Nach dem Abschied ist vor dem Comeback

Irgendwie komisch. Da hatte ich den guten alten Zé Roberto immer als Chancentod und Schönspieler in Erinnerung und kaum ist weg, vermisst man [1] ihn. Ein wenig anders sah dies wahrscheinlich Bastian Schweinsteiger, auf dessen Position Zé spielte. Zu Saisonbeginn fasste ich dies als Chance für unseren Jungstar auf. Er wohl eigentlich auch. Allein die Wahrnehmung derselben misslang. Jemand anderer Meinung?

Zu meiner Wahrnehmung gehörte ferner, dass Zé uns nur aufgrund des zu niedrigen Vertragsverlängerungsangebotes verließ. Inzwischen sind wir alle ein wenig schlauer. Ein Felix Magath war auch hier nicht ganz unschuldig. Wie man so hört…

Bei der ersten Kontaktaufnahme vergewisserte sich Zé als erstes, wer beim FC Bayern in der kommenden Saison Trainer sein werde – „der Schleifer“ scheint einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen zu haben.

Was mich aber vollends aus der Fassung brachte, waren die News aus dem fernen Brasilien:

Zé Roberto ist nicht nur Spieler des Jahres geworden (oder habe ich das falsch mitbekommen), nein, er schießt inzwischen auch Tore (ganz zu schweigen von seinen Assists) – was ist da bloß passiert?! 😉

[1] Man bezeichnete hier in den letzten Wochen eine Bevölkerungsgruppe, zu denen ich nicht zählte.

Kausaler Zusammenhang?

Der FC Bayern hat in der abgelaufenen Saison die DFL-Fairplay-Wertung gewonnen. Wenigstens ein Titel…

Allein es bleibt die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Platzierung in der abgelaufenen Saison und den Gewinn dieser Wertung gibt..?

Der Meister kam nämlich nur auf den dritten Platz…

Sich selbst entlarvende Gerüchte

Einfach nur herrlich. Das macht richtig Spaß.

Gestern les‘ ich das das hier:

Bundesligist Bayern Münchnen will nach Stürmer-Star Luca Toni offenbar auch Tomas Ujfalusi vom AC Florenz verpflichten. […] Angeblich will Florenz den Innenverteidiger aber nicht ziehen lassen. Das berichtet der „kicker“.

Heute lese ich:

Von italienischer Seite wurde darüberhinaus Luca Tonis Mannschaftskamerad Tomas Ujfalusi angeboten. […] Von Seiten der Bayern besteht jedoch keinerlei Interesse, Ujfalusi für die kommende Saison zu verpflichten.

Köstlich. Danke Kicker.

Ist jetzt bitte endlich alles vorbei?

Die Saison ist zu Ende. Endlich.

Damit meine ich jetzt gar nicht so sehr die reine Meisterschaft und den Pokal. Nein. Die Post-WM-Saison.

Ich kann diese Phrasen vom Sommer-, Winter- Herbst- und Frühlingsmärchen nicht mehr hören. Ich will auch kein Publicviewing mehr, wenn der örtliche Kaninchenzüchterverein seine Sieger kürt. Ich will keine Beckmanns, Kerners, Poschmanns, Steinbrechers oder sonstigen Flachpfeifen mehr, die permanent die WM-Stimmung zurück-/herbeireden wollen.

Die WM war einmalig. Das meine ich im doppelten Sinne des Wortes. Man kann einen Toten nicht ewig exhumieren. Lasst es sein!

Vielleicht gibt es ja einige unter euch, die auf den Dauer-Höhepunkt stehen, die das können und wollen – ich nicht.

Schluss. Aus. Ende.

Die WM ist tot. Es lebe die EM (wenn es denn sein muss).

Aber erstmal kommt die Sommerpause mit all ihren Themen, dann die Vorbereitung des eigenen Vereins und dann die Bundesliga. Danach lange nix. Und bitte, bitte, erst danach wieder all die Phrasen, Worthülsen und das inhaltslose Geschwätz, ja?

Danke.

Billigflieger: Ein Erfahrungsbericht

Zu meinem persönlichen Abschiedsspiel für Mehmet Scholl bin ich zum ersten Mal mit sogenannten Billigfliegern geflogen. Meine Abneigung gegen derlei Verkehrsmittel habe ich anhand der erdrückenden Vorteile für ein, zwei Tage beiseite geschoben.

Thema Nummer 1: Die Zeit

Damit keiner glaubt, ich hätte mir im Vorfeld keine Gedanken gemacht: Ich habe mir recht genau die Anreisezeiten für PKW, Bahn und Flieger ausgerechnet:

PKW: ca. 5 Stunden
Bahn: ca. 4 Stunden
Flugzeug: ca. 1 Stunde

Bei Bahn und Flugzeug muss man noch die An- und Abreise zu den Flug- oder Bahnhöfen hinzurechnen, was dann Bahn und PKW auf den gleichen Wert kommen ließe, beim Flugzeug läge man immer noch weiter darunter.

Thema Nummer 2: Flexibilität

PKW: hoch
Bahn: mittel
Flugzeug: mittel

Flexibler als mit dem Auto geht es wohl kaum, lediglich Staus engen einen ein. Die Bahn fährt imho stündlich auf der Neubaustrecke, bei den Fliegern muss man sich halt seine günstigste Verbindung raussuchen…

Thema Nummer 3: Entspannung

Wer mit dem Auto anreist und eine feste Ankunftszeit hat, der hat Stress, das steht fest. Mag sein, dass dieser Stress bei allen drei Reisemöglichkeiten existiert, aber je länger die Fahrtzeit, desto weniger ist alles planbar. Hier ist also das Flugzeug Sieger. Ganz davon abgesehen, dass man nach einer derartigen Autofahrt mehr als gerädert ist, im Gegensatz zu Bahn oder Flieger.

Thema Nummer 4: Preis

Noch Fragen? In der Summe gab es zwar nicht die exorbitanten Unterschiede, aber die Billigflieger sind da klarer Sieger. Vor allem beim Gesamtpaket (Punkte 1-4) war die Argumentationslage klar.

Also die Billigflieger.

Vieles war mir bekannt, das meiste geschah auch: Kurzfristige Umbuchung des Fliegers, d.h. statt mit einer Boeing flog ich mit einer Fokker gen München, auf dem Rückflug gab es Getränke und Snacks nur gegen Bares – aber der Reihe nach:

Der Flughafen Köln/Bonn ist von Bonn bequem mit dem RE zu erreichen, insgesamt nur drei Stationen. Bahnhof unter dem Terminal. Aussteigen, Rolltreppe(n) rauf, mit selbstausgedruckter Buchungsbestätigung an den Schalter und Boarding-Card abholen.

Pünktlich einchecken, kurz warten und dann mit dem Bus aufs Rollfeld zum Flieger. Köln/Bonn ist nicht der übergroße Flughafen, man kann sein Flugzeug die ganze Zeit sehen.

Am Vortag war wohl absehbar, dass die Boeing nicht voll werden würde und daher der „spontane“ Schwenk auf die Fokker. Vom Platzangebot konnte man sich nicht beschweren, eine 2-zu-3-Bestuhlung war da sehr angenehm. Der Vorteil dieser Inlandsflüge ist ferner, dass man nach dem Start (ca. 10 Minuten) und abzüglich der Landung (ca. 10-15 Minuten) nur ca. 25 Minuten reine Flugzeit hat – das wird knapp für die Stewardessen, verwundert aber die Fluggäste (wie mich), dass das erste größere Flugloch schon zum Landeanflug gehört.

Ohne Gepäck ist man auch schnell aus dem Flughafen raus, was sogar erforderlich erscheint, wenn man mit S- und U-Bahnen noch einmal fast so lange unterwegs ist, wie der Flug gedauert hat…

Der Rückflug ging dann wie zuvor erwartet mit einem Airbus über die Bühne. Dies allerdings mit einer 3-zu-3-Bestuhlung, was es deutlich enger machte – auch der Platz zum Vordermann hätte größer sein können.

Waren die Getränke und Erfrischungen auf dem Hinflug wie gesagt kostenlos, musste man während des Rückfluges zahlen – keine Überraschung, wenn man mit Billigfliegern unterwegs ist. Auch hier der Flug herrlich entspannt und kurz. Dumm nur, dass wir ca. 10 Minuten Verspätung aus München mitgebracht haben und der RE im unterirdischen Terminal Sonntags nur stündlich fährt – so konnte ich wenigstens die kostenlose BamS komplett durchlesen, während ich 50 Minuten auf meinen Zug wartete.

Ein paar Daten (von denen man halten kann, was man will):

Hinflug:

Gesellschaft: Air Berlin

Flug: 54,- Euro
Luftsicherheitskosten: 5,- Euro
Kerosinzuschlag: 18,- Euro

Gesamtkosten: 77,- Euro

Rückflug:

Gesellschaft: Germanwings

Flug: 76,16 Euro
Kerosinzuschlag: 4,11 Euro
Luftsicherheitsgebühr: 6,72 Euro
Passenger Service Charge: 15,60 Euro
Surcharge: 7,13 Euro
Arrival Fee: 7,08 Euro
Kreditkartenentgelt: 1,79 Euro

Gesamtkosten: 118,59 Euro

Fazit: Tatsächlich gibt es aktuell zu derlei Anreise wohl keine Alternative und falls ich in nächster Zeit noch einmal Karten bekommen sollte, würde ich es wieder tun.

P.S.: Falls jemand weiß, was „Passenger Service Charge“, „Surcharge“ und „Arrival Fee“ zu bedeuten haben, darf er sich gerne melden… 😉

Weisheiten # 15

„Ich war nie einer, der auf seine Rückennummer deutet oder das Emblem küsst. Das ist Effekthascherei. Für mich der blanke Hohn. Das hat mich in den letzten Jahren in der Liga am meisten gestört. Der Trend Söldner zu sein, ist größer denn je. Das tut einem vereinstreuen Menschen wie mir weh.“

Mehmet Scholl in einem seiner letzten Interviews.

Das Haar in der Suppe

Und so hat jeder seine Windmühlen…

Die Bayern kaufen einen Spieler nach dem anderen für die neue Saison, der Umbruch geht mit großen Schritten voran. Selbst als Bayern-Fan kann man davon halten was man will – einigen Fans ist das so oder so nicht genug.

Man sucht permanent das Haar in der Suppe.

„Typisch Bayern. Kaufen wieder der Konkurrenz die besten Spieler weg.“

Der Konkurrenz? Aachen, Gladbach?

„Kauft doch endlich mal im Ausland.“

Sosa? Toni?

„Wo sind die Topstars?“

Toni & Co.?

„Toni ist doch kein Topstar…“

Achso. Klar. Stimmt. Wir rufen mal in Barcelona an. Ronaldinho will sich bestimmt ein wenig verändern.

„Keiner will zum FC Bayern wechseln.“

Alles klar.

„Die Bayern müssen endlich mal mit den Großen Europas mithalten und richtig Geld investieren.“

Reichen die bisherigen 33 Millionen Euro Transfersummen plus Gehälter? Plus die, die noch hinzukommen? Ansonsten, siehe van-der-Vaart-Story.

„Die Bayern schmeissen mit Geld um sich – wo ist das Konzept?“

Moment. Top-Stars kosten Geld, siehe oben. Die Bayern haben Defizite in diversen Mannschaftsteilen. Defensive, Offensive. Jansen verstärkt die Defensive, ist ferner offensivfreudig. Toni verstärkt die Offensive, seine Werte sprechen für sich. Schlaudraff und Altintop sind Spieler, die Abgänge kompensieren sollen (Brazzo & Co.). Sosa ist Perspektivspieler mit Spielmacher- und Offensivqualitäten. Ist es kein Konzept, Abgänge zu kompensieren? Zuvor die, nicht mehr den Ansprüchen genügen zu verifizieren und auszusortieren? Ist es konzeptlos, europaweit nach echten Verstärkungen zu suchen und sogar Top-Spieler aus Top-Ligen für den FC Bayern zu interessieren?

Man kann das alles so kritisch sehen, muss man aber nicht.

Endlich bewegt sich mal was beim FC Bayern, in eine Richtung, die ich noch vor Jahresfrist nicht für unmöglich gehalten hätte. Dabei geht es nicht darum, die Liga, Europa, die Spieler und deren Berater mit Geld zuzuschütten, sondern vielmehr um das Erreichen von Zielen, für die es anderes, besseres Spielermaterial braucht.

Klar. Erfolg ist nicht käuflich. Zumindestens nicht, wenn man keinen russischen Ölbaron im Hintergrund hat. Aber im Rahmen der eigenen, selbstständig erwirtschafteten Möglichkeiten muss man doch seine Ziele versuchen zu erreichen, oder?

Natürlich ist mir klar, dass man so niemanden erreicht, der das alles so sehen will, derlei Diskutanten sind solchen Argumenten unzugänglich – davon lasse ich mir aber meine Vorfreude und die aktuelle Anspannung, ob der täglichen Ankündigungen und aktiven Zukunftplanungen nicht trüben.

Luca-Bayern-Toni!

Der Wechsel von Luca Toni zum FC Bayern scheint perfekt.

Der AC Florenz hat den Wechsel von Luca Toni zum FC Bayern München offiziell bestätigt.

Üüüberraaaaschuuung!

Beide Vereine wollen sich morgen (30.05.) in Florenz treffen und die letzten Details klären. Toni kommt für 13 Mio. Euro Ablöse, der Vertrag wurde wohl auch schon vor einem Monat unterschrieben und garantiert dem Stürmer in vier Jahren insgesamt 20 Mio. Euro Gehalt.

Mal schauen, wie viele Tore dafür zurückkommen.

Die Bayern hatten von Anfang an offensichtlich gute Chancen, die Florentina ist uns auf jeden Fall dankbar:

Der Club-Chef freute sich darüber, dass der auch in der italienischen Serie A umworbene Torjäger ins Ausland gegangen ist. „Dass Toni zu Bayern München gegangen ist, war eine schöne Geste gegenüber dem Club und der Stadt Florenz“, sagte Della Valle.

Na dann sind ja alle zufrieden…

Update: Laut KHR sind es „exakt 11 Millionen Euro“ Ablöse.

Vorschau auf die neue Saison?

Gestern war Pokalfinale. Entspannend. Für mich als Bayern-Fan.

Warum? Na weil es zur Abwechslung mal ein Anti-Pest-und-Cholera-Spiel war. Für mich. Ich hätte es beiden gegönnt. Zumindestens vor dem Spiel. Aber der Reihe nach.

Die Woche über hatte ich kurz überlegt, ob mich das Finale interessiert, auch wenn ich als Bayern-Fan damit ja nichts zu tun habe. Entscheidung: Doch. Auf jeden Fall.

Rahmenprogramm und Frauenfinale wurden ausgeblendet, selbst die Vorberichte habe ich mir nicht angetan – bis auf ein, einmal mehr launiges Meyer-Interview. Herrlich. Davor hat jeder Reporter-Praktikant Angst. So unvermittelt kommen da die ungewöhnlichen Antworten. Man muss improvisieren. Dessen Interviews mit den Arena-Journalistik-Studenten würde ich gern öfter sehen…

Zum Spiel:

Einer meiner Gedanken vor dem Abpiff war, ob dieses Finale ein Fingerzeig auf die neue Saison werden könnte. Schließlich spielt da der aktuelle Deutsche Meister. Stuttgart also als Favorit. Eine Situation, die die Schwaben in der neuen Saison an 34 Spieltagen begleiten wird.

Nach dem Anpfiff hatte ich nur noch diesen Gedanken im Kopf. Denn alles sah nach einem typischen Bayern-Spiel aus: der Gegner legt los wie die Feuerwehr. Die Nürnberger spielten ein Pressing – es war die wahre Freude. Der VfB konnte sich die ersten 15 Minuten nicht wirklich aus der fränkischen Umklammerung befreien, auch wenn einige Spieler das im Nachgang ein wenig verdrehten.

Die Offensivprobleme der Meyer-Kicker waren aber mehr als offensichtlich: Mintal noch lange nicht wieder auf Normalniveau, Vittek gar nicht erst dabei und Schroth auch nicht wirklich gefährlich. Ansonsten wäre der Club wahrscheinlich zu Recht in Führung gegangen.

Da aber der Meister insgesamt vielleicht 5-10% besser besetzt war, kam er in der Folge doch noch zu Chancen. Eine erste hätte in einem Elfmeter münden können, was der Schiedsrichter anders sah und zwei verschiedene Perspektiven gaben selbst uns Zuschauern völlig unterschiedliche Bewertungen: Von Schwalbe bis Berührung war da alles dabei.

Eine schwäbische Belohnung für das nun befreitere Aufspielen gab es dennoch: Cacaus 1:0.

Wer jetzt glaubte (wie ich übrigens auch), dass sich das Spiel in Richtung Veh-Team drehte, sah sich getäuscht, als nämlich Marek – das Phantom – Mintal zu seinem Tor und dem Ausgleich kam. Noch eine Erfahrung für den Meister: Die Gegner legen sich nach einem 1:0 nicht mehr geschlagen auf den Rücken.

Das 1:1 muss bei einigen Spielern das neue Selbstwertgefühl angekratzt haben. Ein Gegentor gegen den Meister? Frechheit!

Anders ist es nicht zu erklären, dass zunächst und völlig aus dem Zusammenhang gerissen, Torschütze Cacau seinen Gegenspieler mit seiner Faust maltretiert und ein Fernando Meira Torschütze Mintal fast den Unterschenkel amputiert. So sah es zumindestens in der ersten Wiederholung aus.

Rot für Cacau war vertretbar, für Meira aber zwingend erforderlich! Von daher muss ich demTimo und seinen wohl vom Testosteron-Überschuss geprägten Schiedsrichter-Einschätzungen nach dem Spiel zustimmen: Er hatte nicht seinen besten Tag, Meira in dieser Situation auf dem Platz zu lassen.

Nach diesen beiden Aktionen, war für mich völlig klar: Meine neuen Sympathien für die Schwaben waren plötzlich wie weggeblasen und ich wurde zum Clubberer. Erstaunlich, aber so kann das gehen.

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt:

Der Ausgleichs-Elfmeter hatte eine klare Vorgeschichte: Zu 50% war es eine Konzession, zu 25% wollte Gomez ihn einfach haben und hob gefühlte 1,3 Sekunden vor der Berührung (die es tatsächlich gab) ab. Aber zu 25% war auch Schäfer selbst schuld daran, denn es reicht nicht, schon beim Zurutschen auf den Gegner die Arme zu heben und die Beine anzuwinkel, nein, man muss die Beine auch wirklich wegbekommen. Aber Gomez wußte wohl ganz genau, dass Schäfer definitiv in ihn reinrutschen würde.

Wie auch immer. Es kam zur Verlängerung. Die Nürnberger hatten während der kompletten 90-11-zu-10-Minuten kaum einmal ihre Feld-Überlegenheit ausspielen können und die Schwaben wurden zunehmend schwächer.

War mir klar war: In der 119. Minute würde Hans Meyer seinen Elfmeter-Killer einwechseln und Nürnberg zum Sieg führen – das es früher und per Sonntagsschuss ging – umso besser!

Es freut mich für Hans Meyer. Ehrlich. Es freut mich ferner, dass es einer schaffte, der im Osten groß geworden ist, dort schon Erfolge gefeiert hat (den FDGB-Pokal schon gewonnen, da war ich kaum geboren), nach der Wende keiner dieser weinerlichen, wehleidigen „Ossis“ wurde und jetzt endlich in (Gesamt-)Deutschland angekommen ist.

Wie ich es gestern noch in einem Vorbericht gelesen habe: Meyer hat alles Positive aus dem Osten mitgenommen: Solidarität, ein Schuss Sozialismus und einiges mehr – und genau das zeichnet(e) seine Clubberer (gestern) aus.

Herzlichen Glückwunsch, Hans Meyer!

Und der Meister?

Der zeigte sich zum ersten Mal seit dem Titelgewinn unsympathisch: Sich als das klar bessere Team darzustellen, hauptsächlich auf den Schiedsrichter zu schimpfen und ein Armin Veh, der nur noch angesäuerte Antworten im ARD-Studio gibt, so gar nicht mehr Meister-like wie noch vor einer Woche – so erwirbt man keine neuen Fanherzen. Dann hätte ja auch der FC Bayern weiterhin Meister sein können… 😉

Liebe Schwaben, gewöhnt Euch lieber mal dran, die nächsten 34 Spieltage werden genauso und nicht anders ablaufen.