Bella Bavaria. Gracie Borussia.

Der FC Bayern steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Dieser, so einfach daher gesagte Satz, hat eine Bedeutung, die sich über zwei Jahre erstreckt.

Der FC Bayern hat seinen, inzwischen als Dauerrivalen zu bezeichnenden Konkurrenten Borussia Dortmund geschlagen. Gefühlt (wenn man „den Medien“ Glauben schenken mag) zum ersten Mal seit Erfindung der Raumdeckung. Allgemein gelte ich ja als „der Versteher“ und deshalb habe ich natürlich auch dafür Verständnis, dass – dem BVB nahestehende – Medien und der BVB – vor allem seine Fans (natürlich) – das Gerede von dieser Sieges- oder Nicht-Gewinnen-Serie im direkten Duell weiter und weiter getrieben haben. Für mich war das nicht so wichtig. Aber die emotionale Ebene wird später behandelt. Für mich war wichtig, dass wir dieses(!) Spiel gewinnen. Punkt.

Mit einem Sieg bekommen wir weder die zwei Meisterschaften zurück, noch machen wir irgendetwas ungeschehen. Das ist nicht möglich, also brauchen wir uns auch nicht näher damit zu beschäftigen. Vielmehr sollten und haben wir uns mit der Gegenwart beschäftigt. Ich war im Vorfeld dieses Spiels mehr als zuversichtlich und habe mich deshalb – ungewohnt für mich – auch ein wenig aus dem Fenster gelehnt. Der aktuellen Saison sei Dank. Selten waren wir so stark, so dominant, so selbstsicher und scheinbar unschlagbar. Wieso hätte sich dieser Zustand gerade gegen Borussia Dortmund oder in diesem Pokalspiel ändern sollen?

Das ist eine Seite der Medaille. Die andere ist das Spiel selbst. Der BVB räumte zu Recht ein, dass die rekordverdächtigen 17 Punkte Vorsprung in der Bundesliga in diesem Spiel keine Rolle spielten. Taten, mussten sie auch nicht. Die Gründe für unseren – überzeugenden – Sieg lagen woanders. Schon beim Remis im Dezember, welches ich live und vor Ort verfolgen durfte, hatte ich den Eindruck, dass sich etwas zur Vorsaison verändert hat. Wir hatten den BVB am Rande einer Niederlage und nur dem Fehler vor dem Ausgleich und einer Weltklasse-Leistung des Dortmunder Torhüters war es zu verdanken, dass der BVB nicht mit leeren Händen aus München nach Dortmund zurückkehren musste.

Auch im Pokal-Viertelfinale hatte Herr Weidenfeller wieder einen guten Tag erwischt. Zwangsweise, denn die Bayern legten – im Vergleich zum Dezember-Kick noch ein, zwei Schippen oben drauf. Bin ich ehrlich, gehen mir mehr und mehr die Superlative aus, vor allem, da ich dann doch nicht erwartet hatte, dass meine Bayern den Dortmundern phasenweise so derbe überlegen waren, dass die wohl kaum glauben konnten, was da gerade mit ihnen geschah.

Im Vorfeld hatten viele den Borussen ganz gute Chancen eingeräumt, da Ribéry gesperrt diesem Spiel fernbleiben musste. Ich bin noch einmal ganz offen – ich habe mir ebenfalls Sorgen gemacht, als unser Franzose gegen Augsburg vom Platz gestellt wurde. Aber das war der Ribéry von Dezember. Jetzt – und da zeigt sich einfach die unfassbare Stärke unserer diesjährigen Bayern – haben wir Ribéry in diesem Spiel kaum vermisst, weil andere in die Bresche gesprungen sind, weil das Kollektiv so perfekt funktioniert hat.

Natürlich ging das Spiel zunächst taktisch geprägt in seine ersten Minuten und Dortmund versuchte(!) mit seiner gewohnten Taktik (Pressing und schnelles Umschaltspiel) einem Halbfinaleinzug näher zu kommen. Pech war da nur, dass wir heuer Spieler wie Martinez oder Dante dagegen setzen können. Diese beiden Spieler, diese Achse ist so unfassbar stark und wird immer noch stärker, da gerät man in träumerisches Schwärmen. Auch einige Borussen, die zu „normalen“ Kommentaren nach dem Spiel in der Lage waren, erkannten dies an. Martinez stellt sich mehr und mehr als Weltklasse-6er heraus, aber der Königstransfer ist offenbar Dante gewesen. Besagte Borussen räumten ein, dass Dante der erste Gegenspieler der Saison war, der Lewandowski abgemeldet hat. Dieser These mag ich nicht widersprechen. Und somit war einem der entscheidenden Erfolgsfaktoren des letzten Pokalfinales schon einmal der Zahn gezogen.

Tatsächlich glaube ich Klopp und all den anderen Borussen, dass man einen Plan hatte. Aber der FC Bayern hat inzwischen einen besseren. Und der hat nicht nur etwas mit Geld zu tun. Die Grundlagen, die ein van Gaal gelegt hat, wurden von Heynckes weiter entwickelt. Im letzten Jahr um eine Balance zwischen Offensive und Defensive, in diesem Jahr – mit den entsprechenden Spielern – um einen kollektiven Gedanken zum Spiel, mit dem Resultat, dass die Bayern auf den Weg zu einem möglichen Double gegen Dortmund den entscheidenden Schritt nach vorne machten.

Rund um das Spiel gab es die üblichen Scharmützel. Eh klar. Die Bayern(-Fans) traten selbstbewusst auf und wollten „es den Dortmundern mal wieder zeigen“. Die Dortmunder Anhänger bejammerten das Bayern-Gejammer oder wiederholten in Endlosschleifen die Mär vom Stachel im bayerischen Fleisch. Hierzu ein paar abschließende Worte meinerseits.

Natürlich kann es mich als Bayern-Fan nicht glücklich machen, wenn ich zwei Jahre in Folge nicht Meister werde und zur Krönung dann noch so ein Pokalfinale erlebe. Es stört mich, es wurmt mich, ich will das nicht. Einerseits. Andererseits hat der Erfolg der Borussen ja auch Gründe. Die Fast-Insolvenz 2005 (und alles was danach folgte). Auf dieser Basis und einer unfassbar abgesenkten Erwartungshaltung konnte das Prinzip Klopp überhaupt erst funktioneren. Man flog unter dem medialen Radar und baute eine Mannschaft auf, die in ihren Strukturen so gefestigt war, dass sie die späten van-Gaal-Bayern auf dem falschen Fuß erwischten und – noch viel bemerkenswerter – diesen Erfolg bestätigen konnten. Gegen Bayern, die unter Heynckes keine schlechte Saison spielten. Ganz im Gegenteil. Dafür gilt es Respekt zu bezeugen.

Ich muss aber ebenfalls meinen ausdrücklichen Dank an den BVB richten. Denn bei all der Emotionalität und den Begegnungen auf Augenhöhe (nicht nur auf dem Platz) muss man konstatieren, dass die aktuellen Bayern nur möglich waren durch den Erfolg der Dortmunder! Kann man gut oder schlecht finden, ist aber so. Wer will ernsthaft behaupten, dass diese Leidenschaft, dieser Wille, diese Energieleistung, dieser Antrieb, dieser Hunger oder – schlichtweg – diese Weiterentwicklung unseres FC Bayern möglich gewesen wäre, wenn es nicht – von mir aus – diesen Stachel gegeben hätte?

Ganz genau. Herzlichen Dank, Borussia. Und sorry dafür, dass Ihr nun den Fluch Eurer guten Tat erlebt – das Imperium schlägt zurück. Stärker als je zuvor!

Apropos stärker als je zuvor.

Das Pokalspiel war schon auf Betriebstemperatur und die Borussen mussten schon geahnt haben, dass der Abend nicht automatisch den gewohnten Verlauf der letzten beiden Jahre nehmen würde, als die Bayern ab Mitte der ersten Halbzeit ein Feuerwerk auf den Rasen brannten, dass ich als Bayern-Fan in dieser Form gegen diesen Gegner lange nicht mehr gesehen habe. Sehr lange. Die Laufbereitschaft, die taktische Disziplin, der Einsatz – fabulös. Mit dem Gipfel des Führungstores. Ein Lahm ist frisch, ist wach, ist aggressiv und erkämpft gegen 3-4 Gegner in deren Strafraum einen eigentlich verloren Ball zurück, wird Elfmeterreif gefoult, schafft es, einem Robben den Ball zu übermitteln, der auf engstem Raum diesen Ball verarbeitet und in Sekundenbruchteilen in den Winkel des vor ihm liegenden Tores zimmert. Ein luizider Traum.

Und so ging das weiter. Unzählige Male sprang ich auf und raufte mir die Haare ob der verpassten Vorentscheidung schon vor dem Seitenwechsel.

Überhaupt – Arjen Robben.

Nicht nur die Tatsache, dass Robben zuletzt in dem Maße stärker, wie Ribéry schwächer wurde, beeindruckt, nein, auch sein aktueller Status und wie er damit umgeht (und nicht, was die Medien ihm in den Mund legen wollen) – das ist höchst professionell. Ein weiterer entscheidender Unterschied zu den Vorjahren. Und ein weiterer Verdienst unseres Trainers!

Insgesamt hätten wir dann also schon vier Spieler beisammen, die gegen Dortmund in einer außerordentlichen Form agierten.

Hätte ein Hummels dieses Gegentor verhindern können? Hätte Dortmund mit Hummels gar überhaupt nicht verloren? Wer weiß das schon. Wir nicht. Und die Borussen wünschten sich dies nur. Aber schon im Dezember, als Hummels Dante-esk bockstark spielte, hätten wir ja gewonnen, hätte Weidenfeller… lassen wir das. Er war nicht dabei und mit Ribéry hat uns ja auch eine sonstige Säule gespielt. Der Faktor war der Wille, war die Herausforderung BVB, die der FC Bayern spätestens seit dieser Saison vollends angenommen zu haben scheint. Ihr habt nun einen richtigen Gegner, Ihr Borussen! Deal with it!

Die zweite Halbzeit sah zunächst ein anderes Bild. Klopp wird wohl in der Kabine an die Ehre appelliert haben. Wir sahen 10-15 sehr starke Minuten unserer Gäste und #Rötze zeigten uns endlich einmal, wozu sie in der Lage gewesen wären. Allein, wir agierten auch zu diesem Zeitpunkt noch stark genug und ich bilde mir einfach ein, dass Weidenfeller mehr gefährliche Aktionen abwehren musste als Neuer.

Nein, im Großen und Ganzen war unser Sieg mehr als verdient. Und die Dortmunder konnte – über das gesamte Spiel betrachtet – kaum etwas dagegen tun. Bereitete mir dies nun Befriedigung? Verspürte ich nun Rachegelüste im Vorfeld? Eigentlich nicht. Oder kaum, wenn ich erneut ehrlich bin. Warum sollte ich mich auch mit derlei negativen Gefühlen belasten, wenn mir meine Mannschaft heuer so viel Positives vermittelt? Klar, es gab immer noch einen kleinen Unsicherheitsfaktor, ob der BVB im direkten Vergleich weiterhin Erfolg gegen uns haben könnte, aber diese Zweifel hatte ich direkt vor diesem Spiel – zum ersten Mal seit 2010 – nicht und danach nun erst recht nicht mehr. Bis auf Weiteres.

Was gilt es ferner zu beleuchten?

Unsere Abwehr agiert extrem stark und geschlossen, wurde von der – ansonsten – lobenswerten Offensive der Gäste kaum in größere Gefahr gebracht.

Unser defensives Mittelfeld macht mich weiterhin sprachlos. Unser offensives nicht minder. Dem ganzen die Krone setzt allerdings unsere Bank auf. Was wir diesbzgl. für Optionen haben, ist der Schlüssel für alles. Wir können Robben, Gomez, van Buyten, Gustavo bringen und haben zumeist keinen Qualitätsverlust. Das ist Real Madrid. Nur ohne Schulden. Was Uli und wir uns immer erträumt haben.

Apropos Träume.

Viele Bayern-Fans „träumen“ davon, dass wir einen Spieler von der Klasse eines Lewandowski verpflichten. Ich gehöre bis zu einem gewissen Punkt dazu. Weil Lewandowski kicken kann. Und wenn er nicht gegen Dante spielen muss, setzt er sich ja zumeist auch gegen Gegner durch. ABER wir haben am Mittwoch gesehen, DASS es möglich ist, ihn aus dem Spiel zu nehmen und dass wir einen Spieler HABEN, der an diesem Tag der „bessere“ Lewandowski war: Mario Mandzukic.

Ich muss hier erneut Abbitte leisten. Dafür, dass ich a) vor der Saison, Mandzukic tatsächlich nur als guten Backup für Gomez und ihn b) nach dessen Rückkehr schon im zweiten Glied gesehen habe. Sorry, Mario, aber was Du uns da gezeigt hast, war Championsleague-Niveau. Dein Einsatz, Dein Pressing, Deine Läufe, Deine Gefährlichkeit – sagenhaft. Danke.

Könnte Mandzukic noch seine Ellbogen aus dem Spiel lassen, er wäre in dieser Form fast perfekt für unser Spiel.

Jetzt gilt es nach vorne zu schauen. Zur Auslosung unseres Halbfinalgegners. Unmittelbar nach unseren Spiel in Hoffenheim. Aber unser Trainer wird auch diesmal den Spagat bewältigen, hier unsere Spieler ausreichend zu motivieren.

Noch Fragen offen?

Das Martinez-Foul an Lewandowski? Haben andere – die es besser können – schon gemacht.

Die Klopp’schen Aussagen nach dem Spiel? Habe ich für die Zukunft archiviert. Abgesehen davon, will ich es nicht weiter kommentieren. Bin ich mit durch.

Ab sofort gibt es nur noch Hoffenheim.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Weisheiten #233

„Im Moment ist es so, wie es die Chinesen in der Industrie machen. Schauen, was die anderen machen, um es abzukupfern und dann mit mehr Geld und anderen Spielern den gelichen Weg einzuschlagen. Und schon ist man wieder besser. Im Moment reagiert ein bisschen Geld die Welt, aber wir werden trotzdem versuchen, weiter sehr unangenehm zu sein – unangenehmer als wir es gestern Abend waren.“

Jürgen Klopp, Antikapitalist

Schlendrian-Schützenfest oder Grün-Weiße Genugtuung

So viele Bremer Gastspiele lang war ich nach dem Spiel nur eins: Unzufrieden. Teilweise musste ich das Elend live vor Ort miterleben. Zum Glück nur vom dritten Rang aus. Diese Leiden sind Vergangenheit. Auch wenn ich mich die ersten 25 Minuten im gestrigen Heimspiel ab und an daran erinnern musste.

Woran das lag? Nun, den Bremern gelang es erneut in München den Laden hinten dicht zu halten und ich wiederum bekam Zweifel, ob das mit der Rotation in gerade diesem Spiel so eine gute Idee war. Denn auch in all den enttäuschenden Heimspielen gegen die Schaaf-Kicker hätte ich es nie für möglich gehalten, dass entweder Werder jemals ein Tor erzielen würde oder wir eben keins.

Diese Sorge erscheint in dieser Saison so weit weg, wie nur was. Und unsere aktuelle Stärke drückt sich nicht nur durch die viel größere Breite im Kader aus, nein, ein Arjen Robben, dem diverse Journalisten – in Ermangelung anderer Geschichten – von Kurzeinsatz zu Kurzeinsatz größere Unmutsäußerungen in den Mund legen wollten, kompensiert seine gesunde Unzufriedenheit mit einem Einsatzwillen, der beim 1:0 überdeutlich zu Tage trat. Wer sonst hätte Herrn Ribery so deutlich „das Tor geklaut“?

Mich beeindruckt das und selbst der zuletzt eher nachlassende Franzose fühlte sich hier wohl herausgefordert und brannte das beste Spiel der letzten Wochen auf den Rasen. Es kann zur Zeit nicht besser laufen beim FC Bayern!

Sicher, der Vorsprung wird tatsächlich jeden(!) Spieltag größer und unser Selbstbewusstsein dadurch nicht kleiner, aber ich glaube durchaus, dass wir auch mit weniger Punktepolster so dominant auftreten würden. Gedankenspiele.

Die Bremer traten in München auf und an, wie man es von ihnen erwarten durfte: Weit zurückgezogen und mit der Hoffnung, dass es a) überhaupt Konter gäbe und b) einer davon vielleicht sitzen würde. Was bleibt einem Bayern-Gegner dieser Tage anderes übrig?

Machen wir es kurz – es ging schief (erneut grandios: Unsere 6er!). Im Gegensatz zur Vergangenheit finden die diesjährigen Bayern immer eine Lösung, eine Lücke oder den vorentscheidenden Fehler beim Gegner, um das Spiel für sich zu entscheiden.

Vor dem 1:0 sind mir keine gröberen Fehler aufgefallen – das war einfach klasse gespielt. Und ähnlich wie in Wolfsburg van Buyten stand nun Ribery mehr als parat, ebenfalls einzunetzen. Nicht nur unfassbare Effizienz, nein man schafft auch noch doppelte Sicherheit, dass einer schon den Ball hineinzimmern wird. Beeindruckend.

Kurz danach das 2:0 nach einem Standard. Einer Standard-Situation! Obwohl: Soo ungewöhnlich sind Standard seit dieser Saison ja nicht mehr. Noch so ein Punkt. Und dann auch noch Freistoß Robben, Kopfball Martinez. Im Grunde ist es also egal, wer daran beteiligt ist, das Grundprinzip erscheint trainiert. Trainiert!

Spätestens nach dem – berechtigten – Platzverweis für Werder kurz vor der Pause war der Drops gelutscht. Und so konnten die Bayern in der zweiten Halbzeit ihrer puren Spielfreude freien Lauf lassen. Arme Bremer mussten dieser Begeisterung tatenlos zusehen. Andererseits: Solche Spiele zahlen ein wenig von dem zurück, was wir Bayern mit diesen Gegner über die Jahre erleiden mussten. Ein wenig.

Noch mehr Positives?

Wir konnten fast die gesamte 1a-Offensive schonen, Ribery hat am Mittwoch ja ohnehin Pause. Ein Luxus, den ein FC Bayern sich lange Zeit nicht leisten konnte. Andere sprangen in die Bresche. Vor allem Robben. Herr Shaqiri gab vor dem 4:0 eine Weltklasse-Vorlage, Herr Gomez legte mit einem Doppelpack nach. Davon abgesehen, war bei beiden noch Luft nach oben, vor allem unseren Schweizer merkte man fehlende Spielpraxis und -Bindung zu seinen Mitspielern an. Naja, wäre es nicht unmenschlich, wenn selbst so was perfekt funktionieren würde?

Unsere Defensive war gegen harmlose Bremer zumeist wenig gefordert, von daher kann man z.B. zur Leistung unserer Arbeitsbiene Diego Contento kaum etwas sagen, ebenso wenig zum Startelf-Rückkehrer Boateng. Erneut der Turm in der (nicht vorhandenen) Schlacht war Dante. Allein, dass Gegentor muss man wohl zu größten Teilen ihm anlasten. Einer seiner arg seltenen Fehler in dieser Saison führte zum ersten Bundesliga-Gegentor im Jahr 2013. Wir stehen nun bei acht(!) Gegentoren. Ende Februar – verrückt.

Das war es aber dann schon mit den Haaren in der Suppe. Wir schlugen die Bremer trotz halber Kraft standesgemäß und haben unseren Vorsprung, wie sich herausstellen sollte, um weitere zwei auf nunmehr 17(!) Punkte ausgebaut. Wo soll das alles noch hinführen?

Zu einem bösen Erwachen am Mittwoch, wenn die Dortmunder eines ihrer letzten drei Saisonziele (Pokal, Championsleague, Heimspiel gg FCB) verfolgen wollen?

Ich bin ganz ehrlich: Mir hängen die beiden letzten Spielzeiten immer noch nach. Ich bin froh, wenn unser großer Vorsprung irgendwann wirklich so groß ist, dass die Meisterschale endlich wieder zurück an die Säbener Straße wandert.

ABER wäre es nun nicht endlich mal an der Zeit, von diesem Understatement abzurücken? Es geht hier nicht um Arroganz, Überheblichkeit oder Mia-san-mia. Es geht doch darum, dass wir in der Bundesliga einen geilen Job machen, die Dortmunder sich auf Vorjahresniveau einpendeln, wir aber einen sagenhaften Sprung nach vorne gemacht haben. Es geht darum, dass wir Dortmund im Supercup-Finale geschlagen haben, es geht darum, dass wir in der Hinrunde ein enges Spiel in München gesehen haben (ich auch!), welches wir ob der Gesamtbewertung hätten gewinnen können, wenn nicht müssen (weshalb die Schwarzgelben nach dem Remis ja auch im Überschwang der Gefühle schwebten).

Warum sollten wir dann vor dem anstehenden DFB-Pokal-Viertelfinale am Mittwoch nicht sagen dürfen, dass wir Dortmund schlagen können, schlagen wollen und meiner Meinung nach auch schlagen werden?

Nein, wir gönnen Herrn Lemke weiterhin kein Extra-Bier!

Auf geht’s, Ihr Roten!

Zweitklassige Kanoniere oder 30-Minuten-Dampfwalze

Es ist so weit. Die Bayern stehen mit mehr als einem Bein im Viertelfinale der Championsleague und mir fällt dazu kaum etwas ein. Schuld ist wie zumeist der Kopf. Also der Stress, die Müdigkeit, schlichtweg der Alltag, den dieser zu verarbeiten hat. Aber genug von mir, es geht hier ja um den FC Bayern.

Nein, gefallen hat mir dieses Achtelfinal-Hinspiel in London außerordentlich. Die ersten 30 Minuten machten regelrecht Appetit auf das Rückspiel in München, welches ich live verfolgen werde.

Ob es das Beste war, was ein FC Bayern in letzter Zeit oder jemals auf den Rasen gebrannt hat? Ich will unserem Präsidenten da gerne mal widersprechen. Denn natürlich war Arsenal – einmal mehr – der nächste schwerste Gegner, den wir dann – wie alle anderen Teams – ebenfalls deutlich in die Schranken gewiesen haben. Ist man aber ehrlich, ist das aktuelle Team der Kanoniere nur noch ein Schatten vergangener Tage.

Mir soll es recht sein. Die wirklich engen Spiele kommen. Nächste Woche Mittwoch zum Beispiel. Aber zurück zum Dienstag.

Die Bezeichnung Weltklasse wurde mir nach den letzten Spielen ein ums andere Mal um die Ohren gehauen. Dann sagen wir es mal so: Martinez, Lahm und einige andere waren in London richtig, richtig stark.

Von Lahm war es das wohl beste Spiel der Saison, Martinez steigert sich ohnehin weiter von Spiel zu Spiel und selbst ein Gustavo – von mir noch frisch kritisiert – konnte seine Leistung inzwischen nicht nur stabilisieren, nein, er war gegen Arsenal auch wieder ein spürbarer Teil der Mannschaft – sehr gut, Luiz.

Weiter vorne ist zur Zeit ebenfalls fast alles in Butter. Mandzukic und Müller – unser 1a-Sturm – machen aufgrund ihrer Spritzigkeit, ihrer Gedankenschnelligkeit, ihrer Unberechenbarkeit mit jedem Gegner was sie wollen. Ihre beiden Tore sind Ausdruck ihres Willens und ihrer Form.

Nicht weniger begeistert war ich, dass ein Robben mit ansteigender Form offenbar die Schwäche eines Ribery aufzufangen vermag. Bitte Arjen gegen Bremen und Dortmund in die Startelf holen, DonJupp!

Ebenfalls klasse finde ich die Kurve bei Schweinsteiger. Kommt es nur mir so vor, dass selbige steigt, seit er von „Experten“ kritisiert wurde? Es zeugt imho von Charakter, wenn man als Reaktion auf solche Kritik, den Ärger darüber in positive Energie auf den Platz(!) übertragen kann.

Abgesehen von all diesen Personalien bin ich – natürlich – auch mit der Gesamtsituation zufrieden. Klar, Arsenal ist – wie oben erwähnt – vielleicht nicht mehr die ganz große Nummer in Europa, aber „auf der Insel“ muss man trotzdem erst einmal gewinnen. Unabhängig davon, dass ich genau das nach unseren ersten Rückrunden-Spielen erwartet hatte, fängt es jetzt wirklich an, interessant zu werden.

Wir erleben gerade die erste englische Woche in 2013 und haben nach Bremen die Dortmunder im Pokal zu Gast. Persönlich glaube ich, dass der BVB sich spätestens seit dem 1:4 gegen den HSV rein auf die Pokale und einen Heimspiel-Sieg gegen uns fokussiert.

Ich bin gespannt. Sollen sie ruhig mal kommen.

Gespannt bin ich auch, wie die Bremer in München agieren werden. Nicht nur einmal haben sie ihre Natur verleugnet und sich ein Remis in München ermauert. Nun, die Vorzeichen haben sich in letzter Zeit leicht verändert. Inzwischen wären die Hanseaten wohl froh, wenn sie nur so tun müssten, als würden sie wie eine graue Maus nach München reisen.

Auch darauf freu ich mich.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Traum-Mario. Albtraum-Luiz. Phantom-Javier.

Kinder wie die Zeit vergeht. Oder auch nicht. Dieses Spiel soll noch keine vier Jahre her sein? Gefühlt ist unsere damalige Klatsche schon über 10 Jahre her. Hat man unser gestrigen Spiel in der Niedersachsen-Metropole verfolgt, liegen mehr als Welten zwischen beiden Zuständen. Also dem der Wolfsburger und dem des aktuellen FC Bayern.

Der FC Bayern hat seinen Weg zu einer unglaublichen Steigerung der letztjährigen schwarzgelben Dominanz der Bundesliga fortgesetzt. Es sah nicht immer so klar aus, wie man am Ende das Spiel zusammenfassend sagen muss, aber – und da müsst auch Ihr, liebe Wolfsburger ehrlich sein – der VfL machte offenbar das wohl beste Spiel der Saison und konnte so lange mithalten. Auch weil die Münchner den Sack diesmal nicht vorzeitig zu machten. Dieses latente Gefühl der Unsicherheit blieb bis zum 2:0 durch Robben in der Nachspielzeit.

Aber was bedeutet in diesen Tagen schon das Wort „Unsicherheit“ im Zusammenhang mit dem FC Bayern? Weil wir trotz zwischenzeitlichen 18(!) Punkten Vorsprung auf Platz zwei immer noch bei den Samstagspielen der „Konkurrenz“ mitfiebern und auf starke Gegner und weitere Punktverluste von Dortmund und Leverkusen hoffen? Wie lächerlich wollen wir 2011-2012-Geschädigte uns eigentlich noch machen? Und für wie lange? Glaubt es mir – da brennt nichts mehr an!

Es sei denn… Spieler wie Javier Martinez verletzten sich langwierig. Aber der Reihe nach.

Die Bayern begannen, wie sie seit Wochen und Monaten beginnen. Sie reissen das Spiel und den Ball an sich und geben ihn kaum mehr her (Meister-Indiz). Sie gehen mit der einzig richtigen Einstellung in das Spiel: Es steht 0:0 und wir haben keine 15 Punkte Vorsprung in der Tabelle (also mental gesprochen jetzt)! Dieser Punkt begeistert mich. Es ist das alte Bayern-Gen (aus den 70er, 80er, 90, 00er-Jahren). Gemischt mit der van-Gaal’schen Dominanz und der Heynckes’schen Defensiv-Stärke. Das ist großes Kino. Die Metapher der Gegner, die am ausgestreckten Arm des FCB „verhungern“ kommt mir dabei immer wieder in den Sinn.

Keine drei Minuten dauerte es, bis Müller die erste klare Torchance hatte, die er eigentlich schon verwerten musste. Es blieb nicht seine letzte Chance und er blieb auch nícht der Letzte, dem derlei widerfahren sollte. In der Zwischenzeit machte Wolfsburg, was in der Regel alle Hecking-Gegner mit dem FC Bayern (und mir persönlich) machen: Sie gehen uns auf die Nerven. Insofern ich mal ganz ehrlich bin, interessiert mich Wolfsburg – außerhalb der gemeinsamen Partien – nicht die Bohne, von daher kann ich diesen Umstand nicht belastend beurteilen, aber übereinstimmend sprachen neutrale Beobachter dieses Spiels davon, dass unser Gegner sein bestes Spiel seit langer, langer Zeit auf den Rasen brannte. Die ersten 15-20 Minuten waren demnach ganz ordentlich anzusehen. Danach war der Zauber verflogen. Es reichte nicht gegen einen FCB in der aktuellen Form.

Wir Bayern-Fans mussten unsererseits allerdings bis zur 36.Minute warten, bis uns die Sportskameraden Kroos, Schweinsteiger und Mandzukic eine fabulöse Präsentation ihres (antrainierten(?) Standard-)Könnens ablieferten (Meister-Indiz). Sicher, dass derToni mal ab und an was aus dem Fußgelenk zaubern kann, habe selbst ich vor einiger Zeit eingesehen und dass derBastian inzwischen nicht nur mit dem Inhalt seines Kopfes etwas anzufangen weiß, sondern die Bälle auch kontrolliert seine Stirn treffen und verlassen können, daran haben wir uns heuer ebenfalls gewöhnt, dass aber in dieser Kombination alles wie am Schnürchen passt und Super-Mario Mandzukic abschließend noch per Fallrückzieher den Ball wie das heisse Messer durch warme Butter (Wolfsburger Abwehr) zieht – Respekt, das begeisterte selbst mich, der in den letzten Wochen durchaus phasenweise (positive) Langeweile ob unserer Überlegenheit empfindet.

Ab diesem Tor war es zunächst einmal um unseren Gegner geschehen und in der Folgezeit (vor allem nach der HZ) war der Ausbau unserer Führung das beherrschende Thema im Wolfsburger Strafraum. Allein unsere Verspieltheit, das eine oder andere (unkontrollierte) Zufalls-Abwehr-Bein verhinderte zu diesem Zeitpunkt den Kantersieg und ließ die Hausherren am Leben und in dem Glauben: „Da geht noch was!“.

Ging es nicht und derArjen bereitete all diesen Überlegungen das späte aber verdiente Ende. So viel zum Spiel. Gibt es auch diesmal Haare in der bayerischen Suppe?

Ohja und wir sollten nicht so euphorisch sein, nicht offen darüber zu reden. Natürlich reden hier viele (in- und außerhalb des FC Bayern) von dem sog. „Jammern auf hohem Niveau“, klar. Andererseits werden wir – wenn wir unsere Triple-Ziele (wieso sollten wir davon abrücken?) weiter verfolgen wollen – nicht davon ausgehen können, dass uns nur noch solche einmal-pro-Saison-gegen-uns-starke-Gegner erwarten. Da kommen, gar in allernächster Zeit, andere Kaliber auf uns zu und was die mit uns machen, wenn wir denen in der Anfangsphase die Bälle auf dem Silbertablett servieren, vermag ich mir lieber nicht vorzustellen.

Wie kann es sein, dass ein van Buyten – alles was ich jetzt schreibe war mein persönlicher Eindruck, fügt Euren Senf hinzu und dann schauen wir, was dabei herauskommt – in der Anfangsphase 3-5 Pässe direkt mal gepflegt zum Gegner spielt?

Wie kann es sein, dass ein Luiz Gustavo während des gesamten Spiels eigentlich fast nur neben seinen Schuhen spielt und von seinen Mitspielern (Schweinsteiger – grandios) mitgezogen werden muss?

War das nur das Pressing der Wolfsburger? Sind die beiden überspielt(?), außer Form oder hatten einfach nur einen schlechten Tag? Lassen wir van Buyten mal außen vor, der hat sich im weiteren Spielverlauf gefangen und ja, ich beobachte Gustavo spätestens seit dem letzten Pokalfinale vielleicht bei seinen Einsätzen immer ein wenig genauer als andere Spieler, aber wo ist seine durchaus als gut bis sehr gut zu bezeichnende Form der anfänglichen Hinrunde hin? Allein mit dem Rückstand nach seiner längeren Verletzung? Wir wissen es nicht und ich will mich hier auch nicht mit anderen in Diskussionen verstricken. Fassen wir es vielleicht so zusammen:

Wie sehr uns ein Javier Martinez inzwischen fehlt, merkt man genau dann, wenn er mal nicht für uns auf dem Platz steht!

Ich würde nicht behaupten, dass Martinez schneller laufen kann als Gustavo, ganz bestimmt nicht, aber seine Fähigkeit zur Antizipation ist der von Luiz wohl um einiges voraus. Wenn ich mich nur daran erinnere, wie vielen Gegnern der Ex-Hoffenheimer gestern einfach nur erfolglos hinter gelaufen ist – puh. Und die berühmten Steals habe ich von ihm gestern auch nicht gesehen.

Sei es, wie es sei, wir brauchen einen Martinez für unsere Ziele. Und einen Schweinsteiger in der gestrigen Form (hatte die vielleicht was mit der Kritik unter der Woche zu tun? Ist da jemand besonders motiviert gewesen? Es hat zumindest nicht geschadet – willkommen zurück, guter alter Bastian!

Sonst noch was?

Die Lewandowski-Gerüchte tangieren mich aktuell nicht in einem emotional messbaren Bereich. Ebenso die „scheinbare“ und von einigen Medien gepushte Robben-Melancholie. Ebenso wenig, was – parallel zu den Lewandowski-Gerüchten – mit Mario Gomez geschieht. Alles Nebenkriegsschauplätze. Wichtig ist weiterhin nur auf dem Platz und das wir unsere Serie fortsetzen. Nicht um der Serie willen, aber für Titel. Für die Titel, die wir uns am Ende der Saison zurück holen wollen.

Am Dienstag geht endlich auch für uns die Championsleague wieder los und meine Befürchtungen vor der Rückrunde, dass wir bis dahin aufpassen müssen, dass unser Vorsprung in den ersten Bundesliga-Spielen ohne Mehrfachbelastung nicht schmilzt, haben sich ja offenbar eher nicht bewahrheitet. Gut.

Jetzt geht es gegen Arsenal. Schwer genug, denn in der K.O.-Runde gibt es ja *hust* keine leichten Gegner mehr.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Königsblauer Aschermittwoch oder 70-Mio-B-Elf

Die Bayern haben den nächsten Gegner auf dem Weg zur 23.Meisterschaft besiegt. Deutlich im Ergebnis, zäh im Zustandekommen. Starten wir vor dem Spiel selbst.

Unser Trainer, der hier und da gerne mal kritisiert wurde und wird, macht aktuell vieles richtig. Nicht nur weil jeder der gewinnt Recht hat, nein, auch mit seinem Schachzug, die zuletzt weniger kritisierten denn vielmehr kritisierenden Sportskameraden Robben, Gomez und Boateng – überraschend(?) – in der Startelf aufzubieten. Vielen Vertreter der schreibenden, sendenden oder schlichtweg klassischen Front, zuckte womöglich der Stift, hier von einer B-Elf zu berichten. Allein der Marktwert der drei Protagonisten verhinderte dies.

Für mich gilt hier: Ein Verein, der drei Spieler von der Bank ins Spiel einbringen kann, die geschätzte 70 Mio. Euro wert sein mögen, allein um ihnen Spielpraxis zu geben für die anstehenden schweren Aufgaben in allen(!) Wettbewerben, kann zuletzt nicht viel falsch gemacht haben.

Bei einem Gegner, der heuer den besten Saisonstart seiner langen Vereinshistorie feiern durfte und in München eher wie ein Abstiegskandidat agierte, verbieten sich solche Vergleiche sicher. Uns kann das nicht weiter stören, oder wie es Herr Schweinsteiger nach dem Spiel so treffend analysierte: „Wir können nichts dafür, wenn unsere Gegner schwächeln.“

Das Spiel selbst lief, wie es oft läuft, wenn der FC Bayern beteiligt ist. Entweder der Gegner steht mit allen Spielern am eigenen Strafraum, oder er sucht sein Heil im „Mitspielen“. Ein Glück, dass in dieser fabulösen Saison beides zumeist keinen Erfolg beschert. Unsere Gegner sind vor, während und nach den Spielen verunsichert. Ein Traum für uns.

Hinzu kam im Spiel gegen die Königsblauen, dass – vor allem in HZ1 – die Herren Ribery, Martinez und Alaba einen Weltklasse-Tag erwischt hatten. Denn auch wenn man über das Foul an Ribery und Robben diskutieren kann – Fehlentscheidungen waren beide SR-Pfiffe nicht und die Ausführungen beider Standards(!) stehen ohnehin außerhalb jeglicher Diskussion. Ganz zu Schweigen von der Verdientheit der 2:0-Pausenführung.

Unseren Kritikern gehen so langsam die Argumente aus. Wie auch im Fall Javier Martinez. Man hört, sieht und liest diesbzgl. rein gar nichts mehr. Warum? Weil seine unfassbare Präsenz, Balleroberung und Ballverteilung genau das ist, was wir zuvor bei ihm beobachtet haben, wofür wir bereit waren, die „wahnsinnige“ Ausstiegsklausel zu bezahlen und was er – nach einer gewissen Eingewöhnungszeit in München – nun auch vollends auf den Rasen brennt.

Tja und was uns der gute David seit seiner Rückkehr erneut und noch weiter anbietet, spottet ohnehin jedem Verdacht der Kritik. Alle drei Jungs sind einfach nur eins: Weltklasse!

Nicht auf diesem Niveau, aber bemüht, kaum abfallend und gegen dieses Schalke in ausreichender Form spielten die oben erwähnten Robben, Gomez und Boateng. Klar, Boateng hatte in der Defensive kaum mit Königsblauen zu tun, Robben und Gomez merkt man ihmo aber durchaus fehlende Praxis an. Auch wenn das Bemühen unverkennbar war. Nur durch solche Einsätze wird dieses Problem aber gelöst. Daumen hoch, DonJupp.

Schalkes Schwäche in diesem Spiel ist das eine Thema, ein anderes die Stärke des FC Bayern. Was da an Laufbereitschaft und vor allem Gegenpressing bei Ballverlust lief, war schon meisterlich! Auch gegen stärkere Gegner wird man so die Erfolgsserie fortsetzen können.

Ob wir noch kurz über die Haare in der Suppe reden soll? Von mir aus.

– Gomez stand vor Alabas 3:0 im passiven Abseits, welches aktiv wurde.
– Robben darf vor seinem Heber auf das Tor den Ball gerne abspielen.
– Der FC Bayern agierte ab und an zu verspielt, mehr Tore wären durchaus möglich gewesen.

Das war es dann aber auch schon. Eher noch mehr positive Punkte. Denn mit seinem Dreifach-Wechsel sorgte Heynckes für weitere Reservisten-Spielpraxis bei Contento, Rafinha und Gustavo. Noch mehr Daumen, Herr Trainer!

Ist die Meisterschaft nun (vor)entschieden?

Wohl eher schon. Wie soll das noch schief gehen? Grob geschätzt müssten wir 1/3 unserer restlichen Spiele verlieren, falls Dortmund und/oder Leverkusen alle restlichen Spiele gewinnt. Zwei Gegner die (endlich einmal) auch nach der Winterpause noch international aktiv sind. Der BVB gar in dieser Woche im winterlichen Donezk, am Rande Europas, während der FCB sich in aller Ruhe auf das freitägliche Gastspiel in Wolfsburg vorbeiten kann.

Wie es sich für Dortmund am Samstagabend gegen Frankfurt mit dann zwischenzeitlich möglichen 18 Punkten Rückstand und Donezk in den Beinen spielen mag? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur eins: Weiter, immer weiter FC Bayern!

Auf geht’s, Ihr Roten!

Weisheiten #231

„Was der Olaf Thon da von sich gegeben hat – er war doch auch nicht Armin Hary! Vielleicht ein bisschen Frust. Er hätte wahrscheinlich gern so gut gespielt wie Bastian Schweinsteiger es tut. Vielleicht ist es bei Olaf Thon auch ein bisschen Frust, weil er heute im Fußball keine Rolle mehr spielt. Wir sind jedenfalls sehr zufrieden mit Bastian.“

Karl-Heinz Rummenigge, Bastian-Fan