„Unser Ziel ist es, die Bayern zu schlagen. Ich denke nicht eine Sekunde an eine Niederlage und habe ein gutes Gefühl.“
HSV-Dietmar vor dem Rückrundenauftakt gegen Bayern.
Schlagwort: FC Bayern
Die Bundesliga geht wieder los. Endlich möchte ich hinzufügen.
Irgendwie komisch.
Da habe ich fast (nein, eigentlich kann man das fast streichen) die gesamte Winterpause am Anschlag gearbeitet und trotzdem kam sie mir unendlich lang vor.
Mit gingen auch irgendwann die Themen aus. Und wer will schon den 8.435sten Beitrag über Herrn Podolski lesen? Geschweige denn schreiben?
Eben.
Zum Auftakt der Rückrunde spielt der Meister in Hamburg vor.
Gefällt mir. Schließlich ist da noch ’ne Rechnung offen. Nicht das es wie in Stuttgart ausgehen muss – ein duseligen 1:0 per Eigentor in der 95. Minute reicht mir auch. Vielleicht sogar noch reizvoller. Bei meinen HSV-Spezies… 😉
Tatsächlich bin ich zwar seit Dienstag etwas ruhiger, aber vielleicht geht ja jetzt hier der Schuss nach hinten los.
Wie zu Beginn der letzten Saison steh‘ ich dann immer daneben und kann kaum glauben, was ich sehe. So nach dem Motto: Das kann nicht sein, dass das die Bayern sind. Meine Bayern.
Vertikales Spiel. Schnell. Ballsicher.
Vorgestern war zwar mal wieder so ein Moment. Ob’s aber morgen ähnlich wird, wird man sehen.
Genug Knistern ist ja schon wieder in der Luft.
Ich für meinen Teil lass mich einfach mal überraschen. Wenn auch noch leicht rest-euphorisiert…
Das Thema ist einfach nicht totzukriegen, oder?
Und es passt auch immer so schön.
Aktuell dem HSV vor dem morgigen Gastspiel der Bayern. Den Bayern.
„Das ist aus meiner Sicht Wettbewerbs-Verzerrung. Es passt vielleicht einigen Leuten ganz gut, dass wir jetzt gegen Bayern geschwächt sind und auch Hoffenheim ein Spieler fehlt. Es sind zwei Bayern-Konkurrenten.“
So HSV-Kapitän David Fallobst Jarolim.
Worum geht es?
Na um die Sperren der Sportskameraden Olic und Eduardo.
Manchmal frag‘ ich mich, was in solchen Spielerköpfen vorgeht.
Ist es die Schuld der Bayern, dass die beiden sich in einem Freundschaftsspiel geprügelt haben? Einem FC Bayern, der DFL und DFB unterwandert, korrumpiert hat?
Mhm.
„Bayern wird immer ein bisschen anders behandelt, das wissen wir“, ergänzte Collin Benjamin.“
Und wenn man sich das immer wieder einredet, glaubt man im Zweifel auch selber dran, gell?
Ich schau‘ mir jetzt seit Jahrzehnten fast jedes Spiel des FC Bayern an und ich wiederum habe oft den Eindruck, dass es genau anders herum ist. Das nämlich Schiedsrichter genau diesem Eindruck entgegen wirken wollen und besonders streng sind. Nicht alle, aber bei einigen ist das sicherlich ab und an der Fall.
Insgesamt halte ich diese Diskussion für müßig. Eher für ein Rufen im Walde. Wer an seine Stärke glaubt, muss nicht schon im Vorfeld einer Niederlage vorbeugen und Verschwörungstheorien spinnen.
Übrigens, Herr Jarolim und Herr Benjamin: Ab dem Sommer müsst Ihr die ganze Zeit ohne Hattrick-Olic auskommen. Schon mal drauf vorbereiten, den Bayern an einer Durchschnittssaison 2009/10 die Schuld zu geben!
P.S. Das ist kein Vorbericht zum Spiel. Nur ein paar Gedanken aufgrund dieses Boulevard-Berichts (haben sie mich wieder gekriegt…).
Schwäbische Demütigung und bayerische Dominanz
Mein Gefühl hat mich nicht getrügt.
Allerdings hätte ich mit einer derartigen Überlegenheit des FC Bayern dann doch nicht gerechnet. Trotzdem sehr schön anzuschauen.
‚Tschuldigung liebe VfB’ler, aber ein FC Bayern lässt sowas wie das 2:2 zum Hinrundenabschluss nur einmal mit sich machen. Habt Ihr ernsthaft gedacht, nach einer reibungslosen Vorbereitung und mit dem Gedanken an die verlorene Herbstmeisterschaft würde wir bei Euch nicht bis in die Haarspitzen motiviert antreten?
Tja.
Bösen Erwachen aus den Babbel-Träumen?
Nein. Soweit wollen wir nicht gehen. Es war einfach ein sehr schlechtes Spiel der Stuttgarter. Passte so gar nicht zu den Sprüchen von vor dem Spiel. Umso besser der Eindruck, den die Bayern jetzt der Konkurrenz bieten:
Nicht noch einmal so ein Stotterstart in eine Halbserie wie im Sommer. Was das möglicherweise heißt, ist ebenfalls klar:
Trotz Stotterstart lagen wir nur 4 Tore hinter dem Herbstmeister – so sollte eine erfolgreiche Rückrunde kein Problem sein.
Sollte.
Denn schon am Freitag wird’s wesentlich schwieriger.
Warum?
Na weil der Überraschungseffekt, gegen top-motivierte und fitte Bayern anzutreten, jetzt zunächst einmal verpufft ist.
Die Hamburger wissen nun, dass man gegen die Klinsmänner nicht so spielen kann wie der VfB.
Auf der anderen Seite fehlt ihnen Hattrick-Olic und es bleibt die Frage, ob sie tatsächlich was gegen einen solchen FCB ausrichten können, selbst wenn sie es wollen. Am Freitag sind wir schlauer.
Zurück zum Pokalspiel.
Es war ein Genuss.
Die Spielzüge, die Konter, die Schnelligkeit, die Präzision. Klasse.
Trotzdem gab es da noch Luft nach oben.
Ein bißchen weniger Zirkus und Ribéry verwandelt seinen Elfer sicher. Dann wäre das halbe Dutzend voll gewesen. Hätten wir aber wahrscheinlich auch so geschafft, wenn wir nach der 60. Minute(!) und dem 0:5 nicht zwei bis drei Gänge zurückgeschaltet hätten…
Na klar. Auch Gomez hatte noch einen Latten-Treffer und scheiterte ein anderes Mal an Rensing, aber eigentlich hätten die Schwaben das Spiel auch nicht mit 11 Mann beenden dürfen (Boka, aua).
Geschenkt.
Besser 5:1 gewinnen als 1:5 verlieren. So einfach ist das.
Am Freitag kann auch schon wieder alles anders sein, so ist eben Fußball und man weiß nie wie’s ausgeht…
Auch wenn MR diese Herberger’sche These im Zusammenhang mit Bayern-Spielen inzwischen für irrelevant hält.
Ich habe die Hinrunde erlebt, ich bin da immer noch ein wenig skeptisch.
Was sonst?
Schweinsteiger. Gute Leistung. Zwei Tore gemacht. Weiter so.
Einwechselspieler. Keiner ist imho abgefallen. Altintop, Ottl, Donovan. Gute Leistung. Vor allem Ottl. Den lobe ich ja nicht immer. Nur wenn’s angebracht ist.
Schwäbischer Murmeltiertag
Da denkt man seit Tagen nur noch an den Auftakt zur Bundesliga-Rückrunde und vergisst dabei völlig, dass es ja morgen schon wieder losgeht. Mit dem Pokal. In Stuttgart.
Komisch. Irgendwie Murmeltiertag. Denn genau dort endete unser Spurt an die Tabellenspitze. Zur Winterpause, Herbstmeisterschaft.
Erfolglos.
Es soll hier auch nicht mehr um die strittigen Szenen in diesem Spiel gehen. Der Punktgewinn war für den VfB verdient und alles andere ist ausdiskutiert.
Allein. Jetzt geht’s wieder von vorne los. In einem Pokalspiel. Da gibt’s bekanntlich keine Remis. Es wird eine Entscheidung fallen. Entweder verlieren die Bayern ihre erste Titelchance oder die Babbel’schen Sprücheklopfer werden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Natürlich bin und muss ich für einen Sieg der Bayern sein.
Aber es gibt auch gute Gründe dafür.
1. Die Statistik. Zwar nicht viel wert, aber unter den Tisch sollte man sie auch nicht fallen lassen.
2. In der Bundesliga spielte der VfB am Limit. Im Gegensatz zu den Bayern. Die hatten CL und Aufholjagd in der Bundesliga in den Knochen.
3. Die Klinsmänner haben – nach eigenen Aussagen – eine perfekte Vorbereitung absolviert. Dies sei dahingestellt, aber im Gegensatz zur Hinrunde vollzählig, mit allen Stars, ohne Verletzungen und jeder Menge Zeit sich einzuspielen.
Alles Quatsch?
Warten wir es ab, ich persönlich habe aktuell ein gutes Gefühl.
Hoeneß, der Lobbyist
Unser Manager scheidet Ende diesen Jahres aus seinem Amt.
Dies ist keine neue Information.
Die Suche nach einem Nachfolger ebenfalls kein Geheimnis.
Welche Aufgaben er aber in Zukunft übernehmen soll, war mir nicht so klar. Uns allen wohl nicht.
Eine würde nun bekannt: Er soll FCB-Lobbyist werden.
Einige werden jetzt sagen: aber das war er doch in den letzten 30 Jahren schon?
Ja. Klar. Aber demnächst macht er das hauptamtlich. Da kann man offenbar viel mehr bewirken. Denn – und da sind sich die, die das wissen, einig – im Hintergrund arbeitet man oftmals viel effektiver als an der Öffentlichkeit.
Scheinbar ist man im Verein, in der AG der Meinung, dass dieser Bereich aktuell brach liegt.
Warten wir’s mal ab, welche Ebenen ab nächstem Jahr vom Uli noch so alle aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden…
Weisheiten #84
„Ich will hier Gas geben und mit Bayern Meister werden, den Pokal und vielleicht die Champions League holen.“
Prinz Poldi, demnächst wohl längere Zeit ohne Titelgewinn…
Ein seltsames Gefühl
Willy Sagnol hört auf.
Jetzt sollte man meinen, dass ich als Bayern-Fan etwas empfinde, wenn ein Spieler, der seit 2000 beim FC Bayern spielt, aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden muss.
Tatsächlich ist das auch so.
In zweierlei Richtungen.
Mir tut Sagnol leid. In jeder Hinsicht. Seine Achillessehne ist hin. Das ist ihm im Rahmen seiner Tätigkeit bei uns passiert. Schlimm. Dabei ist er noch gar nicht so alt. Ferner war er ein herausragender Flügelflitzer, der mit Herrn Lizarazu eine perfekte Zange bildete. Beim FC Bayern wie in der französischen Nationalmannschaft.
Die Betonung liegt hier aber leider auf „war“.
Womit wir beim anderen Thema sind, weshalb sich meine Emotionen aufheben.
Es gab da nämlich auch den anderen Sagnol, der mich / uns immer wieder zur Weißglut gebracht hat. Kaum war der Kopfballspieler Ballack nicht mehr unter uns, fehlte irgendwie die Verwendung für die „Willy-Sagnol-Gedächtnisflanke“. Hier inzwischen schon von einem geflügelten Wort zu reden, spricht für sich.
Nein. Mein Mitgefühl gilt dem Menschen Sagnol. Dem Spieler Sagnol kann ich, ehrlich gesagt, nach den Leistungen der letzten 2-3 Jahre kaum eine Träne widmen.
Ist das übertrieben?
‚Überzeugt mich vom Gegenteil.
Kehrt der Prinz heim nach Köln?
Hoeneß sagt, dass morgen wohl Vollzug gemeldet werden wird.
Offenbar haben die Kölner die letzten 2,50 Euro aufgetrieben und die Bayern nun bekommen, was sie wollten. Die Kölner natürlich auch: Ein aufgewärmtes Sommermärchen.
Das Beste an der Meldung ist allerdings das hier:
Trotzdem müssen die Rheinländer noch aufpassen, denn der Vierjahresvertrag bis 2013 kommt nur zustande, wenn die „Geißböcke“ in der Bundesliga bleiben und nicht in die Zweite Liga absteigen.
Auf was soll ich da jetzt hoffen? Auf einen Abstieg der Kölner, damit ich meine Fahrstuhl-Einschätzung der Domkicker nicht revidieren muss oder auf einen Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse, damit wir endlich diesen Anti-Fußballer Störfaktor loswerden?
Schwierig.
Zumindestens sind die Diskussionen jetzt wohl beendet. Das reicht mir für’s Erste.
Manchmal versteh' ich Dich nicht, Uli
Echt jetzt. Sonst bin ich ja immer bei ihm. Der Seele des modernen FC Bayern. Aber ab und zu muss selbst ich grübeln.
Wieso jetzt genau?
Wegen dem hier.
„Die Verkürzung der Winterpause halte ich für einen Fehler, der dem deutschen Fußball schaden wird.“
Warum?
Im Vergleich mit den europäischen Topligen verliere die Bundesliga dadurch „einen unserer letzten Vorteile“, betonte Hoeneß. „Bisher hatten wir den Vorteil, dass die deutschen Klubs ausgeruht in die K.o-Runden der internationalen Wettbewerbe gehen konnten.“
Achso. Stimmt. Deshalb haben die Deutschen in den letzten Jahren ja die Pokale abgeräumt, dass es weh tat, gelle?!
Manchmal verzweifle ich ein wenig an unseren Funktionären. Jetzt nicht nur an denen aus München, so ganz allgemein. Was haben wir damals ein Gezeter gehabt, dass man doch unbedingt einen Hallenpokal bräuchte, damit die lange Winterpause (finanziell) sinnvoll gefüllt werde. Dieser ganze wilde Hallenturnier-Quatsch gehörte gefälligst organisiert.
Dann haben die Funktionäre (der Top-Teams) gemerkt, dass Hallenfußball auch ganz schön weh tun kann (vor allem den teuren Stars) und nur noch B-Mannschaften auf den Kunstrasen geschickt. So war der organisierte Verbands-Hallenfußball bald wieder am Ende.
Ein Ende des Gejammers war aber nicht ins Sicht, schließlich sind wir hier in Deutschland. Plötzlich war die Winterpause völlig überbewertet und sowieso viel zu lang, denn andere Ligen haben die gar nicht und bleiben so im Rhythmus. Ferner hat man dann Ende Januar schon viel mehr Spiele abgearbeitet, kann so den Terminplan entzerren und hat mehr Luft im Sommer oder vor großen Turnieren.
Eigentlich war das auch immer schon meine Meinung. Und selbst wenn mal – das Totschlagargument der 80er – Schnee und Eis in Deutschland liegen bleibt, hat man immer noch mehr Gelegenheit Spiele nachzuholen, als bei einem Restart erst im Februar.
Umso unverständlicher jetzt die Aussage von Hoeneß. Meiner Meinung nach (andere sehen das ja immer so und bei allem was er sagt…). Denn wer ist in Europa Marktführer? Richtig. England.
Und wieviele Spiele, Pokale und Belastungen gibt es dort?
Eben.
Gewinnen die jetzt trotz oder gerade wegen der nicht vorhandenen Winterpause regelmäßig die Championsleague?
Das wäre mal eine Antwort auf eine sehr interessante Frage wert, Uli.