Argumentationsprobleme beim FC Bayern?

Also jetzt nicht beim Verein. Vielmehr bei einigen Fans. Solchen wie mir.

Warum?

Nun. Nachdem ein José Mourinho von dem Kaiser ins Spiel gebracht worden ist…

„Warum nicht? Er könnte bis zum Sommer noch einen Sprachkurs machen.“

…hat der jetzt tatsächlich Interesse.

Er fühle sich geehrt, „wenn eine der größten Persönlichkeiten des Weltfußballs ihn ins Gespräch bringt. Bayern München – warum nicht?“

Naja. Abwarten. Es ist „saure-Gurken-Zeit“. Sollte es aber tatsächlich dazu kommen, käme ich sicherlich in leichte Argumentationsprobleme.

Zu Chelsea-Zeiten war er für mich immer die Inkarnation des Anti-Christen. Diese Phase liegt ja inzwischen hinter uns. Also die Chelsea-Zeit.

Eins steht fest: Mourinho hat(te) Erfolg.

Mit Porto holte er aus einer, zuvor nicht als Top-Team eingestuften Mannschaft nationale Meisterschaften und in Serie UEFA- und CL-Pokal. Desweiteren mit Chelsea irgendwann dann doch Meisterschaft und Pokal. Für die CL hat es nicht gereicht. Aus diversen Gründen, die mich nicht wirklich gestört haben.

Lässt man die eigene Abneigung und Polemik aussen vor, muss er irgendwas haben. Das habe ich in den letzten Wochen schon einmal gesagt und zuvor gesagt bekommen…

All dies wird Christian sicherlich freuen, aber irgendwie muss ich mich ja mit diesen Spekulationen auseindersetzen und mich für alle Evantualitäten vorbereiten, oder?

Der richtige Weg?

Vor einiger Zeit gab es ja schon Gerüchte. Rund um Mats Hummels. Jetzt haben wir Gewissheit.

Am Donnerstag lieh der Rekordmeister Nachwuchsprofi Mats Hummels an Borussia Dortmund aus. Der 19-jährige Defensivspieler erhält beim BVB einen Vertrag bis zum 30. Juni 2009, danach wird er zum FC Bayern zurückkehren.

Anfangs dachte ich noch: Bloß nicht! Aber so nach und nach bekommt diese Geschichte langsam Charme.

1. Der BVB hat eine Blutauffrischung in der Innenverteidigung – da gibt es wohl keine zwei Meinungen – dringend notwendig.

2. Beim FC Bayern ist seine Spielpraxis als aktuelle Nummer 5 (hinter Lucio, Demichelis, Breno und van Buyten) begrenzt.

3. Er kommt zurück. Nach 1,5 Jahren in der Bundesliga (insofern der BVB nicht doch noch absteigt).

4. Lucio will seinen Vertrag nicht verlängern. Verabschiedet sich spätestens 2010.

5. Daniel van Buytens Zukunft hat im Vergleich zum 19-jährigen Hummels wohl etwas weniger Perspektive, oder?

6. Mit Lahm und Babbel hat das seinerzeit ebenfalls perfekt geklappt.

und

7. hätte ich nicht damit gerechnet, dass noch einmal ein Verein derlei nach den Erfahrungen unter 6.) mitmacht…

Hört sich doch ganz gut an.

Für Hummels sicherlich nicht weniger, denn zum einen kommt er so parallel noch in Löws Blickfeld und zum anderen sind die aktuellen deutschen Innenverteidiger bekanntermaßen alle keine 19 mehr…

Also dann. Alles Gute, Mats.

FC Bayern-Transfergerüchte 0708#004

Rund um den FC Bayern wird’s (natürlich) nicht ruhiger.

Hier der aktuelle Stand der Gerüchte rund um neue Transfers (auf dem Rasen und auf der Bank). Die Bayern sollen an folgenden Akteuren „dran sein“:

Marcello Lippi (Bank).
Goran Pandev (Rasen, Offensivkraft).
Dimitar Berbatov (Rasen, Stürmer).

Im Rahmen der Bank-Diskussion wird jetzt neben Allofs der nächste Grüne ins Spiel gebracht…

Wilde Zeiten. Vor allem für Sportjournalisten.

Katze aus dem Sack?

Bayern-Manager Hoeneß hat mehr oder weniger bestätigt, was seit Wochen ein offenes Geheimnis war (oder vom Boulevard solange konstruiert wurde, bis es der Realität entsprach):

„Gehen Sie davon aus, dass er nicht bleiben wird. Aber bis Juni schon.“

Meine Güte. Das Boulevard jubelt natürlich. Ich kann das nicht von mir behaupten. Jetzt nicht (nur) wegen Hitzfeld. Sondern vielmehr aufgrund des „drohendes Absturzes“.

Oder glaubt irgendjemand, dass Hitzfeld die Stärke hat, einen Abgang hinzulegen, wie es Stevens immer wieder schafft – mit Erfolg?

Ich will’s hoffen.

Und die bisher nur theoretischen Diskussionen um einen Nachfolger bekommen plötzlich eine ernste Note…

Update: Inzwischen hat’s auch Hitzfeld bestätigt. Seinen Abgang. Und auch, dass der schon vor drei Wochen intern kommuniziert wurde. Mit einem vorzeitigen Abschied beschäftigt er sich ebenfalls, sieht die Gefahr aber nicht als soo groß an. Naja.

Panik in Grün-Weiß

Na da ist aber mal wieder einigen in Bremen massiv der Schweiß ausgebrochen.

„Ich kann hier keinen 30-Jährigen hinsetzen wie den Heldt, da muss ich schon an einen wie Allofs denken.“

So Uli H. aus M. im Rahmen der Diskussionen um seinem wahrscheinlichen Abschied vom Managerposten in 2009 gegenüber der SZ.

Zuletzt äußerte sich der Angesprochene wie folgt:

[…] dass es Interesse von anderen Vereinen gibt, ist Fakt. Ich kann nicht zusagen, dass ich in Bremen bleibe.

Da schrillen natürlich bei Werder und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, dem grün-weißen Don Quichotte, die Alarmglocken. Die Bayern! Schon wieder!

Den einen oder anderen Spieler überteuert nach München ziehen zu lassen ist ja eine Sache, den Baumeister des Erfolges der letzten Jahre zu verlieren etwas ganz anderes…

Jetzt gibt’s „plötzlich“ Geheimtreffen und ’ne saftige Gehaltserhöhung.

Der Nordklub will auf jeden Fall bis zum letzten Cent um seinen Sportdirektor kämpfen. Die nächsten Tage soll Allofs bei einem Geheimtreffen zum Verbleib überzeugt werden. Hauptargument: eine kräftige Gehaltserhöhung.

Werder-Boss Born drückt aus, was offensichtliche viele im Umfeld denken:

„Wir wollen mit Allofs unbedingt weiterarbeiten“

Der Betroffene selbst sieht die Sache übrigens viel entspannter. Kunststück, hält er sich doch gerade weit entfernt vom Hühnerstall auf – in Amerika.

Ich habe lediglich gesagt, […] dass ich keine Zusage für Werder geben kann, weil dies nicht in meiner alleinigen Verantwortung steht. Es ist in erster Linie Sache des Aufsichtsrates, darüber zu entscheiden.“ Der seit 1999 an der Weser tätige Manager behauptete zudem, dass er keinesfalls einen „Flirt“ mit dem Rivalen aus dem Süden beginnen wollte. „Es liegt mir fern, irgendwelche Drohgebärden aufzubauen.“

Alles klar? Dann mal schön durchatmen, Werder.

Meine Top-10: Hamburger SV – FC Bayern

Top-10-Platz: 4
Spiel: Hamburger SV – FC Bayern
Datum: 19.05.2001
Ort: Hamburg, AOL-Arena

Eigentlich geht es hier nicht um das eine Spiel, ein anderes gehört im Grunde noch zur Betrachtung hinzu: Das Heimspiel der Schalker gegen Unterhaching!

Diese Meisterschaftsentscheidung hat sich sicherlich nicht nur in mein bayerischen Fußballgedächtnis gebrannt, vielen anderen Fans wird es genauso gehen. Sei es vor Freude, oder vor Wut und Enttäuschung.

Als Bayern-Fan habe ich viele dieser engen Meisterschaften miterlebt. Denken wir beispielsweise nur an 85/86 (Bremen), 92/93 (Bremen), 93/94 (Lautern), oder 99/00 (Leverkusen) – aber keine war im Finale, gar in den letzten Sekunden so dramatisch. Drehte sich noch einmal am Ende so massiv in eine andere Richtung.

Ich will hier überhaupt nicht erneut in den Wunden der Schalker wühlen. Es geht mir lediglich um meine Sicht der Dinge, wie ich es erlebt habe.

Natürlich kann man erneut über Herrn Merk und den Freistoß diskutieren, insgesamt über die Nachspielzeit oder über den moralischen Aspekt, wie sehr Schalke die damalige Meisterschaft „verdient“ gehabt hätte – nicht meine Baustelle.

Um das schnell abzuschließen hier die Fakten:

– Schalke hat die Bayern in dieser Saison zweimal geschlagen
– Schalke hatte vor dem letzten Spieltag den Matchball und hat ihn in Stuttgart vergeben
– Die Bayern hatten Glück, dass sie das Gegentor nicht schon viel früher bekommen haben (dann wiederum hätten sie aber auch schon früher den Ausgleich machen können…)
– Die ausgiebigen Feierlichkeiten der Hamburger rechtfertigten durchaus eine gewisse, zusätzliche Nachspielzeit
– Ujfalusi spielte den Ball zurück zum Torwart – ein Rückpass
– Schober nahm diesen Ball auf, anstatt ihn z.B. auf die Tribüne zu dreschen – Freistoss
– 11 Hamburgern auf der eigenen Linie gelang es nicht, den Ball von Andersson aufzuhalten

Punkt.

Zurück zur emotionalen Seite:

Ehrlich gesagt konnte ich all das nicht fassen. Und was ich nicht fassen konnte, fing schon am 33.Spieltag an. Alle wussten Bescheid. Schalke ist so gut wie Meister. Sie müssen nur in Stuttgart gewinnen. Eigentlich. Und dann schlotterten ihnen die Knie. Man kann nicht sagen, dass ich mir das erhofft hatte – es störte mich aber zumindestens nicht. Das die Bayern allerdings durchaus in der Lage wären, innerhalb von Sekunden rund um die Stuttgarter Führung selbst in Führung zu gehen, dazu noch gegen solch einen „Lieblingsgegner“ wie Kaiserslautern – von solchen Dingen träumt man nur.

Träume werden ab und zu aber Realität. Und deshalb hatte sich das Blatt am 34.Spieltag plötzlich und unerwartet gedreht. Die Bayern lagen vorne und mussten nun ihrerseits nur diesen einen Punkt holen. Nur…

Wie die Ausgangslage hatte sich aber auch das Nervenkostüm der Bayern dem der Schalker am Spieltag zuvor angeglichen. Pudding in den Knien allenthalben. Die Schalker dagegen ließen sich selbst von Rückständen gegen kämpfende Unterhachinger nicht abhalten und spielten, von der Favoritenrolle befreit, plötzlich unbeschwert auf. 5:3-Ergebnisse gibt es eben immer wieder zumeist nur an letzten Spieltagen…

Als Bayern-Fan saß man über diese 90 Minuten fast apathisch vor dem Geschehen und sah machtlos zu. Im Hinterkopf immer der schwache, hoffnungstriefende Gedanke, dass es schon irgendwie gut gehen würde.

Dann der Stich.

Sergei Barbarez. 90. Minute.

Das Ende. So dachte man. So musste man einfach denken. Denn wer hätte allen Ernstes gedacht, dass diese Bayern, die 90 Minuten fast nur auf Zeit gespielt hatten, plötzlich Sturm und Drang entwickeln würden?

Solch eine Gefühlslage ist nur schwer zu beschreiben. Für Aussenstehende. Fußball-Fans wissen, wie sich sowas anfühlt. Diese Leere. Noch bevor man grenzenlose Wut und Enttäuschung verspürt. Schockzustand pur.

Was mag in den Köpfern von Fußballern in solchen Momenten abgehen?

Nun. Ich war selber Fußballer. Allerdings ohne derlei massive Erlebnisse gehabt zu haben, da ich in der Jungend selten gegen den Abstieg und eigentlich nie um irgendwelche Titel gespielt habe. Ein Oliver Kahn wurde in diesem Moment zum Symbol. „Immer weiter“. Ja. Ganz einfach. Und die Herren Ujfalusi und Schober taten uns den Gefallen diese Sekunden unsterblich werden zu lassen.

Für diese Momente ist man allerdings Fußball-Fan. Kein Hamburg ohne Barcelona. Kein Mailand ohne Hamburg.

Der eine oder andere wird sich nun gerade deshalb fragen, weshalb es dieses Spiel nicht auf mein Treppchen geschaft hat – abwarten!
😉

Was macht einen Fan aus oder wie(so) wird man Bayern-Fan?

Ich konnte nicht mehr anders.

„Schob“ ich doch dieses Thema schon einige Wochen vor mir her. Ach was red‘ ich, Monate, gar Jahre.

Aber im Rahmen des Bloggertreffens habe ich derlei mehr oder weniger versprochen. Und wo jetzt schon Torsten, mit dem ich mir beim Bloggertreffen einig war, vor ein paar Tagen was zum Thema zum Besten gegeben hat, wollte ich doch endlich speziell Tinas und Jens Wunsch erfüllen.

Aber der Reihe nach.

Was ist ein Fan?

Grundsätzliches zum Thema Fan-Dasein beim FC Bayern hatte ich ja hier und hier einiges kund getan.

Mir sind diese Diskussionen, wer ist mehr Fan als der andere zuwider. Derlei ist immer subjektiv. Ein Fan-Dasein definiert sich imho nicht aus Kilometern für Heim- oder Auswärtsspiele. Das Gegenteil sicherlich genauso wenig, aber viele Fans sind z.B. aus finanziellen, familiären oder sonstigen Gründen gar nicht in der Lage sowas jede Woche auf sich zu nehmen. Sind sie deshalb keine echten und wahren Fans? Dann hätte Schalke also nur 60.000, Bayern nur 70.000 echte Fans?

Unsinn.

Ein Fan fühlt, leidet mit seinem Verein. Freuen und jubeln kann jeder. Auch der Nicht- oder Teilzeit-Fan. Wahre Zuneigung zeigt sich erst, wenn es schwierig wird. Im Fußball wie im Leben.

Nein. Ich will jetzt nix hören vom alten Gerede, dass es sowas beim FC Bayern gar nicht gibt. Schauen wir uns nur mal die letzten Wochen an. Da werden die Bayern Herbstmeister und was passiert? Es wird diskutiert und berichtet, als ob die Hitzfeld-Kicker gegen den Abstieg spielen. Und das betrifft nicht nur die Medien. Ist man Bayern-Fan und gibt das auch noch zu, kann man sich sicher sein, dass man von jedem, wirklich jedem Fußball-Fan oder auch nur -Interessenten am Montag nach einem schlechten Bundesliga-Wochenende für die Bayern so ziemlich den ganzen Tag über einen Spruch nach dem anderen hören darf.

Und jetzt wird’s spannend: Ist man ein „echter“ Fan, stört einen das maßlos. Und zwar schon direkt während oder nach dem schlechten Spiel der Bayern am Samstag oder Sonntag abend. Ist man es nicht, prallt das locker an einem ab.

Noch ein Indiz:

Die PartnerIn eines echten Fans hofft jede Woche, dass dessen Mannschaft gewinnt, denn ansonsten ist der Rest des Wochenendes „im Arsch“. Ferner fragt man besser nicht nach dem Ergebnis, insofern es nicht von selbst erzählt wird – es gibt einen Grund dafür, dass man es nicht erzählt…

Aber keine Sorge (für alle Aussenstehenden): Sowas lernt man als PartnerIn eines „echten“ Fans. Über die Jahre.

Überhaupt ist das Wohlbefinden ein ganz entscheidender Aspekt beim Fan-Sein. Man fühlt mit seiner Mannschaft. Sie ist, ich zitiere Torsten, einem nicht egal. Ich speziell empfinde jedes Gegentor als Stich. Ganz physisch. Aber nur so kann ich eigene Tore, gar Siege ekstatisch feiern.

Anderes Beispiel:

In jüngeren Jahren hatte ich in unserer Clique einige Fußball-Fans. Die meisten waren Bayern-Fans (deren Tiefgang ist mir nur noch schemenhaft in Erinnerung, zwei, drei waren ähnlich drauf wie ich), aber nicht alle. Einer der „anderen“ war überzeugter Gladbach-Fan. Da er aber irgendwie auch zur Clique gehörte (gehören wollte), fuhr er oftmals mit uns zu Bayern-Spielen. Zumeist auswärts im Westen. Das ist an sich schon diskussionswürdig, falls man „echter“ Gladbach-Fan ist, grenzwertig wurde es aber immer, wenn die Bayern in Gladbach spielten, denn dann war dieser „echte“ Fan plötzlich im Gladbach-Block. Für ihn war das überhaupt kein Problem.

Noch ein Beispiel:

Mein erstes Bayern-Trikot war jenes von Commodore. Damals fing man gerade mit dem professionellen Merchandising an. Das Trikot trug ich stolz und mit Überzeugung sowohl im Schulsport als auch im Verein. Klar. Selbst hier gab es Unterschiede. Im Verein respektierte man sich, spielten wir doch im gleichen Team, selbst wenn wir im Training die unterschiedlichsten Trikots trugen. Im Unterricht war das anders, da gab es plötzlich jede Menge Trittbrettfahrer, in diesem Fall Commodore-Trikots. Allerdings lag der Beweggrund hier ebenfalls im Gruppenzwang. Einige wollten einfach nur dazugehören – keine Grundlage für einen „echten“ Fan!

Um es noch einmal zusammenzufassen:

Ein „echter“ Fan wird man imho im Kopf und im Herzen. Völlig egal für welchen Verein man sein Herz und seinen Verstand opfert. Und da respektiere ich jeden Fan, ganz egal ob er für Schalke, Dortmund, Bremen, Gladbach oder gar die Kölner fiebert!

Wie wurde ich Bayern-Fan?

Ganz im Ernst? Keine Ahnung!

Ich bin da ganz bei Arnd Zeigler: Wer begründen kann, wie er Fan von xy wurde, der ist kein Fan. Ich bin jetzt seit ca. 30 Jahren Bayern-Fan und das cirka drückt es treffend aus – ich weiß nicht genau was wann passiert ist und wieso es dann dazu kam, dass ich mein Herz verlor.

Vielleicht hilft eine andere Phrase: Man sucht nicht, man wird gefunden.

Das Argument der Umgebung zählt für mich zumindestens nicht, da meine Familie fast gänzlich Fußball- oder Bayern-frei war. Bis auf einen Onkel und meinen Cousin. Onkel Bayern-Fan, Cousin Gladbach. Aber das liegt zu lange zurück. Ausserhalb meiner Erinnerung.

Tiefer wurde meine Liebe über die Jahre. All die Siege und Niederlagen, die Freude und Trauer und Häme, all diese Emotionen machten mich zu dem, was ich als Fan heute bin.

Nicht weniger und nicht mehr.

So emotional und so nüchtern.

Update (21:34): Hier übrigens der passende Zeigler-Link nebst entsprechendem Zitat.

Der Anfang einer Liebe mag oft oberflächlich sein – viel wichtiger ist, dass man dem Zielobjekt irgendwann so richtig verfallen ist und genau weiß, dass man nicht mehr zurück kann. Und da sind wir auch schon wieder beim Lieblingsverein. Wenn ihr gefragt werdet, warum ihr nun Fan von Werder Bremen, Darmstadt 98 oder des VfL Bochum seid, dann braucht es keine Erklärung. Es ist nun mal so. Bumm. Niemand muss sich dafür rechtfertigen. Wer seine Leidenschaft erklären kann, entwertet und verrät sie. Wer einem Verein nahe steht, weil er dauernd gewinnt, der liebt nicht den Verein, sondern schätzt ein effizientes Preis-Leistungsverhältnis. Das einzig wahre Kriterium sollte sein: Geht es mir schlechter, wenn mein Verein verliert? Bin ich gelöst, wenn er gewinnt? Sabbere ich manchmal vor Freude, wenn er eine Sensation schafft? Möchte ich in schwachen Momenten unseren Torjäger ehelichen? Ist mein Stadion das Zentrum des Universums, wenn meine Jungs ein wichtiges Spiel austragen?

Sei unklug, sei leidenschaftlich, sei irrational: Sei Fan! […] Und dabei spielt es keine Rolle, ob du im Trikot hyperventilierst oder im Smoking, ob du im Stadion vor Wut flennst oder vor dem Fernseher, ob du dich kehlig singend freust oder lieber mit glänzenden Augen vor dich hinschweigst, ob du in der Ostkurve des Weser-Stadions mitzitterst oder in Aschaffenburg. Niemand ist ein besserer Fan als du, solange es sich bei dir richtig anfühlt.

So sieht’s aus!

Ja, ja, der Willy

Jetzt will er plötzlich wieder bleiben. So schnell kann das gehen…

„Das war heute mit Sicherheit nicht mein letztes Spiel für Bayern München. Ich freue mich auf die Rückrunde, ich werde wieder angreifen.“

Interessant. Aus seiner Sicht sei nach Gesprächen mit den Verantwortlichen „eine gute Lösung“ für die weitere Zusammenarbeit gefunden worden. Na dann.

Bis zur nächsten schlechten Laune?

Also die Franzosen sind schon ein ganz besonderes Fußball-Völkchen, oder?

😉

Beim FC Bayern hört der Spaß auf!

Also wirklich. Da hört der Spaß aber jetzt mal auf.

Günther Wörle hat beim Bundesligisten TSV Crailsheim seinen Posten als Trainer verloren.

Wer ist Wörle und wer der TSV Crailsheim?

Keine Sorge wenn beides nicht bekannt ist. Ging mir bis gestern Abend genauso. Bis ich die Meldung im Internet las. Wörle ist/war Trainer der Frauen-Bundesliga-Mannschaft (aah!) des TSV Crailsheim.

Und was ist seine Sünde?

Er wechselt zum FC Bayern! Also jetzt nicht als Hitzfeld-Nachfolger. Mehr so als weiblicher Ottmar. Und das geht natürlich gar nicht. Ist doch klar.

Von den Verantwortlichen des Klubs hieß es zur Begründung, dass der Wechsel zum direkten Konkurrenten denkbar unglücklich sei und eine sinnvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich gewesen wäre.

Eben. Und erst recht wenn’s um die Bayern geht…
😉

T Minus 18: Hertha BSC – FC Bayern

Nein.

Heute mal keine Hetze gegen eigene Spieler, den Trainer (noch nicht, später) oder sonstwen. Bald ist Weihnachten. Da soll man besinnlich sein. Versuchen wir das mal.

Ich habe mich entschlossen einmal ganz emotionslos Pro und Contra gegenüberzustellen.

Pro:

1. Herbstmeister.

2. Seit 4 Spielen ungeschlagen.

3. Von 17 Spielen nur 1 verloren.

4. Insgesamt nur 8 Gegentore, davon gar nur 2 zuhause.

5. Gegen Hertha lief kein Bayern-Spieler ins Abseits.

6. Kein Spieler hat sich (beim Schuhezubinden oder Nasebohren) verletzt.

7. Miro Klose hat kein Eigentor verschuldet.

8. Rensings Serie hält.

9. Kein Bayern-Spieler ist am oder im Rasen festgefroren.

10. Die Frisur der meisten Spieler hat der Berliner Kälte standgehalten.

Ist doch ’ne Superbilanz…

Jetzt zur anderen Seite der Medaille:

Contra:

1. Die Euphorie und angstverbreitende Kaltschnäuzigkeit der Bayern ist sowas von verflogen.

2. Die Bayern schießen einfach keine Tore mehr – 27 Toren bis Spieltag 10 (Quote: 2,7), folgten in 7 weiteren Spielen nur noch 4 weitere (Quote 0,57).

3. Miro Klose inzwischen 325, Luco Toni 364 Minuten ohne Tor.

3.1 Klose 8 Tore in den ersten 6, Toni 8 in den ersten 9 Spielen, danach jeweils nur eins in 901 (Klose), bzw. 639 (Toni) Minuten.

4. In den letzten 10 Spielen 6-7 Punkte und 20(!) Tore (in der Differenz) auf Werder Bremen verloren.

5. Ribéry seit Wochen mit durchschnittlich bis erschreckend schwachen Leistungen, abgesehen von Phasen im Wolfsburg- und Bielefeld-Spiel.

6. Lahm nach seiner Rückkehr wie zuvor eigentlich nur noch schlecht.

7. Hitzfeld zunehmend hilfloser (oder?), fatal erinnernd an das Frühjahr 2004.

8. Diverse Spieler zunehmend lustloser…

9. Die Mannschaft auf dem Level von 2006 (in fast jeder Hinsicht).

10. Die Mannschaft untrainierbar?!

Bleibt jetzt nur die Frage, welche von beiden Listen schwerer wiegt?

Man kann natürlich die Contra-Liste einfach ignorieren und sich auf Punkt 1 der Pro-Liste zurückziehen. Aber hätten wir dafür WIRKLICH 70 Mio. Euro investieren müssen? Und müssen wir in der Winterpause jetzt erneut im zweistelligen Mio.-Bereich nachlegen, um endlich wieder das zu sehen, was wir 6-7 Spiele zu Anfang der Saison gesehen haben?

Keine Ahnung.

Für mich war im gestrigen Spiel eine Szene symbolhaft für die Hinrunde nach dem Spiel in Bochum: Als Ribéry frei vorm Tor aus ca. 7 Meter lieber noch einen Haken schlägt und den Ball verliert, als einfach nur das Einfache zu wollen und den Ball über die Linie zu drücken, von mir aus mit der Picke!

Einfach, Leute! Wie wäre es mal mit einem einfachen Spiel? Zur Abwechslung. Wir sterben in Dominanz und Schönheit! Auch gestern wieder ein Gegner, der genau wusste, dass er aus eigener Kraft kaum etwas gegen uns ausrichten kann und sich deshalb mit Mann und Maus in den eigenen Strafraum zurückzog. Gemeinhin sagt man da als Beobachter: „Na wenn das mal gut geht!“

Geht es. Und zwar vor allem gegen uns Bayern. DAS Rezept. Kann man gut oder schlecht finden. Und anfangs habe ich darüber ja auch ausgiebig meine Meinung zum Besten gegeben.

Das Problem: Nicht diese Mannschaften. Nein. Wir ganz alleine sind das Problem!

Wieso fällt uns Spieltag für Spieltag keine Lösung ein? Man kann mal so einen Tag haben wo der Ball nicht ins Tor will. Ja. Aber eine halbe Hinrunde???

Und vor allem versucht man es dann immer wieder mit den gleichen Rezepten. Die immer wieder schiefgehen. Aber über unlogisches, kindliches Verhalten hatte ich ja schon letzte Woche referiert.

Wieso versucht man es also immer wieder, wo man doch mal langsam merken muss, dass es nicht klappt??

Wer ist dafür verantwortlich??

Eben.

Aber unser General stellt sich ja nach einem Spiel wie gegen Hertha lieber hin und gibt den Medien für diese Aussenwirkung die Schuld. Dominanz ist das eine, lieber Ottmar, aber Deine Argumentationslinie kann ja wohl nicht sein, sich nur auf Pech zurückzuziehen, oder? Immer wieder.

Whatever. Jetzt ist Winterpause. Und ich hoffe inständig, dass unsere „müden“ Helden sich noch ein einziges Mal im UEFA-Pokal zusammenreissen und wir wenigstens einen versöhnlichen Abschluss dieser Hinrunde hinbekommen.

Apropos „Müdigkeit“:

Wovon sind unsere Spieler eigentlich so müde?

Ich würde das ja verstehen, wenn man nacheinander gegen Real, Milan und Chelsea Bombenspiele gemacht und sich auch in der Bundesliga die Seele aus dem Leib gelaufen hätte – aber so?

Vielleicht verstehe ich das nur einfach nicht, weil ich so ein doofer Fan bin der 10 Stunden am Tag arbeitet und gar nicht einschätzen kann, wie anstrengend das ist, wenn man 2, 3 Stunden am Tag über ein Stück grünes Rasen traben muss und danach noch jede Menge Foto- und Werbetermine anstehen…

Jetzt bin ich doch noch polemisch geworden. Toll. Wollte ich eigentlich gar nicht…

Ist mir im Grunde auch schnuppe. Wenn die Bundesliga wieder anfängt bin ich wahrscheinlich ohnehin schon Vater – das ist wichtig!

Fragt mal meine Frau…
😉