Chancenschwache Bayern werden bestraft!

Und was gibt es über die Bayern zu sagen?

Einmal mehr auf Schalke nicht gewonnen?

Schon, aber dieses Spiel war eine Nummer größer als zuletzt, nicht nur, dass Hoeneß den Schalkern rät, „drei Kerzen anzuzünden“, um für das 1:1 zu danken, unser ehemaliges Phantom nun schon seit 50 Tagen kein Tor mehr erzielt hat, nein, die Bayern suchen auch die Schuld bei sich selbst!

Damit haben sie Recht, denn wer in der 93. Min. in Gelsenkirchen den Ausgleich durch einen umstrittenen Elfmeter kassiert, zuvor schon zweimal strittige Situationen im eigenen Strafraum überstehen musste und ab der 46. Min. das eigene Fußball-Spiel einstellt, in der ersten Halbzeit den Gegner zwar klar beherrscht, aber über 93 Minuten ein halbes Dutzend 100%tige Torchancen nicht verwertet, der darf sich nicht beschweren, wenn das Spiel statt 3:1, 4:1 oder 5:1 nur 1:1 ausgeht!

Da fragt man sich, was ist nur los mit den Bayern, derlei Chancen nicht zu verwerten?

Machen die das mit Absicht?

Lassen wir das mal aussen vor, aber woran liegt es dann?

Keine Ahnung – wenn ich es wüßte, würde ich zum Hörer greifen und mal in München anrufen, man kann nur hoffen, dass dies eine Konzentrationsschwäche war, weil man plant gegen Juventus am Dienstag ein Feuerwerk abzubrennen!

Erfolgsfan-Artikel während meines Urlaubs

Während meines Urlaubs entstand auf dem Bolzplatz der Artikel „Der Erfolgsfan“.

Nun, bei diesem Wort werde ich immer hellhörig, weil es dann zumeist um Bayern-Fans geht und unbestreitbar bin ich auch einer!

Lassen wir mal Polemik, Ignoranz, Schützengräben und Sonstiges beiseite und nehmen wir den Begriff ganz nüchtern auseinander:

Was ist ein Erfolgsfan?

Ein Erfolgsfan ist ein Fußball-Fan, der seine Zuneigung zu einem Verein von dessen Erfolg abhängig macht und in der Regel auch nur deshalb auf Verein xy aufmerksam wird.

Im Grunde hat Christian Dülpers auch nichts anderes geschrieben und ist sein Protagonist auch eine üble Ausprägung dieser Sorte von Fans, aber mir fiel dazu eine kleine Geschichte ein, die mich immer mal wieder zum Schmunzeln bringt:

Zu den Zeiten, als ich noch regelmäßiger auch mit befreundeten Bayern-Fans in die Stadien der Republik gepilgert bin – wir waren so um die fünf, sechs Bayern-Fans – hatten wir einen Gladbach-Fan(!) in unserer Clique, der, nur um nicht isoliert zu sein, auch zum Bayern-Fan wurde und sich uns bei Live-Spielen anschloss, bis auf eine Ausnahme – wenn die Bayern in Gladbach spielten, denn da holte er immer seine Gladbach-Fahne aus der Kiste und ging in die gegenüberliegende Kurve!

Wie würde man solch einen „Fan“ bezeichnen?

Opportunistisch, hilflos, einsam, ok, aber Erfolgsfan?

Wohl eher nicht, denn das war ihm ja völlig egal…

Aber zurück zum Bolzplatz:

Er ist geradezu schockiert, dass der Erfolgsfan sich nun den Bayern zuwendet („Nein, es konnte nur Bayern sein.“) und lebt das weiter, was allen Gladbach-Fans in die Wiege gelegt zu sein scheint, ich zitiere da einmal mehr ein Gladbacher-Mitglied des drsf:

Borussia ist immer der Verein gewesen, der den vielen imaginaeren und realen Nachteilen trotzte, dem die besten Spieler weggekauft wurden und der familiaere Verein blieb. So ist unsere Idealvorstellung.

Wir wollen voller Hoffnung junge Talente im Trikot mit der Raute sehen wie einst Netzer, Wimmer, Vogts und Heynckes Jupp. Und uns dann aergern, dass die boesen Geldsaecke uns diese Spieler wegen der besseren Finanzlage wegkaufen. Und wenn wir mal Erfolg haben koennten, gibt es tragische Pfostenbrueche, Buechsenwuerfe, Schiedsrichter-Benachteiligungen, Spieler mit Blackouts und kiffende hollaendische Nachwuchstalente.

Und dann schließt er mit dem befriedigenden Satz, dass „solche Menschen niemals die inbrünstige Freude erleben werden, wenn in der 90 Minute der entscheidende Treffer füllt, wenn in einem Pokalspiel der haushohe Favorit an die Wand gespielt wird oder gar der Titel gewonnen wird, auf den man sein Leben lang wartet“.

Und hier sind wir an einem Punkt, wo ich mein Fan-Sein und vor allem das Bayern-Fan-Dasein definiere und rechtfertige:

Ich hatte mein „Barcelona“, mein „FC Porto“, mein „Aston Villa“, meine zweiten Plätze ’88, ’91, ’93, und ’98, ich hatte mein „Uerdingen“ und mein „Werder“ im Pokalfinale, aber auch mein Mailand, mein Hamburg und mein Kutzop!

Und ich habe nie gezweifelt, nie habe ich mein Fan-Sein in Frage gestellt, auch nicht nach Häme, Spott und Hohn – irrelevant für mich an meinen Überzeugungen zu rütteln oder zu zweifeln!

Und ich habe selten den Zeigefinger gehoben, wenn Vereinen wie Dortmund die (Erfolgs-)Fans in Scharen zugelaufen sind, mehr eine stille Freude und ein Schmunzeln in mich hinein war da zu vernehmen und das begleitet mich bis heute, wenn ich dieses Wort höre: Erfolgsfan

[via Bolzplatz.de]

Zurück auf Gerd Müllers Spuren?

Nein, soweit wollen wir nicht gehen, dieser Hype ist zum Glück vorbei!

Aber heute wird die Sport-B**D zitiert, dass es mit Makaay wohl wieder aufwärts gehen soll und wir demnächst auch mal wieder Tore von unserem Phantom sehen könnten…

„Mit Konditions- und Zweikampftraining hat Trainer Felix Magath den Stürmer wieder fit gemacht. Der sagt vor dem Schalke-Spiel, nur die Knieverletzung habe ihn gehemmt. Jetzt verspricht er Tore.“ Makaay wird in dem Artikel mit den Worten zitiert: „Ich muss meine Fitness wiederkriegen. Wenn ich die wiederhabe, kann ich auf dem Platz wieder normale Leistung abrufen. Dann kommen die Tore von alleine, da bin ich sicher.“

Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt!

Jermaine Jones

Wer ihn nicht kennt, er ist Stürmer beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt und „spielte“ gestern für sein Team gegen Bayern München.

Das ist zunächst mal keine Erwähnung wert, aber was während und nach dem gestrigen Spiel passierte schon, aber schön der Reihe nach!

Im Gegensatz zum vorherigen Gegner der Bayern, Hannover 96, hatte Frankfurt gestern abend durchaus ein Interesse daran am Spiel teilzunehmen, ein Umstand, der den Bayern immer entgegen kommt und auch dem Beobachter, der sich bei Bayern-Spielen immer rauschende 90 Minuten vorstellt…

Gestern ging es vom Anpfiff an zur Sache, als besagter Jermaine Jones in der ersten Minute im eigenen Strafraum Bayern-Spieler Ali Karimi mit voller Wucht und nicht weniger Absicht in die Hüfte trat und ihn so zu Fall brachte – klarer Elfmeter? Nicht im Auge des Schiedsrichters Knut Kircher (was er aber nach dem Spiel beim Betrachten der TV-Bilder als Fehler einräumte)!

Zwei weitere Situationen schlossen sich an, als erneut Jones beteiligt war, wo man einmal knapp auf Elfmeter hätte entscheiden können und ein weiteres Mal auf jeden Fall, aber das nur am Rande – der richtige Aufreger war eine Szene fern des Balles bei einem Freistoss der Bayern vor dem Strafraum der Frankfurter:

In Erwartung des Freistoßes rangeln ein Frankfurter und Bayerns kopfballstarker Innenverteidiger Ismael um eine gute Ausgangsposition, als Ismael dabei zu Fall kommt und der ein, zwei Meter entfernt stehende Jones einen deutlich sichtbaren Schritt auf den am Boden liegenden Ismael zu macht und diesen mit der von ihm bekannten Wucht und seinem Stollenschuh auf den Arm tritt!

Das sieht übrigens inzwischen auch der DFB-Kontrollausschuss so!

Schiedsrichter Knut Kircher entging auch diese Tätlichkeit und somit blieb Jones ein weiteres Mal verschont und auf dem Platz!

Jones war in der Folgezeit an den wenigen wirklich guten und gefährlichen Torchancen der Eintrach beteiligt und es wäre sicherlich fatal gewesen, wenn über ihn eine spielentscheidende Szene gelaufen wäre!

Die Gelbe Karte, die er dann in der zweiten Halbzeit tatsächlich doch noch bekommen sollte, war im Grunde auch viel zu gnädig, da er in dieser Szene erneut nicht nur Foul spielte sondern auch nachtrat, klammerte und seinen Gegenspieler am Trikot hielt!

Selbst wenn wir Jones extrem wohlgesonnen wären, könnte man all dies Verhalten allerhöchstens unter einer gewissen Emotionalität akzeptieren, was Jones dann allerdings nach dem Spiel am Premiere-Mikrofon zum Besten gab, schlug dem Fass den Boden aus!

Die erste Nachfrage zum Spiel beantwortete er mit der Feststellung, dass „die Schiedsrichter ja immer nur Bayern bevorteilen würden“ (O-Ton) und dass „sie ja ansonsten das Spiel gewonnen hätten“ (sinngemäßes Zitat)!

Der sichtlich verblüffte Premiere-Reporter fragte nach und konfrontierte Jones mit den Wiederholungen seines (auch im TV deutlich sichtbar absichtlichen) Tritts auf den Arm Ismaels, woraufhin Jones nur noch stammelnd sein Verhalten als „nicht absichtlich“ beschrieb (wie gesagt, nachweislich falsch!) und erwähnte, dass „er sich ja sofort bei Ismael entschuldigt hätte“ – ebenfalls gelogen, wie wiederum Ismael bestätigte (er entschuldigte sich erst nach dem Spiel)!

Da fragt man sich ernsthaft, welche Drogen Jones konsumiert, oder was sonst in seinem Kopf in die falsche Richtung läuft, oder?

Vor allem, wenn man bedenkt, dass in der zweiten Hälfte jede Abseits-Entscheidung gegen die Bayern (2x) unberechtigt war (ebenfalls in den TV-Bilder klar zu erkennen) und Makaay im Grunde zweimal alleine aufs Eintracht-Tor hätte zulaufen können!

Ok, dass wir von einem Friedhelm Funkel, der erst drei Tage zuvor aufgrund seiner üblichen Pöbelei in Hamburg auf die Tribüne verbannt wurde, jetzt, wo es diese massenhaften Fehlentscheidungen für die Eintracht gab, im Premiere-Studio davon faselte, man „solle sich doch nicht immer an diesen Szenen aufhängen“ und „Jermaine Jones sei doch überhaupt kein Spieler, der sowas mit Absicht macht“ und überhaupt „wären da tatächlich einige Entscheidungen gegen die Eintrach gepfiffen worden“, ist keine Überraschung, schließlich ist Funkel nach dem Abschied von Toppmöller und Neururer der legitime Nachfolger als notorisch gestörter Dampfplauderer der Liga!

Das die Bayern das Spiel mit 1:0 gewonnen haben, tröstet ein wenig über derlei Schwachfug hinweg, denn wäre es anders gelaufen und die Eintracht zusammen mit Jones davongekommen, hätte ich in diesem Kommentar aber mal richtig Gas gegeben!

Jagd auf Rekorde # 3

Ok, das Heim-Spiel gegen die Berliner Hertha war über weite Strecken ziemlich schwach, da beisst die Maus keinen Faden ab!

Aber ein Sieg ist ein Sieg und auch wenn Makaay über weite Strecken des Spiels abgetaucht war und Ballack ca. 80 der 90 Minuten fahrig und unkonzentriert über den Platz schlich, so war der Sieg doch verdient, denn ausser den üblichen Holzhacker-Methoden und „10 Mann am eigenen Strafraum und vorne hilft der liebe Gott“ brachte das Team des „schönenFalko“ ja nichts zustande!

Sei es drum, der 500. Heimsieg des FC Bayern ist perfekt, noch ein Sieg bis zum ewigen Sieg-Rekord von Pal Csernai aus dem Jahr 1981 (13 Siege in Folge) und noch ein Spiel mit einem Torerfolg von Makaay und er holt den Gerd Müller auf dem zweiten Platz der ewigen Tor-Serien-Rekorde ein!

Wie gesagt, die Rekord-Jagd geht weiter – was will man auch anderes erzählen, denn jetzt ist ja schon wieder Bundesliga-Pause (nachdem wir gerade erst eine Bundesliga-Pause hinter uns gebracht haben)!

Komisch auch dies, denn in den letzten Jahren hatten die Bayern mit diesen langen Länderspiel-, und Pokal-Pausen immer wieder Schwierigkeiten – jetzt gewinnen sie zumindestens die Spiele – ein Fortschritt!

Ein Fortschritt auch, dass trotz der aufkeimenden Verletztenmisere die Spieler aus der sog. zweiten Reihe nachrücken – für einen Mehmet Scholl freut mich das riesig – sogar ein Kopfball-Tor, meine Güte…

Hoffen wir also das Beste, dass uns in zwei Wochen die Rostbratwürste nicht die Rekorde verderben, wäre ja auch noch schöner, wenn die z.Zt. schwächste Mannschaft der Liga da eingreifen könnte!

Rekorde, Frühform und erwartete Revanche!

So oder so ähnlich könnte man den gestrigen Kanter-Sieg der Bayern in der BayArena bezeichnen!

50. Tor von Makaay im Bayern-Trikot, 1000. Auswärtspunkt der Bayern in der Bundesliga-Geschichte und eine Frühform, die selbst uns beunruhigt!

Wie hatte Magath doch noch vor Wochen gesagt, dass wir Bayern „uns bis September irgendwie durchwurschteln müssten, bis wir unsere Top-Form erreichen würden“?

Das läßt ja hoffen, zumal sich in dieser Saison Schalke offenbar auch von Anfang an in guter Form zu befinden scheint, aber reden wir lieber über uns!

Schon beeindruckend, wie die Bayern auf das letztjährige 1:4 reagiert haben, wie ein als Marketing-Gag abqualifizierter Ali Karimi das Spiel beherrscht hat und nach dem Spiel sogar noch enttäuscht war, ob seiner Leistung!

Im Moment scheint alles rosarot, warten wir ab, ob dies so bleibt – als nächster Prüfstein wartet der MSV 1919 Neuruppin

Arena-Premiere. Für uns und die Fohlen.

Der erste Akt ist zu Ende und die Bayern haben den ersten Heimsieg in der neuen Arena erzielt!

Ein Sonntagsschuss von Hargreaves und zwei späte Tore vom Phantom – das wars!

Ansonsten war auch vieles wie gehabt: Santa Cruz schießt keine Tore, sondern allenfalls an den Pfosten und Gladbach hat keine Mannschaft, die aus einer zahlenmäßigen Überlegenheit Kapital schlagen könnte, agieren ist halt etwas anderes als nur zu reagieren!

Neu hingegen die Stimmung und die Choreographie im ganzen Stadion – wollen wir hoffen, dass die nicht nur im Eröffnungsspiel so war…

Ein unmöglicher schwäbischer Sieg

Schlimm, wenn man extra darauf hinweisen muss, aber wenn das Vorbild der letzten Saison nicht gewesen wäre, hätte es diese Anmerkung in der SZ wohl nicht gegeben:

Der FC Bayern besitzt eine Mannschaft von erfreulicher Wesensart. Der Versuchung, den Berufsalltag nach getaner Arbeit in Urlaubslaune ausklingen zu lassen, haben die neuen deutschen Meister widerstanden und der Serie aus acht Siegen eine neunte Perle hinzugefügt.

Auch wenn es schmerzt, dass jetzt die königsblauen Knappen die deutschen Farben in der CL blamieren dürfen, aber so schwach wie der VfB gespielt hat, war es einfach nicht möglich einen schwäbischen Sieg zu gewährleisten…

Eine Ära geht zu Ende!

Man kann schließlich sagen was man will, aber das Olympiastadion München ist zwar vielleicht nicht mehr das schönste, aktuellste Stadion der Welt, aber wenn es z.B. einen Verein wie den FC Bayern über 33 Jahre begleitet, dann kann man diese Zeit schon als Ära bezeichnen!

Passend auch, dass das erste Spiel eine Meisterfeier zur Folge hatte und das letzte ebenfalls!

Wer erinnert sich nicht noch an den 28. Juni 1972, als der FC Bayern in einem „Endspiel“ um die deutsche Meisterschaft Schalke 04 mit 5:1 aus dem Stadion fegte?!

Und all die anderen Schlachten, die wir dort geschlagen haben national wie international…

Aber Wehmut in allen Ehren, das (Fußball-)Leben geht weiter und so ist das Neue auch ein Aufbruch, zwar noch ohne die Erinnerungen und die Erfolge, aber wer konnte dies denn schon vor dem Umzug ins Olympiastadion wissen, im „Grünwalder“ sind wir schließlich zuvor auch schon Deutscher Meister, Pokalsieger und Europapokalsieger geworden!

Zum Abschied gibt es also auch diesmal die Meisterschale zu sehen, aber auch noch viel mehr:

Rekordmeister Bayern München wird den kommenden Samstag in einen großen Feier-Tag umgestalten. Bereits ab 11 Uhr laden der Klub und seine Sponsoren zu einer großen Party in den Olympiapark ein.

Torwand-Schießen vom Weißbierglas?! Wett-Sms’en mit T-Mobile-Handys?! „TT“-Rennen durch den Olympiapark?! Naja, es hat sich halt doch einiges geändert in den letzten 33 Jahren…

Ebenfalls hin und hergerissen schreibt die FR über das Stadion und das Drum und das Herum:

Wenn am Samstag der neue deutsche Fußball-Meister den 1. FC Nürnberg empfängt, endet nach 33 Jahren und 1161 Spielen die Geschichte des Olympiastadions als Bundesliga-Spielort. Viele Sportjournalisten verbinden mit dem imposanten Behnisch-Zeltbau Erinnerungen und Anekdoten.

Unbestritten, aber auch…

Je häufiger man aber im Münchner Olympiastadion saß, je besser die Konkurrenz wurde, in Dortmund, in Stuttgart, in Hamburg, auf Schalke, desto weniger war man bereit, darüber hinwegzusehen, dass es in dieser Schüssel zieht wie Hechtsuppe, dass die Entfernung zum Ball viel zu groß ist, dass die Stimmung sich zu wenig verdichtet, dass eben das Luftige auch das Flüchtige ist.

Was alle die wissen, die dort an einem kalten, nassen Herbst- oder gar Wintertag schon einmal gestanden, oder gesessen haben!

Etwas anders sah und sieht dies traditionell natürlich die Olympiapark-GmbH, die auch jetzt noch in ihrem unerschütterlichen Optimismus die Vorzüge und Qualitäten der Schüssel betont:

„Eine wichtige Ära geht zu Ende, aber deshalb werden hier nicht die Rollläden runtergehen“, sagt Wilfrid Spronk, Geschäftsführer der Olympiapark-GmbH

Na klar…

„Der Münchner Park lebt, und er wird auch weiter leben.“

Als Freizeitpark mit Sicherheit, aber als Großveranstaltungsort?!

„Die Herausforderung ist womöglich noch größer als nach Olympia 1972“, meint Spronk, „denn der Fußball ist nicht ersetzbar.“ An Einnahmen aus dem Fußball fehlen erst einmal 1,7 Millionen Euro, aber Spronk geht bei rund 300 Veranstaltungen pro Jahr davon aus, dass innerhalb von 3 Jahren „gut 50 Prozent von dem eingespielt wird, was durch den Fußball verloren geht“.

Das hat ja fast Assauer’sche Züge…

Superlative sollen die Zuschauern weiter in Scharen in den Olympiapark locken.

Interessant, was denn?

Bereits vier Tage nach dem Fußball-Finale sind im Stadion auf der größten mobilen Leinwand der Welt Kino-Hits zu sehen, mit der größten Weinprobe der Welt folgt eine Weltpremiere, und im Juni kommt mit „Turandot“ die bisher größte Operninszenierung. Für September ist das große chinesische Mondfest geplant, im kommenden Jahr öffnet das Meerwasser-Aquarium „Sealife“ seine Pforten, im Frühjahr 2006 soll in der Stadion-Nordkurve unterm Zeltdach eine Kletter-Erlebniswelt installiert werden, und womöglich wird sich in der Zeltstadt demnächst ein Musical-Theater einrichten.

WAHNSINN!

Aber was passiert an den vielen, vielen tristen Tagen zwischen all diesen Mega-Events?!

Das Schlußwort hat da doch eher einer, der viel mit diesem Stadion erlebt und dort die größten Erfolge gefeiert hat: Sepp Maier:

Doch Maier weint dem „alten Kasten“ keine Träne nach: „Es ist halt ein reines Leichtathletikstadion. Wenn Du oben etwas sehen möchtest, brauchst Du ein Fernglas.“

Cut!

FC Bayern bringt Karneval nach Mainz und nimmt die Punkte mit

Luft ist noch genug drin, auch wenn einige schon dachten, derlei wäre raus aus der Saison!

[Mainz 05 – FC Bayern 2:4]

Die Bayern haben der Liga und ihrem Vorgänger gezeigt, wie man als Meister auch nach dem Gewinn des Titels auftritt und das so unbeschwert wie selten zuvor!

Das ganze Spiel war eine einzige Feier und nach dem Spiel ging es dann direkt auch noch in einer dritte Halbzeit über – diverse Weltbilder stürzten an diesem Samstag zusammen, aber nur für die, die das Feindbild FC Bayern brauchen, um für sich selber einen Sinn für alles zu haben, was bleibt ihnen jetzt noch?! 😉

Nächsten Samstag bekommen wir erstmal die Schale, der zweite Titel nach dem Ligapokal (schon vergessen?!) und der dritte folgt hoffentlich am 28.05., in dieser Form sollte es da ja wohl hoffentlich keine größeren Probleme geben…

[Borussia Dortmund – Werder Bremen 1:0]

Der gestutzte und auf Normalmaß reduzierte Ex-Meister-der-Nachspielzeit aus der Hansestadt bekommt es zum Schluss der Saison aber noch einmal knüppeldick!

Ein Spiel im Westfalenstadion dominiert und trotzdem verloren, tja wer solche Chancen reihenweise versiebt, sollte sich zunächst mal um etwas anderes kümmern, als die Schuld beim Schiedsrichter zu suchen, aber auch dies ist ja bekanntlich ein Werder-Reflex!

Anstatt froh darüber zu sein, sich nicht eine weitere Saison auf Europas Belle-Étage zu blamieren, trauert man der eigenen Illusion nach, kaum zu glauben…

[Hamburger SV – Mönchengladbach 0:0]

Unsere Freunde aus Hamburg schwächeln offensichtlich gegen Ende der Saison nun doch ein wenig und kommen gegen die Köppel-Kicker nicht über ein torloses Unentschieden hinaus, naja, alles eine Frage der Perspektive und der berühmte Satz: „Tja, hätte uns am Anfang der Saison jemand Platz xy angeboten, wir hätten sofort unterschrieben“ ist ebenso abgenutzt wie verlogen, aber er hält doch immer wieder als passendes Alibi her, für nachlassende Leistungen in der entscheidenden Phase…

[Atlantis – Schalke 04 0:2]

Schalke kann tatsächlich noch gewinnen – damit konnte ja niemand rechnen, wollen wir hoffen, dass die königsblaue Spielweise bis zum Pokalfinale ähnlich träge bleibt!

[Hertha BSC – VfL Wolfsburg 3:1]

Ähnlich einem vorrausfahrenden Fahrzeug auf der Autobahn passen sich offenbar auch die Knappen-Konkurrenten den Ergebnissen der Veltins-Kicker an, anders kann man die Schwankungen nicht erklären, Wolfsburg hingegen sollte froh sein, zu Zeiten der Tabellenführungshochgefühle in Wahrheit die sie jetzt rettenden Punkte gegen den Abstieg gesammelt zu haben, denn mit dieser Serie wäre Wolfsburg, ähnlich wie Kaiserslautern, übrigens sicherer Absteiger gewesen…

[VfB Stuttgart – Hannover 96 1:0]

1:0 gewonnen, Mund abwischen, Zuschauer beschimpfen um Aggressionen abzubauen, mehr gibt es zu diesem Spiel nicht zu sagen, oder?!

[1.FC Nürnberg – VfL Bochum 2:1]

Tja, das war es dann wohl, Peterchens Irrfahrt ist zu ende, hoffentlich hält er jetzt sein Versprechen und tritt tatsächlich von der Trainer-Bühne ab, diverse Fan-Gruppen mit vakanten Trainerbänken zittern schon… 😉

Wollen wir ansonsten nur noch hoffen, dass im Derby am Samstag Makaay im direkten Vergleich mit Marek -Lebensversicherung- Mintal auch noch einige Tore aufholen kann, je mehr Titel, desto besser!

[Leverkusen – Hansa Rostock 3:0]

Klar gewonnen gegen die Ostsee-Absteiger und schon wieder punktgleich mit den Bremern! Vielleicht reicht es ja mit Unterstützung des HSV sogar noch dafür, die Bremer ganz aus den Europapokalplätzen zu schiessen…

[SC Freiburg – Kaiserslautern 1:2]

Zu diesem Spiel muss man doch wirklich nix mehr sagen, oder?!

Na also!