Mission erfüllt. Vorwärts in die Vergangenheit.

Viel gibt’s zu dieser Meldung nicht zu sagen.

Blatter wurde mit Hilfe von Versprechungen gegenüber den kleinen Fußballnationen, ganz besonders aus Afrika, zum FIFA-Präsidenten gewählt. Für 2006 ging sein Teil der Abmachung noch schief, vier Jahre später hat’s dank Rotation dann geklappt. Und somit braucht man eben diese nicht mehr.

Alles ganz einfach, oder?!

T Minus 24: Borussia Dortmund – FC Bayern

Glück.

Glück spielt im Fußball immer wieder eine Rolle. Wer mich kennt, weiß, dass ich die These vertrete, dass sich dieses immer ausgleicht.

Glück hatten die Dortmunder, dass

– die Bayern in Halbzeit 1 nicht in Führung gegangen sind
– der Pfosten gleich zweimal dieser Führung im Weg stand
– sie mit 11 Spielern in die Kabine gehen durften (oder was bekommt man für ein Foul als letzter Mann?)
– Ribéry fehlte
– ohne ihn kaum Überraschendes in der Offensive passierte
– Toni die Grippe immer noch anzumerken war
– die Bayern ab Minute 60 stehend k.o. waren – dank Belgrad-Spiel, ca. 40 Stunden zuvor
und
– sich Hitzfeld nicht traute, in dieses Spiel einen Toni Kroos zu werfen (denn dann wären wenigstens unsere Freistöße gefährlich gewesen)

Glück hatten die Bayern, dass

– die Dortmunder aus ihrer Drangperiode zwischen 60. und 70. Minute keine Tore erzielten
– es nicht weiter ins Gewicht fiel, dass man zumeist mit 10 Mann spielen musste (oder war Sosa für Euch kein Totalausfall?)
– Nelson Valdez kein Stürmer ist

Jemand noch weitere Vorschläge?

Wie auch immer. Zum ersten Mal in der Saison bin ich mit einem Punktverlust einverstanden. Zu müde, zu schlapp waren die Bayern in HZ 2, dass selbst eine Mannschaft wie die Dortmunder Chancen hatten, uns zu besiegen. Schlimm genug. Nein. Auch die Punkteteilung zwischen Schalke und Bremen brachte mich zu dieser Überzeugung. Ist der HSV jetzt Bayern Jäger Nummer 1? Von mir aus. Die bisherige Historie der Bayern-Jäger sagt alles…

Unsere Ruhrpottrundreise brachte uns 4 Punkte. Immerhin. Zur Abwechslung stehen nun mal wieder zwei Heimspiele an. Auf so etwas wie richtigem Rasen. Zunächst Pokal gegen Gladbach und dann gegen Ex-Fast-Bayern-Jäger Frankfurt.

Von der Papierform her zwei klare Kisten. Aber der Pokal hat seine…. Naja. Es sollte ein enges Spiel werden. Kann Ribéry spielen, bin ich optimistisch. Ist er nicht fit, sollte man sich das auch als neutraler Beobachter anschauen.

Und Frankfurt?

Die haben aktuell jede Menge mit sich selbst zu tun. Oder bereiten sich gedanklich schon seit Wochen auf das Gastspiel in München vor. Wie auch immer. Wir haben nichts zu verschenken. Ganz besonders nicht, nachdem uns der HSV nach kaum zwei Jahren wieder so im Nacken sitzt… 😉

Road to Manchester: Roter Stern Belgrad – FC Bayern

Rache ist Blutwurst. Obwohl ich skeptisch war. Sogar noch während des Spiels. Am Ende lief alles blendend. Das wohl schwerste Spiel der Gruppenphase mit einem Sieg überstanden. Noch dazu in dezimierter Form.

Und wie erwartet wurde es ein kampfbetontes Spiel. Kein Zauberfußball. Arbeit war angesagt auf dem Balkan-Flickenteppich. Wäre es vielleicht sogar schwieriger geworden, wenn alle Topstars auf diesem Platz gestanden hätten, mangels Top-Zustand und robuster Roter-Stern-Spielweise aber gar nicht zur Entfaltung gekommen wären?

So war von vorneherein klar, dass unter dem Belgrader Nachthimmel andere Qualitäten gefragt sind.

Aufgrund arbeitstechnischer Überlastung konnte ich nur die zweite Halbzeit verfolgen, sah die ersten Tore nur in der Wiederholung. Aber auch die zweite Halbzeit zeigte keine wirklich gefährliche Mannschaft aus der serbischen Hauptstadt. Dem glichen sich die Bayern an und ich dachte schon an ein 1:1. Bis, ja bis Rensing den ersten mir bekannten Fehler der letzten Zeit machte und zu weit vor dem Tor stand. Ansonsten wäre dieser gefühlte 50 Meter-Schuss doch wohl niemals im Tor gelandet, oder?

Der Hexenkessel war plötzlich wach. So zumindestens das ZDF. „Nach vorne peitschen“, lieber Herr Wark, bedeutet aber nicht über 90 Minuten den ewig gleichen Sing-Sang von sich zu geben. Dauergesang schläfert ein. Hat auch nichts mit Anfeuern zu tun. Sowas passiert spontan und lauthals. Die Tonlage und Lautstärke variiert. Aber das ist ein anderes Thema.

Kurzzeitig kamen mir kurze Zweifel ob eines Punktgewinns. Diese verflogen auch nicht mit der Einwechslung Toni Kroos. Vielmehr war ich gespannt, wie ein 17-jähriger mit diesem Spiel beim Stand von 1:2 fertig werden würde. Er wurde es. Und wie.

Das hätte ich weder erwartet noch gedacht. Das die Bayern dieses Spiel noch drehen und dann noch durch diesen Nachwuchsspieler. Meine Sorgen lagen nicht darin begründet, dass Belgrad noch mehr Tore schießen würde. Ganz und gar nicht. Vielmehr glaubte ich nicht mehr daran, dass die bayerischen Arbeiter eine Lücke im Abwehrbollwerk der Serben finden könnten. Sie fanden sie. Zweimal. Per Kroos-Freistoß.

Von mir aus kann es so weiter gehen. Im nächsten Spiel zuhause gegen die Bolton Wanderers. Dem aktuell Tabellenletzten aus England. Da ist der Rasen auch wieder bespielbar und Ribéry und Toni sind dabei. Die Gruppenphase sollte demnach kein Problem darstellen.

Und Roter Stern?

Nun. Die Revanche ist ein fauler Zauber. Das Team, der Verein nur noch ein Schatten längst vergangener Tage. Aber ein Sieg, ist ein Sieg, ist ein Sieg. Und jetzt weiter im Text. Mit dem BVB.

Toni Kroos – Fußballgott!

Meine Fresse!

Was war das denn gestern?

Kommt rein in der 80. beim Stande von 1:2 auf dem Flokatiteppich in Belgrad und dreht mit seinen Freistößen das Spiel? Noch dazu fast exakte Kopien seiner beiden Freistoß-Klose-Kopfball-Torvorlagen im ersten Bundesligaspiel?!

Ab sofort lege ich jede Zurückhaltung ab und halte ihn für die kommende Nummer 10 beim FC Bayern. Und gebe das auch offen zu.

Unglaublich wie abgebrüht der ist. Mit 17. Und dann noch sein erstes Interview. UH hat ihn von der Kette gelassen. So gar nicht Poldolski-like. Eher das Gegenteil.

Ich freu‘ mich auf seine Zukunft. Und auf unsere. Mit ihm.

P.S. Ganz besonders interessant fand ich diese Textpassage:

Dass ausgerechnet der Jüngste statt Schweinsteiger oder Zé Roberto die Freistöße schießen durfte, war für Hitzfeld keine Frage: „Es geht nicht nach Alter, es geht nach Können. Er ist da der Beste.“

Sieht so aus. Vor allem, weil Kroos seine Gefährlichkeit ja offenbar reproduzieren kann…

Lieber in München als bei Chelsea

Es muss nur genug Geld im Spiel sein.

Wird Didier Drogba vielleicht der nächste Top-Star im Kader des FC Bayern? Zumindestens hat er jetzt mal seine Visitenkarte abgegeben.

„Ich muss gestehen: Ich beneide Spieler wie Franck Ribery oder Luca Toni, weil sie in München unter Vertrag sind“ […] Der FC Bayern sei ein Klub mit einer großen Historie, „da hat man als Spieler die Pflicht, die Tradition des Vereins fortzusetzen.“

Soso.

Da fällt mir gerade was ein: Was macht eigentlich Claudio Pizarro?

Revanche fällt aus!

Der FC Bayern fährt mit Zuversicht nach Belgrad zum Auftakt der UEFA-Pokal – Gruppenphase. Sogar mit großer.

Ich frage mich nur – wieso?

Ribéry fällt aus. Ebenso Toni und Demichelis. Und das sind nur die Top-Stars. So ganz nebenbei sind auch alle restlichen IVs (abgesehen von Lucio, allen Ernstes spielt Lell neben ihm…) nicht einsatzfähig. Und Lahm gibt sein Comeback. Prost, Mahlzeit.

Die Revanche für 1991 fällt imho also aus. Dabei wäre mir genau dies recht wichtig gewesen. Ist mir doch alles rund um die 1:2-Hinspielniederlage und das lächerliche 2:2 in Belgrad noch in bester Erinnerung. Schlimm, wie wir damals im Halbfinale des Landesmeistercups rausgeflogen sind.

Sicher. Der Rote Stern strahlt nicht mehr so hell wie vor 16 Jahren, oder wann spielten die Belgrader zuletzt mit Erfolg in der Championsleague?

Es passt alles irgendwie nicht zusammen. Das wohl schwerste Spiel der Gruppe direkt zu Anfang, dazu noch auswärts und jede Menge Schlüsselspieler abwesend. Vielleicht bin ich aber auch nur wieder zu pessimistisch ob der allzu erfolgreichen bisherigen Saison…

Diese Jungs sollen uns also den ersten Sieg bringen:

Rensing – Lahm, Lucio, Lell, Jansen – Altintop, Van Bommel, Zé Roberto, Schweinsteiger – Klose, Podolski

Ersatzbank: Dreher, Schlaudraff, Sosa, Kroos, Hummels

Von mir aus. Es gibt Schlimmeres. Ansonsten gilt für’s Spiel im „Hexenkessel“ nur eins:

Helm auf, Visier runter und auf sie mit Gebrüll…

Meister-Absteiger # 10

Die Idee kam mir spontan am Samstag, als ich die erneute Niederlage des aktuellen Deutschen Meisters sah. Im Grunde könnte mir egal sein, was der schwäbische VfB macht, hat er seine Aufgabe der Vorsaison, einen königsblauen Meister zu verhindern, doch excellent erfüllt, aber ein wenig tragisch wirkt das schon. Fast ebenso tragisch wie die bisher einmalige „Leistung“ der Clubberer, die es als erste und bislang einzige Mannschaft fertigbrachten, als amtierender Meister abzusteigen.

Ich will damit zwar nicht andeuten, dass ich den Stuttgartern ein ähnliches Schicksal vorhersage, aber in Sicherheit sollten sich die Veh-Kicker nun auch wieder nicht wiegen…

Hier der Meister-Absteiger-Vergleich:

Spieltag 10:

2007/08 VfB Stuttgart 3/1/6 11:18 -7 10 Punkte
1968/69 1.FC Nürnberg 3/2/5 13:17 -4 11 Punkte

Bis auf weiteres wird also der Vergleich über die Jahrzehnte an dieser Stelle aufgeführt.

Umstellung Ottmar-O-Meter

Spieltag 10 liegt hinter uns. In der Regel wird allgemein anerkannt, dass man „danach weiß, wo man steht“. So auch die Bayern. Nämlich oben. Aber wen kümmert schon am Saisonende, was an Spieltag 10 los war? Eben.

Am letzten Saisonende stand der FC Bayern hinter Stuttgart, Schalke und Bremen. Deshalb wird ab sofort und bis auf weiteres im Ottmar-O-Meter der Abstand auf diese drei Teams gemessen.

T Minus 25: VfL Bochum – FC Bayern

Auftakt zur Ruhrpottrundreise des FC Bayern. Die Erwartungshaltung vor dem Spiel war klar: Bochum, ziemlich schlechte Heimelf, muss weggeputzt werden. Eine kleine Wundertüte war das Spiel an der Castroper Straße allerdings trotzdem: Länderspielpause und Klose-Verletzung ließen mich mit flauem Gefühl im Magen zurück.

Am Anfang zwei stürmische Teams. Bochum mit dem Mute der Abstiegsgespenstverzweiflung und die Bayern mit dem inzwischen üblichen Spiel.

Die Führung der Bochumer – ein Witz.

Klar. Dennis Grote zirkelt den Ball mustergültig ins Tor. Rensing machtlos. Aber was war denn das bitte davor? An Dämlichkeit kaum zu überbietender Fehlpass von Demichelis, ein Lell im Sekundenschlaf über gefühlte Minuten, ein Lucio mit Beinschuss und auch sonst nur müde hinterher trabende Bayern-Spieler?

Sowas wird Bochum im Laufe der restlichen Saison sicherlich nicht wieder passieren. Das nach dem Spiel Koller überdies die Leistung der Bochumer über den grünen Klee lobt. Geschenkt. Das seine Spieler das dankend aufnehmen und sich so Mut für den weiteren Abstiegskampf einflößen. Logisch.

Aber sah das Spiel nicht doch ein wenig anders aus?

Allein HZ1 sah einmal mehr einen derart überlegenen FC Bayern, dass es weh tat nur den Zauberausgleich von Ribéry gesehen zu haben. Schlimm.

Womit wir schon beim größten aktuellen Problem der Bayern sind: In Schönheit sterben!

Das ist eine Kopfsache. Und zwar ohne Wenn und Aber.

Die Spielstärke ist in uns. Aber wir müssen auch was damit anfangen. Und bitte in jedem Spiel unerbittliche Konsequenz beweisen. Klar. Auch nach diesem Spiel ist das wieder Jammern auf hohem Niveau. Aber irgendwann (jaja, irgendwann…) kommt ein Gegner, der das bestraft – und das muss nicht erst Milan oder Chelsea in der nächsten Saison sein. Das könnte schon der BVB werden…

Ich weiß. Die zweite Halbzeit war schon nicht mehr so prall. Und das ausgerechnet ein Schweinsteiger den Siegtreffer in die Maschen drischt ist schon komisch. Aber offenbar haben die bayerischen Funktionärsworte und das Bankdrücken der letzten Wochen ein bißchen was bei ihm freigesetzt.

Wohl auch bei Podolski. Denn ich bin da ganz bei Hoeness, der nach dem Spiel von einer guten Leistung, der „besten gar der letzten Wochen“ beim Ex-Kölner sprach. Stimmt. Sein Engagement, seine Laufbereitschaft, sein Zweikampfverhalten war in den wenigen Bochumer Minuten um ein Vielfaches den letzten Wochen überlegen.

Weiter so, „Schweini“ und „Poldi“.

Das der VfL aus Bochum überwiegend einfach nur hoffnungslos überfordert und schlecht war, werden wohl fast alle bestätigen, die das Spiel über die vollen 90 Minuten gesehen haben. Von den ersten 15 Minuten einmal abgesehen. Es tut mir körperlich weh, wenn ich sehe, wie wir immer mal wieder in „solchen Spielen“ versuchen, den Ball förmlich ins Tor zu tragen, ins Tor zu zaubern. Kann man mit 11 Ribérys überhaupt Erfolg haben? Daran zweifle ich mal ganz stark. Mit 11 so lauffreudigen Spielern sicherlich, aber das ist es ja nicht alleine. Es muss auch Stürmer geben, die topfit sind. Klose und Toni waren das gestern leider (noch) nicht. Wie auch. Klose kehrte einmal mehr nach einer Verletzungpause zurück (danke noch mal – ihr wisst schon, an wen) und Toni schien überspielt. Obwohl er doch – das hat mich richtig begeistert – vorzeitig von der ital. Nationalmannschaft abreiste um in München zu trainieren.

Irgendwie war trotzdem der Wurm drin. Chancen hatte Klose in den 90 Minuten so einige. Mehr als ich erwartet hatte. Allein verwandelt hat er sie nicht (hört nun endlich bitte einmal das abermalige Gequatsche über Gerd Müllers Rekorde auf?).

Auf ein Neues in Dortmund.

Stürmen wir das Westfalenstadion? Werden wir ein dolles Spiel abliefern?

Ich will’s hoffen. Sind die Schwachgelben doch trotz allem ein anderes Kaliber als die Bochumer.

Glück auf.