„Ich kann nicht sagen, dass wir hinten ein schlechtes Spiel gemacht haben.“
Heiko Westermann, sog. deutscher Innenverteidiger, nach dem 3:3 gegen die europäische Fußball-Großmacht Finnland.
Autor: paule
Nach 90 Minuten ist alles anders
So schnell geht das.
Und es dauerte nur 90 Minuten.
Plötzlich ist Herr Klose kein Pflegefall mehr, sondern der Retter der deutschen Nationalmannschaft und Herr Podolski nur noch ein Schatten seiner selbst.
Was sagt uns das?
So ist Fußball.
Irgendwann musste es ja mal wieder klappen und der Knoten platzen. Das es allerdings so dermaßen heftig vonstatten ging, hätte selbst ich nicht gedacht.
Umso besser. Für Klose. Für den FC Bayern. Und für das Spiel am Samstag beim kölschen FC.
Attacke.
Von Prinzen, Scheichs, Königen, ManCity, Köln, einem Russen und jeder Menge Kohle
Es bleibt spannend.
Nach den Gerüchten um Real Madrid, soll Lukas-nur-ein-Linksfuß-Podolski auch beim neuen Scheich in Manchester auf der Liste stehen.
Geld spielt da keine Rolle, schließlich will man für 165 Mio.(!) einen gewissen Herrn Ronaldo vom Stadtrivalen United loseisen. Da sollte für die Abu Dhabi United Group die „Ablöse“ für Lukas P. ebenfalls kein Problem sein.
Meine Meinung? Wechsel im Winter. Und bloß keine Videos von ihm nach Manchester schicken!
Die 14 Mio. stocken wir dann noch auf und überweisen die sofort nach St. Petersburg.
Ich sag‘ nur Andrej Arshavin. Ab Oktober ist da die Saison zu Ende und Europas Top-Vereine werden dann sicherlich einen zweiten Versuch unternehmen ihn in den Westen zu holen. Da heißt es früh einsteigen in den Poker.
Ein kleines Problem könnte sein, dass er dann wohl für die Championsleague für uns gesperrt sein wird, aber je nachdem wie die Vorrunde verläuft, muss halt auch noch mal parallel nachgebessert werden.
Wie auch immer.
Wir können Köln ja gerne von all diesen Plänen berichten. Unter einem Präsidenten Kremers hielt man sich erstmals für Real Madrid. Die Realität ist bekannt und bei diesen Summen und gegen solche Gegner ergreifen die Geißböcke sicherlich schneller die Flucht, als man Hoffnungsträger sagen kann…
Von Anfang an geplant oder Ich würde nie zum FCB (zurück)gehen
Der FC Bayern will den neuen Star-Innenverteidiger vom BVB wegholen – Skandal!
Der neue Star auf der schwachgelben Bank will das verhindern – weil es soo viele Beispiele gibt, dass es beim FCB dann „nicht gepasst hat“.
Hui. Widerspricht nur leider den Verträgen und Fakten.
Zum einen könnte man jede Menge Beispiele nennen, wo ein Deal dieser Art für den Spieler von entscheidender Bedeutung für einen bayerischen Stammplatz war, siehe Babbel, Kuffour (beides IVs), Lell und vor allem Lahm.
Zum anderen war dieses Ausleihgeschäft von vorneherein auf genau dieses Ziel ausgelegt: Als Talent kommen, Spielpraxis in der Bundesliga sammeln, als sehr guter Bundesliga-Spieler zurückkommen.
Und „damals“ (Anfang diesen Jahres(!)) war beim BVB auch heilfroh für gaanz wenig Geld ein junges Talent in den Kader zu bekommen um die gefühlte 60-Plus-Abwehr aufzumischen. Konnte ja keiner ahnen, dass in dieser Saison bei den Schwachgelben plötzlich Aufbruch herrscht und der Deal so dermaßen funktioniert.
Tja. Pech, würde ich sagen, lieber BVB.
Die von mir seinerzeit aufgezählten 7 Gründe gelten immer noch. Vor allem die Punkte 2 und 5 sind hier interessant, denn wer glaubt nicht, dass sich Hummels Situation, wenn die Borussen-Saison so weiterläuft, entscheidend verbessert hat und er bei Bayern unmittelbar die Nummer 3 der IVs werden könnte, mit Perspektive auf Platz 2?!
Eben.
Ich freu‘ mich drauf und hoffe tatsächlich, dass derMats beim BVB ’ne grandiose Saison spielt. Denn eins ist klar: Entweder ein junges Bayern-Talent für billiges Geld 1,5 Jahre beherbergen, oder weiter mit IV-Opas dümpeln, liebe Dortmunder!
Klare Kausalität.
Bis nächstes Jahr, Mats.
Prinz-Poldi-Poll
Hui. Jetzt ist derPrinz bei den Königlichen im Gespräch. Lustig. Wie sich spanisches Kölsch wohl anhört?
Und nun zu etwas ganz anderem!
Mit einem Wort: Endlich!
Wer schlägt wen zuerst k.o.?
Diese Frage stellte ich mir oft. Und zwar zu Zeiten, als Oliver Kahn und Sammy Kuffour noch zusammen beim FC Bayern spielten.
War Kuffour in seiner Fahrigkeit noch annähernd mit Markus Babbel zu vergleichen, stellte er einsame Klasse beim Thema Knockout dar.
Wie oft ging Kahn durch ihn zu Boden? Oder einfach mal nur ein Gegner?
Selektive Wahrnehmung? Bei 6 PVs in seiner Bayern-Zeit?
Vielleicht.
Aber das ist das Problem damit – es brennt sich ins Gedächtnis.
Positiv blieb da fast nur sein entscheidendes Tor im Weltpokal-Finale 2001 und sein Gesang von den „rot-weissen Trikots“ in Erinnerung. Etwas, das eigentlich fast alle Bayern-Fans immer missverstanden haben. Nicht weniger als er selbst [1].
Warum ich das alles erwähne?
Na weil eben dieser Sammy Kuffour fast parallel zu Oliver Kahn den Dienst quittiert hat.
[1] Habe ich (wahre) Geschichte dahinter eigentlich schon mal erzählt?!
Turbo-Paule?
Nur mal so in die Runde gefragt: Ist die Performance hier wieder besser geworden?
Will ich nur wissen, damit ich weiß, weshalb ich jetzt auf meine heißgeliebte semmelstatz verzichten muss…
Auf der Suche nach dem Glück
Herr Rossi Podolski sucht das Glück.
Nur, was ist Glück für Herrn P.?
Fußball zu spielen. Idealerweise in Köln. Seinem Viertel. Seiner Straße. Mit denJungs.
Das (kölsche) Boulevard unterstützt ihn nach Kräften in diesem Weltbild.
Wieso eigentlich?
Na weil dann alles gut wird. Mit Daum UND PrinzPoldi muss sich Real warm anziehen. Und Chelsea auch.
Anyway.
Was wollte ich eigentlich sagen?
Achso. Ja.
Guess what? Mir geht das Thema auf die Nerven.
Nur weil man Herrn P. in Köln den Hintern abgeputzt hat, muss das nicht auch für den Rest der Welt gelten. Gibt es ein Naturgesetz, dass man als Profifußballer, der, ganz nebenbei übrigens, jede Menge Geld überwiesen bekommt, nicht richtig arbeiten muss?
Das man was geschenkt bekommt, sich nicht ständig verbessern und gegen die Konkurrenz beweisen muss? Ist das in Köln so? In Bremen doch bestimmt auch nicht, oder?
Klar kann man sich fragen, ob Hoeness‘ Aussagen vielleicht ein wenig zuviel des Guten waren, aber welchem Bayern-Fan spricht man da so langsam nicht aus dem Herzen?
Ich habe wirklich seehr lange die argumentative Hand über Lukas P. gehalten. Auch und gerade hier. Als alle schon zu Makaay-Zeiten darüber am Motzen waren, dass er in München nicht die gleiche Behandlung bekommt wie in Köln, dass man ihn nicht mal 10 Spiele spielen lässt, bevor man einen Mundwinkel verzieht, dass er das berühmte Scheunentor nicht trifft…
Ein Stürmer beim FC Bayern muss brennen. Und zwar auf einen Einsatz. Wenn der kommt, muss er Gas geben. Und zuschlagen. Tore schießen ohne kurze Anlaufzeit. Wer x-mal nach seiner Einwechslung kein Tor erzielt, kann sich nicht wirklich wundern, dass er irgendwann nicht mehr eingewechselt wird, oder?
Sicher.
Ich kann Poldis Frust verstehen, wenn er ihn darauf bezieht, dass Klose immer durch- oder zumindestens von Anfang an spielen durfte. Aber wenn ich mich recht entsinne, dann bekam derPrinz doch auch seine Chancen, oder? Wieder und wieder.
So.
Und jetzt redet er davon, dass er sich das alles mal bis zum Winter anschauen will.
Schön.
Dann sind wir uns ja einig, Lukas!
Der richtige Gegner zur rechten Zeit!
So langsam wird das lustig. Hertha BSC beim Auswärtsspiel in München.
Jedes Jahr aufs Neue, nehmen sich die Berliner in München was vor. Und jedes Mal wird’s schlimmer. Habe ich zumindestens den Eindruck. Vor allem seit den Hauptstadt-Gastspielen in der Allianz-Arena.
Hätte der Schiedsrichter nicht über weite Strecken des Spiels die Hand über die Berliner gehalten, hätte es durchaus ein Debakel werden können. Oder zumindestens einen dritten Elfer (klares Trikot„zupfen“ gegen Toni im Strafraum) und einen Platzverweis (klare rote Karte nach Schlag von Rafael gegen Ottl) gegeben.
Sieg trotz Schiedsrichter. Naja. Dafür waren die Bayern einfach zu überlegen. Pech für die Herthaner, dass die Bayern sich offenbar gerade gestern endlich wieder gefangen hatten.
Wie von Klinsmann gesagt (und mir erhofft) begann gestern für den FC Bayern die Saison. Obwohl ich eigentlich behaupten mag, dass von den bislang gezeigten sechs Halbzeiten vier richtig gut waren. Die erste gegen den HSV, die zweite in Dortmund und gestern beide.
Klar.
Ich hatte bis zum 2:0 immer noch Befürchtungen, dass einer dieser wenigen Berliner Konter vielleicht doch noch den Weg ins Rensing-Tor finden würde (was ja auch geschah, aber erst nachdem bei ein, zwei Bayern aufgrund des deutlichen Vorsprungs die Konzentrationsluft raus war).
Es gab ferner gestern einige Phänomene zu beobachten:
1. Luca Toni.
Unglaublich was der Mann drauf hat. Und das mit quasi nicht vorhandener Vorbereitung. Ganz offensichtlich stimmt hier die, von zumeist nur reinen trainingsfaulen Spielern, geäußerte Überzeugung, dass man lieber spielt und kein Training für gute Leistungen braucht. Sowas ist wohl der Unterschied zwischen „Weltklasse in Deutschland“ und echter Stärke.
Allein die Drehung vor dem 1:0 war das Eintrittsgeld wert. Und ganz besonders der Halbzeit-Kommentar Herrn Sammers zu dieser Szene:
„Der Gegenspieler stand zu eng am Mann.“
Da kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, zumal das Gegenteil für alle anderen BSC-Spieler galt, für alle anderen Szenen…
Kurzum: Wir haben Toni, danach lange nix und dann erst Klose und später Podolski.
2. Miroslav Klose
Apropos.
Das gestrige Spiel war für mich die Wende. Sezierte das Boulevard in den letzten Tagen noch genüsslich Kloses Schwächen, erlebten wir ihn nun ganz anders. Na zumindestens deutlich anders. Verbessert. Mehr Wille. Mehr Laufen. Mehr Emotion.
Das ist überhaupt das Auffälligste: Er ärgerte sich richtig! Sowas habe ich schon seit Wochen nicht von ihm gesehen. Es war eine Entwicklung. Plötzlich war man sich irgendwie sicher: Bald platzt der Knoten.
Das es nun ein Elfmeter war, geschenkt.
Allein die Geste vor dem Strafstoß, als zunächst Schweini, dann Toni den Ball in den Händen hielten, beiden aber dann der „Patient“ Klose einfiel – Signalwirkung.
Eng wär’s nur geworden, wenn Klose verschossen hätte. So lag in diesem Schuss die Entscheidung: Geht’s noch weiter mit ihm nach unten, oder setzt er ein Zeichen.
Er setzte es.
Auf einmal bin ich wieder viel euphorischer was ihn betrifft. Das wird schon.
3. Philipp Lahm
Philipp Lahm – Fußballgott. Oder?
Ich kann’s kaum glauben, was aktuell aus dem kleinen Kerl herausspringt an Funken. Und was war das für ein geiles Tor? Unfassbar. Auf einmal wird auch klar, was Klinsmann wohl – zu Recht – zu Jansen gesagt haben muss: Dieser Lahm kann beim FCB nur gesetzt sein!
Sein ganzes Auftreten, defensiv wie offensiv sind im Moment konkurrenzlos im Kader, beim FC Bayern und bald auch wieder in der Liga.
Klasse.
4. Martin Demichelis
Der Typ ist ein Roboter. Ehrlich. Wie sonst sollte es möglich sein, dass da einer gefühlte Jahre verletzt und abwesend ist, zurückkomment und da weiter macht, wo er aufgehört hat?
Einfach Wahnsinn, wie sicher die bayerische Abwehr wieder stand.
Jetzt können wir alle nur hoffen, dass Demichelis sich auf der kommenden Länderspielreise bloß nicht wieder verletzt oder einen Rückfall erleidet. Das wäre fatal. Würde aber ins Bild der bisherigen Stotter-Saison passen (nicht nur beim FC Bayern). Hoffen dürfen wir, dass die kommenden Wochen für die Münchner anders verlaufen, als die bisherigen.
5. Das Spielsystem
Einige „Experten“ titulierten es ja als Rückschritt. Das Experiment mit der 3er-Kette. Ich seh‘ es eher als klare Erweiterung der Möglichkeiten, wenn man im Rahmen eines Spiels, oder Situation, etc. plötzlich das Spielsystem einer Mannschaft verändern kann. Das habe ich ja schon mit offenem Mund im Freundschafts-Spiel gegen die Kölner registriert und gestern war ich einmal mehr verblüfft, wieviel Dominanz man damit erzeugen kann.
Ob’s auch gegen richtig starke Gegner klappt, muss man dann mal abwarten, aber zumindestens ist es ein flexibler Ansatz, der mir persönlich sehr gut gefällt.
Weiter so, FCB.
In jeder Hinsicht jetzt.
Und nach der Länderspielpause ist dann auch Ribéry wieder fit, ok?