Ich will ja nix sagen und ich habe ja auch keine Ahnung

Aber irgendwie erinnert mich die Schalker Situation fatal an die der schwachgelben Borussia vor dem großen Crash mit Niebaum und Meier als sie die Championsleague verpassten.

Nur – wie gesagt – ich habe keine Ahnung, bin kein Schalker und kenne die echten Zahlen nicht.

Allerdings gibt es doch bestimmt den einen oder anderen Schalker, der mir sofort darlegen kann, dass das keine kritische Situation für die Königsblauen und alles total seriös durchkalkuliert ist, oder?!

Die UEFA wäre so gerne einer von uns

Die UEFA hat entschieden. Und spricht den echten Fußballfans aus dem Herzen. Also nicht diesen WM-Touristen jetzt.

„Die Magie des Fußballs besteht aus dem gegenseitigen Zusammenspiel der Emotionen zwischen dem Platz und den Rängen, wo die Zuschauer ihre ganze Palette von Gefühlen auf die Spieler übertragen können. Die UEFA befürchtet, dass die Vuvuzelas die Atmosphäre komplett verändern, die Emotionen der Fans untergehen lassen und vom Spiel selbst ablenken würden.“

Ui. Auf einmal sind Fans doch irgendwie wichtig? Oder ist es nur wichtig, sich den Anstrich zu verleihen, als hätte man die Fans dabei wirklich im Auge und nicht nur das eigene Image?

Wie auch immer. Diese Entscheidung der UEFA finde ich gut – das sagt aber nicht darüber aus, was ich von den sonstigen Überzeugungen dieses Verbandes halte.

Robben und Co. auf dem Weg nach Wembley?

Die Bayern – ihres Zeichens Vize-Championsleague-Sieger – nehmen also einen neuen Anlauf, diesen Pott endlich einmal wieder zu gewinnen.

Heute wird ausgelost, wer ihnen dabei in der Gruppenphase im Weg steht.

Mhm.

Die hier schon mal nicht (ebenfalls Topf 1 wie die Bayern):

FC Barcelona, Manchester United, FC Chelsea, FC Arsenal, Inter Mailand, AC Mailand, Olympique Lyon.

Ebenso wenig Werder Bremen und FC Schalke 04. Klar.

Bleiben also noch (Topf 2):

Real Madrid (Chance: 16,7% bezogen auf den jeweiligen Topf), AS Rom (42,9%), Shakhtar Donetsk (14,3%), Benfica Lissabon (14,3%), FC Valencia (16,7%), Olympique Marseille (14,3%), Panathinaikos Athen (14,3%).

Ferner (Topf 3):

Tottenham Hotspur (57,1%), Glasgow Rangers (14,3%), Ajax Amsterdam (14,3%), FC Basel (14,3%), Sporting Braga (14,3%, abhängig, ob Benfica zugelost wird, fällt dann weg), FC Kopenhagen (14,3%), Spartak Moskau (14,3%).

Und schließlich (Topf 4):

Hapoel Tel-Aviv (12,5%), Twente Enschede (12,5%, abhängig, ob Ajax zugelost wird, fällt dann weg), Rubin Kazan (12,5%, abhängig, ob Moskau zugelost wird, fällt dann weg), AJ Auxerre (14,3%, abhängig, ob Marseille zugelost wird, fällt dann weg), CFR Cluj (12,5% (Land?)), Partizan Belgrad (12,5%), MSK Zilina (12,5% (Land?)), Bursaspor (12,5%).

Meine Lieblinge? Wenn’s einfach sein soll: Panathinaikos, Kopenhagen und Tel-Aviv (Cluj und Zilina habe ich noch nie gehört).

Aber mögen würde ich: AS Rom (mag ich irgendwie, schade das Toni schon wieder weg ist), Glasgow Rangers (mag ich gar nicht, da selber Celtic-Fan) und Twente Enschede (wegen unseren Holländern).

Auf keinen Fall Real – mit Mourinho sind die heuer richtig stark, da endlich auch defensiv vorhanden…

Nach dem Beckenbauer-Cup ist vor dem Windeck-Pokal

Ich habe mich ja die ganze Zeit schon darüber aufgeregt, bis mir gestern Abend jemand einen Tipp gab.

Wieso spielen die Bayern am Montagabend gegen Germania Windeck?

Na weil sie selbst nicht früher wollten. Aufgrund des Franz-Beckenbauer-Cups.

Ist ja auch klar, dass man, spielt man am Freitag zu später Stunde noch so eine Art Freundschaftsspiel, dann kann man nicht am Samstag oder Sonntag zum Pokal in Köln antreten. Logisch.

Wenn auch unnötig.

Denn diesen überdimensionierten Pokal (Casillas hatte sichtbar Problem diesen zu stemmen) wird der FC Bayern in absehbarer Zeit ohnehin nicht gewinnen.

Er liegt falsch und die Gegner sind zumeist zu stark.

Das war gegen Barca so (Mehmet Scholl Abschiedsspiel), gegen Inter ebenfalls und gegen Real Casillas erst Recht.

Nicht das wir nicht unsere Chancen gehabt hätten und ich mich von Herzen freute einen derart spielfreudigen Ribéry auf dem Platz wirbeln zu sehen oder gar den nächsten aus der Gerland’schen Rasselbande.

Nein, soweit alles super und wir hatten Madrid ja auch weitestgehend im Griff, aber

– ein Badstuber darf bitte keine Elfmeter schießen

– ein Pranjic ist höchstens ein Backup, den will ich nicht in der Startelf sehen

– ein Sosa sollte wohl nur für seinen Verkauf Werbung laufen

– und Brafheid hat es in München mehr als schwer, was sich ja auch direkt im Spiel zeigte. Bezeichnend, dass er den letzten Elfer eben auch noch verschoss.

Gleichwohl machte es mir gar nicht so viel aus wie in den letzten Jahren. Gegen Real Madrid zu verlieren. Liegt scheinbar an Mourinho. Und dieser Satz ist in doppelter Hinsicht revolutionär für mich.

Stand ich beiden Themen in den letzten Jahren, teilweise Jahrzehnten doch mehr als ablehnend gegenüber.

Aber Mourinho ist einfach ’ne coole Sau. Allein wie er die provinzielle Wettverbots-Posse mit dem Abstreifen seiner Trainingsjacke ad absurdum führte. Herrlich. Auf der anderen Seite ist das natürlich schrecklich und aus tiefstem Herzen abzulehnen, denn wer weiß wieviele Jugendliche jetzt plötzlich spielsüchtig geworden sind. Millionen. Allein weil sie diesen Schriftzug gesehen haben. Oh mein Gott.

Ich schweife ab.

Im Ernst sehe ich Real Madrid mit der Verpflichtung gerade dieses Trainers wieder ganz oben auf der Favoritenposition für mögliche Titel. So sehr mich das für Barcelona – meinen spanischen Verein – stört, aber was hat bei Real bei all der Einkaufswut in den letzten Jahren gefehlt?

Richtig, ein Defensiv-Konzept.

Denn offensiv bleiben da kaum Wünsche offen.

Dieses Thema betrifft die ferne Zukunft.

Die nahe Zukunft ist das morgige Pokalspiel in Köln gegen die Germania aus Windeck.

Normalerweise gibt es über dieses Spiel nix zu berichten. Klassisches Erstrundenspiel. Bayern – wie immer – haushoher Favorit.

Das ist aber Theorie und vor dem Spiel stehen die Chancen eben 50:50.

Zumal die Bayern immer noch nicht mit ihrer Wunsch-Startelf antreten können. Abgesehen jetzt von Trainingsrückständen.

Robben ist sowieso verletzt. Aber jetzt fallen auch noch Olic und van Buyten aus.

Und wo hat sich unser Kampfschwein verletzt? Na klar, bei der Nationalmannschaft! Herrje.

Trotzdem.

Ich denke, dass die Zeiten der großen Erstrunden-Niederlagen der Bundesligisten irgendwie vorbei sind. Das ist schade für’s Boulevard und ARD/ZDF, weil so die Weinheim- und Vestenbergsgreuth-Einspieler immer mehr zu Archiv-Aufnahmen verkommen und man sich langsam neue Worthülsen zulegen muss, aber die Verlockung, auf kurzem Weg, die klammen Etats aufzubessern (wohlgemerkt der grauen Bundesliga-Mäuse), lässt die Herren Profis laufen.

Oder wieviele Pokalblamagen gab es bislang an diesem Wochenende?

Und auch mit nur 14 Tagen Vorbereitung für unsere WM-Spieler sollte es dann wohl doch was werden mit dem Einzug in die zweite Pokalrunde.

Meiner Meinung nach. Aber ich schau‘ es mir ja live an und kann notfalls persönlich eingreifen.

Auf geht’s Jungs, die neue Saison startet endlich!

Im Schatten der WM den Mantel des Schweigens aktiviert

Im Grunde ist das ja nix Neues.

Ein Thema bestimmt die Gazetten und da drängt es sich gerade zu auf, mal schnell unangenehme Themen durch’s Dorf zu treiben.

Das funktioniert in der Politik genauso wie im Fußball.

Warum ich das erwähne?

Weil ich gestern im Videotext eine nette Meldung zu einem ehemals größeren Thema las.

Den Gerüchten rund um die Aberkennung aller letztjährigen Titel für Inter Mailand.

Nun, machen wir es kurz.

Das Thema ist durch und es wurde – nennen wir es einmal – „italienisch“ gelöst.

Inter Mailand Präsident Massimo Moratti wurde vom italienischen Verband FIGC für drei Monate gesperrt, nachdem Absprachen mit Genua-Präsident Enrico Preziosi in Transferfragen festgestellt wurden.

Hui. Im Untertitel wird es noch dramatischer…

Mitten im Transferfenster muss der italienische Meister ohne ihren Vorsitzenden auskommen.

Wichtig ist dagegen nur dieser Satz.

All zu sehr schmerzen dürfte die „Nerazzurri“ dieses Urteil nicht, denn obwohl Moratti seine Sperre absitzen muss, dürfen seine Kollegen weiterhin Geschäfte im Namen des Triple-Siegers machen.

Womit dann auch alles gesagt wäre.

Wo stünde der FC Bayern, wenn er auch noch Schulden machen würde?

Die Bayern sind Vize-Championsleage-Sieger geworden. Nicht zu Unrecht. Und vor allem mit dem Festgeldkonto.

Wo stünde der FC Bayern – sportlich, nicht finanziell – wenn er auch zusätzlich noch so sehr auf Pump leben würde wie der frische Sieger in der Championsleague?

Alter Schwede. 431.550.000,- Euro Schulden hat Inter. Zwar befindet man sich in Italien somit in guter Gesellschaft, aber was hat das mit „Chancengleichheit“ zu tun?

Nur damit mich niemand falsch versteht: Inter hat das Finale völlig verdient gewonnen. Ebenso wie das Triple. Und ich will hier auch nicht Inter klein und uns selbst groß schreiben, aber diese Zeilen brennen mir seit Tagen unter den Nägeln.

1.800.000.000,- Euro Schulden haben Italiens Top-20 insgesamt. Wo stünde der ital. Vereinsfußball mit dem deutschen Lizenzierungssystem?

Eben. Ich wollte es halt nur festgehalten haben. Ist schließlich Sommerpause…

Das Finale ist Geschichte, unsere Story geht aber weiter

Wir haben ein Finale verloren.

Trotzdem gibt es heute zwei mehr als gute Nachrichten.

Diese und diese hier.

Der Wahnsinn geht weiter. Jetzt schnell noch eine verletzungsfreie WM für unsere Bayern-Spieler, ein, zwei Kracher für die Defensive und dann eine perfekte Vorbereitung (schließt sich eigentlich dank WM aus).

Ick freu‘ mir.

Weltklasse in Deutschland

Es ist Demut angesagt.

Inter Mailand hat verdient das Finale der Championsleague gewonnen. Sie konnten im größten Spiel der europäischen Fußballsaison die Bestleistung abrufen. Der FC Bayern nicht. Aber der Reihe nach.

Sicher.

Wir könnten darüber diskutieren, dass

– Howard Webb kein Heimschiedsrichter (Bayern war per Los zur „Heimmannschaft“ bestimmt worden) war,

– er somit das Ribéry’eske Foul Sneijders an Robben (wie lange stand dieser auf Robbens Knöchel?) nicht ähnlich ahndete,

– dieser Sneijder später den Traumpass auf Milito vor dessen 0:1 spielen konnte.

Machen wir aber nicht.

Wir diskutieren eher darüber, dass

– ein Thomas Müller (noch) kein abgezockter Goalgetter ist und somit eben nicht kurz nach dem Pausentee das 1:1 erzielte,

– dummerweise unsere beiden – in dieser Saison – Weltklasse-6er sich gerade in Madrid ihre Auszeit nahmen,

und

– unsere Innenverteidigung deshalb knallhart ihre Unzulänglichkeiten (1:1-Situationen, Schnellig-, Wendigkeit) vor Augen geführt bekamen.

Nein.

Für Inter waren wir gestern wie Werder vor Wochenfrist: Nutzt man seine eigenen Chancen nicht, bekommt man vom Gegner eine kostenlose Lehrstunde.

In einem Finale, noch dazu der Championsleague, muss man seine Bestform abrufen. Taten einige Spieler nicht. Die komplette Zentrale – ansonsten in dieser Saison oft unsere Paradedisziplin – war offen wie ein Scheunentor. Schweinsteiger, van Bommel, Demichelis und van Buyten.

Da half es auch nichts, dass die Comeback-Bayern es immer und immer wieder versuchten. Ein Robben immer und immer wieder Anlauf nahm. Die Bayern kontrollierten den Ball, Inter das Spiel.

Ich mache auch das Fass Ribéry nicht mehr auf. Aber man merkte dass er uns fehlte. Nicht für sich, aber vor allem für Robben. Drei Gegenspieler sind ja schon in der Bundesliga eine Menge Holz, aber in der Championsleague?

Womit wir bei der Taktik sind. Und Mourinho.

Ganz ehrlich: Was habe ich diesen Typen gehasst. Zu seiner Chelsea-Zeit. Bäh. Und wie sehr hat sich dies in den letzten Wochen geändert. Vor allem auch nach dem gestrigen Spiel.

Hinter dem öffentlichen Bild steckt ein ganz anderer Mensch. Und vor allem – was für ein Trainer!

Er sagt vor dem Spiel: „Wir haben beim FC Bayern eine Schwäche in der Innenverteidigung ausgemacht.“

Und was passiert? Genau diese Schwäche wird knallhart ausgenutzt.

Sie wussten um die Stärken eines Robben.

Und was passiert? Genau diese Stärke wird ihm genommen. Volle Kontration, ihm seine berühmten Märsche quer zum Strafraum zu nehmen. Aussen, Grundlinie, ok, aber diese Bälle nach innen trafen ja ohnehin, über die gesamte Spielzeit, nur Inter-Spieler.

Das war Weltklasse.

Die Organisation, das System, zwar nicht schön anzusehen, aber dermaßen effizient und eingespielt, dass es eben weh tut.

Sind wir weiterhin ehrlich: Daran hat sich eben halb (oder seit gestern ganz) Europa die Zähne ausgebissen.

Die Bayern hatten in dieser Saison eine Chance in der Gesamtabrechnung. Haben immer das Richtige gemacht. In der Summe. Vier Niederlagen haben sie kassiert. Und sind trotzdem, oder gerade deshalb, ins Finale eingezogen.

Im Finale selbst gibt es aber keine Summen. Kein Hin- und Rückspiel. Kein Auswärtstor. Da gibt es nur das Finale. Und dafür sind einige Spieler des FC Bayern noch zu grün hinter den Ohren.

Vielleicht waren aber auch die letzten Wochen Gift für die Mannschaft. Das ging alles zu leicht. Einige waren schon sehr lässig und dachten wohl, dass das jetzt so weitergehen würde.

Falsch gedacht.

Von all diesen Dingen abgesehen lasse ich mir aber meine, unsere Spitzen-Saison nicht kaputtmachen.

Das war klasse.

Alter, wir haben das Double geholt und standen im Championsleague-Finale – wie geil ist das denn?

Und wer hätte dies noch Mitte der Hinrunde erwartet? Als die Bayern anfingen, dass Feld (und das war ein weites Feld) von hinten aufzurollen. Noch dazu ein ums andere Mal dem CL-Ausscheiden von der Schippe sprangen.

Am Ende überwiegt die Freude des Erreichten. Und die Perspektive. Ob Inter eine Ära starten wird? Ich glaube nicht. Inter nutzte „bloß“ die Chance der Schwäche der Etablierten perfekt aus. Mit einem System. Dem Mourinho-System. Der ist nun weg. Bei Real. Aber immerhin nutzten sie die Chance (von daher erinnert mich die Saison an den Titel des FC Porto…).

Die Bayern dagegen habe etliche Frischlinge im Team. Und die bringt – man kann sich alles schönreden, aber das sehe ich so, ich sag nur 1999 – eine Niederlage im CL-Finale in ihrer Entwicklung weiter, als wenn wir nun das Triple geholt hätten.

Soviel Potential. Dazu noch – möglicherweise – ein Ribéry. Da wächst – entsprechende (defensive) Ergänzungen – was Großes zusammen.

Und erhöht somit schon jetzt die Vorfreude auf die Zukunft.

Danke Jungs. Für diese Saison!

Wenn das mit dem Fußball nicht mehr klappt,

kann man ja immer noch Rockstar werden. Oder so.

Andreas Görlitz hat zusammen mit seiner Band Room77 und Tommy Reeve einen Song zum Champions-League-Endspiel geschrieben. „Go to Bernabeu“ heißt das Stück.

Na dann kann ja nix mehr schiefgehen. Und wenigstens am Ende der gemeinsamen Zeit lese ich somit noch einmal etwas von Herrn Görlitz. Immerhin ebenfalls Double-Gewinner.

Oder wird sein Vertrag doch noch einmal verlängert?