Der richtige Gegner zur richtigen Zeit?

Die Bayern haben im ersten Schicksalsspiel für Jürgen Klinsmann einen Gegner, der sie in den letzten Jahren – vor allem zuhause – mehr als geärgert hat, standesgemäß weggehauen.

Konnte man so auch nicht unbedingt erwarten und hatte das Boulevard auch nicht unbedingt gehofft. Würd‘ ich jetzt mal sagen.

Zum Spiel braucht man viel zu sagen. Die Bayern – wie erwartet und erhofft – mit einer völlig anderen Einstellung als gegen Barcelona, die Frankfurter als guter Gast.

So kam es, wie es kommen musste. Die Bayern verschafften sich Luft.

Davon abgesehen habe ich mich schon über Twitter leergeschrieben. Irgendwie. Wer mir dort immer noch nicht „folgt“, hat einen Live-Ticker verpasst, über den ich selbst ganz begeistert war (wenn schon kein anderer).

Emotional war ich erst nach dem Einschalten von Premiere so richtig aufgewühlt, als Friedrich Leonhard Ignatius Josef Maria Lamoral Balthasar Prinz von Thurn und Taxis was von toter Mannschaft faselte und dafür den Busfahrer der Bayern als Kronzeuge anführte.

Überhaupt ging mir dieses ganze Herbeigerede plötzlich noch viel mehr auf die Nerven als zuvor. Widerlich, wie man spüren konnte, dass einige Vertreter der medialen Zunft nur drauf warteten, dass Bayern Punkte lässt, noch besser verliert und Klinsmann danach fliegt um die vorbereiteten Schlagzeilen aus der Schublade zu holen.

Bäh.

Dabei war ich von Klinsmanns Aufstellung zum ersten Mal seit langer Zeit total begeistert. Echt jetzt. Genau das Richtige. Gegen diesen Gegner. Zu diesem Zeitpunkt.

Mein Frust über das Klinsmann-Bashing ging ziemlich schnell in Zynismus über. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Twitter BestOf: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13

Für alle die’s verfolgt haben: Sorry für die Redundanz.

Die Bayern haben 4:0 gewonnen. Das ist besser als ein 0:4. Ganz einfach.

Ferner hat ihnen die Konkurrenz den Gefallen getan und sie wieder auf Platz 2 gehoben.

Danke, Hertha.

Danke, HSV.

Und jetzt gegen Barcelona ein gutes Spiel, vielleicht ein Remis oder einen Sieg und dann in Bielefeld nachlegen. Das würd‘ mir schon reichen.

Schicksalsspiel, Folge 1: Eintracht Frankfurt

Es geht los. Glaubt man dem Boulevard findet heute Klinsmanns erstes Schicksalsspiel statt.

Auf der anderen Seite: Hat Klinsmann bei derlei „Journalisten“ nicht schon seit Saisonbeginn solche Spiele?

Insgesamt kommt das Restprogramm den Bayern natürlich schon irgendwie entgegen. Aber was ist schon leicht zu nennen in diesen Tagen?

Ausgerechnet Eintracht Frankfurt.

Könnte man meinen.

Ausgerechnet einer der bayerischen Heim-Gegner, über die ich mich in den letzten Jahren mit am meisten aufgeregt habe.

Ob’s diesmal wieder so kommt?

Keine Ahnung. Der Druck ist zumindestens schon mal da. Für alle. Ob das beflügelt oder hemmt werden wir sehen.

Der Eintracht wird’s wie immer recht sein. Destruktiv-Fußball kann schließlich auch positiv sein. Vor allem wenn man nur 6 Punkte vorm Relegationsplatz liegt.

Hoffen mir mal auf das Beste. Und das ist nicht unbedingt ein schönes Spiel sondern eher 3 Punkte.

Das Knallerspiel aus Bayernsicht ist ohnehin erst morgen. Entweder haben wir dann den HSV wieder überholt – bei eigenen 3 Punkten – oder zumindestens liegt der VfB wieder 6 Punkte hinter uns.

Meine Güte. Soviel ist noch möglich. Ob’s dem Boulevard gefällt?

Ist Klinsmann als Trainer noch tragbar?

Heute ging echt der Punk ab. Hier. Bei Twitter. Und überhaupt. Alles fing schon während des Spiels der Bayern in Barcelona an und hat bis jetzt noch nicht aufgehört. Wundert mich, dass es keinen Brennpunkt im Ersten gab…

Interessant finde ich, dass das Thema Klinsmann die Bayern-Fans und alle, die sich mit dem Thema Bayern beschäftigen so derart umtreibt. Meine eigenen PIs haben sich innerhalb eines Tages verdoppelt. Da ist meiner Meinung nach aber auch viel Hysterie dabei. Dieser Beitrag soll ein Gegenpol sein.

Jürgen Klinsmann ist ein streibarer Geist. Das war schon immer so. Als in den 80ern viele seiner Kollegen beim VfB Stuttgart schon Porsche fuhren, rollte er noch mit Käfer auf’s Gelände.

Als er 1995 zum FC Bayern kam, soll Hoeneß in den Verhandlungen ganz schön geschwitzt und der Schwabe in seinem Vertrag eine Einsatzgarantie bekommen haben. Heißt es.

Seine Einstellung zu den Medien im Allgemeinen und gegen Springer im Speziellen brachte ihm damals schon Ärger mit Platzhirsch Matthäus und seiner Bande zu Bild ein. Das Resultat: Vorzeitiger Abschied nach zwei Jahren.

Was waren das aber für zwei Jahre? Der erste Europapokalsieg nach 20 Jahren (1996) und die erste Meisterschaft nach drei mageren Jahren (1997). Seit dieser Zeit hat Klinsmann immer noch einen Platz in meinem Bayern-Herz.

Im Vorfeld der 2006er WM hatte auch ich jede Menge Gründe, Grinsi-Klinsi Abneigung entgegenzubringen. Sein Clinch mit den Bayern und – als Höhepunkt – seine Entscheidung Pro Lehmann, trübten dieses Verhältnis mächtig ein.

Konnte ja keiner ahnen, was dann bei der WM folgte. Der dritte Platz und ein Oliver Kahn, der plötzlich zu sich fand und mit sich ins Reine kam.

Das es Klinsmann dann 2008 zu den Bayern verschlug, fand ich mutig und später auch richtig gut. Hat(te) der FC Bayern – mein Verein – doch ein wenig Reform durchaus gebraucht.

Zwar wird jetzt die Prä-Klinsmann-Zeit von all seinen „Gegnern“ mehr als glorifiziert, aber haben wir alle schon vergessen, was wir 2004 (unter Hitzfeld) gelitten haben? Und unter Magath?

Ja. Auch unter Magath. Denn dieser erreichte zwar das historische Doppel-Double, aber in der Championsleague gab’s ebenfalls Demütigungen. Habt Ihr alle das hier schon vergessen?

Magath ist in Wolfsburg der uneingeschränkte König. Sowas war beim FC Bayern nicht möglich. Schade. Jetzt diesen Magath – nach dem 1:5 bei dessen Wölfen – als exhumierten Heilbringer des Fußballs zu erhöhen, halte ich schon für ziemlich daneben.

Wahrscheinlich haben wir alle auch die damaligen Kommentare nach seinem Abschied vergessen, wie rückständig doch seine Methoden seien, etc.?

Aber so ist das ja oft. Man vergisst so vieles in der Rückschau. Vor allem wenn man Argumente braucht um seine Meinung zu unterstreichen.

Dann wollen wir mal Argumente und Sachlichkeit zum Thema Klinsmann zusammenstellen.

Klinsmann hat einige Fehler gemacht, aber aus meiner Sicht war nicht alles schlecht.

Zunächst zu seinen Fehlern.

1. Hohe Ziele sind ja eine feine Sache, aber was ihn immer wieder eingeholt hat war sein Spruch, „jeden Spieler jeden Tag ein wenig besser machen zu wollen“. War doch klar, dass bei jedem Fehler eines jeden Spielers das Boulevard auf ihn draufhauen würde. So läuft’s Business.

2. Wenn man beim FC Bayern Verantwortung trägt, dann steht man im Mittelpunkt. Weitaus mehr als bei jedem anderen Verein in Deutschland. Dessen muss man sich bewusst sein. Da gibt’s auch jeden Tag was zu berichten. Und wenn nicht, trotzdem. Klinsmanns Verhältnis zu den Medien ist ferner ebenso bekannt wie speziell. Dann aber direkt am Anfang Pressekonferenzen abzuhalten und Regeln für Medienvertreter einzuführen, was zur Folge hat, dass eigentlich alle Fotografen die Szene verlassen, kann man durchaus als unglücklich bezeichnen.

3. Nach dem Abschied des alten Leitwolfs Kahn brauchte es einen neuen Anführer. Hier sah Klinsmann den „aggressive Leader“ Mark van Bommel geeignet. Dieser Meinung war ich auch. Was dann folgte, zerstörte die mehr als gute Absicht Klinsmanns. Van Bommel fand sich nämlich im Laufe der Hinrunde phasenweise auf der Bank wieder. Ob dies dessen Standing innerhalb der Mannschaft beschädigte kann man so direkt vielleicht gar nicht sagen – richtig klasse war’s bestimmt nicht.

4. Klinsmann hat(te) sicher seine Vorstellungen. Wie eine Mannschaft funktionieren muss. Wie man Erfolg hat. Wie man Spieler weiterentwickelt. Das hat er sich in seiner langjährigen internationalen Karriere erarbeitet. Aber es sind eben seine Vorstellungen. Fortschrittlich, vielleicht. Aber vielleicht auch ein zu viel für den normalen Fußballer. Könnte ich mir vorstellen. Da kann man schnell mal den Einen oder Anderen überfordern. Sicher wollten wir alle (sind wir mal ehrlich) auch beim FC Bayern (schon) in dieser Saison den englischen oder wenigstens spanischen One-touch-Fußball sehen. Aber wie soll das funktionieren? Von jetzt auf gleich? Wie lange hat das bei Arsenal oder Barcelona gedauert? Eben. Das hat derJürgen wohl unterschätzt.

5. Viele von uns haben sicherlich mit Klinsmann eine neue Jugendwelle beim FC Bayern verbunden. Wieso eigentlich? Wegen der WM 2006? Wahrscheinlich. Aber Nationalmannschaft ist eben nicht FC Bayern. Erkannte irgendwann wohl auch er selbst. Kritisch wurde es nur, als es ins Gegenteil umschlug. Das hat mich persönlich auch stutzig werden lassen. Beispiel Thomas Müller. Super Spiel gegen Lissabon – und dann? Nix mehr. Ist er nochmal eingesetzt worden? Ich kann mich nicht erinnern. Stattdessen hielt er am – für alle offensichtlich – mehr als demotivierten Podolski fest. Schlimm.

So.

Das zu den Dingen, die mir „spontan“ eingefallen sind, was alles schlecht gelaufen ist. Bisher.

Aus meiner Sicht gibt es aber auch jede Menge Dinge, die für Klinsmann sprechen. Immer noch.

1. Der Saisonstart wurde holprig. Ribéry und Toni entweder verletzt oder im EM-Loch. Ebenso wie die deutschen Nationalspieler. Teilweise hatte Klinsmann nur eine Rumpftruppe in der Vorbereitung zur Verfügung. Die beiden ersten Spiele gegen Hamburg und in Dortmund nur remis, da ging’s mit der Kritik schon los. Hallo?

Dann die beiden überzeugenden Spiele gegen Hertha und den kölschen FC. 7:1 Tore, 6 Punkte. Nicht schlecht. Aber nicht gut genug, denn zwei, drei Fehler in Heimspiel gegen Werder und schon konterten uns die Bremer so dermaßen an die Wand, dass es weh tat. 2:5. Direkt im Anschluss ein 0:1 in Hannover und nur ein Last-Minute-3:3 gegen Bochum.

Krise. Boulevard in Position.

2. Anschließend aber eine Rückbesinnung. Auf alte „Tugenden“. Erfolgreiche Tugenden. Da lernte unser Trainer dazu. Die Folge: 8 Siege in 9 Spielen – inklusive dem Zauberspiel gegen Hoffenheim (schon vergessen?) – und der, nicht mehr für möglich gehaltene Ansturm auf die Herbstmeisterschaft. Für viele seiner Kritiker ist das wohl schon Lichtjahre her.

3. Zum Start in die Rückrunde gab es vor allem eine Ergebniskrise. Die Leistung in Stuttgart(!) und Hamburg war klasse. Vom Ergebnis kam nur im Pokal was Gutes dabei heraus. Dann die Spiele in Berlin gegen Köln und in Bremen, die uns einen sagenhaften Punkt einbrachten. Musste nicht sein. Es fehlte einfach die Durchschlagskraft, die Chancenverwertung. Aber kann Klinsmann da was dafür? Weiß ich nicht.

4. Muss ich über die Fehlentscheidungen gegen die Bayern in dieser Saison sprechen? Nein, Oder?

Klar. Klinsmann geht mir auch immer wieder mit seinen Phrasen auf den Geist. Die nerven oft. Und heftig. Aber darum geht’s doch gar nicht. Und ich muss ihn persönlich auch nicht mögen. Was am Ende dabei herauskommt ist wichtig.

Trotzdem lasse ich mir aber nicht einreden, dass ich eventuell meinen Verein nicht genug liebe, nur weil ich nach einem 0:4 in Barcelona nicht völlig durchdrehe und mit ’nem Messer zur Säbener Straße laufe. Übertrieben ausgedrückt.

Klar geht mir das nahe. Ich hasse Niederlagen. Egal ob 0:4, 1:5 oder 0:1. Aber – hallo? – es war der FC Barcelona. Meiner Meinung nach ist Barcelona 2009 w e s e n t l i c h stärker als 2006, als man die CL gewann. Sowas wie gestern habe ich noch nie gesehen. Ansatzweise vielleicht, als der FC Ribéry am Anfang der letzten Saison die Bundesliga aufmischte, aber sonst?

Und der VfL Wolfsburg? Die spielten wie aus einem Guss. Und hat keinen Druck. Die Bayern hingegen spielten in beiden Spielen mit ihrer B- oder C-Elf. Vor allem in der Defensive.

Was aber wiederum das Problem des Kaders aufwirft. Seines Umfangs, seiner Breite. Ok. Da gibt es mehr als deutliche Defizite. Ist dafür Klinsmann verantwortlich? Zum Teil. Aber eben auch Hoeneß und Co. Sicher hätte man bei Flamini oder Gattuso noch nachlegen, oder Jansen halten können. Wollte man aber wohl nicht. Ob aus Prinzip, oder weil man dann doch nicht überzeugt war? Wir werden es nicht mehr erfahren.

Wir werden ebenfalls erst später erfahren, ob jetzt Klinsmann oder das Boulevard gewinnt. Heute morgen, heute mittag, oder heute abend ist Klinsmann weder zurückgetreten oder entlassen worden. Entgegen der ständigen Wasserstandsmeldungen der üblichen Verdächtigen.

Wieso sollte man das auch tun? Könnte ein Nachfolger etwa gegen Barca im Rückspiel die Bayern zu einem 5:0 treiben? Achso. Iss klar.

Und ganz ehrlich. Dieser FC Bayern sollte bei diesem Restprogramm eigentlich von einem Regenschirm zum Titel getrieben werden können. Sollte.

Oder spielt das Team irgendwie schon gegen den Trainer? Weil er ihnen bisher zu weich, zu verständnisvoll war? Weil sie mal wieder lieber die Peitsche a la Hermann Gerland bräuchten, gar wollen? Klar.

Was sonst zu sagen bleibt?

Das es – Gott sei dank – noch Blogger und Bayern-Fans gibt, die ihren Adrenalin-Spiegel im Griff haben.

Danke.

Und jetzt fallt über mich her. 😉

Die schwarze Liste des FC Bayern

Nachdem die Bayern inzwischen aus dem Pokal und so gut wie aus der Championsleage ausgeschieden und in der Meisterschaft nicht wirklich gut positioniert sind, juckt es mich, einmal final über die Perspektiven einzelner Spieler nachzudenken.

Jetzt schon. Nicht erst nach der Saison.

Aus meiner Sicht gibt’s sogar ’ne schwarze Liste. Von Spielern, von denen wir uns trennen sollten. Unbedingt.

Fangen wir mal hinten an. Die grüne Liste. Spieler, die uns auch in der nächsten Saison nach vorne bringen können und die wir halten sollten.

Hans Jörg Butt.

Aus meiner Sicht der perfekte zweite Mann. Vielleicht auch mehr. Kann zumindestens ’ne Menge einstecken. Selbst wenn mal auf dem Rasen „Fight Club“ gespielt wird.

Philipp Lahm.

Darüber brauchen wir nicht reden. Hier habe auch ich eine Menge dazugelernt. Einer der besten Aussenverteidiger der Welt. Spricht für sich, wenn sogar Barcelona ihn haben wollte – dieses Barcelona.

Martin Demichelis.

Findet er zeitnah zur Form der Vorsaison zurück – halten! Auf jeden Fall.

Franck Ribéry.

Eigentlich darf man gar nicht darüber nachdenken, ihn abzugeben. In einer lustlosen Form hat er bei uns nichts zu suchen. Hat er Lust, macht er den Unterschied aus. Die Aufgabe wird also in der nächsten Saison sein, ihm wieder Lust zu vermitteln.

Zé Roberto.

Ein letztes Hallalie? Ich bin mir immer ein wenig unsicher. Die Schwankungen werden größer. Maximal eine Saison sollten wir seinen Abschied noch hinauszögern. An guten Tagen spielt er in der Timo-Liga…

Luca Toni.

Ein Brecher. Ein Torgarant. So war es in der letzten Saison. In dieser Saison hatte er die EM in den Beinen, war oft verletzt. Wird in der nächsten hoffentlich wieder besser. Ebenso wie die Anspiele für ihn.

Miroslav Klose.

Wacht er nach seiner Rückkehr endlich mal wieder aus seiner Lethargie auf? Dann können wir auf ihn ebenfalls nicht verzichten. Ein Top-Stürmer. Ein arbeitender noch dazu.

Wen noch?

Na all die Jungstars. Rund um Thomas Müller, Thomas Kraft, Breno (abwarten oder ausleihen?) und Toni Kroos (schon jetzt wieder zurückholen? Kommt auf die rote Liste an). Ferner noch diverse motivierte Gerland-Kicker, die vielleicht den Sprung in den Kader schaffen könnten.

Dann die rote Liste. Hier gibt’s bestimmt jede Menge Diskussionen. Zu Recht. Denn einerseits sind sie nicht unverzichtbar, andererseits aber auch noch keine Kandidaten für die schwarze Liste.

Michael Rensing, Lucio, Daniel van Buyten, Hamit Altintop, Andreas Ottl, Mark van Bommel, José Ernesto Sosa, Bastian Schweinsteiger.

Kurios? Nein. Der Reihe nach.

Michael Rensing.

Könnte imho beschädigt sein. Vielleicht aber auch nicht, hat er das Debakel in Barcelona eben nicht mitgemacht, kann jetzt in der Bundesliga (und im Rückspiel) zeigen, dass der Trainer ihn zu Unrecht Defizite in der Erfahrung zugeordnet hat.

Lucio.

Ach Lucio. Insgesamt vielleicht nicht verzichtbar, aber scheinbar in manchen Punkten unführ-, unbelehrbar (s. Wolfsburg). Hier müssen wir ganz genau darüber nachdenken, wie sich Lucio in Zukunft verhält und ob nochmal ein Mio.-Angebot aus südlichen, wärmeren Gefilden kommt…

Daniel van Buyten.

Der perfekte Backup, oder? Aber wieso sollte es dann nicht auch einen jüngeren geben, wenn er ohnehin nur als Backup gilt? Ebenso wie Lucio sehe ich ihn von der Tendenz eher auf der grünen Liste, aber dann haben wir wieder drei IV-Plätze mit um die 30-jährigen belegt…

Hamit Altintop.

Ein Kämpfer. In Nou Camp genau das Gegenteil. Das mag der Verletzung geschuldet gewesen sein. Trotzdem würde ich fast sagen: Entweder Schweinsteiger oder er bleiben beim FC Bayern. Nicht beide. Eine Tendenz vermag ich aktuell nicht zu geben.

Bastian Schweinsteiger.

Wie lange regen wir uns jetzt schon über Schweinsteiger (und seine Standards) auf? Seit der WM 2006? Mit kurzen Atempausen? Sicher. Ich bin weit davon entfernt, ihn mit einem Podolski zu vergleichen, der sich – im Gegensatz zu Schweinsteiger – seit der WM nicht einen Millimeter verbessert hat, aber wenn Juve immer noch 24 Mio. für ihn zahlen will – bitteschön.

Andreas Ottl.

Tja. Wie heißt es bei ihm immer so schön: „Der hat jede Menge Potential“. Soso. Ich hab’s, glaube ich, auch schon mal gesehen. So um die zwei Mal in den letzten Jahren. Ich weiß, ich weiß, die alte Leier. Man muss jungen Spielern Zeit geben. Sicher. Von mir aus. Dann aber nur in der zweiten oder dritten Reihe, wenn mal Not am Mann ist. Oder bei Gerland. Aber nicht zwingend, wenn man dabei ist in Wolfsburg oder Barcelona unterzugehen (oder wir verabschieden uns vom (Dauer-)Erfolg).

Mark van Bommel.

Unser Capitano. Zeigt sich stets bemüht. Und vielleicht wird mir das noch einmal irgendwann leid tun, aber ich denke, wir werden in der nächsten Saison mit einem Timo sehen, wie man diese Position wirklich spielen kann. Auf Top-Niveau. So hoffe ich zumindestens. Insofern das nicht klappt, sollten wir ihn in der Hinterhand haben.

José Ernesto Sosa.

Hätte es das Bochum-Spiel und das Tor gegen den KSC nicht gegeben, wäre Sosa klar auf der schwarzen Liste gelandet. Aber so haben wir alle noch Hoffnung. Auf einen zweiten Demichelis.

Zum Schluss nun endlich besagte schwarze Liste.

Massimo Oddo, Christian Lell, Tim Borowski und Lukas Podolski.

So klein? Klar. Sind ja auch nur die, von denen ich überzeugt bin, dass wir sie auf gar keinen Fall behalten dürfen! Insgesamt ist unser Kader ja ohnehin zu klein, deshalb muss es hier keine 1:1 Ersetzungen geben, eher holen wir mehr, als wir abgeben. Über obige Namen sollte es aber nun wirklich keine Diskussionen mehr geben, oder?

Eben. Also.

Glaskugel 0809 # 03

Nach dem unglaublichen Debakel der Bayern beim aktuellen Meisterschaftsfavoriten VfL Wolfsburg, hat meine Glaskugel eigentlich einen Sprung. Ich versuche es trotzdem noch einmal, denn – ganz Bayern-like – sieht es immer noch nicht wirklich schlecht aus.

Auch wenn die Klinsmänner ab sofort demütig nur noch von Spiel zu Spiel denken und handeln sollten…

Machen wir (ich bin ja kein Spieler) mal eine Zwischenrechnung auf. Bis zum ominösen 30. Spieltag. Die nächsten vier Spiele.

Bundesliga - Tabelle, Spieltag 26

FC Bayern: Eintracht Frankfurt (H), Arminia Bielefeld (A), FC Schalke 04 (H), Borussia Mönchengladbach (H)

VfL Wolfsburg: Borussia M’gladbach (A), Leverkusen (H), Energie Cottbus (A), 1899 Hoffenheim (H)

Hamburger SV: VfB Stuttgart (A), Hannover 96 (H), Borussia Dortmund (A), Hertha BSC (H)

Hertha BSC: Hannover 96 (A), Werder Bremen (H), 1899 Hoffenheim (A), Hamburger SV (A)

VfB Stuttgart: Hamburger SV (H), 1.FC Köln (A), Eintracht Frankfurt (H), Bielefeld (A)

1899 Hoffenheim: VfL Bochum (H), Karlsruher SC (A), Hertha BSC (H), VfL Wolfsburg (A)

Da gebe ich keine Prognose ab!

Würde ich sowieso wieder falsch liegen. Auf jeden Fall könnten sich am 30. Spieltag einige Weichen für den Saisonausgang gestellt haben.

Sicher. Die Bayern haben in den nächsten vier Spielen drei Heimspiele – aber was bedeutet das in der aktuellen Form schon?

Die Magath-Kicker haben „starke“ Gegner demnächst nur im eigenen Stadion und da sind sie offenbar heuer bärenstark. Die holen wir bis zum 30. Spieltag definitiv nicht ein. Eher im Gegenteil (jetzt doch eine Prognose – aber damit kann’s ja nur besser werden).

Richtig leicht hat der HSV in den nächsten Wochen auch nicht gerade. Beim wiedererstarkten schwäbischen VfB, Nordderby gegen Wundertüte H96, in Dortmund und dann gegen die Hertha, die vielleicht schon um die letzte Meisterchance spielt – ‚gibt einfachere Konstellationen…

Aufpassen muss ebenfalls die Berliner Hertha. Auf einen negativen Lauf. In Hannover kann man zwar gewinnen, aber danach zuhause gegen Bremen und zweimal auswärts in Hoffenheim und beim HSV – müssen wir die Berliner dann schon von der Rechnung nehmen?

Neuling in dieser Liste sind die Babbel-Kicker. Ganz still und leise haben sie sich wieder herangeschlichen. Nur noch drei Punkte hinter den Bayern. Gefährlich. Für uns. Und das Programm scheint zunächst nicht das schwerste zu sein. Ein erstes Endspiel wird gegen die Jol’schen Hanseaten erwartet. Für beide geht’s da um die Richtung…

Zu guter Letzt: Hoffenheim! Gestern nur mit viel Pech in Hamburg verloren (das Heimspiel des HSV kam mir vom Ablauf irgendwie bekannt vor: Fehlentscheidungen (nicht gegebener Elfer) pro HSV und in HZ2 spielt nur der Gast – so wird man eigentlich Meister, oder?) und jetzt schon sieben Punkte hinter der Spitze. Zwar kommen jetzt zwei „leichtere“ Gegner, aber danach zwei Spiele, die man eigentlich – im aktuellen Lauf – nicht gewinnen kann.

Kann.

Kann aber auch alles ganz anders kommen.

Wir werden sehen.

Unglaubliche Effektivität gegen unglaublich schlechte Bank

Unglaublich. Ich hatte es ja irgendwie geahnt. Das es aber tatsächlich so kommen würde. Wer kann damit rechnen?

Die Bayern in Wolfsburg. Mit einem 1:5 nach Hause geschickt.

Unglaublich historisch. Unglaublich desaströs. Unglaublich schlecht.

So unglaublich überschlug sich Premiere nach dem Spiel. Und währenddessen nicht weniger. Mittendrin statt nur dabei: Dieter Nickles. Investigativ-Reporter durch und durch. Alle zwei bis drei Minuten eine Schalte. Interviews. Mit Spielern, den Trainern. Dann zum Bayern-Bus.

Hellmann: „Irgendwelche Spieler zu sehen?“
Nickles: „Nein.“
Hellmann: „Wenigstens pfeiffende Fans oder Klinsmann-Raus-Rufe?“
Nickles: „Nein. Aber ich habe gerade unglaublich hängende Köpfe bei den Bayern-Spielern gesehen“.

Das war so unglaublich boulevardesk. So unglaublich BILD-Zeitung, dass ich fast noch im Anschluss meine Premiere-Kündigung geschrieben hätte (mache ich bald ohnehin, aber aus anderen Gründen).

Soviel zum zweitklassigen Drumherum.

Ein 1:5 bei einem direkten Konkurrenten um die Meisterschaft (jetzt endgültig, denn Wolfsburg ist drei Punkte, vier Tore vorne. Tabellenführer) ist ’ne bittere Angelegenheit. Aber ehrlich gesagt haben mich die Niederlagen gegen Hamburg oder Köln viel mehr gestört, viel galliger werden lassen. Wieso? Weil es zum einen so unglaublicher Dusel des Gegners oder ein wirklich grausam schlechtes Spiel der Bayern war.

Beides traf heute nicht zu.

Wolfsburg hat gegen uns fünf Tore geschossen. Von daher ist der Sieg verdient.

Wolfsburg ist dabei auch so unglaublich effektiv gewesen. Irgendwie kam mir das so vor, als ob die fünf Chancen hatten und daraus fünf Tore erzielt haben. Sowas ist – zugegeben – meisterlich.

Hat man das Spiel insgesamt, und nicht nur die Zusammenfassung, adrenalinsprühender Kommentatoren verfolgt, dann muss man einräumen, dass das Spiel in den ersten 60 Minuten eher ausgeglichen war. Kaum Chancen auf beiden Seiten, die Wolfsburger gehen mit ihrer ersten Gelegenheit in Führung, die Bayern gleichen mit ihrer ersten zwingenden Möglichkeit aus.

Das war’s. Gerecht. Optisch hatten die Bayern sogar ein Übergewicht. Aber das hat ja inzwischen Methode. Man lässt die Bayern (selbst als Tabellenführer, oder sonstiger Hurra-Fußball-Club) kommen, weiß um deren Schwächen und nutzt diese – insofern man die Möglichkeiten hat – gnadenlos aus. Perfekt.

Die zweite Halbzeit versprach einen offenen Schlagabtausch, da dem Sieger die Tabellenführung blühte.

Für mich gab es in diesem Spiel einen Knackpunkt. Die 34. Minute. Der Tritt Dzekos gegen Lucios Beine.

Sicherlich konnte Dzeko es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, aber da verloren die Bayern das Spiel, da Lucio zwar zunächst, nach längerer Behandlung, weiterspielen konnte, sein Zustand sich aber rund um die 60. Minute in der zweiten Halbzeit zunehmend verschlechterte.

Aus diesem Grund kam er auch beim Flankenlauf Schäfers nicht hinterher, was dieser nutzte, um maßgerecht auf Dzeko zu flanken. Erneute Führung für Wolfsburg. Erneuter Rückstand für die Bayern. Unglaublich. Die fällige Auswechslung Lucios kam viel zu spät, denn da stand es inzwischen 1:3 und das Spiel war weitesgehend gelaufen.

Erneut hatte Dzeko vollendet, was ihn für mich zum Matchwinner macht.

Zum unglaublichen Debakel für die Bayern wurde es auch deshalb, weil ab der 67. Minute allen Ernstes, neben dem gelernten, aber unerfahrenen Innenverteidiger Breno, ein Ottl(!) dort sein Unwesen treiben durfte!

Ottl!!

Wenn Klinsmann wenigstens Lell dort hingestellt hätte, der das imho schon mal gespielt hat, aber nein, es musste einer wie Ottl sein, den ich zumeist schon auf seiner Stammposition aus Unsicherheitsfaktor sehe…

Was diese, endgültig explosive, Mischung bewirkte, sah man beim 1:4 und vor allem beim 1:5. Unglaublich schlechtes Defensivverhalten bei den folgenden Wolfsburger Kontern und unglaublich amateurhaftes Stolpern vor dem Grafite-Tor „für die Geschichte“.

Übrigens, liebes Boulevard, liebe Premiere-B-Moderatoren: Ihr habt den Namen Rabah Madjer vergessen. Auf den habe ich die ganze Zeit vergeblich gewartet!

Nein – und das meine ich ganz im Ernst – die Bayern haben bis zur 63. und ab der 77. Minute eigentlich ein nicht soo schlechtes Spiel abgeliefert. Also abgesehen davon, dass wir mit einer Innenverteidigung gespielt haben, die so noch nicht einmal beim Gerland Hermann hätte spielen dürfen und wir einen Toni-Partner auf dem Platz hatten, den doch keiner wirklich gesehen hat.

Hat Herr Podolski irgendwas Positives zum Spiel beitragen? Ich kann mich nicht erinnern.

Welch‘ ein Unterschied man da bei einem Luca Toni bemerkte. Der brannte. Nebenbei wurden ihm noch zwei gute Chancen fälschlicherweise wegen Abseits abgepfiffen.

Tag und Nacht. Der Unterschied jetzt.

Ebenfalls stark: Lahm. Das war teilweise schon Barca-Niveau. Der Rest war Durchschnitt und scheiterte an der sehr guten Defensive der Wolfsburger. Ganz besonders hervorheben möchte ich hier einen gewissen Josué.

Unglaublich, was der so alles abräumte. Nämlich eben so gut wie alles. Von so einem Spieler im Team träumt man. In Timoschtschuk haben wir in der nächsten Saison hoffentlich selbst so einen Josué.

Um es zusammenzufassen:

Die Bayern haben eine Klatsche bekommen. Aber das Drama, was jetzt daraus gemacht wird, ist es nun auch wieder nicht. Wieso? Weil ich mich innerlich schon länger mit dem Gedanken beschäftige, dass es heuer vielleicht doch nix wird. Weil es einfach zu viele Gegner sind. Zu viel Konstanz bei denen, zu viele Probleme bei uns.

In der personellen Struktur (zu wenig gute, gesunde Stürmer), zu viel Konzentration fernab der Bundesliga (oder glaubt jemand, dass Spieler wie z.B. Ribéry oder Toni nach dem Double-Vorsaison nicht hauptsächlich an die CL denken?) und zu viele Änderungen in dieser Saison, die viele Profis vielleicht überfordert oder direkt auf Aggro haben schalten lassen.

Sicher. Es gab immer wieder Lichtblicke und das Ende der Hinrunde hat mich begeistert. Aber was in dieser Rückrunde abgeht, geht einfach gar nicht.

Und wenn das Kind mal im Brunnen ist, bekommt man es schwer wieder raus.

Aber nochmal zurück zum Thema „Klarsicht“.

Wieso muss es eigentlich ein Felix Magath sein, der – im Interview mit Boulevard-Nickles – als Erster auf die bayerische Innenverteidigung der zweiten Halbzeit hinweist? Der erwähnt, dass in diesen 45 Minuten für sein Team alles, aber einfach alles zusammenpasste?

Spricht imho für sich.

Das Problem ist allein, dass wir über diese Dinge im Rahmen von Bayern-Spielen zuletzt einfach einen Tick zu oft diskutieren mussten.

Der zweite Anzug der Bayern passt einfach nicht!

So bitter das gerade für uns ist. Denn das war immer unser Trumpf. Demichelis gesperrt, Lucio verletzt, van Buyten bei seinem kranken Vater. Und plötzlich muss der – zuvor recht sichere – Breno als Abwehrchef agieren. Kann sich nicht an den breiten Schultern einer der obigen anlehnen. Das konnte nicht funktionieren. Noch dazu neben einem Bewegungslegastheniker wie Ottl.

Insgesamt sollten wir jetzt mal zügig in uns gehen. Die Duelle gegen Barcelona vernünftig über die Bühne bringen und eine Qualifikation für die nächste Championsleague ins Auge fassen. Platz zwei, mindestens aber Platz drei sollte es schon werden.

Wenn es am Ende doch mehr wird – in Ordnung. Aber aktuell vom Titel zu reden wäre (mal wieder) vermessen.

Meine Meinung.

Und im nächsten Spiel bitte einmal Herrn Müller in der Startelf. Schlimmer kann’s ja nicht werden…

Haut der Lukas wieder?

Komische Überschrift für einen Vorbericht zu einem Spiel der Bayern, dass die Richtung für die Saison vorgeben kann.

Es ist mal wieder das wichtigste Spiel.

Sind diese Spiele ja immer. Und wenn’s gewonnen wurde, dann das nächste. Solange bis man mal verliert und die Saisonziele den Bach runter gehen.

Wieso aber dann dieses Wortspiel?

Weil Herr Podolski in Wolfsburg zwar – insofern es sich nicht vermeiden lässt – in der Startelf stehen wird, ich mir aber wirklich nicht vorstellen kann, wie die 90 Minuten am morgigen Samstag für ihn zu einem Quell der Freude werden könnten (und in der Bundesliga würde er für eine derartige Aktion wie gegen Ballack mind. Gelb sehen, Stichwort Lehmann vs. Amoroso).

Luca Toni ist wieder fit. Wird auflaufen. Davon können wir mal ausgehen. Das ist gut. Zumindestens besser als zuvor. Seine Präsenz schafft Räume, bindet Gegenspieler. Wie das mit einem Single-Stürmer Podolski ausgeht, haben wir ja im KSC-Spiel gesehen. Und der KSC ist ganz offensichtlich ein anderes Kaliber als die aktuellen Magath-Wölfe. Man kann also davon ausgehen, dass Podolskis Leistungsbilanz eher noch schlechter ausfallen würde. In obiger Konstellation.

Dazu wird’s aber ja wohl nicht kommen. Trotzdem. Der Stammpartner von Toni ist Klose. Aus diversen Gründen. Allein schon aufgrund der Frage, ob es überhaupt einen idealen Sturmpartner für Herrn Podolski geben kann…

Zuviel Polemik? Na er kann uns alle ja gerne vom Gegenteil überzeugen. Die Chance hat(te) er seit 2006.

Von diesem „Problem“ abgesehen, habe ich ein wenig Bauchschmerzen.

Haben wir zwar auf der einen Seite die Chance, einen direkten Konkurrenten um den Titel (so muss man das Werksteam ja inzwischen wohl einordnen) zu distanzieren, gibt es auf der anderen Seite das Risiko, dass wir endgültig den Kontakt zur Spitze verlieren, mit dieser miesen Stimmung in die Duelle gegen Barcelona einsteigen und somit direkt mal eine Hypothek herumtragen.

Aber so ist eben Fußball.

Déjà vu-like kommt mir das alles vor. So wie vor dem Spiel gegen Hoffenheim. Zum Ende der Hinrunde. Das Ergebnis ist bekannt.

Schließlich gibt es ja auch jede Menge positiver Nachrichten.

Ribéry hat in den Länderspielen eine deutliche ansteigende Formkurve bewiesen. Das allein sollte schon reichen, die Wolfsburger defensiv intensiver zu beschäftigen, als die dies in der Rückrunde bislang gewohnt waren. Und auch das Hinspiel zeigte ja, dass wir zwar gegen die Niedersachsen zurückliegen können, ein Sieg aber selbst dann nicht ausgeschlossen sein muss.

Hoffen wir also das Beste.

Ach ja: Vorwärts BVB! und „Macht’s noch einmal – ihr Remis-Könige aus Hoffenheim!“ 😉

Die Bayern sind wieder die Alten

Meine Güte. So viele Verwandlungen wie in dieser Rückrunde habe ich beim FC Bayern schon lange nicht mehr erlebt.

Drückende Überlegenheiten, amateurhafte Chancenverwertung und unerwartete Schlappen zu Beginn – schmutzige Siege mit Ribery und Toni und danach gute bis sehr gute Spiele ganz ohne die Top-Spieler.

Jetzt ist Ribéry wieder da. Genauso wie der alte Trott.

Aber der Reihe nach. Das Gute zuerst:

– Ribéry ist wieder da. Sein Geistesblitz entschied das Spiel.
– Sosa hat tatsächlich sein erstes Tor für den FC Bayern erzielt.
– Der Rückstand auf Hertha wurde auf nur noch einen Punkt reduziert.

Trotzdem gab es einiges Schlechte zu bemängeln:

– Ribéry ist wieder da. Das Verstecken hinter ihm hat wieder eingesetzt.
– Podolski zeigt wieder sein bekanntes Bayern-Gesicht.
– Gegen den Tabellenletzten müssen wir am Ende noch mit einem 1:0 zufrieden sein.
– Mark van Bommel lieferte nach seiner wahrscheinlichen Vertragsverlängerung eines seiner schlechtesten Spiel beim FCB ab.

Das ist nur ein Ausschnitt der Dinge, die man gestern nicht gut finden konnte.

Klar. Ein Ribéry ist wichtig für den FC Bayern. Überlebenswichtig, wenn es gegen die ganz Großen in der Championsleague geht. Aber wieso kommt es dann in letzter Zeit immer wieder zu diesen Reflexen, dass man sich selbst als Mitspieler zurücknimmt, ihm den Ball gibt und dann zuschaut, wie er sich mit 2-3, oder 4 Gegenspielern auseinandersetzt?

Beispiel Schweinsteiger.

Was soll das, Bastian?

Geht die Kurve wieder nach unten?

Schon schlimm, wenn ich, nachdem ich zuvor Ribéry dafür kritisiert habe, mir anschauen muss, dass Spieler wie z.B. Schweinsteiger jetzt auf einmal nicht mehr ihren Gegenspielern hinterherlaufen, um den verlorenen Ball zurückzuerobern.

Leute. Wir haben hier gegen den Karlsruher SC gespielt. Den Tabellenletzten. 11 von 13 Auswärtsspielen haben die verloren. Und wir bekommen Probleme?

Am Anfang war das ja alles noch super. Wir machen Druck, erarbeiten uns Chancen. Und was ist mit der Chancenverwertung?

Eben.

Die alten Rückrunden-Bayern sind wieder da!

Parallel ist Ribéry schon im ersten Spiel nach seiner Pause wieder so gefrustet, dass er Görlitz ’ne Watsch’n verpasst. Die dieser natürlich zur spektakulären Flugeinlage nutzt – Bayern ohne Ribéry, dass wäre doch die Chance zum Punktgewinn, die der KSC vergeblich suchte.

Glück für Ribéry und Bayern, dass der Schiedsrichter dies anders sah.

Sagen wir’s mal so.

Es war insgesamt ein verdienter, wenn auch am Ende schmutziger Sieg. Sind wir zufrieden, dass Zé – Überall – Roberto am Ende auf der Linie stand und den Ausgleich verhinderte. Denn da hätte – klar, gegen uns – der Tor-Fluch der Karlsruher enden können.

Tat er aber nicht. Was uns den zweiten Platz und nur noch ganz wenig Rückstand auf Hertha sicherte. Gut. Oder zuindestens besser als nix.

Was jetzt nur wieder nervt, dass wir tatsächlich wieder nur geteilter Zweiter sind. Punkt- und Torgleichheit mit Wolfsburg. Na bravo. Was ist das eigentlich in dieser Rückrunde? Präzisionsschießen?

Dann geht’s im nächsten Spiel in Wolfsburg halt um den direkten Vergleich.

Witzig. Wenn Bayern in Wolfsburg remis spielt und Hertha gleichzeitig verliert, sind die Bayern Tabellenführer, denn dann zählt ja die Gesamtwertung für WOB-FCB…

Apropos Hertha.

Was habe(n) ich(wir) gesagt?

Ich dachte allerdings nicht, dass der Zauber der One-Touch-Berliner so schnell veschwindet. Glück für Hertha, dass jetzt Länderspielpause ist, danach ist Friedrich wohl wieder da. Ohne den scheint die Defensive – das Herzstück des Hertha-Höhenfluges – ja nur die Hälfte wert zu sein…

Abwarten, wie’s mit Berlin weitergeht. Am Ende verlieren wir in Wolfsburg und die werden Meister. *grusel*

Apropos Grusel-Meister.

Was geht mit Hoffenheim?

Nicht mehr viel, würde ich sagen. Und wer hat’s vorhergesehen?

Nein. So schwierig war diese Prognose nun auch wieder nicht. Aber solange die Verletzungen noch als Ausrede für Ralf R. herhalten können, ist ja alles in Ordnung.

Komisch. Kann sich Hoffenheim doch auch in der Rückrunde immer noch oben halten. Glück bei den Schiedsrichtern gehört aber offenbar dazu. Gestern war wieder einmal ein Elfer unberechtigt und wurde ein Platzverweis nicht ausgesprochen.

Was wäre wohl aktuell hier los, wenn das den Bayern passiert wäre?

Keine Ahnung. Muss mich ja auch nicht interessieren. Wir haben drei Punkte. Ob schmutzig oder nicht ist mir egal.

Jetzt erstmal Pause, Verletzungen auskurieren, Trainieren und auf Barcelona und Wolfsburg freuen.

Punkt.

Glaskugel 0809 # 02

Nach dem „Desaster“ beim letzten Mal, probiere ich es nun erneut, einen Blick in meine Glaskugel zu werfen und die Entwicklung der nächsten Spieltage vorauszusagen. Das es nur noch 10 sind, gibt mir eine zusätzliche Berechtigung, wie ich finde.

Im Hinterkopf habe ich es schon länger und – zugegeben – ich habe diesen Spieltag herbeigesehnt. Denn ich will’s jetzt endlich wissen. Ob der FC Bayern spielplanmäßig tatsächlich so viele Vorteile hat. Gegenüber der Konkurrenz.

Dann mal los.

Restprogramm FC Bayern:

FC Bayern – Karlsruher SC
VfL Wolfsburg – FC Bayern
FC Bayern – Eintracht Frankfurt
Arminia Bielefeld – FC Bayern
FC Bayern – FC Schalke 04
FC Bayern – Borussia Mönchengladbach
FC Energie Cottbus – FC Bayern
FC Bayern – Bayer Leverkusen
1899 Hoffenheim – FC Bayern
FC Bayern – VfB Stuttgart

6 Heimspiele, 4x auswärts – schon mal gut. Auswärts zweimal gegen „Konkurrenten“ und zweimal gegen Abstiegskandidaten – was ist da schwieriger?

Zu Konkurrenten im Titelrennen zähle ich persönlich Hertha BSC, Wolfsburg, HSV und Hoffenheim. Wer hätte diese Liste vor der Saison erwartet? Eben. Unfassbar. Aber es hilft ja nix…

Restprogramm Hertha BSC:

VfB Stuttgart – Hertha BSC
Hertha BSC – Borussia Dortmund
Hannover 96 – Hertha BSC
Hertha BSC – Werder Bremen
1899 Hoffenheim – Hertha BSC
Hamburger SV – Hertha BSC
Hertha BSC – VfL Bochum
1. FC Köln – Hertha BSC
Hertha BSC – FC Schalke 04
Karlsruher SC – Hertha BSC

4x H, 6x A – nur noch 2x gegen Konkurrenten, dafür aber auch nur noch vier Heimspiele (drei davon gegen Teams, die zum Problem werden können, wenn auch keine top-Teams). In den zwei Spielen in Hoffenheim und Hamburg entscheidet sich imho der Weg der Hertha.

Restprogramm VfL Wolfsburg:

Arminia Bielefeld – VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg – Bayern München
Borussia M’gladbach – VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg – Bayer Leverkusen
Energie Cottbus – VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg – 1899 Hoffenheim
VfB Stuttgart – VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg – Borussia Dortmund
Hannover 96 – VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg – Werder Bremen

5x H (davon 2x gegen Konkurrenten und 3x gegen durchaus starke Teams), 5x A (bis auf Stuttgart nur Abstiegskandidaten, kann aber umso gefährlicher sein)

Restprogramm Hamburger SV:

FC Schalke 04 – Hamburger SV
Hamburger SV – 1899 Hoffenheim
VfB Stuttgart – Hamburger SV
Hamburger SV – Hannover 96
Borussia Dortmund – Hamburger SV
Hamburger SV – Hertha BSC
Werder Bremen – Hamburger SV
Hamburger SV – VfL Bochum
Hamburger SV – 1. FC Köln
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV

5x H (2x gegen Konkurrenten, 3x Abstiegskandiaten), 5x A (4x Hammer (in Schalke, Stuttgart, Dortmund, Bremen(!))) – schwieriges Programm.

Restprogramm 1899 Hoffenheim:

1899 Hoffenheim – Hannover 96
Hamburger SV – 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim – VfL Bochum
Karlsruher SC – 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim – Hertha BSC
VfL Wolfsburg – 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim – 1. FC Köln
Arminia Bielefeld – 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim – Bayern München
FC Schalke 04 – 1899 Hoffenheim

5x H, 5x A – noch gegen alle Konkurrenten, je 2x auswärts und zuhause. Zum Abschluss nach Gelsenkirchen, der Rest gegen Abstiegskandidaten – schwer zu sagen. Entweder ganz nach oben, oder gar komplett raus aus den Europapokalrängen…

Fazit: Hoeneß hat wohl Recht – die Bayern scheinen zur Abwechslung mal das leichteste Restprogramm zu haben. Vor allem dank der Heimspiele (Anzahl und Gegner). Kann aber alles auch nach hinten losgehen. Wer weiß das schon. Ausser meiner Glaskugel… 😉

Hier meine Abschlusstabelle:

Bundesliga-Abschlusstabelle 2008/09 - vermutlich

[via Kicker-Tabellenrechner]

Jedes Wochenende nur ein Ziel

Man wird ja bescheiden als Bayern-Fan. In dieser Rückrunde. Redet man vor einem Spieltag von einer möglichen Tabellenführung, versemmelten es die bayerischen Kicker. Regelmäßig.

Inzwischen sind es schon mehrere Dinge, die klappen müssen, für die Rückkehr der Bayern an die Tabellenspitze. Und eng ist es auch. Oben. In der Tabelle.

Deshalb verfolgt man – ganz bescheiden – pro Spieltag nur ein Ziel. Diesmal – neben dem eigenen Sieg – der Punktverlust der Hoffenheimer. Danke Frankfurt. Für diese zweite Halbzeit.

So. Und weil die Bayern endlich auch mal dreckig und gegen einen defensiven Gegner gewonnen haben, sind wir jetzt alleine auf Platz 2.

Endlich vor Hoffenheim!

Thema durch. Hoffentlich.

Aber zum Spiel der Bayern. Wie erhofft, gab es die Fortsetzung einer kleinen Erfolgsserie. Wenn auch anders, als ich zuvor dachte.

Kurios.

Die Auswärts-Bayern gestatten es dem Gegner in den ersten 10, 15 Minuten ganz gut auszusehen. Standard. Ein guter Rensing und es blieb diesmal ohne Folgen. Gut. Steigerung.

Dann der Schock. Über den verletzten Klose. Und noch mehr über die Tatsache, einen Sosa neben Podolski im Zentrum der Angriffsbemühungen zu sehen. Über die restlichen 60 Minuten!

Zur Abwechslung wurden die schlimmsten Befürchtungen aber mal nicht bestätigt. Und ja. Ich bin gerne bereit ein Urteil auch einmal leicht anzupassen. Wie im Fall Sosa.

Hätte Sosa in seinen bisherigen 1,5 Jahren öfter so gespielt wie gestern in Bochum. Alter Schwede. Wir müssten uns über ein Ausleihgeschäft überhaupt nicht unterhalten. Stattdessen über eine vorzeitige Vertragsverlängerung und Angebote ausländischer Spitzenclubs.

Was war das denn nun wieder?

Wo war diese Leistung bei ihm in den letzten 18 Monaten verborgen?

Kampf. Leidenschaft. Technik. Übersicht. Klasse.

Unfassbar.

Aber so stelle ich mir das für einen Spieler beim FC Bayern auch vor. Vor allem bei Bankspielern. Reinkommen, Chance suchen und auftrumpfen. Fertig.

Im Gegensatz dazu fielen Herr Schweinsteiger und Herr Podolski wieder ab. Im Vergleich zum Lissabon-Spiel. Und ganz ohne Anweseneitsdruck von Toni oder Ribéry. Schade eigentlich.

Bitterer Höhepunkt: Der Elfmeter. Geht’s noch Prinz Pause?

Naja. War ja ohnehin unberechtigt. Und die restlichen Tore, um auch in der Tordifferenz vor Wolfburg und Co. zu liegen, fielen später ja noch.

Geht trotzdem gar nicht.

Wahrscheinlich zeigt sich hier ebenfalls ein Phänomen der Bayern: Verlegenheitslösungen (nur mit einem Stürmer spielen, Zé Roberto als Lahm-Ersatz, Schweini & Poldi zusammen stark) klappen nur bedingt und nicht auf Dauer. Sowas verbraucht sich beim FCB zu schnell. Aber sonst wären es ja auch keine Verlegenheitslösungen.

Das einzige was offenbar immer wieder geht, ist der offensive van Buyten. Hat der den Ball vor dem 0:1 klasse erkämpft, oder nicht?

Find‘ ich gut, wie der mit der aktuellen Situation umgeht. Sicher. Spielt ja inzwischen auch regelmäßig. Aber immerhin nach längerer Pause und inzwischen mit einer sehr guten Souveränität. Weiter so. Ebenso wie Demichelis, der mir auf der defensiven Mittelfeld-Position auch sehr gut gefällt. Im Moment. Zumindestens hat er gestern die Lücken dicht gemacht, die Ottl gegen Sporting noch zugelassen hat.

Ansonsten: Merkwürdiges Spiel, so fast ohne Stürmer und trotzdem erfolgreich (sogar – und hier wir es kurios – der aktuell beste Sturm der Liga…). Aber so muss es weitergehen. Von Spiel zu Spiel denken und bedingungslos den Erfolg suchen.

Noch 10 Spieltage. Wird also wieder mal Zeit für meine Glaskugel. Kommt auch. Später.

Noch was?