Man kann fast die Uhr danach stellen (siehe oben rechts): Die neue Mitgliedskarte ist da.
Diesmal leider keine Schnapszahl – aber immerhin 227 Plätze.
Jemand in meiner „Region“?
Breitnigge.de – Ärmel hoch. Stutzen runter.
Das Weblog über Bayerns Traumduo der 80er, die Bundesliga und den ganzen Rest.
Man kann fast die Uhr danach stellen (siehe oben rechts): Die neue Mitgliedskarte ist da.
Diesmal leider keine Schnapszahl – aber immerhin 227 Plätze.
Jemand in meiner „Region“?
„Eins muss man dem FC Bayern lassen – er hat Humor“
So einer der ersten Kommentare, die mir beim heutigen „Spiel“ des FC Bayern gegen die sog. Allstars rund um Oliver Pocher in Erinnerung blieb.
Mit Humor musste man das heutige Spiel auch nehmen, traten dort doch neben „richtigen“ Kreisliga-Fußballern und jeder Menge Alt-Stars dieses Sports auch diverse Vertreter deutschen Humors an.
Pocher allein in drei Rollen: van Bommel, Kahn und als Pocher selbst.
Allein der vereinslose Wessels, seines Zeichens Ex-Bayern-Spieler und Ex-Kahn-Vertreter, bewahrte die Zirkuskicker vor doppelter Zweistelligkeit.
Naja. War ja auch nicht anders zu erwarten.
Der Sponsor dieses Spiels hatte die Bayern vor einiger Zeit schließlich für eine Million Euro eingekauft – da will man auch was für’s Geld haben.
Bekam‘ man.
Zirka vier Stunden Event im Privatfernsehen und zuvor vier Wochen Casting im gleichen Sender. Da kann man nicht meckern.
Die Bayern lockte man – mal wieder – über die soziale Ader. Ähnlich wie gegen die Kickers aus Stuttgart, gingen die Einnahmen an einen guten Zweck.
Apropos Event.
Den erlebten wird auch schon keine 24 Stunden zuvor.
Beim Lukas-Podolski-Ablösespiel in Köln.
Hier hatte man zwar weniger Spaß am und agierten mehr professionelle Fußballer im Spiel – eine echte Chance hatte der Gegner der Bayern aber ebenfalls nicht.
Noch nicht, wie man in Köln, um Köln und um Köln herum nicht müde wurde zu betonen. Denn schließlich und da kann man jeden Kölner fragen, steht man mit der Verpflichtung von PrinzPause kurz vor dem Championsleague-Sieg.
Dumm, dass derLukas im gestrigen Spiel so spielte, wie in drei Jahren beim FC Bayern. Abgesehen von den letzten fünf Heynckes-Spielen…
Trotzdem: So viel Spaß es auch gemacht hat, gegen hoffnungslos unterlegene Gegner abwechselt Katz und Maus zu spielen, so froh bin ich, dass diese Events vorbei sind.
Nicht die Vorbereitungsspiele, nein, da kommen noch zwei. Allerdings gegen europäische Prominenz. Beim Cup eines bayerischen Co-Sponsors. Dienstags gegen den AC Mailand und tags drauf entweder gegen ManU oder Boca Juniors.
Das sind andere Hausnummern.
Was ich aber ganz generell von den „Spielen“ der letzten zwei Tage halte?
So what. Wenn die Anreise nicht zu anstrengend ist und sich keiner unserer hochbezahlten Profis verletzt: Meinetwegen.
Es gab mal einen Bayern-Spieler, der hat behauptet, dass er lieber jeden Tag spielt, als jeden Tag zu trainieren. Kann man so sehen, muss man aber nicht.
Am Ende des Tages zählt ohnehin nur eins: Topform ab dem ersten Pflichtspiel.
So. Und damit wären wir schon mal bei unseren Problemen:
Ribéry ist immer noch verletzt, hat noch keins dieser Testspiele absolviert, hat noch keine Chance gehabt, seinem Trainer zu zeigen, ob er die ihm zugedachte Rolle des 10ers spielen kann/will.
Na fein.
Das Toni und Olic verletzt sind, ist zwar auch nicht schön, aber eben nicht von so zentraler Bedeutung, zumal wir mit Klose und Gomez unser Starter-Paar ohnehin fit und zur Verfügung haben.
Zum Glück scheint es weiter hinten nur das Problem der Qual mit der Wahl zu geben. Wenn wir mal davon ausgehen, dass Brafheid tatsächlich sowas wie ein linker Aussenverteidiger ist und wir da nicht nur einen Schauspieler verpflichtet haben. Meine ersten Eindrücke in dieser Vorbeitung ließen da das Schlimmste erahnen.
Abwarten. Hier spielt die (Einspiel-)Zeit für uns (und wenn es nur die Zeit, die unsere Holland brauchen, sich an die Geschwindigkeit in der Bundesliga zu gewöhnen).
Sonstige Einzelkritik erspare ich mir lieber.
Abgesehen vielleicht von Herrn Sosa:
Alter, was hat der in der Sommerpause gemacht?
Ist das Fett oder Muskelmasse, die er da zugelegt hat?
Seinem Spiel hat es so oder so nicht genutzt. Wird hier nur abgewartet, bis sich endlich irgendein Verein in Europa erbarmt?
Zeit wär’s.
Noch 7 Tage Sommerpause
Naja. Nicht ganz. Aber irgendwie war das ein Unterschied wie Tag und Nacht, oder?
All das, was ich am Vortag noch kritisierte, zeigte uns gestern die sog. B-Elf unserer Bayern.
Laufbereitschaft, Kampft, Präzision, Pass- und direktes Spiel.
Klasse.
Klar. Schalke war beim Heimturnier auch irgendwie kein ernstzunehmender Gegner. So hatte es den Anschein. Die haben noch ganz andere Probleme.
Denn als ich vor dem Spiel die Aufstellung der Bayern sah, erschrank ich ein wenig. So nach dem Motto: „Will van Gaal das Spiel herschenken?“
Und dann das.
Von Anpfiff an war da Feuer im Spiel. Ein Feuer, dass die Schalker – ob der Aufstellung – wohl die erste „Hälfte“ genauso erschrocken zurückließ.
Auf der anderen Seite: Genauso wie das Spiel der A-Elf, war auch das der B-Elf nur ein Vorbereitungsspiel. Aber irgendwie scheinen diese Spieler verstanden zu haben, dass es für sie ein Test war, ob sie es in die erste Elf schaffen können, sie van Gaal dafür vorsehen sollte/wollte.
Selbst ein Borowski zeigte soviel Einsatz, wie wohl in der ganzen bisherigen Vorbereitung nicht. Mag aber auch an den Aussagen eines Thomas Schaaf vom Vorabend gelegen haben…
Nein.
Ich war regelrecht irritiert, wie gut ein Görlitz auf hinten rechts, und wie sicher ein Contento auf hinten links agieren konnte. Das beruhigt ein wenig, wenn im Laufe der Saison mal Not am Mann ist: Da sind welche in der Hinterhand, die können das auch.
Des Weiteren spielte das Offensiv-Trio Müller, Olic und Baumjohann – zumindestens in den ersten 30 Minuten – so, als ginge es tatsächlich um irgendwas. Das zeugt von einer guten Einstellung.
Auch dies stört nicht unbedingt.
Warten wir mal ab, wie sich die Vorbereitung weiter entwickelt. Das Spiel der B-Elf sollte eigentlich der A-Elf klar machen, dass man schneller aus eben jener raus ist, als man KonkurrenzbelebtdasGeschäft sagen kann.
So. Das waren sie also. Meine ersten 35 Minuten Fußball der neuen Bayern. In der neuen Saison.
Die erste Halbzeit und die letzten 5 Minuten. Mehr war nicht drin. Zwischen Abendessen und Kind.
Mehr musste aber auch nicht. Musste ich zumindestens nicht haben.
Meine Güte war das schlecht.
Also vieles. Nicht alles.
Timoschtschuk zum Beispiel. Meiner Meinung nach eine der wichtigsten Neuverpflichtungen in der Defensive der letzten Jahre. Wenn der erstmal auf der richtigen Position (vor der Abwehr) spielt, dann brauchen wir auch mit einem Badstuber in der IV keine Angst zu haben.
Davon abgesehen?
Lahm auf rechts. Irgenwie gehemmt. Irgendwie deplatziert. Dabei sagt(e) er doch selber immer wieder, dass das seine eigentliche Stammformation sei. Naja. Vielleicht ist er vom Kopf her einfach noch viel zu linkslastig. Sollte bei seiner Klasse aber kein Problem sein. Die Umstellung. Bis zum Saisonstart. Hoffentlich.
Seine Nachfolger zeigten auf der ehemals so bärenstarken linken Seite eine, sagen wir mal, durchwachsene Leistung. Brafheid eher ängstlich, ohne Drang nach vorne und nicht wirklich der schnellste, Pranjic fahrig und ohne Struktur in seinen Aktionen.
Zu allem Überfluss hingen die Stürmer völlig in der Luft, weil – ohne Ribéry – im kreativen Bereich mal wieder Sendepause herrschte.
Sicher. Mit einem Sosa in der Startelf ist ja ein feines Experiment und sollte wohl seinen Verkauf ankurbeln, aber war das diesbzgl. nicht eher kontraproduktiv?
Da kam ja mal wieder gar nix. Und überhaupt: Hab‘ ich das richtig gesehen, oder ist der etwas „speckig“ aus der Sommerpause gekommen?
Nein. Das war gestern Käse. So reichte es sogar für den typischen HSV (gegen Bayern hinten reinstellen und auf Konter lauern) zu einem 1:0-Sieg. Das Tor habe ich ebenfalls nicht gesehen. Geschenkt.
Sehen wir es mal positiv: Die Bayern stecken mitten in der Vorbereitung. Keine Ahnung, ob im Trainingslager in den letzten Tagen nur Medizinbälle geschleppt wurden. In dieser Form war dieses Blitzturnier nicht wirklich hilfreich.
Wichtig wird’s erst am 2.8. – vorher ist alles ein Muster ohne Wert und in den nähsten 14 Tagen noch viel Luft nach oben…
Auf dem Mannschaftsfoto der Bayern. Im neuen Kicker Sonderheft zur Bundesliga-Saison 2009/10.
Ok. Jetzt nur eingeklinkt, aber gedacht war es so.
Und seit gestern ist er noch nicht einmal mehr Spieler beim FC Bayern.
So schnell kann das gehen.
Auf der anderen Seite: War sein Abgang seit einigen Tagen, Wochen nicht irgendwie vorhersehbar?
Überrascht hat es mich nun nicht mehr wirklich, allein die Tatsache, dass das Theater bei ihm so völlig reibungslos ablief erstaunte mich. Vor allem im Vergleich zu dem Zirkus den Ribérys Berater (Betonung auf Berater, nicht auf Ribéry) mit uns abziehen.
Als Ablöse sollen 8-10 Mio. Euro im Raum stehen.
Kann man gut oder schlecht finden, ist aber auch Geld und 15 Inter-Spieler wie faule Äpfel angeboten zu bekommen, spricht nicht gerade für die Liquidität im ital. Fußball.
Ob das Geld – im Vergleich zu seinem Marktwert – jetzt viel oder wenig ist, ist für mich am Ende auch nicht wichtig.
Lucio ist 31, hatte beim FC Bayern hoffentlich schöne fünf Jahre und uns einiges gegeben.
Seine Wertschätzung, seine Wichtigkeit und die Größe seines Verlustes wurde – auch bei mir hier auf dem Blog – inzwischen ausgiebig diskutiert.
Deshalb jetzt mal endlich meine Meinung zum Thema:
Lucio wollte weg. Er wollte sich nicht mehr dem Konkurrenzkampf stellen. Ähnlich wie damals ein Roy Makaay. Das muss man akzeptieren.
Das Lucio jetzt das Thema Anerkennung und verletzten Stolz, weil nicht alle Angestellten des FC Bayern in öffentlichen, eidesstattlichen Versicherungen ihre bedingungslose Liebe ihm gegenüber geäußert haben, so in den Vordergrund drängte – geschenkt.
Brasilianer sind so.
Ich halte seinen Abschied ebenfalls für schade. Er hat oft als einziger im Team – abgesehen von und nach Kahn – den bedingungslosen Siegeswillen an den Tag gelegt.
Er war es aber auch, der über all die Jahre immer wieder diese Aussetzer hatte. Im Spiel nach vorne wie eine Dampflok alles niederwalzte, dann aber entweder den entscheidenden Pass verpasste oder – wie in den letzten Jahren häufiger – von einem Gegenspieler schon im Aufbau und in die allgemeine Vorwärtsbewegung hinein – den Ball verlor.
Auch klar: Hier stand ihm in den letzten 12 Monaten sein kongenialer Partner Demichelis in kaum etwas nach. Also beim Thema Ballverluste.
Und ja: Vieles lag vielleicht auch am System Klinsmann. Vieles was in der letzten Saison defensiv schief lief.
Trotzdem muss es doch von Seiten des Vereins erlaubt sein, eine Saison, eine Leistung eines Spielers zu reflektieren. Da darf man auch mal Kritik äußern.
Wer sich dieser Kritik nicht glaubt stellen zu müssen, weil er Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft sei, der hat das Prinzip noch nicht verstanden.
Es hat auch nichts damit zu, dass unser neuer Trainer mal gesagt hat, er mag es lieber, wenn auf der linken IV-Position ein Linksfuß spielt. Denn Leistung setzt sich immer durch und gerade ein van Gaal würde deshalb nicht die halbe Defensive rauswerfen, nur weil es auf seine Vorstellungen nicht passt.
Er hat mehrfach gesagt, dass er sich das alles anschaut, dann Schlüsse zieht und dann eine (Spiel-)Strategie entwickelt, die auf unsere Spieler passt.
Da hätte – bei entsprechender Leistung – sicherlich auch ein Lucio gespielt. Nicht weil er Weltmeister war, sondern weil er dann besser wäre als zwei bis drei Konkurrenten auf dieser Position.
Punkt.
Und ferner:
Lucio ist – wie erwähnt – 31. Nicht alt, aber eben auch keine 20 mehr. Der FC Bayern gab ihm nun die Chance, seinen wohl letzten großen Vertrag zu unterzeichnen. In einer neuen Liga, einem neuen Umfeld. Wo es vielleicht auch mal wärmer ist. Im Winter. Hoffen wir es für ihn.
Wieso sollten also nicht alle Beteiligten zufrieden sein?
Und ein gewisser Herr Badstuber, seines Zeichens 11 Jahre jünger als unsere Ex-Lokomotive, erhält so wohl eine reelle Chance auf einen Stammplatz.
Ist das nichts?
Alle im Verein – vor allem bisherige Trainer – sind voll des Lobes ob dieser Nachwuchskraft.
Und genau das wollen dann doch auch immer alle vom FC Bayern und kritisieren ihn bei Nicht-Einhalten dieser Forderung: Ab und an mal auf die Jugend zu setzen!
Einfach mal alle ganz ruhig bleiben. Das wird schon. Ist ja nicht so, dass jetzt nur noch Frischlinge da hinten in der Abwehr rumturnen.
Und die Transferperiode geht schließlich noch bis Ende nächsten Monat…
Gestern kam mir spontan die Idee zu diesem Bericht. Und zum Update meiner Vertragsseite.
Aufhänger war ein anderer Bericht über transfermarkt.de. Und was da im Hintergrund alles für Fäden gesponnen werden. Von Beratern (Lucio und Ribéry im Hinterkopf). Da hat man als schlechte Beispiele immer noch das Thema Rogon vor Augen…
Beim FC Bayern gibt es da offenbar keinen Grund zur Sorge. So zumindestens meine Recherche. Mehrere Spieler haben nur acta7 (Lahm, Rensing, Ottl, Niedermeier (z.Zt. VfB Stuttgart)) und IMG (Baumjohann, Kraft) unter Vertrag.
Lustig ist hier vor allem, wer bei den entsprechenden Firmen Berater ist und welche Spieler sonst noch so dabei sind.
Hinter acta7 steht z.B. Roman Grill, seines Zeichens Ex-Spieler des FC Bayern (gar UEFA-Pokalsieger 1996 – ohne ein einziges Spiel). Da wundert es bestimmt nicht, dass er auch Ex-Spieler wie Hargreaves, Trochowski, Feulner oder Steffen Hofmann (Ex-FCB II) berät. Lag ja nahe. Man kennt sich, man hilft sich.
Ähnliches bei IMG, zu deren Berater-Stab ein gewisser Jens Jeremies gehört und auch hier verwundert es nicht, Klienten wie Hasan Salihamidzic oder Robert und Nico Kovac zu finden.
Groß im Kommen scheint beim FC Bayern die Kögl & Partner GmbH zu sein, die – Bayern-Insider haben es sofort gemerkt – von Ludwig Wiggerl Kögl geleitet wird. Kögl, ebenfalls Ex-Spieler und Shootingstar der zweiten Lattek-Ära (1983-87), hat zwar aktuell aus dem Profikader nur Nachwuchskraft Thomas Müller unter Vertrag, aber allein vom FCB II vier weitere Spieler (Diego Contento (Außenbahn links, Linksfuß), Tom Schütz (Defensiv-Allrounder, Rechtsfuß), Mario Erb (Innenverteidigung, Rechtsfuß) und Stefan Rieß (defensives Mittelfeld, beifüßig)) – wer weiß schon, wieviele da den Sprung schaffen und seinen „Einfluss“ auf zukünftige Leistungsträger des FC Bayern vergrößert…
Naja. Sommerpausen-Spielerei.
Für die, die es brauchen, wäre allein diese Übersicht schon beeindruckend genug.
Die ersten fünf Spieltage sind terminiert. Endlich möchte ich hinzufügen.
Und was kam dabei heraus?
Das der FC Bayern mal wieder die meisten Zuschauer zieht.
Vermutlich.
Wieso sonst sollte die DFL an den ersten vier Spieltagen zweimal die Bayern auf den Samstagabend-Sendeplatz legen?
Wie auch immer. Dann sind halt schnell nur noch vier dieser späten Termine übrig, ist der neuen – Pay-TV-optimierten – Bundesliga-Terminierung doch untersagt, mehr als sechs Flutlicht-Spiele am Samstagabend abzuhalten.
Habe ich doch korrekt mitbekommen, oder?
„Viel Spaß“ also allen – nur teilweise – fußballverrückten Familien…
Schon komisch. Irgendwie. Diese Sommerpause hält so manche Überraschung parat.
Nicht nur, aber für mich vor allem beim FC Bayern.
Klar. Es war schon länger bekannt, dass unser neuer Trainer ganz gut mit jungen Spielern kann.
Kritiker meinen, weil die den Mund nicht aufmachen – Visionäre dagegen denken, weil er sie besser formen kann, sie besser in seine flexible Philosophie passen.
Schon im letzten Jahr hatten wir einen Visionär am Ruder, waren wir (fast) alle euphorisiert. In diesem Jahr kommt mir das ähnlich vor. Allein, der Visionär hat sich woanders schon ausgetobt, sein Können bewiesen. Da wird der FC Bayern nicht noch einmal zur Spielwiese werden. Hoffentlich.
Worauf will ich aber hinaus?
Unseren Kader. Und van Gaals Umwälzungen.
Das vermeintlich „jüngste“ Opfer: Lúcimar Ferreira da Silva, genannt Lucio. Marktwert: 18 Mio. Euro.
Dieser Lucio soll durch einen gewissen Herrn Badstuber ersetzt werden (können). Marktwert: 400.000,- Euro.
Klingt auf den ersten Blick sehr wirr. Ein 20-jähriger aus der dritten Liga soll den Kapitän der Selecao – frischgebackener Confetti-Cup-Sieger – ersetzen?
Was ist der Grund dafür?
Er hat einen linken Fuß. Und den hat auf der IV-Position ausser ihm nur noch Abwehr-Allrounder Edson Braafheid. Gemäß van Gaals Definition. Links Linksfüßler, rechts Rechtsfüßler.
Demgegenüber schauen die bisherigen Stammspieler in der Innenverteidigung in die Röhre. Die sind alle nur mit rechts richtig stark. Somit konkurrieren hier neben Lucio (komischerweise steht im Transfermarkt-Profil: beidfüßig) noch Demichelis, van Buyten und Breno um einen Platz auf dem Feld.
25% Einsatz-Wahrscheinlichkeit.
Zu wenig offenbar für Lucio. Sein Berater scheint aktuell nicht weniger zu arbeiten als der von Ribéry und so sind die Gerüchte um ein mögliches Engagement beim Scheich-Club ManCity auf dem Tisch.
Sieben Millionen für einen 31-jährigen mit nur noch einem Jahr Vertrag?
Ich weiß nicht. Persönlich bin ich unentschieden. Lucios Verdienste sind unbestritten. Das eine oder andere Gegentor durch wildes, ungestümes aber vor allem konzeptloses Anrennen und daraus resultierende Konter stehen auf dem Soll-Konto.
Auf der anderen Seite:
Jeder Spieler ist zu ersetzen.
Warum nicht mal wieder einem jungen deutschen Spieler eine Chance geben? Topmotiviert und mit sehr guten Anlagen, geschliffen in der Gerland-Schule?
Ich vertrau‘ da jetzt mal van Gaal. Wenn das wieder nur eine Blase ist, ist uns ohnehin nicht mehr zu helfen…
„Er hat es augenblicklich sehr schwer, weil sein Umfeld ihn stark beeinflusst und das können wir alle sehen. Darüber habe ich mit ihm gesprochen. Das Wechsel-Thema ist nicht gut für Franck, nicht gut für Bayern München und auch nicht gut für mich. Es muss bald vorbei sein. Wir müssen das Problem lösen. […] Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, nicht zuletzt das Geld.
Neu-Bayern-Trainer van Gaal, genervt.
1899 Hoffenheim – FC Bayern
FC Bayern – Werder Bremen
1. FSV Mainz 05 – FC Bayern
FC Bayern – VfL Wolfsburg
Borussia Dortmund – FC Bayern
FC Bayern – 1. FC Nürnberg
Hamburger SV – FC Bayern
FC Bayern – 1. FC Köln
SC Freiburg – FC Bayern
FC Bayern – Eintracht Frankfurt
VfB Stuttgart – FC Bayern
FC Bayern – FC Schalke 04
FC Bayern – Bayer Leverkusen
Hannover 96 – FC Bayern
FC Bayern – Borussia Mönchengladbach
VfL Bochum – FC Bayern
FC Bayern – Hertha BSC Berlin
Erinnert verdammt an die letzte Saison. Fünf „Hammer“-Partien an den ersten sieben Spieltagen (danach ein bißchen Luft, bis mit Stuttgart, Schalke und Leverkusen wieder Brocken anstehen). Schwere Kost. Aber zumindestens wissen wir dann wo wir stehen.
Weiterer Vorteil: Es war keine EM/WM. Und Lucio und Toni beim Confetti-Cup – die können kompensiert werden.
Eine mögliche Meisterschale in Berlin hat auch was. Beide nationalen Titel in der Hauptstadt. Smart.
Oder auch nicht.
Das ist ja das Gute an so einer Sommerpause: Alles Spekulation. Und am Ende muss man sowieso jedes Spiel gewinnen (wollen).
Bleibt nur zu hoffen, dass wir auf sowas verzichten, dann bin ich guter Hoffnung!
P.S. Das die ersten beiden Pflichtspiele der Saison in Sinsheim stattfinden ist auch nicht schlecht…