Meister werden ist nicht schwer, Meister sein dagegen…

Das Thema ist nicht neu. Aber es steht an.

Die Bayern gastieren beim sog. deutschen Meister. In Wolfsburg.

Sowohl das letzte Gastspiel als auch die Meisterschaft der Wolfsburger liegen gefühlte Lichtjahre zurück.

Die Verhältnisse scheinen sich komplett gedreht zu haben. Wolfsburg hat inzwischen den Magath-Nachfolger entlassen, ist aus der Championsleague ausgeschieden und in der Bundesliga liegt man auf Platz 11, am 20.Spieltag mit sagenhaften 19 Punkten Rückstand auf die Spitze. Alle Achtung.

Auf der anderen Seite: Die Wolfsburger sind da in bester Gesellschaft. Weil’s mich interessiert hat, habe ich mal schnell eine Statistik aufgesetzt. Der ersten seit längerer Zeit. Man muss nur ein Thema haben.

Die Bayern sind natürlich auch vertreten. Kunststück, wenn man Rekordmeister ist. Der schlimmste Absturz (1. auf 10.) stammt aber aus einer Zeit, als es noch keine Kader gab, wo jede Position doppelt besetzt war. Und die Konzentration auf dem ersten Sieg im Europapokal der Landesmeister lag.

Davon ab gab’s zuvor drei Meisterschaften in Folge. Egal, keine Rechtfertigungen…

Der all-time-Leader ist natürlich der Club aus Nürnberg. Unvergessen und bislang unerreicht: Abstieg nach Meisterschaft. Auf Platz 2 gemeinsam der schwäbische VfB und eben der FC Bayern.

Somit liegt der Wolfsburger VfL aktuell auf klarem Kurs Richtung Vize-Absturz-Meister.

Was das alles soll? Nix. Hat einfach nur Spaß gemacht.

Und so wie ich unsere Bayern kenne, bringen die es bestimmt auch fertig morgen in Wolfsburg mit einem Chancenplus von 20:2 mit 2:1 zu verlieren. Weil Deutschland-weit und auch in der VW-Kabine das Grafite-Tor 24h rauf und runter läuft.

Oder sind die neuen, alten Bayern vielleicht doch ganz neu?

Hornberger Ballern, Das

Alter Schwede. Da haben’s die Bayer-Überflieger uns aber mal wieder richtig gezeigt! Den erneuten Angriff der Bayern auf die Tabellenspitze gnadenlos abgeschmettert!

Gähn.

Derlei Phrasen sind ebenso überflüssig wie langweilig. Aber Zeitungen und Blogs wollen ja gefüllt werden.

Nein. Dieses Rennen an der Tabellenspitze wird noch einige Wochen so weitergehen. Mindestens bis zu den „Showdowns“ Anfang April. Bayern in Schalke und Leverkusen.

Da wird sich wohl die Entscheidung über die diesjährige Meisterschaft ihren Weg bahnen.

Aber es war ja auch nicht anders zu erwarten. Die Bayern befinden sich nun einmal im Hamsterrad. Und jedes Jahr ein anderer Gegner, der ansonsten unter Ferner liefen agiert.

Oder wo landeten die beiden letzten Meisterschaftskonkurrenten der Bayern in der Vorsaison? Ach, mitten unter den grauen Mäusen? Na dann.

Auf der anderen Seite muss man die Saison in ihrer Gesamtheit betrachten.

Im Vergleich zum dritten Spieltag der Hinrunde hat Bayer zwei Punkte mehr, Schalke gar nur die gleiche Ausbeute erzielt.

Die Bayern hingegen erzauberten sich sieben Punkte mehr als bis Ende August. Bedenkt man nun, dass man an Weihnachten nur noch ein, bzw. zwei Punkte hinter den beiden Westvereinen lag, weiß man, dass die Zeit ohnehin für uns spricht. Allein Geduld ist gefragt.

Wie im Spiel der Bayern gegen die Karnevalskicker aus Mainz.

Die im übrigen auch so spielten. Wie die Harlem Globetrotters. Nur eben ohne deren spielerischen Fähigkeiten.

Womit wir mal wieder beim Kern der Berichterstattung wären. Bayerngegner sind immer nur Laufkundschaft, Bayer spielt sich aber regelmäßig in einen Rausch. Wer in diesem medialen Einzugsgebiet lebt, weiß, wovon die Rede ist.

Geschenkt.

Ich warte einfach ab. Schließlich haben wir ja im November, Dezember gelernt, wie schnell das geht. Mit dieser Aufholjagd.

Eine Aufholjagd hätten die Bayern in den ersten drei Spielen dieser Halbserie ebenfalls starten können. Was das Thema Tordifferenz betrifft. Im Vergleich zu den Heynckes-Kickern.

Wobei Aufholjagd hier das falsche Wort ist. Mit einigermaßen seriöser Chancenverwertung, wäre die Tordifferenz für die Bayern für Bayer nicht mehr einholbar. Echt jetzt.

Allein, es kam anders. Die Bayern halten es traditionell gerne mal spannend. Versteh‘ ich nicht. Ich bin da anders.

Im Rahmen dieser Strategie ist auch zu erklären, weshalb ein Butt einen Elfmeter wie gegen Mainz verschießt. Gerade so, wie er ihn verschossen hat. Müßig, darüber zu reden, dass wir noch einen zweiten Strafstoß hätten bekommen müssen. Aber so ein klares Handspiel wurde uns ja schon im CL-Heimspiel gegen Juventus verweigert. Sowas passiert. Lustig wird’s ja immer erst, wenn die üblichen Verdächtigen als Betroffene selbst die wildesten Verschwörungstheorien spinnen…

Jetzt aber mal endlich zum Spiel!

Obwohl es im Grunde recht schnell beschrieben ist. Mainz mit acht Innenverteidigern, Bayern mit Mann und Maus im Angriff. Selbst für Robben gab es da gegen teilweise vier, fünf Gegner kaum ein Durchkommen.

Wobei – eigentlich ist derlei Sichtweise zu Ribéry-esk. Denn kommt einem Robben aktuell wie der junge Ribéry vor, so ist der doch ganz anders. Er ist der Anti-Ribéry. In jeder Hinsicht.

Wem das zu polemisch ist, der hat die letzte Saison verpennt.

Und selbst über die torlose erste Halbzeit gegen den FSV müssten wir nicht reden, wenn Butt den Elfer versenkt, oder Gomez den Ball nicht an den Pfosten („schön“, dass wir wenigstens in einer Statistik Spitze sind) gesetzt hätte.

Nicht, dass Mainz dann plötzlich ein Offensivfeuerwerk hätte abbrennen können, aber versucht hätten sie es bestimmt und dann wäre noch mehr als dieses klare 3:0 drin gewesen.

Der Konjunktiv ist der Freund der Verlierer.

Insgesamt bin ich mit dem Spiel zufrieden. Sogar Schweinsteiger und Demichelis ließen meine Gefühlswelt neutral zurück.

Der FC Bayern ist in dieser Saison ein Wellental. Sprühten gegen Ende der Hinrunde Olic und Gomez nur so vor Spielfreude und Tordrang ist es jetzt Robben, der uns be- und verzaubert. Zum Glück kommt da was nach. Nicht auszudenken, wenn es noch die gleiche Tristesse wie vor einigen Monaten gäbe. Man spürt vielmehr förmlich wie das Gebilde ans Arbeiten kommt, die Mechanismen greifen und das alte Gefühl, die alte Sicherheit zurück ist: Wir packen das schon. Egal wie.

So auch gegen Mainz.

Klar. Ein Müller hängt aktuell ein wenig durch. Aber hey, der ist ein Jungstar, der darf das. Trotzdem ist er noch so stark, dass Ribéry nicht sofort wieder Stamm ist. Immerhin. Dazu erleben wir gerade den wohl stärksten und souveränsten van Bommel seit langer Zeit.

Und sogar ein Lahm wird langsam warm mit der rechten Seite.

Wie sollte ich da Trübsal blasen, weil wir immer noch „nur“ Tabellenzweiter sind?

Ich freu‘ mich einfach auf die dicke Abrechnung. Zum Schluss.

Der Kader steht. Bis auf…

Na sowas.

Zuletzt hörte man aus den bayerischen Reihen nur abschließende Kommentare zum Thema Kader. Und dessen Reduzierung.

Trotzdem geht’s damit aber weiter. Nach allem, was man so hört.

Nachdem niederländische Medien bereits vergangene Woche vom Interesse von Ajax Amsterdam gemeldet hatten, soll nun laut der Münchner tz auch Tabellenführer PSV Eindhoven um die Dienste des Verteidigers buhlen. Die Lösung für die Bayern wäre wohl zunächst eine Ausleihe bis zum Saisonende.

Dabei ist immer wieder die Rede davon, dass van Gaal sein Gesicht nicht verlieren will.

Aus meiner Sicht ist das aber alles Kokolores – van Gaal ist Pragmatiker.

Selbst wenn Braafheid sein „Wunschspieler“ war, dann wäre er doch mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn er gegen das Wohl des Kaders und des Vereins auf dessen Verbleib beharren würde. Am Anfang dachten ja auch alle, van Gaal kann und will nur 4-3-3 spielen lassen…

Nein. Eine Ausleihe könnte hier nur von Vorteil sein. Meine Meinung.

Mainz bleibt Mainz, wie es spielt und verliert?

Tätää,tätää.

Im Ernst: Am Samstag ist der Spaß vorbei. Mit diesem Karnevalsverein. Aus Mainz.

Wegen der Hinrunde. Weil wir mal wieder vor Bayer vorlegen müssen (und die ja sowieso gegen Freiburg gewinnen werden). Und nach dieser Phase in der Hinrunde nix (mehr) zu verschenken haben.

Sicher. Man könnte ihnen auch dankbar sein. Wegen Robben. Bin ich aber nicht. So.

Nicht nach dieser ersten Halbzeit.

Ausserdem gibt’s ein Jubiläum. Da kann man keinen Punktverlust gebrauchen. Auf der anderen Seite, geht’s mit diesem Rekord ja laufend weiter

Passender Rahmen für des Königs Comeback am eigenen Hof. Wenn auch nicht von Anfang an. Noch dazu, wo Mainz nicht weiß wo ihnen defensiv der Kopf steht.

Im Grunde also alles klar, Jungs, oder?

Grün-weiße Rache ist Blutwurst oder Na endlich!

Dieser Bericht ist ein Vorgeschmack auf die neue Saison. So wie es nämlich aussieht, werde ich mich ja von den Apothekern bei Sky verabschieden und somit auch von allerlei Live-Spielen meiner Bayern.

Ergo folgt dieser Beitrag den Betrachtungen und Erkenntnissen allein aus Zusammenfassungen.

Im Rahmen dieser Zusammenfassungen hörte ich doch tatsächlich den Begriff „Angstgegner Bremen“. Also für den FCB jetzt.

Von den Zahlen her mag das stimmen. Aber ich habe all die letzten Spiele gesehen. Und wenn ich allein an das Hinspiel denke, dass ja offiziell als Auftakt dieser ach so sagenhaften Werder-Serie galt, muss ich immer noch lachen. Bitterböse.

Was war das schlecht von Werda, was war das defensiv.

Gestern dagegen spielte Werder zeitweise mit. Wenn Bayern das wollte. Nein. Das wäre vielleicht zu verkürzt. Werder hat ja durchaus Qualitäten.

Bayern war eben einfach zu stark. Die haben die Nordlichter förmlich überrannt. Wobei ich hier natürlich nur die Zusammenfassung als Maßstab ansetzen kann. Aber offenbar gibt es ja einen Konsens, dass wesentlich mehr als diese drei Tore der Bayern möglich und realistisch gewesen wären…

Da waren sie wieder, die Hinrunden-Bayern. Chance auf Chance vergeben.

In der Rückrunde sieht die Welt aber anders aus. Da lassen sich die Bayern von zwei Toren aus heiterem Himmel – vor dem 1:0 muss es doch schon 2:0 oder 3:0 stehen – nicht schocken. Man spielt einfach weiter und hatte einen Robben auf Weltniveau (kam – in dieser Form – bislang selten genug in dieser Saison vor), der – trotz fehlendem Pendant auf der linken Seite – die hüftsteife Werder-Defensive schon alleine aus den Angeln hob.

Zusätzlich noch diverse weitere Offensivkräfte, die ebenfalls wie federleicht durch die rote Zone der Schaaf-Kicker pflügten.

Was hätte ich dafür gegeben, derlei Demütigung live zu erleben, allein familiäre Verpflichtungen standen diesem Erlebnis im Wege.

Warum ist mir derlei so wichtig? Weil es gegen Werder genügend Niederlagen oder Punktverluste gab, die a) unnötig oder b) völlig lächerlich waren. Häme eingeschlossen. Nicht nur aus Bremen.

Kausalität. Mehr sag‘ ich nicht.

Spaß gemacht hat es also. Uns allen.

Was aber, wenn es wirklich ein 10:2 gegeben hätte?

Das Boulevard hätte sich überschlagen und einige Spieler wären mit Sicherheit in die Versuchung gekommen, sich davon anstecken zu lassen.

Im nächsten Spiel kommt Mainz. Da ist erstens noch eine dicke Rechnung offen. Und andererseits sind solche Gegner immer gefährlich.

Gut, wenn man diesen Spielen wie gestern in Bremen noch nicht über den Weg traut.

Zumindestens solange, bis auch der letzte Widersacher abgehängt wurde.

Ganz nebenbei ist sicherlich erfreulich, dass auch an diesem Spieltag wieder einzelne, kleine Ziele erreicht wurden.

Werder distanziert (+11P.), Vorsprung auf HSV ausgebaut (+5P.) und Schalke überholt.

Na also, geht doch.

Wenn jetzt Hoffenheim „ausgerechnet“ gegen Bayer zurück in die Spur findet, wäre es ein klassischer Bayern-Spieltag. Das Gegenteil hatten wir in der Hinrunde oft genug.

Deshalb war die Tabelle ja so schief mit all diesen europäischen Fahrstuhlmannschaften an der Spitze…

Gibt es sonst noch was zum gestrigen Gastspiel auf der Baustelle Bremen zu sagen?

Vielleicht das Rensing – trotz allem – eine gute Nummer abgab und in HZ2 solide gehalten hat?

Oder das Lahm inzwischen offenbar doch ganz gute Flanken schlagen kann? Oder zumindestens so merkwürdig, das aktuell nur seine Mitspieler damit was anfangen können…

Noch was?

Input bitte von den Live-Zeugen.

Das Spiel der kleinen Schritte

Nicht zum ersten Mal mache ich mir darüber Gedanken.

Aber diese Saison ist für uns Bayern-Fans schließlich auch recht merkwürdig.

Schon in der Hinrunde, gepaart mit unseren eigenen Problemen, brachte uns der anfängliche Spielplan jede Menge Rückstand ein. Entscheidende Spiele (wie sich herausstellen sollte) in der Mitte wurden nicht gewonnen und erst gegen Ende ergab das alles (aufgrund der endlich stattfindenden Bayern-Gegner-Partien) wieder ein rundes Bild.

Bayern knapp hinter der Spitze.

Nun. Der Spielplan ist nun erneut ähnlich kompliziert. Halt eben nur umgedreht. Hoffnung bringt wiederum die (Entwicklungs-)Phase, in der sich unser Team inzwischen befindet.

Trotzdem – und weil fast alle unser Gegner entweder in Form sind oder leichte Gegner genießen dürfen – müssen wir uns bedeckt halten. Was Position und Punkteabstände in der Tabelle betrifft.

Will sagen: Immer nur ein Ziel verfolgen. Verfolger abschütteln zum Beispiel.

Am letzten Wochenende war dies ja wohl Hoffenheim. 11 Punkte Vorsprung sollten dafür zunächst einmal reichen…

Ist am nächsten Wochenende Bremen dran (eigener (Vor-)Bericht folgt)? Aktuell sind es 8 Punkte Abstand, möglich wären Samstag abend 11.

Abwarten. Und kleine Schritte machen.

P.S. Vielleicht schafft es aber auch Hoffenheim am Samstag im Heimspiel aus dem negativen Drive zu entkommen. Schä wär’s scho.

Kein Groll, trotz der Häme

Luca Toni spielt wieder. Und Tore hat das auch zur Folge.

Mich freut das. Für Toni. Für die Roma.

Zum einen, weil Toni viel für uns geleistet hat und mir als Typ immer sympathisch war. Zum anderen für die Roma, weil mir nach dem Liebenentzug der alten Dame eine Mannschaft im Stiefel gefehlt hat.

All das trotz der Häme.

Aber die Häme kann mich nicht treffen. Weil es mit Toni zum Schluss bei uns nicht mehr funktionierte. Im Gegensatz zu all seinen Konkurrenten. In der Bayern-Offensive. Luca wiederum hatte 1,5 Jahre seine Chancen.

Und jetzt geht’s ihm wieder gut.

So ist doch allen geholfen.

Also kann man auch über die Zeit nach seiner Ausleihe reden.

Oder?

Na klar.