Frage, ob wir uns das wirklich antun wollen…

P.S. Zum Glück ist die Quelle endlich mal seriös…

Wenn es nicht reicht, reicht es nicht – Glückwunsch Felix!

Dem FC Bayern geht die Puste aus. Auf der Zielgeraden der Meisterschaft.

Nicht dass wir in der bisherigen Rückrunde so arg viel Gas gegeben hätten, aber gegen die gestrigen Hoffenheimer reichte es nur zu einem 2:2.

Da war er, der Stolperstein.

Und wenn ein VfL aus Wolfsburg in einem so entscheidenden Spiel, wo im Grunde final die Weichen gestellt werden, bei Hannover fünf Buden in Enke-Tor zimmert, dann kann man wohl ohne Umschweife behaupten, dass die Wölfe tatsächlich Meister werden wollen!

Ob diese Einstellung beim FC Bayern jeder Spieler von Nummer 1 bis xy hatte – über die gesamte Saison – wage ich einmal zu bezweifeln. Aber Rückblicke sind was für die Sommerpause.

Zum Spiel beim Ex-Herbstmeister und Rekord-Tabellen-Abstürzer.

War klar, dass die Rangnick-Kicker ausgerechnet gegen uns wieder in Hinrunden-Erfolgsspur kommen, oder?

Das Eduardo gegen uns nach seiner Sperre zurückkehrte – daran konnte man nix ändern, dass dieser aber gleich mal direkt an der Drehung unseres völlig verdienten 0:1 beteiligt war – perfektes Timing…

Auf der anderen Seite:

Auch hier – womit wir beim roten Faden dieser Rückrunde, dieser Saison sind – muss man einfach mal klarstellen, dass diese beiden Hoffenheimer Tore allenfalls Kosmetik gewesen wären, wenn der FC Bayern – hier sei vor allem unsere Offensive genannt – nicht solch eine eklatant schlechte Chancenverwertung hätte (-> Toni!)!!

Die Offensive ist das eine, unsere Defensive ein ganz anderes Problem.

Meine Güte. Woche für Woche rede ich hier über Nervosität, Fehlpässe und Formkurven, die ins Bodenlose abstürzen. Demichelis ist nach seiner letzten Hammersaison nur noch ein Schatten seiner selbst. Auch der Trainerwechsel hat daran nichts geändert.

Schlimm. Was sind dafür nur die Gründe?

Vielleicht die fehlende Breite in unserem Kader? Dringend benötigte Pausen – auch gedanklich – sind nicht möglich, weil in der Hinterhand genauso hanebüchene Spieler lauern. Und zu allem Überfluss muss dann auch noch Lucio, gelernter Innenverteidiger, den Rechtsverteidiger geben, weil wir einfach keinen anderen haben. Noch nicht mal einen schlechten, denn die (Lell, Oddo) sind auch noch alle verletzt. Und so stürmt Lucio – in seiner Hitzfeld’schen Unart – nun stümperhaft über die Aussenbahn und lässt defensiv Lücken zurück, die jeder Beschreibung spotten.

Hinzu kommt noch, dass selbst sämtliche Fallbacks entweder verletzt (Altintop) oder rekonvaleszent (Zé Roberto) sind.

Vielleicht liegt’s aber auch einfach nur an der fehlenden Absicherung, dass unsere zu langsame Abwehr (bis auf Lahm) den Wellen eines jeden Gegners kaum etwas entgegen zu setzen hat. In der Vorsaison räumten van Bommel und Zé Roberto da alles ab. In dieser Saison zeigten beide Schwächen. Gestern war van Bommel – trotz drohender Gelb-Sperre im Endspiel gegen Stuttgart – fast der einzige Mittelfeldspieler, der dagegenhielt und dies auf eine sehr souveräne Art und Weise. Respekt.

Apropos Mittelfeld.

Ein Grauen.

Ribéry in Halbzeit 1 mal wieder Weltklasse – auch dank eines überforderten Gegenspielers. In Halbzeit 2 dagegen ging auch er in der Lethargie und der Demotivation durch das 0:5 in Hannover unter.

Aber Ribéry hatte wenigstens noch seine Höhen im Spiel.

Leute wie Schweinsteiger und Sosa spielten über ihre gesamte Einsatzzeit einen Stiefel, der ein Affront gegenüber jedem mitleidenden Bayern-Fan war.

Immer öfter und immer mehr frage ich mich, was eigentlich mit Spielern wie Schweinsteiger und Sosa los ist.

Ok. Sosa erweckte zuletzt den Anschein, dass er es nach 1,5 Jahren mal endlich geschafft hat, sich zu aklimatisieren. Falsch gedacht. Weder dem Druck eines normalen Spiels, noch dem einer Meisterentscheidung kann er standhalten. Das sind keine guten Karten für die van-Gaal-Analyse zur neuen Saison, Jose Ernesto!

Und Schweinsteiger?

Bei Schweinsteiger frage ich mich permanent (vor allem nach seiner Vertragsverlängerung): Ob er weiß, was schnelles Direktspiel ist?

Sein gestriges Angebot in diesem Zusammenhang war erneut eine Frechheit. Wenn er schon selbst nichts mit dem Ball anzufangen weiß, dann soll er ihn wenigstens an die, um ihn herum laufenden Kameraden abgeben. Stattdessen tritt er gerne mal auf dem Ball und schaut, was sonst noch so los ist. Oder spielt gerne mal den Rückpass. Nur so, damit man nicht allzu sehr ausser Atem kommt.

Sowas macht mich wahnsinnig. Und Leute wie Ribéry sicherlich auch. Zum Glück spielen die nicht auf einer Seite, ansonsten wäre Ribéry bestimmt schon längst handgreiflich geworden.

Man muss sich das einmal vorstellen. Wolfsburg schießt gerade den Gegner aus dessen Stadion, der FC Bayern liegt „2:2 hinten“, Stuttgart führt und wenn Hertha noch ein Tor macht, spielen wir nächsten Samstag nur um Platz 3.

Und dann sehe ich Konterfußball des FC Bayern, der mich daran zweifeln lässt, ob bei Premiere gerade die Slow-Motion-Taste gedrückt wurde.

Da lasse ich auch die Entschuldigung von UH nicht gelten, dass „das Spiel in der ersten Halbzeit Kraft gekostet hätte“ und dass es ja ohnehin so warm gewesen wäre, oder was auch immer.

Kraft gekostet?

Hallo? Wo sollte der FC Bayern denn aktuell sonst noch so seine Kräfte vergeuden? Wir sind aus allen anderen Wettbewerben zuvor schon ausgeschieden. Und zwar jeweils mit Pauken und Trompeten!

Ist unser Training so anstrengend, dass wir im Spiel ab der 60. Minute keine Kräfte mehr haben?!

Unfassbar.

Und Podolski? Achja, den haben wir ja auch noch. Erste Halbzeit – zusammen mit Ribéry – stark. Danach in der Sosa-Liga.

Und Toni? Tor gemacht. Aber ähnlich wie Klose in der letzten Saison in Schalke: Perfekt von Ribéry angeschossen.

Ansonsten trifft Toni seit Wochen und Monaten das berühmte Scheunentor nicht mehr. Dem fehlt der Druck. Meiner Meinung nach muss jetzt gegen Stuttgart auf jeden Fall Klose in die Startelf. Um den zweiten Platz sollen sich über die Woche Toni und Podolski prügeln. Aber nicht zu viele Kräfte vergeuden…

Tja.

Aus meiner Sicht war’s das mit der Meisterschaft.

Warum? Ein Sieg der Bayern und eine Niederlage der Wolfsburger und schon sind wir Meister?!

Sicher.

Aber immer wenn ein FC Bayern auf einen Nordverein wie Werder oder den HSV angewiesen war, ging das in die Hose. Da würde ich nicht einen Cent drauf wetten, dass sich Werder übermäßig gegen Magaths Wölfe reinhängt. Erstens weil der letzte Spieltag eingerahmt ist von den beiden Endspielen Werders und zweitens, weil sie so den FC Bayern zum Meister machen könnten. Das ist schon allein per Lemke’scher Dienstanweisung verboten…

Nein.

Es ist einfach lächerlich, dass der FC Bayern – auch am letzten Spieltag – überhaupt noch Meister werden kann. Nach dieser Saison.

Einzig und allein die Tatsache, dass sie Pseudo-One-Touch-Fußballer aus Berlin es nicht mehr werden können, erfüllt mich mit Freude an diesem tristen Tag. Wenigstens etwas. Einen Meister mit dieser Spielweise hätte ich nicht ertragen. Dann doch jetzt lieber Wolfsburg.

Mein ursprünglicher Lieblingsmeister hat sich gestern geändert. 😉

Wir ziehen uns aus dieser Veranstaltung zurück! Wir sind ein seriöser Klub.

So Bayern-Boss Rummenigge zum Ende der bayerischen Bemühungen um Werder-Diego.

Zunächst einmal gibt es hierfür zweierlei Deutungen.

Erstens: Die Bayern haben erkannt, dass sie keine Chancen im Kampf um Diego haben und versuchen unter Wahrung ihres Gesichtes aus der Sache rauszukommen.

Zweitens: Die Sache lief tatsächlich unseriös.

Vermutungen.

Fest steht zumindestens inzwischen wohl, dass die Bayern tatsächlich Interesse hatten und es Verhandlungen gegeben hat.

Dann hört es aber schon auf.

Und lassen wir mal die Polemik aussen vor, die jetzt von den üblichen Verdächtigen hineingetragen wird.

Erschrocken hat es mich zum ersten Mal, als ich diesen Artikel las. Vor allem das, was ich über Giacomo Petralito erfuhr. Einem Mitglied des Diego-Netzwerkes.

Über den Signore sizilianischer Provenienz hatte der Züricher Tages-Anzeiger unlängst geschrieben: „Wesentlicher ist, dass er nur ein Spielervermittler von zweifelhaftem Ruf ist.“ Der Verfasser dieser Zeilen hatte dabei eine argentinische Zeitung zitiert, welche dem umtriebigen Agenten unterstellt hatte, dieser habe sich in Rosario als Vizepräsident von Grashoppers Zürich ausgegeben.

Was Petralito nicht nur vehement bestritt, sondern dem Journalisten anlässlich einer zufälligen Begegnung wenig später auf dem Züricher Trainingsgelände auch mit Fäusten und Tritten einzuprügeln versuchte. Der übel malträtierte Journalist hat Strafanzeige gegen den Raufbold gestellt.

Ok. Eine Randnotiz.

Schlimm wird die Geschichte, als mir heute mehr – vermeintliche – Details zu Augen kamen.

Vorgestern dann überschlagen sich die Ereignisse: Wieder ist Papa Diego in München […] Es wird konkret über Zahlen gesprochen. Der Schweizer Spielerberater Giacomo Petralito erfährt von dem Treffen in München […] und sieht den Wechsel nach Italien plötzlich gefährdet.

Er droht: „Alle drei Parteien haben unterschrieben! Jeder andere Klub, der sich um Diego bemüht, macht sich strafbar. Ich halte die Münchner für seriös genug, diesen Fehler nicht zu begehen.“

Nun kommt den Bayern die Sache komisch vor. Die Ermittlungen beginnen. Gespräche zwischen Juve und Bayern, Telefonate zwischen den Münchnern und Werder. Ergebnis: Papa Diego will die Vereine gegeneinander ausspielen!

Karl-Heinz Rummenigge: „In einem Gespräch mit Klaus Allofs von Werder hat sich herausgestellt, dass da scheinbar schon Einigung mit Juve erzielt wurde. Das wirkt alles sehr irritierend auf uns.“ […]

Aber warum ist Djair da Cunha dann gleich zwei Mal nach München gereist, wie BILD gestern bestätigt wurde? Warum verhandelt er mit den Bayern, wenn mit Juve alles klar ist? […]

Die Antwort: Reine Gier!

Diego und sein Vater versuchten die Ablösesumme in die Höhe zu treiben, weil sie daran mit 15 Prozent beteiligt sind…

Menschlich verständlich, aber ich will – ehrlich gesagt – solche Leute gar nicht in München haben. Weder den Spieler, noch seine Berater.

Sicher.

Von der Qualität her hätte ich Diego gerne neben Ribéry spielen sehen wollen, aber um welchen Preis?

Nein. Unser neuer Trainer soll jetzt mal sein Konzept vorlegen (hoffentlich hat er eins) und dann die Spieler benennen, die er dafür noch braucht. Ein Diego wird’s nicht sein, aber vielleicht eine vergleichbare Lösung. Für weniger Geld und vor allem seriöser

Jetzt ist's aber auch mal gut, Tim

So sehr man sich als Werder-Fan und Nicht-HSV-Sympathisant auch über die drei Siege in vier Derbys freuen kann, so sehr sollte man dann jetzt aber bitte auch mal langsam anfangen sich ein wenig zurückzuhalten. Aber Herrn Wiese fehlt dieses Gen einfach.

Nach dem kaum gefährdeten 2:0 der Bremer gegen den Hamburger SV ließ sich Bremens Lautsprecher wieder zu einem schweren verbalen Fehltritt verleiten: „Scheiß HSV“, skandierte der Torhüter am Zaun vor der Werder-Kurve ins Megaphon – und der gesamte Fanblock brüllte mit. […] Der DFB-Kontrollausschuss wird ein Ermittlungsverfahren gegen Wiese einleiten.

Wiese selbst begründet dies auf seine Weise.

„Ich habe nach dem Spiel viel Adrenalin im Blut gehabt. Es war sicher nicht in Ordnung, aber es kam aus der Emotion heraus. Mir wurde das vorgesagt, da habe ich es ins Megafon gebrüllt.“

Naja. Selbst denken kann man da auch nicht mehr erwarten.

Wiese bleibt eben Wiese.