Verletzungen zur Unzeit

Das passt mir jetzt irgendwie gar nicht. Aber wann passen einem Verletzungen schon einmal in den Kram. Wenn ich selbst verletzt wäre, ok, aber hier geht es um Toni, Ribéry und Co.

Nachdem Toni ja schon Aua am Wadenbeinköpfchen hat, ist auch Ribéry für das morgige Testspiel in Gladbach und das Ligapokalspiel gegen Bremen fraglich.

Neben den verletzten Lukas Podolski, Jan Schlaudraff, Valérien Ismael und Luca Toni muss Hitzfeld gegen Gladbach auch auf die angeschlagenen Franck Ribéry (Oberschenkelverhärtung), Mark van Bommel (Achillessehnenbeschwerden) und Stephan Fürstner (Wadenverhärtung) verzichten.

Alles kein Problem. Sind ja nur die ersten Spiele der neuen Mio-Stars-Saison, die ich im TV (Gladbach) oder live (Bremen) sehen kann.

Stürmen wird neben Klose Sandro Wagner. Hätte der sich auch nicht gedacht, dass er mal neben dem WM-Torschützenkönig gesetzt sein würde.

Naja. Die Saison ist halt wichtig. Nicht so ein Fan wie ich und seine Ungeduld. Seh‘ ich ja auch ein. Irgendwie. Irgendwo. Irgendwann.

Faserrisses in der Bizepssehne am Wadenbeinköpfchen

Soso. Das ist also die Verletzung vom Toni Luca‘.

10 Tage Pause. Zu den wichtigen Spielen im Pokal (06.08.) und Bundesliga (11.08.) ist er wieder fit. Ich dagegen werde ihn am Samstag beim Ligapokal nicht sehen. Na toll.

Und alles nur wegen irgendso einem Spinner aus Albstadt. Savas Jesilelma heißt der übrigens. Vielen Dank auch.

Falls den also jemand kennt oder mal sieht: Bestellt ihm schöne Grüße von mir.

Davon abgesehen wird es jetzt gegen Bremen irgendwie eng:

Der Ex-Bremer Klose ist momentan der einzige fitte Angreifer. Die Nationalspieler Lukas Podolski (Knie) und Jan Schlaudraff (Bandscheibe) stehen nach ihren Operationen noch mehrere Wochen nicht zur Verfügung. Und Roque Santa Cruz, Stürmer Nummer fünf im Bayern-Kader, befindet sich nach seinem Einsatz für Paraquay bei der Copa America in Urlaub.

Und was haben wir zusätzlich im Hinterkopf? Werder will Klose zusammentreten. Wenigstens bin ich dabei und kann mir das Nummernschild merken…

Eine Frage des Charakters

Ich weiß. Der Bericht hat einen Bart. Aber zum einen brennt der mir selbst schon Tage unter den Fingern und zum anderen ändert sich an den Charakteren sowieso nichts. Zeitlos. Wie Wiese eben. Zeitlose Charakterbrazzen.

Worum geht’s? Um das erneute Nachtreten von Tim Wiese. Dabei dachten wir, dass hätte der neue Leader im Werder-Trikot schon längst erledigt. Nein. Klein Timmi will auch noch was sagen.

„Bei Standards stellen wir Mertesacker und Naldo ab, dann wird Klose nix reißen. Schießen war eh noch nie seine Stärke. Wir werden gut gegen ihn stehen, und es wird schon auf die Knochen gehen.“

Wir halten fest: Die Stimmung im Werder-Umfeld hat sich im Nachgang des Klose-Transfers noch einmal verschärft. Und Spieler wie Tim Wiese sind wie sie sind: Geschmacksfrei, akrobatisch und mit seinen Sprüchen immer ganz vorne (wer erinnert sich noch an das Ende der Hinrunde?).

Klar. Das Thema Klose war ebenso leidig, wie langwierig. Aber es ist durch. Was geht dann also Typen wie Wiese und Frings durch den Kopf, wenn sie nun die Stimmung derart aufheizen? Da kann man eigentlich nur froh sein, dass Bremen sein Stadion noch nicht umgebaut hat, denn dann würde so sonst sicherlich ein Wurfgeschoss-Regen einsetzen, der kaum zu verantworten wäre.

Einen weiteren Einblick in seine Seele offenbart uns Wiese übrigens auch noch:

„Er wird ausgepfiffen, und ich kann die Fans verstehen, dass sie pfeifen, denn Klose ist ausgerechnet zu den Bayern gegangen“, meint Wiese. Wie der Nationalstürmer die Unmutsbekundungen wegstecken wird, ist ihm so ziemlich egal. „Ich kann es nicht sagen, aber wir wissen ja, dass er ein sensibler Junge ist…“

Das Herr Wiese keine Probleme mit seinem Selbstbewußtsein hat, ist uns klar, wieso sonst müsste er all die positiven Zeitungsschnipsel über sich auf seiner Webseite sammeln…

Wie soll man also mit derlei umgehen?

Gar nicht. Gegen Werder spielen und gewinnen. Klar. Und ohne Zweifel. Wiese die Bude vollhauen. Was weiß ich. So schwer und doch so einfach.

Wohlan, lasst es uns tun.

Battle of Ersatzbank

Weiß Michael Henke davon?

„Ich habe einen guten Draht zu ihm, wir liegen auf einer Wellenlänge, haben eine ähnliche Fußballphilosophie. Das könnte eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit werden. Ottmar und ich, das wäre ideal.“

So derLothar in seinem nächsten Bewerbungs-Interview.

Ich habe noch gar nicht mitbekommen, dass das Duo Henke-Hitzfeld vor dem Aus steht? Aber Loddar hat bestimmt wie immer die besten Quellen.

Allerdings wäre ein bayerischer Co-Trainer Loddar nach der Bundesliga-Rückkehr von kleines, dickes Ailton schon das zweite phonetische Highlight.

Saison 2007/08: Neuzugänge # 9: Miroslav Klose

Um Miroslav Klose (*9. Juni 1978 als Miroslaw Kloze in Oppeln) spielte sich in diesem Sommer und Frühjahr eines der anstrengensten Transfer-Theater der letzten Jahre ab. Details erspare ich diesem Beitrag, die sind entweder bekannt oder kann der geneigte Leser hier nachlesen.

Klose ist beim FC Bayern angekommen. Meiner Meinung nach wäre er vorher noch nicht reif dafür gewesen. Einige hatten ihn ja schon 2004 für die festgeschriebenen 5 Mio. auf der Liste. Für seine Entwicklung war es allerdings gut, dass er aus der Pfälzer Provinz zunächst in der Bremer Provinz die Luft Europas schnuppern konnte. Die WM-Erfahrung trug ihr Übriges dazu bei. Zum Glück waren die Bayern nicht so umnebelt, Klose schon 2006 kaufen zu wollen und den Klose-Reinerlös der Bremer statt der jetzt 7 Millionen auf 20 Millionen zu steigern.

„Glück“ für Bayern, „Pech“ für Bremens Schatzmeister.

Genug davon.

Der Aufstieg Kloses ist ohnehin als rasant zu bezeichnen. In Polen geboren. In Frankreich gelebt (seine Vater spielte in Auxerre) und als Aussiedler mit seiner Familie im Alter von 8 Jahren in der Pfalz gelandet. Wie sich das gehört, spielte er Fußball, schloss sich der Jugend des SG Blaubach-Diedelkopf an, spielte alle Jugendmannschaften durch und nach der A-Jugend noch im Bezirksliga-Team, um danach in die Verbandsliga zur zweiten Mannschaft des FC Homburg zu wechseln.

Die Geschichte des Lautern-Fan, der gestern noch auf der Stehplatz-Kurve im Fritz-Walter-Stadion stand und heute auf dem Rasen spielt, ist ebenso legendär wie ausgelutscht, hat sich aber tatsächlich so abgespielt, denn aus Homburg wechselte er 1999 zwar zunächst in die zweite Mannschaft des Pfälzer Großvereins, schon im April 2000 debütierte er aber in der ersten Mannschaft. Ein Jahr später gar Nationalspieler geworden, erzielte er im ersten Spiel in Leverkusen gegen Albanien gleich den Siegtreffer. Die anschließende WM in Asien machte ihn international bekannt, die Pfälzer Finanzprobleme 2004 zum Bremer.

Alles irgendwie eine Entwicklung. Mit Steigerungen. Was jetzt noch kommt? Titel. Oder?

Sein Profil:

Alter: 29
Größe: 1,82 m
Nationalität: deutsch
Position: Sturm

Seine Transferdaten:

Saison 07/08, von Werder Bremen zu FC Bayern München (Ablöse: 12 Mio. Euro)
Saison 04/05, von 1.FC Kaiserslautern zu Werder Bremen (Ablöse: 5 Mio. Euro)
Saison 00/01, von 1.FC Kaiserslautern II zu 1.FC Kaiserslautern (Ablöse: -)
Saison 99/00, von FC 08 Homburg II zu 1.FC Kaiserslautern II (Ablöse: -)
Saison 98/99, von SG Blaubach-Diedelkopf Jugend zu FC 08 Homburg II (Ablöse: -)

Seine Leistungsdaten:

2004 – 2007, Werder Bremen 89 Spiele (53 Tore)
1999 – 2004, 1.FC Kaiserslautern 120 Spiele (44 Tore)
1998 – 1999, FC Homburg (Verbandsliga)
Bis 1998, SG Blaubach-Diedelkopf (Bezirksliga Westpfalz)

Tja, diese Chance haben wir verpasst

Meine Güte. Diese Sommerpause hat ja richtig Weltniveau

Zinedine Zidane hätte gerne für den Deutschen Rekordmeister FC Bayern München gespielt. […] „Ich hatte leider nie ein Angebot, obwohl ich den Verein immer im Auge hatte und bewunderte“ […] Für den Mittelfeldspieler ist der FC Bayern eine Institution. „Zizou“ zählt die Münchner mit Real Madrid, AC Mailand und Manchester United zu den vier großen Vereinen in Europa.

Hört man immer gerne. Allerdings muss man das relativieren, denn er sagte dies auf einem „Event seines Ausrüsters“. Und der heißt: Adidas.

Eben.

Dass Zidane nie ein Angebot vom FC Bayern bekommen hat, mag auch daran liegen, wer den so alles empfohlen hat…

Im August letzten Jahres hatte Berti Vogts Zidane in einem Beitrag der Zeitschrift „TV Movie“ als Nachfolger von Michael Ballack beim Deutschen Rekordmeister vorgeschlagen.

Premium-Experten unter sich.

Na er muss es ja wissen

Herr Sammer wollte auch mal wieder was zum Sommerloch betragen. Schließlich hat er als… was macht er eigentlich so beim DFB?

Wie auch immer. Er hat was gesagt. Über den FC Bayern. Über den reden ja sowieso alle. Und weil am Anfang alle gejubelt haben, ob der Investitionsfreude des Vereins und der Weltstars, die die Bayern endlich in die Bundesliga holen, wird jetzt natürlich genörgelt. Deutschland eben.

Die gleichen Weltstars sind jetzt plötzlich die Totengräber der armen deutschen Jugend. Der Fußballer-Jugend.

„Das ist ärgerlich für Schweinsteiger und Podolski, weil sie nun erst einmal an Grenzen gestoßen sind und ihre Entwicklung möglicherweise gehemmt wurde.“

Ach so. Also für die deutsche Jugend spielt der Leistungsgedanke keine Rolle, ja?

Im Grunde bin ich diese Diskussion echt leid. Irgendwie.

Im Verein soll man Podolski, Schweinsteiger und Co. also den roten Teppich ausrollen und wenn die Nationalmannschaft mit all den in Watte gepackten Nationalspielern gegen Frankreich (mit Ribéry) oder Italien (mit Toni) spielt, ist plötzlich wieder Kämpfen angesagt?

Zum Glück sagt Herr Sammer in diesem Interview noch mehr:

Die Bayern könnten es sich bei ihren hohen Ansprüchen nicht leisten, auf die fehlende Reife und Konstanz der beiden 22 Jahre alten Jungstars Podolski und Schweinsteiger Rücksicht zu nehmen. „Wären sie drei Jahre weiter, hätte Bayern die Transfers nicht machen müssen.“

Desweiteren schon mal daran gedacht, wieviel man von solchen Spielern lernen kann? Und welche Leistung es wäre, sich trotzdem gegen die sog. Weltstars durchzusetzen?

„Poldi“ und „Schweini“ hatten in der letzten Saison ganz andere Probleme, aber durch dieses Stahlbad mussten sie gehen und der Verein braucht sie genauso wie all die Neuverpflichtungen. Auch Weltstars werden älter. Auch Weltstars sind mal verletzt, mal überspielt. Dann brauchen wir hungrige, junge Spieler, die parat stehen um anzugreifen.

Kapiert?

Paule is back?

Kommt Paul Paule Breitner wirklich wieder zurück zum FC Bayern? So richtig? Gar als Vorstand?

Nachdem Breitner zuletzt wohl sehr erfolgreich als Scout für den Vorstand unterwegs war und, wie man so hört, großen Anteil an der Verpflichtung von Toni und Ribery hatte, ist man beim Verein von ihm wieder mehr als begeistert, will ihn an die Schalthebel des Vereins holen.

Paul Breitner soll Karl-Heinz Rummenigge, sowie seine Nationalmannschafts-Kollegen aus der 70ern, Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer, unterstützen.

Breitnigge reloaded! 😉

Dafür spricht im Übrigen auch, dass Breitner seine BamS-Kolumne einstellt. Ein Job, der selbst beim Kaiser kaum mit seiner Führungsaufgabe zu vereinbaren ist. Vielleicht steht aber hier, ähnlich wie bei der Zé Roberto-Verpflichtung, ein Hoeneß-Deal im Hintergrund, für den FC Bayern auf einiges zu verzichten.

Möglich wäre das und sinnvoll sowieso.

Auf seine alten Manager-Tage sich noch einmal mit Querdenkern zu umgeben, scheint für Hoeneß eine zunehmend attraktive Option zu sein. Find ich gut.

Dann mal wacker die Tribünen wieder aufgebaut!

Wohl selten zuvor ist über ein Erstrundenspiel des FC Bayern so intensiv diskutiert worden wie in dieser Saison.

Zunächst wollte Wacker Burghausen in die Allianz-Arena ausweichen, was der DFB ablehnte.

Dann suchte man nach einer Alternative, wurde aber offensichtlich nicht fündig, denn der neueste Stand ist, dass man doch in Burghausen antritt und einfach wieder ein paar Tribünen aufbaut (die, die Wacker nach dem Abstieg aus der zweiten Liga hat abbauen lassen).

Wahrscheinlich war es aber auch nur Teil des „Deals“ mit Burghausen, dass es zu einer Live-Übertragung(!) kommt – wie gesagt, wir reden hier immer noch von einem Erstrundenspiel.

Da Burghausen durch das Verbands-Veto allerdings einige Euros durch die Lappen gegangen sein drüften, die man durch ein 69.000-Spiel in der Allianz-Arena bekommen hätte, erscheint er derartiger „Deal“ durchaus logisch und konsequent.

Wie auch immer.

Es bleibt dabei. Ob jetzt vor 69.000 in der Allianz-Arena oder vor rund 11.200 in Burghausen (wahnsinnige Kapazitäts-Erhöhung übrigens: 3.400) – die Bayern müssen und werden das Spiel gewinnen (wollen).