Ohne Ribery und Toni – geht die Erfolgswelle weiter?

Zugegeben. Ein eher provakanter Titel.

War aber mein erster Gedanke, als ich davon erfuhr, dass Ribéry in Bochum neben Toni, Borowski und Co. erneut nicht dabei sein wird.

Eine kleine Schwachstelle in dieser Theorie ist sicherlich, dass auch Arbeitsbiene Altintop fehlt, aber das muss dann eben der Rest ausbügeln. Wie wäre es mit Thomas Müller?

Bochum wird ein ganz anderes Spiel. Da geht es eben nicht um Schönspielerei à la Ribéry, sondern vielmehr um harte Arbeit. Um Kampf, um Leidenschaft. Und so schlecht wie Sporting wird sich der VfL nicht präsentieren.

Nein. Es führt kein Weg daran vorbei: Die Bayern müssen ihren eigenen Kopf besiegen. Das Gespenst 7:1 verjagen. Denn die Liga ist – aufgrund der Schwäche der Bayern – mehr als eng. Und wer weiß, vielleicht haben wir heute abend ja schon dreimal den zweiten Platz vergeben.

(Für alle die, die das noch nicht wissen: Bei Punkt- und Torgleichheit zählt zwar der direkte Vergleich, aber erst wenn auch das Rückspiel gespielt wurde. Oder so. Habe ich letztens irgendwo gelesen.)

Von Arbeitsverweigerung, dem perfekten Aufbaugegner und jeder Menge Frust

Noch ein wenig angeschlagen vom Event-Sponsoren-Logen-Arena-Bloggertreffen-München-Trip, will ich mich erstens kurz fassen und zweitens dafür entschuldigen, nicht auf bisherige Kommentare zum Thema einzugehen.

Zu welchem Thema?

Dem gestrigen Spiel der Bayern. Gegen Hannover.

Denn zur Abwechslung passt obige Überschrift mal nicht perfekt auf den FC Bayern. Eher auf die Leine-Kicker.

Aber warum sollten die Bayern nicht auch mal das Glück haben, auf einen völlig überforderten Gegner zu treffen, der sich relativ früh in sein Schicksal ergibt? In letzter Zeit hatte der FC Bayern dieses Glück nämlich nicht mehr. Im Gegensatz zu anderen Teams – dieses Thema wird allerdings nicht weiter verfolgt.

Nein.

Insgesamt war das Spiel auch was ganz anderes als die Darbietungen zuletzt.

Weil Herr Lahm wieder hinten links den Laden dicht und nach vorne durchaus Druck entwickelte.

Weil Zé deshalb wieder gewohnt die Offensive antrieb und nicht defensiv gebunden war.

Weil ein Ribéry nicht anwesend war und sich somit keiner seiner Mitspieler auf dessen Durch-die-Wand-Taktik zurückziehen konnte.

Weil mal Bewegung im Spiel war.

Weil man sich auch durch einen – erneuten – 0:1-Rückstand mal nicht nicht entmutigen ließ.

Gut. Sehr gut.

Dass der Rest der Liga überwiegend auch mal wieder für uns spielte: Noch besser.

Natürlich gab es weitere angenehme Elemente des gestrigen Tages – auf die gehe ich aber gesondert ein.

Nein.

Das Spiel gegen Hannover war Balsam. Für die Bayern. Die Fans. Klinsmann. Für alle in unserem Laden.

Klar hatte ich Bedenken, als das 0:1 fiel. Aber erstens hatte ich aufgrund meiner, diesmal gesonderten Perspektive, klare Sicht auf die Umstände und wusste ich somit, dass es auf unserer rechten Seite einfach nur extremst rutschig war (von daher Lucio null Vorwurf, Herr Oddo hatte dort zuvor völlig unbedrängt einen Ball ins Aus gestolpert) – dem Schnee sei Dank und zweitens spielten die Bayern danach einfach weiter.

Die Vehemenz, mit der der Ausgleich erzwungen wurde, bestärkte mich daran, dass das was geben würde mit einem möglichen Befreiungsschlag.

Die Bayern legten in der Folge nämlich nach und weiter zu.

Selbst die größten Patienten im Kader trafen nach ewiger Enthaltsamkeit mal wieder das Tor. Sowas stört mich zumindestens nicht.

Der „Nachteil“ am Stadion-Besuch ist natürlich, dass man Abseitsentscheidungen, wie die gegen Herrn Podolski, nicht verifizieren kann (ausser vielleicht mit dem Objekt der Sponsoren-Präsentation – später auch hier mehr), aber so war ich zumindestens mal „echter Fan“ – gelle?!

Auf der anderen Seite auch wieder nicht.

Plötzlich sind wir wieder auf Platz 2.

Dass dies – zu diesem Zeitpunkt der Saison – so möglich ist, halte ich für verrückt. Und unnormal. Andere finden wiederum diese „tolle Spannung“ so dermaßen klasse, dass es kracht. Geschmackssache.

Mich nervt es nur, dass wir die Hoffenheimer immer noch nicht „überholt“ haben. Aber wieso eigentlich nicht? Wir sind Punkt- und Torgleich UND haben den direkten Vergleich g e w o n n e n. Zählt das nicht mehr?

Wie auch immer. Statistik.

Es gilt jetzt ohnehin weiter nachzulegen. Vier Punkte sind – zu diesem Zeitpunkt der Saison – schon auch ’ne Menge Holz. Vor allem, da wir gegen Hertha nicht mehr spielen werden. Und bis Platz 5 haben eben alle die gleiche Punktzahl. Ein Punktverlust gegen Teams wie Bochum oder gar Karlsruhe wäre da fatal und hätte sicher ein erneutes Durchreichen zur Folge. Nicht wünschenswert.

Sonst noch was?

Natürlich ist die Theorie gewagt, dass es ohne Ribéry beim FC Bayern besser läuft. Tatsächlich bin ich davon überzeugt, dass dies nur kurzfristig funktioniert (wie Zé auf der Lahm-Position) und wir stattdessen das Problem der Abhängigkeit von ihm und Lauffaulheit mit ihm in den Griff kriegen sollten.

Weitere, fehlende Aspekte des gestrigen Spiele dürft Ihr jetzt gerne hinzufügen… 😉

Vorschau auf das Wochenende

Nach Pokal-Aus und mitten drin in der „Krise“ fahren wir also nach München.

Nicht sehen werden wir von der Loge aus Luca Toni (Achillessehnenbeschwerden), Mark van Bommel (gesperrt) und Franck Ribery (Wadenprellung). Des Weiteren Tim Borowski (Oberschenkelprellung) und Bastian Schweinsteiger (Fußprellung).

Jede Menge Prellung – es bleibt die Frage, wie man sowas in so einem kontaktarmen Spiel bekommen kann? Vor allem die beiden letzten Kandidaten?

Zum Glück meldet sich aber unser bester Verteidiger zurück: Philipp Lahm.

Somit rückt Zé Roberto wieder nach vorne und stärkt die Offensive.

Zunächst mal gut. Bleibt die Frage, wer neben ihm da vorne spielt?!

Sosa? Podolski? Na bravo (wohl eher Altintop und mind. 2 Stürmer).

Auf der anderen Seite: Beim FC Bayern wird im Vorfeld gerne mal über Verletzungen spekuliert – am Spieltag selbst sind viele Blessuren dann schon wieder verschwunden…

Hoffen wir das Beste.

Das der Ribéry-Metzger vom letzten Mal nicht dabei ist – geschenkt. Bringt ja auch nix, wenn Ribéry selbst fehlt. Was vielleicht gar nicht so schlecht ist, denn dann wissen alle 11 Bayern (und davon gehe ich aus, dass wir soviel zusammenkriegen) vom Anpfiff an, was die Stunde geschlagen hat:

Laufen, kämpfen, beissen.

Und siegen.

So einfach und so schwer.

Vor dem Spiel wäre ich nach dem Spiel zufrieden gewesen

So aber kann ich mit dem Remis bei Werder gar nix anfangen. Echt nicht.

Ich hatte meine Bedenken, war vor dem Spiel zur Abwechslung mal pessimistisch und dann rennen sich beide Teams von Anfang an die Bude ein.

‚Hätte eigentlich nach 15 Minuten schon 3:2 für die Bayern stehen müssen. Wenn Klose einen Killerinstinkt hätte und wir mit einem Toni in der Spitze gestartet wären.

Ist aber alles nicht so.

Dann der Platzverweis.

Aus meiner Sicht war die rote Karte berechtigt.

Erstens ist Naldo letzter Mann, zweitens spielt sich das Ganze in unmittelbarer Nähe zum Strafraum ab, drittens rennt er Schweinsteiger einfach um und viertens wäre es eine klare Torchance gewesen, allein, weil noch ein weiterer Spieler mitgelaufen war.

Das man das als Werder-Fan im Stadion live anders sieht, ist mehr als verständlich und Pfeiffen und Schimpfen gegen den Schiedsrichter legitim. Grenzwertig wird’s nur, wenn man auch dann noch von einer Fehlentscheidung spricht, wenn Spiel und Emotion längst vergangen und verflogen sind.

Zuschauer im Stadion haben keine TV-Bilder, keine Zeitlupe und kommen so sicherlich schnell mal auf den Gedanken, dem Schiedsrichter „Schieber, Schieber“-Gesänge entgegen zu schmettern, Tatsache ist allerdings, dass die einzige „Fehlentscheidung“ der Abseitspfiff gegen Pizarro war. Daraus aber eine argumentative Konstruktion zu basteln, Werder hätte den Sieg verdient gehabt, ist schon sehr gewagt.

Klar.

Dem Fußball-Gott und dem Grundkurs für Fußball-Kommentatoren ist bekannt, dass man mit 11 gegen 10 immer schlecht aussieht und alles andere als ein 6:0 in Überzahl riecht dann immer gleich nach Sensation, aber so einfach ist das nun einmal nicht.

Die Bayern waren dominant, die Bayern hatten ein mehr als klares Chancenplus – Großchancen zumeist – und was kam dabei herum? Nischt.

Warum?

Weil die Bayern – einmal mehr – zu langsam agierten, sich die 10 Bremer immer wieder stellen konnten, ein Herr Schweinsteiger – erneut – das Spiel eher verlangsamte, als es zu beschleunigen und weil die Bayern heuer der gefühlte Chancentod-Meister sind (auch wenn das eigentlich der KSC sein soll)!

Borowski, Klose und wie sie alle heißen – was ist so schwer daran, einfach mal einen Ball in die Maschen zu dreschen?

Selbst wenn der gegnerische Torhüter – auch in diesem Spiel – mal wieder 1.000 Arme und Beine zu haben scheint. Und kommt mir nicht mit diesem „aber der XY spielte doch auch vor dem Bayerm-Spiel schon ’ne grandiose Saison“-Quatsch.

Ich kann’s nämlich nicht mehr hören.

Die Bayern sind 14. in der Rückrunden-Tabelle Bremen Letzter. Und die Tabelle lügt nicht. Weshalb also gelingt es uns in der Bundesliga selbst gegen einen solchen Gegner nicht, nur ein einziges Mal die Nerven vor dem Tor zu bewahren, dreckig mit 1:0 zu gewinnen und dann wieder nach Hause zu fahren?

Weil wir offenbar immer noch in einer Illusion leben. Der Illusion, das beste Team der Liga zu sein und somit nix mehr in unsere Spiele investieren zu müssen. Versiebt man mal ’ne Torchance, kommt schon die nächste und irgendwann klappt’s dann.

Ja. Klar. Nur leider sind die aktuellen Bayern nicht mehr die Kahn-, Effenberg- oder Elber-Bayern.

Dumm.

Zurück zum Spiel.

Schiedsrichter Gräfe (der Schieber), hatte offenbar ob seiner roten Karte gegen Naldo in Halbzeit 2 ein schlechtes Gewissen. Anders ist nicht zu erklären, wieso u.a. ein van Bommel für sein Foul die (5.) gelbe Karte sieht, aber kein Bremer für vergleichbar unsportliches Verhalten. Und wieso er – trotz dreier Bremer Auswechslungen – nicht eine Minute, oder Sekunde nachspielen ließ?!

Nicht dass die Bayern in dieser Nachspielzeit das reihenweise Versieben von Großchancen abgelegt hätten, aber musste das wirklich sein, Herr Gräfe?

Aus meiner Sicht haben die Bayern heute zwei Punkte verloren. Fast alle Bremer waren ja mit dem erkämpften Punkt auch zufrieden und dies zu Recht. Denn die Bremer haben wenigstens gekämpft, selbst wenn die Bayern es ihnen sehr leicht gemacht haben mit ihrem langsamen Umschalten von Abwehr auf Angriff und dem kaum stattfindenden Konterfußball. Ganz abgesehen von den immer und immer überaus lächerlichen Versuchen, einmal bei Standards gefährlich zu wirken.

Schlimm.

Aber es hilft ja alles nix.

Jetzt haben wir – allen Ernstes schon übermorgen? – das Pokalspiel vor der Brust. In Düsseldorf. Gegen Leverkusen. Und die sind ja aktuell auch ein durchaus angeschlagener Boxer, denen wir gerade recht kommen – aber welchem Gegner kommen wir im Moment nicht recht?!

Auf der anderen Seite: Wir haben ja jede Menge ausgeruhter Spieler. Die halbe Abwehr (Lahm (ob die Grippe bis Dienstag weg ist?), van Buyten (ob er mal für Micho ran sollte?)) und unser bester, weil offenbar einzig gefährlicher Stürmer – Toni.

Apropos gefährlicher Stürmer:

Haben jetzt alle begriffen, was die Stunde geschlagen hat?

Podolski lernt bei uns die Grundbegriffe des Fußballs nicht mehr. Viel Glück für den FC, da kommt jede Menge Arbeit auf ihn zu. Und Donovan? DER soll 8 Mio Euro wert sein? Sicher…

Nein. Luca Toni. Danach Klose. Aber nur zusammen. Als Stürmführer ist Vorbereiter Klose (in der Bundesliga) diese Saison offenbar zahnlos. Herrje.

Wir müssen irgendwie gegen Leverkusen gewinnen. Machen in dieser Rückrunde in „deren“ Stadion ja sonst auch alle. Der Pokal – so scheint mir – wird mehr und mehr zur einzigen Titelchance in dieser Saison. Was die Bundesliga angeht, habe ich ein immer größer werdendes Unbehagen, dass mich verdammt an 2001 erinnert. Nur das wir damals noch ein ganz anderes Team waren. Ergo befürchte ich, dass in dieser Spielzeit mal wieder die Zeit der Überraschungsmannschaften kommen wird.

Aber ein Meister, der nicht FC Bayern heißt, wird, nach den Prognosen im letzten Sommer, in jeder Hinsicht eine Überraschung.

Das nächste Spiel in der Bundesliga steigt gegen Hannover. Heimspiel. Ich werde live dabei sein. In einer Sponsoren-Loge. Hatten wir noch nicht.

Ob’s so was wird mit dem Aberglauben und dem Erfolg?

Schau’n mer mal.

Ich habe irgendwie kein gutes Gefühl

Luca Toni verletzt, Lahm mit Grippe (eventuell) ausser Gefecht, van Buyten definitiv nicht dabei – das gibt mir kein gutes Gefühl für das heutige Gastspiel der Bayern in Bremen.

Dringend benötigte Wechsel in der Mannschaft sind somit nicht möglich. Ergo müssen wir auf Demichelis, Schweinsteiger, Donovan und/oder Podolski vertrauen – da läuft es mir eiskalt den Rücken runter.

Im Grunde hilft in dieser Situation nur eins: Bedingungslose, mannschaftliche Geschlossenheit.

Eine Eigenschaft, die die Bayern in der letzten Zeit nicht wirklich an den Tag zu legen wussten.

Immerhin bleibt uns Lell erspart, da Oddo fit sein soll.

Werder dagegen mit fast der gleichem Aufstellung, die gegen Milan jede Menge Psycho-Kraft getankt hat.

Wie gesagt, ich glaube kaum, dass heute was an Aufholjagd oder wenigstens Wiedergutmachung für die Schmach vom Hinspiel gelingen kann.

Aber so ist das eben im Fußball: Es kann auch ganz anders ausgehen und beide Teams starten bei 0:0. *klimper*

Wenigstens konstruiere ich die Situation für’s Spiel, die beim bisher einzigen Sieg in der Rückrunde existierte – wenn man sonst nix hat, bleibt immer noch der Aberglaube…

Ich kann gar nicht soviel fressen wie ich kotzen müsste!

Der Zustand der kritischen Masse hat sich zwar seit gestern leicht gebessert, trotzdem sehe ich keinen Anlass meine spontane Wortwahl zu überdenken.

Ich hätte mir ja schon was denken können. Als ich sah, wer dieses Spiel als Schiedsrichter leiten sollte. Rafati.

Da war doch was. Stimmt. Bochum. 3:3. Ein böses Omen?

Teilweise. Später dazu mehr. Ebenso wie zur phasenweise mehr als schlechten, wenn nicht zu sagen erschreckend schwachen Vorstellung der bayerischen Kicker gegen den bisherigen Tabellenelften.

Zunächst einmal möchte ich mich um etwas ganz anderes kümmern.

Den sogenannten Bayern-Bonus, -Dusel und was draus geworden ist.

Sollte es so etwas überhaupt jemals gegeben haben und nicht nur in den Köpfer einiger verwirrter Fußballanhänger, dann bekommen die Bayern es in dieser Saison aber mächtig heimgezahlt, oder?

Es geht hier gar nicht um Verschwörungstheorien und ich bin auch weit davon entfernt Schiedsrichtern und deren Assistenten hier Absicht zu unterstellen, aber die Liste liest sich inzwischen schon wie ein Who-is-who der Fehlentscheidungen. Grundlagen-Kurs, Schiedsrichterlehrgang DFB/DFL.

Diese Liste – um mich hier nicht angreifbar machen zu lassen – kommt übrigens nicht von mir (dafür habe ich schon seit einiger Zeit keine Ressourcen mehr), nein, Sie kommt von den Freunden der Wahren Tabelle.

Und laut deren Übersicht haben die Bayern heuer zwar auch Tore und einen Elfmeter „geschenkt“ bekommen, aber entscheidende Fehler kosteten die Klinsmanntruppe inzwischen fünf Punkte. Tabellenführung. Und zwar klar.

Allein Kloses gestrige 1:0. Wie – um Himmels willen – kann man da als Schiedsrichter-Assistent auf Abseits entscheiden? Das war so klar kein Abseits, dass es schon beim Zuschauen weh tut. Mir zumindestens.

Und mit einem 1:0 im Rücken, wäre das Spiel eventuell ein klein wenig anders verlaufen.

Aber die Schiedsrichter-Entscheidungen in dieser Saison sind bestimmt und auf gar keinen Fall die Ursache für die Probleme der Münchner mit der Tabellenführung. Ein Grund vielleicht. Unter vielen (gar nicht erst will ich über die beiden Elfmeter-würdigen Situationen (Petit gg. Klose und Broich gg. Donovan) reden).

Womit wir zu Punkt zwei auf meiner persönlichen Liste kommen: Der Chancenverwertung.

Meine Güte. Was sind die Bayern in dieser Spielzeit schlecht im Verwerten ihrer Torchancen. Kein Team hat offenbar mehr Großchancen. Wahrscheinlich wären wir ebenfalls schon mit Abstand Spitzenreiter, wenn wenigstens hier die Quote besser wäre.

Im gestrigen Spiel gab es allerdings noch nicht einmal etwas, was man dieser Kategorie zuschreiben könnte! Oder kann sich jemand an Großchancen wie z.B. im HSV-Spiel erinnern?

Ein zweiter Grund.

Der dritte und entscheidende Grund, zu dem kommen wir jetzt.

Die Mannschaft (und hier sollten Leser, denen Kraftausdrücke nicht so zusagen, besser aufhören)!

Zunächst mal in der Einzelkritik.

Rensing: 3

Im Gegensatz zum HSV- und Hertha-Spiel an keinen entscheidenden Gegentoren beteiligt, dafür war der FC auch wirklich zu ungefährlich. Deshalb diesmal eine neutrale Bewertung.

Lahm: 3

Solide Leistung, aber nicht überragend. Rannte sich auch immer wieder im kölschen Abwehrbollwerk fest.

Demichelis: 4

Ließ sich von van Buyten anstecken und erinnerte an seine schlimmsten Ausfälle zu Beginn seiner Bayern-Zeit. Ich befürchte seine Formkurve zeigt steil nach unten. Soviel Unsicherheit, so wenig gutes Stellungsspiel.

van Buyten: HZ1: 6, HZ2: 4, insgesamt also: 5

Heilige Scheiße. Was van Buyten in HZ1 gezeigt hat, habe ich ja seit Kuffour und Babbel auf dieser Position nicht mehr gesehen! An jedem Gegentor der Kölner ursächlich beteiligt (1,5 Fehlpässe zum Gegner, vor dem 0:2 im eigenen 5er auf Raumdeckung umgeschaltet). Und dafür lasse ich auch die fehlende Spielpraxis nicht gelten. Das mag für die belgische Nationalmannschaft reichen, nicht aber für den FC Bayern.

In HZ2 dann ein besseres Bild. Und noch später, als er Mittelstürmer spielte, steckte er in Sachen Engagement und Gefährlichkeit nicht nur Klose, Donovan und Podolski in die Tasche, nein, er hätte fast auch noch den Ausgleich erzielt. Unfassbar. Somit konnte er sich zumindestens auf eine Gesamtnote 5 retten…

Oddo: 3

Schlimm genug, dass ich einen wie Oddo loben muss. Auch wenn es nach Lell auf jeden Fall nur besser werden konnte. Aber was der Flanken-Italiener gegen Köln anbot war tatsächlich gar nicht so schlecht. Zumindestens offensiv war das gestern im Rahmen.

Die eine oder andere gute Flanke und Zug nach vorne. Das es defensiv, im Spiel eins gegen eins und in der generellen Ballsicherheit Probleme gab, ist man von dieser Seite bei den Münchnern ja gewohnt. Von daher: Fast schon ein Lichtblick, allein, so hat er in der Hinrunde auch anfangs gespielt und danach ging es nur noch bergab, bis zum Gipfel in Stuttgart.

Zé Roberto: 4

Zé ist ein Phenomän. In jeder Hinsicht. Seine Kunst braucht immer wieder Pausen. Gestern war so eine. So fiel auch ihm keine Lösung der 10-0-0-Aufstellung der Kölner ein. Schade.

ab 65. Borowski: 4

Sein Einsatz brachte mir die Hoffnung auf Jokertore. Diesem Image wird Borowski aber immer weniger gerecht. Fiel nicht weiter auf. Keine Fehler, aber auch keine erinnerungswürdigen Aktionen.

van Bommel: 4

Ach, der Mark. Auf der anderen Seite: Im Gegensatz zu vielen seiner Mitspieler ist er wenigstens gelaufen. Und zwar jede Menge. Allein, zumeist den Gegnern hinterher und somit höchst ineffizient. Wo ist nur Deine Stärke der Vorsaison hin, Mark?

Normalform sieht anders aus und so gibt es auch keinen Grund den Vertrag zu verlängern. Egal ob um ein, zwei oder drei Jahre. Schade.

Schweinsteiger: 5-

Herrschaftzeiten. Ist er jetzt etwa vom Pizarro-Syndrom befallen? Nach Vertragsverlängerung immer nur noch schlechter zu werden?

Heilige Scheisse war das schlecht, was derBastian in HZ1 angeboten hat.

Hat er überhaupt einen Zweikampf gewonnen? Jeder Ball landete doch nach 10 Sekunden direkt wieder beim Gegner, was dieser wiederum direkt in einen Konter ummünzte. Für diese Frechheit, die er selbst wohl als Leistung bezeichnen würde, sollte er tatsächlich mal für zwei, drei Spiele auf de Bank.

Unfassbar. Und während des Spiels hatte ich noch ganz andere Gedanken über ihn…

ab 46. Altintop: 3

Klare Verbesserung zum Katastrophen-Schweinsteiger. Um 100% (Ballsicherheit, Zweikampfverhalten). Nicht nur die Flanke zum 1:2 geschlagen, nein, jetzt hoffentlich auch in den Augen Klinsmanns der Top-Kandidat für die Startelf auf dieser Position.

Ribéry: 4-

Bei unserem Franck habe ich mich lange zurückgehalten und aufgrund seiner Fähigkeiten, seiner Verdienste und seiner Wichtigkeit für unser Spiel, den Mantel des Schweigens über seine zuletzt gezeigten Leistungen gelegt.

Gestern allerdings ist mir da der Kragen geplatzt. Bei allem Respekt: Das war ein großer Haufen Scheisse, Herr Ribéry.

Ribéry spielt nur offensiv. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er bleibt bei Ballverlust zumeist an der Mittellinie stehen und schaut seinen Mitspielern hinterher. Er erobert keine Bälle (mehr) zurück. Und rennt sich immer wieder fest, anstatt über eine Veränderung seiner Spielweise nachzudenken. Inzwischen sollte nämlich auch der letzte Defensive der Liga die Wege und Finten Ribérys auswendig kennen…

Ribéry ist ein ausserordentlicher Spieler mit einem Weltklasse-Repertoire. Aber er ist kein Spielmacher und kein Leader. War vielleicht bekannt. Was wir jetzt erst wissen, ist aber, dass er schon ein wenig eine Diva ist. Wenn ich sehe, wie eingeschnappt er teilweise reagiert, wenn einer seiner (dummen) Mitspieler bei seinen Aktionen mal wieder nicht mitspielen konnte – sowas geht nicht. Da hat man den Eindruck, Ribéry betrachtet Mitspieler nur als Doppelpass-Prellwand.

Es kann nicht sein, dass unser Spiel, unser Erfolg so sehr von den Launen des kleinen Franzosen abhängig ist!

Herr Klinsmann, übernehmen Sie.

Klose: 3-

Was hätte es für ihn für ein Spiel werden können, wenn man ihm nicht sein 1:0 geklaut hätte? Zumindestens ein besseres. Unauffällig wie zuletzt meistens, aber trotzdem mit erster Groß-Chance des Spiels (70.Min.?) zu einem weiteren Tor, welches lediglich die gute Reaktion des Kölner Keepers verhinderte.

Naja.

Podolski: 5

Was war das denn, Podolski? Ein Schuss auf’s Tor, ansonsten Standfußball? Selbst wenn man die lange Pause und die damit verbundene fehlende Spielpraxis berücksichtigt: Alter, das ging gar nicht!

Was sollte das Gelaber, bis zum Schluss, Gas und sowieso alles für den FC Bayern geben zu wollen? Selten zuvor zeigte sich, wie wenig ein Podolski – von seinen Fähigkeiten und seiner Einstellung – zum Klinsmann-Klub passt.

Schlimm. noch schlimmer, dass wir auf so’ne Type bis zum Saisonschluss angewiesen sind!

ab 46. Minute Donovan: 4

Es wird Zeit das er geht. Bemerkt, dass er auf dem Platz stand, hat man ohnehin nicht. Seine beste Aktion war noch, dass er beim Novakovic-Kopfball auf der Linie stand. Vielleicht wäre alles ganz anders verlaufen, wenn er diesen Ball in der letzten Woche gegen Hertha versenkt hätte. Hat er aber nicht. Diesmal gab es noch nicht mal ’ne Chance. Zum Glück ist uns das noch aufgefallen, bevor wir den Amis die Euros in den Rachen geworfen haben!

Zusammenfassung und generell zur Mannschaft:

Man merkt eben erst, wie sehr jemand fehlt, wenn er fehlt. Luca Toni zum Beispiel, oder Lucio. Der zweite Anzug scheint nicht so richtig zu passen. Und auch wenn ein Ribéry eine Diva ist, so braucht er doch Unterstützung. Ferner wiederhole ich mich da gerne: Wenn zwei bis vier Spieler auf Ribéry draufgehen, wo sind dann bitte die dann freien Mitspieler?

Nein. An einzelnen Spielern kann man es eigentlich nicht festmachen. Es ist die Einstellung, die Motivation. Und hier kommt Klinsmann ins Spiel. Dafür ist er nämlich zuständig. Und bekannt.

Sieht man ja auch immer. In der zweiten Halbzeit. Jetzt wäre es wichtig, dass mal von Anfang an zu erreichen.

Aber wieso hat jetzt der FC in München gewonnen?

Weil sie gerannt sind. Wie die Bekloppten. Alle für einen, einer für alle. Sie waren ein Team, nicht nur eine Ansammlung von starken Indiviualisten!

Abschließend:

Ausgerechnet Daum, ausgerechnet der FC und ausgerechnet nach 4.011 Tagen.

Aber wie Herr Daum es ja so schön gesagt hat: Irgendwann endet jede Serie. Und „Angst“ vor eben genau dieser Situation, dass Daum einmal beim FC Bayern, bei Uli Hoeneß gewinnen könnte, habe ich schon seit Jahren nicht mehr. Dafür ist in der Beziehung zwischen mir und dem FC, seinen Verantwortlichen und seinen Fans schon lange die Kontroverse raus. Da gibt’s ganz andere Teams, gegen die eine Niederlage viel schwerer wiegen würde.

Für mich.

Für den FC Bayern ist jede Niederlage gleich schmerzvoll.

In diesem Sinne: Auf ein Neues in Lissabon!

Glaskugel 0809 # 01

Als Bayern-Fan erlebt man ja in dieser Rückrunde aktuell ein Wechselbad der Gefühle. Siege kurz vor Schluss (BVB). Niederlagen trotz teilweiser massiver Überlegenheit, gepaart mit erschütternder Unfähigkeit vor des Gegners Tor (Hertha, HSV).

Deshalb stehen die Bayern auch noch nicht auf Platz 1 sondern 4.

An diesem Wochenende könnte es, dem Gesetz der Serie folgend, wieder nach oben gehen.

Wieso das?

Na weil diverse Spitzenteams imho vor schwierigen Aufgaben stehen.

Überraschungs-Tabellenführer Hertha muss zu Magaths Wölfen (und die wollen ja auch dringend oben angreifen), Überraschungsaufsteigerundtabellenführerverfolger Hoffenheim zum Derby(?) nach Stuttgart und der Dusel-HSV nach Düsseldorf zu den Leverkusenern.

Die Bayern ihrerseits treffen entweder auf einen Turbo-FC aus Kölle, oder verkaterte, vom Karnevals-Heimweh geplagte Spieler, die vielleicht doch noch mal in den Abstiegsstrudel geraten.

Alles ist drin, aber meine Glaskugel sagt mir, dass an diesem Wochenende mehr Chancen als Gefahren lauern.

Enttäuscht mich nicht, Ihr Ribérys, Kloses, Zé Robertos, Rensings, Schweinsteigers und Podolskis!

Meine Tipps:

VfL Wolfsburg – Hertha BSC 2:2
VfB Stuttgart – 1899 Hoffenheim 2:1
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 3:2
Bayern München – 1. FC Köln 4:2

Unrealistisch?

Nicht unbedingt. Aber die Tabelle sähe danach zumindestens so aus:

Glaskugel Tabelle Bundesliga nach 21. Spieltag

[via Kicker-Tabellenrechner]

Mit 50 Prozent Leistung kann man kein Meister werden!

Unfassbar, was ich während des heutigen Spiels vernommen habe. Die Bayern lagen zum 11. Mal in dieser Saison mit 0:1 hinten? In 20 Spielen? Haben wir da ein grundsätzliches Problem?

Und ob!

Wie kann es sein, dass die Bayern das dritte Spiel der Rückrunde verschlafen beginnen, die erste Halbzeit herschenken und erst in den zweiten 45 Minuten aufwachen?

Mit 50% Einsatz, Leistungsbereitschaft und Wille kann man nicht Meister werden. In keiner Liga. Na vielleicht in Schottland oder Österreich. Aber mit wem vergleichen wir uns hier?

Nein. Da stimmt irgendwas nicht.

Es sind ja nicht nur unsere eklatanten Baustellen im Kader – die rechte Seite, oder ganz allgemein die Sicherheit in der Abwehr. Nein. Es stimmt die Einstellung zumeist nicht.

Am Mittwoch vernahm ich noch mit einem müden Lächeln die Aussage eines Lahm, dass „man halt in solchen Freundschaftsspielen keine 100% geben würde“. Ja, fein. Aber wieso wird derlei mit nach Hause gebracht. Zum Spiel des eigenen Verein?

Wann nehmen die Herren Bayern-Stars mal einen Gegner von der ersten bis zur letzten Minute ernst? Im Championsleague-Finale? War es das schon im Pokal? Gegen den schwächelnden VfB?

Das wird nicht reichen für die ach so herbeigesehnte Tabellenführung.

Nehmen wir mal die Hertha als Beispiel. Zwar oben dran in der Tabelle, hatten sie aber vor dem Spiel arge Personalsorgen. Nicht weniger als acht Stammspieler fehlten dieser Truppe. Acht!

Wußten unsere Schönwetterfußballer etwa zuvor davon? Und hätten wir die Hertha in stärkster Besetzung nicht erst ab der 46. Minute ernst genommen?

Jetzt mal von Bewegungslegasthenikern wie Herrn Lell (oh mein Gott, was macht der bloß beruflich?) abgesehen: Was soll das? Ihr könnt es doch alle, habt es schon mehrfach in dieser Saison bewiesen. Warum dann nicht in einem Spiel, in dem wir aus eigener Kraft die Tabellenführung hätten erreichen können??

Klar. Das Spiel schien eine Kopie der Spiele in Hamburg und gegen Dortmund zu werden. Vor allem gegen Dortmund, denn in Hamburg hätten wir ja, wie gesagt, noch zwei Tage und zwei Nächte spielen können, ohne ein Tor zu erzielen.

Rückstand. Remis erzwungen und die Führung dank klarster Chancen nur eine Frage der Zeit.

Aber was passierte dann?

Die Hertha rückte nicht einen Meter von der eigenen Taktik ab. Wie erschreckend musste das heute auf die Bayern gewirkt haben?

Die Gegner haben inzwischen schon keine Angst mehr vor den Bayern – die spielen einfach weiter. Noch dazu erfolgreich.

Unsere Ballkünstler versemmeln reihenweise die Chancen (Schweinsteiger, meine Güte!) und Herr Voronin hat ’ne Quote von 100%. Na bravo.

Dabei schien Klinsmann zunächst alles richtig gemacht zu haben: Nahm den – mal wieder – völlig überforderten Lell aus dem Spiel, stellt Top-Form-Lahm auf rechts und Zé auf links. Das brachte endlich mehr Schwung in die Aktionen und endlich kamen über rechts auch mal Flanken, die diese Bezeichnung verdienten…

Allein, weitere Tore fielen trotzdem nicht.

Wie auch, wenn Herr Ribéry zumeist lustlos über den Platz lief, frustriert, weil seine Mitspieler die eigene Genialität nicht zu verwerten wussten, oder Herr Donovan, der diesmal über fast eine Stunde Gelegenheit bekam, zu beweisen, weshalb die Bayern auf jeden Fall acht Millionen Euro für ihn nach Amerika überweisen müssen.

Er blieb den Nachweis schuldig.

Ein guter Kopfball. Sicher. Und eine 1:1-Situation gegen Drobny. Aber wenn man es beim FC Bayern oder im zweiten Anlauf in einer richtigen Profiliga schaffen will, dann muss man solche Dinger reinmachen. Nicht nur in Testspielen. Nein, auch wenn’s drauf ankommt. Ansonsten hätten wir ja auch Herrn Podolski einen Rentenvertrag geben können.

Überhaupt Drobny.

Machte heute sein wohl bestes Spiel für Hertha. Wie so viele. Wie so oft, wenn es gegen die Bayern geht. Egal welcher Spieler, welches Team.

Damit muss man aber umgehen, leben lernen können. Es akzeptieren. Ist nun mal so.

Was ich nicht akzeptieren kann, ist die, sich seit Jahren hinziehende Krise bei unseren Standards!

Von mir aus, können wir uns dafür ja auch noch Spezialtrainer anschaffen. Nein, ich will sogar mal hoffen, dass wir sowas schon längst haben, allein, mir ist unerklärlich, weshalb wir dann in diesem Punkt so ungefährlich sind?!

Oder ist das mal wieder eine selektive Wahrnehmung von mir?

Schlimm.

Für denUli ist das aber „alles nicht so schlimm“, schließlich „hätte sich ja nicht viel an der Ausgangssituation geändert.“

Achso.

Ganz neue Töne. Wir hoffen also weiterhin, dass nur alle anderen Topteams – genauso wie wir – weiterhin fleissig ihre Spiele verlieren, damit wir nix ändern müssen?

Soso. Gute Taktik.

Im Ernst: Das geht einfach gar nicht, Leute.

Und ich kann auch nicht nachvollziehen, wie man unseren Spielplan als Vorteil für uns sehen kann.

Nächste Woche geht’s gegen den kölschen FC. Mit der Einstellung unseren letzten drei ersten Halbzeiten, schenken uns die Jecken am Karnevalssamstag mächtig einen ein. Und dann nach Bremen. Fein. Ob die für ein Spiel – mal wieder – ihre Krise vergessen? Danach dreimal gegen sicherlich aufopferungsvoll kämpfende Abstiegskandidaten, um anschließend zum Magath-VfL nach Wolfsburg zu reisen, die uns ja schon im Hinspiel jede Menge Probleme bereitet haben.

Zum Glück kommen die restlichen Kracher der Saison erst zum Saisonschluss – aktuell könnten wir das gar nicht gebrauchen.

Seh‘ ich mal wieder zu schwarz?

Tut mir leid, aber ich kann einfach keine Ausreden mehr hören…

Von Vorurteilen, der eigenen Welt und einer bayerischen Bank

Es ist ja so schön einfach.

Was über den FC Bayern zu sagen, wenn es „mal wieder“ ein Spieler nicht geschafft hat sich durchzusetzen.

Immer und immer wieder wird dann Calle Del’Haye als Beispiel ausgegraben, weil hier die Bayern ja schließlich einen Spieler und seine Karriere zerstört haben. Bewusst und mit voller Absicht, wollen die meisten dann wohl noch hinterher schieben.

Dumm ist jetzt nur, wenn eben dieser Calle Del’Haye selbst was zum Thema beisteuert.

Herr Del`Haye, würden Sie Bankdrückern wie Lukas Podolski bei Bayern München raten, den Verein zu wechseln? Sie waren damals in einer ähnlicher Situation.

Meine Situation war eine ganz andere. Ich kam mit einem Dreijahresvertrag nach München. Am Anfang gab es aus taktischen und auch aus zwischenmenschlichen Gründen Probleme. Man wollte mich dann verkaufen. Ich habe aber gesagt, dass ich mich nicht verkaufen lasse. Ich wollte beweisen, dass ich jederzeit in dieser Mannschaft Fussball spielen kann. Das habe ich dann auch geschafft. Wenn man sich meine Statistik anschaut, sieht man das auch. In der Saison 1982/83 habe ich 31 Spiele für die Bayern gemacht. Es gibt in jedem Beruf Höhen und Tiefen. Mich stört es schon, dass es viele junge Spieler gibt, die sich nicht durchbeißen wollen. Aber es muss ja jeder selbst wissen, ob er die Flinte ins Korn schmeißt oder nicht.

Ach ne. Klingt ganz anders, oder? Und wer will hier ernsthaft behaupten, Uli Hoeneß hätte jetzt auch noch die 11 Freunde unterwandert?!

Der beste Teil ist aber dieser hier:

Es gibt viele Märchen über mich. Es gibt Leute, die einfach sagen: „Calle Del’Haye hat bei Bayern München nur auf der Tribüne gesessen.“ Ich saß während der fünf Jahren bei Bayern höchstens drei mal auf der Tribüne.

Und auch für Markus Lotter hat Del’Haye noch ein paar Worte übrig…

Auch der [Schlaudraff] ist mit mir in Verbindung gebracht worden. Der große Unterschied zwischen uns beiden ist jedoch, dass ich vor meinem Wechsel zu den Bayern schon knapp 30 Europapokal-Spiele gemacht hatte.

…ebenso wie zum Thema Geld.

Ich habe ja auch in Mönchengladbach sehr viel Geld verdient. Mir wurde vor meinem Wechsel nach München von den Gladbachern ein Vertrag angeboten, den ich von den Formalitäten her nicht unterschreiben wollte. Wir konnten uns nicht einigen. Dann kam das Angebot der Bayern, das auch lukrativer war. Aber in einer Stadt wie München gibt man auch mehr Geld aus. Geld war nicht das ausschlaggebende Argument für meinen Wechsel. Ich weiß aber, dass das auch immer wieder behauptet wurde.

Hoffentlich ist jetzt mal langsam Ruhe mit diesem Thema, oder sucht Euch wenigstens ein passenderes Beispiel für die Projektion Eurer Antipathie…

Bekloppte Borussen und wirbelnde Bayern

Haha. Wortwitz.

Aber was kann ich für den Namen des Borussen-Trainers? Eben.

Dann los.

Das Spiel der Bayern gegen die schwachgelben Borussen ist zwar erst 24 Stunden her, kommt mir aber schon viel weiter weg vor. Komisch.

Mein Kopf ist irgendwie leer. Was soll man noch zum Spiel sagen?

Der BVB mit Blitzstart. Weil Demichelis offenbar mit Hallenschuhen auf dem Platz stand. ‚Hätte trotzdem nicht damit gerechnet, dass Valdez den Ball nicht in die Wolken jagt.

Dann also mal wieder 0:1. Kennen wir ja schon.

Ich war erstaunlich emotionslos.

Weil ich dachte, dass das schon irgendwie klappen wird? Mit dem Sieg? Oder weil ich alle Hoffnungen verloren hatte?

Weiß ich nicht mehr.

Trotzdem legten die Bayern danach erst richtig los.

Allein, wie gegen den HSV, wurden größte Chancen, die schnellsten Kombinationen nicht in Tore umgemünzt. Sowas macht nachdenklich. Was wir uns hier Woche für Woche für einen Luxus leisten…

Von den schwachgelben Borussen war zumindestens nicht mehr viel zu sehen. Bis in Halbzeit 2. Dann gibt’s wieder ein paar Konter. Von den Bayern zum Ausgleich aber auch kein Tempo mehr.

Ehrlich gesagt hatte ich ich mich schon mit einem 1:1 abgefunden. Frust ist keine geeignete Beschreibung meines Gemütszustandes. Und dann doch noch Klose. Zweimal. Immerhin. Nicht zur Lachnummer geworden.

Ein Anfang.

Im nächsten Spiel gibt’s schon die nächste Bewährungsprobe.

Noch was?

Kaum. Das meiste ist ja hier schon diskutiert worden.

Ein Sieg ist ein Sieg ist ein Sieg. Und die Tabellenführung in Reichweite. Gut.