Herbstmeister FC Bayern?

Na dann wollen wir mal noch ein wenig Arroganz versprühen. In der Schublade bin ich ja jetzt auch noch. 😉

Werden die Bayern Herbstmeister?

Die Frage beschäftigte mich heute, als mir auffiel, dass es ja tatsächlich nur noch 5 Spieltage in der Hinrunde sind. Wie die Zeit vergeht.

Der „unmenschliche“ Vorsprung der „übernatürlichen“ Bayern ist auf 2 Punkte geschrumpft. Wahnsinn. Das Boulevard überschlägt sich.

Bleiben wir mal auf dem Teppich und erkennen gemeinsam an, dass z.B. auch ein Ribéry mal verletzt ist und danach erst wieder ’ne Anlaufzeit braucht.

Das Restprogramm also.

Ernsthaft kommen bei 15 Punkten nur noch Bayern, Hamburg, Werder, vielleicht Karlsruhe und im äußersten Fall noch Hannover in Betracht, oder?

Die Partien:

13.Spieltag:
VfB Stuttgart – Bayern München (Mein Tipp: 0)
FC Schalke 04 – Hamburger SV (0)
Werder Bremen – Karlsruher SC (1)
Hertha BSC – Hannover 96 (1)

14.Spieltag:
Karlsruher SC – Hertha BSC (1)
Bayern München – VfL Wolfsburg (1)
Hannover 96 – FC Schalke 04 (0)
Energie Cottbus – Werder Bremen (2)
Hamburger SV – Hansa Rostock (1)

15.Spieltag:
Hansa Rostock – Hannover 96 (2)
FC Schalke 04 – VfL Bochum (1)
Werder Bremen – Hamburger SV (1)
Energie Cottbus – Karlsruher SC (0)
Arminia Bielefeld – Bayern München (0)

16.Spieltag:
Bayern München – MSV Duisburg (1)
Hamburger SV – Energie Cottbus (1)
VfL Bochum – Karlsruher SC (0)
Hannover 96 – Werder Bremen (2)

17.Spieltag:
Energie Cottbus – Hannover 96 (0)
Werder Bremen – Bayer Leverkusen (1)
Hertha BSC – Bayern München (2)
Karlsruher SC – Hamburger SV (0)

Die aktuelle Tabelle ist bekannt. Meine Wintertabelle schaut so aus:

1. FC Bayern 39 Punkte
2. Werder 39 Punkte
3. HSV 34 Punkte
5. Karlsruhe 29 Punkte
4. Hannover 26 Punkte

Jemand anderer Meinung?

T Minus 23: FC Bayern – Eintracht Frankfurt

Mann. Mann. Mann. Eine Nacht drüber geschlafen und immer noch bin ich mächtig angefressen. Aufgrund vieler Dinge. Aber der Reihe nach.

Was sich schon zur Halbzeit andeutete, wurde danach nicht viel besser.

Hilf- und harmlos umherirrende Frankfurter versuchen nicht über ihre Beine zu stolpern und konzentrieren sich in erster Linie darauf mit allem was sie haben, dass eigene Tor zu verrammeln. Schlimm.

Ok. Sowas sehen die Bayern seit Jahren in fast jedem Heimspiel. Mal nehmen die Gegner mehr am Spiel teil, mal weniger. Hinterher heißt es dann trotzdem immer wieder: „Hier war heute was möglich!“

Wie mich das langsam ank***t.

Ich kann verstehen, dass man keine Lust hat sich in München abschlachten zu lassen. Das soll hier auch kein Plädoyer dafür werden. Gleichwohl geht es aber auch mit diversen verletzten Spielern anders. Davon abgesehen höre ich diese Rechtfertigungen eines Herrn Funkel jedes Jahr, für die immer gleich schlechten Darbietungen in München. Die reichhaltigen Niederlagen, die er als Spieler gegen die Bayern erlitt, haben wohl Schaden hinterlassen.

Anyway.

Keinen Kindergarten, bitte.

Die Bayern haben die Frankfurter zwar über 92 Minuten sowas von dominiert, rekordverdächtige 38 Torschüsse abgegeben und 67% Ballbesitz an den Tag gelegt – etwas Zählbares kam dabei am Ende aber nicht heraus (jetzt kommen wir zum analytischen Teil).

Ich hatte es befürchtet (nicht die Leistung der Frankfurter, nein, unsere Probleme).

Ribéry war anwesend und agil wie eh und je. Der Alte schien er dagegen noch nicht zu sein. Sonst hätten ihm diese Frankfurter nicht ein ums andere Mal den Ball abnehmen können. Und dann erst Klose. Der wirkte über fast das gesamte Spiel wie ein Schatten. Was ist los? Ist das der Werder-Fluch? Späte Rache und ein zahnloser Miro bis Ende des Jahres?

Weltklasse hatten wir trotz allem aber auch zu bieten: Zé Roberto und van Bommel.

Ich kann mich an kein Spiel des FC Bayern erinnern, in dem zwei Spieler im defensiven Mittelfeld dermaßen abgeräumt haben. Mir ist die Zweikampfbilanz der beiden gerade nicht präsent, aber in Halbzeit 1 muss sie bei annähernd 100% gelegen haben. Anders wäre auch nicht zu erklären, warum die Eintracht in 97% der eigenen 3-4 Offensivaktionen schon an einer imaginären 30-Meter-Linie den Ball verloren…

Hinzuzählen würde ich natürlich noch Martin Demichelis!

Was der zur Zeit bietet ist ebenfalls einzigartig. Er bestätigt jetzt endlich die Vorschusslorbeeren, die es schon vor seiner Ankunft in München gab. Wahnsinn. Und kaum noch verwarnungswürdige Fouls – eine Eigenschaft die ihn früher (nicht nur für mich) zum Sicherheitsrisiko machte. In meinen Augen aktuell der beste Innenverteidiger der Bundesliga.

In ihrer Kernkompetenz waren Demichelis und Lucio allerdings gar nicht gefragt in diesem Spiel. Für sage und schreibe zwei Eckbälle musste man sich am eigenen Tor einfinden, davon abgesehen war reine Offensivarbeit angesagt.

Aufgefallen ist vielen ebenfalls wohl nicht, dass Oliver Kahn wieder im Tor stand. Diesmal ohne Kapitänsbinde, die hatte er Lucio überlassen. Als Kapitän hätte er vor dem Anpfiff sicher ebenso viel Sendezeit gehabt wie über den Rest des Spiels…

Jetzt aber mal zu den wahren Gründen für das fehlende Tor der Münchner (denn Frankfurt hätte mit Sicherheit keins geschossen):

1. Schwacher Ribéry

Ein wieder gesunder Ribéry, dem aber noch jede Menge seiner, für sein Spiel notwendigen Fitness fehlt(e). Ergo: Da er wieder auf dem Platz stand, gaben ihm fast alle den Ball, nach dem Motto „Mach mal“. Er selbst sah sich dagegen zumeist der Bewachung von bis zu vier Gegenspielern ausgesetzt und das war einfach zu viel (s. Fitness).

2. Kein Flügelspiel

Was war das denn bitte? Mit Grausen sah ich einen Lahm, der wie zu seinen „besten Zeiten“ aus der Saison 2006/07 jede, aber wirklich jede Flanke aus dem Halbfeld auf ungefähr 1,5 Meter Höhe in den gegnerischen Strafraum flankte. Und Lell? Bis zu seinem „Hallo. Wach!“ gegen Amanatidis ebenfalls so schwach wie man es ihm eigentlich zutrauen würde, er in der bisherigen Saison aber noch nicht gezeigt hatte. Meiner Meinung nach wird es noch schlimmer, wenn Sagnol erst mal wieder auf dem Platz steht. Dann haben wir das Katastrophen-Duo der Vorsaison wieder komplett. Und so wie ich Hitzfeld menschlich einschätze, zieht der das mit den beiden Rekonvalenszenten gnadenlos durch…

3. Fehlende Beweglichkeit

Bis auf Toni spielte fast die gesamte Offensive gegen phasenweise 10 Innenverteidiger am eigenen Strafraum (Stichwort Handball) reinsten Standfußball. Besonders schlimm wurde es, als Schweinsteiger in die Partie kam. Der Junge ist wirklich in einem ganz tiefen Tief!

4. Fehlende Konsequenz

Ein bekanntes Problem unserer Startruppe. Der (Irr-)Glaube an die eigene Stärke lässt den einen oder anderen lässig mit Chancen umgehen. Trifft Toni nach 13 Sekunden aus 7 Metern zum 1:0 hätte ich einen ganz anderen Bericht schreiben können. Wieso fängt er auf einmal an zu überlegen?? Es ehrt ihn, dass er in der Folgezeit so bemüht war, wie wohl noch nie in seiner Bayern-Zeit. Aber alleine gegen diesen immer fester werdenden Beton zu kämpfen, war zu viel. Selbst für einen Weltmeister.

5. Hitzfeld

Hitzfeld? Ja. Ihm fehlte erneut der Mut einen Kroos nicht nur im Kader zu haben, sondern gar einzusetzen. Eckbälle und Freistöße hätten so zumindestens den Hauch von Gefährlichkeit gehabt und da wir gestern ohnehin 3-4 schwache Spieler mitdurchgezogen haben, hätte einer mehr oder weniger auch nichts ausgemacht.

6. Pech

Pech? Wirklich? Ja. Wir hatten das Pech, dass sich vor der Partie auch noch der letzte Rest an Kreativität aus dem Kader der Frankfurter verletzte. Hätten Streit & Co. gespielt, hätte die Eintracht wohl nicht von vorneherein ein 0:0 im Hinterkopf gehabt, sich vielmehr was ausgerechnet und dies sogar versucht.

Und was ist jetzt die Perspektive? Wie geht’s weiter?

Ich seh schwarz für die Tabellenführung am nächsten Wochenende.

Wieso?

Donnerstag UEFA-Pokal und Samstag in Stuttgart, beim offenbar wiedergenesenen Meister. Na fein.

Die DFL, mehr als beratungsresistent und in ihrer Abhängigkeit von den TV-Geldern gefangen, bringt es nicht fertig, auf die Masse der UEFA-Pokalteilnehmer zu reagieren und ein drittes Sonntagsspiel einzuführen (diese Kritik ist übrigens nicht neu und kommt auch nicht ursprünglich von mir, sondern vielmehr zunächst aus der HSV-Fan- und Leverkusen-Ecke).

Aber wieso sollte das Seifert und seine Spießgesellen auch tun, schließlich verdient die DFL an den UEFA-Pokalauftritten von Bayern, Bayer und Co. nicht einen Euro!

Also keine Veranlassung zum Handeln. Und dass so aus der wochenlangen Pseudospannung eine echte wird – umso besser für die DFL. Das erhöht die Margen beim Produkt Bundesliga.

Davon abgesehen ist mir im Grunde aber sch**ßegal wer hinter den Bayern mit welchem Abstand steht. Ich beschäftige mich mit diesen Mannschaften erst, wenn sie vor den Bayern stehen!

Und das könnte am Samstag abend der Fall sein – auch wenn ich nicht glaube, dass gleichzeitig Stuttgart gegen uns aus der Asche wiederaufersteht und der HSV in Gelsenkirchen gewinnt…

Zum Glück spielen wir ihm UEFA-Pokal zuhause und nicht am Rande Europas. Würde noch fehlen. Also könnte es sein, dass alles nicht ganz so schlimm wird. Warten wir’s ab.

Mannschaften die keiner braucht: Eintracht Frankfurt

Halbzeit in München. 0:0. Soviel Einbahnstraßenfußball habe ich lange nicht mehr gesehen. Schon ca. an der 30-Meter-Linie verlieren die Frankfurter Innenverteidiger den Ball. Wie soll das auch anders gehen, schließlich war die Vorgabe des Ex-Anti-Fußballers und jetzt Anti-Fußballtrainers Funkel [1], mit 6-8 Verteidigern zwischen 14 und 17 Meter vor dem Tor zu verharren. Nicht nur harmlos, nein gar hilflos.

Und mal ganz im Ernst: Bei Eintracht Frankfurt ist (mal wieder) nur der Support der Fans erstliga-reif!

Noch viel schlimmer ist allerdings die mangelnde Konsequenz und teilweise ein-dimensionale Spielweise der Bayern! Ribéry agil wie eh und je, ein Klose aber mehr als neben sich. Und Lahm? Was erlauben Lahm? Das ist ja wie in der letzten Saison! Wie lange sollen wir den jetzt wieder mit durchziehen?? Wie lange sollen wir hier die Ausrede „lange Verletzung“ gelten lassen?

Schlimm.

Murmeltiertag: Wann wechselt Hitzfeld endlich Kroos ein, damit wenigstens die Flanken gefährlich werden? Oder sitzt der noch nicht mal auf der Bank? Habe ich anfangs nicht mitbekommen…

Da ist noch einige Luft nach oben. Vor allem dank der Führungen von Werder und HSV!

[1] Ich weiß. Frankfurt hat in den letzten zwei Jahren auch schon mal anders gespielt. Allerdings nie gegen uns.

Heimat vs. Liebe

Die Bayern müssen im DFB-Pokal-Achtelfinale in Wuppertal antreten. Beim dort ansässigen SV.

Das bringt mich in eine leichte Zwickmühle. Habe ich doch 27 Jahre lang dort gelebt. Heimat. Auf der anderen Seite bin ich seit nunmehr fast 30 Jahren Bayern-Fan. Liebe.

Sollten wir gegen den WSV ausscheiden, würde ich sicherlich weniger schlechte Gefühle empfinden als bei jedem anderen der restlichen 14 Achtelfinal-Teams.

Will ich aber gar nicht. Und werde ich (hoffentlich) auch nicht.

Was anderes ist jetzt viel spannender: Welches Achtelfinal-Spiel wird im TV übertragen?

Die Partie Dortmund gegen Bremen ist im Grunde der Knaller. David gegen Goliath gibt es auch bei Werder II gegen Meister Stuttgart und vor allem bei RWE gegen den HSV. Die Partie der Bayern sehe ich (für die Allgemeinheit) eher als dritt-attraktivstes Spiel.

Auf Nachfrage sah aber Steffi Jones tatsächlich die Bayern an der Wupper als Top-Spiel – wer überträgt das Achtelfinale? Für den Rest der Fans rechne ich schon wieder mit dem „Schlimmsten“…

Was den WSV selbst betrifft, habe ich ihn natürlich in den letzten 7 Jahren ein wenig aus den Augen verloren. Inzwischen hat man den zweitgrößten Verein, Borussia Wuppertal, geschluckt und es tatsächlich und endlich geschafft, dass das Stadion am Zoo zum reinen Fußballstadion ausgebaut wird. Zumindestens so irgendwie.

Für alle Nicht-Wuppertaler sei diese unendliche Geschichte kurz zusammengefasst:

In den 20er-Jahren wurde das Stadion an der Wupper im Stadtteil Sonnborn auf einer ehemaligen Deponie der unweit flußaufwärts gelegenen Bayer-Werke aus dem Boden gestampft. In den 30ern versammelten sich sogar einmal über 100.000 Menschen um den damaligen Reichskanzler zuzujubeln. Dunkle Geschichte. Nach dem Krieg machte das Stadion vor allem durch seine Steher-Rennen auf sich aufmerksam. Es soll sogar noch ein Weltrekord auf der Bahn liegen. In den 70ern spielte man wenige Jahre in der Bundesliga. Das Team um Stürmer-Star Pröpper rang den goldenen Bayern der 70er im Aufstiegsjahr gar ein 1:1 ab. Euphorie. Am Ende war man mit Platz 4 der dritt-erfolgreichste Aufsteiger aller Zeiten (neben Lautern und den Bayern)!

Schnell kam dann allerdings auch wieder der Abschwung und im dritten Jahr war Schluss. Absturz ins Mittelmaß. Einige Jahre 2.Liga. Abstieg in die Oberliga.

Besagte Bausubstanz der ehemaligen Deponie führte Ende der 80er-Jahre zu massiven Statikproblemen der Haupttribüne. Ein jahrelanger Streit um Geld und Baupläne war die Folge. Da das Stadion der Stadt gehört, wurden über die Jahre 27 Mio. DM aus öffentlicher Hand verbrannt. Wohlgemerkt für eine Haupttribüne, die sage und schreibe 3.000-4.000 Zuschauern Platz bietet. Das Problem war die Aussenfassade, die unter Denkmalschutz steht und somit nicht abgerissen werden durfte.

Lange Jahre war Denkmalschutz ebenfalls Thema beim weiteren Aus- und Umbau des Stadions. Besagte Steher-Bahnen standen modernen Erwägungen im Weg.

Der oben erwähnte abgebrochene Informationsfluss hat dazu geführt, dass ich eines Tages mehr als erstaunt war, als ich im Regionalfernsehen ein Spiel des WSV sah, auf dem Baustellen-Equipment zu sehen war. Und die Bahnen wurden tatsächlich abgerissen…

Nun. Wie der aktuelle Stand Ende Januar 2008 beim Gastspiel der Bayern sein wird und wieviel Fans zugegen sein werden, kann ich aktuell nur vermuten. Ich werde es definitiv nicht sein. Und selbst eine Übertragung im TV werde ich wohl nicht verfolgen können. Denn für den 31.01.08 ist unser Kind ausgezählt. 😉

P.S. Falls ein Wuppertal- oder zumindestens WSV-Insider an obiger Geschichte Korrekturen vornehmen will – nur zu. Geschrieben habe ich es als Gedächtnis-Protokoll.

Liebling des Monats November 2007

Manuel Neuer wurde Mythos-Bayern.de – Liebling des Monats November.

Sein unnachahmlicher Abwurf in die Füße des Rostockers Marc Stein in der 56. Minute des Schalker Gastspieles an der Ostseeküste und das daraus resultierende 1:1-Endergebnis, erhöhte des Abstand der Schalker am 10.Spieltag der Bundesliga schon auf sage und schreibe 10 Punkte.

Erste Zweifel am Verhindern der Feiern zur goldenen Nicht-Meisterschaft der Knappen wurden laut. Naja. Neuer ist noch jung und kann noch lernen. Liebling des Monats kann er allerdings ebenfalls noch so einige Male werden.

Wir freuen uns.

Die eierlegende-TV-Gelder-Wollmilch-Einnahmen-Sau

Leute. Alles geht nicht. Begreift Ihr das nicht?

Schon der berühmte Fidel C. sagte, dass es nur Sozialismus oder Tod gibt – nicht beides…

Was hat das mit der Bundesliga zu tun?

Nun. Die Liga braucht Geld. Viel Geld. Damit weiterhin diverse Provinzfürsten das Geld der Allgemeinheit wild und zügellos verprassen, oder diverse Fahrstuhlmannschaften zwischen den Ligen hin und her pendeln können.

Zu krasse Sichtweise?

Sagen wir mal so. Ich hätte auch etwas gegen schottische oder niederländische Verhältnisse und ja, diese Diskussion ist nicht neu.

Aber sie wurde nicht von mir exhumiert!

Kommen wir zum Punkt.

Der Kirch-Deal. Einigen Vereinsfunktionären traten schon wieder die Tränen in die Augen, ob der Summen, die erneut im Raum stehen. Kritische Erinnerungen an einen der größten finanziellen Crashs im deutschen Fußball wurden barsch zur Seite gedrückt mit den Hinweis, dass Kirchs Imperium ja heute „gar nicht mehr mit dem vergleichbar wäre vom vor den Zusammenbruch“. Soso. Die lange Zeit mehr als nebulöse Bankbürgschaft – alles kein Problem. Millionen seid umschlungen…

Im Leben gibt es nichts umsonst. Bei den Fußballrechten gleich gar nicht!

Die Refinanzierung lässt sich nur durch die direkte Investition des Kunden gewährleisten. Will meinen: Pay-TV. Verdammt. Irgendwie muss man diese Kommunikationsform doch mal endlich kostendeckend an den Start bekommen. Ihr Deutschen, begreift das doch mal endlich!

So oder so ähnlich schwirrt es sicherlich Menschen wie Christian Seifert im Kopf herum. Überhaupt, Seifert. Heute, mit 38, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga, früher als Leiter der Abteilung Produktmanagement der Firma MGM Media Gruppe München noch selbst Teil des Kirch-Konstruktes. Ist da irgendjemand überrascht, dass er „seinen“ Deal mit Händen und Füßen verteidigt?

Zurück zum Pay-TV.

Der Hintergedanke ist, dass durch mehr Exklusivität das Pay-TV einen Kundenzustrom erlebt, der die Wahnsinnssummen wieder einspielt. Daran ist schon Kirch gescheitert und selbst das Intermezzo „Arena“ ging mit dem Gegenentwurf (günstig, auf Masse angelegt) baden.

Jetzt scheinen allerdings endlich Seifert und Co. am Ziel: Die Sportschau und somit zeitnahe Bundesliga-Berichte im Free-TV stehen vor dem Aus.

Kann man gut oder schlecht finden ist aber eine echte Kausalität. Koflers Vermächtnis.

Die (blinden) „Sozialisten“ unter den Fußball-Fans wie -Funktionären hatten sich durch den Kirch-Deal wohl mehr Geld für das Gießkannen-Prinzip versprochen, passieren wird aber insgesamt etwas anderes:

Die Gesamtsumme der Einnahmen wird sinken. Weshalb? Ganz einfach. Weil heutige Vereine immer eine Mischkalkulation fahren aus TV-Geldern und Sponsoren-Einnahmen. Sonstige Einnahmen aus Logen, Eigenvermarktung und Merchandising lassen wir mal aussen vor, denn die zählt ohnehin nur bei den großen Vereinen.

Wenn allerdings, bedingt durch den Kirch-Deal, die Sportschau verschwindet und erste Bilder im Free-TV erst ab 22:00 zu sehen sind, dann haben diverse Hauptsponsoren schon Kürzungen angekündigt. Zu Recht. Sind die Werbe- und Vermarktungsverträge doch auf Basis einer ermittelten Reichweite in der werberelevanten Zielgruppe erstellt worden. Und die verändert sich ja wohl gravierend, oder?

Man könnte jetzt sagen, dass das Problem ohnehin ja nur die Big-Player der Bundesliga betrifft und nicht die gesamte Solidargemeinschaft der Bundesliga-Vereine. Stimmt. Vor allem, wenn man in diese Richtung will. Aber eins gebe ich zu bedenken:

Wenn die Mischung kippt, sich die Vereine aufgrund sinkender Sponsoring-Einnahmen (und da sind wir in der Bundesliga in Euopa führend!) immer abhängiger von den TV-Geldern machen, dann ist ein Crash wie wir ihn mit Kirch vor Jahren schon erlebt haben nur ein Anfang. Dann werden die Provinzfürsten noch viel Schlimmeres und Existenzielleres erleben als damals.

Ehrlich gesagt bin ich da persönlich ganz entspannt.

Der FC Bayern wird zwar auch unter sinkenden Sponsoring-Einnahmen leiden, aber wir könn(t)en diese Verluste besser auffangen als manch kleiner Verein.

Macht ihr alle also einfach mal. Ich schau‘ mir das dann an und werde beizeiten ein wenig schmunzeln, wenn sich die aktuellen Wortführer und Befürworter in Wehklagen ergehen…

Sonntagsschuss, Der

Irgendwie komisch. Diese Analogie. Schon gegen Bochum, in Belgrad und gestern wieder.

Die Bayern-Gegner erzielen Tore per Sonntagsschuss.

In solchen Fällen sage ich immer spontan: „Sowas schafft der so eh nie wieder.“ Oft liege ich damit nicht ganz falsch. Aber auch bei einem Sonntagsschuss gehört immer mehr dazu als nur der Schütze. Der Gegner, der bereitwillig Platz macht (in Bochum) oder ein Torhüter, der für einen Moment lang falsch steht (in Belgrad und gegen Gladbach).

Gerade diese beiden Spiele sprechen trotzdem eine deutliche Sprache, denn abgesehen von diesen beiden „Patzern“ hielt Kahn-Thronfolger Rensing vorbildlich, gestern phasenweise gar ausgezeichnet!

Was lernen wir also daraus?

Ausser im Spiel gegen den HSV, wo der Ball ins Tor gewurschtelt wurde, benötigt der Gegner oft schon einen Sonntagsschuss, um die Bayern in Schwierigkeiten zu bringen.

Selbstverständlich ist das nur meine Sicht der Dinge. Hätten die bisherigen Gegner sicherlich ihre wenigen Tore auch anders erzielen können. Die aktuelle Stärke in der bayerischen Defensive legt mir aber eher obige Schlussfolgerung nahe. Nichts was mich ernsthaft stört…

HalloBayernween

Süßes oder Saures?

Süßsauer, würde ich sagen.

Die Bayen stehen im Achtelfinale. Verdient? Würde ich so sehen. Die Gladbacher haben in erster Linie von ihrer Frische (letztes Spiel am Freitag) und der Schlappheit der Münchner profitiert. So legten die Borussen vom Anpfiff an direkt mal los wie die Feuerwehr. Ohne zählbaren Erfolg. Und imho auch nicht wirklich gefährlich. Meine Meinung.

Uns fehlte in erster Linie das Besprochene: Ein Ribéry. Und Frische.

Aber woher soll’s kommen? 3 Spiele in 6 Tagen. Wer soll da gesunden?

All das stand allerdings schon vorher fest. War bekannt. Trotzdem gab’s eine eher verschlafene erste Halbzeit. 0:0. Das Schlimmste war zu befürchten. Trat aber nicht ein. Die Bayern nach dem Wechsel gefährlicher. Und mit dem inzwischen standardisierten 1:0 durch Toni. Ein Towartfehler? Nicht mehr oder weniger als beim Ehrentreffer der Gladbacher.

Nein. Rund um die Bayerntore waren eben diese richtig stark. Nach dem Tor für eine kurze Zeit die Ziege-Truppe. Ähnlich wie übrigens die Dortmunder am Sonntag, als die Hitzfeld-Kicker phasenweise wie abgeschnitten „spielten“.

Die Entscheidung durch Klose – Klasse. Überhaupt. Wie befürchtet schonte Hitzfeld einige erschöpfte Stars. Spricht nicht unbedingt für Gladbach. Aber die Taktik war spätestens klar, als van Bommel für Zé Roberto und Klose für Toni eingewechselt wurden (Nein, Herr Wark, nicht Klose für Lucio).

Und was wir von unseren Stars ausgeruht erwarten können, zeigte gerade Klose, der über den Platz und hinter den Bällen hinterher sprintete wie ein junger Gott – faszinierend anzuschauen.

Kurzum: Verdient gewonnen. Im Pokal überwintern. Nächstes Thema. Samstag. Spiel gegen Frankfurt.

Gladbacher Chancen

Die Chancen der Gladbacher, dass Pokal-Gastspiel in München erfolgreich zu gestalten, steigen. Im gleichen Maße, wie die auf Ribérys Mitwirken sinken.

Klar. Die zweite Liga ist mit der ersten nicht vergleichbar. Es sei denn man arbeitet beim DSF…

Ergo kann man nicht sagen, dass die Gladbacher als „zweitklassiger“ Tabellenführer auf Augenhöhe mit dem Branchenführer stehen, aber schließlich reden wir von einem Pokalspiel. Nein. An dieser Stelle keine Phrasen.

Die Gladbacher mögen einen Euphorie-Vorteil haben. Die Zirkusbegeisterung bei den Bayern ist dagegen in letzter Zeit einer gewissen Erschöpfung gewichen. Donnerstag Akrobatik in Belgrad, Sonntag Hinterherlaufen in Dortmund und Mittwoch?

Kampf über 120 Minuten? Erneut? Wie in Runde 1?

Wer weiß das schon. Vielleicht ist zur Halbzeit ja alles entschieden, die Bayern plötzlich einem Jungbrunnen entstiegen. Vielleicht schießt Gladbach aber auch ein frühes Tor, mauert sich ein, wehrt 85 Minuten jeden ideenlosen Angriff der Hitzfeld-Kicker ab und schafft, worauf laut „Boulevard“-Journalisten ganz Deutschland wartet: Die erste Niederlage der Bayern.

Das erste Gegentor, der erste Punktverlust – hatten wir schon.

Würde also nur noch das Verpassen der Meisterschaft, des CL-Platzes, der Abstieg fehlen… Ein eigenes Thema.

Im Ernst: Für mich ist das Spiel offen. Ich kann’s nicht einschätzen. Nur hoffen. Das Kroos spielt. Und Schlaudraff. Weder Sosa. Noch Schweinsteiger. Gleich gar nicht Lahm. Bitte Ottmar. Hab Mut. Es hilft. Zumindestens mir.