Menschenhandel jetzt auch beim FC Bayern?

So könnte man denken, wenn man diese Meldung liest:

Der FC Bayern München hat Pierre „Pier“ Larrauri verpflichtet. Der 13-Jährige wird in seinem Heimatland bereits als der „neue Lionel Messi“ bezeichnet.

Nun. Der Verein hat inzwischen dementiert. Und zwar heftig. Wie übermittelt wurde.

„Da ist überhaupt nichts dran. Der Junge war zweimal beim Probetraining hier, das war es. Einen Vertrag gibt es nicht“, sagte Werner Kern, Leiter des „junior teams“ des FC Bayern.

Man kann von diesen Dingen halten was man will, aber wir haben ja schon Probleme gerade volljährig gewordene Spieler aus Südamerika hier zu integrieren, wie soll das erst mit Jugendlichen klappen? Auf der anderen Seite könnte er im Jugendinternat aufwachsen (allein das Wort) – der Druck, dass man von ihm quasi erwartet eben dieser neue Lionel Messi erst noch zu werden ist schon ziemlich heftig. Geht eigentlich gar nicht. Dann hat man halt Pech gehabt und der Spieler wird mit 18 ziemlich teuer oder spielt bei richtigen Monopoly-Vereinen wie Chelsea oder Real. Punkt.

SO sieht Souveränität aus

Im Gegensatz zu einigen anderen Fußballprofis gehen Bayern-Spieler mit einer gewissen Souveränität durchs Leben. So könnte man zumindestens meinen, wenn man das hier liest:

Torsten Frings hat es ganz schwer erwischt. Ein Innenbandriss legt den Mittelfeldspieler des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen kurz vor Saisonstart lahm. […] die Konkurrenz sollte ob der plötzlichen Schwächung der Hanseaten eigentlich frohlocken. Aber dem ist nicht so. Als die Kollegen des FC Bayern München von Frings‘ Unglück im Testspiel gegen Paderborn hörten, schrieben sie ihm sofort eine SMS. „Miro, Klose, Schweini und van Bommel haben mir eine aufmunternde SMS geschickt. Das finde ich stark“, erzählte Frings

So kann das auch gehen, Herr Wiese.

Abgesehen davon wüsste ich gerne wer hier mit „Miro“ gemeint ist, wenn Klose direkt danach ebenfalls noch erwähnt wird. Oder hat die B**D mit Herrn Frings hier ein Interview im Zustand der Restbetäubung gemacht?

Schalke holt den Ligapokal, oder?

Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Schalke in dieser Saison wahrscheinlich vom Glück verfolgt werden wird. Nach der Grottenleistung im Viertelfinale gegen Karlsruhe und einigen starken Minuten gegen Nürnberg, stießen die Gelsenkirchener ins Finale des Ligapokals vor.

Die Bayern hatten zwar die schwereren Gegner, zogen aber jedes Mal nach.

Jetzt kommt es zum Showdown in Leipzig und was passiert?

Das neue Sommerpausen-Traum-Mittelfeld zerbricht!

Ribéry bekam die Härte des Meisters zu spüren und fällt fürs Finale aus. Bastian Schweinsteiger ist erkältet und fällt laut Hitzfeld ebenfalls aus. Ganz zu schweigen von van Bommel, der nach „krass sportwidrigen Verhalten“ für Leipzig und „bis 2010 im Ligapokal gesperrt ist“.

Ich hoffe, die versammelten Bayern-Kritiker nehmen es zur Kenntnis, dass „endlich auch mal ein Bayern-Schw**n“ gesperrt wurde.

Es hilft ja nichts, aber bis auf Zé Roberto werden alle Zauberer der Vorbereitung im Endspiel wohl nicht auf dem Platz stehen. Klose schon. Der scheint wieder arbeitsfähig. Allein, es bleibt die Frage, wer ihn bedienen soll.

Altintop? Stimmt, der spielt ja auch. Hatte ich übersehen. Aber Toni immer noch nicht und ob Sosa ersatzweise in die Ribéry-Rolle schlüpfen kann ist gleichfalls fraglich.

Mal schauen, wer am Ende die 2 Mio. Euro Siegprämie abstaubt.

Na endlich erbarmt sich jemand

Zum Schluss wurde es grotesk.

Der Verein bat Hitzfeld RSC nicht mehr im Ligapokal einzusetzen. Und das wo wir ausser einem 19-jährigen Amateur keinen Stürmer mehr parat hatten.

Auf der anderen Seite: Hätte Santa Cruz wirklich so gut spielen können wie Sandro Wagner??

Eben.

Viel Glück in Portugal, Roque. Jetzt kannst Du uns allen ja endlich zeigen, was Du wirklich drauf hast und wie sehr wir Dich doch all die Jahre behindert haben…

Vorbereitung, B-Teams und Finale

Ich weiß. Bei Werder fehlten Diego, Naldo und Alberto. Und bei Stuttgart erst. Alle Mexikaner. Gomez. Und sowieso 10 Spieler aus der Startformation (O-Ton Veh).

Aber Bayern hatte überhaupt keinen Sturm am Start und zu Beginn eine wackelige Kette, mit einem Jansen, der sich aktuell noch (selbst) finden muss. Ganz zu schweigen von dem noch nicht perfekten Spiel. Eingespielt ist da noch lange nicht alles. Kann es nicht sein.

Aber trotzdem. Trotzdem haben die Bayern nicht nur gegen den Dritten der Vorsaison sondern auch gegen den amtierenden Meister phasenweise so etwas ähnliches wie ein Feuerwerk abgebrannt. Hitzfeld hat Recht: Gegen Stuttgart war das Spiel schwieriger, weil die eben nicht mitspielen wie die Bremer.

Trotzdem gelang es Zé Roberto, Ribéry, Altintop und Schweinsteiger derartigen Druck aufzubauen, dass die Bayern in HZ1 60% Ballbesitz hatten.

Man muss das verstehen: Ich bin Bayern-Fan. Schönspielende Teams habe ich in den letzten Jahren oft nur in der Arena- oder Premiere-Zusammenfassung gesehen, nicht immer, wenn die Bayern beteiligt waren. Ein wenig Vorfreude wird also erlaubt sein.

Mir ist klar, dass der IST-Zustand noch nicht viel Aussagekraft hat und fast alle Top-Teams noch nachlegen werden. Aber auch die Bayern haben noch jede Menge Luft nach oben. Und wenn die Offensiv-Abteilung erstmal eingespielt und ins Rollen gekommen ist, fällt die eine oder andere Schwäche in der Defensive nicht mehr so ins Gewicht. Aber wieso eigentlich Schwäche? Was spricht dagegen, dass sich Lucio weiter stabilisiert, van Buyten endlich ankommt in München und Ismael völlig gesund wieder Druck auf die beiden ausübt? Ganz zu schweigen von den Flügeln, wo es drei Spieler für zwei Positionen gibt, ein Lahm offensichtlich langsam zur Besinnung kommt, Jansen ohnehin Gas gibt und sogar Sagnol, unser Vize-Kapitän, aufpassen muss…

Nein. Im Moment bin ich mal vorsichtig optimistisch. Bis Samstag. Dann geht’s gegen Schalke. Und ich erwarte erneut einen Einbruch. Bekomme ich stattdessen erneut Dominanz?

Superduperspitzenbombenmeldung

Na fein. Der FC Bayern spielt im Free-TV.

Das ist jetzt zum einen keine wirkliche Überraschung und zum anderen muss man sich diese Meldung mal genauer durchlesen:

Alle Heimspiele des UEFA-Cups in der kommenden Saison werden im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein. Darauf verständigten sich der Vorstand der FC Bayern München AG und die Pro7Sat.1-Gruppe, die sämtliche UEFA-Cup-Heimspiele bis einschließlich Achtelfinale aus der Allianz Arena in München übertragen wird.

1. Hier geht es nur um die Heimspiele!

2. Ab Viertelfinale überträgt nur noch Premiere!

Oder verstehe ich das irgendwie falsch?

Punkt 2 ist schon länger bekannt, Punkt 1 sehe ich nicht wirklich als eine Spitzen-Idee – es sei denn, die UEFA hat festgelegt, dass die Bayern ihre Auswärtsspiele nun auch zuhause austragen dürfen. Im DFB-Pokal hat’s ja beinahe geklappt…

Als Bonbon dürfen wir Fans übrigens das Abschiedsspiel von Mehmet Scholl bei den Klappspaten der ARD schauen. Tooll.

Update: Bis einschl. Achtelfinale überträgt Pro7, ab Viertelfinale SAT1. Insofern wohl wenn Premiere da kein Veto einlegt. Oder so.

Halbfinale und keiner nimmt teil

Naja. Nicht ganz.

Aber abgesehen von dem wohl kompletten Ausfall des bayerischen Sturms zieht es nun auch unser Stammtorhüter vor, lieber zu trainieren als beim Deutschen Meister am Einzug ins Ligapokalfinale mitzuwirken.

Michael Rensing sollte beim Spiel gegen den Deutschen Meister Spielpraxis sammeln, während der 38 Jahre alte Kahn stattdessen in München blieb und mit den beiden Torwarttrainern Sepp Maier und Walter Junghans eine Trainingseinheit an der Säbener Straße einlegte.

Nimmt man nun die Aussagen der Stuttgarter hinzu, wird das gleich ja ein „munterer“ Kick.

Hallo?

Ich will gewinnen. Und zwar jedes Spiel. Und nicht erst seit der 70-Mio-Einkaufstour. Ihr nicht?

Schlimm genug, dass ich mich wahrscheinlich über Santa Cruz‘ Tore freuen muss, nein, ich muss mir auch Schalker anschauen, die gegen die beiden „schwächsten“ Teams des Ligapokals ins Finale gestolpert sind. Supi. Aber sind wir ja auch selber schuld. Einmal mehr der Platz-4-Schatten.

Jemanden fragen, der sich damit auskennt

Ich weiß. Beim Stadionbau des FC Bayern lief auch nicht alles bestens. Und langwierig war der Weg auch und nicht immer hat man derart gute Rahmenbedingungen. Aber einen Neubau würde ich immer Stückwerk vorziehen. Es muss ein Gesamtkonzept sein und sollte nicht davon gesteuert werden, wann mal wieder Geld für die nächste Ausbaustufe vorhanden ist.

Dortmund und St.Pauli sind da Negativbeispiele, Köln zur Abwechslung mal positiv zu nennen.

Durch Karsten wurde ich in den letzten Monaten immer auf dem Laufenden gehalten, was das Stadionprojekt in Bremen betrifft. Ganz ehrlich: Das Weserstadion ist ja ganz hübsch, aber dieses Rumfummeln, Logen rein, Rasenfläche absenken, etc. ist doch nichts Halbes und nicht Ganzes.

Nun schien der große Wurf gelungen: Tribünen am Spielfeldrand, neue Aussenhülle, größere Kapazität mit 50.000 Plätzen.

Das ist inzwischen Geschichte.

In den vergangenen Tagen wurde bekannt, dass die Umbaupläne für das Weser-Stadion verändert werden mussten. In der neuen, abgespeckten Version ist weiterhin die Erweiterung der Zuschauerkapazität vorgesehen. Die Kurven im Stadion-Innenraum bleiben jedoch erhalten.

Weiterhin will man die Aussenhülle komplett ersetzen und das Dach bis zum Spielfeldrand verlängern. Gleichzeitig bleiben die alten Kurven erhalten(!) und der Bau neuer Spielfeldrand-Tribünen soll so schon vorbereitet sein. Ferner werden die zusätzlichen 8.000 Plätze durch einen dritten Rand unter dieses neue Dach gepresst.

Was für ein Architekt hat das bitte entworfen?

Und was passiert bitteschön mit dem Platz unter dem Dach, wenn die alten Tribünen doch irgendwann an den Spielfeldrand wandern?

Das weiß man selber noch nicht so genau…

Über das weitere Vorgehen müssen wir uns jetzt mit dem Aufsichtsrat des Bauträgers, der Bremer Weser-Stadion GmbH, abstimmen. Der Aufsichtsrat konzipiert sich bedingt durch die letzten Bürgerschaftwahlen gerade neu.

Begründet wird das Abspecken übrigens „mit den hohen Stahlkosten“, „zusätzlichen statischen Erfordernissen“ und der überraschenden „Erkenntnis, dass bei einer Umsetzung in einem Bauabschnitt, die Kapazität enorm gesunken wäre“.

All das finde ich schade, weil es Werder gut zu Gesicht gestanden hätte, ein komplettes und „rundes“ Konzept zu verfolgen. Laut Herrn Müller war auch ein Neubau keine Alternative, weil man „dies vor 30 Jahren hätte entscheiden müssen und man sowieso noch an der Finanzierung des letzten Nordtribünen-Ausbaus abbezahlt“.

Na wengistens wird über die neue „Außenverkleidung ein Beitrag zur umweltschonenden Stromerzeugung geleistet, nämlich eine Fotovoltaik-Anlage in einer Größe von 20.000 Quadratmetern“.

Täusche ich mich, oder hat Werder aktuell zu viele „Baustellen“?