Ribéry bleibt für unser Finale gesperrt!

Und?

Was soll ich mich darüber aufregen?

Wer hier an eine Verschwörung glaubt, sollte auch vielleicht mal drüber nachdenken, ob man Ribéry einfach raten könnte, solche Fouls – denn das es eins war, ist ja unbestritten – zu unterlassen.

Dann kann sich auch niemand gegen ihn verschwören.

Egal. Wenn wir das packen, dann packen wir das jetzt auch ohne Ribéry. Bleibt uns ja ohnehin nichts anderes übrig!

Felix, mach den Rasensprenger aus!

Nein, Felix, es hätte Dir besser zu Gesicht gestanden, wenn Du Dir vorher noch einmal ein paar Statistiken durchgelesen hättest.

Diese hier zum Beispiel. Oder direkt diese.

Und dann hättest Du Dich in Deiner (gespielten) Souveränität einfach zurücklehnen können, um wirkliche Größe zu zeigen und dem FC Bayern zur verdienten Meisterschaft zu gratulieren.

Wolltest Du aber nicht.

Weil Du (und nur Du) mit dem zweiten Platz nämlich ganz und gar nicht zufrieden bist. Seit Du beim FC Bayern warst, wir Dich zum „Meistertrainer“ gemacht haben, ist Dein Anspruchsdenken ein anderes.

Im Gegensatz zum Umfeld des FC Schalke reicht(e) Dir das Erreichen der sicheren CL-Qualifikation nicht. Du wolltest mehr. Sicher. Die Fans dann auch. Aber beim Stand von 0:2 gegen Werder haben die Fans angefangen zu feiern. Nicht Du.

Du hast gute Miene zum – für Dich – bösen Spiel gemacht und die Welle mit Saurem-Gurken-Gesicht absolviert.

Schade.

Wie erwähnt, an Deiner Stelle hätte ich diese Diskussion nicht angefangen. Ich hätte vielleicht die Faust in meiner Tasche geballt und mir danach einen hinter die Binde gekippt.

Vizemeister ist Schalke nämlich aus ganz anderen Gründen geworden!

Schalke hatte keine Chance gegen die Bayern. Diese hat der sog. Arbeiterverein aber genutzt. Hat über große Teile der Saison am obersten Limit gespielt und von der besten Saison eines Kevin K. profitiert.

Denn wer redet von all den SR-Entscheidungen gegen die Bayern? Von all den Pfosten- und Lattentreffern, die wir nicht genutzt haben?

Hörst Du da bei uns irgendjemanden?

Ab und an vielleicht. Direkt nach dem Spiel, wenn man aufgeladen ist. Aber Stunden später? Im ASS-Interview? Als Aufmacher? Nö.

Egal.

Meister ist ja jetzt der FC Bayern. Von daher könnte mir Deine Gefühlslage eigentlich egal sein. Trotzdem wollte ich paar Gedanken zum Besten geben. Denn – und da sind wir uns doch alle einig – was wäre wohl für ein Aufschrei durch Deutschland, die Bundesliga und die gesamte Blogosphäre gegangen, wenn die Bayern sich derlei Begründung für einen Vize-Titel zurechtgelegt hätten?

Eben.

Ich persönlich freue mich für euch. Auf Schalke in der Championsleague. Und auf ein Schalke mit Doppel- und Dreifachbelastung. Und vor allem mit Deinen Gesetzen zu diesem Thema.

Meine Phrasen stehen schon parat.

Jetzt hauen sie ihn um. Nein. Er macht sie alle fertig!

Unter uns Bayern-Fans ist dieses Zitat bekannt. Und obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch selbst kein Fernsehen schauen konnte, erzeugt dieser Moment immer noch eine gewisse Gänsehaut wenn ich nur dran denke.

Sternstunde nennt man sowas. Noch dazu in der Championsleague. Auch wenn die damals noch nicht erfunden war. Es ging aber um den gleichen Pott. Bayerns ersten Pott.

Für diese Momente ist man Fußball-Fan. Andere Fans anderer Vereine haben andere Momente. Aber jeder dieser Momente brennt sich in das Gedächtnis.

All das mag in der Überflutung mit Adrenalin liegen, oder an der unbequemen Haltung vor dem TV, weil man befürchtet, dass eine Veränderung Unglück bringt.

Klar. Nach dem Spiel ist man immer schlauer. Nach dem Spiel ist allen klar, dass unser Gegner in diesem Halbfinale so gut wie nie eine echte Chance auf das Finale hatte.

Derlei war aber nicht abzusehen.

Waren die Bayern in den Runden zuvor doch eher taktisch meisterlich. Und nicht so sehr auch spielerisch.

Diese unterschiedlichen Facetten machen den FC Bayen 2009/10 aber wohl so spannend, so abwechslungsreich, so – Entschuldigung – geil!

Gestern Abend war geil, dass

– der FC Bayern einen Trainer hat, der das IV-Problem fulminant löste: Einfach jeden Angeschlagenen nur 45 Minuten spielen lassen.

– ein Bastian Schweinsteiger endlich auch mich überzeugt hat, dass er einer der besten Spieler in Europa auf seiner neuen Position ist.

– in Kombination mit van Bommel beide das Spiel dermaßen beherrscht haben, dass es mich vollends die Beherrschung verlieren ließ.

– ein Philipp Lahm endlich wieder zu seiner Weltklasse-Form vergangener Spielzeiten fand.

– die Verpflichtung eines Ivica Olic – neben dem Robben-Transfer – die beste Tat des FC Bayern der letzten 10-20 Jahre war.

– der FC Bayern – nur ein Spiel vom Finale der Championsleague entfernt – einen Gegner wie Lyon, in dessen Stadion, so dermaßen demoralisieren kann, dass es richtig weh tut. Lyon jetzt.

– ich als Fan des FC Bayern nun endlich wieder eine meiner Lieblings-Phrasen dreschen kann – der FC Bayern nämlich erneut dem deutschen Fußball, der Bundesliga und all den europäischen Fahrstuhlmannschaften, große Dienste erwiesen hat: Mit dem Finaleinzug der Bayern haben wir offensichtlich Italien in der 5-Jahreswertung überholt und ab der übernächsten Saison einen dritten, sicheren CL-Teilnehmer – zumindestens solange, bis Stuttgart, Wolfsburg & Co. das wieder kaputt machen (ich liebe diesen Absatz…).

Für mich ist diese Saison schon seit einiger Zeit gelungen. Mehr und mehr tendiere ich dazu sie als „total geil“ zu bezeichnen.

Wer hätte nach den Niederlagen gegen Bordeaux, nach dem massiven Rückstand zur Tabellenspitze in der Hinrunde, nur ansatzweise mit einem derartigen Resultat gerechnet?

In seinen Träumen vielleicht, ja.

Für mich ist heute alles rosarot. Und am Samstag gegen Bochum? Wie unser Kapitän das gestern so schön formulierte: Die Hütte wird brennen!

All das Gefasel aus der Königsblauen Ecke, dass die Championsleague uns auf dem Weg zur Meisterschaft stolpern lassen würde, halte ich seit gestern Abend für erledigt.

Ganz im Gegenteil wird uns dies imho nun in den nächsten beiden Spielen beflügeln. Armer VfL, aber ein Heimspiel eines Gegners mit Glückshormon-Überschuss ist ein Heimspiel gegen einen Gegner mit Glückshormon-Überschuss.

Wieso sollten wir mit Weltklasse-Spielern wie Robben, Olic, Schweinsteiger, van Bommel & Co. nicht mit der gleichen Intensität weiter machen?

CL-Schwächen kann ich in der Hinrunde erklären, oder in Sandwich-Spielen wie in Gladbach, wenn nebenbei der Gegner auch noch eigene Spieler vom Rasen tritt und diese dann beim Gegentor ihren Gegenspielern nur noch hinterherhumpeln können. Aber Bochum? Am 33.Spieltag? Während der Gegner ein Heimspiel gegen einen ebenfalls auf der Erfolgswelle schwimmenden CL-Aspiraten zu bestreiten hat?

No, Sir.

Ich hatte eine Einladung zum diesjährigen Telekom-Event in der Logo in der Allianz-Arena für nächsten Samstag. Leider musste ich diese aus privaten Gründen absagen.

Mit dem heutigen Wissen um die sportliche und private Situation, hätte die Absage nicht unbedingt sein müssen, aber da sind wir wieder beim Thema: Nachher ist man immer schlauer!

Umso mehr gilt die Devise aus der Ferne:

Auf gehts, Ihr Roten! In die Endspiel-Samstage im Mai!

Alter, was ist das für ein Film in dieser Saison?

Ich bin immer noch fassungslos. Was sich da so abspielt. In dieser Saison.

Was sind das für Spiele, die meine Bayern da zeigen?

Und was ist das für ein Stadion, in dem plötzlich sogar explosive Stimmung herrscht?

Ich habe gezweifelt, als die Bayern gegen Bordeaux verloren haben.
Ich habe gezweifelt, als wir in Turin 0:1 zurücklagen.
Ich habe gezweifelt, als wir gegen Florenz mehrfach vor dem Aus standen.
Und ich habe erst Recht gezweifelt, vor, während und bis kurz vor Schluss gegen Manchester.

Aber jedes Mal haben wir uns durchgesetzt.

So auch gestern.

Wir waren besser als Lyon mit 11:11, mit 10:11 und sowieso mit 10:10.

Das 1:0 war ein verdienter Sieg und am Ende vielleicht gar um ein Tor zu niedrig.

Der Traum geht weiter.

Zum Spiel selbst.

Lyon zeigte sich nach der Chaos-Anreise dann doch nicht so schwach wie Hannover. Auch wenn einige dies erwartet hatten. Die Bayern mussten investieren. Was sie taten. Ribéry motiviert und agil, wie man es nach den Boulevard-Schlagzeilen der letzten Tage gerade nicht erwartet hatte. Insgesamt konnten die Münchner mehrfach in Führung gehen. Lyon spekulierte ausschließlich auf Konter.

Dann der Platzverweis. Den man geben kann (was ich erst nach dem Studium mehrerer Zeitlupen so sehe). Das Problem mit den Schiedsrichter war aber ein anderes: Er hat erst die Stimmung auf dem Platz erzeugt, die derlei ermöglichte. Und ein Heimschiedsrichter war er nun so ganz und gar nicht.

Zum Glück glich sich manches in der zweiten Halbzeit aus.

Einmal mehr zeigte sich auch, welch guter Trainer van Gaal ist. Wie schnell er auf die unterschiedlichen Situationen und Anforderungen des Spiels reagierte. Und wie beeindruckt ich dann auch war, wie gut die eingesetzten Spieler dann noch agierten.

Pranjic spielte ordentlich bis gut, Contento zeigte endlich auch einmal in der CL die guten Ansätze aus der Liga und selbst ein Timoschtschuk mit einer guten bis sehr guten Leistung.

Überhaupt fiel kaum ein Bayer ab. Wie selbstverständlich ein Schweinsteiger nicht und zu meiner größten Verwunderung auch kein Demichelis.

Selbst Lahm agierte auf seiner Seite (zusammen mit Robben oder alleine) wie zu fast schon vergessenen Zeiten.

Ein rund herum perfekter Abend also.

Wollen wir nur hoffen, dass sich dieser Trend auch nächsten Dienstag fortsetzt.

Lyon muss kommen und Lyon wird kommen.

Was die Konstellation mit dem Gladbach-Spiel dazwischen für das Gladbach-Spiel, die Bundesliga-Tabellenführung und das Lyon-Spiel bedeutet, werden wir am Samstag und am Dienstag sehen.

Wie Stefan Effenberg dies aber gestern schon andeutete:

Dies sind die besten Wochen für einen Fußballspieler. Es geht um alles, darum, was Du Dir in der gesamten Saison erarbeitet hast. Da fliegst Du, da gibst Du immer Vollgas.

Ausruhen können wir uns danach (nächste Woche ist die letzte englische Woche der Saison!) oder bei der WM…

Holländischer Pausentee, Der

Alter Schwede, dass muss mir unser Trainer mal erzählen, was da in seinem Pausentee drin ist.

War der FC Bayern vor der Pause in Manchester noch mausetot, wollte ich persönlich Butt, Badstuber, Ribéry und einige andere Spieler zum Teufel schicken, drehte sich urplötzlich nach dem Seitenwechsel die Situation.

Sowas nennt man wohl mentale Stärke, wenn man mit 0:3 hinten liegt, quasi aus der Championsleague ausgeschieden ist, nur noch hofft, nicht ein ähnliches Debakel wie im Vorjahr zu erleben, der Gegner aber weiter Katz und Maus mit einem spielt und man trotzdem ruhig bleibt (jetzt mal abgesehen von unserer Abwehr).

So ruhig, dass man aus der Kabine kommt, den Gegner seinerseits in die Defensive und in die Unterzahl drängt, das ebenso notwendige wie fehlende Tor erzielt, um dann das Wunschresultat über die Zeit zu retten.

Sowas ist europäische Spitzenklasse. Und somit stehen wir insgesamt verdient im Halbfinale der Championsleague.

Darüberhinaus haben wir die individuelle Klasse, auch einen Gegner wie ManUtd mit Einzelaktionen zu besiegen.

Womit wir fast schon am Ende der positiven Meldungen diesbzgl. wären.

Klar ist so ein „Sieg“ eine geile Sache, aber wie uns United in der ersten Halbzeit phasenweise vorgeführt hat, war schon übel.

Wären wir ausgeschieden, hätte ich mich beim Gegner bedankt.

Dafür, dass uns überdeutlich aufgezeigt wurde, wie sehr wir eine Transferpolitik betrieben haben, die meiner Meinung nach nicht nur einen Fehler enthielt. Wir haben den besten linken Flügel Europas mit Lahm, Zé Roberto und Ribéry kaputt gemacht und statt einfach nur die noch fehlende Lücke auf Rechts zu schließen, wird wie wild herumexperimentiert.

Zu polemisch?

Wie kann man so eine Frage stellen, wenn man diese erste Halbzeit gesehen hat?

Und warum sollte ich durch den Einzug ins Halbfinale darüber hinwegsehen und den Mantel des Schweigens bemühen?

Nein. Daran gilt es zu arbeiten. Für die neue Saison. So geht es zumindestens nicht weiter.

Genauso wenig wie mit der Lustlosigkeit unserer französischen Diva.

Eine reine Frechheit war das, was uns Ribéry in Halbzeit 1 anbot. Mit dieser Leistung, mit der er natürlich auch einen jungen Spieler wie Badstuber mit ins Verderben reisst, bekommen wir gegen Lyon 3-4 Tore und gegen Barca in einem möglichen Finale mindestens 6.

Und muss es denn erst der holländische Pausentee sein, bis Herr Ribéry begreift, dass Fußball ein Mannschaftsspiel ist? Glaubt er, dass er sich derlei bei Real oder Barca erlauben kann? Naja, bei Real vielleicht, aber definitiv nicht bei den Katalanen.

Egal. Es ging ja noch einmal gut. Wollen wir mal nicht so sein.

Wenigstens haben sich die Bayern gesteigert. In Halbzeit 2. Besser als nichts. Und ManUtd ist ’ne geile Mannschaft. Die sind bestimmt nicht mit Absicht ausgeschieden. Aber wenn man in zwei Spielen, in 180 Minuten, über weite Strecken nur auf das Halten des aktuellen Ergebnisses spielt, muss man eigentlich aus Prinzip bestraft werden.

Und dazu noch Bayern, die in der Championsleague die Effizienz zeigen, die sie in der Liga oft vermissen lassen. Respekt. Spitz auf Knopf.

Bayern ist nicht Barca, klar. Aber schämen müssen wir uns für das Halbfinale auch nicht gerade. Noch so ein Sieg der Effizienz und dann darf uns Barcelona und Messi gerne noch einmal verprügeln. Wie vor einem Jahr. Aber eben im Finale. Und was mir das – obwohl Bayern-Fan – für meine „Freunde“ aus Madrid bedeuten würde, vermag ich nicht zu beschreiben (geschweige denn, wenn wir dort erneut ein Wunder schaffen würden, aber wer glaubt das schon)…

Bleibt noch Platz für Einzelkritik?

In Halbzeit 1 war fast alles schlecht. Die Abwehr, haltbare Bälle auf Butt, die Absicherung, die Offensive. Alles Mist. Das einzig Positive war mal wieder Turbo-Olic. Genial. Mehr muss man dazu nicht sagen.

In Halbzeit 2 dann die erhoffte Steigerung. Fast aller Spieler. Weniger Druck auf die Defensive brachte diese auch weniger in Bedrängnis (trotzdem wird ein Butt keine guter Fußballer mehr). Gut. Und als die Sicherheit kam (und der Irrglaube Manchesters, ein Ergebnis gegen diese Viertelfinal-Bayern halten zu können) lief der Ball wieder in van-Gaal’scher Manier in den roten Reihen.

Ferner musste Robben nicht bis ans Limit gehen und steht im letzten Spiel dieser „Wochen-der-Wahrheit“ wohl (hoffentlich) ebenfalls zur Verfügung. Gut. Und Altintop wird immer mehr zu einem echten und vollwertigen Backup für unseren Wunder-Holländer. Klasse, was der da nach seiner Einwechslung auf den Rasen brachte.

Nein. Insgesamt bin ich schon mehr als zufrieden, nur wollte ich die Schwächen nicht unerwähnt lassen. Vor allem, weil ich ja weiß, dass der FC Bayern mein Blog liest und parallel (hoffentlich) mitten in den Kader-Planungen für die neue Saison steckt.

Trotz allem: Leverkusen in die Köpfe, mal eine Woche ausruhen, dann Hannover (vorsicht, ein „Kleiner“) und erst dann beschäftigen wir uns mit Lyon, ok?

Schließlich haben wir immer noch zwei europäische Fahrstuhlmannschaften als Gegner in der Liga um uns herum. Da gilt es die Konzentration hochzuhalten, denn – und da beißt die Maus keinen Faden ab – gewonnen haben die Bayern in dieser Saison noch rein gar nichts, auch wenn Pokalfinale und Championsleague-Halbfinale schon jetzt als im grünen Bereich abgespeichert werden können.

Für das Gesamtbild müssen wir aber noch ein wenig „arbeiten“.

Setzen wir die Arbeit am Samstag Abend fort!

Schon komisch wenn es dann doch passiert.

Gekündigt hatte ich schon vor ein paar Wochen.

Heute dann aber noch einmal der obligatorische Anruf bei der „Kundenrückgewinnungs“-Hotline. Von Sky.

Im Rahmen des Gesprächs bemerkte ich allerdings, dass dieser Begriff noch aus Premiere-Zeiten stammt.

Denn von Kundenrückgewinnung war in diesem Gespräch keine Spur.

Nö, man „wolle und können mir kein Angebot wie im letzten Jahr machen“ (12 Monate Verlängerung zu alten Konditionen). Das „sei ja noch ein Premiere-Tarif“, den ich da habe, und „das ginge nicht“.

„Gerne wolle man mir aber Freimonate bis Juli“ (?) „anbieten. Oder das World-Paket“ (oder so) „für drei Monate kostenlos.“

Achso.

Ich habe dann relativ schnell abgeschaltet und dem restlichen Gefasel von „nur noch 12 Monatsverträgen“, „keine Rabatt-Verträge mehr“ und keine motzenden „Nachbarn an der Hotline, weil der Nachbar Sky viel billiger bekommt“, nicht mehr richtig zugehört.

Am Ende des Tages bleibt es doch bei folgenden Fakten:

Ich und die schweigende Mehrheit der Sky-Kunde will nur Fußball dort sehen. Den ganzen Movie-Mist können die behalten. Warum nicht mal ein reines Vereins-Abo? Weil dann klar wäre, wer hier die Cash-Cow ist?

Egal.

Ich bin’s jedenfalls zunächst einmal nicht mehr.

Weit über 40,- zahle ich nicht für Bundesliga und Championsleague. So aus Prinzip.

Macht’s gut, Ihr Lieben. Die Zeit seit 1998 war schön, aber das war’s dann!

Von Ribéry, Rooney und Barcelona light

Gestern sah ich eines der entspanntesten Spiele des FC Bayern seit Jahren. Also was meinen Zustand betraf.

Vor dem Spiel erwartete ich gar nix. Eher das Schlimmste. Eine Niederlage. Ein Zerlegen meines FC Bayern. Die Vorzeichen waren einfach zu schlecht. Vor allem in Anbetracht der allernächsten Wochen.

Nach kaum mehr als 60 Sekunden fühlte ich mich bestätigt und dachte schon im Kopf daran, welche A-Junioren wir in Manchester aufstellen würden um die Stars für das Spiel in Leverkusen zu schonen.

Schon 91 Minuten nach dem 0:1 sah meine Welt anders aus.

Aber extrem war mein Jubel nun auch wieder nicht. Ob es an der fortgeschrittenen Stunde oder der erforderlichen Stille zwecks Nachwuchsschlaf lag – keine Ahnung.

Wahrscheinlich war ich einfach nur sprachlos.

Sprachlos, dass mein FC Bayern es in dieser Championsleague tatsächlich immer wieder schafft dem fußballerischen Tod von der Schippe zu springen. Nach den Niederlagen gegen Bordeaux. In Turin. Gegen Florenz.

Gegen Manchester hatte ich zunächst arge Bedenken, ob die Bayern überhaupt mal sowas wie ein Tor erzielen würden.

Vor allem weil Manchester eine Spielweise an den Tag legte, die jeder italienischen Mannschaft zur Ehre gereicht hätte. Noch dazu ein Rooney der immer wieder jede Menge Alarm in unserer Abwehr machte.

Was aber machten die Bayern?

Die spielten einfach weiter. Als ob nix passiert wäre. Diese Einstellung in der Liga und einiges in der Tabelle wäre klarer.

Nach dem Spiel brachte es unser Kapitän auf den Punkt und gab meinen Satz der Saison zum Besten:

Wir haben sie einfach kaputt gespielt.

Herrlich.

Und genauso muss man das sehen. Manchester dachte wohl – wie so ziemlich jeder, ausserhalb des bayerischen Kaders – dass dieses Spielchen ewig so weitergehen könnte.

Aber ebenso wie Rooney bei seinem Blitztor von der Kopfballverlängerung van Bommels und dem Ausrutscher Demichelis‘ profitierte, war es Ribéry, dem Rooney zur Seite sprang und seinen Freistoß unhaltbar abfälschte.

So ist Fußball. Am Samstag noch war es Badstuber, der mit seinem Rücken den schwäbischen Ausgleich verschuldete, nun brachte uns dieser Weltstar Rooney endgültig wieder ins Spiel.

Betonen möchte ich nur am Rande, dass die Tore zu einem Zeitpunkt fielen, als Sportskamerad Müller nur noch neben und Rückkehrer Gomez auf dem Platz agierte. Mehr sag‘ ich nicht.

Überhaupt war die zweite Halbzeit an Laufbereitschaft und Wille noch einmal eine Schippe mehr. Es war mehr eine Mannschaft als zuletzt. Wo man sich zu sehr auf Robbery verließ.

Sinnbildlich der Wille vor dem Ausgleich in der letzten Sekunde. Gomez will und will sich nicht vom Ball trennen lassen (genau dafür haben wir ihn geholt) und Olic läuft und läuft und läuft. Auch noch in der 92. Minute. Und ist immer noch frisch genug hier 4-5 englische Abwehrspieler auf einen Schlag zu narren.

Geil-o-mat.

Die reflexartigen Vergleiche vor, während und erst recht nach dem Spiel mit Barcelona 1999 entbehren jeglicher Logik.

Mit Barcelona 1999 ist nichts vergleichbar!

Allenfalls ein Finale gegen Manchester, dass wir als schlechteres Team und 91 Minuten Rückstand in den letzten 100 Sekunden noch mit 2:1 gewinnen. Alles andere ist nur Geschwätz.

Wie realistisch genau dieses Szenario ist, muss ich wohl nicht erklären und somit steht für jeden Bayern-Fan nur eins zur Disposition: Lernen damit umzugehen und sich neue Triumphe zu suchen.

Gestern war so einer.

Gewonnen ist trotzdem noch nichts.

Manchester hat weiterhin die Chance uns im eigenen Stadion fürchterlich zu verprügeln.

Auch wenn die Chancen dafür nach diesem Spiel geringfügig gesunken sind.

Weil Rooney sich verletzte und ausfällt.

Weil im Rückspiel ein Robben wieder dabei sein wird (es sei denn die Schalker vollenden am Samstag ihr Werk)

Weil Manchester jetzt dann doch gewinnen muss und sich nicht auf einem Auswärtssieg ausruhen kann

und

Weil man beim FC Bayern plötzlich den Glauben wiedergefunden zu haben scheint, dass es einfach geht.

Mit den Großen mitzuhalten.

Oder will jemand behaupten, Manchester hätte gestern absichtlich verloren? Und gegen die Bezeichnung „Großer“ im Zusammenhang mit United kann auch der letzte Bayern-madig-Macher nichts einwenden.

Nein. Ich bin mit dem gestrigen Abend rund herum zufrieden.

Weil Ribéry – trotz weiterhin teilweiser pomadiger Spielweise – immer noch der Mann für entscheidende Tore und genau so ein Sieg mentales Doping für die nächsten Spiele in der Bundesliga sein kann.

Gift wäre es, würden wir nun im eigenen Stadion gegen Hannover oder wen-auch-immer-in-dieser-Gewichtsklasse spielen.

Gegen Schalke dagegen können wir zum entscheidenden Gegenschlag ausholen. Auch wenn derlei Strapazen nicht beliebig reproduzierbar sind. Aber Ausruhen kann man immer noch nach der Saison. Oder in Südafrika. Je nachdem.

Auf meiner emotionalen Achterbahnfahrt in dieser Saison bin ich mal wieder oben. Hoffen wir, dass dieses Gefühl noch ein wenig anhält.

Schalke in den Beinen, Manchester in den Köpfen?

Ist es wirklich so einfach?

Die Leistung der Bayern gegen den schwäbischen VfB mit dem Spiel davor und danach zu erklären?

Ein bißchen vielleicht. Und mehr als ich selbst direkt nach dem Schlusspfiff akzeptieren wollte.

Klar war das schlecht. Klar waren beide Tore der Stuttgarter höchst unglücklich für die Bayern gefallen. Erst hält Badstuber den Rücken hin und fälscht den Ball unhaltbar für Butt ab, dann ist die Hälfte der Mannschaft im Tiefschlaf und lässt in deutlicher Überzahl zu, dass die Schwaben den Ball über die Linie drücken.

Schon in der Jugend lernt man doch: Der Ball ist dann im Toraus, wenn der Schiedsrichter pfeifft.

Darüber war ich fassungslos.

Nicht mehr Fassung hatte ich, als ich unseren Star der letzten Spiele – Arjen Robben – die letzten Minuten des Spiels nur noch humpelnd, bzw. an der Mittel-Auslinie stehen sah – ein Sinnbild.

Für die Belastung. Für den scheinbar schwachen Kader. Für die Fehler in der Einschätzung eben dieses. Durch unsere Führungskräfte.

Sicher. Es gibt für Robben überhaupt keine Alternative. Wir sind nicht Real oder Chelsea, die sich ihre kreditfinanzierten Bänke mit solchen Spielern vollstopfen (mal drüber nachgedacht, Franck?). Aber allein dies sollte uns doch zu denken geben.

Zu denken, wie sehr der FC Bayern zuletzt davon gelebt, manchmal überlebt hat. Von einem Spieler wie Robben. Und dies mit einer Fitness, die wir so gar nicht erwartet hätten. Was wäre aus uns in dieser Rückrunde geworden, wenn Robben seinem Image entsprochen hätte?

Von daher: Es läuft schlecht, die Tendenz geht nach unten, es gibt kaum Aussicht auf Besserung – aber wir stehen immer noch gut da!

Pokalfinale, nur zwei Punkte hinter der Bundesligaspitze (im nächsten Spiel eben mit der Chance, das zu korrigieren) und in der Championsleague das letzte deutsche Team mit jeder Chance das Halbfinale zu erreichen. Nicht mehr und nicht weniger als der Gegner. Vor dem Anpfiff.

Wozu also Weltuntergang (dies ist der Vorteil, wenn der Bericht zwei Tage in meinem Kopf reift)?

Hätte ich den Bericht direkt nach dem Spiel geschrieben, hätte ich wohl was gesagt zu dem Punkteabstand, den wir jetzt schon haben könnten, wenn unsere Spieler eine größere Konzentration an den Tag legen würden.

Wie Herr Gomez in Nürnberg, Herr Schweinsteiger in Köln, Herr Alaba in Frankfurt oder die gesamte Abwehr gegen den VfB kurz vor und kurz nach der Pause.

Das wären schlappe 10 Punkte mehr als wir jetzt auf dem Konto hätten.

Auf der anderen Seite ist so aber der Fußball, oder?

Deshalb verliert der HSV inzwischen in Serie Punkte, obwohl ich den – nach der Verpflichtung von van-the-Man – noch als härtesten Konkurrenten um die Meisterschaft vermutete.

Deshalb ist Leverkusen – insofern wir dort zumindest nicht verlieren, auf jeden Fall, wenn wir dort gewinnen – inzwischen, was die Meisterschaft betrifft aussen vor. Obwohl man vor Wochen dort noch dicke Backen machte.

Es sind eben alles nur Menschen. Und wenn man auf junge Spieler setzt, passieren Fehler. Nicht jeder ist ein Raul oder Messi.

Doof ist’s zwar trotzdem, aber man kann’s nicht ändern.

Aktuell kann man an der Aufstellung kaum etwas ändern. Entweder sind unsere Stars verletzt (Ribéry, Robben, Gomez, van Buyten, Demichelis), ausser Form (Müller, Klose, Olic, Demichelis) oder gesperrt (Schweinsteiger). Gerne auch mal im Wechsel.

Da machst Du nix.

In Momenten der Schwäche, oder wenn es mich alles zu sehr nervt, denke ich wie in der Formel 1: Saison abhaken und nur noch für die neue planen und testen.

Ungünstig, wenn es in unserer „Situation“ solche Gedanken gibt. Da muss man sich einfach den Mund abputzen und weiter machen. Immer weiter machen.

Ähnlich wie in der Hinrunde habe ich ein gemischtes Gefühl und das Restprogramm nicht vor Augen. Aber es ist immer noch nicht schlecht für uns. Wenn wir ab sofort konzentriert zu Werke gehen. Oder eine Serie starten wie vor einem halben Jahr. Dann wird das schon.

Allein, mir fehlt dann doch der Glaube, dass Klose noch mal torgefährlich, unsere Abwehr dauerhaft sattelfest oder wenigstens Ribéry wieder ähnlich spiel- und durchsetzungsstark wird, wie vor seinen Verletzungen (wann war das noch mal?).

Tritt man in einen Wettstreit ein, muss man durch diese Täler hindurch. Schließlich hat am Ende des Tages jeder mal gegen jeden zu spielen. Selbst wenn es einem nicht so vorkommt und die Aufteilung eher unharmonisch zu sein scheint. Umso wichtiger sind eben auch die letzten 5 Minuten in einem Gastspiel in Frankfurt.

Nein.

Die Tabelle lügt nicht. Und wenn dort jetzt die Schalker stehen, dann stehen die da wohl zu Recht, auch wenn sich dies aufgrund der Spiele gegen die Bayern selbst überhaupt nicht vorstellen kann.

Diese und diese Schalker sind die besten Spieler der Bundesliga?

Es scheint so zu sein.

Und auch Glück oder Pech gehört dazu. Denn hätten die Bayern heuer nicht in Rekord-Manier Pfosten und Latte geküsst, Schalke würde wohl nicht vom Platz an der Sonne grüßen.

Ebenso hätte Schalke wohl kaum bei der heimstärksten Mannschaft der Liga so locker gewinnen können, wenn bei Bayer nicht so wichtige Spieler gefehlt hätten, wie z.B. der Robben Bayers, Stefan Kießling.

Aber wie eben der Fußball-Gott so ist, haben wir doch gegen den HSV auch nur deshalb unser Heimspiel gewonnen, weil die ebenso dezimiert in München antraten und ansonsten wohl das eine Ribéry-Kunststück nicht gereicht hätte, oder?

Was man aber machen kann, ist, aus Fehlern zu lernen. Diese in Zukunft abzustellen und in den nächsten Spielen die Konzentration an den Tag zu legen, die die körperliche Belastung einfach ausblendet.

Denn die wird kommen.

Es sei denn, man schenkt die Championsleague her. Genießt beide Spiele gegen Manchester, lässt die Jugend ran und konzentriert sich vielmehr auf die schweren Spiele in Schalke und Leverkusen.

So hat das Bayer selbst schon einmal gemacht. Unter Herrn Calmund. Als es die Zwischenrunde noch gab und Leverkusen ein Team war, dass nicht nur in Europapokal-freien Spielzeiten Erfolg in der Bundesliga hatte.

Wie heuer die Schalker. Denn so groß der Jubel in dieser Saison auch noch sein wird, in der nächsten Saison muss man sich an kleinere Brötchen gewöhnen. Je nachdem worauf man seinen Fokus legt – Bundesliga oder Euopapokal (wahrscheinlich ja Championsleague).

Ein Umstand, den der FC Bayern seit Jahrzehnten gewohnt war, allein vor dieser Rückrunde von den neuen Führungskräften Nerlinger und van Gaal unterschätzt wurde.

Schade. Aber da müssen wir nun durch.

Dann also gegen Manchester

Es hätte schlimmer kommen können. Aber nicht viel.

Auf der anderen Seite: Wir sind im Viertelfinale. Championsleague. Da spielen nur noch dieGrößten.

Ist schließlich keine Europa-League.

Egal.

Auch dieses Spiel fängt bei 0:0 an. *klimper*

Allerdings trifft hier unsere Schweizer-Käse-Abwehr auf einen Rooney in der Form seines Lebens.

Zweimal 0:0 gehen diese Spiel also definitiv nicht aus.

Persönlich bin ich unschlüssig.

Die allgemeinen Gerüchte stimmen schon. Abgesehen von Barcelona sind alle Gegner auch nur Fußballmannschaften dieses Planeten. Und die nun erfolgte Auslosung verhindert ein Aufeinandertreffen vor dem Finale.

Klappt es wider Erwarten doch mit dem Halbfinal- oder gar Finaleinzug, wäre eine Niederlage gegen Barcelona – für mich – tatsächlich kein Weltuntergang. Sage ich jetzt mal.

Wieso?

Na weil Barca mein Verein in Spanien ist und somit die größtmögliche Demütigung der Real-Fans komplett wäre. Championsleague-Sieg für den Erzrivalen im eigenen Wohnzimmer.

Herrlich.

Also am zweitherrlichsten natürlich. Neben einem eigenen Sieg im königlichen Wohnzimmer.

Analog zu diesen Understatement-Weltmeistern aus Leverkusen und Schalke sollten wir (in der Championsleague) jetzt nur noch von Spiel zu Spiel, von Halbzeit zu Halbzeit und von Minute zu Minute denken.

Die Verhältnisse sind geklärt.

Nur mit zwei absoluten Topleistungen über die volle Spielzeit haben die Bayern eine Chance gegen ManUnited.

Was wiederum Schalke und Leverkusen in die Karten spielt.

Denn genau gegen diese beiden Teams spielen wir rund um die Festspieltage gegen die Ferguson-Boys.

Schwierige Situation. Vor allem mental. Aber da sind wir ja bekanntermaßen die Meister drin.

Wollen wir es hoffen.

Ich freu‘ mich drauf. Blamiert haben sich in der Championsleague bisher andere…