Die Schatten der neuen Saison

Wo doch schon andere danach suchen und um uns herum schon die Stars die Vereine wechseln, will ich mal nicht hintenanstehen.

Ich mach’s mir diesmal aber einfach: Ich frage Euch. Welcher Superstar stände dem FC Bayern gut zu Gesicht? Und auf welcher Position?

Brauchen wir einen dritten Top-Stürmer, (noch) mehr Kreativität im Mittelfeld? Mehr Kampf gepaart mit Klasse in der Defensive? Nachbesserungen in der Viererkette?

Fragen über Fragen – wer hat Antworten?

Hat der FCB genug Kohle für Drogba?

So lautete eine heutige Suchanfrage bei Google, die – „überraschenderweise“ – zu meinem kleinen, aber feinen Blog geführt hat.

Nun. Sagen wir mal so.

Drogba tut alles, um beim FC Chelsea rausgeschmissen zu werden und die Bayern haben wirklich jede Menge Kohle, aber zum einen hat Drogba bei seinem Tor am Wochenende nicht wirklich den Eindruck erweckt, er hätte eine Aversion gegen Chelsea, seine Mannschaft oder die Fans und zum anderen müssen wir das schöne Geld nicht jedem Söldner in den Rachen werfen, oder?

Aber vielleicht täusche ich mich auch. Und unsere Häuptlinge basteln im Hintergrund tatsächlich schon am neuen Superstar für 2008/09. Wer immer das sein mag…

Lieber in München als bei Chelsea

Es muss nur genug Geld im Spiel sein.

Wird Didier Drogba vielleicht der nächste Top-Star im Kader des FC Bayern? Zumindestens hat er jetzt mal seine Visitenkarte abgegeben.

„Ich muss gestehen: Ich beneide Spieler wie Franck Ribery oder Luca Toni, weil sie in München unter Vertrag sind“ […] Der FC Bayern sei ein Klub mit einer großen Historie, „da hat man als Spieler die Pflicht, die Tradition des Vereins fortzusetzen.“

Soso.

Da fällt mir gerade was ein: Was macht eigentlich Claudio Pizarro?

Werder-Poldi?

Es ist mal wieder soweit. Bayern-Podolski wird mit Werder in Verbindung gebracht.

„Wir haben im Sommer nicht ohne Hintergrund unser Interesse an Lukas bekundet. Solch ein Interesse hört ja nicht auf“, wird Werder-Manager Klaus Allofs in der „Bild am Sonntag“ zitiert.

Ok. Man beachte die Quelle. Davon abgesehen will sich Allofs aber wohl noch nicht einmal von einem 8:1-Heimsieg blenden lassen und vertraut seinen Stürmern nicht, will sie stattdessen um denPrinz ergänzen – oder stehen Sanogo & Co. plötzlich auf den Einkaufszetteln der „ganz Großen“?

Wollen die Bayern ihn überhaupt abgeben?

Zuletzt gab es Kritik an ihm. „Er müsse mal langsam Gas geben“ wurden Hoeneß und Co. zitiert. Podolski konterte, dass „er ja nie eine Chance bekommen hätte über 7, 8 oder 9 Spiele“.

Das ist ganz dünnes Eis, auf das sich LP da begibt, denn hätte er diesen Satz ohne den Nachsatz geäußert, könnte man ihm noch zur Seite springen, nur bin ich da dann doch eher bei Rummenigge, der einwendet, dass der Bayern kein „Experimentierfeld“ sei.

Die Jugend einzubinden ist ja auch immer mein Thema. Klappt in der Regel ganz gut bei uns. Nur kann es sich ein Verein wie der FC Bayern eben leider nicht leisten, einen Stürmer mit durchzuziehen, der 9 Spiele – eine halbe Hinrunde – braucht, um in Form zu kommen.

Was würden da Spieler wie Toni oder Klose sagen, die sich nicht kannten, noch nie zusammen gespielt haben und trotzdem schon nach wenigen Spielen für das neue Traumduo in der Bundesliga gehalten werden. Die haben Gas gegeben vom ersten Spiel an.

Es gibt also Spieler, die das können.

Klar. LP kam als Provinzfürst zu uns. Er hatte eine Stammplatzgarantie. Da lässt es sich leichter spielen. Aber ist dies ein Problem des FC Bayern oder eines Lukas Podolski?

Aus diesem Gesichtspunkt würde ein Wechsel zu Werder Bremen Sinn machen, denn offenbar hat Herr Schaaf irgendeinen Zaubertrank im Keller, der selbst die größten Graupen wieder zum Funktionieren bringt (s. Sa-no-go). Auf der anderen Seite haben die Bayern eben auch „nur“ Toni und Klose. Von dieser Qualität kommt danach dann erstmal nichts mehr. Fällt einer oder fallen gar beide aus, wird es eng, steht plötzlich Amateur Wagner auf dem Platz (zu dumm, dass Podolski zu Saisonstart noch verletzt war – er hätte zum Stamm gehört und uns zeigen können, was er wirklich drauf hat…)!

Ich mag den Poldi. Nicht unbedingt (nur) aufgrund seiner Interviews, sondern vor allem wegen seiner Unbekümmertheit und seiner Direktheit vorm Tor. Beides fehlt aktuell. Woher soll es wieder kommen? Von einem 9-Spiele-Stammplatz-zur-Probe?

Komm schon, Lukas. Reiss Dich mal zusammen. Und trainier‘ einfach mal was härter. Sowas wie Zweikampfstärke, Torschusstraining mit rechts und links und denk‘ einfach nicht mehr vor dem Tor!

Dann wird das vielleicht doch noch was mit Dir und dem FC Bayern.

Deeskalation und Hetze

Die Bayern spielen in Bremen. Morgen. Das steht schon länger fest. Klose kehrt zurück zu dem Verein, für den er in den letzten Jahre Tore auf Tore erzielt, ihm in die Championsleague geholfen hat.

Umstände und Ablauf seines Transfers zum FC Bayern waren diskutabel. Jetzt ist es halt so und die Vergangenheit sollte man nicht plötzlich auslöschen.

Die Werder-Verantwortlichen sehen das wohl ähnlich, denn vor dem Spiel gibt es eine offizielle Verabschiedung des Bayern-Stürmers.

Bremens Geschäftsführung wird überraschend den Abtrünnigen vor der Partie offiziell verabschieden. Mit Ansage und Präsenten. Der Vorschlag ging kurzfristig an den FC Bayern, den Spieler und dessen Berater – alle willigten ein. „Ein ganz normaler Vorgang“, beschied Allofs bei der gestrigen Pressekonferenz, „ich bin optimistisch, dass Vernunft einkehrt.“

Keine Spur mehr von dem Streit, der zuletzt in der Halbzeitpause des Ligapokals noch einmal aufgeflammt ist…

Nun ist Deeskalation angesagt. Werder gegen Bayern, sagt Allofs, das sei von jeher mit Emotionen besetzt. „Es gibt eine sportliche Rivalität, es darf auch jemand ausgepfiffen werden, aber Begriffe wie Hass lehnen wir ab.“

Soviel zur Theorie.

Es gibt aber auch noch eine andere Seite, für ich teilweise sogar Verständnis habe…

„Ich fürchte, dass viele Fans hier nur darauf aus waren, ihrem Unmut Luft zu machen“, sagt Arnd Zeigler, Stadionsprecher Werders.

Ich persönlich rechne sogar damit. Das ist normal. Das ist verständlich. Das ist fast schon Tradition. Gerade gegen die Bayern.

Was aber mal wieder gar nicht geht, ist die Hetze des Boulevard.

Bremen war drei Jahre lang seine Fußball-Heimat. Nun wird es für ihn die Hölle…

Als ob van Bommel und Kahn Klose „beschützen“ müssen. So’n Schwachsinn. Und gerade die beiden, über die das gleiche Boulevard regelmäßig Kübel der Ausraster-Häme ausschüttet.

Nein. Es wird im dem Spiel zur Sache gehen. Aber es wird keine Jagd aus Klose geben. Auch wenn das einige verwirrte Gestalten im Werder-Trikot mal angedeutet haben. Ich persönlich hoffe ja ohnehin, dass die Bayern viel zu dominant sein werden, als das es eng und emotional werden könnte. Aber das ist eben nur eine Hoffnung.

Die Wahrheit liegt überraschenderweise auf dem Platz.

Er wird doch nicht? Doch er wird!

Tatsächlich. Er macht es. Den sterbenden Schwan geben.

Rafael van der Vaart wird beim UEFA-Cup-Quali-Spiel in Budapest nicht im Kader stehen. Der Niederländer verzichtete wegen Rückenbeschwerden auf einen Einsatz.

Laut Kicker-Ticker steht er nicht auf dem Platz. Das kann er nicht ernsthaft bringen…

Eins steht fest: Wenn van der Vaart mit dieser Nummer durchkommt, sollte Beiersdorfer seinen Namen ändern und nach Übersee auswandern…

Am Rücken verletzt. Ganz plötzlich.

Ich schmeiss mich weg. Gestern hatte ich es noch erwähnt und heute passiert’s.

Für zusätzliche Unruhe sorgte heute eine Rückenverletzung des Profis, die er sich beim Hochheben seines Sohnes zugezogen haben will. Er verspüre Schmerzen, sagte Van der Vaart nach der Ankunft in Budapest.

Ja sicher doch.

Wie platt ist das denn, Rafael?

Ganz abgesehen von der Tatsache, dass er so ganz nebenbei die UEFA-Pokal-Teilnahme des HSV gefährdet, ist derlei nach den letztjährigen Boulahrouz-Erlebnissen ein absolutes No-Go, oder?

Manmanman.

So langsam wird es heftig, Rafael

Das Thema Rafael van der Vaart wird ja eher schlimmer, statt besser.

„Ich bin sauer, der HSV hat einfach abgesagt, das ist arrogant. Er hat meinen Traum zerstört.“

Schlimmer hätte (aus Sicht der HSV-Fans) ein möglicher Transfer zu den Bayern wohl auch nicht ablaufen können. Zu Recht stellt man sich die Frage, ob van der Vaart vor den entscheidenden Quali-Spielen für den UEFA-Pokal in Budapest ähnlich wie Herr Boulahrouz „plötzlich“ krank wird.

Es bleibt „spannend“.

Hamburger Schmerzen

„Wenn ich in Hamburg bleiben müsste, dann hätte ich Schmerzen.“

So HSV-Kapitän Rafael van der Vaart in einem Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“.

Heute trudelte per Fax ein offizielles Angebot aus Valencia bei den Hanseaten ein.

„Ich will unbedingt weg, Valencia ist ein Traum.“

Bitter. Jetzt muss es noch nicht einmal ein Angebot von Real Madrid sein, um den Liebling der Massen aus der Hansestadt zu holen. Valencia bietet offenbar 14 Millionen Euro. Da Ajax aber an Ablösen über 5 Millionen mit 20%(!) beteiligt ist, ist das Angebot für Hamburg eher weniger interessant.

Ergo wird wohl doch Real einsteigen müssen. Denn wer glaubt wirklich, dass bei dieser geringen Summe die definitive Abschiedstournee von RvdV schon am 31.08.07 endet?

Weisheiten # 22

„Wir hätten so etwas schon viel eher machen müssen – auch im Sinne meiner eigenen Lebensqualität, wenn ich mir überlege, wie oft ich mich vergangenes Jahr geärgert habe und wie genüsslich ich mich jetzt auf Fußball freue. Noch während des Ligapokal-Finales habe ich mir gedacht: Du bist eigentlich blöd gewesen, dass du dieses Geld nicht schon viel früher ausgegeben hast.“

Uli Hoeneß