Schwarzer Freitag!

Es gibt Tage an denen geht alles schief und man glaubt die Welt steht Kopf.

1. Platini zum UEFA-Präsident gewählt.

Die Blatter-Methode zieht immer noch. Solange die armen und kleinen Verbände mit wilden Versprechungen locken, bis man genügend Stimmen zur Wahl zusammengekratzt hat.

Glückwunsch.

Besonders witzig fand ich den Blatter-Kommentar nach der Wahl, in dem er fröhlich zum Besten gab, dass Platini ja – ebenso wie er – „nur den Fußball im Sinn hätte und auch dieser gegen die Kommerzialisierung dieses Sports wäre“.

Da hat der Sepp Recht. Kommerzialisierung ist nur dann gut, wenn die Kohle in die Taschen der FIFA wandert. Jede andere ist böse.

2. Daum’scher FC gewinnt plötzlich.

Nochmal Glückwunsch. Da hat der FC aus Köln also endlich mal einen Verein gefunden, der selber so schwach ist, auch nach einer 1:0-Führung im eigenen Stadion in 30 Minuten noch 3 Tore reingezimmert zu bekommen.

Das wäre ja noch gegangen. Unerträglich wurde es danach, als der Däumling in (aus früheren Zeiten) gewohnter Manier seine Standard-Sprüche in die versammelten Mikrofone absonderte.

3. Bayern spielt mal wieder Aufbaugegner!

Ehrlich. Was war das denn?

Der BVB, aktuell wirklich mehr als Durchschnitt, rennt von Anpfiff an wie von der Tarantel gestochen wild über den Platz und die Bayern lassen sich das gefallen?

Ein Lahm muss zweimal einen freien Frei decken? Insgesamt drei völlig lächerliche Gegentore? Manmanman. Da waren die Backen der Vorbereitung wohl voller, als die – mal wieder – unterirdische Laufbereitschaft.

Was den BVB-Fans in dieser Rückrunde übrigens noch bevorsteht, zeigte sich in der zweiten ersten Halbzeit, als die Bayern nach dem Rückstand wenigstens ein bißchen ernst machten, die Schwachgelben einschnürten und mit zwei Toren nicht nur das Stadion stumm machten, sondern auch die antiquierten Röber’schen Aufputsch-Methoden schonungslos enttarnten.

Es hätte so weitergehen können, wenn die Bayern in Halbzeit 2 die BVB-Kicker nicht nur neutralisiert, sondern weiter beherrscht und evtl. aus dem ersten Gegentor irgendwas gelernt hätten!

2-3 aufmerksame Minuten reichten einer der – in Heimspielen – aktuell schlechtesten Mannschaft, die Bayern zu bezwingen. Schlimm genug. Aber das nach dem frühen erneuten Rückstand für die Bayern so gut wie nichts mehr kam und die Magath-Schützlinge auch nach der Einwechslung diverser „frischer“ Spieler eher schlechter als besser wurden, sollte uns zu denken geben.

Geschenkt, dass Pienaar und Tinga wohl den Spezial-Auftrag „Rache für Kehl“ hatten und Jagd auf Bayern-Spieler machten – die Bayern hatten da nur van Bommel entgegenzusetzen. Bei realistischer Betrachtung hätte zunächst Pienaar und viel später auch van Bommel vom Platz gestellt gehört. Vorbei.

Daum am Ende?

Daum. Christoph Daum, der große Motivator – sieht so Motivation aus?

„Einige haben eine große Schnauze und nichts dahinter. Wenn man den Anspruch erhebt, hier erste Liga zu zeigen, sind einige fehl am Platz“

Mhm.

„Mir fällt langsam nichts mehr ein.“

Den Eindruck habe ich auch. Vor allem wenn man bedenkt, dass der letzte Sieg des FC noch von seinem Vorgänger, dem ach so unfähigen und fortgejagten Schweizer Latour erzielt wurde.

Die sog. Runderneuerung, die der Verein einmal mehr mit viel Geld vorgenommen hat, fruchtete auch diesmal nicht, erreichte man heute im Kellerduell (Zitat SpOn) bloß ein 1:1 gegen Augsburg.

Platzt irgendwann der Knoten? Oder doch nur die Aufstiegs-Illusionsblase rund ums Geißbockheim? Schon nervös, Overath und Meier?

Katz und Maus, Teil 2

Aufpassen. Man sollte immer vorsichtig sein, wenn man sich aus dem Fenster lehnt.

Aber eine Woche vor dem Start der Rückrunde und nach dieser so tollen Vorbereitung, als der sog. HSV gegen internationale C-Teams sogar einen schicken Pokal abgeräumt hat, war ich im heutigen Bayern-Spiel bei Dollis Kickern phasenweise schon erschrocken. Erschrocken wie schwach der HSV immer noch ist.

Harmlos.
Stereotyp.
Verdammt schwach.

Was da in HZ1 abgeliefert wurde, erinnerte frappierend an die Hinrunde. Es hat sich nichts geändert. Sieht das irgendjemand anders?

Hätte Pizarro dem neuen Hoffnungsträger im Hanseaten-Tor nicht den Ball an den Kopf gedroschen, es hätte zur Halbzeit 0:3 lauten können.

Auch die Reflexe sind immer noch die gleichen.

Beiersdorfer mal wieder hilflos im Halbzeit-Interview.
Doll nach dem Spiel mal wieder chronisch – realitätsverneinend – optimistisch.
Das Team offensiv mal wieder völlig überfordert, auch mit van-der-Vaart.

Die Bayern haben in HZ2 mehr als 2-3 Gänge zurückgeschaltet und spielten am Ende mit der halben Regionalliga-Mannschaft (Görlitz, Hummels, Fürstner, Lell, Wagner (Wagner?!)). Ausgewechselt wurden Karimi, Lahm, van Bommel, Salihamidzic und Makaay. Gar nicht erst mit dabei waren Sagnol, Podolski, Ismael, Hargreaves, Demichelis, Scholl und Santa Cruz. Was wäre in bayerischer Idealbesetzung mit den Hamburgern geschehen?

Müßig. Und auch uninteressant. Interessanter für HSVer sollte sein, dass die es selbst in einem Spiel, bei dem es um nichts, aber auch gar nichts ging, nicht geschafft haben, zuhause das Heft des Handelns in den Griff zu bekommen. Was passiert nächste Woche in Bielefeld. Glaubt irgendjemand, dass das Spiel einfacher wird?

Ein van der Vaart ist zurück, ein Sorin auch. Aber können die überhaupt Abstiegskampf spielen?

Man muss es positiv sehen. Für den HSV. In der nächsten Saison gibt es vielleicht das Duell Daum gegen Doll. Und vielleicht sogar wieder ein Stadtderby gegen St.Pauli.

Mensch. Jetzt habe ich mich ja doch aus dem Fenster gelehnt.

P.S. Ebenfalls nicht geändert hat sich der Geisteszustand einiger HSV-Fans, die die meiste Zeit damit beschäftigt waren, die Backen aufzublasen und DvB auszupfeiffen. Und wie im November war van Buyten trotzdem (oder gerade deshalb?) einer der besten, wenn nicht der beste Bayern-Spieler auf dem Platz. Einen kleinen Makel gibt es demnach bei diesem Spiel: Das 2:0 hat Lucio und nicht van Buyten erzielt. Man kann nicht alles haben.

Unappetitlich!

Ehrlich. Für einige Momente war ich heute echt sprachlos und irgendwie benommen als ich von Deislers Karriereende las.

Das ging mir nahe.

Richtig wütend machten mich aber erst diverse Kommentare in Blog-Beiträgen zu diesem Thema von allerlei geistigen Tieffliegern, die einen direkten Zusammenhang zwischen seinen (psychischen) Problemen und seinem Wechsel zum und seiner Zeit beim FC Bayern zogen. An anderer Stelle wurden (mal wieder) die Vokabeln „Psycho“ und „Pille“ angewendet.

Für alle Bekloppten und Beschränkten dieser Welt: Depressionen sind eine richtige Krankheit, genauso wie Krebs oder Grippe! Und nur weil das in Euer Spatzenhirn nicht reingeht, müsst ihr hier nicht 10% der deutschen Bevölkerung verunglimpfen.

10%? Ja. So viele Menschen haben in diesem Land nämlich psychische Probleme. Viele davon gestehen es sich wahrscheinlich gar nicht ein, weil sie schließlich ganz harte Typen sind. Ein Tabu. Auch im Fußball-Umfeld, ebenso wie Homosexualität.

Zum Glück gibt es noch aufgeklärte und weit weniger dumpfe Menschen und Blogger, die (über Vereins- und Ideologiegrenzen hinweg) dazu in der Lage sind, über Deisler ganz normal zu reden und zumindestens annähernd so etwas wie Mitgefühl zu empfinden.

Mir persönlich ist es völlig schnuppe, ob wir jetzt auf Deislers Position ein Problem bekommen. Das ist nur Fußball. Nur ein Spiel. Es gibt wichtigere Probleme.

Und zu konstruieren, die Spekulationen (nicht von Seiten des Vereins oder UH!) über Ribery hätten Deisler wieder in Depressionen gestürzt, ist geradezu fahrlässig. Vor allem weil UH ja deutlich gemacht hat, dass der FC Bayern einen Ribery mit einem starken und gesunden Deisler überhaupt nicht braucht!

Ferner die Behauptung, „der Druck auf SD wäre in München noch stärker als in Berlin gewesen“! Schlimm. Worauf soll denn diese Aussage beruhen? Deisler wurde in Berlin zum Star aufgebaut. Das Wort „Basti-Fantasti“ ist nicht in München kreiert worden!

In München ging es Deisler von der Aufmerksamkeit und vom medialen Druck doch viel besser als irgendwo sonst. Hier war er ein Star unter vielen, der Verein, vor allem UH stand bedingungslos hinter ihm. Welcher andere Verein hätte wohl so viel Geduld mit einem seiner Spieler gehabt, sich leisten können?

Nein, nein. Ich lasse derlei „Argumente“ nicht gelten und bei solch‘ unappetitlich verbalen Aussetzern sehe ich Rot. Sorry.

Deisler geht!

Und zwar ganz. Komplett. Aus.

Nach dem gestern bekannt gewordenen Abschied von Brazzo nun heute der nächste Hammer:

Sebastian Deisler beendet seine Karriere!

Sein Knie. Die Qualen. Alles gute Gründe. Und selbst der Schritt selbst kann nicht überraschen, sind seine Verletzungen doch inzwischen legendär. Aber seine lichten und glanzvollen Momente haben bei uns allen immer wieder die Hoffnung aufkeimen lassen, dass es irgendwann mit ihm klappt.

So wird er uns leider nur als das Talent in Erinnerung bleiben, dessen Körper nicht mit den Anforderungen Schritt halten konnte.

Auch Dir, Sebastian: Danke für alles!

Für die schönen Momente. Für den Glanz, den Du uns allen geschenkt hast.

Das Bürschen geht!

Bisher habe ich die ersten Gerüchte über einen bevorstehenden Abschied von Hasan Brazzo Salihamidzic noch ignorieren können, aber offensichtlich steht er jetzt fest!

Das betrübt mich schon ein wenig, hatte ich mich doch in dieser Winterpausen-Gerüchteküche nur auf aberwitzige Gerüchte und lockeres Spekulieren eingestellt und dann dieser Hammer!

Für mich ist das schon irgendwie so. Brazzo habe ich in den letzten Jahren als einen der unseren akzeptiert. Für Spieler wie Brazzo wäre ich durchs Feuer gegangen!

Jetzt heißt es Abschied nehmen, will er doch mit seinen 30 Jahren noch einmal „die Herausforderung“ des Auslandes (war Deutschland ja irgendwie auch für ihn…) annehmen – viel Glück dabei.

Und Danke für alles Brazzo, auch wenn Du zuletzt nicht mehr an der Steckdose geschlafen hast, mach’s gut!

Hunt auf der Jagd?

Ein sehr launiger Titel für einen Beitrag, aber irgendwie inspiriert durch diesen Satz:

Derzeit kann der Ligaprimus nur mit Aaron Hunt als Stürmer für die kommende Runde sicher planen.

Alle anderen Werder-Stürmer wollen oder sollen weg.

Ivan Klasnic hat seinen Vertrag noch nicht verlängert, Nationalspieler Miroslav Klose hat sich noch nicht entschieden, und Hugo Almeida ist bislang lediglich auf Leihbasis im Werder-Trikot unterwegs.

Ferner soll Mohamed Zidan demnächst einmal mehr zum FSV Mainz abgeschoben werden.

In Anbetracht dieser Situation ist der Schlaudraff-Transfer vielleicht noch einmal ganz anders zu bewerten. Aber genug davon.

Interessant ist eben diese Meldung:

Werder will Carew

Stellt sie doch einen Paradigmenwechsel dar, wenn Werder, zuvor auf günstige Schnäppchen fixiert, die man dann gewinnbringend an die wirklich Großen im Land verkaufen kann, nun selbst bei Großen einkauft. Denn selbst, wenn das noch nicht alle begriffen oder mitbekommen haben, aber Lyon ist die französische Ausgabe des FC Bayern, allerdings die bessere, da aktuell schon x Titel in Folge, ein Vielfaches an TV-Erlösen und in den letzten Jahren in fast jedem Spiel die Ex-Galaktischen aus Madrid geschlagen und beherrscht.

Aber wir sind ja auf dem Weg und zumindestens Letzteres können wir in Kürze nachholen.

Back from Dubai

Die Bayern beenden ihr Trainingslager in Dubai. Erfolgreich. Zwar ohne Wüstenpokal, aber endlich mal mit allen Spielern am Start. Sowas stimmt mich euphorisch.

PrinzPoldi und WM-Kollegen konnten im Gegensatz zum Sommer mal eine vollständige Vorbereitung durchziehen und auch Langzeit- oder Dauerverletzte Spieler nahmen partiell an Hütchen- und Ballspielen teil.

Konkurrenzkampf allerorten. Seehr gut.

DerPrinz macht Pizarro und Makaay Druck.

Demichelis Lucio.

van Bommel Ottl.

Görlitz Sagnol/Lahm?

Spieler wie RSC, Karimi und Co. lass‘ ich hier mal raus. Die wechseln eh‘ bald die Wäsche.

„Gesetzte“ gibt es wenig und wenn dann nur durch Leistung:

Kahn, van Buyten (Abwehrchef von 0 auf 100), mit Abstrichen Lahm und Sagnol (hoffentlich vom WM-Tief befreit), van Bommel (komplett integriert), Hargreaves (wenn wieder 100%-tig fit), Deisler (dito), Schweinsteiger (s. Lahm), Makaay!

Der Rest mach denen Druck oder ist auf dem Sprung, entweder ins Team oder in den Flieger.

Noch 12 Tage Winterpause.

Business as usual

Zuletzt noch voller Vorfreude auf die Rekordaufholjagd in der Bundesliga ob des gewonnenen Wüstenpokals, ist inzwischen beim HSV schon wieder alles beim Alten:

Mit einer deutlichen Niederlage endete das Trainingslager des abstiegsgefährdeten Bundesligisten Hamburger SV am Samstag in Dubai. Gegen den ukrainischen Spitzenklub Dynamo Kiew setzte es für die Elf von Trainer Thomas Doll eine 1:4 (0:0)-Niederlage, bei der mit Rene Klingbeil und Benny Feilhaber zudem zwei Spieler vom Platz flogen.

Man könnte jetzt sagen, „hey, dass ist doch alles nur die Vorbereitung“, aber das könnte man schließlich auch über diesen Wüstenpokal anmerken, den man mit knappen Siegen gegen die beiden Großmächte Iran und Vereinigte Arabische Emirate erzielt hat.

Wie immer bleibt es spannend. Und ernst wird es ohnehin erst wieder in ca. 2 Wochen.