T Minus 13: Schalke 04 – FC Bayern

2:2, 1:1, 0:1, 0:2, 0:1, 1:5, 2:3, 1:1.

So die Bilanz der letzten 10 Jahre. In Schalke. Für die Bayern. Waren ein paar „lustige“ Spiele dabei. Gestern allerdings ging diese humoreske Serie zu Ende. Und obwohl ich nur die ersten 35 Minuten verfolgen konnte, war der Spaß gestern endlich mal wieder ganz auf unserer Seite.

Ich kannte das Gefühl, nah am Auswärtsssieg zu sein, schon aus den letzten Jahren, als die Königsblauen ihre Serie gegen uns nur noch unter Anstrengungen aufrecht erhalten konnten (gab’s nicht im vorletzten Spiel beim 1:1 einen umstrittenen Elfer für Schalke, in der 93. Minute?), aber diesmal war ich mir ziemlich sicher, dass es klappen würde. Ich wurde nicht enttäuscht. Selbst in den Zusammenfassungen, die ich später am Abend verfolgte, hatte mein Eindruck vom Spiel Bestand, dass Schalke aktuell kein wirklicher Gegner für uns ist.

Vielmehr war ich einmal mehr vom Zauber des Ribéry beeindruckt. Von seiner Dynamik, seinem Spiel, der Gefahr, die er dem Gegner einbrockt und gegen die dieser nichts ausrichten kann.

Totale Dominanz. Die einen reden darüber, die anderen haben sie.

Allerdings: Ist es nicht erschreckend, dass die Bayern tatsächlich so abhängig von ihm sind?

Das macht mir ein bißchen Sorge. Vor allem auf die nächste Saison bezogen. Die wird für uns, da bin ich mir inzwischen relativ sicher, bei 9 Punkten auf Platz 3, ja in der Championsleague stattfinden. Und da gibt es in der Endphase der K.O.-Runden nur noch Teams, die sogar mehrere „Ribérys“ haben. Ob das gut geht? Wir werden sehen. Bis dahin zaubert ja schon Klinsi bei uns auf dem Trainingsplatz und in den Köpfen der Spieler…

Zum Spiel fällt mir ansonsten kaum noch was ein. Richtig gute Chancen für Schalke? Also welche, wo wir tatsächlich um ein Gegentor bangen mussten? Eine, vielleicht zwei? Helft mir, Ihr Schalker.

Ok. Die Bayern hatten auch nicht wirklich dutzende Gelegenheiten (nur so ein halbes…). Aber neben der Defensivstärke (trotz Lucio und Jansen) und dem üblichen Abseitstor von Toni, gab’s genug gefährliche Situationen im 16- oder 5-Meter-Raum der Schalker (auch mal wieder für Klose, der nach gefühlten Monaten sein erstes Tor mache und auch sonst viel lebendiger wirkte – weiter so, Miro. Nur noch 15 Tore…), die durchaus zu mehr Toren hätten führen können. Fehlende Konsequenz. Das alte Thema. Gegen gestrige Knappen reichte es auch so. Schlimm vor allem für die Slomka-Kicker. In der Aussenwirkung. Dass es gegen 75%-Bayern nicht reichte.

Apropos Slomka.

Ich persönlich halte es für mehr als unprofessionell, provinziell und daneben, wie der GerneGroß im Schalker Vorstand den Trainer demontiert. Den Trainer, der die Schalker in seinen zwei Jahren in der nationalen Spitze hält und sogar in die Championsleague geführt hat. Ich mag den Slomka. Das hat mit Schalke gar nix zu tun, das vermag ich zu trennen. Wenn ich allerdings die üblichen „Daum-“ und „internationaler-Top-Trainer“-Fantasien im Umfeld des Meisters-der-Herzen höre, kommt es mir schon wieder hoch.

Mal eine klar Aussage eines Aussenstehenden: Schalke hat kein Problem auf dem Rasen oder auf der Bank. Schalke hat nur an zwei Stellen ein Problem: In der Führungsebene und in der Erwartungshaltung, der Tradition.

Beides übrigens seit vielen Jahrzehnten.

Für vernünftige Schalker ist das sicherlich keine Neuigkeit, aber gefangen ist der Verein trotzdem in dieser Spirale.

Wenn Schalke weniger an, über und in Bezug auf Szepan, Kuzorra, 1958, 2001 und den Pott denken, reden, fühlen, hängen und handeln würde, wären sie wahrscheinlich schon längst da wo sie hinwollen. Bei der Meisterschaft. Man steht sich einfach selbst im Weg.

Eichberg, Assauer, Schnusenberg und Co. – vom Sonnenkönig bis Schattengewächs ist alles dabei gewesen. Aber das Problem gibt’s ja in Lautern auch. Ergebnis bekannt (für Schalke dagegen imho so nicht möglich).

Nein. Der Zug zum 50-jährigen Jubiläum ist mit nun 12 Punkten Abstand für Schalke abgefahren.

Für die Bayern nimmt er jetzt erst richtig Fahrt auf, der Meister-Express. Vier Heimspiele in den nächsten sechs Partien. Das hört sich gut an (wenn wir keine Heimschwäche hätten, aber jetzt gibt’s ja wieder den kleinen Franzosen). Allerdings sind das fast alles englische Wochen und wenn sich Ribéry nur einmal schlecht aufwärmt – aber die Temperaturen steigen ja jetzt wieder. Werden wieder mehr wie Marseille. Mehr wie August.

Fühlt sich gut an diese Perspektive.

Hat jede Serie einmal ein Ende?

17. Oktober 1998.

Ich erinnere mich noch genau. War nämlich dabei. Der letzte Bayern-Sieg in Gelsenkirchen. Dem frühen Eigentor (3.) von Yyyyyves Eigenrauch, folgte ein Basler-Freistoß (15.) und zwar direkt – da könnte man immer noch ins Schwärmen kommen.

Ein wenig Hoffung durch den Ehrentreffer René Eijkelkamps (20.), folgte die Entscheidung durch Carsten Jancker (65.).

Hat es an diesem Herbsttag nicht auch geregnet? Auf jeden Fall war ich froh zum ersten mal im Parkstadion überdacht gesessen zu haben. Die Gäste-Stehplätze brauchte ich da schon nicht mehr wirklich.

Schalke war wohl das bessere Team, konnte daraus aber kein Kapital schlagen.

Heute probieren es die Bayern erneut. Diesen Sieg zu wiederholen. Ich bin gespannt. Kann es aber nicht verfolgen (Baby-Besuch).

In Gedanken bin ich dabei und versuche danach alles Wichtige aus den gesammelten Zusammenfassungen zu lesen.

Am Ende wäre ich sicher mit einem Dusel-Sieg zufrieden. Von mir aus durch Eigentor in der 92. Minute oder so.

Wir wollen dem Spiel aber jetzt nicht vorgreifen… 😉

T Minus 14: FC Bayern – Hamburger SV

Soll ich mich jetzt darüber freuen, dass die Bayern gegen den HSV mal wieder einen Heimpunkt geholt und nicht das dritte Spiel in Folge zuhause verloren haben?

Das wäre ja noch schöner!

Ein weiteres Mal haben die Bayern gegen einen direkten Konkurrenten im Titelkampf zwei Punkte liegen lassen. Das nervt. Vor allem weil der Punkt auch diesmal eher glücklich war für die Gastmannschaft.

Aber der Reihe nach.

Beide Mannschaften zunächst ohne die ach so wichtigen Stars. Oh Wunder. Die Bayern trotzdem vom Anpfiff an überlegen. Optisch. Von der Spielanlage, von der Laufbereitschaft. Die Hamburger dagegen nur defensiv vorhanden.

Während des ganzen Spiels hat sich diese Einschätzung imho nicht geändert. Die Null muss stehen. Aber sicher doch. Wäre der Abschied von Stevens aus der Bundesliga nicht menschlich so tragisch, ich würde aus allen Rohren meine Zufriedenheit über das Ende eines solchen Fußballs zum Ausdruck bringen!

Zerstören und kompromisslos die Defensive suchen. Fehlt einem Team wie den Hamburgern dann ein Spieler wie van der Vaart kommt sonst nix. Offensiv jetzt. Woher auch? Olic und RvdV zusammen sind sicherlich gefährlich. Aber Olic alleine? Da braucht er schon den Stolperer des Jahres. Siehe unten.

Wie gesagt. Auch ohne Ribéry hatten die Bayern die Hamburger im Griff. Ohne van der Vaart hatten die Stevens-Kicker dagegen gar nichts zu melden.

Das Problem der Bayern: Zu langsames Spiel, um die 6-8 Abwehrspieler des HSV zu überwinden!

Ansonsten passierte in Halbzeit 1 nicht viel, abgesehen von permanenten Tritte gegen Lucio (hier trat Guerrero aktiv in Erscheinung), bis dessen Knie endlich rot wurde und ’ne Handvoll Bayern-Chancen, die mal wieder mangels Konzentration versemmelt wurden. Toll.

Halbzeit 2 sah zunächst ähnlich aus. Bis Lucio (infolge der multiplen Fouls, oder doch des Rasens?) DER Anfängerfehler in der roten Zone unterlief und so der HSV die perfekte Gelegenheit bekam, aus dieser Anti-Offensivhaltung auch noch Erfolg zu schöpfen. Schlimm. Ein Tor wie aus dem Nichts. Aber das habe ich in dieser Saison ja nicht zum ersten Mal schreiben müssen…

Danach allerdings ging das Spiel erst richtig los. Die Bayern wurden wütend und Ribéry eingewechselt.

Für mich ging die Sonne auf. Schon unglaublich, wie viel Dynamik auf einmal im Spiel der Bayern war. Daniel Düsentrieb auf der Aussenbahn. Mit Erfolg, wie der Ausgleich durch Zé Roberto, nur wenige Minuten nach der Führung der Gäste zeigte.

Und selbst danach wäre ein Siegtor der Bayern mehrmals möglich gewesen. Das es nicht geschah – siehe mangelnde Konzentration.

Auf der anderen Seite: Die Bayern haben ja ein reguläres Tor erzielt. Ähnlich wie gegen Bremen wurde es ihnen aber verwehrt. Vor 14 Tagen war es kein Abseits von Toni, gestern kein van Bommel-Foul an de Jong, bevor Toni, als erneut Leidtragender, ein weiteres Tor (nicht) erzielte. Lustig, dass diese Szene in keinerlei Zusammenfassung mehr gezeigt, sondern schlichtweg ignoriert wurde und somit keinem neutralen Beobachter, der das Live-Spiel verpasst hatte, bewusst gemacht wurde. Aber dafür gibt’s ja mich…

Stattdessen wurde nur über den irregulären Einwurf von Altintop doziert, der, ähnlich wie vor dem Ausgleich gegen Bremen, noch diverse Fehler in der Hamburger Abwehr nach sich zog. Wenigstens Stevens behielt hier den Durchblick in seiner Einschätzung der Gründe für das Tor.

Nimmt man diese Szene und all die anderen Möglichkeiten, muss man in der Gesamtwertung dieses Spiels sagen, dass ein Sieg für die Bayern verdient gewesen wäre. Allein, die Bayern brachten es nicht fertig ihre abermalige Überlegenheit umzusetzen. Das könnte sich noch rächen. Irgendwann in dieser Saison.

Ich lege mich übriges fest: Hätte Ribéry von Anfang an spielen können, hätten wir die Rauten-Kicker aus der Arena gefegt. RvdV dagegen erzielte nach seiner Einwechslung imho keinerlei positiven Effekte für das Spiel seiner Mannschaft. Offenbar war er weniger im Besitz seiner Kräfte als Ribéry.

Es gibt allerdings trotzdem Positives rund um dieses Spiel zu berichten.

Wir haben den Abstand zu Werder und Schalke vergrößert, wenn auch nur um einen Punkt. Es hätte mehr sein können, mehr sein müssen, aber dafür kann man sich nichts kaufen.

Dann müssen wir uns diese Punkte halt in Gelsenkirchen wiederholen.

Noch was?

Ach ja. Mark van Bommel.

Ein verdienter Platzverweis. Dumm noch dazu. Geschuldet war er, meiner Meinung nach, obiger Fehlentscheidung des Schiedsrichters vor dem korrekten 2:1 durch Toni. Und dem Frust darüber. Darf nicht passieren. Passiert aber. Nach der gelben Karte war er ohnehin für Schalke gesperrt, insofern macht Gelb oder Gelb-Rot auf den ersten Blick da keinen Unterschied. Auf dem zweiten Blick allerdings schon, bleiben doch so seine 4 gelben Karten und die Chance auf eine erneute Sperre bestehen.

Eine Geldstrafe allein für Dummheit ist hier also mehr als angebracht!

Grün-weiße Akkordarbeit und Kurzzeiterholung

Was wurden wir Bayern für unser Wehklagen belächelt. Rund um die Niederlage in Stuttgart und das UEFA-Pokalspiel, weniger als zwei Tage zuvor. Richtig beschwert haben sich ob dieser kurzen Erholung übrigens zunächst andere. Leverkusen und Hamburg. Zum Beispiel.

Wie auch immer. In diesen Tagen steht Werder Bremen, dem Championsleague-Absteiger, dieses Los bevor. Ein Rekord überdies.

Werder Bremen steht vor der Aufstellung eines Vereinsrekords: Zwischen dem Uefa-Cup-Spiel in Braga und der Bundesliga-Partie in Frankfurt liegen nur 39 Stunden. Neuer Stoff für die Diskussion um ein drittes Sonntagsspiel

Um was wollen wir wetten, dass die versammelte Werderschaft, nach einem Punktverlust in Frankfurt ebenfalls ein drittes Sonntagsspiel fordern wird? Aber es kommt ja so oder so. Anderes Thema.

Ehrlich gesagt fände ich es mehr als gerecht, wenn die Schaaf-Kicker tatsächlich 2-3 Punkte in der Mainmetropole liegen lassen würden. So als Ausgleich für die Ereignisse rund um das Bayern-Spiel in Stuttgart und um die Verhältnisse noch gerader zu rücken. Die Punktgleichheit der Hanseaten zur Winterpause hat da einigen doch sehr den Blick getrübt… 😉

T Minus 15: Hannover 96 – FC Bayern

Ein Spiel, ein Sieg zur rechten Zeit. Eigentlich lief alles wie immer: Ein Gegner, der die ersten 10-15 Minuten läuft, rennt und rackert und die zumeist pomadigen Bayern beschäftigt. Dann ein Hitzfeld-Team, dass zunehmend Ball, Spiel und Gegner in den Griff bekommt.

Am gestrigen Sonntag lief das nicht anders. Was anders lief, war die Tatsache, dass die Bayern endlich mal wieder Kaltschnäuzigkeit und Cleverness an den Tag legten. Insgesamt kann man über gefühlte 60 Minuten auch so etwas wie Dominanz hinzurechnen. Sah gut aus, fühlte sich gut an. Eben gerade rechtzeitig, bevor das Krisen-Gequatsche – auch von mir – Überhand nehmen konnte.

Selbst ein Schweinsteiger zeigte phasenweise Dinge, an die ich mich nur noch schwer erinnern konnte. In Zusammenhang mit seiner Person zumindestens. Schön. Ein Anfang. Mehr nicht. Kann er gegen Aberdeen und eventuell auch gegen die Hanseaten aus Hamburg dann noch einmal bestätigen. Das er spielerische Defizite bei den Ribérylosen Bayern wenigstens versuchs- und ansatzweise ausfüllen kann… Mehr muss/kann man von ihm in dieser Phase seiner Karriere wohl nicht erwarten.

Apropos mehr erwarten.

Mehr erwarten als in den letzten Spielen konnte man auch von einem Weltmeister wie Luca Toni. Zu Recht. Gegen Hannover zeigte er mal wieder den Zauber großer Teile der Hinrunde. Das Rezept: Weniger Dribblings und Zweikämpfe, mehr Szenen vorm Tor, eingesetzt durch gut aufgelegte Offensiv-Spieler beim FCB.

Dagegen immer noch schwach: Klose, Sagnol und sonstige ich-bin-in-einem-tiefen-Loch-Kicker. Naja. Eine Baustelle nach der anderen. Vielleicht kommt für Stürmer Nr. 2 ja in den nächsten beiden Heimspielen der Durchbruch? Ein Hattrick gegen Rost? Gerne.

Nach dem Leine-Gastspiel sieht die Welt also wieder was frischer aus. Ganz ohne Ribéry. Was speziell mich beruhigt.

Jetzt gegen Aberdeen in die nächste UEFA-Cup-Runde einziehen und gegen den van-vaart-losen (oder gibt’s mal wieder ’ne Wunderheilung?) HSV klar gewinnen, dann können wir die nächsten beiden Klippen, Pokalderby und Gipfel gegen Königsblau, unaufgeregter angehen.

Würde ich nämlich gerne. Unaufgeregter sein, wenn ich über das Spiel meiner Mannschaft schreibe…

T Minus 16: FC Bayern – Werder Bremen

Geschwächt durch Grippe, Fieber und sonstige Schmerzen, fielen im Vorfeld des Bundesliga-Gipfels sämtliche Vorberichte flach. Wieso sollte es denen besser gehen als mir. Abgesehen davon hätten die eh nur ein Thema gehabt – wer ersetzt Ribéry und geht das überhaupt?

Nun. Inzwischen sind wir schlauer. Es geht nicht und Herr Schweinsteiger kann es gleich gar nicht. Ich würde sogar soweit gehen – sehr gerne lasse ich mich hier eines Besseren belehren – das mit ihm und dem FC Bayern wird nichts mehr. Soll er doch zu den Wunderheilern und Psychologen nach Bremen gehen, hier raubt er mir, uns nur den letzten Nerv.

Apropos Psychologen: Muss ich mir das jetzt noch bis Ende der Saison anschauen und auf die neuen Trainer rund um Klinsmann warten, oder bekommen wir das irgendwie bald mal selber hin, dass man einem Herrn Klose erklärt, wie das mit der Torgefährlichkeit so geht?

Der Bock in Rostock zeigte uns ja offenbar schon die Richtung für ihn an, aber wieso traut er sich plötzlich nicht mehr die Elfmeter zu schießen? Da muss tatsächlich dann ein ital. Weltmeister ran, der mit seiner gefühlten Schuhgröße 60 nicht nur körperlich wie ein Tolpatsch am Elfmeterpunkt wirkt? Selten hat sich der Schmerlappen im Werder-Tor wohl schon während der Ausführung eines Strafstoßes so dermaßen kaputtgelacht – geht gar nicht Miro (und willst Du so etwa auf Deine 25 Tore in dieser Saison kommen und werden Interviews im Bayern-Magazin inzwischen frei erfunden (von wegen, „wir werden brennen“ und anderer Stuss)?)!

Apropos Luca Toni: Weltmeister-Bonus, Herr Hitzfeld?

War Klose über 90 Minuten nur ein Schatten, konnte sich unser ital. Weltmeister noch hinter ihm verstecken – und durfte trotzdem durchspielen? Stolper- und Fehlpassfestival olé. Ok. Wenn der Schiedsrichter nicht gewesen wäre – war er aber…

Apropos Schiedsrichter: Ganz ehrlich: Während des Spiels war ich gedanklich ganz klar. Anspannung pur, Erkältung ausgesetzt. Wie kann es also sein, dass Typen wie Werders Kaputzenmann – mal wieder – die böse, böse Welt (der Schiedsrichter) für all das Unheil in der Werder-Welt verantwortlich macht? Er konnte nicht widerstehen, er musste einmal mehr wilde Verschwörungstheorien spinnen. Wie um alles in der Welt kommt Herr Schaaf auf das schmale Brett, die, zugegeben krasse Abseitsstellung der Bochumer vor dem letztwöchigen 1:2, mit dem angeblichen van-Bommel-Foul vor dem mehr als verdienten bayerischen Ausgleich zu vergleichen, gar auf eine Stufe zu stellen?

War doch klar zu sehen, dass van Bommel den Ball spielt, und erst danach auch den Fuss des Gegenspielers trifft, desweiteren spielte sich diese Szene an der Mittellinie ab und erst 4-5 bayerische Ballkontakte und unzählige Bremer Abwehrspieler später kommt es zum Torschuss…

Ich kann Ihnen da Paracetamol empfehlen, Herr Schaaf, das senkt das Fieber!

Eigentlich wird sogar umgekehrt ein Schuh draus: Das zweite Jahr in Folge erduseln sich die Waterkant-Kicker in München ein 1:1. Diesmal mit Hilfe der Schiedsrichter – Assistenten, denn das 2:1 durch Luca Toni war sowas von gleiche Höhe, gleicher geht’s nicht!

Der Rest – zum Spiel – ist schnell zusammengefasst: Bärenstarke 10-15 Anfangsminuten im Wirbel der roten Fehlpassorgie und eine Weltklasse-Aktion von Diego reichen Bremen zum Punktgewinn in München. Das ist bitter. Für die Bayern. Denn davon abgesehen kam von Werder nichts. Musste ja auch nicht, denn die Bayern sind – womit ich leider Recht behalten sollte – ohne Ribéry nur die Hälfte wert. Kaum Überraschungen, kaum Tempoverschiebungen.

Ein Glück, dass die sog. Verfolger, abgesehen von Schalke, ebenfalls Federn ließen.

Womit wir bei der Strategie für Februar wären: Durchwursteln, Abstände halten, K.O.-Runden überstehen und auf französischen Beistand hoffen.

P.S. Den Mantel des Schweigens lege ich besser auch mal über die Leistung diverser sonstiger bayerischer „Leistungsträger“ – ansonsten steigt mein Fieber wieder an!

P.P.S. Reminder für mich: E-Mail an Ottmar schreiben. Inhalt: In Zukunft persönliche Aufwärmbetreuuung für Ribéry und ab sofort tägliche Einzelgespräche inkl. Video-Tor-Studium für Klose.

T Minus 17: Hansa Rostock – FC Bayern

Was haben wir diskutiert. Und was wurde über uns diskutiert. Die Winterpause war lang. Und jedes Jahr denkt man, sie wird länger. Zumindestens wenn man das Boulevard betrachtet.

„Wenn jetzt die Bayern in Rostock Punkte lassen und die Bremer gegen Bochum gewinnen, dann sind die Tabellenführer.“

Und so gut wie Meister. Schon klar. Herrje.

Allein. Die Realität hielt diesen Träumereien nicht stand. Die Bayern wirkten ausgeruht und spielten Rostock an die Wand. Allein das 1:0 kann man nicht anders bezeichnen als „den Gegner überrennen“.

Dominanz allerorten.

Ein erstes Zucken durchfuhr mich, als ich Klose sah, wie er, so gut wie allein vorm Tor, noch auf Toni querlegen wollte.

Nein. Nicht schon wieder. Dominanz ohne Konsequenz.

Doch. Genauso kam es.

Hätten die Bayern seriös betrachtet zur Halbzeit doch statt 2:0 (Super Toni-Tor übrigens, allein die Technik: Weltklasse.) eher 3:0 oder 4:0 führen müssen. Naja. Man hat ja noch die zweite Halbzeit. Wird schon schiefgehen.

Ging’s auch.

Auswechslung Ribéry. Entsetzen bei mir. Hitzfeld-Rotation? Aus Überlegenheit wird wieder Überheblichkeit?

Nun. Nach dem Spiel wussten wir, dass die Auswechslung verletzungbedingt vorgenommen wurde, aber wussten dass die Rostocker auch? Die mussten sich doch geradezu herausgefordert sehen, wenn wir mal wieder selbst die Schaltzentrale matt setzen. So nach dem Motto: „Die Bayern schenken das Spiel her, wollen wir doch mal sehen, ob wir denen in die Selbstgefälligkeitssuppe spucken können!“

Sicher. Die Rostocker waren in den ersten 50 Minuten des Spiels so schwach und harmlos, dass ich mit einem Tor niemals gerechnet hätte. Aber eben dies habe ich in dieser Saison schon öfters gedacht.

Das Anschluss-Tor selbst passte da ja auch ins Bild. Dreimal durften die Rostocker auf’s Kahn-Tor zimmern, ohne behelligt zu werden. Quasi solange ballern, bis die Pille drin ist. Fein. Sowas nennt man doch Überheblichkeit, oder?

Der Bann war gebrochen und die Rostocker glaubten für die nächsten 15-20 Minuten tatsächlich auf Augenhöhe agieren zu können. Die Bayern ihrerseits wirkten geschockt darüber, dass es ein Gegner wagt zu widerstehen. Schlimm.

Der Rest ist schnell erzählt.

Rostock mühte sich redlich, war aber letztlich nicht in der Lage, die Bayern ernsthaft zu gefährden. Die Bayern schaukelten das Spiel nach Hause. Ohne Ribéry und die Einstellung der ersten Halbzeit war aber offensiv kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Drei Punkte sind allerdings auch in Rostock drei Punkte und bis zum Spitzenspiel am nächsten Sonntag, sollte man mal ein bißchen daran arbeiten, nicht immer nur 45 Minuten zu zaubern. Gegen Bremen bräuchte es 50% mehr Leistung. So wie im Hinspiel – wie wäre das? Schaffen wir das?

Die Rückrunde – ein Ausblick

Es wird Zeit. Für einen Ausblick. Auf die Rückrunde der Bundesliga. Schließlich beginnt die morgen.

Naja. Die Bayern eröffnen. In Rostock. Allein das ist schon ein Schmunzeln wert. Hat doch normalerweise der amtierende Meister dieses Vor-Recht. Ausser es ist nicht der FC Bayern. So denkt man zumindestens beim Fernsehen. Als Pay-TV-Kunde ist mir das schnuppe.

Die Frage aller Fragen ist für Bayern-Fans ohnehin ganz klar: Erleben wir ein zweites Sommermärchen?

Überrollen winterpausen-ausgeruhte Bayern erneut die Liga? Und verfallen dann wieder in den 2006er-Trott?

Nun. Von Vereinsseite wird die neue Frische gelobt. Die Vorbereitungsspiele sprachen da eine andere Sprache.

Im Gegensatz dazu soll das Pokalspiel in Wuppertal in Gelsenkirchen da phasenweise ein Silberstreif am Horizont gewesen sein.

Morgen gilt es also spätestens. Zwar ist Rostock ein vermeintlich schwächelnder Gegner, aber das war Dortmund vor einem Jahr auch. Und Magath ein (Heim-)Spiel später schon seinen Job los. Nach einer ebenfalls superduperhyperklasse Vorbereitung.

Unsere Spieler sollten also gewarnt sein. Vor allem, weil direkt danach das Topspiel gegen Bremen ansteht. Ähnlich wie zu Saisonbeginn sind wir nach diesen beiden Spielen was schlauer. Aber das gilt ja nach jedem Spiel…

Den Rest der Rückrunde lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Konzentration! Denn, da sind wir uns wohl einig, wenn die Bayern Ernst machen und ihre wirkliche Stärke konsequent ausspielen, dann schlägt uns keiner. Meine Meinung. Aber genau das ist ja in der Hinrunde öfters in die Hose gegangen.

Für Klose und Toni wünscht man sich ein bißchen mehr Killerinstinkt, für Ribéry mehr Luft, für Lucio und Demichelis mehr Sicherheit und den Flügeln mehr Dampf!

Wie es ausschaut, besetzen die Flügel ja tatsächlich wieder die 2006er-Schauspieler Lahm und Sagnol. Wollen wir hoffen, dass diese die gesteigerte Konkurrenz spüren und erleben. Schaden könnte es nicht. Ferner bin ich da ganz und gar unideologisch: Bringen es Lahm und Sagnol wieder, dürfen sie auch spielen. Falls nicht, stehen zwei vollwertige Fallbacks zur Verfügung. Der Vorteil dieser Saison…

Halten wir uns also an diese Vorgaben, dann kann es klappen mit dem „kleinen“ Triple.

Hoffen wir darauf, dass sich alle im Laufe der nächsten Monate daran erinnern!

Rückblick: Hinrunde 2007/08

Ehrlich Leute. Das alles hatte ich mir irgendwie länger vorgestellt. Aber dann kam mir in der Winterpause irgendwie was dazwischen…

Hier also mein Rückblick auf die Hinrunde 2007/08:

Geiler Auftakt. Noch bessere Fortsetzung. Erste Punktverluste. Erste Niederlage. Ansonsten jede Menge unwilliger Gegner. Parallel aber auch zunehmende Unfähigkeit beim FC Bayern gegen sowas zu siegen. Dazwischen immer wieder leichte Lichtblicke und auch ein versöhnlicher Abschluss.

Das war’s. Also noch jede Menge Luft nach oben.

T Minus 18: Hertha BSC – FC Bayern

Nein.

Heute mal keine Hetze gegen eigene Spieler, den Trainer (noch nicht, später) oder sonstwen. Bald ist Weihnachten. Da soll man besinnlich sein. Versuchen wir das mal.

Ich habe mich entschlossen einmal ganz emotionslos Pro und Contra gegenüberzustellen.

Pro:

1. Herbstmeister.

2. Seit 4 Spielen ungeschlagen.

3. Von 17 Spielen nur 1 verloren.

4. Insgesamt nur 8 Gegentore, davon gar nur 2 zuhause.

5. Gegen Hertha lief kein Bayern-Spieler ins Abseits.

6. Kein Spieler hat sich (beim Schuhezubinden oder Nasebohren) verletzt.

7. Miro Klose hat kein Eigentor verschuldet.

8. Rensings Serie hält.

9. Kein Bayern-Spieler ist am oder im Rasen festgefroren.

10. Die Frisur der meisten Spieler hat der Berliner Kälte standgehalten.

Ist doch ’ne Superbilanz…

Jetzt zur anderen Seite der Medaille:

Contra:

1. Die Euphorie und angstverbreitende Kaltschnäuzigkeit der Bayern ist sowas von verflogen.

2. Die Bayern schießen einfach keine Tore mehr – 27 Toren bis Spieltag 10 (Quote: 2,7), folgten in 7 weiteren Spielen nur noch 4 weitere (Quote 0,57).

3. Miro Klose inzwischen 325, Luco Toni 364 Minuten ohne Tor.

3.1 Klose 8 Tore in den ersten 6, Toni 8 in den ersten 9 Spielen, danach jeweils nur eins in 901 (Klose), bzw. 639 (Toni) Minuten.

4. In den letzten 10 Spielen 6-7 Punkte und 20(!) Tore (in der Differenz) auf Werder Bremen verloren.

5. Ribéry seit Wochen mit durchschnittlich bis erschreckend schwachen Leistungen, abgesehen von Phasen im Wolfsburg- und Bielefeld-Spiel.

6. Lahm nach seiner Rückkehr wie zuvor eigentlich nur noch schlecht.

7. Hitzfeld zunehmend hilfloser (oder?), fatal erinnernd an das Frühjahr 2004.

8. Diverse Spieler zunehmend lustloser…

9. Die Mannschaft auf dem Level von 2006 (in fast jeder Hinsicht).

10. Die Mannschaft untrainierbar?!

Bleibt jetzt nur die Frage, welche von beiden Listen schwerer wiegt?

Man kann natürlich die Contra-Liste einfach ignorieren und sich auf Punkt 1 der Pro-Liste zurückziehen. Aber hätten wir dafür WIRKLICH 70 Mio. Euro investieren müssen? Und müssen wir in der Winterpause jetzt erneut im zweistelligen Mio.-Bereich nachlegen, um endlich wieder das zu sehen, was wir 6-7 Spiele zu Anfang der Saison gesehen haben?

Keine Ahnung.

Für mich war im gestrigen Spiel eine Szene symbolhaft für die Hinrunde nach dem Spiel in Bochum: Als Ribéry frei vorm Tor aus ca. 7 Meter lieber noch einen Haken schlägt und den Ball verliert, als einfach nur das Einfache zu wollen und den Ball über die Linie zu drücken, von mir aus mit der Picke!

Einfach, Leute! Wie wäre es mal mit einem einfachen Spiel? Zur Abwechslung. Wir sterben in Dominanz und Schönheit! Auch gestern wieder ein Gegner, der genau wusste, dass er aus eigener Kraft kaum etwas gegen uns ausrichten kann und sich deshalb mit Mann und Maus in den eigenen Strafraum zurückzog. Gemeinhin sagt man da als Beobachter: „Na wenn das mal gut geht!“

Geht es. Und zwar vor allem gegen uns Bayern. DAS Rezept. Kann man gut oder schlecht finden. Und anfangs habe ich darüber ja auch ausgiebig meine Meinung zum Besten gegeben.

Das Problem: Nicht diese Mannschaften. Nein. Wir ganz alleine sind das Problem!

Wieso fällt uns Spieltag für Spieltag keine Lösung ein? Man kann mal so einen Tag haben wo der Ball nicht ins Tor will. Ja. Aber eine halbe Hinrunde???

Und vor allem versucht man es dann immer wieder mit den gleichen Rezepten. Die immer wieder schiefgehen. Aber über unlogisches, kindliches Verhalten hatte ich ja schon letzte Woche referiert.

Wieso versucht man es also immer wieder, wo man doch mal langsam merken muss, dass es nicht klappt??

Wer ist dafür verantwortlich??

Eben.

Aber unser General stellt sich ja nach einem Spiel wie gegen Hertha lieber hin und gibt den Medien für diese Aussenwirkung die Schuld. Dominanz ist das eine, lieber Ottmar, aber Deine Argumentationslinie kann ja wohl nicht sein, sich nur auf Pech zurückzuziehen, oder? Immer wieder.

Whatever. Jetzt ist Winterpause. Und ich hoffe inständig, dass unsere „müden“ Helden sich noch ein einziges Mal im UEFA-Pokal zusammenreissen und wir wenigstens einen versöhnlichen Abschluss dieser Hinrunde hinbekommen.

Apropos „Müdigkeit“:

Wovon sind unsere Spieler eigentlich so müde?

Ich würde das ja verstehen, wenn man nacheinander gegen Real, Milan und Chelsea Bombenspiele gemacht und sich auch in der Bundesliga die Seele aus dem Leib gelaufen hätte – aber so?

Vielleicht verstehe ich das nur einfach nicht, weil ich so ein doofer Fan bin der 10 Stunden am Tag arbeitet und gar nicht einschätzen kann, wie anstrengend das ist, wenn man 2, 3 Stunden am Tag über ein Stück grünes Rasen traben muss und danach noch jede Menge Foto- und Werbetermine anstehen…

Jetzt bin ich doch noch polemisch geworden. Toll. Wollte ich eigentlich gar nicht…

Ist mir im Grunde auch schnuppe. Wenn die Bundesliga wieder anfängt bin ich wahrscheinlich ohnehin schon Vater – das ist wichtig!

Fragt mal meine Frau…
😉