Von Aberglaube, keiner Energie und einem Turbolader

So langsam sollte ich mir Gedanken machen. Wegen diesem Aberglauben.

Immer wenn ich in dieser Saison irgendwelche Spielchen mit der Tabelle und Ergebnisprognosen gewagt habe, ging’s in die Hose.

Immer wenn ich irgendwelche Dinge gelobt habe, straften sie mich kurze Zeit später Lügen.

Und immer wenn ich über irgendwelche Bayern-Spiele motze, vollbringen sie danach irgendwas, fast als ob sie es mir „mal zeigen wollten“.

Zuletzt erlebt beim Auswärtssieg meiner Bayern in Cottbus.

Erst mein Gemotze über Demichelis. Dann sein Tor zum 2:1. Ebenfalls wie mein Gemecker über PrinzPoldi und der macht tatsächlich – nach seiner Ecke vor dem 2:1 – noch sein eigenes 3:1.

Eine fast logische Konsequenz ergibt sich daraus.

Ich sollte öfter mal über Spieler motzen, dann machen die direkt Tore… 😉 #fcb

In Halbzeit 1 das umgekehrte Bild nach der Führung. Meine fortgesetztes Gefasel von der Tabellenführung führte glatt zum Ausgleich.

Womit wir mal endlich zum Spiel kommen.

Bayern von Beginn an überlegen. Spiel auf ein Tor. Cottbus lautert auf Konter. Bis dahin das bekannte Spiel.

Bayern ohne Ribéry und Zé Roberto in Startaufstellung, dafür mit einem – wie zuletzt – zu Beginn stark auftrumpfenden Sosa in der 10er-Rolle. Gut. Blieb aber nicht so. Wie zuletzt immer wieder. Vielleicht muss man mit dem Kerl aber auch einfach nur mal ein wenig Geduld haben. Und Schritt für Schritt vorgehen.

Erster Schritt (erledigt): Überhaupt mal gut spielen.

Zweiter Schritt: Länger als 30 Minuten.

Dritter Schritt – naja und so weiter…

Cottbus war die eigene Situation anzumerken. Bayern die seine nicht unbedingt. Gut für mich und uns, dass Stuttgart früh in Führung ging. Das nahm ein bißchen Druck von den Bayern-Spielern. So war zumindestens schon mal Wolfsburg in Problemen. Dass so aber Stuttgart weiter Druck machte, ist allein der Tatsache geschuldet, dass die Bayern es in dieser Saison allzu oft laufen und Punkte liegen gelassen haben!

Naja. Auch solche Spiele wie das gegen Energie muss man erstmal gewinnen. Vor dem Spiel war’s mir da was mulmig. Mit einer Niederlage dort und einem Sieg der Wolfsburger, wär’s das wohl gewesen mit der Meisterschaft.

Zum Glück für uns kam’s anders.

Und somit bleiben wir im Spiel. Mit den besten Chancen. Was verwunderlich genug ist. Aber – wie gesagt – eine verrückte Saison!

Morgen gegen Leverkusen und Wolfsburg zu Hause gegen die 7-Siege-Borussen.

Noch vor’ner Woche hätte ich auf einen klaren Wölfe-Heimsieg getippt, aber jetzt? Enger als zuvor, der Klopp’sche BVB auf der Euphorie-Welle, die Magath-Kicker dagegen im Trudel?

Es bleibt einfach nur eng. Noch dazu scheint sich alles auf Endspiele am letzten Spieltag zuzuspitzen. Insofern der schwäbische VfB bei den abgeschlagenen Schalkern weiter auf der Erfolgsspur bleibt.

Aber halt!

Ich wollte ja keine Prognosen, Spekulationen, Rechenmodelle oder Vorhersagen aufstellen.

Nur so kann der FC Bayern offenbar Erfolg haben. Und selbst das will ich nicht gesagt haben!

Achso. Habe ich doch glatt vergessen den Turbolader zu erwähnen. Was Ribéry am Samstag mal wieder gezeigt hat, war das, wofür wir ihn gekauft haben. Er und seine Dynamik waren zu einem nicht geringen Teil für den Erfolg in der Lausitz verantwortlich.

Die Cottbuser sahen neben ihm phasenweise wie Slalomstangen aus. So hilflos versuchten sie ihn an der Ausübung seiner Kunst zu hindern. Ein ausgeruhter Ribéry hat eben Vorteile. In diesem Fall, in dieser Konstellation war er Gold wert.

Das spricht zumindestens nicht gegen eine Zukunft mit ihm. Beim FC Bayern.

Ja, ja, iss ja gut, Willi

Wenn ich nicht wüsste, dass in Bremen sowieso keiner mehr was darauf gibt, was ein Willi Lemke sagt, könnte ich fast glauben, er wäre gerne wieder im Klassenkampf der 80er-Jahre. Zwischen Werder und Bayern.

„Für Diego muss eine außergewöhnliche Summe geboten werden, wenn wir ihn verkaufen sollten.“

Aha.

„Ich vergleiche ungern Menschen miteinander. Aber ­Diego ist genauso viel wert wie Ribéry.“

Ist schon recht. Aber wie kommt Lemke auf das schmale Brett, dass wir Ribéry für nur 30 Mio. Euro abgeben würden?

Herrlich, der Willi. Immer wieder.

Der Wirbelsturm rund um's Trainerkarussell

Aktuell sieht es in der Bundesliga nach jeder Menge Domino aus. Ein Trainerwechsel-Gerücht jagt das nächste.

Und die Bayern sind mitten drin. Wie erwähnt, befinden sich Louis van Gaal und Matthias Sammer auf der Liste der Bayern-Führung.

Louis van Gaal will sogar zum FC Bayern

„Bayern hat sich früher ein paar Mal gemeldet, da habe ich Nein gesagt. Jetzt würde ich Ja sagen.“

…ohne zu versäumen, zu erwähnen, wie beliebt er sei…

„Ich habe viele Angebote.“

…was wiederum den FC Bayern zu einem Dementi nötigte, dass „ja noch gar nicht unterschrieben wäre“.

Davon abgesehen, will ihn sein jetziger Arbeitgeber – AZ Alkmaar – sowieso und niemals ziehen lassen.

„Louis steht bis 2010 unter Vertrag. Über einen Wechsel werden wir nicht verhandeln.“

Dabei hat der Hoeneß Uli doch zuletzt – gerüchteweise – gesagt, dass van Gaal “ aus seinem Vertrag käme, der FC Bayern keine Ablöse zahlen müsse“.

Wenn Aussage gegen Aussage steht, geht’s im Fußball zumeist um’s Geld. Vorsorglich bemühen sich die knallharten Verhandlungsführer aus Alkmaar schon einmal um potentielle Nachfolger.

„In Alkmaar wird bereits Co Adriaanse als van Gaals Nachfolger gehandelt. Adriaanse steht zur Zeit noch in Österreich bei Red Bull Salzburg unter Vertrag, hat dort aber schon seinen Abschied zum Sommer angekündigt.“

Ganz davon abgesehen, dass man in Alkmaar zwar nicht über einen Wechsel verhandeln will, hat er aber nun eine 10-Tages-Frist bekommen, sich zu erklären. Ob er bleiben oder gehen will, nehm‘ ich an…

„Zehn Tage Bedenkzeit: So lange kann sich Louis van Gaal überlegen, ob er beim FC Bayern die Trainer-Nachfolge von Jürgen Klinsmann antreten möchte – bis Fristende bittet AZ Alkmaar um eine Entscheidung.“

Wie geil ist denn das Thema, bitte?

In der Bundesliga geht’s aber nicht minder zur Sache.

Die Gerüchte rund um ein Wechsel Felix Magaths vom potentiellen Sensationsmeister Wolfsburg zum Dauerkrisenclub Schalke, schießen dermaßen ins Kraut, dass Wolfsburg jetzt wohl ernsthaft überlegt, Magath rauszuschmeissen.

Magath!

Ein Nachfolger steht dort aber fast schon parat: Ralf Professor Rangnick.

Der hat Zoff im Ex-Paradies Hoffenheim. Warum? Weil Mäzen Hopp ihm inzwischen doch nicht mehr jeden Wunsch von den Lippen abliest und im Grunde nun auffällt, das Rangnick dann doch noch bei jeder seiner vielen Stationen in den letzten Jahren gescheitet ist.

Niemals aber extremer als heuer in Hoffenheim. Vom Wunder-Herbstmeister zum schlechtesten Halbzeit-Tabellenführer aller Zeiten. Ein Absturz sondergleichen.

Und Hopp – selbst zu schlimmsten Fehde-Zeiten mit den Bayern – immer der mit dem kühlsten Kopf und der ruhigsten Zunge – lässt sich von Rangnick halt nicht auf der Nase herum tanzen. Gut so.

„Ich lasse mich nicht erpressen und durch den Ehrgeiz von anderen zu halsbrecherischen Aktionen verleiten.“

Vielmehr legt er den Finger in die Wunde der Kraichgauer FußballIdylle…

Unverblümt übt Hopp Kritik an der Personalpolitik: „Wäre Wellington nicht verpflichtet worden, stünden fünf Millionen Euromehr zur Verfügung.“ Und überhaupt ginge es erst mal darum, die Negativserie zu stoppen – mittlerweile ist Hoffenheim seit zwölf Spielen sieglos. „Wir sind die schlechteste Rückrunden-Mannschaft. Wenn es so weitergeht, steigen wir nächste Saison ab. Da können wir doch jetzt nicht von einem internationalen Wettbewerb reden“, sagt der Mäzen.

Ein Nachfolger wiederum für Rangnick – wir sind schließlich im Karussell – wäre zur Stelle: Jürgen Klinsmann!

Hopp hat bekanntlich ein freundschaftliches, um nicht zu sagen inniges Verhältnis zu einem gewissen Jürgen Klinsmann. Ein mit etwas mehr Zeit ausgestattetes „Projekt Hoffenheim“ zu größerem Erfolg zu führen als sein früh gescheitertes in München, wäre für den geschassten Klinsmann vielleicht eine Herausforderung.

Hui. Da wird einem vom vielen Drehen ganz schwindelig. Habe ich jemanden vergessen?

Klar. Den unweigerlichen Lothar Matthäus.

Der soll bei Fortuna Düsseldorf(!) im Gespräch gewesen sein. Der Besitzer sein Ex-Clubs in Israel will nämlich in Düsseldorf investieren und Matthäus gleich mitbringen. Der hat aber inzwischen schon dementiert.

Da hört dann sogar beim Loddar der Spaß auf…

FC Bayern-Transfergerüchte 0809#011

Spontan habe ich mich erschrocken, als ich diese Meldung gelesen habe.

Aber hier geht’s wohl eher darum, dass wir uns rechts hinten von Lell UND Oddo trennen. Da macht das mit Görlitz schon viel mehr Sinn.

Sinn würde es, je nach Trainer und System der neuen Saison, ebenfalls machen, einen Toni Kroos zurückzuholen. Abwarten.

Das Allerbeste an obigem Bericht ist aber die Vermutung, dass Klose gegen Cottbus tatsächlich wieder auf der Bank sitzen könnte…

Davon abgesehen geht natürlich auch die Trainerdiskussion weiter. Bestätigt auf der Liste sind Louis van Gaal und Matthias Sammer.

Wer auch immer es sein wird – wenn wir eins nach dieser Saison endgültig gelernt haben: Personen sind austauschbar.

Auch nur drei Punkte. Trotz Heynckes.

Die Bayern haben gegen Abstiegskandidat Mönchengladbach ein 2:1 nach Hause gebracht. Besser als ein 0:1. Schönheitspreise gibt’s in dieser Phase der Saison nicht mehr. Und wie vor Wochen schon geäußert, freue ich mich schon, wenn wir pro Spieltag immer nur ein Ziel erreichen.

Diesmal war es der Punktverlust von Stuttgart. Unerwartet. Aber Unerwartetes passiert immer wieder. Am Saisonende.

Was hat dem FC Bayern aber jetzt der Trainerwechsel gebracht? Die Frage aller Fragen.

Je nach Lager sieht man das in der Bayern-Familie sicherlich ganz unterschiedlich. Die Klinsmann-Gegner sehen den FC Bayern endlich wieder im Aufwind. Alles neu, alles frisch macht der Mai. Alles Gute wird an Heynckes festgemacht, alles Schlechte an Klinsmann. Oder?

Das andere Lager sieht kaum eine Veränderung. Schmutziger Sieg gegen eine 10-Mann-Defensive. Trotzdem gelang es diesem Abstiegskandidaten, uns phasenweise in Verlegenheit zu bringen. Schlimm.

Toni trifft aktuell kein Scheunentor. Podolski mit ein, zwei Lichtblicken. Na fein. Der Rest war aber immer noch Schatten.

Diese Liste könnte ich beliebig fortsetzen. Bringt aber nix. In diesem Thema sind die Fronten nämlich immer noch zu verhärtet. Lassen wir es also aussen vor.

Tatsächlich gab es Dinge, die „plötzlich“ anders sind.

Die Stimmung zum Beispiel.

„Plötzlich“ gibt es eine Lautstärke im Stadion, die wir seit Monaten nicht mehr hatten – hat man sich vorher dem Verein wegen Klinsmann verweigert?

Ferner ist die „Um-den-Hals-Fallerei“ (Zitat ASS) weg. Dafür ist Heynckes in seinem fortgeschrittenen Alter wohl nicht mehr der Typ. Ein wenig mehr Distanz und Ruhe scheint in der Aussendarstellung direkt besser anzukommen.

Wie dagegen die Mannschaft so rüberkommt, darüber bin ich mir noch nicht im Klaren.

Solche Spiele – gegen brutalstmögliche Verteidiger – habe ich in dieser Saison (und zuvor) zur Genüge gesehen. Eine wirkliche Veränderung (ob mit oder ohne Ribéry) ist nicht zu erkennen.

Klar. Ein Heynckes kann (konnte) da (in der Kürze der Zeit) nix ändern, da sind meiner Meinung nach schon die Spieler gefragt.

Aber scheinbar sind noch diverse „Blockaden“ aktiv, wenn ich mir anschaue, wie langsam die meiste Zeit gegen diese Handballverteidigung der Gladbacher agiert wurde.

Man muss Beckenbauer da mehr als Recht gegen: Mit dieser Einstellung und dieser Leistung stünde Gladbach im gesicherten Mittelfeld. Aber das ist ja das alte Thema: Das Spiel gegen die Bayern ist das leichteste der Saison und gleichzeitig geht man mit 120% Leistungsbereitschaft in die Partie.

Ist aber alles seit Jahren bekannt und langsam müsste einem FC Bayern mal ein Rezept dagegen einfallen!

Ist eine Einzelkritik erforderlich?

Vielleicht.

Wenn ich mir die gestrige Leistung eines Herrn Butt so in Erinnerung rufe, dann hat der FCB eine weitere Baustelle für die neue Saison: Das Tor.

In bester Rensing-Manier ließ er den Ball vor dem Elfer prallen und hielt dann den Gladbacher derart stümperhaft fest, dass Rafati gar nicht anders konnte, als auf den Punkt zu zeigen.

Schon die zweite Partie, wo die zuvor gewohnte Sicherheit Butts verloren ging.

Und Rensing? Der fordert seinen Stammplatz. Verbal. Auf die Idee, dies auf dem Platz zu tun, kam er offenbar bisher noch nicht. Schade. Für mich ist derMichael verbrannt. War er aber schon vor der Saison. Persönlich habe ich ihm aber die Chance gegeben, wollte schauen, wie er es an der Front so schafft. Tja.

Die Abwehr?

Ausser Lahm alle aktuell nur noch Durchschnitt. Allein der defensive Gast verhinderte hier Schlimmeres. Was da in der Vorwärtsbewegung für Fehlpässe verbrochen werden oder wie sehr ein Abstiegskandidat, wenn er nur zwei, dreimal pro Spiel Pressing vollzieht, uns tatsächlich in Probleme bringen kann – Respekt. Das wäre unter Klinsmann bestimmt ganz anders gewesen (ach, ich wollte ja aufhören damit).

Das Mittelfeld mit der neuen, so innovativen Raute.

Auf dem Papier war es so, in der Interpretation sicherlich nicht anders als sonst. Zumindestens gut, dass Heynckes nominell gegen Gladbach offensiver agieren ließ.

Nämlich auch im Sturm mit zwei Stürmern und deshalb offensiverer Ausrichtung insgesamt. Klar. Ribéry war ja nicht dabei. Aber nur mit Ribéry und Toni ist eben zu wenig. Dass Podolski da keine Alternative ist, dafür können die Trainer Heynckes oder Klinsmann ja nix.

Im Falle von Podolski will ich (diesmal) aber nicht so streng sein. Er hat sich zumindestens bemüht. Ferner ein genialer Pass auf Altintop vor dem 2:1 und auch sonst zwei, drei Aktionen, die ich von ihm schon länger nicht mehr gesehen habe. Allerdings immer noch zwei Klassen schlechter, als es ein Klose neben Toni bringen würde. Meine Meinung.

Trotzdem. Und fern jeglicher Polemik: Ein Sieg – egal wie – ist besser als ein Remis oder eine Niederlage. Halten wir das mal fest.

Wir sind jetzt zwei Punkte vor dem VfB aus Stuttgart und das war das erste Ziel. Direkte Championsleague-Quali sichern.

Hertha spielt heute in Hamburg. Da wird nur einer drei Punkte bekommen. Oder beide nur einen. Also entweder ist der HSV dann ebenfalls drei Punkte hinter uns oder wir halten den zweiten Platz.

Was den ersten Platz betrifft, glaube ich inzwischen, dass die Wolfsburger wohl keiner mehr aufhalten wird. Parallel sind die Hoffenheimer für mich als Gegner endgültig unten durch. Was ist das denn? Erst uns die Herbstmeisterschaft versauen und dann Tabellenletzter der Rückrunde?

Schande. So schlecht war noch kein Team in der Bundesligageschichte. Nicht das mich das nicht freuen würde, nach allem was ich aus Hoffenheim gegen Ende der Hinrunde so gehört habe…

Nein. Ich gehe davon aus, dass wir diese Hoffenheimer am 33. Spieltag ebenfalls verputzen. Das ist ja das Mindeste nach deren Leistungen gegen unsere Konkurrenten!

Zum Schluss noch eine These:

Am nächsten Spieltag könnte sich imho die Meisterschaft entscheiden. Gewinnt der FC Bayern nicht in Cottbus und gewinnen Magaths Wolfsburger in Stuttgart war’s das.

Die restlichen Heimspiele werden die nämlich glasklar gewinnen und in Stuttgart gibt’s die letzte echte Hürde.

Vielleicht kann der Uli also schon am nächsten Sonntag den versprochenen Balkon nach Wolfsburg schicken…

Noch mehr zum FC Bayern

Die wichtigste Nachricht vorweg: Klose steigt wieder ins Lauftraining ein.

Miroslav Klose hat auf dem Weg zum Comeback den nächsten Schritt gemacht. Seit Anfang dieser Woche befindet sich der Nationalstürmer, der sich vor sechs Wochen einer Sprunggelenks-OP unterziehen musste, wieder im Lauftraining. […] Im Trainerstab des FCB hofft man, dass Klose noch in dieser Saison den einen oder anderen Einsatz haben wird.

Ja. Aber leider dann noch nicht in Top-Form. Obwohl, um Podolski zu verdrängen sollte es allemal reichen…

Apropos Podolski.

Der spielt ab sofort wieder. Neben Luca Toni. Warum? Weil Heynckes einiges verändert. Zum Beispiel die Rückkehr zu einem 4-4-2. Mit zwei echten Stürmern („Bayern spielt seit Jahrzenten so, ich versuche das, für Samstag zu ermöglichen.“). Und im Mittelfeld eher mit einer Raute, also keine Doppel-6 mehr.

„Wenn man mit zwei defensiven Mittelfeldspielern antritt, ist das Mittelfeld nach vorne nicht optimal besetzt. Hinter den zwei Spitzen haben wir Möglichkeiten: Schweinsteiger, Sosa, Zé Roberto Altintop.“

Und weil wir mit Heynckes ohnehin auf dem Retro-Trip sind, kommt gleich ein anderer alter Bekannter zurück: HWMW.

Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt wird gegen Borussia Mönchengladbach wieder die medizinische Betreuung der Mannschaft am Spieltag übernehmen.

Na dann. Aber nicht, dass die Spieler neidisch werden. Ob der Geschwindigkeit, mit der HWMW für gewöhnlich über den Platz läuft…

Was noch?

Ach ja. Wir sitzen alle in einem Boot. Im Verein. Also auch die Fans. Und deshalb gibt’s ab sofort und bis auf weiteres nur noch öffentliche Trainingseinheiten.

„In dieser wichtigen Phase müssen alle zusammenstehen – und dazu gehören vor allem auch die Fans.“

So KHR.

Am Ende des Tages zählen aber – ob mit Klinsmann oder Heynckes – gegen Gladbach trotzdem nur drei Punkte. Nicht mehr und nicht weniger.

Hoffen wir auf das Lösen der mentalen Blockade…

Nein. Ich war nicht in Nou Camp.

Anfang des Monats erhielt ich eine E-Mail von den 11Freunden.

„Wir planen eine Reportage über die 100 Sekunden von Barcelona – zehn Jahre Bayern-ManU.

Bei der Recherche bin ich auf einen Artikel von Dir gestoßen. Warst Du damals im Nou Camp?

Würde mich freuen, wenn wir mal telefonieren könnten.“

Keine Ahnung, welcher Artikel das war. Wahrscheinlich der hier.

Leider konnte ich keinem der 11 Freunde weiterhelfen und irgendwie gab’s dann doch wohl keine Verwendung für die Meinung eines kleinen Bayern-Bloggers, denn der Bericht in der aktuellen Ausgabe kommt gänzlich mit Feedback der beteiligten Spieler und Trainer aus. Also ganz ohne Fans (und Blogger).

Muss ja auch nicht.

Mein Barcelona (Alter, ist das schon 10 Jahre her?) hebe ich mir sowieso für mein Buch auf (ja, daran schreibe ich i m m e r noch) – viel zu schade, um jemand anderem kostenlosen Content zu liefern. 😉

P.S. Eine mögliche Kapitel-Überschrift könnte übrigens

„Wo warst Du während ‚Barcelona‘?“

lauten.

Dies und das rund um den FC Bayern

Irgendwie sind die Zeiten special. Diese Zeiten. In diesen Tagen. Und Wochen.

Soviele längere Statements wie zuletzt habe ich eigentlich noch nie in so kurzer Zeit schreiben „müssen“. Aber macht ja irgendwo auch Spaß und ist spannend.

Klinsmann ist also weg. Heynckes gibt den Feuerwehrmann.

Vieles andere ist unklar. Wilde Spekulationen schwirren rund um den FC Bayern. Hier die neuesten Entwicklungen.

Ribéry will mal wieder weg. Wenn die Bayern die CL-Quali nicht schaffen. Na dann. Rensing (der Große) will gleich mit. Wenn er spätestens zur neuen Saison nicht wieder die Nummer 1 ist. Jetzt nicht so wegen der Leistung. Mehr so aus Prinzip.

Soll ich dazu was sagen?

Ist mir (fast) egal. Reisende soll man nicht aufhalten. Ganz im Ernst. Mich nervt diese Getue zunehmend. Von beiden jetzt. Vor allem aber von Ribéry. Der Zauber ist schon lange weg. Und die Effizienz lässt mehr und mehr zu wünschen übrig. Klar kann er immer noch Spiele entscheiden. Tat er zuletzt aber zumeist in der Bundesliga. Und da nicht wirklich in den wichtigen Spielen.

Damit mich keiner falsch versteht:

Ich mag Ribéry. Und ich denke, wir sollten eher noch einen von seinem Kaliber holen. Um ihn zu entlasten und ihm die Lust am Spielen, am Zaubern zurückzugeben, aber irgendwann ist auch mal Schluss. Mit seinen Launen und seinem Missfallen über die ach so limitierten Mitspieler. Auch ein Ribéry braucht nämlich seine 10 Mitspieler. Egal ob bei Bayern oder bei Real.

Und Rensing?

Ich hab‘ ihn eigentlich oft in Schutz genommen, aber genervt hat auch er mich immer wieder. Mit seinen Schwächen. Ein bißchen ungerecht. Vielleicht. Aber Stammplätze fordern oder gar zu erpressen – das geht halt gar nicht! Meine Meinung.

Mal abwarten, wie der Verein auf dieser Position reagiert.

Apropos Verein.

Da ist ja auch nicht wenig unklar. Zum 1.7. brauchen wir einen neuen Trainer. Das Anforderungsprofil ist lang. Und komplex.

Jede Menge Namen sind bislang in der Lostrommel. Und jeden Tag kommen neue hinzu. Dabei hat der Verein doch in dieser Woche erklärt, noch gar keinen Trainer kontaktiert zu haben. Ist natürlich eine schwierige Aufgabe. Denn ein neuer Trainer sollte ja irgendwo auch in die Planungen für die neuen Spieler der neuen Saison eingebunden sein. Ansonsten haben wir direkt wieder ein neues „Klinsmann“-Kader-Problem.

Louis van Gaal ist der aktuelle „Favorit“. Und Nerlinger auf den Managerposten von Hoeneß. Natürlich nur den sportlichen Teil. Der Rest soll insgesamt ’ne Nummer zu groß sein für unseren Ex-Spieler.

Für was wäre Kahn eigentlich als pot. Manager zuständig?

Irgendwie kann ich mir nicht helfen, aber gegen Kahn wäre Nerlinger doch ein Leichtgewicht, oder? Mag auch daran liegen, dass ich bisher noch nicht wirklich wahrgenommen habe, was Nerlinger bei uns aktuell überhaupt macht…

Noch unseriöser sind da all die Spekulationen um neue Spieler. Seit heute soll Diego auf der Liste stehen. Wenn Ribéry geht. Ferner soll Anatoli Timoschtschuk einen Rückzieher machen wollen, weil er angeblich nur wegen Klinsmann gekommen wäre. Wie kommt man nur auf so einen Quatsch? Ist in Russland gerade Saure-Gurken-Zeit?

Was vergessen?

„Widersprüchliche“ Spieleraussagen über Klinsmann. Zum Beispiel Altintop.

War Jürgen Klinsmann, der nach schlechten Spielen im Zentrum der Kritik stand, für die Spieler ein Alibi?

Altintop: Das ist eine Charakterfrage, die sich jeder selbst stellen muss. Insgesamt gesehen glaube ich aber nicht, dass Klinsmann ein Alibi für uns war.

Achso. Was sagt der Kapitän?

„Jeder Trainer trainiert und begegnet den Spielern auf seine eigene Art und Weise. Wir sind sehr froh, dass wir jetzt mit Herrn Heynckes arbeiten.“ […] „Die Blockaden waren da, das hat man auf dem Platz gesehen. Aber die müssten jetzt gelöst sein. Das darf keine Ausrede mehr sein.“

Ok. Ist ja irgendwo auch egal. Jetzt gilt’s gegen Gladbach. Soll ich jetzt auf einen – überzeugenden – Sieg hoffen, der alle Klinsmann-Kritiker bestätigt, dass es ohne ihn besser läuft, oder eher auf das Gegenteil, damit offensichtlich wird, dass eben jener nicht an allem schuld war?

Ganz klar. Weder noch. Ich will einen Sieg für mich. Für meinen Verein. Das ist nämlich von Personen völlig unabhängig. Und da sollten wir auch wieder hinkommen.

Wir, die Bayern-Familie!