T Minus 19: FC Bayern – MSV Duisburg

Es arbeitet in mir. Schon während eines Spiels. In meinem Kopf kursieren die Worte für derlei Berichte. Ich schreibe den Bericht schon vor. Dann verwerfe ich alles und fang‘ von vorne an. Je schlimmer das Spiel, desto öfter. Unzählbare erste Worte habe ich allein für diese ersten Sätze parat gehabt. Entschieden habe ich mich für das hier:

Murmeltiertag.

Jeden Spieltag, jedes Spiel erlebe ich in diesen Wochen wie den/das letzte/n. Alles wiederholt sich. Immer und immer wieder. Das macht mich krank (ok, letzte Woche war ich einfach nur so krank, wenn man das Bayern-Leiden mit Antibiotika behandeln könnte, wär’s einfacher)!

Die schlimmsten Schimpfwörter hatte ich mir zurechtgelegt. Zum Leidwesen meiner schwangeren Frau auch auf’s Lauteste herausgelassen. Heute weiß ich: Ribéry und Co. können mich nicht hören. Kümmert mich aber nicht, dabei geht’s ja jeweils auch nur um mich und meine Wut, meinen Frust.

Wut und Frust scheinen Bayern-Spieler und -Verantwortliche nicht zu empfinden. Sonst würden wir Fans uns nicht Woche für Woche immer wieder im Hamsterrad wiederfinden.

Ich habe mich gerade spontan dazu entschieden, all die Italiener-, Ex-Baustellenarbeiter-, Millionarios-, Schönwetterfußballer- und wasweißichnoch-Schimpfwörter nicht zu benutzen. Ich werde unseren Stürmern keine psychologische Behandlung empfehlen, mich nicht über Hitzfeld ewig gleiches Gerede auslassen und erst recht nichts über Methoden eines MSV Duisburg sagen, in München einen Punkt zu holen.

Das führt alles zu nichts, das sind Dinge, die sich nicht ändern werden oder lassen. Vermeintlich. Ein paar Sachen werde ich erwähnen. Zum Beispiel, dass ich es merkwürdig finde, dass unsere beiden Innenverteidiger die gefährlichsten Stürmer waren und die meisten und besten Chancen des Spiels hatten. Ich werde erwähnen, dass ich nicht verstehen kann, dass ein ital. Weltmeister es nicht fertigbringt über knapp über 75 Minuten auch nur einen Ball zu stoppen und auch ansonsten all zu schmerzlich an einen 2006er-Spieler wie Claudio Pizarro erinnerte. Ich werde mein Missfallen darüber zum Ausdruck bringen, dass der inzwischen fast 108 Jahre alte Verein FC Bayern in der Gegenwart von der Laune eines kleinen französischen Fußballers abhängig ist. Hat er Lust, schießt er ein Tor und man besiegt Gegner wie Bielefeld oder Wolfsburg, hat er keine Lust verliert man Punkte in Braga oder gegen Duisburg. Ich werde erwähnen, dass es imho einfach nicht sein kann, dass man als Spieler des FC Bayern keine Einstellung zu solch einem Spiel finden kann. Wenn wir heuer ein Kopfproblem haben, dann sollten wir in unseren Trainerstab doch noch einen Psychologen oder von mir aus auch Neurologen aufnehmen.

Reden wir hier mit 4-jährigen? Denen man alles immer wieder erklären muss und die das trotzdem jedes Mal vergessen haben und heulend davonlaufen? Kann ich ja ab nächstem Jahr mit meinem eigenen Kind ausprobieren.

Ich weiß es nicht. Und ich bin auch müde zu verteidige diese Spieler.

Was aber der größte Witz dieser Saison ist?

Die Bayern haben es fertiggebracht, mit der gestrigen Leistung der Herbstmeisterschaft einen großen Schritt näher zu kommen! Die Bremer und Hamburger sind nämlich nicht weniger dumm.

DAS ist das Schlimmste: Das solch eine Fan-Folter für die Spieler überhaupt keine Konsequenzen hat. Was haben die Stars eigentlich im Sommer für Verträge unterschrieben? Pauschal-Verträge?

Klar. Ich bin weltfremd. Ich weiß. Die ganz Großen, also die Kategorie Toni und Ribéry bekommt man nicht mit leistungsbezogenen Verträgen. Dieser Zwiespalt ist es ja, der mich Woche für Woche zum Austicken bringt…

Ein paar Worte zum Trainerstab:

Im Grunde ist mir völlig egal, was die Herren Profis so die Woche über machen. Von mir aus brauchen die auch gar nichts zu machen. Fototermine können Werbeterminen folgen. Mir schweißegal. Wenn die Leistung oder wenigstens die Ergebnisse stimmen. Tun sie nicht. Also gehen wir zurück zum Wochenpensum.

Was, was geht wirklich im Kopf des Hauptverantwortlichen, Ottmar Hitzfeld vor sich? Moderne Trainingsmethoden? Irgendwas an Verbesserungen für jeden Einzelnen? Ich merke davon nichts.

Ich mach‘ jetzt hier nicht das Fass auf, dass andere Arbeitnehmer in diesem Land auch mind. 8 Stunden am Tag arbeiten müssen und wenn ich Profi wäre… blah, blah… nein, das wäre zu billig.

Aber wo sind die Spieler, die, wie von Kahn unter der Woche thematisiert, 30 Minuten früher oder länger auf dem Platz stehen, um an ihren Defiziten zu arbeiten? Wie? Schon wieder weltfremd? Von mir aus. Ist auch nur meine Meinung.

Spontan würden mir da einige Spieler einfallen, die diese 30+ Minuten ganz gut gebrauchen könnten. Grundlegend würde ich aber allen Spielern mal empfehlen dringend am Passspiel zu arbeiten. Hat jemand eine Statistik über die gestrige Fehlpassquote? So insgesamt. Bei allen Spielern? Und könnte irgendjemand mal Luca Toni erklären, was es bedeutet im Abseits zu stehen? Ich mein‘ es ist ja nicht so, dass er wie Roy Makaay an der Linie wartet, dass es sein Spiel wäre, nein, er schaut, merkt es einfach nicht. Toni steht einfach nur im Abseits. Nicht mehr und nicht weniger. Ist aber Weltmeister. Hört, hört.

Müde bin ich auch hier jede Woche so etwas wie einen Grundsatzbericht zu schreiben. Worüber soll ich denn dann noch in der Winterpause resumieren?

Gibt’s noch was zum Spiel selbst zu sagen?

Duisburg hat das gespielt, was es kann. Oder eben nicht. Aber Leute: Das war klar. Es war klar, dass sich die Wedau-Kicker mit Mann und Maus hinten reinstellen würden. Lernen wir das eigentlich nicht, dass das die Methode der Wahl für derlei Teams ist? Müssen wir uns von einem anderen Top-Trainer die Lösung für solche Problem-Teams vorsagen lassen?

„Gegen solche kompakten Mannschaften muss man hohes Tempo gehen und saubere Bälle spielen.“

Danke, Huub. Das ist Ottmar offensichtlich noch nicht eingefallen. Ganz zu schweigen von unseren Spielern.

Eine Frage hatte ich in diesem Zusammenhang nämlich ebenfalls die ganzen 90 Minuten im Kopf: Wovon sind unsere Spieler so müde? Seit Wochen berichte ich hier über Spiele mit Schlafwagen-Fußball. Wofür schonen sich unsere Starspieler? Für die EM? Ab Oktober?

Fragen über Fragen.

Nächsten Spieltag geht es zum nächsten Problem-Team. Hertha BSC. Wäre doch gelacht, wenn wir denen nicht auch ein Erfolgserlebnis gegen uns gönnen würden, oder? Und zum Abschluss fliegen wir gegen Saloniki aus dem UEFA-Pokal. Das Team ist aber trotzdem top fit und ausgeruht. Klasse.

P.S. Nein, Franck. Ich werde hier nicht fordern, dass die Bundesliga ab der nächsten Saison nur noch im Sommer / Kalenderjahr spielt. Gibt’s in Frankreich, in Marseille keinen Winter?

T Minus 20: Arminia Bielefeld – FC Bayern

Komisch. Immer wenn die Bayern in Atlantis (dem Ex-Bayern-Jäger) spielen, verspüre ich den Drang im Nachgang aggressive Berichte zu verfassen. Und immer öfter bin ich beim Schreiben des Berichtes dann irgendwie erkältet. Wie jetzt auch. Ob es da einen Zusammenhang gibt?

Anyway.

Das Spiel ging „gut“ los. Die Bielefelder aggressiv wie gewohnt gegen die Bayern. Kauften den, wie in den letzten Wochen desöfteren, pomadigen Bayern den Schneid ab. Diesmal aber ganz ohne „Gewalttendenzen“, wie ich sie noch letztes Jahr vermutet hatte.

Die Fans gaben ebenfalls wie immer bei Bayern-Gastspielen das gleiche Bild ab. Sie pöbelten. Das ist man nun auch gewohnt. Nur der Postkutscher am Premiere-Mikro wußte davon nix und musste sich erst in der Halbzeitpause vom Praktikanten aufklären lassen.

Einen Spieler unterschätzten die Provinzfans allerdings: Den bepöbelten Ribéry. Dafür (…wir scheissen auf Ribéry…) reichen seine Deutschkenntnisse inzwischen offenbar aus. Und somit spiegelt das 1:0 durch ihn in der 22. Minute des Spiels ganz offensichtlich eine große Frustbewältigung wider. Für mich waren sein Tor und der anschließende Jubel die besten Szenen unseres Franck in den letzten Wochen!

Und das Allerbeste: Die Bayern brachten es tatsächlich zum ersten Mal seit gefühlten Monaten fertig einen Vorsprung über die Zeit zu spielen, zu retten, wie auch immer. Herrlich, dass es uns endlich wieder gelang, einen unterlegenen Gegner auch überlegen zu bleiben. Geht doch.

Aber zum Spiel:

Die Bayern begannen, naja, schlafmützig. Das Wetter war mies, unsere Schönwetterfußballer nicht wirklich gut drauf. Die Zweikampfbilanz ein Grauen. Eigentlich hatte ich da schon wieder den Kaffee auf. Dann eben die 22. Minute und der Auftritt von Ribéry. Danach das „Spiel“ der Ost-Westfalen wie abgeschnitten und die Hitzfeld-Kicker endlich im selbigen. Genauso wie Kroos, dem ich beinah schon eine 6 geben wollte. Für die ersten 20 Minuten wäre das immer noch berechtigt.

Was folgte ist ebenfalls schnell erzählt: Ein Abseitstor von Toni, ein Zusammenprall von Klose und Hain, die beide zum Ball wollten und sich nicht sahen (also Hain, Klose schon, aber hätte er zurückgezogen, hätte es 0:2 gestanden) und immer dominierendere Münchner.

Halbzeit 2 sah das gleiche Bild. Unter Schock stehende Bielefelder, denen man anmerkte, weshalb sie im Abstiegskampf stecken und sog. Starspieler aus der bayerischen Metropole, die das Spiel locker nach Hause spielten. Wirkliche Gefahr kam tatsächlich nicht mehr auf (aber das war im Bolton-Spiel ja auch schon so).

Noch ein Wort zum Schiedsrichter:

Die Provinzfans hatten in ihrer Verzweiflung diesen als Schuldigen ausgemacht. Wie sollten sie es besser wissen, ohne TV-Bilder und mit dem Mute der Verzweiflung im Adrenalin-Bad?!

Zu Anfang des Spiels hatte ich ihn selbst im Verdacht, ob der Arminen-Härte „englisch“ zu pfeifen. Dies änderte sich im Laufe des Spiels und glich sich an. Alle „umstrittenen“ Szenen waren imho korrekt vom ihm gesehen worden. Genauso wie eben auch der Zusammenprall von Klose und Hain. Dieses Vorgehen gehört zu den Grundaufgaben ihrer Position. Nicht mehr und nicht weniger.

Ergo kann man unter dieses Spiel einen Strich ziehen. Ich jedenfalls werf‘ mir jetzt noch ’ne Antibiotika ein geh‘ jetzt wieder ins Bett.

T Minus 21: FC Bayern – VfL Wolfsburg

Ende der Krise. Hui.

Ist mir, ehrlich gesagt ziemlich schnuppe. Ich habe einen FC Bayern gesehen, der über weite Strecken den Gegner ganz schön dominiert hat. Aber das war schon gegen Frankfurt und Bolton so. Und da hatten wir ja noch diese sog. Krise.

Gegen die Magath-Kicker war allerdings so einiges nicht wirklich rosa. Speziell die Leistung eines Lahm oder Altintop. Und Klose stand auch lange neben sich. Generell würde ich lügen, wenn mir das gesamte Defensivspiel der Bayern gefallen hätte. Gerettet haben uns die Energieleistungen eines Ribéry. Offensichtlich unser Pech, dass derlei nicht schon gegen Frankfurt, Bolton oder den VfB geklappt hat. Kann man nix machen.

Immerhin sind wir immer noch Spitze. In der Tabelle. Ununterbrochen. Ist doch auch was. Wäre zumindestens für alle anderen was.

Anyway.

Irgendwie wird mir langweilig bei dem Gedanken, noch mehr über das Spiel zu schreiben. So langweilig wie Magaths Trainertätigkeit am Ende bei uns war. Zuletzt las ich bei den 11F, dass Magath nur missverstanden wurde. Oder so.

Sicher.

Das Wichtigste war eben der Sieg, denn die Abstände in der Tabelle sind eng genug. Bis nächste Woche. Denn dann spielen Werder und HSV gegeneinander. Und nur einer darf weiter die Bayern „jagen“. Oder die beiden spielen Remis und die Roten siegen „auf der Alm“. Was quasi die Herbstmeisterschaft bedeuten würde.

Oder?

Alles eitel Sonnenschein an der Waterkant

So könnte man meinen. Haben doch Bremen und HSV beide am Wochenende die Chance auf die Tabellenführung in der Bundesliga und die Bayern von eben dieser zu stürzen.

Läuft doch alles super.

Warum dann also sowas? Der Stress der Hamburger ist ja bekannt. Schon vor der drohenden Tabellenführung. Da gibt’s also nix Neues zu berichten…

Eben nicht nur die üblichen Verdächtigen

Das hätte so einfach sein können. Völler ist eh nur ein verbitterter Motzki und Hoeneß hat sowieso nicht alle Tassen im Schrank.

Perfektes Lagerdenken.

Jetzt kritisieren allerdings auch (viele) andere Vertreter der Liga, gemeinhin gar seriöse Gutmenschen (vor allem Magath, der ja nach seiner Bayern-Demission wieder zu den Guten gehört…) den Berufsschwiegersohn und seine ungefragt geäußerten Weisheiten.

Ob Duisburgs Trainer Rudi Bommer, Wolfsburgs sportlicher Chef Felix Magath oder Stuttgarts Manager Horst Heldt – die Liga hat unisono kein Interesse an Bierhoffs Philosophien. „Das ist alter Wein in neuen Schläuchen“, meinte beispielsweise Bommer.

Man kann nun generell über die Kommunikation der Herren Nationalmannschaftsvertreter diskutieren, aber allein schon zwischen Löw und Bierhoff besteht ein großer Unterschied. Selbst wenn beide am Ende des Tages das gleiche sagen, kommt es bei Herrn Bierhoff tatsächlich zumeist oberlehrerhaft rüber. Als hätte er eben nun den modernen Fußball in Deutschland erfunden. Mit Klinsmann war es da für OB noch einfacher. Der fischte im gleichen Argumentationsmeer.

Selbstverständlich ist völlig klar, dass beide Parteien nicht ohne einander auskommen. Bierhoff und Co. können ohne die Spieler aus der Liga nicht auskommen und nicht ernsthaft glauben, dass der Unterschied in den Betreuungszeiten zwischen Nationalmannschaft und Bundesliga zu leugnen ist und somit überhaupt gleichwertige Arbeit geleistet werden kann. Die Liga wiederum muss wissen, dass erfolgreich und attraktiv spielende Nationalspieler im Rahmen von Großturnieren auch den (Markt-)Wert der Liga erhöhen…

Oft bewirkt eben ein kurzer Satz, eine schnippige Bemerkung, bei derart eitlen Protagonisten ’ne ganze Menge. Also Vorsicht. Explosiv!

2007 beendet!

Zumindestens für Lucio. In der Bundesliga.

Irgendwo habe ich gelesen, dass Lucio Wiederholungstäter sei. Iss mir egal. Die ganze Geschichte ist mir egal. Das Fehlen von Lucio in den restlichen Bundesliga-Partien ist nicht unser einziges Problem. Und jetzt kann auch der lange Belgier endlich mal wieder zeigen, dass er in dieser Hinrunde völlig zu Unrecht so lange auf der Bank saß. Viel Glück.

Einen Vorteil hat die Sache auch noch: Für die restlichen UEFA-Pokalspiele in Braga und gegen Thessaloniki ist Lucio dann mal mächtig ausgeruht…

Weltklasse. Daheim.

Stört das eigentlich niemanden ausser mir, dass die Bundesliga sich nur noch selbst feiert, die ach so tolle Spannung hochleben lässt und im Europapokal eine Blamage der nächsten folgt?

Reicht es Stuttgartern, Bremern oder Schalkern gegen die Bayern Punkte zu holen und oben daran zu bleiben, statt das eigene Land würdig zu vertreten?

Ist dieser Satz reduziert und haben die Schwaben doch in Lyon ganz, ganz toll gespielt und überhaupt bei den vier Niederlagen in vier Spielen als amtierender Deutscher Meister nur ganz, ganz doll Pech gehabt?

Ach so. Na dann stehe ich mit meiner Meinung also alleine?! Von mir aus.

Klar nervt es mich, dass am Donnerstag selbst die Bayern im UEFA-Pokal in diese Problematik eingestiegen sind. Aber ist der Europapokal/Championsleague inzwischen nur noch ein Experimentierfeld für deutsche (Fahrstuhl-)Teams? Reicht es euch, sich an der tollen Atmosphäre zu berauschen?

Fein. Dann will ich aber auch niemanden jammern hören, wenn der Vizemeister demnächst ebenfalls in die Quali muss und sowieso nur noch zwei Teams in der Königsklasse dabei sein werden (ich weiß, noch ist es nicht soweit, aber wir sind auf dem Weg, oder?)…

T Minus 22: VfB Stuttgart – FC Bayern

Na bitte. Soll bloß keiner sagen, ich hätte das nicht vorhergesehen.

Zwei Spiele in knapp über 40 Stunden. Dazu noch eine Rotation, die offenbar fehlgeschlagen ist. Am Donnerstag ein Gegner, der sich mausetot in die Niederlage fügte, um dann doch noch per Geschenk zum nicht wirklich verdienten Punktgewinn zu kommen und gestern ein Deutscher Meister, der in der Championsleague den deutschen Fußball inzwischen vier Spieltage lang blamiert hat (und somit die Ballack-Bayern ablösten), nur um sich offenbar für dieses Spiel aufzuheben.

Der FC Bayern ist und bleibt immer der perfekte Aufbaugegner. Auch gestern wieder. Für Mannschaften. Für Spieler. Ludovic Magnin. Am Mittwoch wollte man ihm noch seinen erlernten Beruf absprechen. Gestern spielt er auf seiner Seite einige Bayern schwindelig. Das er mir nach dem letzten Gastspiel im Frühjahr nun erneut als sterbender Schwan in Erinnerung bleibt. Geschenkt. Aber der Reihe nach.

Aufgrund von familiären Verpflichtungen konnte ich vom Spiel keine Live-Bilder sehen. Der Sms-Ticker reichte mir aber völlig, um zu erkennen, dass ich offenbar nichts verpasst hatte. Zum Glück erwischte ich dann noch die Sportstudio-Wiederholung auf 3Sat und zog mir zusätzlich noch die nächtliche Arena-Wiederholung (der zweiten Halbzeit) rein.

Zusammen mit den DSF-Berichten heute morgen zeigte sich mir allerdings ein differenzierteres Bild als es Sms-Ticker zu sagen vermögen.

Die Bayern geraten also früh in Rückstand, weil sich der zuvor bärenstarke und am Donnerstag geschonte Demichelis bei der Magnin-Flanke (die Lell verhindern muss) völlig verschätzt und der Ball Gomez auf den Bauch und von da ins Tor fällt. Das auch Herr Kahn, ebenso wie Herr Rensing nicht vor sich drehenden oder springenden Weitschüssen sicher ist, zeigte sich beim 2:0. Fein. Auch diesen Schuss muss eine unserer Defensivkräfte zuvor verhindern. Hätte sie wohl auch. Vor 2-3 Wochen…

Trotz des 2:0 spielten die Bayern aber weiter. Überraschend, oder? Und jetzt kommt’s. Meiner Meinung nach hätten sie zeitnah den Ausgleich erzielt. Denn nach Studium der TV-Bilder und diverser Zeitlupen, würde ich sowohl das abgepfiffene Toni-Tor (das war ein Aufstützen? So so. Werd‘ ich mir mal für später abspeichern) als auch den völlig zu Unrecht zurückgepfiffenen Abseits-Kroos mit seinem Pfostenschuss und einem danach vor dem leeren Tor stehenden Zé Roberto, als potentielle Wende im Spiel betrachten.

Beiden sah der Schiedsrichter leider anders. Und so kam es, wie es kommen musste, die Bayern fangen sich noch ein drittes Gurken-Tor. Schlimmer geht’s nimmer. Demichlis (heute nur ein Schatten, auf 2006er-Niveau) bleibt nach seinem Luftzweikampf liegen und gibt Gomez so die Möglichkeit, völlig frei vor Kahn, nach den Billiard-Kombinationen der Stuttgarter im 5-Meter-Raum, den Ball ein zweites Mal über die Linie zu stochern.

Im Nachhinein ein merkwürdiges 3:0 zur Pause.

Aber es hilft ja nichts. Was ich heute Nacht in der Arena-Wiederholung der zweiten Halbzeit gesehen habe, hat mich auch nicht wirklich glücklich gestimmt. Irgendwas ist da in den letzten beiden Spielen passiert. Die Spieler, die vor drei Tagen noch geschont werden sollten, spielten tatsächlich aber ganz und gar nicht ausgeruht, sondern eher rhythmusgestört.

Klar verzockt, Herr Hitzfeld, oder?

Soll man jetzt von Glück oder Pech reden, dass erneut eine 14-tägige Länderspielpause auf dem Plan steht? Keine Ahnung.

Noch ein paar Restgedanken:

Toni Kroos.

Gut, dass er endlich mal von Anfang an ran durfte. Aber wieso dann gerade in diesem Spiel? Auch hier ein Risiko, was Hitzfeld einholte. Zwar war er noch einer des Besten, aber Kroos ist trotz Lobeshymnen (auch von mir), immer noch erst ein 17-jähriger, dabei aber kein Raul. Noch nicht.

Franck Ribéry.

Spielte er in den letzten beiden Spielen noch mehr oder weniger stark und hatte die Mannschaft an einigen Stellen einfach nur Pech, sahen wir gestern wohl einmal die Schattenseite dieser Personalie. Bayerns Gegner scheinen inzwischen ein ganzes Arsenal an Anti-Ribéry-Maßnahmen zu besitzen und dies nervt selbst ihn mehr und mehr. Anders kann ich mir die eine oder andere Aktion nicht erklären, die man früher nur van Bommel oder Effenberg zugeschrieben hätte. Das muss sich wieder ändern. Und noch etwas muss sich (in der nächsten Saison) ändern: Wir brauchen einen zweiten Ribéry. Als Fallback.

Lucio.

Energisch wie immer. Siegeswille pur. Willenskraft. Und angefressen. Das alles war Lucio gestern. Und dazu ein Magnin. Das konnte nicht gut gehen. Verdiente rote Karte. Allein wegen der Dummheit, sich so provozieren zu lassen. Ich rechne mit einer Sperre von zwei Spielen. Was wiederum ganz andere Fragen aufwirft. Demichelis in der gestrigen Form und daneben ein van Buyten? Gute Nacht.

Miroslav Klose.

Was ist los? Ich weiß es einfach nicht. Liegt es nur an der aktuell schwächelnden Kreativ- und Pass-Abteilung? Ein Toni spielt mit den gleichen Problemen doch auch immer noch einigermaßen auf Normalform. Woher kommt also diese Lethargie? Schlummernde Verletzungen? Sonstige Probleme? Die sollten schleunigst gelöst werden!

Und sonst?

Wir sind immer noch Tabellenführer. Immerhin. Durch einen erneut zu hohen Heimsieg hat Werder allerdings inzwischen mehr Tore erzielt als die Bayern. Vor Wochen schien mir das für diese Saison noch völlig unmöglich. So schnell kann’s gehen. Was mir aber am Bremer 4:0 besonders gut gefallen hat war der Gegner. Der KSC hat auch im Heimspiel gegen uns deutlich und ein wenig zu hoch verloren. Aber die haben gespielt. Offensiv. Fußball eben. Gegen die Top-Teams geht das schon mal nach hinten los. Aber dahinter steckt ein Konzept. Ein Plan. Ein moderner gar (mit Erfolg, wie die Tabelle zeigt). In jedem Punkt ist der KSC das Gegenteil von Vereinen wie Eintracht Frankfurt. So etwas habe ich letzte Woche auch gemeint.

Karlsruhe. Eine Mannschaft, die jeder braucht!

Herbstmeister FC Bayern?

Na dann wollen wir mal noch ein wenig Arroganz versprühen. In der Schublade bin ich ja jetzt auch noch. 😉

Werden die Bayern Herbstmeister?

Die Frage beschäftigte mich heute, als mir auffiel, dass es ja tatsächlich nur noch 5 Spieltage in der Hinrunde sind. Wie die Zeit vergeht.

Der „unmenschliche“ Vorsprung der „übernatürlichen“ Bayern ist auf 2 Punkte geschrumpft. Wahnsinn. Das Boulevard überschlägt sich.

Bleiben wir mal auf dem Teppich und erkennen gemeinsam an, dass z.B. auch ein Ribéry mal verletzt ist und danach erst wieder ’ne Anlaufzeit braucht.

Das Restprogramm also.

Ernsthaft kommen bei 15 Punkten nur noch Bayern, Hamburg, Werder, vielleicht Karlsruhe und im äußersten Fall noch Hannover in Betracht, oder?

Die Partien:

13.Spieltag:
VfB Stuttgart – Bayern München (Mein Tipp: 0)
FC Schalke 04 – Hamburger SV (0)
Werder Bremen – Karlsruher SC (1)
Hertha BSC – Hannover 96 (1)

14.Spieltag:
Karlsruher SC – Hertha BSC (1)
Bayern München – VfL Wolfsburg (1)
Hannover 96 – FC Schalke 04 (0)
Energie Cottbus – Werder Bremen (2)
Hamburger SV – Hansa Rostock (1)

15.Spieltag:
Hansa Rostock – Hannover 96 (2)
FC Schalke 04 – VfL Bochum (1)
Werder Bremen – Hamburger SV (1)
Energie Cottbus – Karlsruher SC (0)
Arminia Bielefeld – Bayern München (0)

16.Spieltag:
Bayern München – MSV Duisburg (1)
Hamburger SV – Energie Cottbus (1)
VfL Bochum – Karlsruher SC (0)
Hannover 96 – Werder Bremen (2)

17.Spieltag:
Energie Cottbus – Hannover 96 (0)
Werder Bremen – Bayer Leverkusen (1)
Hertha BSC – Bayern München (2)
Karlsruher SC – Hamburger SV (0)

Die aktuelle Tabelle ist bekannt. Meine Wintertabelle schaut so aus:

1. FC Bayern 39 Punkte
2. Werder 39 Punkte
3. HSV 34 Punkte
5. Karlsruhe 29 Punkte
4. Hannover 26 Punkte

Jemand anderer Meinung?