„Manchmal waren solche Spiele auch eine Schlacht und Fouls unser Mittel. Einmal gegen Arsenal London, da hat der Jens Jeremies deren Franzosen Vieira umgetreten – aber übel! -, und als der wieder aufstand, hat der Jerry zu ihm gesagt: Siehst du die Mittellinie? Kommst du drüber, macht es aua! Hier drüben aua, da drüben gut!“
Mehmet Scholl in der SZ und aus dem Nähkästchen.
Autor: paule
Sternen-Chaos!
Was im Ausland (Italien, etc.) schon länger bekannt und etabliert war, die gewonnenen Meisterschaften auf dem Trikot tragen zu dürfen, führte die Bundesliga erst in der Saison 2004/05 ein.
In diesem Zusammenhang gab es jede Menge Streit, weil plötzlich jeder Verein aus Ost wie West von dieser Regelung profitieren wollte.
Die DFL entschied: Gültig sind nur die in der Bundesliga (also seit 1963) errungenen Meisterschaften. Nach der Meisterschaft des VfB Stuttgart entstand so folgendes, aktualisiertes Bild:
FC Bayern: 3 Sterne,
Gladbach: 2 Sterne,
Bremen: 1 Stern,
Stuttgart: 1 Stern,
Hamburg: 1 Stern
Dortmund: 1 Stern.
So weit, so bekannt.
Wie komme ich nun auf dieses Thema?
Zum einen habe ich vor kurzem gelesen, dass es, entgegen meiner bisherigen Meinung, doch keine Obergrenze für Meisterschaften gibt. Das bedeutet dann für den FC Bayern, dass er in dieser Saison auf seinen vierten Stern (2x 10 Meisterschaften) zusteuert. Bisher dachte ich immer, bei drei Sternen ist Schluss. Dem ist wohl nicht so.
Des weiteren las ich heute morgen folgende Meldung mit einem leichten Entsetzen – das Chaos ist perfekt!
Die Spieler der sportlich momentan nur drittklassigen Traditionsklubs Dynamo Dresden und Fortuna Düsseldorf dürfen künftig den Meisterstern auf ihrer Brust tragen. […] Dies beschloss der DFB auf einer Sitzung in Frankfurt/Main.
Wie ist das mit obigem zu vereinbaren?
Ganz einfach.
Es gibt zweierlei Regeln!
DFL und DFB liegen ob dieser Meistersterne schon lange im Clinch.
Die Deutsche Fußball Liga hat die Hoheit über die 1. und 2. Bundesliga, der Deutsche Fußball Bund über alle Ligen darunter (Regionalliga, Oberliga, etc.)!
Aus diesem Grunde wurde es beiden Vereinen nun gestattet einen Stern mit der entsprechenden Anzahl der Meisterschaften beschriftet auf ihr Trikot zu bügeln. Fein. Nicht nur unterschiedliche Regeln, nein, auch noch unterschiedliche Ausführungen.
Was die Sache aber richtig witzig macht:
Steigt z.B. Gladbach (ja ich weiß, Christian, nur ein Beispiel! *g*) aus der zweiten in die Regionalliga ab (ich weiß – Gladbach müsste zweimal absteigen, da in der nächsten Saison die dritte Bundesliga kommt) würden die beiden Meistersterne verloren gehen und man dürfte nur noch einen Stern mit der Zahl 5 spazieren tragen.
Steigen dagegen Düsseldorf und/oder Dresden in die zweite (oder dritte) Liga auf, verlieren sie ihren Stern komplett.
Lustig, gelle?!
Artenschutz im Wirbelwind der Polemik
Um auch mal was zum aktuellen Thema „Artenschutz“ beizutragen:
„Hitzfeld relativiert Hoeneß-Aussagen“
Ist doch wohl völlig klar, dass es hier nicht nur um die schicken, schönen und zuckerweichen Bayern-Ballerinas geht. Wer hatte das wirklich geglaubt, dass UH das eine fordert und das andere ausschließt?
„Es ist ein genereller Appell an die Schiedsrichter, dass man solche Fouls unterbindet. Bayern-Spieler, die von hinten foulen, sollen genauso bestraft werden. Wir wollen keinen Artenschutz für unsere Künstler.“
Hier wird einmal mehr eine Diskussion geführt, die es eigentlich gar nicht braucht.
Und das Leute wie Friedhelm Funkel ihrer Zeit hinterherhinken, ist ja nun keine Überraschung…
„Wer schützt eigentlich unsere Spieler wie zum Beispiel Amanatidis, wenn Demichelis oder van Bommel wie Kamikaze-Flieger auf sie zukommen?“
…allein, es hat ihm noch niemand die Statistiken der aktuellen Saison gegeben.
Ein Demichelis und ein van Bommel sind (aktuell) tatsächlich verändert. Vielleicht macht es die generell erhöhte Spielstärke der Bayern aus, vielleicht haben sie einfach nur so ihr Spiel umgestellt. In den Köpfen einiger Bedenkenträger sind die beiden immer noch die Chef-Rambos des Teams.
Keine Frage. In der letzten Saison hätte ich vieles davon nicht wirklich abstreiten können, aber ernsthaft, ich konnte es selbst kaum glauben, als ich im letzten Spiel gegen Hannover erneut kaum einen von beiden in diesem Zusammenhang (Fouls, etc.) gesehen habe.
Nichts mehr ist davon geblieben.
In diese Diskussion passt natürlich auch die Meldung, dass Diego der meistgefoulte Spieler der letzten, seiner ersten Bundesliga-Saison war. Klar. Er war ja das spielstärkste Mitglied seiner Mannschaft.
Um das mal klar zu sagen: So ein Spieler gehört genauso geschützt. Wie eben Ribéry, Toni, Klose und Co. Das wird imho den Schiedsrichtern auch gelingen. Im Fall Klose ging es mal schief. Bei Ribéry war es seiner Robustheit geschuldet, Toni hat sich „zum Glück“ ohne Fremdeinwirkung verletzt. Sonst wäre verbales Holland tatsächlich in Not gewesen.
Klose scheint gegen Hamburg wieder spielfähig. Von daher ist seine Verletzung bald Vergangenheit. Wollen wir hoffen, dass wir danach nicht schon wieder nur über Fouls reden müssen.
Le petit Franck, notre Roi
Gefunden bei Kai (ausnahmsweise *g*). Anschauen. Genießen.
(Und sein Französisch auffrischen)
Ich mag nicht mehr. Vorerst.
Nein. Keine Angst. Ich höre nicht mit dem Bloggen auf. Aber ich werde in Zukunft etwas kürzer treten. Das hatte ich aufgrund diverser Veränderungen in meinem Privatleben ohnehin geplant. In erster Linie betrifft dies aber mein Bloggen ausserhalb dieses Blogs.
Ich werde für’s Erste keine anderen (Fußball-)Weblogs, Usenet-Beiträge, etc. mehr lesen, geschweige denn zu Themen Stellung nehmen.
Warum?
Nun. Ich habe mich doch tatsächlich zu einer emotionalen Reaktion hinreissen lassen, gleichwohl ich doch glaubte, über Provokationen, Äusserungen, etc. in Richtung meines Vereins und meiner Person gelassener „drüber zu stehen“.
Offenbar schaffe ich das doch nicht so gut. Und ich habe (inzwischen) weder Zeit noch Lust, mich in derlei „Gefechte“ zu begeben. Das war früher anders. Aber zu diesem Punkt in der nächsten Zeit vielleicht mehr.
Was ist das Thema?
Der neue FC Bayern.
Eins vorweg:
Ich erwarte von niemandem, dass er ob der neuen Bayern argumentativ den roten Teppich ausrollt. Niemand muss Ribéry, Klose, Toni und Co. toll, oder zauberhaft finden. Mit derlei Tönen halte ja sogar ich mich zurück. Obwohl ich während der Spiele aktuell oft sprachlos bin.
Das Gegenteil allerdings halte ich für nicht weniger daneben.
Entweder ist vielen aktuell mehr als langweilig, die aktuelle Spielweise lässt ihre ureigenen Ressentiments wieder stärker werden, empfinden es gar als Provokation, oder man kann mit der Tatsache nicht umgehen, dass der FCB aktuell(!) mal den schönsten Stiefel der Bundesliga spielt. Vielleicht ist morgen schon alles vorbei, aber nicht in den Köpfen einzelner, da geht der Kampf ein Leben lang weiter.
Soweit, so schlecht.
Ich dachte eigentlich, gegen Sprüche wie
„so wie der ausschaut hat der auch sonst keine Freunde“
oder
„Wunderte mich eher, dass Ribery nicht gelb bekam, als er nach dem Foul direkt zu seinem Gegenspieler stiefelte und ihn antätschelte…..dafür gibts sonst auch ne Karte…naja der gute FCB“
inzwischen immun zu sein. Oder das es mich nicht stört, dass von den üblichen Verdächtigen in letzter Zeit (fast) nur noch (frustrierte?) Berichte über Bayern-Themen zum Vorschein kommen. Wie gesagt, ich dachte es lässt mich kalt.
Diese fehlende Souveränität hat mich getroffen. Jetzt bin ich weit davon entfernt, derlei Vorgehensweise zu kritisieren. Jeder artikuliert sich so wie er kann (oder möchte). Selbstverständlich könnt und sollt ihr ruhig so weitermachen. Es geht hier nur um einen kleinen Bayern-Fan. Um mich. Ich habe einfach nur entschieden, dass ich mich diesen Dingen für eine Zeitlang nicht mehr aussetze.
Ich bin müde zu verteidige diese Spieler diskutiere diese Themen.
Wie ich, glaube ich schon im Rahmen meiner Google-Worte einmal gesagt habe: Mich kümmert es nicht, ob ich durch mein Verhalten, den einen oder anderen Leser abschrecke, ob meine Themen irgendjemandem gefallen oder nicht, Suchmaschinen mich finden oder eben nicht. In erster Linie schreibe ich, weil ich Spaß daran habe und wenn es nur einen Besucher da draussen gibt, dem das hier auch noch gefällt, dann bin ich schon zufrieden.
Diese Stimmung will ich mir für mich nicht kaputt machen. Deshalb meine Entscheidung.
Bis demnächst also an dieser Stelle.
Hilfe, uns gehen die Stürmer aus!
Wie von mir vorhergesagt haben wir jetzt schon nach dem dritten Spieltag ein Problem mit unseren Offensivkräften.
Schlaudraff fällt nach seinem Bandscheibenvorfall noch Monate(!) aus.
Podolski versucht sich zur Stunde in der Regionalliga in Form zu schießen.
Klose wäre vielleicht für das nächste Spiel fit, steigt am Donnerstag wieder ins Training ein. Eine optimale Vorbereitung sieht anders aus.
Und Toni? Da werden es eher 10 als 7 Tage Pause.
Na fein.
Das gestrige Spiel hat ganz klar gezeigt, dass wir Probleme kriegen, wenn wir ohne Stürmer spielen. Überraschend eigentlich. Klappt doch bei allen anderen Teams ganz gut…
Ok. Wollen wir mal nicht so schwarz malen. Stellen wir einfach dem Ribéry-Bewacher des Gegners einen eigenen Treter Bewacher zur Seite und lassen wir „Kaiser Franck“ dann einfach für zwei zaubern.
Das müsste doch klappen, oder?
Ich gehe aktuell von einem Sturm Klose – Podolski aus. Alternative Wetten?
T Minus 32: FC Bayern – Hannover 96
Dieser Beitrag könnte zwei Unterüberschriften haben:
„Wie stoppt man die Bayern? So!“ oder „Das musste ja irgendwann so kommen“
Bisher habe ich mich noch nicht entschieden, aber beide schwirrten mir während unseres gestrigen Heimspiels gegen unseren dritten Bundesliga-Gegner durch den Kopf.
Die Bayern haben gewonnen. 3:0. Standesgemäß. Könnte man meinen. Aber das wäre zu wenig. Wir müssen tiefer gehen.
Auch die Hecking-Kicker wollten, wie Rostock, in München was holen, nicht nur Bilder von Stadion machen:
„Wir werden uns nicht verstecken und wollen unsere Stärken einbringen. Ich erwarte ein freches Auftreten meiner Mannschaft.“
Nun. Nach dem Spiel kommen wieder die üblichen Einschränkungen nach dem Motto „wir haben unser Potential nicht abgerufen“, „wir waren nicht auf dem Platz“, etc.
Man schreibt es auch in diesem Spiel der Schwäche des Bayern-Gegners zu, dass die Bayern so überlegen waren. Ferner redet man sich sicherlich noch irgendwelche Chancen ein, nach denen man auch selber in Führung hätte gehen können und „dann hätte es ein ganz anderes Spiel werden können“…
Ich habe ein Gelöbnis geleistet: Keine Euphorie bis wir die wirklich starken Gegner wegputzen!
Die Frage bleibt, wer jetzt wirklich ein starker Gegner ist. Werder war’s nicht. Vielleicht der HSV, in Hamburg? Oder das Spiel gegen Schalke?
So würde ich das sehen. Also warte ich bis nach dem 5.Spieltag, bis ich hier Gas gebe. Zuvor nur die verbale Handbremse.
Zurück zum gestrigen Spiel.
Wo war ich?
Ach ja, die Chancen für Hannover…
Im Ernst: Es gab keine. Wirklich KEINE.
Schon mit dem Anpfiff erdrückten die Bayern die Leine-Kicker. Köpfte Toni in der achten Minute an den Pfosten, rollte Welle auf Welle auf das Enke-Tor.
Das Problem: Mit nur einem (echten) Stürmer wird es auch für die Bayern schwer den Zirkus zu geben!
Dem längst überfälligen 1:0 durch Toni folgte unmittelbar die Panik. Verletzung des letzten fitten Stürmers. Und jetzt? Grottenkick mit einem Glückstor für Hannover wie im letzten Jahr? Ende der Traumfußballs?
Es hatte zunächst den Anschein. Wagner war gut in der Vorbereitung. Für die Bundesliga reicht aber kein Regionalliga-Stürmer, um das gute bis sehr gute Kombinationsspiel mit Erfolg zu krönen.
Und eine Dauerbewachung Ribérys engt auch diesen ein. Auch wenn er es mit diversen neuen Tricks immer wieder schaffte bis zu vier Bewacher abzuschütteln.
Der Höhepunkt in diesem Zusammenhang: Die Grätsche Lalas von hinten in die Beine Ribérys, die Hecking zu der Aussage verleitete (klar über die Aussenmikros zu hören), „ob es hier einen Bayern-Bonus gäbe“, als Lala dafür mehr als zu Recht die gelbe Karte sah!
Ganz im Ernst: Welche Medikamente nimmt Hecking?
Sich über diese gelbe Karte zu beschweren?
Nicht zu fassen.
Zum Glück hat er nach dem Spiel einiges klargestellt, sonst hätte dieser Bericht anders ausgesehen…
Machen wir es kurz.
Trotz dieser eher destruktiven Spielweise (oder gerade deshalb) hatte Hannover eigentlich kein Chance. Kahn musste nicht einen Torschuss abwehren (in den ersten drei Spielen ohnehin erst dreimal…).
Was mich fast wahnsinnig machte: Die Chancenverwertung. Schlimmer noch als in Burghausen versiebten die Bayern Chance auf Chance. In Halbzeit 2 im Minutentakt.
Das könnte irgendwann noch einmal ins Auge gehen. Aber was sollen wir machen, wenn ALLE Stürmer verletzt sind?
Meine Hoffnung für das Hamburg-Spiel ist zum einen ein wieder gesunder Klose, ein einsatzfähiger Podolski und ein vielleicht ebenfalls spielender Toni. Irgendwie müssen wir uns da jetzt durchwurschteln.
Noch einmal etwas zu Hannover:
Wie limitiert die Hecking-Spieler gegen uns agierten zeigte die Tatsache der Fouls und Karten ganz gut.
Was treibt einen Lala dazu, nach der gelben Karte gegen Ribéry kurz vor der Halbzeit an der Mittellinie einen Zé Roberto völlig unnötig und übermotiviert ebenfalls von hinten zu foulen (und wieso wundert sich Hecking, dass man von Seiten der Bayern diesen Spieler eher neben als auf dem Rasen sehen will?)?
Hilflosigkeit? Wahrscheinlich. Die Fouls von Cherundolo, Kleine und Yankov waren da ebenfalls wohl symptomatisch.
Schlimm auch für den kleinen HSV, dass Hecking im Grunde alle Auswechslung zum Schutz des Spielers vornehmen musste. Sowohl Lauth als auch Rosenthal standen nach mehrmaliger Ermahnung kurz vor Gelb-Rot.
Was erwartet die Bayern nun in Hamburg (vor allem nach deren UEFA-Pokal-Quali-Rückspiel)?
Kampf? Klasse? Keine Ahnung.
Ich hoffe, die Bayern sind schon stark genug (vor allem in der Abwehr (Demichelis – Weltklasse!)) einem van-der-Vaart-Wirbel zu widerstehen. Kommen die Bayern, rückt man in der Hansestadt traditionell ohnehin immer zusammen. Egal wie sehr man in der Hosentasche die Faust ballt.
Es bleibt spannend.
Meine Top-10: FC Bayern – 1.FC Nürnberg
Top-10-Platz: 6
Spiel: FC Bayern – 1.FC Nürnberg
Datum: 01.05.1982
Ort: Frankfurt, Waldstadion
Die Bayern auf dem Weg zum Triple. Uli Hoeneß auf dem Weg zur Krönung seiner seit drei Jahren andauernden Manager-Tätigkeit beim FC Bayern.
In der Bundesliga kämpft der FC Bayern gegen den HSV nach zwei Meisterschaften in Folge um den dritten Titel unter dem Duo Breitnigge, im Endspiel des Europapokals der Landesmeister wartet in Rotterdam Aston Villa und im Pokal-Endspiel als erstes der stark abstiegsgefährdete 1.FC Nürnberg. Überall gilt der bärenstarke FC Bayern als klarer Favorit.
Aber der Reihe nach.
Am Tag der Arbeit treffen im Frankfurter Waldstadion die beiden bayerischen Traditionsmannschaften aufeinander. Und Arbeit sollte auf die Spieler genug zukommen. Schon zu Beginn des Spiels kacheln Dieter Hoeneß und Alois Reinhard mit den Köpfen zusammen. Nach kurzer Behandlung spielen beide weiter. Heute undenkbar, geht Hoeneß als Turban-Dieter „blutüberströmt“ in die Geschichte ein. Von diesem ersten Schock erholen sich die Nürnberger zunächst besser. Der bepflasterte Reinhard schießt den Club gar in Führung (31. Minute), Dressel vor der Pause zum vermeintlich vorentscheidenden 2:0 (44.) ins rote Netz.
In der Pause wird Dieter trotz starkem „Schädelbrummen“ von seinem Bruder Uli und Trainer Csernai eindringlich zum „Zähne zusammenbeissen“ aufgefordert. Zum Glück der Bayern hält der tatsächlich durch, wird ohne Betäubung mit sechs, sieben Stichen genäht und die Mannschaft bläst in Halbzeit 2 zu einer der größten Aufholjagden der Vereinsgeschichte.
Schnell verkürzt Torjäger Rummenigge zum 1:2 (53.) – nach Kopfball-Vorlage(!) von D. Hoeneß. Und weil’s so unglaublich ist, köpft er in Minute 65 erneut auf den Torschützenkönig der Vorsaison. Den Pfostenabpraller zimmert Kraus in die Frankenmaschen. Ausgleich. Die Bayern-Fans aus dem Häuschen.
Für Nürnberg war der Spuk aber noch nicht zu Ende.
Keine 7 Minuten später laufen Nürnbergs Stocker und Kraus in den Strafraum. Kraus fällt. Und Breitner bleibt wie immer die Ruhe selbst im Hexenkessel der Diskussionen. Sein Elfmeter-Tor bringt die Bayern zum ersten Mal in diesem Spiel in Führung (72.).
Der Höhepunkt dieses Tages und spektakulären Endspiels ereignete sich allerdings in der 89. Minute:
Turban-Dieter, inzwischen wieder mit Blutflecken am Verband, steigt selbst noch einmal in die Luft des Nürnberger Strafraums und köpft zum Endstand von 4:2 ein. Das ist (Kampf-)Fußball at his best. Das hat mich geprägt. Sowas gibt’s heute nicht mehr. Schade eigentlich.
In meiner Erinnerung wird dieses Spiel immer seinen Platz behalten.
Wie übrigens auch die Tatsache, dass die Meisterschaft seinerzeit an den HSV ging, der selbst eine Ära einleitete und der Europapokal ebenfalls nicht an die Säbener Straße wechselte.
Aston Villa gelang trotz drückender Überlegenheit der Bayern ein schmeichelhafter 1:0-Sieg (Torschütze White) im Endspiel in den Niederlanden. Ein Gefühl, dass die Bayern zuvor nicht kannten, war es doch in der Geschichte des Vereins das erste verlorene Endspiel!
Vielleicht aber auch nur ausgleichende Gerechtigkeit, galten doch zumindestens die Endspielsiege 1975 und 1976 als zumindestens glücklich. Trösten konnte uns alle das aber nicht. Zusätzlich leitete die Niederlage am Ende der Saison 81/82 wohl das Ende der zweiten Breitner-Ära beim FC Bayern ein. Ohne Titel verabschiedete sich dieser ein Jahr später von der Fußballbühne.
Servus Paule.
Vom Regen, Traufe, Holländern und der Tabellenführung
Das hatten sich einige Journalisten so schön zurecht gelegt. Zuerst die Mega-Story rund um van der Vaart, die große HSV-Krise und dann das Märchen von der Tabellenführung. Zu schön um wahr zu sein. Zu sehr nach dem Geschmack des Boulevard. Man weiß schließlich, was ausgehungerte HSV-Fans lesen wollen.
Nun. Es kam anders. Der VfL aus Bochum hat die Hamburger geschlagen, seinerseits die Tabellenführung übernommen. Holen die Bayern morgen im Heimspiel gegen Hannover nur einen Punkt, sind sie wieder Spitze. Aber wer zweifelt daran, dass es sogar drei Punkte für Ribéry und Co. werden?
Und wie geht es mit dem HSV weiter?
Das Theater um den Holländer ist beendet, die Gehirnwäsche unter den HSV-Fans im vollen Gange (wie sonst kann man den Jubel im letzten Heimspiel erklären?). Vielleicht ist es auch die blanke Angst. Die Angst vor der Zukunft. Wer, und das stand schon vor der Valencia-Geschichte fest, glaubt ernsthaft, dass RvdV über 2008 hinaus an der Alster spielt?
Der van der Vaart, der so etwas wie die aktuelle Lebensversicherung für den Verein ist. Ohne ihn spielte der Verein unterirdisch. Mit ihm wenigstens 1:0. Schießt der Gegner zwei Tore, wird’s trotzdem eng.
Nein. Als HSV-Fan würde ich jede Minute mit ihm genießen, jede Gelegenheit nutzen, ihm Taschen, Bälle oder Kinder abzunehmen, um seinen Rücken zu schonen und sich schon einmal langsam versuchen daran zu gewöhnen, dass die vor uns liegende Saison einen Erfolg bringen kann (ich sehe den HSV auf den Plätzen 4-6), der kurz danach für einige Zeit verblasste Vergangenheit bleiben wird.
Unter diesem Gesichtspunkt freue ich mich neben dem Spiel morgen (Revanche für die letztjährige Heimniederlage) und Schalke auch so sehr auf das Gastspiel in Hamburg. Denn wenn der HSV tatsächlich mal wieder so stark sein sollte, ist er für unser sog. „Dreamteam“ doch der passende Gegner, oder?
Wie weit weg scheint da schon wieder die letzte Begegnung in der Hamburger Arena, als ein gewisser Sebastian Deisler sein Comeback auf den Rasen zauberte und die Doll-Kicker alt aussehen ließ.
Tritt Ribéry in Deislers Fußstapfen?
Apropos Ribéry: Eines der größten Probleme ist für mich im Moment ohnehin, wann mein bestelltes 7er-Trikot endlich lieferbar ist…
Neues von Toni
Nein. Nicht Luca. Kroos.
Die deutsche U 17-Nationalmannschaft hat bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Korea das Tor zum Achtelfinale weit aufgestoßen. Drei Tage nach dem 3:3-Unentschieden im Auftaktspiel gegen Kolumbien gewann die Elf um Bayern-Talent Toni Kroos am Donnerstag in Cheonan das zweite Gruppenspiel gegen Ghana mit 3:2 (3:0) und steht damit so gut wie in der nächsten Runde.
Aufmerksamen Breitnigge-Lesern wird nicht entgangen sein, dass sowohl ich, als offenbar auch der Verein Toni Kroos für die nächste Besetzung der vakanten 10er-Position beim FC Bayern sieht. Damit will ich natürlich nicht gesagt haben, dass wir aktuell einen 10er brauchen, aber Kroos ist schließlich auch erst 17, den bauen wir in den nächsten drei, vier Jahren auf.
U 17-Nationalmannschafts-Trainer Heiko Herrlich lobt Kroos jedenfalls schon mal in den höchsten Tönen.
„Toni Kroos hat die Mannschaft super geführt und Verantwortung übernommen, auch und gerade in Unterzahl. Er ist ein wahrer Kapitän.“
Seine beiden Führungstore bezeichnete er als sensationell. Mal schauen, was am Ende der WM dabei herauskommt. Goldene Generation?