Die hessische Bestie ist besiegt.

Ich weiß es. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache. Frankfurts Bilanz in München ist ernüchternd. Aber gefühlt geht mir die Eintracht in München seit Jahren auf die Nerven.

Gestern gab’s wieder so ein Spiel.

Spiel auf ein Tor. Und Nikolov der beste Frankfurter. Wie ermüdend das ist.

Auf der anderen Seite: Jetzt haben sie wenigstens noch einen Franz, der den Rest von der Linie kratzt, der an Nikolov vorbeigeht. Na bravo.

Auch klar: Es waren keine 40 Torchancen. Dafür fehlt den Bayern aktuell die Inspiration. Und Cleverness vor dem Tor.

Ansonsten hätte zumindestens ein Toni schon in Halbzeit 1 zwei Buden gemacht und der Drops wäre gelutscht gewesen.

So aber konnten die Skibbe-Kicker ernsthaft aus dem Nichts die Führung erzielen.

Was dieses „aus dem Nichts“ betrifft, gehen mir im Rahmen des FC Bayern so langsam allerdings die Superlative aus.

Einmal, ein einziges Mal steht die bayerische Abwehr ungeordnet und die Hessen zimmern den Ball in Butts Tor.

Unfassbar.

Zum Glück war kurz zuvor ein gewisser Herr Robben eingewechselt worden und mit ihm (und Müller auf rechts) ging plötzlich beim FCB doch mal die Post ab und zeigte sich, wie limitiert die grauen Mäuse aus der Bankenhauptstadt wirklich sind.

Harmlos.

Aber gegen uns reichte es bis zur 69. Minute. Was ich fast noch schlimmer finde.

Keine Frage, dass der Ausgleich mehr als verdient war und gut, dass ein Robben den Ball wirklich über die Linie drückte. Einem Gomez hätte ich zugetraut, dass er aus 2 Metern das leere Tor nicht trifft…

Meine Güte ist der neben der Spur.

Womit wir bei den Spielern sind.

Butt in meinen Augen fehlerlos. Kunststück bei dieser sogenannten Offensive der Frankfurter.

In der Abwehr reichte es ebenfalls, um den Gegner in Schach zu halten. Meiner Meinung nach weniger Unsicherheit als gegen Bordeaux. Ebenfalls nicht schwer (abgesehen vom 0:1 natürlich).

Sicherlich liegt es in der Natur der Sache, dass einzelne Hessen das anders sahen und das übliche „hier war heute was möglich“ im Hinterkopf hatten. Deren Zustand der Wahrnehmung kann man leider nur unzureichend beschreiben.

Im Mittelfeld ist zwar van Bommel immer noch nicht wieder der Alte, aber die Pässe, die ankamen, hatten richtig Druck. Das ist kein Geschiebe, dass sind Pässe.

Womit wir – einmal wieder – bei Herrn Schweinsteiger wären.

Ehrlich Leute, mir macht das keinen Spaß, hier nach jedem Spiel die Bayern-Spieler zu bashen, aber sind wir uns jetzt bitteschön mal alle einig, wie grottig derBastian gespielt hat?

Was für eine Frechheit war das denn bitte?

Und zur Belohnung durfte er dann wieder mal durchspielen?

Muss ich nicht verstehen. Und kann ich auch nicht mehr.

Persönlich will ich mal ganz stark hoffen, dass, wenn ein Ribéry wieder dabei ist und ein Robben bis dahin fit bleibt, für den Ex-WM-Star mal endlich ein Platz auf der Bank frei wird. Endlich. Wie frustriert sind eigentlich seine Mitspieler, die ständig seinen Fehlpässen hinterher müssen?

Wieso ist darüber nix in den Medien zu lesen? Gibt’s hier keine Augen- und Ohrenzeugen vom Training?

Weiter im Text.

Der Tymo.

Schon komisch. Irgendwie ist er, seit er neben van Bommel spielt, seltsam unauffällig. Was zunächst mal positiv ist. Weil er kaum noch Bälle verliert. Aber Impulse kommen da keine. Weder durch die Mitte, noch über die Seite, wo er – offensichtlich – jetzt eigentlich spielt.

Gehemmt. Wie Lahm. Dazu noch limitiert – wie Schweinsteiger – wie soll da offensiv was gehen?

Erst als Robben kam, ging zunächst mal was in 1:1-Situationen und mit Dampf. So wurde die Kopf-Blockade der Mitspieler gelöst und es lief insgesamt was besser.

Nicht wesentlich dagegen bei den „echten“ Stürmern. Da zeigte ein Luca Toni erneut, dass er wieder Sturmführer sein will und sein kann. Er wäre es schon, wenn er so etwas wie eine Chancenverwertung hätte. In dieser Saison.

Bodenlos. Aber er macht wenigstens was. Und trifft auch mal den Ball.

Etwas das wir von den Herren Klose und Gomez aktuell nicht zu erwarten haben.

Naja. Wenn’s trotzdem zum dreckigen Sieg reicht. Meinetwegen.

Aporpos dreckig.

Was ist mit Herrn Müller los?

Steht der so unter Druck, weil derJogi ihn kirre macht?

Was sind das für Aussetzer in den letzten Spielen?

Erst die Karten gegen Bordeaux und dann die Flugeinlagen gegen Frankfurt?

Da kann er wohl von Glück sagen, dass er jung ist und bei den Schiedsrichtern noch nicht dieses Möller-Image hat.

Teilweise war das – zumindestens in der Zeitlupe – schon hanebüchen. Und offenbar wiederum dem Image eines Herrn Franz geschuldet, dass der Schiedsrichter hier überhaupt in seine Richtung agierte.

Die körperliche Härte, die er danach von Franz und Co. genießen durfte, hat er sich so selbst zuzuschreiben.

Alles in allem bin ich zufrieden.

Mit den drei Punkten.

Und mit der taktischen Finte, die van Gaal kurz vor Schluss den Frankfurtern präsentierte.

Einen Mittelstürmer van Buyten hatten die ganz offensichtlich nicht auf der Rechnung.

Aus meiner Sicht die mehr als gerechte Strafe, für über weite Strecken gezeigte auf zeitspielende, destruktive Defensive.

Ja. Ist mir bewusst. Sowas ist erlaubt. Niemand muss sich freiwillig dem FC Bayern ergeben. Ich darf doch aber meinen Unmut darüber äußern, dass a) ich sowas nicht für Fußball halte und b) die Bayern immer wieder nicht dazu in der Lage sind, derlei „Fußballer“ auseinanderzunehmen. Oder?

Jetzt geht’s am Mittwoch direkt wieder gegen die Hessen zur Sache. Im Pokal. Wie erwähnt, erwarte ich dort ein anderes Spiel.

Erstens weil es ein Heim- und Pokalspiel für die Frankfurt ist. So aufzutreten wie in München werden ihnen die Fans nicht erlauben.

Zweitens kommen wohl zwar einige Verletzte zurück ins Skibbe-Team, aber eventuell hat es etwas mehr Einfluss auf’s Spiel, wenn ein Robben die Aufstellung der Bayern bereichert?

Ach und noch was zum erneut bemühten Dusel-Konstrukt im Boulevard:

Ich hoffe doch mal sehr, dass es hier lediglich um den Zeitpunkt des Siegtreffers geht, oder?

Sowohl das Zustandekommen, als auch die Gesamtzahl der Chancen, der Spielbeteiligung und überhaupt der gesamten Statistik, lässt am Nicht-Thema Glück in diesem Zusammenhang ja wohl keinen Zweifel.

Und darüber gibt es keine zwei Meinungen.

Schmutziger Rasenschach oder Bayern besiegt Breisgauaufsteiger. Egal wie.

Die Bayern haben mal wieder das Tor getroffen. Gar mal wieder gewonnen. Ein Gefühl, dass wochenlang abhanden gekommen war. Trotz teilweiser drückender Überlegenheit.

Womit wir beim Hauptproblem des aktuellen FC Bayern wären. Oder den Hauptproblemen.

Man dominiert die Gegner nach Belieben. Auch wenn die vor dem Spiel vollmundig anderes ankündigen (wie unsouverän Ihr Auftritt im ASS, Herr Dutt). Und trotzdem kommt dabei kaum etwas Zählbares herum.

Die Stürmer treffen nicht und haben wir Pech, steht ein Stürmer des Gegner einmal richtig und wir fahren mit null Punkten nach Hause.

All dies ist aber nicht neu und ein Problem, dass die Mannschaft des FC Bayern seit Jahren hat.

Ebenso wie die Schwäche nach Standards. Oder hat man gegen den Aufsteiger auch nur eine gefährliche Situation aus einem ruhenden Ball heraus gesehen?

So langsam wirkt das schräg.

Standards kann man trainieren und Laufbereitschaft kann man an den Tag legen.

Ebenso wie Cleverness. Vor dem Tor. Und Entschlossenheit. Im gegenerischen Strafraum.

Daran haperte es gestern – einmal mehr – gewaltig.

Phasenweise spielten die Bayern mit Freiburg Katz und Maus. Hielten den Ball in den eigenen Reihen und entzündeten ein Kurzpassfeuerwerk. Aber in Strafraumnähe?

Schluss mit lustig. Da fällt uns dann zumeist nix mehr ein. Selbst ein sich stark redender Aufsteiger hält uns locker vom Toreschießen ab. Geschenkt, dass der Torhüter des Gegners mal wieder einen blendenden Tag erwischt hat.

In wievielen Pflichtspielen in dieser Saison durften wir dies schon erleben?

Trotzdem.

Sowas darf uns alles nicht kümmern. Wir sind der FC Bayern. Wir müssen aus dieser Dominanz was machen können. Das kann’s irgendwie nicht sein.

Gestern sahen wir auf jeden Fall mal den FC Bayern der Vorsaison. 4-4-2-System. Klose und Toni in der Startelf. Mark van Bommel zurück an Deck. Zumindestens eine Veränderung. Gegenüber den letzten Null-Tore-Spielen. Und was zu verändern tut ja manchmal ganz gut.

Herrn Schweinsteiger nicht.

Sorry. Ich bin immer wieder fassungslos, wie gut der immer noch wegkommt. Selbst bei Breitnigge-Lesern. Sehen wir unterschiedliche Spiele?

Klar. Er hat sicher noch schlechtere Spiele in dieser Saison abgeliefert und in Halbzeit 2 wurde es auch einen Tick besser, aber nur weil Robbéry nicht anwesend waren und somit das Spiel der Münchner generell ein, zwei Tacken langsamer war und er und „sein Spiel“ somit weniger drastisch auffielen, ist doch nicht wieder alles in Butter?

Wieviele Fehlpässe, wieviele Spielverlangsamungen hatten wir gestern bei ihm?

Ich hab’s nicht gezählt, aber beobachtet hab‘ ich’s. Und was ich sah, gefiel mir nicht. Es muss was mit einer vertraglich fixierten Einsatzgarantie zu tun haben, dass auf seiner Position kein anderer eine Chance in der Startelf bekommt! Meine Meinung.

Aber mir sagt ja keiner was.

Ganz stark und spielend, als wäre er gar nicht weg gewesen, sah ich dagegen gestern unseren Kapitän. Da merkte man sofort, was uns gefehlt hat. Da war viel mehr Präsenz, Dynamik und Einsatz. Defensiv standen meine Bayern gestern 1a. Abgesehen vielleicht vom Gegentor. Aber was will man auch erwarten, wenn vor dem eigenen Tor plötzlich soviel Konfusion herrscht, dass ein Brafheid den letzten Mann und Innenverteidiger geben muss?!

Geschenkt.

An der starken Präsenz unseres Kapitäns richtete sich auch ein Timoschtschuk auf. Das war mal was. Kaum Fehler und sogar ab und Druck nach vorne.

Wie gesagt, die Defensive hielt dicht. Ok. Es waren auch „nur“ die Freiburger. Aber wenn man sich die Leistung unserer Abwehr im bisherigen Saisonverlauf so anschaut – und da zähle ich IV, AV und 6er mit hinzu – dann ist das im Vergleich zur Vorsaison ’ne Klasse besser.

Klar. Auf den „Aussen“ gibt’s noch Luft nach oben, weil Lahm heuer sowohl Position als Form noch sucht, aber erstens ist ein Lahm auch mit 80% noch ziemlich stark und zweitens sieht man bei einem Brafheid inzwischen kaum noch eklatante Fehler wie zu Saisonbeginn.

Insgesamt ist mir der bei ihm sonst übliche Positionsverlust (vom Flügel nach innen) nur einmal aufgefallen. Wird doch.

Nein. Unser Hauptproblem liegt vorne. Oder besser, knapp vor vorne.

Ich will mir tatsächlich nicht vorstellen, dass alle unsere Stürmer das Fußballspielen verlernt haben. Einer mal in der Krise, sicher, aber alle? Auf einmal?

Quatsch.

Es sind die Pässe, die Laufwege, die Kreativität, die spontanen, überraschenden Dinge, die uns da aktuell abgehen.

Es steht doch ausser Frage, dass wir mit unserem 4-3-3 und zwei in Topform befindlichen Ribbéry und Robben da eine Weltklasse-Offensive vorweisen können. Aber wo sind wir mit einem 4-4-2 gefährlich? Da braucht’s andere Spieler in der kreativen Zentrale und die haben wir offenbar nicht. Oder die, die wir haben, genügen den Ansprüchen nicht.

Zum Glück haben wir aber doch durchaus Gewinner. Dieser Hinrunde, der Ära van Gaal.

Thomas Müller zum Beispiel. Alter Schwede. Was der Junge für einen Stiefel spielt, stellt einen Schweinsteiger aber dermaßen in den Schatten, dass der sich besser was überzieht, denn sonst ist er der Kälte schutzlos ausgeliefert.

Sollte ein Thomas Müller der ausser-bayerischen Öffentlichkeit tatsächlich beweisen, dass Schicksale der Ex-WM-Stars und seitdem in ihrer Entwicklung verharrenden Schweini&Poldi, nichts mit dem FC Bayern zu tun haben?

Wirklich? Ist es vielmehr so, dass der Kerl sich einfach so beim Weltklub aus München durchsetzt? Einfach so. Ganz ohne WM-Bonus, von dem andere seit vier Jahren leben?

Respekt.

Ich gestehe: Mir als Bayern-Fan, der sich ob dieser ewigen Phrasen über das Transfergebahren und der mangelhaften Jugendarbeit der Bayern, über die Jahre immer wieder rechtfertigen muss, tut das gut, dass da einfach mal was für sich spricht.

Weiter so, Thomas.

Zu seinen Kollegen im Sturm:

War Herr Klose auf dem Platz? Viel gesehen habe ich nicht. Sein Vorteil war wohl, dass ein Luca Toni mit Herrn Gomez nicht zusammenspielen kann, oder? So las man doch zuvor.

Apropos Luca Toni.

Ich muss schon sagen. Ebenso wie bei Herrn van Bommel, merkt man auch in seinem Fall erst wenn er wieder da ist, was man an Präsenz vermisst hat. Natürlich wird auch ein Toni viel zurückgepfiffen, aber er zieht Gegenspieler auf sich. Er beschäftigt die gegnerische Defensive. Er ist halt ein Brecher.

Sowas braucht man, wenn man schmutzige Siege einfahren will. Und das müssen wir. Wir brauchen Punkte. Mehr als alles andere. Dann wird alles wieder gut.

Denn was passiert, wenn man selbst auch mal gewinnt, haben wir ja jetzt gesehen:

Mindestens zwei Plätze nach oben in der Tabelle und Rückstand zur Spitze nur noch 6 Punkte.

Fein. So kann es weitergehen.

P.S. Was zum FC Bayern, seinen Systemen, seinem Trainer oder ganz allgemein zu sagen? Die Breitnigge-Hotline ist permanent geöffnet: 0228 – 30 41 49 71.

Da haben die Bayern in Hamburg endlich mal einen guten Schiedsrichter…

…und es reicht trotzdem nicht.

Wurden wir in der letzten Saison noch verschaukelt, lief das Gastspiel im Ergebnis doch wieder als Déjà-vu-Erlebnis ab. Na toll.

Nein. Über den Schiedsrichter konnte man diesmal wirklich nicht meckern. Auch wenn HSV-Bruno im Sky-Interview allen Ernstes seinerseits dieszgl. Andeutungen machte. Na klar.

Meckern musste man ausschließlich über unsere Spieler selbst.

Hatten sie doch die Heimmannschaft im Rahmen der ersten Halbzeit und da vor allem in den ersten 30 Minuten so dermaßen im Sack, dass es den üblichen Verdächtigen bestimmt weh getan hat. So tat es uns allen aber nicht minder weh, diese Bayern-übliche Chancenverwertung mit anzuschauen.

Unerträglich, wie fährlässig da vorgegangen wurde.

Sicher. Der Robben-Ball hätte wahrscheinlich nur wenige Centimeter gebraucht, um doch noch im Tor zu landen und das Spiel frühzeitig für uns zu kippen – hat er aber nicht.

Anderseits:

Eines unserer Probleme vom Saisonstart scheint gelöst. Und zwar langfristig. Für diese Saison.

Herr Butt hat uns mit zwei „Kahn“-Paraden im Spiel gehalten. So um die 30. Minute rum, als der HSV in HZ 1 mal mitspielen durfte.

Sehr gut.

Bleiben die Defensiv-, Kreativ- und Chancenverwertungsprobleme.

Macht ja nix. Ist ja noch genug Zeit zum Üben. Bis Mai 2010.

Apropos Üben.

Die Woche ist rum. Das nächste Schweini-Bashing steht an.

Muss man überhaupt noch was sagen?

Zu seinen Ecken, Freistößen und Ballverlusten auch im heutigen Spiel?

Nein. Spricht alles für sich: Herr van Gaal, BITTE übernehmen Sie!

Zurück zum roten Faden.

Das es ein Heimsieg für den HSV wurde, hätte nie, nie, nie passieren dürfen.

Was war das denn für eine fehlerhafte Kette vor dem 0:1?

Ribéry verliert ein Laufduell? Gomez muss in den Defensiv-Zweikampf gegen Zé Roberto? Vier Verteidiger verlieren parallel Herrn Petric aus den Augen??

L.ä.c.h.e.r.l.i.c.h.

Klar war der Zweikampf von Herrn Gomez ein Witz – aber wie Herr Effenberg bei Sky erwähnte: Der ist STÜRMER! Was soll der da?

Wahrscheinlich die Lücke schließen, die Herr Breno mal wieder gerissen hatte.

Und ist es von Herrn Lahm zuviel verlangt, dass er nur mal kurz die Augenwinkel überprüft wo sein Gegenspieler herumschleicht? Herr Lahm ist nämlich – zufälligerweise – Abwehrspieler von Beruf.

Trotzdem.

So ein Gegentor bekommt man in Hamburg immer. Ob berechtigt, unberechtigt, geschenkt, oder wie auch immer. Sowas passiert, umso bitterer, dass wir an dieser Stelle nicht vorgesorgt haben!

Wie oben erwähnt, darf Herr Robben aus dieser Position den Ball ins Tor schieben, ebenso wie Herr Olic aus 5 Metern Herrn Rost nicht anschießen muss und auch Herr Klose darf sich mal zurückhalten, wenn Herr van Buyten, der Herrn Klose inzwischen das Goalgetter-Gen abgejagt hat, so frei vor Herrn Rost zum Schuss kommen kann. Aus abseitsfreier Position. Im Gegensatz zu Herrn Klose!

So langsam bin ich’s echt leid. Jedes Jahr muss ich mir diesen Mist anschauen und dabei zusehen, dass sich die üblichen Verdächtigen aus dem HSV-Umfeld einreden, sie würden sich gegen uns in einer Serie befinden.

Ich möchte endlich mal wieder einen klaren Sieg. Demütigung inklusive. In der ersten Halbzeit war ich guter Hoffnung.

Und dann verletzt sich ein HSVer und das (angeblich) überraschende Ajax-Aufstellungskonzept, dass die Hamburger wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren lässt, bricht zusammen, weil Labbadia für einen defensiven Spieler, einen zweiten Stürmer bringt? Ist das wirklich so einfach?

Na dann gute Nacht.

Was mich zunehmend auch immer mehr stört:

Das unsere (auf dem Papier Weltklasse-)Offensive immer mehr und immer öfter in Schönheit stirbt. Wo ist da sowas wie Effizienz? Abgesehen von Gegnern wie Oberhausen. Aber da war es ja auch nur die B-Offensive.

Man muss allerdings, neben der so leichten Polemik in diesem Zusammenhang, noch ein, zwei Dinge erwähnen.

Ein Klose ist noch nicht wieder in der Form vergangener Tage (aber wann war er das zuletzt eigentlich mal?), ein Gomez braucht offenbar dringend mal ’ne Pause, oder jedes Spiel über 90 Minuten, keine Ahnung.

Luca Toni spielt gar aktuell nur in der dritten Liga. Bliebe Herr Olic, der zwar von allen am meisten rackert und am schnellsten den Bällen hinterherläuft, aber ein Brecher, ein Vollstrecker, wie ein Gomez oder Klose in Topform, ist er nicht.

Herr Robben macht und tut, bekommt aber – komischerweise – seit der Gala gegen Wolfsburg kaum noch Freiräume für sein Spiel und Herr Ribéry?

Herr Ribéry spielte ab der 70. Minute, oder so, nur noch auf Reserve. Alter Schwede. Was hab‘ ich den heute gegen Spielende pumpen sehen!

So mit 10 Mann und ohne die Geschwindigkeit unseres kleinen Franzosen (die er zuvor hatte – sein bestes Saisonspiel), war nach dem 0:1 fast Hopfen und Malz verloren.

Hab‘ ich was vergessen?

Butt hatte ich schon erwähnt, Breno auch. Robbery ebenfalls.

Herrn van Buytens Leistung vielleicht noch: Ebenfalls nahe an seiner Bestform. Kaum ein Fehler, jede Menge Übersicht und beinah wieder mal ein Tor – wenn Herr Klose nicht gestört hätte.

Respekt. Und das in dieser Atmosphäre, gerade für ihn. Auf der anderen Seite zeigt dies eigentlich eher, wieviel Angst man vor ihm hatte. Hätte er sich nach seinem Klinsi-Desaster-Jahr auch nicht träumen lassen.

Womit wir eine weitere Baustelle im Kader gelöst haben dürften.

Eine andere wurde heute verschlimmert. Unser Weltklasse-6er bekam heute die Höchststrafe.

Herr Timoschtschuk wurde in der 63. Minute gegen Herrn Ottl ausgewechselt. Herrn Ottl!

Ich befürchte, sobald Herr van Bommel (wieviele Wochen haben ich eigentlich diesen Namen nicht mehr geschrieben?) wieder (irgendwie) einsatzbereit ist, sitzen beide auf der Bank. Unser 6er-Bayer und sein ukrainischer Backup.

Schlimm.

Gerade fällt mir doch noch ein Satz zu Herrn Schweinsteiger ein. Von Herrn Reif. Im Rahmen der ersten 30 Minuten des Spiels:

“ Dieses Spiel ist einfach zu schnell für ihn.“

Ein perfekter Schlusssatz.

Bis vielleicht auf: Wir freuen uns jetzt schon auf das Rückspiel, HSV!!

B-Bayern ballern Richtung Berlin

Ich bin spät dran. Ist klar.

Vor allem, weil hier schon jede Menge diskutiert wurde.

Über Bayerns Pokal-Schlacht. Gegen die Himmelsstürmer. Aus Oberhausen.

Oder so.

Muss irgendwie am Stress liegen. Im Büro. Habe deshalb auch den Anpfiff verpasst. Und die Chance, zeitnah was zu schreiben.

Egal. Jetzt bin ich ja da.

Die Bayern haben keine Fragen offen gelassen. Vom Ergebnis her.

Und das mit der B-Elf. Gegen allerdings am Ende dann doch überforderte Zweitligakicker.

Was wäre mit der Top-Elf möglich gewesen?

Noch egaler. Und umso besser. Die Stars für’s wichtige Gastspiel in Hamburg geschont. Perfekt.

In solchen Spielen sieht man ferner, wer für das Team unverzichtbar ist.

Lahm, van Buyten, oder Ribéry. Der Rest ist, war austauschbar. Ist auch passiert.

Kurzzeitig hatte ich deshalb mal Bedenken. Als ich einschaltete und die Feldspieler sah. Sosa? Altintop? Ottl? Breno? Braafheid?? Auf der anderen Seite: Wann wenn nicht in solch‘ einem Spiel?

Eben. Und hat ja auch funktioniert.

Mehr muss man nicht dazu sagen. Der einzige, der meiner Meinung nach was erreicht hat war Sosa. Einstaunlich genug. Aber seine Ecken, seine Vorstöße hatten mehr Zug zum Tor, als ich von Herrn Schweinsteiger bisher in dieser Saison gesehen habe.

Zwar klingt das immer noch nach Bashing, aber irgendwie kann ich da nicht aus meiner Haut. Sorry.

Ob ein Sosa trotzdem eine Chance hat, einen Robben auf seiner Position zu gefährden? Sicher.

Aber darum ging es ja auch nicht. Stimmung ist das Thema. Die Backups bei Laune halten, auch mal auf den Rasen zu lassen. Könnte ja mal schnell dazu kommen, dass man auf den Einen oder Anderen angewiesen ist.

Später. Irgendwann in der Saison.

Ansonsten: Ein Schritt näher in Berlin. Nicht mehr und nicht weniger.

Besser als andersherum.

Spielerkritik im Einzelnen?

Nö. Diesmal nicht. War ja eh‘ nur die B-Elf…

Die Beta-Bayern im Bayern-Derby

In der Softwareentwicklung gibt es ja nicht ohne Grund diese verschiedenen Stati. Und weil ich damit beruflich irgendwie zu tun habe, sind mir die geläufig.

Letztes Jahr waren meine Bayern im Status „experimental“. Allenfalls „alpha“.

Heuer ist’s wohl „beta“.

„Beta“ kann sehr viel sein. Manche Dienste im Web 2.0 sind dauerhaft „beta“. Die Bayern unter van Gaal hoffentlich nicht.

Im gestrigen Bayern-Derby gegen die Nürnberger zeigte sich dieser Zustand einmal mehr überdeutlich.

Das die Clubberer sich mit 11 Mann rund um den Strafraum postieren und ihr Heil in gelegentlichen Kontern suchen würden, war ja jetzt keine wirkliche Überraschung. Und, mal ganz im Ernst, was will man auch erwarten, wenn man vier 19-jährige auf dem Platz stehen hat und auch sonst recht junges Gemüse dieses sog. Traditionstrikot trägt.

Ist halt so. Alle paar Jahre kommt’s beim Club zum Neuanfang. Wieso auch nicht, wenn man so regelmäßig auf- und wieder absteigt.

Ich schweife ab.

Die Bayern von Beginn an im Ballbesitz. Das Spiel machend.

Sicher ist Ballbesitz von über 70 Prozent ’ne feine Sache, aber wenn man’s nicht schnell macht, bringt’s eben auch nichts. Zumindestens keine Gefahr. Für’s gegnerische Tor.

Und so plätscherte das Derby lange Zeit vor sich hin. Die – sich selbst vor dem Spiel stark geredeten – Franken fuhren ein, zwei Konter auf das Bayern-Tor, was – natürlich – direkt zur Gefahr wurde, da die Bayern in der Rückwärtsbewegung immer noch nicht die Allerschnellsten sind und phasenweise sogar ein Olic von vorne nach hinten rennen musste, um dem Gegenspieler den Ball abzunehmen. Pranjics Gegenspieler wohlgemerkt!

Eigenes Thema.

Hätte, wäre, könnte.

Gomez‘ Ball hätte auch hinter die Linie fallen können. Ein so frühes 1:0 hätte dem Spiel sicher gut getan. Ist er aber nicht. Hinter die Linie gefallen jetzt.

Und so „retteten“ sich die Clubberer in die Pause.

Wohl in dem Irrglauben, dass in Halbzeit zwei dann noch was gehen könnte.

Mit welcher Begründung? Was brachten die Bayern denn bitteschön in ihren zweiten Halbzeiten seit ihrem persönlichen Saisonstart gegen Wolfsburg zustande?

Eben.

Und so kam es auch.

Mit Ribéry wurde das Spiel zumindestens auf den ersten Blick besser. Die Nürnberger hatten zumindestens permanent das Gefühl, dass von Ribéry jederzeit etwas Spielentscheidendes kommen könnte, allein dies schafft ja schon Räume für die restlichen Mitspieler.

Apropos restliche Mitspieler.

Ich habe ja noch nie verstanden, weshalb – schon zu Solo-Ribéry-Zeiten – nicht parallel zwei bis drei Bayern tatsächlich frei anspielbar sind, wenn drei bis vier Gegenspieler Ribéry attackieren.

Analog diverse Szenen aus der ersten Halbzeit mit Hauptdarsteller Robben.

Wieso nicht, Herr Schweinsteiger??

Womit wir bei diesem Thema sind.

Ich geb’s zu, ich hab‘ mich ein wenig auf den lieben Bastian eingeschossen.

Aber wie sollte man auch nicht, wenn man SEIT JAHREN dessen Eckbälle und Freistöße sieht. Wenn man mitanschauen muss, wie ein Schweinsteiger permanent das Spiel verlangsamt, weil er immer noch mal eher auf dem Ball tritt, um sich zunächst einen Überblick zu verschaffen, wer noch so alles in der Mannschaft mitspielt.

Sowas hat man uns selbst in der Jugend erzählt. Das derlei zu einem großen Spielmacher gehört. Aber das waren die späten 70er und frühen 80er. Seit diesen Tagen hat sich die Spielgeschwindigkeit um einige Durchschnittskilometer in der Stunde erhöht.

Und was läuft da im übrigen so insgesamt zwischen Herrn Schweinsteiger und Herrn van Gaal?

Wieso darf der immer wieder durchspielen??

Die einzige Erklärung: Es gibt aktuell immer drei andere Spieler, die noch schlechter sind als er.

Meine Hoffnung: Sind Rib&Rob endlich beide parallel topfit und eingespielt, ferner irgendwann unsere Backups a la Altintop ebenfalls wieder auf der Höhe ihrer geistigen und körperlichen Frische, dann, ja dann darf sich derBastian endlich mal einen besseren Überblick über das Spiel verschaffen. Von draussen.

Sorry. Aber selten zuvor hat mich derlei in den letzten Jahren so wütend gemacht. Während eines Spiels.

Zurück zum Spiel.

Der Sieg sollte – im Rahmen einer allgemeinen Übereinstimmung – als verdient zu bezeichnen sein. So doof das der eine oder andere finden mag.

Wirkliche Gefahr ging von den Clubberern nicht aus. Das Tor war zwar nicht Weltklasse, wie es einige Kommentatoren gesehen haben wollten, aber es war clever, da es die offensichtlichen Defensiv-Probleme der Bayern einmal mehr schonungslos offenlegte.

Mit Lahm sind wir auf dem rechten Flügel zwar wesentlich besser und sicherer geworden und ich könnte mir vorstellen, dass diese Seite, im Zusammenspiel mit Robben und vor allem aufgrund der Tatsache, dass Lahm, wie ich gestern erfuhr, der Flankenkönig der Liga sein soll (muss nur noch ein bißchen üben), eine neue Paradeseite werden kann. Zu dumm, dass wir dafür die linke Seite aus der Weltklasse, die sie früher mit Lahm, Zé Roberto und Ribéry mal war, auf guten Durchschnitt heruntergezogen haben.

Pranjic scheint nach dem England-Spiel von der Rolle zu sein, Brafheid war noch nie drauf. Dafür Zé fahrlässig (muss man wohl inzwischen so sehen) abgegeben und ein Ribéry, der scheinbar noch einige Spiele braucht, um wieder Normalform zu haben. Aktuell lebt dieser noch von seinem Image.

Dumm gelaufen, oder?

Naja. Gegen den Wiederl-mal-Aufsteiger reichte es ja auch so. Hätte aber nicht sein müssen. Das wir es am Ende noch mal so spannend machen.

Meine „Kritik“ an Robben nach dem letzten Spiel ziehe ich übrigens eindeutig zurück. Seine Flanke vor van Buytens Siegtreffer war Weltklasse. Sowas will ich sehen. Das kam mit einer Leichtigkeit daher, dass man dachte: Ja. Der weiß, was er da macht. Der kann das steuern.

Bei Schweinsteiger denke ich mir immer: Alter. Kannst Du nicht mal versuchen, eine Ecke oder einen Freistoß höher als 1,5 Meter zu schlagen?

Nach diesem vierten Pflichtspielsieg sind wir weiter auf einem guten Weg. Zumindestens gefällt mir das alles inzwischen wesentlich besser als noch nach der Mainz-Niederlage.

Wir befinden uns aktuell auf Platz 3. Heute spielen ferner der Siebte (Frankfurt) gegen den Ersten (Hamburg) und der Zweite (Leverkusen) gegen den Neunten (Bremen).

Gewinnt Hamburg, bleiben wir auf Platz 3. Bei einem Remis ebenfalls und reduzieren wir zusätzlich den Abstand auf dem HSV – in der nächsten Woche Gegner im samstäglichen Topspiel – auf nur noch drei Punkte. Nur noch zwei Punkte wären es bei einem Heimsieg der Frankfurter, auch wenn wir dann auf Platz 4 zurückfallen.

Keinen direkten Einfluss auf unsere Platzierung hat das Spiel in Leverkusen (es sei denn, Werder gewinnt dort 5:0). Aber bei einem Remis oder Auswärtssieg reduziert sich auch gegenüber den Heynckes-Kickern der Abstand zur Spitze.

Auch deshalb war der Arbeitssieg gestern wichtig.

Was habt ihr aus meinem FC Bayern gemacht?

Jetzt mal ehrlich: Der dritte Spieltag ist gerade gelaufen. 9% der Saison. Und wir diskutieren beim FC Bayern schon wieder den Weltuntergang?

Auf der anderen Seite: Was anderes war die erste Halbzeit der Bayern in Mainz?

Von den drei ersten Halbzeiten dieser Spielzeit war dies mit Abstand die schlechteste. Wenn nicht die schlechteste seit Jahren. Gegen Mainz! Bei allem Respekt: Ist das jetzt unser Maßstab?

Dann ist Holland aber echt in Not.

Und was ist das ein Ding mit diesen ersten Halbzeiten?

Verstehen unsere sog. Spieler nicht, was der Trainer von ihnen will und erklärt er es ihnen erst in der Halbzeitpause? Damit dann – erneut – auch heute die zweite Hälfte das Gegenteil der ersten wird? Oder so?

Schlimm.

Obwohl die Saison erst so frisch ist, habe ich schon wieder den Kaffee auf.

Nicht wegen van Gaal. Der hat – erneut – die exakt richtigen Auswechslungen vorgenommen (Altintop grausig!) und nimmt auch sonst kaum ein Blatt vor den Mund. Ist gar selbstkritisch.

Zur Vollendung müsste man jetzt die zahlreichen Fehler nicht erst nach einem Spiel einräumen, sondern sie einfach mal schon vor dem Spiel erkennen. Wie wäre das?

Zunächst einmal sollten wir Herrn Klose e n d l i c h auf die Bank verbannen und e n d l i c h Herrn Olic einen Stammplatz in der Startelf einräumen!

Alter Schwede. Soviel Alarm hat in den letzten Jahren kaum ein Stürmer im bayerischen Offensivspiel gemacht. Respekt. Von 0 auf 100 beim FC Bayern.

Der rennt ja wirklich jedem Ball hinterher. Und bekommt ihn zumeist. So wie Ribéry 2007 in seinen ersten Partien für die Bayern.

Ein weiterer Grund für meine Frustration: Das Comeback der Abwehr des Schreckens!

Daniel van Buyten. Wie bitte? Was war das denn, Daniel? Beim 0:2? Beim Pfostenfallrückzieher von Bancé? Und überhaupt?

Klar. Einem Badstuber muss man sowas mal zugestehen. Aber einem sog. gestandenen Bundesligaprofi?

Weiterhin klar: Irgendwann musste dieser Fehler Rensings ja kommen, den die Medien seit Saisonbeginn herbeizureden versuchen.

0:1. Darf nicht passieren, passiert aber.

Und, da beißt die Maus keinen Faden ab, völlig verdient. Mainz machte vom Anpfiff an mächtig Dampf. Entgegen der Erwartungen. Wohl auch van Gaals. Der schon im Laufe der ersten Halbzeit zwei von drei Wechsel vornahm. Siehe oben. Thema Fehler.

Fast unweigerlich das 0:2. Ebenso verdient. Bayern gar nicht anwesend.

Krise. Desaster. Katastrophe.

Auf der anderen Seite (und jetzt zur Überschrift):

Was sollen die Spieler machen?

Zum zweiten Mal in Folge gibt’s zur neuen Saison einen neuen Trainer. Eine neue Philosophie. Alles neu. Und jedesmal wird behauptet, dass der Fußball jetzt aber mal wirklich und völlig neu erfunden wird.

Für mich ist das fast Wahnsinn. Und dann noch das Erbe der Grinsers: die Vorbereitung.

Unser aktueller Messias auf der Bank hat das ganz gut erkannt: Eigentlich sind wir deshalb noch immer in der Vorbereitung. Und so sehen die Spiele dann auch aus.

Ab sofort zählt für mich – ähnlich wie in der Vorsaison – nur eins: Bis zur Winterpause den Abstand zur Tabellenspitze nicht allzu groß werden zu lassen.

Weitere Faktoren für die heutige Niederlage:

1. Die Leidenschaft und Hingabe der Mainzer.

Da hätten sich die Bayern ’ne dicke Scheibe von abschneiden können. Hinterher wurd’s besser. Aber nur weil den Mainzern die Luft ausging. Allein, zählbares kam dabei trotzdem nicht heraus.

2. Regelmäßig macht der Torwart des Bayern-Gegners gegen uns sein Spiel des Lebens.

Überspitzt ausgedrückt. Aber Übertreiben verdeutlicht.

3. Klose als 10er.

Alter. Dazu fällt mir nix ein.

4. Timoschtschuk.

Kapitän van Bommel fehlt. Das sollte die Chance des Ukrainers sein. Und was kommt bisher dabei heraus? Vielleicht dass ein Typ wie van Bommel auf dem Spielfeld fehlt? Könnte das sein? Meine Güte. Wenn dieser Ukrainer einer der weltbesten 6er sein soll, dann kann man doch erwarten, dass er Zweikämpfe, 1:1-Situationen und Bälle gewinnt, oder? Und nicht nur nebenher läuft. Wenn er Weltklasse ist, dann sollte es ihm auch nichts ausgemacht haben, dass er im Kader zunächst hinter van Bommel lag, dann sollte er jetzt schon seine Form haben können. Oder? Wie auch immer. Da ist Luft nach oben. Bisher ist er keine Alternative zum sog. Treter im Team des FC Bayern.

5. Standards.

Seit JAHREN schau‘ ich mir das jetzt an. Und frage mich – polemischer Fan der ich bin – JEDESMAL, ob man sowas wie Freistöße und Ecken nicht vielleicht mal trainieren kann?!

Passiert beim FC Bayern scheinbar nicht. Wieso darf dann aber Sportskamerad Schweinsteiger – in solchen Spielen, in meinen Augen, einer der am meisten überschätzen Spieler in der Geschichte des FC Bayern – sowas immer wieder im Rahmen eines Pflichtspiels üben?

Fragen über Fragen.

Es kann wirklich nur noch besser werden.

Habe ich was vergessen?

Zum Beispiel, dass Lahm auf rechts immer schlechter statt besser wird?

Oder das wir vielleicht einen Kader haben, der sowohl von den Fähigkeiten als auch vom Intellekt gar nicht zu den hohen Ansprüchen eines van Gaal passt? Wir also in der Winterpause oder im nächsten Sommer wieder diverse neue Spieler an der Säbener Straße begrüßen dürfen?

Ein teurer Spaß.

FC Bayern – SV Wiese 0:1, FC Ribery – Werda 1:0

Phasenweise dachte ich, bei Sky hätten sie ein Band von der letzten Saison eingelegt. Jetzt nicht das gegen Werder, aber halt irgendein anderes.

Dann sah ich wieder diese hässliche Trikotwerbung auf den neuen schicken Jerseys und war plötzlich wach.

Meine Güte. Was war das denn?

Sicher. Auch gegen Hoffenheim gab es phasenweise guten, neuen van-Gaal-Fußball zu sehen und gegen Bremen steigerten wir diese Werte noch einmal.

Aber was bringen 70% Ballbesitz und Dominanz, wenn es einer Mannschaft wie Werder gelingt, mit einem einzigen, wirklich sauguten Konter nicht nur ein Spiel auf den Kopf zu stellen, sondern die Bayern noch ratloser zurückzulassen als zuvor?

Ehrlich gesagt habe ich eigentlich keinen Bock, nach der letzten Saison jetzt schon wieder Geduld bis in den Herbst zu haben. „Bis wir uns gefunden haben“, bis das van Gaals System greift.

Das nervt.

Kann man von gestandenen Bundesligaprofis nicht erwarten, dass sie selbst bei 30 Grad im Stadion mal mehrheitlich keine hohe zweistellige Fehlpassquote haben?

Das man sich anbietet, wenn ein Mitspieler den Ball hat? Wo sind denn diese permanenten zwei Anspielstationen in dieser ach so tollen Raute?

Das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Und vor allem dem Schock, dass sich die Schaaf-Kicker – landauf, landab immer als Offensivkünstler mit Inklusiv-Feuerwerk bekannt – wie jedes Dorfteam, in München dann doch auch mit 10 Mann rings um den eigenen Strafraum eingraben, nur um bei Gelegenheit mal überfallartig die eigenen Konter aufzuziehen…

Nein. Das war großer Käse.

Klar. In den ersten 30 Minuten war das Dampffußball, wie wir ihn uns alle vorstellen. Dann ging uns allerdings die Puste aus und einen Erfolg hatten wir da dummerweise noch nicht erzielt. Das wäre aber erforderlich gewesen, um die Bremer an diesem Tag zu besiegen.

Denn das diese nach ihrer Führung ihre Taktik nicht unbedingt ändern würden – wo ist da die überraschende Neuigkeit?

Wieso auch?

Die haben sich am ersten Spieltag zu Hause blamiert. Was sollen die uns denn in die Karten spielen?

Nur weil Spieler wie Altintop (schlecht, schlecht, schlecht – und so nervös), Timoschtschuk (hat er überhaupt einen Zweikampf gewonnen? Einen Ball erobert, ja, in HZ2), Klose (phlagmatisch wie eh und je), Schweinsteiger (zu unpräzise, zu verspielt und rennt keinem verlorenen Ball hinterher) oder Lahm (mein Gott, wie zahnlos auf rechts, bis auf das Tor keine einzige brauchbare Flanke) einen mehr als schlechten Tag erlebten?

Grundgütiger!

Aber schauen wir doch mal auf die positiven Aspekte dieses Spiels – die gab es nämlich durchaus:

Erstens: Unser Trainer hat – und das kam in den letzten Jahren nicht bei allen Übungsleitern vor – bei allen Auswechslungen komplett richtig gelegen.

Klose raus, Sosa raus (endgültig als 10er gescheitert?), Altintop raus.

Olic rein (Kampfschwein – läuft sich selbst bei diesen Temperaturen die Seele aus dem Leib!), Ribéry rein (komplette Mannschaft direkt eine Klasse besser, trotz riesigem Rückstand), Müller rein (alter Schwede – der hat die Bälle erobert, die ich von Timoschtschuk hätte sehen wollen)!

Klasse.

Zweitens: Bremen dominiert und kein erneutes Debakel erlebt. Immerhin.

Drittens: Man sieht tatsächlich eine Entwicklung. Und mit Ribéry scheint sich das noch zu beschleunigen.

Viertens: Kaum ein Trost: Aber ohne Wiese, hätten die Bayern die Bremen klar abgefidelt. Da muss man ihm durchaus Respekt zollen, auch wenn’s schwer fällt und viele Schüsse direkt auf den Mann kamen.

Fünftens: Ebenfalls keine drei Punkte bekommen wir für die Erkenntnis, dass Werder in HZ2 überweigend nur noch Angst um das Ergebnis hatte. Wie sonst ist zu erklären, dass mit der Einwechslung Ribérys die letzte Kreativität im Bremer Spiel ausgewechselt und noch mehr gemauert wurde?

Kurzum: Offenbar – so schmerzhaft dies beim Blick auf die aktuelle Tabelle auch sein mag – müssen wir mit diesem Punkt zufrieden sein. Letzte Woche konnten wir froh darüber sein, diese Woche müssen wir es.

Weitere Gedanken zum Spiel:

– Die Diskussion um die Dusel-Bayern und van Bommel zeigte offenbar Wirkung. Wie anders ist Manuel Gräfes Art der Spielleitung zu verstehen? Bloß keinen Verdacht aufkommen zu lassen, dass man pro-Bayern pfeift? Und wie war der Schiedsrichter-Assistent der zweiten Halbzeit überhaupt in der Lage, bei diesem Sonnenstand all die Abseitsentscheidungen zu treffen?

Wie auch immer. Soweit ich weiß, gab’s keine Fehlentscheidungen und ob Herr Gomez auch nur einen der Abseitsbälle im Netz versenkt hätte, bleibt unbewiesen.

– Das Olic und Thomas Müller in die Startelf gehören, dürfte nach diesem Spiel klar sein, oder? Eigentlich auch Ribéry, aber hier würde ich pro Spiel nur 20 Minuten mehr Spielzeit einplanen.

– Was erlauben Schweinsteiger? Da bekommen die Bayern in der 92. Minute einen Freistoß in Nähe des Bremers Strafraum zugesprochen und was macht derBastian? Schlenzt den Ball auf gefühlte Hüfthöhe in die Bremer „Mauer“.

Na bravo.

Es kann weiterhin nur besser werden…

Endlich wieder Fußball. Egal wie.

Naja. Egal war’s mir nicht, dass die Bayern gestern in Hoffenheim nicht gewonnen haben. Aber sie haben zumindestens bei einem der stärksten Teams der letztjährigen Hinrunde nicht verloren.

Ist doch auch was. Wenn man bedenkt, dass die van-Gaal’schen Bayern sich noch längst nicht und wir für unser neues Rauten-System mit 10er auch noch keinen adäquaten 10 gefunden haben.

Mancher Spieler stellte sich vor dem Spiel selbst auf. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob van Gaal tatsächlich den Mut gehabt hätte neben van Buyten Herrn Badstuber spielen zu lassen.

Demichelis verletzt. Und zack spielt der junge Newcomer.

Davon abgesehen hat sich Herr Klose ebenfalls selbst aus dem Spiel genommen.

Zum Glück war Herr Olic rechtzeitig wieder fit. Und mal ehrlich: Hätte Herr Podolski auch so ein 1:0 erzielt?

Egal. Geschichte.

Zum Spiel.

Die Hoffenheimer zu Beginn klar besser. Noch dazu mit einem nicht gegebenen Tor. Je mehr Wiederholungen gezeigt wurden, desto deutlicher war der Ball hinter der Linie. Aber hier steckt auch schon das Problem. Wiederholungen. Des real ablaufenden Spiels. In realer Geschwindigkeit und vom Platz, nicht der Tribüne aus, war das alles schon wieder gar nicht so eindeutig. Für die Schiedsrichter jetzt.

Zum Glück sind sich am Ende alle einig:

– Klares Tor

– Spiel wäre bei 1:0 Hoffenheim (evtl.) anders verlaufen

– Wir brauchen endlich ’ne Torkamera.

Wovor hat die greise Riege im International Football Association Board (IFAB) eigentlich Angst? Das wir amerikanische Verhältnisse bekommen? Wo es keine Fehlentscheidungen mehr gibt?

Mhm. Ist natürlich ein Argument.

Auf der anderen Seite: Wieviel Schwachsinn haben die Verbänden sonst so in den letzten Jahren an Regeln eingeführt?

Hier ein kurzer Text zur IFAB:

Warum gab es im Laufe der Jahre so wenige Änderungen an den Regeln? Warum gilt das IFAB als konservativ? Die Antwort darauf ist ebenso simpel wie direkt: Die Attraktivität des Fussballs liegt in seiner Einfachheit. Und als Hüter der Regeln versucht das IFAB so gut wie möglich die Wurzeln zu bewahren, aus denen der Sport so spektakulär aufgeblüht ist.

Fein. Aber was hilft das den Hoffenheimern und was hat es uns im letzten Jahr geholfen, als uns in Hamburg ein klares Tor nicht gegeben wurde?

Eben.

Gestern wurde das (ebenfalls) Tor nicht gegeben.

Und bevor jetzt wieder die üblichen Verwirrten was von Bayern-Dusel faseln, sollten sie sich einfach mal entspannen und dem Paule seinen Link folgen.

Ob die Bayern-Führung wie aus dem Nichts kam, kann man so sehen, muss man aber nicht. Denn soo toll und überlegen war jetzt Hoffenheim auch nicht. In der Form der letzten Hinrunde hätte es wohl bis zum Olic-Tor schon 2:0 oder 3:0 für Hoffenheim gestanden, so war’s aber hauptsächlich recht viel Ballbesitz, der auch auf recht viel Ballverlust der Bayern beruhte.

Die Bayern der ersten Halbzeit – bis zur Führung und ab dem Ausgleich – das ging gar nicht.

Und war mit Sicherheit auch nicht das, was wir uns alle für die Saison so vorgestellt haben.

Aus meiner Sicht war das Experiment mit Baumjohann auf der 10 ein Flop. Nicht nur weil ich denke, dass er ein perfekter Einwechselspieler ist, der mit seinem Spiel auch mal enge Kisten entscheiden kann, nein, die 10 ist für ihn einfach nicht das Ding. Noch nicht, wenn man gnädig ist.

Mit Müller wurd’s dann aber auch nicht besser. Was aber wohl eher daran lag, dass a) Testspiele keinen Bundesliga-Level haben und b) die Hoffenheimer eine bessere Defensive (ganz besonders in der Mitte) aufzuweisen haben, als in der Vorsaison. Respekt.

Und hier war auch das Hauptproblem der Bayern verortet.

Viel ging durch die Mitte und kaum was Zwingendes gelang über die Flügel. Da ist noch viel Luft nach oben.

Kann also alles noch besser werden. Keine überraschende Erkenntnis nach dem ersten Spieltag.

Wer aber fiel aus der Mannschaft positiv auf?

Altintop. Ganz klar. Fast der beste Bayern-Spieler auf dem Platz.

Die Defensive habe ich durchaus nicht auf dem Klinsmann-Niveau der Vorsaison gesehen. Derlei kam mir, über Twitter glaube ich, zu Augen.

Ganz im Gegenteil.

Lahm machte einen guten Job, war allerdings defensiv gebunden. Pranjic hatte dagegen mehr Zug in der Offensive und absolvierte ein ordentliches Debut. Wie auch Badstuber, dem kaum Fehler anzulasten sind. Ausser vielleicht seinem Verhalten vor dem Ausgleich. Aber da war im Stellungsspiel der Bayern sowieso komplett der Wurm drin.

Nach einer eigenen Ecke(!) rutschen wir in einen Konter und am Ende muss ein Lahm(!) in den Kopfball, verliert hier kurzzeitig die Orientierung und ermöglicht somit Ibisevic den Assist. Obasis Hoppelball war dann für Rensing in dieser Hektik nicht zu halten.

Sei’s drum.

Das Remis war verdient.

Und irgendwann wird vielleicht auch unsere Chancenverwertung besser. Denn die war imho das einzige Überbleibsel der Vorsaison.

Das Beste am gestrigen Abend dann der Auftritt Lahms im ASS.

Herrlich.

Und auch sein Satz zu van Bommel. Solche Spieler braucht man als Mannschaft. Und nur weil van Bommel so tief in der Schublade steckt wie kaum ein anderer Spieler in der Geschichte des FC Bayern, heißt es ja nicht, dass man dieses Thema nicht auch mal normal analysieren könnte, oder?

Mark van Bommel ist einer wie Effenberg. Und den habe ich für seine Art auf dem Platz, seine Spielweise immer bewundert. Punkt.

Van Bommel spielt aggressiv. Manchmal hart und selten unfair. Aber er reisst die Kollegen mit. Und gerade die Bayern brauchen sowas wohl ab und an.

Gestern erhielt er insgesamt eine gelbe Karte. Für mich ist das in Ordnung.

Das erste „Foul“ stellte sich in der ersten Zeitlupe als klares Klären des Balles heraus. Beim „Check“ war weder der Ellbogen noch die Hand im Gesicht des Gegners. Vielmehr der Arm angelegt und alles im Kampf um den Ball beim Eckball (im Strafraum der Hoffenheimer, Herr Hopp und somit kann es auch keinen Elfer für Hoffenheim geben). Da passieren ansonsten noch ganz andere Sachen.

Vom Platz gestellt müssen hätte van Bommel in diesem Spiel sicher nicht. Auch wenn die üblichen Verdächtigen unter Journalisten, Bloggern und Fans dies so gerne herbeireden würden.

Auf der anderen Seite: Viele Problem lösen sich oft eh wie von selbst.

Unser Kapitän verletzte sich. Und wer kam ins Spiel? Der aktuell einzig Gefrustete im Kader: Timoschtschuk.

Besonders fiel er in seiner kurzen Einsatzzeit nicht mehr auf. Aber vielleicht ist das ja eines seiner Qualitätsmerkmale.

Abwarten. Wie schwer van Bommel verletzt ist und ob an seiner Stelle Timoschtschuk gegen Werder spielt.

Von daher habe ich im Übrigen auch nie ein Problem darin gesehen, Spieler wie van Bommel und Timoschtschuk gleichzeitig im Kader zu haben. Denn was wäre bitteschön los, wenn van Bommel ausfällt und wir hätten nur einen Ottl als Alternative? Na also.

Über solche „Probleme“ können Vereine wie Chelsea, Real oder ManU ohnehin nur schmunzeln…

Na, wer wird denn nun in der Startelf stehen, Louis?

Wie erwähnt, stelle ich mir so die Startelf gegen Hoffenheim vor:

Rensing – Pranjic, Badstuber, van Buyten, Lahm – van Bommel, Schweini, Altintop, Müller – Gomez, Klose

Jetzt ist aber auf einmal Klose fraglich. Aufgrund eines „Trainingsunfalls“. Sind die Positionen denn bitteschön derart umkämpft, dass wir uns schon selbst schwächen?

Nicht ganz so schlimm hat es José Sosa und Miroslav Klose erwischt. Die beiden Offensivkräfte verletzten sich bei einem Pressschlag.

Ich speicher‘ das jetzt mal unter die übliche Meldungskategorie auf der Bayern-Webseite ab. Anfang der Woche droht die halbe Mannschaft auszufallen und am Ende spielen sie dann doch.

Wie sähe aber meine „Traumelf“ aus?

So.

Rensing – Pranjic, Badstuber, van Buyten, Lahm – van Bommel, Schweini, Altintop, Ribéry – Gomez, Klose

Find‘ ich gut. Am Samstag also schon zu 90% meine Traumelf auf dem Platz.

Es gibt Schlimmeres.

Bayern beim Blitzturnier – kaum Einschläge.

So. Das waren sie also. Meine ersten 35 Minuten Fußball der neuen Bayern. In der neuen Saison.

Die erste Halbzeit und die letzten 5 Minuten. Mehr war nicht drin. Zwischen Abendessen und Kind.

Mehr musste aber auch nicht. Musste ich zumindestens nicht haben.

Meine Güte war das schlecht.

Also vieles. Nicht alles.

Timoschtschuk zum Beispiel. Meiner Meinung nach eine der wichtigsten Neuverpflichtungen in der Defensive der letzten Jahre. Wenn der erstmal auf der richtigen Position (vor der Abwehr) spielt, dann brauchen wir auch mit einem Badstuber in der IV keine Angst zu haben.

Davon abgesehen?

Lahm auf rechts. Irgenwie gehemmt. Irgendwie deplatziert. Dabei sagt(e) er doch selber immer wieder, dass das seine eigentliche Stammformation sei. Naja. Vielleicht ist er vom Kopf her einfach noch viel zu linkslastig. Sollte bei seiner Klasse aber kein Problem sein. Die Umstellung. Bis zum Saisonstart. Hoffentlich.

Seine Nachfolger zeigten auf der ehemals so bärenstarken linken Seite eine, sagen wir mal, durchwachsene Leistung. Brafheid eher ängstlich, ohne Drang nach vorne und nicht wirklich der schnellste, Pranjic fahrig und ohne Struktur in seinen Aktionen.

Zu allem Überfluss hingen die Stürmer völlig in der Luft, weil – ohne Ribéry – im kreativen Bereich mal wieder Sendepause herrschte.

Sicher. Mit einem Sosa in der Startelf ist ja ein feines Experiment und sollte wohl seinen Verkauf ankurbeln, aber war das diesbzgl. nicht eher kontraproduktiv?

Da kam ja mal wieder gar nix. Und überhaupt: Hab‘ ich das richtig gesehen, oder ist der etwas „speckig“ aus der Sommerpause gekommen?

Nein. Das war gestern Käse. So reichte es sogar für den typischen HSV (gegen Bayern hinten reinstellen und auf Konter lauern) zu einem 1:0-Sieg. Das Tor habe ich ebenfalls nicht gesehen. Geschenkt.

Sehen wir es mal positiv: Die Bayern stecken mitten in der Vorbereitung. Keine Ahnung, ob im Trainingslager in den letzten Tagen nur Medizinbälle geschleppt wurden. In dieser Form war dieses Blitzturnier nicht wirklich hilfreich.

Wichtig wird’s erst am 2.8. – vorher ist alles ein Muster ohne Wert und in den nähsten 14 Tagen noch viel Luft nach oben…