T Minus 23: FC Bayern – Eintracht Frankfurt

Mann. Mann. Mann. Eine Nacht drüber geschlafen und immer noch bin ich mächtig angefressen. Aufgrund vieler Dinge. Aber der Reihe nach.

Was sich schon zur Halbzeit andeutete, wurde danach nicht viel besser.

Hilf- und harmlos umherirrende Frankfurter versuchen nicht über ihre Beine zu stolpern und konzentrieren sich in erster Linie darauf mit allem was sie haben, dass eigene Tor zu verrammeln. Schlimm.

Ok. Sowas sehen die Bayern seit Jahren in fast jedem Heimspiel. Mal nehmen die Gegner mehr am Spiel teil, mal weniger. Hinterher heißt es dann trotzdem immer wieder: „Hier war heute was möglich!“

Wie mich das langsam ank***t.

Ich kann verstehen, dass man keine Lust hat sich in München abschlachten zu lassen. Das soll hier auch kein Plädoyer dafür werden. Gleichwohl geht es aber auch mit diversen verletzten Spielern anders. Davon abgesehen höre ich diese Rechtfertigungen eines Herrn Funkel jedes Jahr, für die immer gleich schlechten Darbietungen in München. Die reichhaltigen Niederlagen, die er als Spieler gegen die Bayern erlitt, haben wohl Schaden hinterlassen.

Anyway.

Keinen Kindergarten, bitte.

Die Bayern haben die Frankfurter zwar über 92 Minuten sowas von dominiert, rekordverdächtige 38 Torschüsse abgegeben und 67% Ballbesitz an den Tag gelegt – etwas Zählbares kam dabei am Ende aber nicht heraus (jetzt kommen wir zum analytischen Teil).

Ich hatte es befürchtet (nicht die Leistung der Frankfurter, nein, unsere Probleme).

Ribéry war anwesend und agil wie eh und je. Der Alte schien er dagegen noch nicht zu sein. Sonst hätten ihm diese Frankfurter nicht ein ums andere Mal den Ball abnehmen können. Und dann erst Klose. Der wirkte über fast das gesamte Spiel wie ein Schatten. Was ist los? Ist das der Werder-Fluch? Späte Rache und ein zahnloser Miro bis Ende des Jahres?

Weltklasse hatten wir trotz allem aber auch zu bieten: Zé Roberto und van Bommel.

Ich kann mich an kein Spiel des FC Bayern erinnern, in dem zwei Spieler im defensiven Mittelfeld dermaßen abgeräumt haben. Mir ist die Zweikampfbilanz der beiden gerade nicht präsent, aber in Halbzeit 1 muss sie bei annähernd 100% gelegen haben. Anders wäre auch nicht zu erklären, warum die Eintracht in 97% der eigenen 3-4 Offensivaktionen schon an einer imaginären 30-Meter-Linie den Ball verloren…

Hinzuzählen würde ich natürlich noch Martin Demichelis!

Was der zur Zeit bietet ist ebenfalls einzigartig. Er bestätigt jetzt endlich die Vorschusslorbeeren, die es schon vor seiner Ankunft in München gab. Wahnsinn. Und kaum noch verwarnungswürdige Fouls – eine Eigenschaft die ihn früher (nicht nur für mich) zum Sicherheitsrisiko machte. In meinen Augen aktuell der beste Innenverteidiger der Bundesliga.

In ihrer Kernkompetenz waren Demichelis und Lucio allerdings gar nicht gefragt in diesem Spiel. Für sage und schreibe zwei Eckbälle musste man sich am eigenen Tor einfinden, davon abgesehen war reine Offensivarbeit angesagt.

Aufgefallen ist vielen ebenfalls wohl nicht, dass Oliver Kahn wieder im Tor stand. Diesmal ohne Kapitänsbinde, die hatte er Lucio überlassen. Als Kapitän hätte er vor dem Anpfiff sicher ebenso viel Sendezeit gehabt wie über den Rest des Spiels…

Jetzt aber mal zu den wahren Gründen für das fehlende Tor der Münchner (denn Frankfurt hätte mit Sicherheit keins geschossen):

1. Schwacher Ribéry

Ein wieder gesunder Ribéry, dem aber noch jede Menge seiner, für sein Spiel notwendigen Fitness fehlt(e). Ergo: Da er wieder auf dem Platz stand, gaben ihm fast alle den Ball, nach dem Motto „Mach mal“. Er selbst sah sich dagegen zumeist der Bewachung von bis zu vier Gegenspielern ausgesetzt und das war einfach zu viel (s. Fitness).

2. Kein Flügelspiel

Was war das denn bitte? Mit Grausen sah ich einen Lahm, der wie zu seinen „besten Zeiten“ aus der Saison 2006/07 jede, aber wirklich jede Flanke aus dem Halbfeld auf ungefähr 1,5 Meter Höhe in den gegnerischen Strafraum flankte. Und Lell? Bis zu seinem „Hallo. Wach!“ gegen Amanatidis ebenfalls so schwach wie man es ihm eigentlich zutrauen würde, er in der bisherigen Saison aber noch nicht gezeigt hatte. Meiner Meinung nach wird es noch schlimmer, wenn Sagnol erst mal wieder auf dem Platz steht. Dann haben wir das Katastrophen-Duo der Vorsaison wieder komplett. Und so wie ich Hitzfeld menschlich einschätze, zieht der das mit den beiden Rekonvalenszenten gnadenlos durch…

3. Fehlende Beweglichkeit

Bis auf Toni spielte fast die gesamte Offensive gegen phasenweise 10 Innenverteidiger am eigenen Strafraum (Stichwort Handball) reinsten Standfußball. Besonders schlimm wurde es, als Schweinsteiger in die Partie kam. Der Junge ist wirklich in einem ganz tiefen Tief!

4. Fehlende Konsequenz

Ein bekanntes Problem unserer Startruppe. Der (Irr-)Glaube an die eigene Stärke lässt den einen oder anderen lässig mit Chancen umgehen. Trifft Toni nach 13 Sekunden aus 7 Metern zum 1:0 hätte ich einen ganz anderen Bericht schreiben können. Wieso fängt er auf einmal an zu überlegen?? Es ehrt ihn, dass er in der Folgezeit so bemüht war, wie wohl noch nie in seiner Bayern-Zeit. Aber alleine gegen diesen immer fester werdenden Beton zu kämpfen, war zu viel. Selbst für einen Weltmeister.

5. Hitzfeld

Hitzfeld? Ja. Ihm fehlte erneut der Mut einen Kroos nicht nur im Kader zu haben, sondern gar einzusetzen. Eckbälle und Freistöße hätten so zumindestens den Hauch von Gefährlichkeit gehabt und da wir gestern ohnehin 3-4 schwache Spieler mitdurchgezogen haben, hätte einer mehr oder weniger auch nichts ausgemacht.

6. Pech

Pech? Wirklich? Ja. Wir hatten das Pech, dass sich vor der Partie auch noch der letzte Rest an Kreativität aus dem Kader der Frankfurter verletzte. Hätten Streit & Co. gespielt, hätte die Eintracht wohl nicht von vorneherein ein 0:0 im Hinterkopf gehabt, sich vielmehr was ausgerechnet und dies sogar versucht.

Und was ist jetzt die Perspektive? Wie geht’s weiter?

Ich seh schwarz für die Tabellenführung am nächsten Wochenende.

Wieso?

Donnerstag UEFA-Pokal und Samstag in Stuttgart, beim offenbar wiedergenesenen Meister. Na fein.

Die DFL, mehr als beratungsresistent und in ihrer Abhängigkeit von den TV-Geldern gefangen, bringt es nicht fertig, auf die Masse der UEFA-Pokalteilnehmer zu reagieren und ein drittes Sonntagsspiel einzuführen (diese Kritik ist übrigens nicht neu und kommt auch nicht ursprünglich von mir, sondern vielmehr zunächst aus der HSV-Fan- und Leverkusen-Ecke).

Aber wieso sollte das Seifert und seine Spießgesellen auch tun, schließlich verdient die DFL an den UEFA-Pokalauftritten von Bayern, Bayer und Co. nicht einen Euro!

Also keine Veranlassung zum Handeln. Und dass so aus der wochenlangen Pseudospannung eine echte wird – umso besser für die DFL. Das erhöht die Margen beim Produkt Bundesliga.

Davon abgesehen ist mir im Grunde aber sch**ßegal wer hinter den Bayern mit welchem Abstand steht. Ich beschäftige mich mit diesen Mannschaften erst, wenn sie vor den Bayern stehen!

Und das könnte am Samstag abend der Fall sein – auch wenn ich nicht glaube, dass gleichzeitig Stuttgart gegen uns aus der Asche wiederaufersteht und der HSV in Gelsenkirchen gewinnt…

Zum Glück spielen wir ihm UEFA-Pokal zuhause und nicht am Rande Europas. Würde noch fehlen. Also könnte es sein, dass alles nicht ganz so schlimm wird. Warten wir’s ab.

Die eierlegende-TV-Gelder-Wollmilch-Einnahmen-Sau

Leute. Alles geht nicht. Begreift Ihr das nicht?

Schon der berühmte Fidel C. sagte, dass es nur Sozialismus oder Tod gibt – nicht beides…

Was hat das mit der Bundesliga zu tun?

Nun. Die Liga braucht Geld. Viel Geld. Damit weiterhin diverse Provinzfürsten das Geld der Allgemeinheit wild und zügellos verprassen, oder diverse Fahrstuhlmannschaften zwischen den Ligen hin und her pendeln können.

Zu krasse Sichtweise?

Sagen wir mal so. Ich hätte auch etwas gegen schottische oder niederländische Verhältnisse und ja, diese Diskussion ist nicht neu.

Aber sie wurde nicht von mir exhumiert!

Kommen wir zum Punkt.

Der Kirch-Deal. Einigen Vereinsfunktionären traten schon wieder die Tränen in die Augen, ob der Summen, die erneut im Raum stehen. Kritische Erinnerungen an einen der größten finanziellen Crashs im deutschen Fußball wurden barsch zur Seite gedrückt mit den Hinweis, dass Kirchs Imperium ja heute „gar nicht mehr mit dem vergleichbar wäre vom vor den Zusammenbruch“. Soso. Die lange Zeit mehr als nebulöse Bankbürgschaft – alles kein Problem. Millionen seid umschlungen…

Im Leben gibt es nichts umsonst. Bei den Fußballrechten gleich gar nicht!

Die Refinanzierung lässt sich nur durch die direkte Investition des Kunden gewährleisten. Will meinen: Pay-TV. Verdammt. Irgendwie muss man diese Kommunikationsform doch mal endlich kostendeckend an den Start bekommen. Ihr Deutschen, begreift das doch mal endlich!

So oder so ähnlich schwirrt es sicherlich Menschen wie Christian Seifert im Kopf herum. Überhaupt, Seifert. Heute, mit 38, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga, früher als Leiter der Abteilung Produktmanagement der Firma MGM Media Gruppe München noch selbst Teil des Kirch-Konstruktes. Ist da irgendjemand überrascht, dass er „seinen“ Deal mit Händen und Füßen verteidigt?

Zurück zum Pay-TV.

Der Hintergedanke ist, dass durch mehr Exklusivität das Pay-TV einen Kundenzustrom erlebt, der die Wahnsinnssummen wieder einspielt. Daran ist schon Kirch gescheitert und selbst das Intermezzo „Arena“ ging mit dem Gegenentwurf (günstig, auf Masse angelegt) baden.

Jetzt scheinen allerdings endlich Seifert und Co. am Ziel: Die Sportschau und somit zeitnahe Bundesliga-Berichte im Free-TV stehen vor dem Aus.

Kann man gut oder schlecht finden ist aber eine echte Kausalität. Koflers Vermächtnis.

Die (blinden) „Sozialisten“ unter den Fußball-Fans wie -Funktionären hatten sich durch den Kirch-Deal wohl mehr Geld für das Gießkannen-Prinzip versprochen, passieren wird aber insgesamt etwas anderes:

Die Gesamtsumme der Einnahmen wird sinken. Weshalb? Ganz einfach. Weil heutige Vereine immer eine Mischkalkulation fahren aus TV-Geldern und Sponsoren-Einnahmen. Sonstige Einnahmen aus Logen, Eigenvermarktung und Merchandising lassen wir mal aussen vor, denn die zählt ohnehin nur bei den großen Vereinen.

Wenn allerdings, bedingt durch den Kirch-Deal, die Sportschau verschwindet und erste Bilder im Free-TV erst ab 22:00 zu sehen sind, dann haben diverse Hauptsponsoren schon Kürzungen angekündigt. Zu Recht. Sind die Werbe- und Vermarktungsverträge doch auf Basis einer ermittelten Reichweite in der werberelevanten Zielgruppe erstellt worden. Und die verändert sich ja wohl gravierend, oder?

Man könnte jetzt sagen, dass das Problem ohnehin ja nur die Big-Player der Bundesliga betrifft und nicht die gesamte Solidargemeinschaft der Bundesliga-Vereine. Stimmt. Vor allem, wenn man in diese Richtung will. Aber eins gebe ich zu bedenken:

Wenn die Mischung kippt, sich die Vereine aufgrund sinkender Sponsoring-Einnahmen (und da sind wir in der Bundesliga in Euopa führend!) immer abhängiger von den TV-Geldern machen, dann ist ein Crash wie wir ihn mit Kirch vor Jahren schon erlebt haben nur ein Anfang. Dann werden die Provinzfürsten noch viel Schlimmeres und Existenzielleres erleben als damals.

Ehrlich gesagt bin ich da persönlich ganz entspannt.

Der FC Bayern wird zwar auch unter sinkenden Sponsoring-Einnahmen leiden, aber wir könn(t)en diese Verluste besser auffangen als manch kleiner Verein.

Macht ihr alle also einfach mal. Ich schau‘ mir das dann an und werde beizeiten ein wenig schmunzeln, wenn sich die aktuellen Wortführer und Befürworter in Wehklagen ergehen…

Sonntagsschuss, Der

Irgendwie komisch. Diese Analogie. Schon gegen Bochum, in Belgrad und gestern wieder.

Die Bayern-Gegner erzielen Tore per Sonntagsschuss.

In solchen Fällen sage ich immer spontan: „Sowas schafft der so eh nie wieder.“ Oft liege ich damit nicht ganz falsch. Aber auch bei einem Sonntagsschuss gehört immer mehr dazu als nur der Schütze. Der Gegner, der bereitwillig Platz macht (in Bochum) oder ein Torhüter, der für einen Moment lang falsch steht (in Belgrad und gegen Gladbach).

Gerade diese beiden Spiele sprechen trotzdem eine deutliche Sprache, denn abgesehen von diesen beiden „Patzern“ hielt Kahn-Thronfolger Rensing vorbildlich, gestern phasenweise gar ausgezeichnet!

Was lernen wir also daraus?

Ausser im Spiel gegen den HSV, wo der Ball ins Tor gewurschtelt wurde, benötigt der Gegner oft schon einen Sonntagsschuss, um die Bayern in Schwierigkeiten zu bringen.

Selbstverständlich ist das nur meine Sicht der Dinge. Hätten die bisherigen Gegner sicherlich ihre wenigen Tore auch anders erzielen können. Die aktuelle Stärke in der bayerischen Defensive legt mir aber eher obige Schlussfolgerung nahe. Nichts was mich ernsthaft stört…

T Minus 24: Borussia Dortmund – FC Bayern

Glück.

Glück spielt im Fußball immer wieder eine Rolle. Wer mich kennt, weiß, dass ich die These vertrete, dass sich dieses immer ausgleicht.

Glück hatten die Dortmunder, dass

– die Bayern in Halbzeit 1 nicht in Führung gegangen sind
– der Pfosten gleich zweimal dieser Führung im Weg stand
– sie mit 11 Spielern in die Kabine gehen durften (oder was bekommt man für ein Foul als letzter Mann?)
– Ribéry fehlte
– ohne ihn kaum Überraschendes in der Offensive passierte
– Toni die Grippe immer noch anzumerken war
– die Bayern ab Minute 60 stehend k.o. waren – dank Belgrad-Spiel, ca. 40 Stunden zuvor
und
– sich Hitzfeld nicht traute, in dieses Spiel einen Toni Kroos zu werfen (denn dann wären wenigstens unsere Freistöße gefährlich gewesen)

Glück hatten die Bayern, dass

– die Dortmunder aus ihrer Drangperiode zwischen 60. und 70. Minute keine Tore erzielten
– es nicht weiter ins Gewicht fiel, dass man zumeist mit 10 Mann spielen musste (oder war Sosa für Euch kein Totalausfall?)
– Nelson Valdez kein Stürmer ist

Jemand noch weitere Vorschläge?

Wie auch immer. Zum ersten Mal in der Saison bin ich mit einem Punktverlust einverstanden. Zu müde, zu schlapp waren die Bayern in HZ 2, dass selbst eine Mannschaft wie die Dortmunder Chancen hatten, uns zu besiegen. Schlimm genug. Nein. Auch die Punkteteilung zwischen Schalke und Bremen brachte mich zu dieser Überzeugung. Ist der HSV jetzt Bayern Jäger Nummer 1? Von mir aus. Die bisherige Historie der Bayern-Jäger sagt alles…

Unsere Ruhrpottrundreise brachte uns 4 Punkte. Immerhin. Zur Abwechslung stehen nun mal wieder zwei Heimspiele an. Auf so etwas wie richtigem Rasen. Zunächst Pokal gegen Gladbach und dann gegen Ex-Fast-Bayern-Jäger Frankfurt.

Von der Papierform her zwei klare Kisten. Aber der Pokal hat seine…. Naja. Es sollte ein enges Spiel werden. Kann Ribéry spielen, bin ich optimistisch. Ist er nicht fit, sollte man sich das auch als neutraler Beobachter anschauen.

Und Frankfurt?

Die haben aktuell jede Menge mit sich selbst zu tun. Oder bereiten sich gedanklich schon seit Wochen auf das Gastspiel in München vor. Wie auch immer. Wir haben nichts zu verschenken. Ganz besonders nicht, nachdem uns der HSV nach kaum zwei Jahren wieder so im Nacken sitzt… 😉

Meister-Absteiger # 10

Die Idee kam mir spontan am Samstag, als ich die erneute Niederlage des aktuellen Deutschen Meisters sah. Im Grunde könnte mir egal sein, was der schwäbische VfB macht, hat er seine Aufgabe der Vorsaison, einen königsblauen Meister zu verhindern, doch excellent erfüllt, aber ein wenig tragisch wirkt das schon. Fast ebenso tragisch wie die bisher einmalige „Leistung“ der Clubberer, die es als erste und bislang einzige Mannschaft fertigbrachten, als amtierender Meister abzusteigen.

Ich will damit zwar nicht andeuten, dass ich den Stuttgartern ein ähnliches Schicksal vorhersage, aber in Sicherheit sollten sich die Veh-Kicker nun auch wieder nicht wiegen…

Hier der Meister-Absteiger-Vergleich:

Spieltag 10:

2007/08 VfB Stuttgart 3/1/6 11:18 -7 10 Punkte
1968/69 1.FC Nürnberg 3/2/5 13:17 -4 11 Punkte

Bis auf weiteres wird also der Vergleich über die Jahrzehnte an dieser Stelle aufgeführt.

T Minus 25: VfL Bochum – FC Bayern

Auftakt zur Ruhrpottrundreise des FC Bayern. Die Erwartungshaltung vor dem Spiel war klar: Bochum, ziemlich schlechte Heimelf, muss weggeputzt werden. Eine kleine Wundertüte war das Spiel an der Castroper Straße allerdings trotzdem: Länderspielpause und Klose-Verletzung ließen mich mit flauem Gefühl im Magen zurück.

Am Anfang zwei stürmische Teams. Bochum mit dem Mute der Abstiegsgespenstverzweiflung und die Bayern mit dem inzwischen üblichen Spiel.

Die Führung der Bochumer – ein Witz.

Klar. Dennis Grote zirkelt den Ball mustergültig ins Tor. Rensing machtlos. Aber was war denn das bitte davor? An Dämlichkeit kaum zu überbietender Fehlpass von Demichelis, ein Lell im Sekundenschlaf über gefühlte Minuten, ein Lucio mit Beinschuss und auch sonst nur müde hinterher trabende Bayern-Spieler?

Sowas wird Bochum im Laufe der restlichen Saison sicherlich nicht wieder passieren. Das nach dem Spiel Koller überdies die Leistung der Bochumer über den grünen Klee lobt. Geschenkt. Das seine Spieler das dankend aufnehmen und sich so Mut für den weiteren Abstiegskampf einflößen. Logisch.

Aber sah das Spiel nicht doch ein wenig anders aus?

Allein HZ1 sah einmal mehr einen derart überlegenen FC Bayern, dass es weh tat nur den Zauberausgleich von Ribéry gesehen zu haben. Schlimm.

Womit wir schon beim größten aktuellen Problem der Bayern sind: In Schönheit sterben!

Das ist eine Kopfsache. Und zwar ohne Wenn und Aber.

Die Spielstärke ist in uns. Aber wir müssen auch was damit anfangen. Und bitte in jedem Spiel unerbittliche Konsequenz beweisen. Klar. Auch nach diesem Spiel ist das wieder Jammern auf hohem Niveau. Aber irgendwann (jaja, irgendwann…) kommt ein Gegner, der das bestraft – und das muss nicht erst Milan oder Chelsea in der nächsten Saison sein. Das könnte schon der BVB werden…

Ich weiß. Die zweite Halbzeit war schon nicht mehr so prall. Und das ausgerechnet ein Schweinsteiger den Siegtreffer in die Maschen drischt ist schon komisch. Aber offenbar haben die bayerischen Funktionärsworte und das Bankdrücken der letzten Wochen ein bißchen was bei ihm freigesetzt.

Wohl auch bei Podolski. Denn ich bin da ganz bei Hoeness, der nach dem Spiel von einer guten Leistung, der „besten gar der letzten Wochen“ beim Ex-Kölner sprach. Stimmt. Sein Engagement, seine Laufbereitschaft, sein Zweikampfverhalten war in den wenigen Bochumer Minuten um ein Vielfaches den letzten Wochen überlegen.

Weiter so, „Schweini“ und „Poldi“.

Das der VfL aus Bochum überwiegend einfach nur hoffnungslos überfordert und schlecht war, werden wohl fast alle bestätigen, die das Spiel über die vollen 90 Minuten gesehen haben. Von den ersten 15 Minuten einmal abgesehen. Es tut mir körperlich weh, wenn ich sehe, wie wir immer mal wieder in „solchen Spielen“ versuchen, den Ball förmlich ins Tor zu tragen, ins Tor zu zaubern. Kann man mit 11 Ribérys überhaupt Erfolg haben? Daran zweifle ich mal ganz stark. Mit 11 so lauffreudigen Spielern sicherlich, aber das ist es ja nicht alleine. Es muss auch Stürmer geben, die topfit sind. Klose und Toni waren das gestern leider (noch) nicht. Wie auch. Klose kehrte einmal mehr nach einer Verletzungpause zurück (danke noch mal – ihr wisst schon, an wen) und Toni schien überspielt. Obwohl er doch – das hat mich richtig begeistert – vorzeitig von der ital. Nationalmannschaft abreiste um in München zu trainieren.

Irgendwie war trotzdem der Wurm drin. Chancen hatte Klose in den 90 Minuten so einige. Mehr als ich erwartet hatte. Allein verwandelt hat er sie nicht (hört nun endlich bitte einmal das abermalige Gequatsche über Gerd Müllers Rekorde auf?).

Auf ein Neues in Dortmund.

Stürmen wir das Westfalenstadion? Werden wir ein dolles Spiel abliefern?

Ich will’s hoffen. Sind die Schwachgelben doch trotz allem ein anderes Kaliber als die Bochumer.

Glück auf.

T Minus 26: FC Bayern – 1.FC Nürnberg

Wiesn-Abschluss. Bayerisches Derby. Gute Voraussetzungen für solch ein Spiel wie gestern.

Die fränkischen Pokalhelden gegen die Versager der Vorsaison. Gefühlte Lichtjahre her. Gestern lagen Heute liegen Welten zwischen beiden Teams. Ein 3:0 drückt ja auch einigermaßen einen Unterschied aus.

Nicht so aber für die Zuschauer dieses Spiels. Insofern sie Anhänger des FC Bayern sind. Als Clubberer ist das wieder ein anderes Thema.

Worum es geht?

Das dieses Spiel mit gefühlten 6-7 Toren für die Bayern hätte ausgehen können/müssen/sollen. Und damit meine ich nicht unbedingt nur die ausgelassenen eindeutigen Torchancen sondern auch die vielen Unzulänglichkeiten im Spiel der Bayern. Völlig unverständlich ist mir z.B. wie man einen Schweinsteiger über das volle Spiel über den grünen Klee loben kann (M. Reif). Ok. Seine Vorlage zum 2:0 war perfekt. Umso schlimmer ist dann aber seine Einstellung zu Ball und Spiel über die restliche Spielzeit.

Vielleicht fällt Euch das nicht so auf, aber Spieler wie ihn beobachte ich gerne mal über 90 Minuten. Da fällt mir jeder Fehlpass, jeder verlorene Zweikampf, jedes Nicht-Nachsetzen, jede Lässigkeit deutlich auf.

Ich hasse so etwas.

Wenn jemand irgendetwas nicht kann. Geschenkt. Aber Schweinsteiger kann es. Er zeigt es nur zu selten. Aus welchen Gründen auch immer.

Ebenso ein Ottl. Weshalb hat der gestern überhaupt von Anfang an gespielt? Pause für van Bommel?

Wenn ich diese beiden Spieler aktuell am Ball sehe, spüre ich regelrecht die Unsicherheit. Warum? Angst davor schnell wieder aus dem Kader zu fliegen? Kaum verständlich, haben doch diese beiden trotz ihres noch recht jungen Alters schon einige Erfahrung gesammelt, BS sogar im Rahmen einer WM im eigenen Land. Beim FC Bayern zu spielen scheint offenbar schwieriger zu sein als im Nationalteam…

Anyway. Ich gehe davon aus, dass die sich wieder fangen. Irgendwann.

Was mir aber vor allem aufgefallen ist: Ein Toni reicht nicht. Komische Aussage ob eines 3:0? Mag sein. Aber auch Nürnberg war kein ernsthafter Gegner, oder? Die hatten doch am meisten mit sich selbst zu tun. Ein paar hübsche Konter, ja. Und ein, zwei wirklich gute Chancen mit mächtig kräftesparenden Bayern. Klar. Aber sonst? Nicht viel. Man merkt wo der amtierende Pokalsieger gerade steht. Wiederholt sich fränkische Geschichte nach 39 Jahren? Für Hans Meyer fänd‘ ich’s schade. Für einige andere im Umfeld nicht wirklich…

Zurück zu unserem Offensiv-„Problem“:

Ich wiederhole mich – ohne Klose ist das alles ziemlich schwierig. Podolski ist kein Ersatz, Schlaudraff noch lange kein Spieler für die Startformation. Sicher. Mit viel Laufbereitschaft und Kampf um jeden Ball lässt es sich kompensieren, dass wir offensiv kaum Anspielstationen haben, bzw. mit Toni einen Stürmer der diesbezüglich ein wenig limitierter ist als Klose.

Nur mit beiden zusammen sind wir vorne Weltklasse. Mit nur einem von beiden kommt es auf einen guten Tag unserer Flügelzangen an und auf einen Ribéry der gut drauf ist. War er zuletzt nicht immer. Gestern schon eher.

Jetzt ist mal wieder Länderspielpause.

Gut für Klose und seinen Heilungsprozess. Toni wird wohl für Italien spielen. Ob das gut oder schlecht für uns ist, werden wir hinterher wissen.

Einmal mehr bleibt nur ein Wunsch an die ausschwärmenden Nationalspieler: Bleibt gesund!

T Minus 27: Bayer Leverkusen – FC Bayern

Die Bayern haben die erste englische Woche der Bundesliga mit 9 Punkten und 10:1 Toren abgesch(l)ossen. Beeindruckend. Das abschließende 1:0 in Leverkusen war wohl das anstrengenste Spiel in dieser Serie. Bayer ist eben eine Wundertüte. Können zuhause richtig Druck auf den Gegner aufbauen oder auch unerklärlich Punkte lassen. Gegen die Bayern geschieht zumeist nur ersteres.

Im Grunde liegt den Bayern aber ein mitspielender Gegner. Und im Gegensatz zur letzten Saison fällt nicht zwangsläufig ein Gegentor, wenn die Münchner den Gegner „einfach mal machen lassen“.

Stattdessen können sie selbst immer wieder gefährliche Konter fahren und Tore erzielen. Von daher ist dieses Spiel als schulmäßig zu bezeichnen. Sicher. Hätte der Schiedsrichter-Assistent etwas bessere Augen gehabt und das korrekte Klose-Tor gegeben, wären vielleicht mit einem 0:2 zur Pause bei Bayer in Halbzeit 2 die Beine noch früher lahm geworden – wirkliche Angst habe ich um Ribéry und Co. aber trotzdem über die 90 Minuten keine gehabt. Schon eher bekam ich noch ein paar zusätzliche graue Haare, ob der sträflich vergebenen Chancen von Zé Roberto, Altintop und wie sie alle heißen!

Daran müssen wir wirklich mal arbeiten. Denn ob wir immer locker damit umgehen können, bleibt die entscheidende Frage. Wenn wir mal einen (wirklich) starken Gegner bekommen (so langsam gehen uns, ob dieses Satzes die Spieltage aus), oder einfach nur selbst einen rabenschwarzen Tag. Das scheint auch mehr und mehr die Hoffnung der Konkurrenz zu werden. Denn obwohl die Bayern nicht mehr den überirdischen Zauberfußball der Vorbereitung und ersten Spiele spielen, ist die aktuelle Situation vielleicht viel schlimmer: Trotzdem gewinnen. Egal was man macht (als Gegner).

War es zuerst die Hast nach dem ersten Bayern-Gegentor, dem ersten Bayern-Punktverlust, ist es nun die Frage, wann die Bayern das erste Mal verlieren, die das Sport-Boulevard umtreibt.

Von mir aus. Ist mir relativ schnuppe. Die Häme, die viele aktuell nur sehr schwer zurückhalten können, bricht so oder so irgendwann über uns herein. Mir ist die Meisterschaft wichtig. Und da haben wir inzwischen schon vier Punkte Abstand auf den Zweiten der Tabelle – das sind die wichtigen Fakten. Schwächen kommen früh genug.

Zurück zum Spiel:

Leverkusen hätte sicherlich einen Punkt verdient gehabt. Aber haben wir sie gezwungen, kein Tor zu erzielen? Irgendwie schon, denn sie erweckten über weite Strecken des Spiels nicht den Eindruck, freiwillig drei Punkte nach München zu geben. Neben Kampf war aber auch Spielkultur dabei, etwas das in dieser Saison nicht alle Bayern-Gegner besaßen. Einige haben es vielleicht auch nur gut versteckt…

Das bei einem dieser „Kämpfe“ Kloses Knie „dran glauben musste“, ok, sind wir mal gnädig und unterstellen wir Kießling keine Absicht, sieht ja auch alles danach aus. Offenbar nur ein dummer Zufall, dass die alte Naldo-Verletzung wieder aufbrach.

So hat wenigstens derPrinz mal wieder eine Chance zu zeigen, dass er es auch in 90 Minuten schafft, Gas zu geben. Und nicht erst nach 9 Spielen in Serie…

Vielleicht könnte es durch Kloses Ausfall in Lissabon aber auch noch einmal eng werden. Warten wir es ab. Ansonsten wechseln wir eben nochmal Schlaudraff ein, der hat das mit dem Gas nämlich irgendwie anders begriffen und allein in seinen wenigen Minuten im Hinspiel so einiges gezeigt, worüber wir bei LP immer noch diskutieren müssen.

Wie dem auch sei.

Es gibt ohnehin nur ein Ziel: Zwischenrunde. Egal ob mit oder ohne Podolski. Egal wer die Tore schießt. Nur schießen müssen wir sie.

T Minus 28: FC Bayern – Energie Cottbus

Die Bayern auf Rekordjagd.

Erst ein 4:1 beim Aufsteiger Karlsruhe und gestern ein standesgemäßes 5:0 gegen den Tabellenletzten aus Cottbus. 9:1 Tore und 6 von 6 Punkten aus diesen beiden Spielen. Dazu ein Klose, der mit 8 Treffern die beste Start-Bilanz eines Torjägers seit 14 Jahren ausweist.

Klingt alles mehr als gut und könnte uns als Bayern-Fans schwärmen lassen.

Schwärmerisch war mir tatsächlich gestern bis zum 1:0 in HZ 2 nicht wirklich zumute. Ganz im Gegenteil. Wie schwach und verwirrt Energie aktuell tatsächlich ist, zeigt die Tatsache, dass es den Bayern in 30 Minuten gelang 5 Tore zu schießen. Das hätte auch schon in HZ 1 so sein können, als sich die Lausitzer mit ihrem Pleiten, Pech und Pannen-Spiel tatsächlich mit einem 0:0 in die Pause retteten, weil die Bayern erneut Präzision und Konsequenz vermissen ließen.

Ok. Es gibt einen großen Unterschied zur letzten Saison – wenn die Bayern Spaß am Spielen haben, treiben sie es heuer auf die Spitze. Spielen es zu Ende. Bis zu einem 5:0 eben. Noch vor Jahresfrist hätte man sich mit einem 2:0 zufrieden gegeben (oder eben mit einem 2:1 gegen Cottbus). Nicht so in dieser neuen Zeit. Da werden die Bayern plötzlich ob eines – zu Recht – nicht gegebenen Tores richtig wütend und fangen „plötzlich“ an Ernst zu machen.

Armes Cottbus. Auseinandernehmen wäre hier wohl das passende Wort gewesen – aber eben erst nach der 54. Minute und Ribérys Nicht-Tor.

Überhaupt Ribéry.

Klar. Er hat zu Saisonstart die Latte mehr als hoch gelegt. Aber umso deutlicher wird so seine aktuelle – nennen wir es – Lustlosigkeit?!

Irgendwie wirkt was er macht leidlich uninspiriert. Zum Glück klappt das mit den Toren der anderen dann doch. Reicht ja. Und hatten wir ernsthaft erwartet über 34 Spieltage nur noch Zauberfußball zu sehen?

Ich geb’s zu. Ein wenig war mir danach. Aber reine Ergebnisse machen auch Spaß. Wie jede Woche wechselnde Verfolger. Derlei boulevardeskes kann ich eh nicht ernst nehmen.

Was das gestrige Spiel für mich allerdings zu etwas ganz Besonderem machte, war das Debüt von Toni Kroos!

Ich weiß. Wir alle wollen und sollten bei ihm auf der Euphorie-Bremse stehen. Machen wir ja auch. Aber was war das denn bitte gestern?

Der jüngste Newbie in der Geschichte des FC Bayern (17 Jahre, 8 Monate, 22 Tage) kommt rein, spielt so, als würde er dies seit Jahren machen und holt sich gleich mal zwei Scorerpunkte ab?

Unglaublich.

Und morgen direkt wieder ab zu Gerland, „Kopf waschen“. So die Strategie des Vereins. Ganz zu schweigen von Interviews. Verboten. 😉

Fassen wir es mal so zusammen:

Cottbus war der erwartet schwache Gegner, die Bayern haben diesen am Ende verdient und ausreichend geschlagen, einige B-Spieler zeigten, dass man doch mit ihnen rechnen kann und die Zukunft einiger Nachwuchsspieler scheint sich prächtig zu entwickeln.

Am Samstag geht’s zum nächsten Bayern-Jäger…