Schon komisch wenn es dann doch passiert.

Gekündigt hatte ich schon vor ein paar Wochen.

Heute dann aber noch einmal der obligatorische Anruf bei der „Kundenrückgewinnungs“-Hotline. Von Sky.

Im Rahmen des Gesprächs bemerkte ich allerdings, dass dieser Begriff noch aus Premiere-Zeiten stammt.

Denn von Kundenrückgewinnung war in diesem Gespräch keine Spur.

Nö, man „wolle und können mir kein Angebot wie im letzten Jahr machen“ (12 Monate Verlängerung zu alten Konditionen). Das „sei ja noch ein Premiere-Tarif“, den ich da habe, und „das ginge nicht“.

„Gerne wolle man mir aber Freimonate bis Juli“ (?) „anbieten. Oder das World-Paket“ (oder so) „für drei Monate kostenlos.“

Achso.

Ich habe dann relativ schnell abgeschaltet und dem restlichen Gefasel von „nur noch 12 Monatsverträgen“, „keine Rabatt-Verträge mehr“ und keine motzenden „Nachbarn an der Hotline, weil der Nachbar Sky viel billiger bekommt“, nicht mehr richtig zugehört.

Am Ende des Tages bleibt es doch bei folgenden Fakten:

Ich und die schweigende Mehrheit der Sky-Kunde will nur Fußball dort sehen. Den ganzen Movie-Mist können die behalten. Warum nicht mal ein reines Vereins-Abo? Weil dann klar wäre, wer hier die Cash-Cow ist?

Egal.

Ich bin’s jedenfalls zunächst einmal nicht mehr.

Weit über 40,- zahle ich nicht für Bundesliga und Championsleague. So aus Prinzip.

Macht’s gut, Ihr Lieben. Die Zeit seit 1998 war schön, aber das war’s dann!

Königsblaue Preview

Irgendwie hatte ich dann doch so einen kleinen Drang, vielleicht noch was zum morgigen Gastspiel meiner Bayern in Schalke zu Papier zu bringen.

Dann las ich aber gerade die Zeilen des von mir sehr geschätzten Zechbauers (wenn er sich doch bloß endlich mal ’ne vernünftige Blog-Software zulegen würde…) und dachte so bei mir:

„Besser hättest Du das auch nicht gekonnt!“

Rasenstreit eskaliert, Schalke mit Punktabzug, Bayern wieder Tabellenführer!

Die Ereignisse überschlagen sich.

Gestern noch forderte der FC Bayern von der DFL eine Überprüfung des Schalker Rasens. Trotz des spontanen Dementis von Seiten des Verbandes kommt es nun – völlig unerwartet – doch noch vor dem Gastspiel der Bayern in Gelsenkirchen zu einer Entscheidung:

Dem FC Schalke werden mit unmittelbarer Wirkung zwei Punkte abgezogen – der FC Bayern fährt somit wieder als Tabellenführer zum Spitzenspiel!

Von Seiten des FC Bayern zeigte man sich ob dieser überraschenden Entwicklung zufrieden, wollte man sich ansonsten aber nicht näher äußern.

Schalke-Trainer-Manager-Vorstand Magath dagegen schäumt.

Dieser Vorgang ist einmalig in der Geschichte der Bundesliga. Da zeigt sich wieder einmal welchen Einfluss der FC Bayern auf die Liga hat.

Welchen Einfluss diese Entscheidung auf das Spiel am Samstag hat wird man sehen, die verantwortlichen Behörden vor Ort deuteten vorab schon einmal eine Erhöhung des Sicherheitspersonals an.

Für das Spiel. Nicht den Rasen.

Von Ribéry, Rooney und Barcelona light

Gestern sah ich eines der entspanntesten Spiele des FC Bayern seit Jahren. Also was meinen Zustand betraf.

Vor dem Spiel erwartete ich gar nix. Eher das Schlimmste. Eine Niederlage. Ein Zerlegen meines FC Bayern. Die Vorzeichen waren einfach zu schlecht. Vor allem in Anbetracht der allernächsten Wochen.

Nach kaum mehr als 60 Sekunden fühlte ich mich bestätigt und dachte schon im Kopf daran, welche A-Junioren wir in Manchester aufstellen würden um die Stars für das Spiel in Leverkusen zu schonen.

Schon 91 Minuten nach dem 0:1 sah meine Welt anders aus.

Aber extrem war mein Jubel nun auch wieder nicht. Ob es an der fortgeschrittenen Stunde oder der erforderlichen Stille zwecks Nachwuchsschlaf lag – keine Ahnung.

Wahrscheinlich war ich einfach nur sprachlos.

Sprachlos, dass mein FC Bayern es in dieser Championsleague tatsächlich immer wieder schafft dem fußballerischen Tod von der Schippe zu springen. Nach den Niederlagen gegen Bordeaux. In Turin. Gegen Florenz.

Gegen Manchester hatte ich zunächst arge Bedenken, ob die Bayern überhaupt mal sowas wie ein Tor erzielen würden.

Vor allem weil Manchester eine Spielweise an den Tag legte, die jeder italienischen Mannschaft zur Ehre gereicht hätte. Noch dazu ein Rooney der immer wieder jede Menge Alarm in unserer Abwehr machte.

Was aber machten die Bayern?

Die spielten einfach weiter. Als ob nix passiert wäre. Diese Einstellung in der Liga und einiges in der Tabelle wäre klarer.

Nach dem Spiel brachte es unser Kapitän auf den Punkt und gab meinen Satz der Saison zum Besten:

Wir haben sie einfach kaputt gespielt.

Herrlich.

Und genauso muss man das sehen. Manchester dachte wohl – wie so ziemlich jeder, ausserhalb des bayerischen Kaders – dass dieses Spielchen ewig so weitergehen könnte.

Aber ebenso wie Rooney bei seinem Blitztor von der Kopfballverlängerung van Bommels und dem Ausrutscher Demichelis‘ profitierte, war es Ribéry, dem Rooney zur Seite sprang und seinen Freistoß unhaltbar abfälschte.

So ist Fußball. Am Samstag noch war es Badstuber, der mit seinem Rücken den schwäbischen Ausgleich verschuldete, nun brachte uns dieser Weltstar Rooney endgültig wieder ins Spiel.

Betonen möchte ich nur am Rande, dass die Tore zu einem Zeitpunkt fielen, als Sportskamerad Müller nur noch neben und Rückkehrer Gomez auf dem Platz agierte. Mehr sag‘ ich nicht.

Überhaupt war die zweite Halbzeit an Laufbereitschaft und Wille noch einmal eine Schippe mehr. Es war mehr eine Mannschaft als zuletzt. Wo man sich zu sehr auf Robbery verließ.

Sinnbildlich der Wille vor dem Ausgleich in der letzten Sekunde. Gomez will und will sich nicht vom Ball trennen lassen (genau dafür haben wir ihn geholt) und Olic läuft und läuft und läuft. Auch noch in der 92. Minute. Und ist immer noch frisch genug hier 4-5 englische Abwehrspieler auf einen Schlag zu narren.

Geil-o-mat.

Die reflexartigen Vergleiche vor, während und erst recht nach dem Spiel mit Barcelona 1999 entbehren jeglicher Logik.

Mit Barcelona 1999 ist nichts vergleichbar!

Allenfalls ein Finale gegen Manchester, dass wir als schlechteres Team und 91 Minuten Rückstand in den letzten 100 Sekunden noch mit 2:1 gewinnen. Alles andere ist nur Geschwätz.

Wie realistisch genau dieses Szenario ist, muss ich wohl nicht erklären und somit steht für jeden Bayern-Fan nur eins zur Disposition: Lernen damit umzugehen und sich neue Triumphe zu suchen.

Gestern war so einer.

Gewonnen ist trotzdem noch nichts.

Manchester hat weiterhin die Chance uns im eigenen Stadion fürchterlich zu verprügeln.

Auch wenn die Chancen dafür nach diesem Spiel geringfügig gesunken sind.

Weil Rooney sich verletzte und ausfällt.

Weil im Rückspiel ein Robben wieder dabei sein wird (es sei denn die Schalker vollenden am Samstag ihr Werk)

Weil Manchester jetzt dann doch gewinnen muss und sich nicht auf einem Auswärtssieg ausruhen kann

und

Weil man beim FC Bayern plötzlich den Glauben wiedergefunden zu haben scheint, dass es einfach geht.

Mit den Großen mitzuhalten.

Oder will jemand behaupten, Manchester hätte gestern absichtlich verloren? Und gegen die Bezeichnung „Großer“ im Zusammenhang mit United kann auch der letzte Bayern-madig-Macher nichts einwenden.

Nein. Ich bin mit dem gestrigen Abend rund herum zufrieden.

Weil Ribéry – trotz weiterhin teilweiser pomadiger Spielweise – immer noch der Mann für entscheidende Tore und genau so ein Sieg mentales Doping für die nächsten Spiele in der Bundesliga sein kann.

Gift wäre es, würden wir nun im eigenen Stadion gegen Hannover oder wen-auch-immer-in-dieser-Gewichtsklasse spielen.

Gegen Schalke dagegen können wir zum entscheidenden Gegenschlag ausholen. Auch wenn derlei Strapazen nicht beliebig reproduzierbar sind. Aber Ausruhen kann man immer noch nach der Saison. Oder in Südafrika. Je nachdem.

Auf meiner emotionalen Achterbahnfahrt in dieser Saison bin ich mal wieder oben. Hoffen wir, dass dieses Gefühl noch ein wenig anhält.

Das macht mich irgendwann noch mal fertig!

Ehrlich Leute, mir macht das auch keinen Spaß.

Da verlieren die Bayern – ungeplant und unerwartet – ihr Heimspiel gegen Stuttgart und hier passiert nix.

Dafür passiert bei mir ’ne ganze Menge. In meinem Kopf.

Während des Spiels, direkt nach dem Spiel, am Abend, am Sonntag und heute. Jedes Mal werden die Berichte neu geschrieben. Virtuell.

Real leide ich deshalb an Schlafmangel. Weil das Medium fehlt, man Besseres vor hat(te), die bessere Hälfte nicht auf dem Damm ist und man einen spontanen Papa-Sonntag einlegt oder man einfach keinen Bock hatte mitten in der Nacht den Rechner hochzufahren.

Einher geht damit das Bewusstsein, dass meine Leser sich hier irgendwo einen Thread suchen, um schon mal anzufangen, welches weiteren Publizierungsdruck erzeugt, oder – noch viel schlimmer – bei dem einen oder anderen Blogger alternativer Überzeugung vielleicht der Eindruck entsteht, ich würde mich verkriechen, ob dieser bayerischen Gemengelage…

Das Gegenteil ist der Fall!

Aber eine Zerissenheit ist da. Und die wird erst später gefixt. Wenn die Beiträge endlich zu Papier gebracht sind.

Also habt Geduld, ihr Lieben, alles wird gut.

Felix, ich bin enttäuscht von Dir.

In den letzten Tagen wurde ich doch ein wenig skeptisch. Meine Capo-ähnlichen Einschätzungen der Schalker Spielweise begannen in mir zu bröckeln, was darin gipfelte, dass ich mir am Sonntag sogar die zweite Halbzeit des Gastspiels Deiner Schalker in Hamburg ansah.

Ich hatte echte Befürchtungen, was denn Verlust der Tabellenführung betraf. Und diese schienen sich ja auch zu bewahrheiten. Aus einem 0:1 machten Deine Jungs eine 2:1. Parallel wollte ich dem HSV Schimpf und Schande androhen. Bis, ja bis zum 2:2. Und der Erkenntnis, dass selbst eine Mannschaft wie die Hamburger, die im Grunde ja – ähnlich wie phasenweise die Bayern – keine Abwehr zu haben schienen, gegen Deine Jungs Punkte holen kann.

Eine gute Erkenntnis.

Allgemein wurde dieses Spiel als Tempospiel Deiner Knappen eingeordnet. Mich machte diese Einschätzung ein wenig stutzig. Vor allem, da beide Tore entweder auf haarsträubenden Abwehrfehlern der Hamburger oder Fehlentscheidungen des Schiedsrichters beruhten.

Nun. Das hatten schließlich richtige Sportjournalisten geschrieben. Das musste ja stimmen.

Meine Unruhe vor dem Pokalhalbfinale basierte auf ähnlichen Gefühlen.

Zumal Du im Verbalduell – auch aus meiner Sicht – als Sieger hervorgegangen warst. ‚Hast einfach ’ne Menge in München gelernt.

Und dann das?!

Obwohl Du den Pokal gewinnen wolltest, spielen Deine Spieler

– in einem Heimspiel vor ausverkauftem Haus
– in einem Pokalhalbfinale
– trotz dieser so gerühmten Offensivspielweise und
– obwohl Du doch der Konditions-Trainer schlechthin bist

über fast 100 der insgesamt 120 Minuten, einen Fußball der jeder Beschreibung spottet?

Destruktiv, defensiv, zögerlich – kurzum: einfach nur schlecht.

Was ist da schief gelaufen, Felix?

Könnte es vielleicht doch so sein, dass ich mit meiner selektiven Wahrnehmung aus all den Kurzberichten der Spiele der letzten Zeit, ein klein wenig Recht habe?

Tatsächlich? Na dann muss ich ja für den Rest der Saison die Einwände der königsblauen Fans, Blogger oder dem sonstigen Umfeld nicht mehr ernst nehmen.

Wenn man selbst, wenn es um etwas geht, derlei nicht abrufen kann, dann reicht es nicht, oder?

Die wirren Einschätzungen von Dir, vomKevin oder demHeiko speicher‘ ich einfach mal ab unter der Rubrik „ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“.

Klar war das kein wirklich geiles Spiel. Wenn nicht zu sagen hässlich.

Aber Schalke ebenbürtig? Wenn wir das Tor nicht gemacht hätten, hätte Schalke gewonnen?

Nein. Lassen wir das mal so stehen. Allenfalls wird es für eine möglicherweise notwendige spätere Verwendung abgespeichert.

Dafür nehmen wir im Gegenzug auch die Einwände der versammelten Experten über den Zustand des Rasens nicht weiter ernst und widersprechen der Verschwörungstheorie, Du hattest absichtlich den Rasen bis jetzt nicht erneuern lassen, um die ohnehin unterlegene Spielkultur Deiner Spieler noch ein wenig vorm Tageslicht zu schützen.

Von mir aus machte ein Spieler den Unterschied. Wir sind froh, dass wir ihn haben. Dieser Spieler hätte aber auch schon viel früher und an anderer Stelle den Unterschied ausmachen können.

Alleine vor dem besten Schalker der ersten Halbzeit (bzw. dem einzig guten Schalker, neben dem späteren Westermann).

Oder die anderen drei Bayern-Spieler, die völlig unerwartet, gemeinsam und ganz ohne Abseitsposition allein vor eben jenem Torhüter aufschlugen und den Ball nicht unter Kontrolle brachten.

Lassen wir es einfach darauf beruhen. Bayern war einfach besser. Besser als Schalke. Nicht mehr und nicht weniger. Nicht wirklich geil, aber besser.

Als Bayern-Fan könnte man einwenden, dass wir uns phasenweise ein wenig verarscht vorgekommen sind – nicht vom Schiedsrichter, der nur uns, nicht aber die Taktikfouls Deiner Schalker in Halbzeit 1 und 2, verwarnte – nein, von der fehlenden Konsequenz der Bayern, die phasenweise wie die Handballer agierten, aber immer die letzte Konzentration in der roten Zone vermissen ließen.

Wir sind jetzt stattdessen mal nicht so.

Gibt es noch etwas zu meinen Bayern zu sagen?

Die Abwehr agierte wesentlich sattelfester als in Frankfurt. Zugegeben lag dies auch ein wenig an den Schalkern. Die diese Abwehr kaum forderten. Aber Contento, so leid mir das für Sportskamerad Alaba tut, wirkte schon ein wenig reifer auf dieser Position. Sind ja auch ganze zwei Jahre, die er älter ist.

Ebenso ein Sonderlob für Herrn Schweinsteiger. Abgesehen von zwei, drei Fehlpässen im späteren Verlauf des Spiels, war das alles sehr ordentlich.

Eigentlich fiel kaum einer ab. Bis vielleicht auf Herrn Müller, aber dieses Thema vertiefe ich jetzt mal nicht.

Wir freuen uns einfach über die Endspielteilnahme in Berlin und somit ein weiteres Teilziel, dass wir damit erreicht haben.

Und jetzt Mund abputzen und an Stuttgart denken.

Der Felix, die Meisterschaft und die königsblaue Allmacht

Felix Magath ist lernfähig.

So etwas wie beim FC Bayern sollte ihm nicht noch einmal passieren. Sich von anderen Alphatieren ins eigene Handeln herein reden lassen? Nö.

Und so entstand die Allmacht in Wolfsburg.

Passte ja auch perfekt. Graue Maus im Niemandsland mit Konzern und „Gerne Groß“-Ambitionen trifft auf Ex-Feuerwehrmann und frischen Doppel-Double-Gewinner.

Magath ließ sich beispiellose Befugnisse in den Vertrag schreiben, drehte jeden Stein auf links und in seine Richtung – Resultat?

Die deutsche Meisterschaft.

Gratulation.

Felix ist aber auch clever.

Er wusste wahrscheinlich genau, dass er, wenn er in Wolfsburg bleibt, nur verlieren kann.

Eine Tatsache, die die Wolfsburger und ihr ambitioniertes Umfeld sicherlich übersehen haben. Ist allerdings ein fußballerisches Naturgesetz. Muss ich nicht jedes Mal neu erklären.

Somit war Magaths Abschied zu einem Team wie Schalke mit nahezu überirdischen Ambitionen mehr als folgerichtig.

Ihm war damals aber sicherlich nur teilweise bewusst in welche Dimensionen er mit einer Tätigkeit in Schalke stoßen würde. Positiv wie negativ.

Jede Menge Erwartungshaltung und Geldnöte aber auch Begeisterung und mögliche Unsterblichkeit.

Wieso aber nun ein solcher Beitrag so kurz vor dem Pokalhalbfinale zwischen Schalke und Bayern?

Nicht weil ich Stimmung machen oder Giftpfeile schießen will.

Nein. Die desaströse Niederlage des – mag glaubt es kaum glauben – immer noch amtierenden Deutschen Meisters aus Wolfsburg. Gegen die, vor Wochenfrist doch noch so abgestiegene Hertha aus Berlin. 1:5. Wie peinlich war das denn?

Dies zum Einen. Zum Anderen aber auch ein sehr interessanter Bericht im Rahmen der immer wieder interessanten WDR-Reihe „sport inside„. Über Felix Magath, Wolfsburg, Schalke und seine Allmacht.

Denn seine Allmacht in Schalke übersteigt die, die er in Wolfsburg hatte um ein Vielfaches.

Wenn ich das korrekt mitbekommen habe, dann ist Magath bald Trainer, Manager und Vorstand. In Personalunion. Wobei ich mir nicht sicher war, ob neben ihm noch jemand anderes im Vorstand sitzt. Abgesehen vielleicht von Leuten, die Magath wohlgesonnen sind.

„So viel Macht hatte seinerzeit noch nicht einmal Rudi Assauer“ war eine der Kernaussagen im Bericht.

„Das System Magath funktioniert nur mit Felix Magath“ eine andere.

Und jetzt sind wir beim roten Faden.

So erfolgreich Schalke in dieser Saison auch ist. So schwierig wird es in der nächsten werden.

Aus finanziellen Aspekten heraus ist die Championsleague-Teilnahme für Schalke ein Segen. Aus sportlicher Sicht sicher auch.

Was aber die Erwartungshaltung im Umfeld und die Leistungsgrenze des Kaders betrifft sicher nicht.

Vielleicht kreiert Magath mit Schalke ja sein Lebenswerk. Wer weiß das schon.

Ich sehe – für Schalke – aber eher die Gefahr, dass, wenn Magath doch „scheitert“ und den Verein irgendwann verlässt (wenn es dann überhaupt noch jemanden gibt, der ihn entlassen kann), das ganze Kartenhaus zusammenfällt.

Aber was macht man nicht alles, wenn man sich etwas so sehr wünscht.

Und nichts im deutschen Fußball wird so sehr gewünscht, wie die Meisterschale nach Schalke zu bringen. Von den Schalkern.

Riskantes Spiel.

Dann also gegen Manchester

Es hätte schlimmer kommen können. Aber nicht viel.

Auf der anderen Seite: Wir sind im Viertelfinale. Championsleague. Da spielen nur noch dieGrößten.

Ist schließlich keine Europa-League.

Egal.

Auch dieses Spiel fängt bei 0:0 an. *klimper*

Allerdings trifft hier unsere Schweizer-Käse-Abwehr auf einen Rooney in der Form seines Lebens.

Zweimal 0:0 gehen diese Spiel also definitiv nicht aus.

Persönlich bin ich unschlüssig.

Die allgemeinen Gerüchte stimmen schon. Abgesehen von Barcelona sind alle Gegner auch nur Fußballmannschaften dieses Planeten. Und die nun erfolgte Auslosung verhindert ein Aufeinandertreffen vor dem Finale.

Klappt es wider Erwarten doch mit dem Halbfinal- oder gar Finaleinzug, wäre eine Niederlage gegen Barcelona – für mich – tatsächlich kein Weltuntergang. Sage ich jetzt mal.

Wieso?

Na weil Barca mein Verein in Spanien ist und somit die größtmögliche Demütigung der Real-Fans komplett wäre. Championsleague-Sieg für den Erzrivalen im eigenen Wohnzimmer.

Herrlich.

Also am zweitherrlichsten natürlich. Neben einem eigenen Sieg im königlichen Wohnzimmer.

Analog zu diesen Understatement-Weltmeistern aus Leverkusen und Schalke sollten wir (in der Championsleague) jetzt nur noch von Spiel zu Spiel, von Halbzeit zu Halbzeit und von Minute zu Minute denken.

Die Verhältnisse sind geklärt.

Nur mit zwei absoluten Topleistungen über die volle Spielzeit haben die Bayern eine Chance gegen ManUnited.

Was wiederum Schalke und Leverkusen in die Karten spielt.

Denn genau gegen diese beiden Teams spielen wir rund um die Festspieltage gegen die Ferguson-Boys.

Schwierige Situation. Vor allem mental. Aber da sind wir ja bekanntermaßen die Meister drin.

Wollen wir es hoffen.

Ich freu‘ mich drauf. Blamiert haben sich in der Championsleague bisher andere…

Ist die Championsleague ein Wunschkonzert?

Schön wär’s. Dann wüsste ich, was ich mir morgen bei der Auslosung für’s Viertelfinale wünschen würde.

Zumindestens nicht Barca.

Moskau vielleicht? Oder ein französisches Team?

Die SZ meldete heute, dass die Bayern tatsächlich gegen keinen möglichen Gegner im Viertelfinale eine negative Bilanz haben. Der Trend ist allerdings Bayerns-Gegner Friend…

Zieht man die Mathematik zu Rate, dann wird es jeweils mit 28,6%tiger Wahrscheinlichkeit ein englischer oder französischer Gegner. Also insgesamt zu 57,1%.

Nur zu jeweils 14,2% Barca, Moskau oder Inter. Mhm.

Wäre ich Schalke- oder Vizekusen-Fan, würde ich mir als Bayern-Gegner klar die Russen wünschen. Die sind traditionell im Frühjahr schwach (andererseits, wen haben die noch mal rausgeworfen?!) und die Bayern somit noch eine Runde länger mit Dreifachbelastung unterwegs.

On the other hand:

Welche andere deutsche Mannschaft wird schon seit Jahrzehnten so gut damit fertig?

Eben!

Hier meine Wunschpaarungen nach der morgigen Auslosung:

Inter Mailand – Girondins Bordeaux
ZSKA Moskau – FC Bayern
Olympique Lyon – Arsenal London
Manchester United – FC Barcelona

Halbfinale:

Girondins Bordeaux – FC Bayern
Arsenal London – FC Barcelona

Ihr?

Entschuldigung, ich kann mich nicht verbiegen

Immer und immer wieder die gleichen Themen.

Wieso sollte ich Mittwochs Fan einer Mannschaft, die ich am Samstag beschimpfe?

Ein Widerspruch?

Nicht für die Gutmenschen unter uns Fußball-Fans.

„Aber man muss doch an die 5-Jahreswertung denken und an den deutschen Fußball so im allgemeinen!“

Scheiß auf die 5-Jahreswertung.

Wozu?

Damit sich die nächste europäische Fahrstuhlmannschaft in der Champiosleague blamiert?

Super.

Nein. Ich bin da eher konträr. War ich auch schon immer. Also kein Schönwetter-Fan, oder so.

Mir war immer nur der FC Bayern wichtig. Spielte der FC Bayern international, war ich immer irritiert, wenn plötzlich Fans anderer Teams mit uns fieberten, weil es ja „eine deutsche Mannschaft ist, die dort spielt“.

So eine Unterstützung brauche ich nicht. Da bin ich gerne aggro.

Im Umkehrschluss kann ich doch nicht plötzlich Lautern, 1860, dem BVB oder Schalke zujubeln, nur weil die mal international spielen? Wie lächerlich ist das denn? Tiefverwurzelte Emotionen kann ich doch nicht plötzlich abstellen?

Sicher. In der Bundesliga geht das, wenn einer meiner „Lieblingsgegner“ gegen einen aktuellen Konkurrenten spielt, dann stört mich ein Punktgewinn nicht ganz so arg, aber sonst?

Quatsch. Ich war im gestrigen Gemetzel klar für Barca.

Warum?

Na weil ich seit über 20 Jahren Barca-Fan bin. Barca ist meine Mannschaft in Spanien. Und nicht erst seit den Bayern-Duellen gegen Real.

Mich hat das Spiel begeistert. Barca ist einfach ein Klasse für sich und da macht es Spaß zuzuschauen. Wer der Gegner ist, ist mir da im Grunde egal.

Selbst im letzten Jahr, als meine Bayern vom späteren CL-Sieger derbe verhauen wurden, gab es ein lachendes und ein weinendes Auge.

Ähnlich verhält es sich mit Arsenal und Bordeaux. Wo die Liebe hinfällt.

Achso. Und noch ein paar Worte zum Thema fucking-5-Jahreswertung…

Es hat dem deutschen Fußball noch nie gut getan, wenn es zu viele Mannschaften im Europapokal gab. Sowas gefällt nur den Träumern und dem Boulevard. Denn je mehr Teilnehmer es gibt, desto schlechter ist auch der Quotient. Und da pro Saison traditionell immer ein paar Teilnehmer aus der Bundesliga (oder aus tieferen Ligen – DFB-Pokalfinale sei Dank) früh „Auf Wiedersehen“ sagen, dürfen die restlichen Teilnehmer sich umso mehr abstrampeln, um auch in der Folgesaison diesen Touristen-Teams die Chance zur Europarundreise zu bieten.

Aus dieser Sicht sind weniger Teams mehr.

Aber sowas will ja niemand hören.

Dann freu‘ ich mich halt weiter im Stillen. Ich mit meiner Bayern-Arroganz…