Der FC Bayern, seine Fans und die Gewalt

Lange habe ich mit diesem Beitrag gewartet, teils aus Zeitmangel, teils aus fehlender Muße.

So einen Beitrag schreibt man nicht mal eben so dahin, er erfordert Vorbereitung und ein klein wenig Recherche, denn er ist ein Statement – ich beziehe Stellung und zwar zum eigenen Verein!

Im letzten Monat hatte ich das Thema Gewalt unter Fans schon einmal aufgegriffen und schon da zeigte sich ein Riss im Publikum. Gewalt finden alle doof. Klar. Aber die Fans dafür bestrafen? Und dann gleich so hart?

Aber der Reihe nach.

Anlass war ein Übergriff von Bayern-„Fans“ auf einer Raststätte. Das Ziel der Reise: das Auswärtsspiel der Bayern in Gladbach. Das Ziel der Attacke: Nürnberger Fans.

Resultat: Verletzte und eine Frau, die auf einem Auge den Rest ihres Lebens blind bleiben wird.

Was mich daran so betroffen gemacht hat: Auch ich war zu meiner „aktiven“ Zeit oft aggressiv. Habe Zeter und Mordio geschrien, hatte Gewaltphantasien. Das spielte sich allerdings immer innerhalb einer Fankurve ab und äußerte sich in Geschrei, Lautstärke und Drohgebärden – geprügelt habe ich mich beim Fußball nie und ausserhalb des Stadions habe ich mich aus allen Konflikten sowieso herausgehalten. Beurteilen kann das jetzt jeder wie er will, von mir aus war ich spießig, aber einen Zusammenhang zwischen Fußball, Aggression und Gewalt gab es für mich nie.

Man kann sich beim Fußball herrlich abreagieren. Davon mache ich auch heute noch ausgiebig Gebrauch. Früher gab es allerdings gewisse Grenzen und wenn die überschritten wurden, wovon ich vor 10-20 Jahren oft genug Zeuge war, waren eigentlich immer nur Hooligans vor Ort.

Die an obigem Überfall hauptsächlich beteiligten „Fans“ gehören der Schickeria, einer Fangruppierung an, die kein offizieller Fan-Club des FC Bayern ist, dies sicherlich auch gar nicht sein will, sich vielmehr als Ultra-Bewegung sieht.

Was sind nun wiederum die Ultras?

Die Ursprünge der Ultra-Fans gehen auf die 50er und 60er Jahre zurück, als sich in Italien Fans einzelner Vereine zusammentaten, um ihren Lieblingsclub „immer und überall bestmöglich zu unterstützen“.

Daran ist überhaupt nichts auszusetzen. Ganz im Gegenteil. Derlei genießt meine volle Unterstützung. Auch die Ausprägungen der Ultras mit ihren Choreographien, ihrem Support haben mir im Laufe der Jahre immer wieder Freude bereitet.

Was mich allerdings immer schon gestört hat, war der nicht nur vereinzelt geäußerte Alleinvertretungsanspruch und die eingebildete reine und wahre Lehre der Fanseele, die Teile der Ultras immer wieder propagieren.

Was qualifiziert einen Ultra dazu, ein richtigerer Fan zu sein, als jeder andere? Ich muss nicht mit Fans diskutieren, wer oder was ein richtiger Fan ist. Man ist Fan oder nicht, das kann man aber nicht begründen, man ist es einfach (wird auch noch ein eigenes Thema).

Bis zu einem gewissen Punkt hatte ich z.B. sogar Verständnis für die Wehklagen der Fans im Vorfeld der WM. Die Repressalien waren teilweise unerträglich. In vielfältiger Form.

Ich kann es ferner nicht wirklich begrüßen, dass es im Fußball immer mehr Erfolgsfans, Business-Seats oder Logen und immer weniger Stehplätze gibt. Aber irgendwo gibt es da einen Zusammenhang, oder? Wenn man die Topstars im eigenen Stadion sehen will, dann kostet das Geld und zwar jede Menge – Bosman sei Dank.

Wenn das für Euch kein Argument ist und ihr lieber nur mit Amateuren in der zweiten Liga spielen wollt, dann ist dieser Wunsch Euer gutes Recht, aber bitte stellt diese Ansicht nicht als den wahren Kern des Fanseins dar (Und nein, nicht jedes Fußball-Spiel muss Samstags um 15:30 stattfinden).

Die Zerissenheit gibt es auch oder vielleicht gerade innerhalb des FC Bayern. Im Verein und innerhalb der Fans. Und hier sind jetzt noch nicht einmal die oberflächlichen Spontan- und Erfolgs-Fans gemeint. Hier geht es um Ultras und Traditions-Fans.

Diese Spaltung erlebte ich beim Abschied von Mehmet Scholl am letzten Spieltag der Saison. Feuerte die Südkurve während des ganzen Spiels die Mannschaft an und hatten diverse „La Ola“-Wellen ihren Ursprung dort, kippte die Stimmung tief in der zweiten Halbzeit, als von Fans, die ich zuvor in der Kurve nicht wahrgenommen hatte, völlig unvermittelt ein Transparent über die Fankurve entrollt wurde. Leider konnte ich es nicht lesen, da der Sichtwinkel zu spitz war, andere Fans berichteten von einem Protest-Banner gegen den FC Bayern, als Reaktion auf gekündigte Dauerkarten für Schickeria-Mitglieder in Folge des Rastplatz-Überfalls.

Das Banner und ein weiteres Transparent auf dem Mittelrang wurde entweder sofort von Ordnern entfernt oder verschwand innerhalb der Kurve.

In der Folge hörte man aus dem Kern der Südkurve nur noch Sprechchöre gegen den Verein generell und den Fanbeauftragten Raimund Aumann im Speziellen.

Für mich war das eine sehr bedrückende Situation, weil ich sowohl bewegt vom Scholl-Abschied als auch besorgt ob der Zerissenheit der Fans war. Wenn Teile des Vereins gegen den eigenen Verein skandieren und protestieren, dann kann mich das nicht kalt lassen.

Die Geschichte zwischen Ultras und Verein hat allerdings inzwischen schon eine langjährige „Tradition“.

Wie fing das eigentlich alles an?

Mit den vermeintlichen Störungen rund um die Meisterfeier 2003, oder den Mordrohungen gegen Raimund Aumann? Oder wissen die Beteiligten inzwischen schon gar nicht mehr, worum es einmal ging und man verharrt in seinen „Schützengräben“?

Man kann von den Verhaltensweisen des FC Bayern und seinen handelnden Personen halten was man will und ich bin auch nicht immer mit allem einverstanden, aber muss all dies unbedingt so eskalieren?

Der Verein distanziert sich von Gewalt. Vor allem, wenn die Gewalt von Bayern-„Fans“ ausgeht. Schaffen das auch Gruppen wie die Schickeria? Eher halbherzig war da die Reaktion nach dem folgenschweren Überfall. So halbherzig, dass man zügig wieder in die Opferrolle zurückfiel. Tut mir leid, dafür hatte und habe ich kein Verständnis.

Man kann darüber diskutieren, ob es „Sippenhaft“ war, alle Insassen des am Überfall beteiligten Fanbusses zu bestrafen, ihnen allen ein bundesweites Stadionverbot zu erteilen, noch bevor Urteile gesprochen sind, sogar über die Kündigung von Dauerkarten kann man reden, gar über das Rasenmäher-Prinzip des Vereins (auch wenn das Wort Enteignung schon eine gewisse Sichtweise erfordert, die mir im Zusammenhang mit diesen Umständen ab geht).

Aber ist das wirklich das Problem?

Wenn ich als Verein eine derartige Wahrnehmung über all diese Jahre gewonnen hätte, hätte ich wahrscheinlich genauso reagiert. Sich darüber aufzuregen, ob es gerechtfertigt ist, pauschal mit Gewalt umzugehen, weil „ja nicht alle was getan haben“ und vielleicht nur aus Zufall auf irgendeiner ominösen Liste waren, ist nicht zielführend.

Zielführend wäre es, wenn sich Organisationen wie die Schickeria knallhart gegen Gewalt aussprechen und die, von mir aus wenigen Gewaltbereiten in ihren Reihen rausschmeissen würden. So einfach ist das. Nicht? Finden wir Gewalt nicht doch ein bißchen gut, tolerierbar, gar legitim? Wieso beschwert ihr Euch dann darüber, dass der Verein seit Jahren die gewaltbereiten Fans los werden will?

Man stört sich daran, dass in Deutschland immer wieder „Fans“ mit Stadionverboten belegt werden, aber wie kann es dann sein, dass auf der Fahrt zu besagtem Auswärtsspiel der Bayern in Gladbach im Schickeria-Bus, „Fans“ saßen, die a) überhaupt keine Karte für das Spiel und b) ohnehin ein bundesweiten Stadionverbot hatten?

Als ich diesen Punkt zum ersten Mal anbrachte, antwortete man mir, dass „diese Fans vielleicht einfach nur ihre Freunde treffen und den FC Bayern unterstützen wollten“. Achso. Es ist mir gestattet, dass ich das ein wenig anders einschätze? Da zieht auch imho das klassische Gegenargument Willkür des Fußball-Establishment nicht mehr.

Andere Aspekte, die mich immer wieder an der Ultra-Bewegung stören, waren z.B. die Ereignisse rund um ein, von BVB-Fans gebuchtes Flugzeug mit Werbebanner, das sich ganz offensichtlich mit der einmal mehr erfolglosen Meisterschaft der Schalker befasste und in deren Folge Schalke-„Fans“ ein Jugendpokalspiel der Dortmunder Borussen stürmten. Schalker aus ganz NRW hatten sich zu dieser gezielten „Aktion“ zusammengefunden.

So etwas macht das Ultrasein aus, ja?

Was hat das mit Fansein zu tun? Bei allem Respekt, sind das nicht eher Verhaltensweisen von Hooligans? Gewalt um der Gewalt willen?

Aber zurück zum FC Bayern:

Wie erwähnt, geht durch die Fans des FC Bayern ein Riss. Die Ultras, die in den letzten Jahren immer stärker und lauter geworden sind auf der einen und die Traditionalisten auf der anderen Seite. Zu Letzteren zähle ich mich im Übrigen und das nicht nur, weil ich schon in der Südkurve des Olympiastadions bei Minusgraden und mit geschätzten 10.000 weiteren Fans während eines Winterspiels um die Wette zitterte, als viele heutige Ultras noch… Nein, das will ich nicht ernsthaft als Argument anbringen. Das wäre unsachlich.

Was wollte ich sagen?

Zu dieser Zerissenheit haben die 11Freunde einen hervorragenden Bericht in ihr aktuelles Heft gehoben. Auch wenn es eigentlich nur um die Fehler des FC Bayern ging und die fehlerhaften Einschätzungen der eigenen Fankultur.

Ich stimme diesen Thesen zu.

Es war ein Fehler, dass der Verein die alte Südkurve aufteilte, weil er sich eine Verdopplung der Stimmung erhoffte.
Es war ein Fehler, bis heute keinen reinen Fan-Block für die Bayern-Fans einzurichten.
Es war ein Fehler, die gegnerischen Fans unter das Dach zu „verbannen“ – die Akkustik ist dort um Längen besser, die Lautstärke übertönt die Südkurve deutlich.
Es war ein Fehler, Fankurven-Fans mit „Familien“-Fans zu mischen – im Kino würde ich mich auch über vor mir stehende Zuschauer aufregen.

In Folge all dieser Fehler, kann man nicht erwarten, dass die Arena dauerhaft zum phonetischen Tempel wird!

Was kann also in dieser verfahrenen Situation getan werden?

Man kann aufeinander zugehen. Der FC Bayern hat einen ersten Schritt gemacht, indem er Fans, die zunächst eine Dauerkartenkündigung erhalten hatten, diese zurückgeben will, sollten sich diese von Gewalt distanzieren.

Dazu gibt es ohnehin keine Alternative.

Genauso handeln sollten alle Fanclubs und Fangruppierungen, ob Ultra oder nicht.

Der Verein muss sein Konzept der „Überall-Fankurve“ schleunigst überdenken, die gesamte Südkurve zur, von mir aus, Klappsitz-Kurve machen und die Gästefans nicht weniger schnell in die geräuschneutralste Ecke stecken.

All das wäre ein Anfang. Nicht mehr und nicht weniger. Es würde allerdings langfristig u.a. dazu führen, dass ich derlei Berichte nicht mehr schreiben muss.

Packen wir es an. Gemeinsam. Für unseren Verein.

FC Bayern – dies und das

Die großen Dinge sind geregelt beim FC Bayern. Aktuell passiert aber weiterhin viel.

Die Jugendmannschaften spielen noch. Und zwar um die deutsche Meisterschaft. Zu allem Überfluss auch gar nicht mal so schlecht.

Die U19 spielt am Sonntag im Grünwalder Stadion im Halbfinal-Rückspiel gegen die Auswahl von Werder Bremen um den Einzug ins Endspiel. Das Hinspiel in Bremen endete 2:2. Also gute Chancen, aber ein Sieg muss her, denn es gibt keine Auswärtstorregelung.

Erst zum Hinspiel tritt die U17 in Berlin bei der dortigen Hertha an. Trainer Stephan Beckenbauer hofft auf ein gutes Ergebnis für’s Rückspiel.

Sogar die weiblichen Pendants, die U17-Mädels des FC Bayern, haben gute Aussichten, spielen sie doch „von Freitag bis Sonntag in Leipzig die Zwischenrunde der Deutschen Meisterschaft […] Dabei qualifizieren sich in zwei Vierergruppen die beiden Gruppensieger für das Endspiel um die Deutsche B-Juniorinnen-Meisterschaft.“

Viel Erfolg.

Und an der Transferfront?

Da ist immer noch nicht Ruhe, inzwischen eine Etage tiefer.

Nach Thomas Linke hat die zweite Mannschaft des FC Bayern einen weiteren Eckpfeiler für die neue Regionalliga-Saison verpflichten können. Vom Liga-Konkurrenten SV Elversberg kommt Vitus Nagorny nach München.

Nagorny wird diesen Monat 29 Jahre alt, Linke ist schon 37. Das widerspricht auf den ersten Blick ein wenig der Vorgabe, in der zweiten Mannschaft des FC Bayern junge Talente spielen zu lassen. Aber weit gefehlt, sollen doch die beiden als erfahrene Routiniers, all die jungen Hüpfer rund um „Toni Kroos, Stefan Rieß, Alexander Benede, Deniz Yilmaz und Björn Kopplin“ an die erste Mannschaft führen. Speziell Linke setzt hier eine Tradition fort, altgediente Profis der Talentschmiede Hermann Gerlands zur Seite zu stellen. Hansi Pflügler war der erste, Thorsten Fink ein anderer.

Das Konzept funktioniert, wie man an all den Talenten im Bayern-Kader der letzten 10, 15 Jahre ablesen kann.

Einzelvermarktung – ein erster Test

Die Bayern wollen ihre Spiele selbst vermarkten. Das ist bekannt. Einige andere Bundesligisten sehen das ähnlich, die Mehrheit nicht. Also fügt man sich.

In der neuen Saison gibt es einen ersten Vorgeschmack, wie das so wäre. Für die Bayern. Für die anderen. Denn einer der Vorteile der Teilnahme am UEFA-Pokal ist die Selbstvermarktung. Bis zum Viertelfinale haben die Vereine das Recht mit den interessierten TV-Anstalten direkt zu verhandeln. Sind die Bayern im Spiel, gibt es davon immer jede Menge.

Inzwischen hat man entschieden, die Rechte im Paket zu vergeben. Scheint mehr einzubringen. Im Falle der Bayern „rund zehn Millionen Euro“.

Hört sich nicht schlecht an, aber wo sind die Vergleichszahlen? Aus der letzten Saison? Frankfurt, z.B., oder Schalke?

Wie auch immer. Die mediale Popularität der Bayern wird ohnehin dazu führen, dass die Spiele ab dem Viertelfinale nur noch bei Premiere unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt werden – SAT1 darf dann „Motor Riga“ gegen „VfL Pusemuckel“ übertragen.

Hoffentlich gibt’s dann wenigstens noch was Extra-Geld obendrauf.

Die Endlosgeschichte geht weiter

Was gibt’s Neues in Sachen Klose?

Die Transfersummentreiber aus Lyon wollen Klose „plötzlich“ nicht mehr.

Üüüberraschung.

Rummenigge will derweil die Kirche im Dorf lassen und Allofs platzt deshalb der Kragen.

Albern.

Inzwischen ist es mir reichlich egal, ob Klose erst 2008 oder schon in diesem Sommer kommt (ein zusätzliches Jahr Makaay in dieser Mannschaft wäre auch klasse!). Vielmehr fände ich das Experiment spannend, wie Werder mit einem Klose in der neuen Saison in dieser Stimmungslage klar kommt.

Und da Werder ja laut Herrn Born das Geld aus München sowieso nicht mehr braucht, behalten wir das und Klose kommt 2008 ablösefrei. Sollten wir in Zukunft mit allen Werder-Verpflichtungen so machen. Gute Idee, Herr Born. 😉

Was soll er auch anderes sagen?

Felix Magath, der Ex-Doppel-Doublesieger hat beim VfL GWolfsburg angeheuert. Soviel zum Thema, „ich will ins Ausland.

Jetzt ist natürlich Sommerpause und da zählen plakative Sprüche. Einen hat auch Felix Magath parat:

„Ich will nicht sagen, dass wir nächste Saison schon mit Bayern um die Meisterschaft kämpfen werden, aber mittelfristig muss genau das unser Ziel sein.“

Süß. Aber was soll er auch anderes sagen. Gerade in Wolfsburg. Wo der Abstand zwischen Anspruch und Realität in der Liga am größten ist. Noch größer als in Mönchengladbach und Köln. Gemessen z.B. an „Tradition“…

Was ich von all dem halte?

Nun. Magath war zwei Jahre auf dem Olymp. Und sehr erfolgreich. Er hat Rekorde aufgestellt mit dem FC Bayern. Jetzt ist er in Wolfsburg. Er ist wieder angekommen. Im Alltag. Seine Aussichten würde ich deshalb unterhalb seiner Bayern- oder Stuttgart-Zeit ansiedeln.

Stuttgart nicht, weil er die Zeit zum Aufbau nicht, dafür aber die Investitionsmöglichkeiten hat. Und Bayern nicht, weil es soviel Geld nun auch wieder nicht ist.

Also eher Frankfurter, Nürnberger oder Bremer Erfolgsaussichten.

Meine Meinung.

Saison 2007/08: Neuzugänge # 5: Marcell Jansen

Marcell Jansen (*4. November 1985 in Mönchengladbach) ist sowas wie ein Mönchengladbacher Eigengewächs, wenn dieser Begriff auch arg strapaziert wird (schon seit den 70er-Fohlen), denn ursprünglich kommt er vom SV 1910 Lürrip, wobei es hier Unklarheiten gibt, denn andere Quellen sprechen vom SV Mönchengladbach 1910 – Kenner der Niederrheinischen Verhältnisse mögen mich aufklären.

Seine hauptsächliche Position ist die linke Abwehrseite, als seine herausragenden Fähigkeiten gelten Zweikampf, Spielverständnis, taktische Disziplin und vor allem seine Offensivstärke, die er ab und an auch im Mittelfeld präsentieren darf. Schon die Hälfte dieser Eigenschaften hätten ihn wohl für den FC Bayern qualifiziert und den Verein dazu gebracht eine ähnlich hohe Ablöse für ihn zu bezahlen.

Die Angaben über seine Ablöse schwanken ebenso wie die über seinen Heimatverein. Zwischen 9 und 12 Mio. Euro. Sei’s drum, Gladbach hat halt gut verhandelt. Aber vielleicht wollte Sportdirektor Ziege es Jansen auch nur heimzahlen, dass dieser ihn 2005 aus dem Kader drängte…

Wie offensiv Jansen im Übrigen agiert, zeigte er in einem Interview nach feststehendem Wechsel, als er spontan einen Stammplatz im neuen Dream-Team des FC Bayern forderte. Das diese Vorstellung nicht ganz unrealistisch zu sein scheint, zeigt die Verletzungssituation Sagnols, denn zu Saisonstart wird die Flügelzange offenbar tatsächlich aus Jansen und Lahm bestehen. Den Kritiker, die neben Jansen fast alle Neuzugänge auf der bayerischen Bank sehen, sei gesagt: Jansen setzt sich durch, da bin ich mir sicher. Mindestens mittelfristig.

Sein Profil:

Alter: 21
Größe: 1,91 m
Nationalität: deutsch
Position: Abwehr, Außenbahn, links

Seine Transferdaten:

Saison 07/08, von Borussia M’gladbach zu FC Bayern München (Ablöse: 9-12 Mio. Euro)
Saison 04/05, von Borussia M’gladbach II zu Borussia M’gladbach (Ablöse: -)
Saison 03/04, von Borussia M’gladbach Jugend zu Borussia M’gladbach II (Ablöse: -)
Saison 93/94, von SV 1910 Lürrip Jugend zu Borussia M’gladbach Jugend (Ablöse: -)

Seine Leistungsdaten:

2004 – 2007, Borussia M’gladbach, 73 Spiele (5 Tore)

Felipe Sergio Silvestre Nascimento – zukünftiger Bayern Star?

Kein Begriff?

Sollte ich besser Felipe Sergio schreiben? Klingelt’s beim Namen Sergio?

Dachte ich mir doch.

Felipe ist Sohn von Paulo, seines Zeichens Ex-Bayern-Spieler, und absolviert gerade ein Probetraining in der U16 des FC Bayern.

Mit Kindern von berühmten (Fußball-)Vätern ist das ja so eine Sache, wie z.B. ein gewisser Herr Beckenbauer, Vorname Stefan bestätigen könnte, aber man weiß ja nie, vielleicht wird ja doch ein bißchen was vererbt. Man soll die Hoffnung nie aufgeben…

Puh. Wurde aber endlich auch mal Zeit für den ersten Sommerpausen-Bericht…

Umbruch an allen Fronten

Auch die Trainer bleiben vom aktuellen Umbruch beim FC Bayern nicht unberührt. Allerdings ist dieser weniger dramatisch, als es sich anhört.

Der Vertrag mit Fitnesstrainer Oliver Schmidtlein läuft zum 30. Juni aus, seine Aufgaben übernehmen Zvonko Komos und Thomas Wilhelmi […] Ergänzt wird das Trainerteam durch den Sportwissenschaftler Riccardo Proietti.

Wer jetzt denkt, dass Schmidtlein, einst Teil des Klinsmann-Teams bei der WM 2006, endgültig aus dem Verein geekelt wurde, der liegt falsch.

Schmidtlein verlässt auf eigenen Wunsch den Verein, für den er seit 5 Jahren gearbeitet hat (einige Zeit länger, als Klinsi Bundestrainer war), auch Angebote des Vereins, seinen Vertrag zu verlängern, schlug er aus – der Entschluss zur Selbstständigkeit stand fest. „Einen anderen Verein als Arbeitgeber, als den FC Bayern, gibt es in Deutschland ohnehin nicht“, sagte er gestern im Interview auf Blickpunkt Sport. Hört sich so jemand an, der im Groll scheidet?

Vielmehr sieht er den FC Bayern mit der neuen Trainerstab-Struktur auf einem guten Weg:

Schmidtlein […] erwartet durch die Veränderungen eine „größere Professionalität und bessere Struktur“

Und davon können wir doch alle profitieren, vor allem in Anbetracht der neuen, nicht minder anstrengenden Saison.

Makaay-Abschied?

Der Abschied des Phantoms zeichnet sich ab.

„Wenn Klose kommt, werden wir Makaays Wunsch entsprechen, uns zu verlassen“, sagte der Bayern-Manager.

Irgendwie habe ich dabei gemischte Gefühle. Nicht nur, weil mit Stürmern wie Toni, Podolski, Klose, Schlaudraff und/oder Ribery (je nach taktischer Ausrichtung) jede Menge Offensivkräfte vorhanden sein werden, sondern auch weil all diese Spieler sich ja mal verletzen können und davon abgesehen Makaay irgendwie immer noch ein Held für mich ist.

Er war der erste Spieler, der den FC Bayern richtig Geld gekostet hat (19,7 Mio. Euro inkl. Nachzahlungen) – das Transfergezerre mit Herrn Lendoiro ist mir immer noch in bester Erinnerung, auch die Nachwehen.

Was hat er uns alle seit seinem Wechsel zum FC Bayern (2003) verzückt. Natürlich wurde auch ihm das Knacken des Gerd-Müller-40-Tore-Rekords vorhergesagt – geschafft hat selbst er es allerdings bisher nicht.

Womit wir schon beim Thema sind.

Im Herbst der Elber-Zeit beim FC Bayern habe ich an diesem immer wieder kritisiert, dass er nicht eiskalt genug sei, kaum wichtige 1:0-Tore, sondern vielmehr haufenweise 3, 4, oder 5:0-Tore erziele.

Bei Makaay war das anders. Der legte in seinem ersten Jahr schon ganz gut los. Am Ende reichte es zwar nur zu Platz 2 hinter Werder, aber die beiden folgenden Jahre waren ein Traum. Rekorde über Rekorde purzelten, Serien wurden aufgestellt. Aber irgendwann, zunächst ganz unbemerkt, änderte sich etwas. Ich könnte heute gar nicht mehr genau sagen, was und wann, aber der Zauber ging verloren.

Es steht völlig ausser Frage, dass Makaay immer noch ein überdurchschnittlicher Torjäger von europäischem Format ist und ich bin weit davon entfernt ihn vom Hof zu jagen. Von mir aus sollte er bleiben, selbst wenn Klose kommt, was allerdings er ja gar nicht will…

Ein Umbruch ist immer eine schwierige Sache. Die letzte Saison gibt dazu allerdings jede Menge Anlass. Makaay kann man da nicht ausklammern. Wird jetzt mit Toni, (möglichweise) Klose und Ribery alles anders, alles besser?

Keine Ahnung.

Das ist allerdings genauso ungewiss, wie die Frage, ob Makaay mit seinen 32 Jahren noch einmal solche Serien hinlegen kann, wie vor 2 Jahren.

Das mag jetzt für einige merkwürdig klingen (für andere wiederum nicht), aber ich habe Elber geliebt und bin darüber hinweggekommen, dass er irgendwann nicht mehr das Bayern-Trikot trug und genauso wird es mir mit Makaay ergehen (müssen).

So läuft’s Business.

Saison 2007/08: Neuzugänge # 4: Jan Schlaudraff

Jan Schlaudraff (*18. Juli 1983 in Waldbröl), genannt „der Knochen“ (aufgrund seiner Größe von 1,80 m und nur 69 kg) wuchs anfang in Eichelhardt im Westerwald auf, bevor es die Familie zunächst nach Wissen (Sieg) und danach nach Bingen zog. Der Jugend von JSG Wissen schloss er sich als Neunjähriger an, dem Umzug folgte ein Wechsel in die Jugend von Hassia Bingen.

Seine eher stille und zurückhaltende Art mag seiner oberbergischen Herkunft geschuldet sein, seine Eltern (Pfarrer und Lehrerin) prägten ihn sicherlich nicht minder. Auf dem Platz merkt man davon ohnehin nichts, legt er doch gerne mal den Turbo ein bei seinen Tempoläufen Richtung Tor. So schoss auch er seine Alemannia 2006 in die erste Liga, wo noch mehr Vereine auf ihn aufmerksam wurden. So auch der FC Bayern, wenn auch schmerzhaft, als er im DFB-Pokal seine Vorstöße sogar mit einem Tor (4:2-Endstand) krönte und den K.O. der Münchner besiegelte.

In Mönchengladbach wird man sich noch heute ärgern, dass man ihn im Januar 2005 zunächst nach Aachen auslieh, um ihn zur Saison 2005/06 sogar dorthin zu verkaufen, hätte man doch andernfalls weitere Mio.-Einnahmen aus dem Münchner Vereinssäckel erzielen können – Chance vertan.

Seine Position ist das offensive Mittelfeld, er kann aber auch als Stürmer spielen – Offensiv-Allrounder nennt man sowas.

Sein Profil:

Alter: 23
Größe: 1,80 m
Nationalität: deutsch
Position: Mittelfeld, Sturm

Seine Transferdaten:

Saison 07/08, von Alemannia Aachen zu FC Bayern München (Ablöse: 1,2 Mio. Euro)
Saison 05/06, von Borussia Mönchengladbach zu Alemannia Aachen (Ablöse: -)
Saison 04/05, ausgeliehen von Borussia Mönchengladbach nach Alemannia Aachen (Leihgebühr: 150.000 Euro)
Saison 02/03, von Hassia Bingen Jugend zu Borussia Mönchengladbach (Ablöse: -)
Saison 96/97, von JSG Wissen Jugend zu Hassia Bingen Jugend (Ablöse: -)

Seine Leistungsdaten:

2005 – 2007, Alemannia Aachen, 72 Spiele (19 Tore)
2002 – 2005, Borussia Mönchengladbach, 10 Spiele (0 Tore)