Dem van Gaal seine Welt, Folge 3

Ich bin ein wenig irritiert.

„Er ist ein Mann, der genau weiß, was er will, und was er nicht will. Er hat eine klare Linie. So wie wir ihn eingeschätzt haben, so gibt er sich jetzt auch.“

So Bayern-Boss KHR über unseren neuen Trainer. Louis van Gaal. Aber ist es wirklich so, dass wir endlich mal einen wieder einen Trainer haben, der einen Plan hat? Sollte das wirklich so sein? Nach Zé Robertos Abgang direkt seinen Nachfolger zur Hand? Wirklich??

Es heißt, ein gewisser Danijel Pranjic wäre van Gaals erster Wunschspieler gewesen. Er passe „perfekt in van Gaals System“. Oh mein Gott. Ein Trainer mit einem System. Der dann auch noch passende Spieler dafür einkauft. Das ist fast zu viel für mich. Da steigt die Vorfreude auf das, was noch alles kommen soll, ins Unfassbare.

Vor allem, wenn ich diesen wundervollen Text über Pranjic lese. Nicht nur, weil darin ein gewisser Marcell Jansen, seines Zeichens Ex-Bayern-Spieler, nicht gut wegkommt.

Sogar Philipp Lahm war ein bisschen irritiert, und Clemens Fritz sowieso. Sollten sie den Flügel abdichten, sollten sie lieber den Strafraum abdecken oder sollten sie…? Leider kamen sie nicht mehr dazu, das Richtige zu sollen, denn es war schon zu spät. Auf einmal war dieser Kroate am Ball, draußen am linken Flügel, wo von er auf niederträchtiger Flugbahn eine Flanke in die Mitte sandte. Die Flanke begann sanft, stieg dann plötzlich, überflog die vergeblich sollenden Lahm und Fritz, und als die Flanke auf Höhe von Marcell Jansen angekommen war, winkte sie Jansen freundlich zu und überlegte es sich anders. Sie fiel herunter wie ein Stein, vor die Füße von Darijo Srna. Und Srna schoss den Ball ins Tor.

Das 1:0 für Kroatien bei der EM 2008 hat im deutschen Fußball eine kleine Kettenreaktion ausgelöst. Der arme Jansen bekam umgehend die Linksverteidiger-Rolle weggenommen, beim DFB und bald darauf auch beim FC Bayern, wo Philipp Lahm wieder nach links rückte, weshalb die Bayern seitdem einen Rechtsverteidiger suchen. […]

Erst jetzt, ein knappes Jahr später, ist die Kettenreaktion wirklich zu Ende. Am Donnerstag machten die Bayern die Verpflichtung von Danijel Pranjic, 27, vom SC Heerenveen öffentlich – wem dieser Name nichts sagt, dem sei zur Ansicht nochmal das 1:0 der Kroaten empfohlen. Danijel Pranjic, das war der Mann mit der Flanke mit der niederträchtigen Flugkurve – er wird in München jetzt jenen Lahm wiedertreffen, der seine Flanke damals nicht verhindern konnte.

Ich bin da ganz ehrlich – und jeder Bayern-Fan wird mich da nach dieser Saison verstehen – mir treibt eine solche Perspektive das Pippi in die Augen. Und damit meine ich nicht nur das mögliche Wiedersehen von HSV-Jansen und Pranjic, sondern eher den neuen Glauben, dass doch noch alles gut wird. Mit meinen Bayern.

Mach‘ nur so weiter, Louis. Dann jubelt man auf der Bank bald nicht mehr nur dem Gerland zu.

Dem van Gaal seine Welt, Folge 2

Puh. Jeden Tag was Neues in der neuen FC Bayern-Welt.

Zunächst steht wohl fest, dass uns Zé Roberto verlassen wird. Persönlich finde ich das schade, die Argumentation des Vereins ist aber bedingt durchaus nachvollziehbar (-> van Bommel).

Trotzdem verlässt hier „einer von uns“ den Verein:

„Ich gehe auch mit einer großen Portion Stolz. Stolz auf das Geleistete. Vor allem meine Rückkehr zu Bayern, nach einem Jahr in Santos, war etwas Spezielles. Ich verlasse den Verein durch das große Tor. Ich gehe, doch ein Stück von mir wird immer hier bleiben. Und den FC Bayern werde ich immer in meinem Herzen tragen“

34 ist ja kein Alter (verglichen mit meinem). Und nochmal: Ich hätte ihm auch die zwei Jahre angeboten. Ist halt nicht. Weiter geht’s.

Sehr gut finde ich die Aussage von Gaal bzgl. Ribéry.

„Er möchte ihn unbedingt behalten“, berichtete Hoeneß von den jüngsten Unterredungen mit dem Niederländer.

Des Weiteren ergänzte Hoeneß:

„Wir verhandeln nicht. Ribery geben wir nicht her.“

Wirklich nicht, oder nur eine Frage, wann die Angebote dreistellige Millionenhöhe erreichen?

Abwarten.

Endültigen Vollzug kann man wohl endlich auch beim Thema „Timoschtschuk“ vermelden.

In russischen Medien wurde indes der formelle Vollzug des bereits lange feststehenden Neuzugangs Anatoli Timoschtschuk von Zenit St. Petersburg vermeldet. Der ukrainische Mittelfeldakteur unterzeichnete demnach einen Dreijahresvertrags mit einjähriger Option. Als Ablöse wurde eine Summe zwischen 11 und 15 Millionen Euro gehandelt.

Und wenn er bei uns nur ansatzweise das zeigt, was ich bisher von ihm gesehen habe, dann ist er jeden Euro wert.

Gibt’s ganz neue Namen?

Naja. Sören Lerby soll in den letzten Tagen länger und öfter an der Säbener Straße gesichtet worden sein. Die Liste seiner Klienten ist lang. Gehandelt werden davon aktuell Wesley Sneijder und John Heitinga.

Holländer.

Soviel zum Thema der FC Bayern wird kein spanischer FCB…

Aber mir soll’s recht sein. Solange die Kerle bei uns einschlagen.

Speziell Heitinga soll ja defensiv hinten rechts agieren können. Eine unserer größten Baustellen. Auf der es – oberflächlich – am wenigstens voran geht. Srna aus Donezk und Schirkow aus Moskau (dem faktisch wohl noch nicht einmal ein Angebot von Chelsea vorliegen soll) sind hier weitere Kandidaten.

Heißt es.

Nichts genaues weiß man nicht.

Die einzigen Vollzugsmeldungen, die wirklich Hand und Fuß haben, liefert aktuell ohnehin nur die Trainerfront. Nach den gestrigen Meldungen bzgl. Gerland, bleibt auch dessen Nachfolger beim FCB II offiziell in Amt und Würden: Mehmet Scholl.

Scholl hat bislang die B-Lizenz und holt die A-Lizenz im Sommer nach (so geht das auch, Herr Babbel). Freude scheint er parallel sowieso zu haben.

„Bisher hat es mir viel Spaß gemacht, mit den Jungs zu arbeiten. Es hängt noch davon ab, was Louis van Gaal will. Wenn er Hermann bei sich haben möchte, dann mache ich hier wohl weiter. Das würde ich natürlich sehr gerne tun“, sagte Scholl, nachdem er in fünf Spielen als verantwortlicher Coach ungeschlagen geblieben war und neun Punkte geholt hatte.

Scholl wird – da bin ich mir ganz sicher – die nächste Lichtgestalt im Verein. Die Aussagen der Verantwortlichen gehen zumindestens schon mal in diese Richtung.

„Mehmet ist für uns wie ein Heiliger. Er hat uns bei Verhandlungen nie wie eine Zitrone auszuquetschen versucht.“

In welche Richtung das wohl jetzt wieder ein Seitenhieb war…

Uli Hoeneß im Sportstudio – immer wieder ein Genuss

Gestern war unser Uli mal wieder im Sportstudio. Herrlich. Vor allem unerwartet. Für mich. Hatte ich im Vorfeld nichts von mitbekommen.

KMH stellt zwar zumeist die bekannten Naiv-Fragen, aber interessant ist ja ohnehin nur, was und wie UH antwortet.

Am wichtigsten fand ich die Antworten beim Thema Neuverpflichtungen. KMH brachte das Thema Ribéry zu Sprache und UH antwortete, dass „man ihn nicht abgeben wolle, sondern vielmehr überlege, noch jemanden von seinem Kaliber hinzuzuholen“.

Sowas will ich als Fan hören!

KMH: „Haben Sie da jemand im Auge?“

UH: „Ja.“

KMH: „Sie wollen mir den Namen aber nicht verraten, oder?“

UH: „Nein.“

Köstlich.

Das andere Highlight waren Interna, wie sie im Bayern-Vorstand den neuen Trainer ausgewählt haben.

„Wir sind im Vorstand mit Franz Beckenbauer zusammengesessen und haben diskutiert. Jeder der vier Herren konnte zwei Trainer vorschlagen, einen ausländischen und einen deutschen, wobei die Maxime war, dass der ausländische Trainer deutsch sprechen sollte. Als jeder seine zwei Namen genannt hatte, war fast überall Louis van Gaal dabei. Und dann haben wir ihn ausführlich diskutiert. Am nächsten Tag haben wir ihn kontaktiert und sind vom ersten Moment an auf Gegenliebe gestoßen, er hatte großes Interesse.“

Genauso stell‘ ich mir das bei einem Weltclub wie dem FC Bayern auch vor… 😉

Das Thema nervt, Klaus

So langsam nervt das Thema.

„Es steht überhaupt nicht fest, ob Diego geht und wenn, wohin. Es sind noch längst nicht alle Dinge zu Ende geführt.“

So Werder-Allofs zum Endlos-Thema Diego.

Und der Bremer Sportchef ist offensichtlich auch nicht länger gewillt, die teilweise dubiosen Verhandlungspraktiken von Djair Cunha und Petralito zu tolerieren. „Vielleicht geht Diego am Ende ja doch zu den Bayern“, sagte Allofs – und sorgte damit für allgemeine Verwunderung.

Knackpunkt ist die 15-prozentige Transferbeteiligung des Diego-Clans.

Werder pocht darauf, dass die Summe von rund 4,5 Millionen Euro von den Italienern gezahlt wird, um am Ende die gewünschten 29 Millionen Euro Ablöse in der Vereinskasse zu haben. Juve will den Betrag freilich nicht freiwillig zahlen. „Ja, es geht um die 15 Prozent“, räumte auch Diego selbst gestern ein.

Ehrlich gesagt würde ich mich kaputtlachen, wenn der am Ende doch noch bei uns landen sollte, allein, es bleibt die Frage, ob wir uns das wirklich antun wollen…

P.S. Zum Glück ist die Quelle endlich mal seriös…

Wir ziehen uns aus dieser Veranstaltung zurück! Wir sind ein seriöser Klub.

So Bayern-Boss Rummenigge zum Ende der bayerischen Bemühungen um Werder-Diego.

Zunächst einmal gibt es hierfür zweierlei Deutungen.

Erstens: Die Bayern haben erkannt, dass sie keine Chancen im Kampf um Diego haben und versuchen unter Wahrung ihres Gesichtes aus der Sache rauszukommen.

Zweitens: Die Sache lief tatsächlich unseriös.

Vermutungen.

Fest steht zumindestens inzwischen wohl, dass die Bayern tatsächlich Interesse hatten und es Verhandlungen gegeben hat.

Dann hört es aber schon auf.

Und lassen wir mal die Polemik aussen vor, die jetzt von den üblichen Verdächtigen hineingetragen wird.

Erschrocken hat es mich zum ersten Mal, als ich diesen Artikel las. Vor allem das, was ich über Giacomo Petralito erfuhr. Einem Mitglied des Diego-Netzwerkes.

Über den Signore sizilianischer Provenienz hatte der Züricher Tages-Anzeiger unlängst geschrieben: „Wesentlicher ist, dass er nur ein Spielervermittler von zweifelhaftem Ruf ist.“ Der Verfasser dieser Zeilen hatte dabei eine argentinische Zeitung zitiert, welche dem umtriebigen Agenten unterstellt hatte, dieser habe sich in Rosario als Vizepräsident von Grashoppers Zürich ausgegeben.

Was Petralito nicht nur vehement bestritt, sondern dem Journalisten anlässlich einer zufälligen Begegnung wenig später auf dem Züricher Trainingsgelände auch mit Fäusten und Tritten einzuprügeln versuchte. Der übel malträtierte Journalist hat Strafanzeige gegen den Raufbold gestellt.

Ok. Eine Randnotiz.

Schlimm wird die Geschichte, als mir heute mehr – vermeintliche – Details zu Augen kamen.

Vorgestern dann überschlagen sich die Ereignisse: Wieder ist Papa Diego in München […] Es wird konkret über Zahlen gesprochen. Der Schweizer Spielerberater Giacomo Petralito erfährt von dem Treffen in München […] und sieht den Wechsel nach Italien plötzlich gefährdet.

Er droht: „Alle drei Parteien haben unterschrieben! Jeder andere Klub, der sich um Diego bemüht, macht sich strafbar. Ich halte die Münchner für seriös genug, diesen Fehler nicht zu begehen.“

Nun kommt den Bayern die Sache komisch vor. Die Ermittlungen beginnen. Gespräche zwischen Juve und Bayern, Telefonate zwischen den Münchnern und Werder. Ergebnis: Papa Diego will die Vereine gegeneinander ausspielen!

Karl-Heinz Rummenigge: „In einem Gespräch mit Klaus Allofs von Werder hat sich herausgestellt, dass da scheinbar schon Einigung mit Juve erzielt wurde. Das wirkt alles sehr irritierend auf uns.“ […]

Aber warum ist Djair da Cunha dann gleich zwei Mal nach München gereist, wie BILD gestern bestätigt wurde? Warum verhandelt er mit den Bayern, wenn mit Juve alles klar ist? […]

Die Antwort: Reine Gier!

Diego und sein Vater versuchten die Ablösesumme in die Höhe zu treiben, weil sie daran mit 15 Prozent beteiligt sind…

Menschlich verständlich, aber ich will – ehrlich gesagt – solche Leute gar nicht in München haben. Weder den Spieler, noch seine Berater.

Sicher.

Von der Qualität her hätte ich Diego gerne neben Ribéry spielen sehen wollen, aber um welchen Preis?

Nein. Unser neuer Trainer soll jetzt mal sein Konzept vorlegen (hoffentlich hat er eins) und dann die Spieler benennen, die er dafür noch braucht. Ein Diego wird’s nicht sein, aber vielleicht eine vergleichbare Lösung. Für weniger Geld und vor allem seriöser

Ist Scheringa der neue Lendoiro?

So langsam scheint das Thema Trainersuche beim FC Bayern ein bißchen peinlich zu werden.

Inzwischen erinnert mich so einiges an das damalige Theater rund um den Transfer von Roy Makaay.

Bayern verhielt sich damals ähnlich voreilig und siegesicher wie zuletzt beim Thema van Gaal.

Mag ja sein, dass man sich mit van Gaal einig ist. Trotzdem hat er noch ein Jahr Vertrag und wenn Alkmaars Präsident einer Freigabe nicht zustimmt, dann kommt van Gaal halt nicht!

So einfach ist das.

Die (Fast-)Vollzugsmeldungen vom Wochenende waren da ein wenig voreilig. Scheinbar hat man von Seiten der Münchner die Exzentrik Scheringas unterschätzt.

Schon bei Makaay war dieser Fehler fatal und hat uns eine ganze Stange Geld gekostet. Sicher Roy war jeden der 18,7 Mio. Euro Ablöse wert. Aber auf das selbstgefällige Grinsen Lendoiros hätte ich gut und gerne verzichten können.

Selbst Monate und Jahre später tauchte dieser Geist der Vergangenheit immer wieder auf. Zumeist ging es da um Nachzahlungen oder sonstige Erlöse La Corunas im Rahmen Makaays Anwesenheit beim FCB.

Erneuter „Gesichtsverlust“ der Bayern war die Folge – Unterschriften unter einem Vertrag gelten eben auch über Ländergrenzen hinweg und mit solchen Charakteren.

Naja.

Wir haben dieses Theater damals überlebt und wir werden auch das aktuelle, peinliche Geschwurbel überstehen. Am Ende gibt’s ’ne Ablöse an Alkmaar und fertig.

Was sollen bloß immer diese falschen Eitelkeiten? Hier geht’s um Geld. Nichts weiter. Nichts Persönliches.

Und allein mit Geld gewinnt man keine Titel. Mit einem van Gaal (hoffentlich) schon!

Auf geht’s Kalle, Uli und Karl – gebt Eurem Portemonnaie einen Ruck!

Ja, ja, iss ja gut, Willi

Wenn ich nicht wüsste, dass in Bremen sowieso keiner mehr was darauf gibt, was ein Willi Lemke sagt, könnte ich fast glauben, er wäre gerne wieder im Klassenkampf der 80er-Jahre. Zwischen Werder und Bayern.

„Für Diego muss eine außergewöhnliche Summe geboten werden, wenn wir ihn verkaufen sollten.“

Aha.

„Ich vergleiche ungern Menschen miteinander. Aber ­Diego ist genauso viel wert wie Ribéry.“

Ist schon recht. Aber wie kommt Lemke auf das schmale Brett, dass wir Ribéry für nur 30 Mio. Euro abgeben würden?

Herrlich, der Willi. Immer wieder.

FC Bayern-Transfergerüchte 0809#011

Spontan habe ich mich erschrocken, als ich diese Meldung gelesen habe.

Aber hier geht’s wohl eher darum, dass wir uns rechts hinten von Lell UND Oddo trennen. Da macht das mit Görlitz schon viel mehr Sinn.

Sinn würde es, je nach Trainer und System der neuen Saison, ebenfalls machen, einen Toni Kroos zurückzuholen. Abwarten.

Das Allerbeste an obigem Bericht ist aber die Vermutung, dass Klose gegen Cottbus tatsächlich wieder auf der Bank sitzen könnte…

Davon abgesehen geht natürlich auch die Trainerdiskussion weiter. Bestätigt auf der Liste sind Louis van Gaal und Matthias Sammer.

Wer auch immer es sein wird – wenn wir eins nach dieser Saison endgültig gelernt haben: Personen sind austauschbar.