Verfolgungswahnsinn, Der

So langsam reicht’s mir. Mit all den Schaafs, Allofs, Pagelsdorfs, Stevens und Beiersdorfern!

Jede Woche fühlt sich ein anderer verfolgt.

Checkt Ihr das nicht? Wenn sich alle Schiedsrichter gegen alle Mannschaften verschworen haben, haben wir hier das Hornberger Schießen.

Oder war es vielleicht nur der Frust bei einigen HSVern, nach dem (vielleicht unglücklichen) Ausscheiden im Pokal erneut beim Wolfsburger VfL was liegen gelassen zu haben?

Ich hätte es ja noch verstanden, wenn man sich über den nicht gegeben Handelfmeter beschwert (man kann drüber diskutieren, aber der SR hat’s ja als Handspiel gesehen, nur nicht absichtlich), aber über die Platzverweise??

Herr Stevens bemängelt „dass es ja kein Spiel für vier Platzverweise war“.

Was ist das denn für eine Logik?

Zweimal Gelb ergibt Rot und wenn ein Rauten-Kicker kurz nach seiner Einwechslung mit beiden Beinen in den Gegner springt und kurz danach noch ein Sperren ohne Ball hinzukommt, dann fliegt der eben. Ebenso wie ein Madlung für eine derartige Ringereinlage.

Und was an den Platzverweisen für Mathijsen und Grafite unklar sein soll, will mir ebenfalls nicht in den Kopf. Mathijsen tritt Grafite beim Kampf um den Ball mit voller Wucht in die Kniekehle und dieser kurz danach seinem Gegner auf die Hand.

Alles völlig unstrittig.

Nein. Es muss der Frust sein. Wie immer, wenn es Verschwörungstheorien gibt. Meine Meinung. 😉

P.S. Das Magath dann bei viel später veröffentlichten Aussagen im ASS Stevens zur Seite springt, wo er zuvor noch erfrischend relaxed blieb, macht es nicht strittiger. Die Spieler sind das Problem gewesen, nicht der Schiedsrichter. Nur weil der zur Abwechslung mal alles so bestraft, wie erforderlich. Fingerspitzengefühl fordern immer nur die Betroffenen…

T Minus 10: FC Bayern – Bayer Leverkusen

FC Bayern gegen FC Adler zwei zu eins.

So könnte man das gestrige „Spitzenspiel“ der Bundesliga zusammenfassen. Ein Spitzenspiel war’s allerdings nicht. Denn dafür braucht es zwei Spitzenmannschaften, oder zumindestens zwei Mannschaften, die spielen. Leverkusen tat dies zwar phasenweise durchaus, aber über 90 Minuten war das nur Durchschnitt, nach dem 0:2 sogar Arbeitsverweigerung.

Vom Ergebnis her mag es ein enges Spiel gewesen sein und hätte Kahn in der 30. Minute nicht in Weltklasse-Manier pariert, hätte Bayer den Ausgleich schaffen können. Aber das waren schon zwei Konjunktive. Eindeutig zuviel für den bisherigen Dritten der deutschen Bundesliga.

Auf deutsch: Das 1:2, überhaupt ein Tor für Bayer, war ein Witz. Ein Hohn, wenn man sich die zweite Halbzeit der Bayern anschaut.

Soviel Fahrlässigkeit bei den Bayern macht mich rasend. Und das ist nicht das erste Mal, dass ich sowas in dieser Saison sehen muss. Bei einigermaßen seriöser Chancenverwertung hätten die Bayern statt der bisherigen 43 wohl schon eher so um 60-70 Tore erzielt.

Anyway.

Bayer hat mit dem Titel in diesem Jahr nix mehr zu schaffen. Meine Meinung. Wäre auch eine Beleidigung für die sonstigen Kandidaten. Das war schwach, schwach, schwach.

Schwach auch die Leistung einzelner Bayern-Spieler. Immer noch. Aber es wird besser.

Lucio lässt sich von einem Weltklasse-Demichelis mitziehen. Lahm hat keine entscheidenden Fehler gemacht, vielmehr sogar die Vorlage zum Toni-2:0 geliefert. Immerhin.

Das die Entscheidung von Hitzfeld, die Rotation abzuschaffen, korrekt war, sah man an den Einwechselspielern. Hielt Schweinsteiger noch so einigermaßen das Niveau der zuvor Spielenden, fiel Podolski doch ein wenig ab.

Es ist ja ganz lustig, dass er immer noch so viel Spaß bei den Bayern hat und alles so supi ist, während er zumeist von der Bank ins Spiel kommt. Aber an den beiden vergebenen Chancen, nur Minuten nach seiner Einwechslung, kann man erklären, weshalb er noch überhaupt keine Tore im Bayern-Dress nach einer Einwechslung erzielt hat!

Ein bißchen mehr Ernsthaftigkeit und Konzentration wären hier durchaus von Vorteil gewesen.

Überhaupt.

Wenn ich das immer höre.

„Es war halt sein schwacher rechter Fuß.“

Bullshit.

Dann soll er seinen „schlechten“ rechten Fuß trainieren. Bis der mindestens so treffsicher ist, wie sein „guter“ linker Stumpen.

Haben wir jetzt aufgehört, uns zu verbessern? Ist das jetzt der neue Trend im modernen Fußball?

Aber ich will nicht polemisch werden, sonst fang‘ ich wieder von 8-Stunden-Tagen für Fußballprofis an.

Wir haben gewonnen und nun erstmal 7 Punkte Vorsprung.

Kann man sich auch drüber freuen. Verletzt sich jetzt kein Bayern-Spieler bei den gesammelten Länderspielen und holen die Hitzfeld-Kicker auch beim taumelnden Club aus Nürnberg die drei Punkte ab, dann sieht’s wohl ganz gut aus, oder?

Eine Vorhersage ist das aber noch nicht. Die kommt erst nach dem Bremen-Spiel.

Lottozahlen?

Will jemand von mir ein paar Tipps haben?

Ehrlich gesagt besteht hier die einzige Gefahr in den Spielen in Stuttgart und gegen Wolfsburg – der Rest ist Laufkundschaft. Oder glaubt jemand, dass der BVB in Bremen was reissen könnte?!

Auf der anderen Seite: So schwierig war diese Vorhersage noch auch wieder nicht.

Felix, you made my day!

Nicht zu fassen. Da blamieren sich die Bayern beim Tabellenletzten und der bisherige Tabellenzweite Bremen verliert tatsächlich sein Heimspiel. 0:1 gegen den bayerischen Pokal-Halbfinalgegner.

Die Bremer mögen mir verzeihen, dass ich mir ein Schmunzeln oder leichtes Grinsen nicht verkneifen kann.

Jetzt spielen die Bayern gegen eben diese Wolfsburger, die in Bremen richtig gut waren und schon in Schalke aufgetrumpft haben und danach gegen die nun drittplatzierten Leverkusener, die aktuell auch mehr als gut in Form sind.

Hört sich böse an, wenn man an die gestrigen Bayern denkt.

Allerdings, und da bin ich ganz sicher, solche Bayern wie in Cottbus sehen wir in dieser Saison (hoffentlich) nie wieder!

Moment mal, Herr Pagelsdorf!

Was können wir dafür, dass Ihre Rumpelfußballer gegen eine Berliner Hertha keine 3-4 Tore schießen, weshalb Sie sich gezwungen sehen, den Schiedsrichter für das 0:0 verantwortlich zu machen?

„Ich bin ein Fan des Videobeweises. Man sollte sich nicht dagegen sträuben, wenn damit Situationen klargestellt werden und man etwas korrigieren kann. Es geht um viel. […] Das war das fünfte klare Tor, das uns in dieser Saison nicht gegeben wurde.“

Sein Zitat endet hier. Im Videotext habe ich aber das Ende noch mitbekommen. Da faselt er weiter und benennt namentlich die betroffenen Spiele. Ein Bayern-Spiel soll auch dabei gewesen sein.

Daraufhin habe ich mir beide Spielberichte noch einmal durchgelesen. Gefunden habe ich bzgl. einer Fehlentscheidung gegen die Ostdeutschen da aber leider nichts.

Und jetzt, Herr Pagelsdorf?

Fehlt eigentlich nur noch die übliche Phrase:

„Wenn man uns nicht in der Liga haben will, muss man das sagen!“

Kommt bestimmt noch.

Rabenschwarzes Wochenende

Bisher war’s für mich ein Wochenende des Grauens.

Hätte es nicht schon gereicht, dass die Bayern pomadig die Meisterschaft wieder spannend machen und so den üblichen Verdächtigen wieder Argumentationsmöglichkeiten bieten, verliert zum einen Arsenal in England die Tabellenführung und fängt zu allem Überfluss der FCK in Liga 2 plötzlich wieder das Siegen an.

Schlimm.

Jetzt „fehlt“ nur noch ein Kantersieg für Bremen und ’ne Heimniederlage für Freiburg…

Update: Puh. Eigentlich war’s Wochenende doch nicht soo schlecht. Also bis auf die Bayern-Niederlage. Der Rest lief relativ glatt. Danke Freiburg… 😉

T Minus 11: Energie Cottbus – FC Bayern

Peinlich, pomadig und penetrant lethargisch.

So könnte man die erste Halbzeit der Bayern in Cottbus beschreiben. Beim Gastspiel bei einem Verein, der zu Recht Tabellenletzter war und am Dienstag noch gegen den amtierenden Deutschen Meister eine Leistung gezeigt hat, die sicherlich nicht einmal für die Regionalliga reichen würde.

Schlimm.

Vom Anpfiff an waren die Bayern dann eigentlich nicht mehr auf dem Platz. Im Gegensatz zu Energie Cottbus. Die gaben einen Rückblick in ihre eigene Vergangenheit: Kampf-Fußball mit allen Mitteln.

Nix gegen solche Methoden. Mich wundert es nur, dass Schiedsrichter Kinhöfer gerade hier und in diesem Spiel die internationale Europapokal-Linie verfolgte und fast alles laufen ließ. Dabei hätte gerade Sörensen schon in der Anfangsphase Gelb-Rot verdient gehabt. Im Gegensatz dazu wurde jede (tatsächlich jede Szene, oder?) gegen Luca Toni zurückgepfiffen.

Komisch.

Ferner wurde seinerzeit im Pokal-Viertelfinale gegen 1860 ein Ribéry-Elfer zurückgepfiffen, weil diverse Spieler zu früh hineingelaufen waren – Kinhöfer sah Mitreski noch nicht einmal, als er bei Ribérys Schuss schon fast neben diesem stand.

Wie wäre das Spiel gelaufen, wenn Ribéry beim zweiten Versuch diesen Elfer, vielleicht sein ganzes Spiel ernster genommen hätte?

Womit wir wieder beim Thema wären!

Am Ende kann nur der FC Bayern den FC Bayern auf dem Weg zur 21. Meisterschaft aufhalten. Genau dies ist heute geschehen.

Niemals. Wirklich niemals hätte eine Gurkentruppe wie Energie Cottbus die Bayern teilweise derart vorführen können, wenn nicht mind. 5-6 Hitzfeld-Kicker mit ihren Gedanken ganz woanders gewesen wären!

Wer das in Abrede stellt, ignoriert die bisherige Saison.

Die Bayern haben ihre zweite Saisonniederlage nämlich nicht dem Schiedsrichter oder der plötzlichen „Stärke“ der Lausitzer zu verdanken. Nein. Das haben sie sich selber zuzuschreiben.

Grund 1: Demichelis.

Seine Suspendierung ist zum einen mehr als konsequent und richtig zum anderen der Anfang vom Ende gewesen. So war nämlich Hitzfeld gezwungen im defensiven Mittelfeld für van-Bommel-Ersatz zu suchen. Zé Roberto kam nach wochenlanger (Magen-Darm?)Grippe, offenbar lange noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte, zurück und spielte tatsächlich (habe ich gegen Ende des Spiels begriffen) neben einem Schweinsteiger im defensiven Mittelfeld (Wo war Ottl? Der hat das zumindestens gelernt).

Folge: Angriff über Angriff, Konter über Konter rollten fast völlig unbehelligt auf Lucio, van Buyten und Kahn zu. Das kann nicht gut gehen.

Grund 2: Die Einstellung

Schon gegen Anderlecht war in diesem Zusammenhang einiges in Schieflage. Das verdrängte man danach schnell, denn schließlich war man auch so eine Runde weiter. Fatal. Das Gift der Überheblichkeit konnte sich so weiter fortpflanzen.

Aber auch diese Erklärung greift zu kurz, wenn ich mir die Leistung anschaue, die Spieler wie Lahm, Klose, Schweinsteiger oder Toni seit einigen Spielen abliefern. Ok. Stürmer leben von Flanken. Und was Aussenläufer wie Lahm oder Sagnol da speziell gegen die belgischen Vorstädter angeboten haben, entschuldigt diese natürlich ein wenig. Trotzdem war einmal mehr eine Szene von z.B. Klose symptomatisch: 89. Minute, fast alleine vorm Tor, freie Schussbahn und Klose vollführt trotzdem eine recht komplizierte Körperdrehung, um auf Toni zu passen, der parallel von ca 3-4 Cottbuser Spielern förmlich zugedeckt wird…

Und erst Lahm. Was erlauben Lahm?

Ich bin mir nicht sicher, ob er überhaupt einen Zweikampf gewonnen hat? Von seinen Ballverlusten, Geschwindigkeitsdefiziten und fehlerhaftem Stellungsspiel in der Defensive ganz zu schweigen. Wieso muss z.B. ein Innenverteidiger wie van Buyten vor dem 0:1 an der Aussenlinie verteidigen, während Lahm aus 10-15 Metern Entfernung zuschaut, wie die Flanke nach innen kommt und nur noch ein IV sich zwei Gegenspielern gegenübersieht?

Man könnte ja darüber reden, wenn das einmalige Aussetzer wären, aber, und das kann selbster der größte Lahm-Fan nicht abstreiten, sowas sehen wir von ihm seit der WM 2006 fast ununterbrochen!

Grund 3: Ribéry

Ribéry ist nur ein Mensch. Für einige mag das jetzt eine Überraschung sein. Ist aber so. Und weil er auch nur ein Mensch ist, darf er auch mal einen schlechten Tag haben. Schlimm wird’s nur, wenn dann auch der FC Bayern einen schlechten Tag hat. Heute sahen wir also nach langer Zeit mal wieder die Schattenseite des Modells Ribéry.

Soll man jetz von Seiten des Vereins einfach einen zweiten Ribéry kaufen? Nochmal 25 Mio. Euro?

Nein.

Alles ganz einfach.

Rennen, Laufen, Kämpfen. Für Ribéry. Der zahlt das zurück. Jede Wette.

Aber so und mit dieser Einstellung wird das nichts mit dem Triple. So gewinnen wir kein Spiel mehr in dieser Saison!

Können die Bayern noch absteigen?

Dann also doch. Nicht weil ich so darauf aus bin, es jetzt schon zu erfahren, aber viele Medien scheinen ja kaum ein anderes Thema zu haben:

„Wer kann die Bayern jetzt noch stoppen?“

Zu den Fakten.

Es sind noch 11 Spieltage. 33 Punkte.

Thema „Abstieg“:

Der Tabellen-16. Nürnberg hat 18 Punkte. Kann also noch 51 Punkte erzielen. Theoretisch (aber darum geht’s ja jetzt).

Die Bayern brauchen noch 2 Punkte, um nicht mehr absteigen zu können.

Thema „UEFA-Pokalplatz“:

Schwierig. Zum einen könnten sich die Bayern über einen Pokalsieg für den UEFA-Pokal qualifizieren, zum anderen könnten dies aber auch andere Teams. Ok. Wolfsburg und der BVB stehen aktuell nicht im Verdacht aus eigener Kraft diese Plätze zu erreichen. Egal. Wie ist noch mal die Regel für Europapokalsiege und Europapokalplätze? Nur mal so, falls der HSV oder Leverkusen oder Bremen den UEFA-Pokal oder Schalke die Championsleague gewinnen?!

Zahlenspielerei. Gehen wir also einfach von Platz 5 aus. Oder dem Abstand auf Platz 6. Da hat der KSC 36 und der VfB aus Stuttgart aktuell 34, die er in Cottbus aber noch per Sieg auf 37 erhöhen kann. Bayern hat 50, macht einen Abstand von 14 (KSC), bzw. 16/13 Punkte (VfB).

Die Bayern brauchen noch 19-21 Punkte, um den Europapokalplatz zu sichern.

Thema „Championsleague-Platz“:

Den Cl-Quali-Platz belegt aktuell der HSV. Die haben 8 Punkte Rückstand auf den FC Bayern. Leverkusen mit 9 noch einen Punkt mehr.

Die Bayern brauchen noch 24 Punkte, für die Championsleague-Qualifikation und noch 25 Punkte für die direkte, gesicherte Teilnahme an der Königsklasse.

Thema „Meisterschaft“:

Werder Bremen als Tabellenzweiter liegt 7 Punkte hinter dem Rekordmeister.

Die Bayern brauchen noch 26 Punkte für den Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

So.

Wo sollen die Bayern diese Punkte holen?

FC Energie Cottbus – FC Bayern
FC Bayern – Bayer 04 Leverkusen
1. FC Nürnberg – FC Bayern
FC Bayern – VfL Bochum
FC Bayern – Borussia Dortmund
Eintracht Frankfurt – FC Bayern
FC Bayern – VfB Stuttgart
VfL Wolfsburg – FC Bayern
FC Bayern – DSC Arminia Bielefeld
MSV Duisburg – FC Bayern
FC Bayern – Hertha BSC

Interessante Spiele. Warum? Na weil die Bayern immer gegen „die Kleinen“ und „zuhause“ die Probleme hatten.

Von den 6 Heimspielen sind es aber mit Leverkusen, Stuttgart und Dortmund zumindestens 2-3 Mannschaften, die gar nicht so mauern können (oder wollen) wie die üblichen Verdächtigen (ihr wisst, wen ich meine). Auswärts geht’s dagegen voll in die tiefe Tabellenzone. Da kann sich kein Team in Abstiegsnot erlauben, die Hinrunden-Allianz-Arena-Taktik an den Tag zu legen. Ok. Können schon, aber trotzdem fallen den Bayern diese Gegner auswärts leichter.

Ohne überheblich sein zu wollen, weiß ich ob dieser Liste jetzt doch nicht mehr so genau, wo die Bayern in der aktuellen Form noch groß Punkte lassen sollen. Wolfsburg vielleicht, oder gegen Stuttgart und Leverkusen zuhause, wenn’s schlecht läuft?

Keine Ahnung.

Wenn ich allerdings an die Spielpaarungen der Konkurrenz denke, bin ich doch leicht optimistisch.

Zum Beispiel Hamburger SV – Werder Bremen am 32. Spieltag oder Bayer Leverkusen – Werder Bremen am 34. Spieltag. Detailtipps kommen in den nächsten Tagen, vielleicht nach dem nächsten Wochenende.

Entscheidung im Titelkampf?

Eine der meistgestellten Fragen an diesem Wochenende.

Sicher. Ich kann nicht behaupten, dass ich unglücklich über die Bremer-Niederlage war. Aber wie ich im KSC-Spielbericht schon erwähnt habe: Es gibt noch 33 Punkte zu vergeben. Für den HSV noch 36. Da ist noch gar nix entschieden.

Viele Leser dieses kleinen aber feinen Weblogs erwarten jetzt wahrscheinlich von mir, meine vollen Kübel auszupacken und über Werder auszuschütten. Weit gefehlt. Ich bin da ganz bei Uli Hoeneß. Ein Verein, eine Mannschaft am Boden – da tritt man nicht drauf!

Wenn ich allein an die gestrigen Zahlen der Schaaf-Kicker denke (28:9 Torschüsse, 5:1 Ecken, 0:7 Abseits, 57:43 Prozent Ballbesitz), dann kann man kaum verstehen, dass die 6 Tore kassiert haben.

Bitter gar, dass innerhalb von 2,5 Tagen die Bremer zwei Spiele verloren, dabei noch 8 Tore kassiert haben und das alles zumeist aus eigenem Verschulden. Über die Wiese-Patzer wurde ja schon eingehend gesprochen. Das Thema ist durch. Die gestrige Abwehr-, oder besser Defensiv-Leistung kann man dagegen nur als hanebüchen bezeichnen. Geplant war das so sicher nicht. Trotzdem ist es eines der Gründe, weshalb Werder insgesamt imho so viele Probleme hat, die einer Meisterschaft im Wege stehen könnten.

„Offense wins games, defense wins championships“

Darauf lässt es sich reduzieren. Die Nordlichter haben zwar 51 und damit 10 Tore mehr erzielt als die Bayern, parallel aber mit 34 fast dreimal soviele Gegentore bekommen! Dabei schon 6 Spiele verloren. Das wäre ja mit der 3-Punkte-Regelung nicht tragisch, wenn sie entsprechend auch mehr Spiele gewonnen hätten. Haben sie aber nicht. Eins weniger als die Münchner.

Wie man es dreht und wendet, aktuell läuft es nicht gerade für Werder.

Auf der anderen Seite: Sollten sie nächste Woche aus dem UEFA-Pokal ausscheiden (die Chancen sehe ich bei 50%), werden die Erholungsphasen länger (auch ein Grund für die gestrige Niederlage: Stuttgart hatte 11(?) Tage Pause!). Sicher. Bayern kann das besser kompensieren, da Werders Kader einfach dünner ist. Aber vielleicht kommen ja diverse Leistungsträger zurück und finden ihre Form, bevor Allofs und Co. die Saison ausgeht.

Nein, nein. Da ist noch nix entschieden. Die Tendenz und die Form spricht allerdings momentan klar gegen Bremen.

T Minus 12: FC Bayern – Karlsruher SC

Wer spielt den schönsten Fußball in Deutschland?

Auf diese Frage geben die meisten Fußball-Fans, wohl aus reiner Gewohnheit, Werder Bremen als Antwort. Ich seh‘ das nicht immer so. Wieso? Na weil ich neben dem Ligapokal, jetzt zwei weitere Spiele in dieser Saison einen KSC bewundert habe.

Sicher. Werder spielt vielleicht noch einen Tick zauberhafter. Soviel zum Thema Autosuggestion. Der KSC hat aber viel weniger Möglichkeiten als die Bremer. Zwar stellen sich die Werderaner immer noch gerne als Underdogs dar, aber wirkliche Underdogs sind eben Teams wie der KSC.

Im Hinspiel haben die Badener (richtig?) trotz 1:4 wirklich nicht schlecht gespielt gegen uns. Gestern ebenfalls. Und was vollends begeistert: Die spielen offensiv, ohne die Defensive zu vernachlässigen. Der nahe UEFA-Pokal-Platz kommt imho nicht zufällig zustande.

Was das beweist: Man kann erstens als Aufsteiger (oder Underdog) auch ohne Ultra-Mauer-Taktik gegen die großen Teams der Liga bestehen und erfolgreich sein (merken, Ihr Frankfurter und Duisburger!) und zweitens mit erfrischender Offensivtaktik und Konzept offensiv begeistern. Da stören auch Rückschläge nicht. Karlsruhe war eine der wenigen Mannschaften, die gegen uns in zwei Spielen nie aufgegeben habe (merken, Ihr Bremer und Hamburger). Die haben immer weiter gespielt. Respekt.

Aber für sowas braucht man nun einmal ein Konzept. Karlsruhe hat eins. Darüber hinaus einen guten, gar sehr guten Torhüter. Womit wir beim Spiel wären.

FC Bayern – Miller 2:0.

Könnte man so sehen. Vor allem in Halbzeit 1 rettete Miller desöfteren das 0:0. Insgesamt war aber auch ein Klose, einmal mehr, nicht wirklich in Bestform. Dem Mann fehlt schlicht Selbstvertrauen. Seit Wochen gehen Dinge nicht mehr, die zu Anfang der Saison wie von selbst liefen. Geduld muss man haben.

Andere sind dagegen aktuell in Top-Form. Ribéry. Zum Beispiel.

Er macht im Moment sowas von den Unterschied aus. Sein Solo und Tonis Gerd-Müller-Gedächtnis-Tor. Das war’s. Hätte mehr werden können. Aber der KSC wäre auch in der Lage gewesen, was zu schaffen. Naja. Wichtig war irgendwann im Spiel ohnehin nur noch die Anzeigetafel. Irgendwie hatte ich es geahnt, mehr allerdings gehofft, später auch gezittert, weil in Stuttgart wohl phasenweise alles möglich war.

Jetzt sind es 7 Punkte Abstand auf Werder. Besser als 7 Punkte Rückstand. Eine Entscheidung im Titelkampf?

Ganz im Ernst: Wer stellt solche Fragen?

Es sind noch 11 Spieltage übrig. Das sind 33 Punkte. Zum Titel brauchen wir jetzt nur noch 27 Punkte. Müssen ergo noch 9 von 11 Spielen gewinnen. Nicht mehr und nicht weniger. Insofern Werder alles gewinnt. Gewinnt dagegen heute der HSV in Nürnberg, haben die ihrerseits nur 6 Punkte Rückstand. Kommt alles im Grunde aber aufs Gleiche raus.

Imho ist diese Diskussion sinnfrei. Schauen wir vielleicht in ein paar Wochen argumentativ noch einmal vorbei.

So. Fehlt noch was?

Ach ja. Vielleicht das vermeintliche Klose-Handspiel im Strafraum? Ich habe jetzt insgesamt 4 Berichte dazu gesehen und ich würde der Tendenz zustimmen: 3:1 gegen absichtliches Handspiel.