Königsblaues Gold-Jubiläum

Es ist soweit.

Seit heute steht fest, dass Schalke am 18.05. das Gold-Jubiläum der letzten Meisterschaft „feiert“. Durch das heutige Unentschieden gegen Hannover haben zumindestens die Königsblauen nun keine Chance mehr auf die diesjährige Meisterschaft.

Mein kleiner Counter hat seit einiger Zeit diesen Termin mitgezählt. Überhaupt dieses Thema zu verfolgen stammt noch aus meiner Usenet-Vergangenheit.

Ganz ehrlich?

Inzwischen ist’s mir egal. Ob einige Schalker an dieses Datum denken werden? Keine Ahnung. Wie es Torsten beim Blogger-Treffen schon sagte:

„Irgendwann wird Schalke wieder einmal deutscher Meister werden.“

Stimmt. Und jedes Jahr wird es statistisch wahrscheinlicher.

Das ich trotzdem weiterhin jedes Jahr was dagegen haben werde ist natürlich klar. 😉

P.S. Der Counter wird jetzt abgeschaltet.

Zufallsmeister, Der

Das mag für viele Schwaben heute ein bitterer Abend gewesen sein. Insgesamt war die Saison wohl eher durchschnittlich erfreulich.

Wieso eigentlich?

Als VfB-Fan würde ich mich einfach freuen, dass es mal für den Titel und die Championsleague gereicht hat. Ist doch was.

Die Meisterschaft hatte insgesamt genau drei Zwecke (Plural von Zweck?):

  1. Die 50-Jahr-Feier der Schalker nicht zu gefährden
  2. Einen weiteren Zufallsmeister sich mit Dreifachbelastung in der CL blamieren zu sehen
  3. Ribéry zu ermöglichen

Bayerische Überheblichkeit?

Nein. Realismus. 😉

Man muss nehmen, was man kriegen kann. Hat der VfB vor einem Jahr glänzend gemacht. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

Punkt.

Die Bayern fühlten sich herausgefordert und was sie daraus gemacht haben, haben wir heute gesehen (Spielbericht folgt). Mal schauen, wer es in der nächsten Saison versucht. Werder will es ja offensichtlich. Schalke auch. Stuttgart natürlich wieder. HSV sowieso und immer.

Wir lassen uns überraschen. Kommt nur.

Fast perfekt. Der Spieltag. Bisher.

Irgendwie sind wir in dieser Saison geküsst. Von der Muse. Dem Schicksal.

Man wünscht sich was und es geschieht. Zumindestens fast (die Heim-Remis habe ich mir bestimmt nicht gewünscht).

Bremen darf nicht gewinnen. Für eine vorzeitige Meisterschaft der Bayern. Und was geschieht in Karlsruhe? Der KSC ringt die Werderaner nieder und die spielen nur 3:3.

Schalke gewinnt ferner in Hamburg. Naja. Königsblau war ohnehin zu weit weg.

Welche Situation haben wir jetzt?

Beide Verfolger haben 9 Punkte Abstand auf die Bayern. Gewinnen die Bayern heute (egal, wie!) gegen den amtierenden Meister sind es 12. Bei noch zu vergebenden 12.

Und direkt gibt’s wieder Meldungen, dass die Bayern den Sekt doch noch nicht kaltstellen können. Zuvor, dass sie es können.

Gähn.

Mal ganz im Ernst.

Wenn die Bayern gewinnen, haben sie eine Tordifferenz von +39. Werder +21 und Schalke +17.

Für mich ist das dann die Meisterschaft. Denn wer glaubt bitte ernsthaft, dass die Bayern 18, bzw. 22 Tore in der Differenz in vier Spielen verlieren (Werder noch in Hamburg und Leverkusen?)?

Ich weiß. Alle Nicht-Bayern-Fans nervt dieses Gequatsche. Aber daraus spricht nur unsere Angst doch noch zu scheitern und sich die größte Blamage der Geschichte zu geben!

Selbst wenn die Chancen dafür von Anfang an allzu gering waren… 😉

Ein paar königsblaue Gedanken

Ich hab gefragt.

Den einen oder anderen scheint es also zu interessieren. Was ich über die Ereignisse rund um Slomkas Demission denke.

Nun. Natürlich war ich nicht überrascht, dass die Handelnden auf Schalke mit dem 1:5 in Bremen endlich einen Grund gefunden hatten Slomka rauszuwerfen.

Dafür waren die Floskeln nach dem Spiel zu schwammig.

Wir brauchen uns nicht darüber zu unterhalten, was Funktionäre in solchen Fällen in die Mikrofone absondern. Schlimm finde ich hier nur die insgesamt mehr als deutliche Unfähigkeit im Schalker Führungszirkel.

Die Unsouveränität Müllers auf der PK zum Thema, ist da nur die Spitze des Eisberges. Manchmal hatte ich in den letzten Monaten den Eindruck, in Gelsenkirchen sitzen irgendwelche Amateure an den Schalthebeln.

Da wird lamentiert, dass man rund um das Team endlich Ruhe vor den wochenlangen Slomka-Diskussionen haben wollte. Wieder mal müssen die bösen Medien herhalten.

Hat man hier schon vergessen, wie tölpelhaft ein gewisser Herr Schnusenberg im Frühjahr die Diskussionen um den Trainer anstieß (zumindestens wurde damals endgültig eine Lawine daraus)?

Das ihn Müller jetzt in der PK derart „entmündigte“ passte ins Bild und erinnerte fatal an die alte Führungsriege in Kaiserslautern um Wieschemann und Friedrichs. Womit ich nicht gesagt haben will, dass Schalke vor dem Abstieg steht – ganz im Gegenteil!

Das ist ja das schizophrene.

Schalke vertrat als letztes Team die deutschen Fahnen in der Championsleague. Ferner bis zum letzten Spieltag klar auf Vizemeisterkurs (das 1:5 widerspricht imho dem Spiel). Ist aber alles zu wenig für Schalke, Müller und Gazprom (oder?).

Offensichtlich.

Der Meistertitel muss her! Die Verkrampfung in Gelsenkirchen ist aber seit 2001 für alle spürbar. Sie lähmt den Verein, die jeweiligen Mannschaften, die Trainer.

Vielleicht hinterfragt sich mal der Verein und seine Führung, wieso es so viele Trainer brauchte in den letzten Jahren? Und wieso die alle „scheiterten“?

Wo ist eigentlich das Konzept, Herr Müller, Herr Schnusenberg?

Jetzt mal abgesehen davon nur einfach jede Menge Geld auszugeben.

Wie auch immer. Der nächste Trainer wird die gleichen Probleme haben wie alle Trainer zuvor. Denn diese Probleme lassen sich nicht durch einen Trainerwechsel lösen.

Vielleicht begreifen das im Verein irgendwann mal ein paar schlaue Köpfe.

Wie geht’s jetzt weiter für Schalke?

Nun. Ich hatte sie auf Platz 2 prognostiziert. Glaube ich inzwischen nicht mehr. Aufgrund der verlorenen Punkte im Bremen-Spiel. Aufgrund des Trainerwechsels. Vielleicht täusche ich mich aber auch total. Und Schalke startet jetzt durch. Für ein paar Schalker, die ich persönlich kenne, würd’s mich sogar freuen, für andere weniger.

Es kommt eh alles, wie es kommen soll.

Weisheiten # 38

„Das war schon immer so bei Schalke. Es gibt Klubs, die sich selbst hinrichten. Wenn es denen zu gut geht, kommt irgendeiner aus der Ecke und schießt Verein und Mannschaft ins Knie.“

Franz Beckenbauer zur aktuellen Diskussion um Schalke-Trainer Slomka.

T Minus 13: Schalke 04 – FC Bayern

2:2, 1:1, 0:1, 0:2, 0:1, 1:5, 2:3, 1:1.

So die Bilanz der letzten 10 Jahre. In Schalke. Für die Bayern. Waren ein paar „lustige“ Spiele dabei. Gestern allerdings ging diese humoreske Serie zu Ende. Und obwohl ich nur die ersten 35 Minuten verfolgen konnte, war der Spaß gestern endlich mal wieder ganz auf unserer Seite.

Ich kannte das Gefühl, nah am Auswärtsssieg zu sein, schon aus den letzten Jahren, als die Königsblauen ihre Serie gegen uns nur noch unter Anstrengungen aufrecht erhalten konnten (gab’s nicht im vorletzten Spiel beim 1:1 einen umstrittenen Elfer für Schalke, in der 93. Minute?), aber diesmal war ich mir ziemlich sicher, dass es klappen würde. Ich wurde nicht enttäuscht. Selbst in den Zusammenfassungen, die ich später am Abend verfolgte, hatte mein Eindruck vom Spiel Bestand, dass Schalke aktuell kein wirklicher Gegner für uns ist.

Vielmehr war ich einmal mehr vom Zauber des Ribéry beeindruckt. Von seiner Dynamik, seinem Spiel, der Gefahr, die er dem Gegner einbrockt und gegen die dieser nichts ausrichten kann.

Totale Dominanz. Die einen reden darüber, die anderen haben sie.

Allerdings: Ist es nicht erschreckend, dass die Bayern tatsächlich so abhängig von ihm sind?

Das macht mir ein bißchen Sorge. Vor allem auf die nächste Saison bezogen. Die wird für uns, da bin ich mir inzwischen relativ sicher, bei 9 Punkten auf Platz 3, ja in der Championsleague stattfinden. Und da gibt es in der Endphase der K.O.-Runden nur noch Teams, die sogar mehrere „Ribérys“ haben. Ob das gut geht? Wir werden sehen. Bis dahin zaubert ja schon Klinsi bei uns auf dem Trainingsplatz und in den Köpfen der Spieler…

Zum Spiel fällt mir ansonsten kaum noch was ein. Richtig gute Chancen für Schalke? Also welche, wo wir tatsächlich um ein Gegentor bangen mussten? Eine, vielleicht zwei? Helft mir, Ihr Schalker.

Ok. Die Bayern hatten auch nicht wirklich dutzende Gelegenheiten (nur so ein halbes…). Aber neben der Defensivstärke (trotz Lucio und Jansen) und dem üblichen Abseitstor von Toni, gab’s genug gefährliche Situationen im 16- oder 5-Meter-Raum der Schalker (auch mal wieder für Klose, der nach gefühlten Monaten sein erstes Tor mache und auch sonst viel lebendiger wirkte – weiter so, Miro. Nur noch 15 Tore…), die durchaus zu mehr Toren hätten führen können. Fehlende Konsequenz. Das alte Thema. Gegen gestrige Knappen reichte es auch so. Schlimm vor allem für die Slomka-Kicker. In der Aussenwirkung. Dass es gegen 75%-Bayern nicht reichte.

Apropos Slomka.

Ich persönlich halte es für mehr als unprofessionell, provinziell und daneben, wie der GerneGroß im Schalker Vorstand den Trainer demontiert. Den Trainer, der die Schalker in seinen zwei Jahren in der nationalen Spitze hält und sogar in die Championsleague geführt hat. Ich mag den Slomka. Das hat mit Schalke gar nix zu tun, das vermag ich zu trennen. Wenn ich allerdings die üblichen „Daum-“ und „internationaler-Top-Trainer“-Fantasien im Umfeld des Meisters-der-Herzen höre, kommt es mir schon wieder hoch.

Mal eine klar Aussage eines Aussenstehenden: Schalke hat kein Problem auf dem Rasen oder auf der Bank. Schalke hat nur an zwei Stellen ein Problem: In der Führungsebene und in der Erwartungshaltung, der Tradition.

Beides übrigens seit vielen Jahrzehnten.

Für vernünftige Schalker ist das sicherlich keine Neuigkeit, aber gefangen ist der Verein trotzdem in dieser Spirale.

Wenn Schalke weniger an, über und in Bezug auf Szepan, Kuzorra, 1958, 2001 und den Pott denken, reden, fühlen, hängen und handeln würde, wären sie wahrscheinlich schon längst da wo sie hinwollen. Bei der Meisterschaft. Man steht sich einfach selbst im Weg.

Eichberg, Assauer, Schnusenberg und Co. – vom Sonnenkönig bis Schattengewächs ist alles dabei gewesen. Aber das Problem gibt’s ja in Lautern auch. Ergebnis bekannt (für Schalke dagegen imho so nicht möglich).

Nein. Der Zug zum 50-jährigen Jubiläum ist mit nun 12 Punkten Abstand für Schalke abgefahren.

Für die Bayern nimmt er jetzt erst richtig Fahrt auf, der Meister-Express. Vier Heimspiele in den nächsten sechs Partien. Das hört sich gut an (wenn wir keine Heimschwäche hätten, aber jetzt gibt’s ja wieder den kleinen Franzosen). Allerdings sind das fast alles englische Wochen und wenn sich Ribéry nur einmal schlecht aufwärmt – aber die Temperaturen steigen ja jetzt wieder. Werden wieder mehr wie Marseille. Mehr wie August.

Fühlt sich gut an diese Perspektive.

Hat jede Serie einmal ein Ende?

17. Oktober 1998.

Ich erinnere mich noch genau. War nämlich dabei. Der letzte Bayern-Sieg in Gelsenkirchen. Dem frühen Eigentor (3.) von Yyyyyves Eigenrauch, folgte ein Basler-Freistoß (15.) und zwar direkt – da könnte man immer noch ins Schwärmen kommen.

Ein wenig Hoffung durch den Ehrentreffer René Eijkelkamps (20.), folgte die Entscheidung durch Carsten Jancker (65.).

Hat es an diesem Herbsttag nicht auch geregnet? Auf jeden Fall war ich froh zum ersten mal im Parkstadion überdacht gesessen zu haben. Die Gäste-Stehplätze brauchte ich da schon nicht mehr wirklich.

Schalke war wohl das bessere Team, konnte daraus aber kein Kapital schlagen.

Heute probieren es die Bayern erneut. Diesen Sieg zu wiederholen. Ich bin gespannt. Kann es aber nicht verfolgen (Baby-Besuch).

In Gedanken bin ich dabei und versuche danach alles Wichtige aus den gesammelten Zusammenfassungen zu lesen.

Am Ende wäre ich sicher mit einem Dusel-Sieg zufrieden. Von mir aus durch Eigentor in der 92. Minute oder so.

Wir wollen dem Spiel aber jetzt nicht vorgreifen… 😉

Heimat im Exil

Im Pokal kommt es bekanntermaßen zum Aufeinandertreffen meiner alten Heimat und meiner Liebe. Fußballerisch gesprochen.

Das Team aus meiner ehemaligen Heimatstadt hat sich nun entschlossen den Heimbonus aufzugeben und wenigstens große Kasse zu machen, falls es mit der nicht minder großen Sensation doch nicht klappen sollte.

Das Achtelfinale des WSV gegen den FC Bayern findet in der Arena in Gelsenkirchen statt. Man „habe schon über 40.000 Kartenanfragen“, dass im Umbau befindliche Zoo-Stadion fasst aktuell aber nur 16.500 Zuschauer. Klare Sache.

Bleibt die Frage, ob das wirklich so klug war, denn so können natürlich auch mehr Bayern-Fans in den Genuss einer Karte kommen. Potential gibt’s im Bergischen Land und im Ruhrgebiet genug…

Ganz davon abgesehen gönne ich dem WSV selbstverständlich jeden Euro an Mehreinnahmen, den Erfolg allerdings umso weniger.

Weltklasse. Daheim.

Stört das eigentlich niemanden ausser mir, dass die Bundesliga sich nur noch selbst feiert, die ach so tolle Spannung hochleben lässt und im Europapokal eine Blamage der nächsten folgt?

Reicht es Stuttgartern, Bremern oder Schalkern gegen die Bayern Punkte zu holen und oben daran zu bleiben, statt das eigene Land würdig zu vertreten?

Ist dieser Satz reduziert und haben die Schwaben doch in Lyon ganz, ganz toll gespielt und überhaupt bei den vier Niederlagen in vier Spielen als amtierender Deutscher Meister nur ganz, ganz doll Pech gehabt?

Ach so. Na dann stehe ich mit meiner Meinung also alleine?! Von mir aus.

Klar nervt es mich, dass am Donnerstag selbst die Bayern im UEFA-Pokal in diese Problematik eingestiegen sind. Aber ist der Europapokal/Championsleague inzwischen nur noch ein Experimentierfeld für deutsche (Fahrstuhl-)Teams? Reicht es euch, sich an der tollen Atmosphäre zu berauschen?

Fein. Dann will ich aber auch niemanden jammern hören, wenn der Vizemeister demnächst ebenfalls in die Quali muss und sowieso nur noch zwei Teams in der Königsklasse dabei sein werden (ich weiß, noch ist es nicht soweit, aber wir sind auf dem Weg, oder?)…