Weisheiten # 16

„Wer Torsten kennt, der weiß: Wenn der Wind aus dieser Richtung kommt, dann äußert er sich so, und wenn er von der anderen Richtung kommt, dann ist es genau das Gegenteil. Das kann sich täglich und stündlich ändern. Ich kenn ja Torsten lang genug.“

Miroslav Klose über Torsten Frings und dessen Kritik an seinem Wechsel zum FC Bayern.

Die Mutter aller Pressekonferenzen

Wie ich gerade bei der SZ lesen durfte, soll in einer Woche, am 8.Juni, die ominöse Pressekonferenz des FC Bayern / von Uli Hoeneß stattfinden, auf der dann alle Neuzugänge „im Paket“ vorgestellt werden (sollten). *hüstel*

Mit Sicherheit werden also

Luca Toni
Marcell Jansen
Jose Ernesto Sosa
Hamit Altintop
Jan Schlaudraff
Thomas Kraft(?)

präsentiert, wahrscheinlich auch

– Frank Ribery
– Zé Roberto

eventuell noch

– Khalid Boulahrouz
– Miroslav Klose (als 2008er?)

und wenn’s ganz gut läuft ferner

– Arjen Robben
– Ricardo Quaresma

Das war’s dann aber auch. Insgesamt 12 Neuzugänge? Doch ein bißchen viel, oder?

Jemand anderer Meinung?

Zu vergeben: Rückennummern

Da ich gerade eine solche Google-Anfrage aus meinen Referern gefischt habe:

Aktuell steht (natürlich) noch nicht fest, welche Rückennummern die neuen Spieler in der neuen Saison haben werden. Gibt ja schließlich auch noch einige Spieler, die noch da sind, aber am besten weg wollen sollen…

Hier die Liste der aktuellen Spieler, bereinigt um die schon feststehenden Abgänge:

1 – Oliver Kahn
2 – Willy Sagnol
3 – Lúcio
5 – Daniel van Buyten
6 – Martin Demichelis
10 – Roy Makaay
11 – Lukas Podolski
17 – Mark van Bommel
18 – Andreas Görlitz
21 – Philipp Lahm
22 – Michael Rensing
24 – Roque Santa Cruz
25 – Valérien Ismaël
29 – Bernd Dreher
30 – Christian Lell
31 – Bastian Schweinsteiger
32 – Mats Hummels
36 – Stephan Fürstner
39 – Andreas Ottl

Wie erwähnt hat Thomas Kraft Rückennummer 33, bleiben also für die schon feststehenden Zugänge und alle noch Unbekannten, folgende Nummern:

4, 7, 8, 9, 12, 13, 14, 15, 16, 19, 20, 23, 26, 27, 28, 34, 35, 37, 38, 40 und alles darüber.

Was sind die Lieblingszahlen von Jansen, Toni, Schlaudraff, Altintop, Sosa und Co.?

Saison 2007/08: Neuzugänge # 1: Thomas Kraft

Thomas Kraft (22.07.1988) spielt zwar schon seit dem 01.07.2004 beim FC Bayern, damals war er allerdings erst 15 und machte somit den Umweg in den Profikader über die Jugend und die Amateure.

Saß er in seiner Bayern-Zeit immer mal wieder auf der Lizenzspieler-Bank, nahmen dort zuletzt zumeist Rensing und Dreher im Wechsel Platz. Sieht Kraft nun jemand als Torhüter Nummer 4, sei erwähnt, dass sowohl Oliver Kahn als auch Bernd Dreher am Ende der Saison 2007/08 wohl ihre Karriere (beim FC Bayern) beenden werden. Dreher habe ich persönlich ohnehin schon öfter nur noch als Torwarttrainer gesehen.

Hinter Rensing wird er also ab 2008 die Nummer 2 des FC Bayern sein.

Geboren ist Kraft 1988 in Kirchen, gerade als Jupp Heynckes seine erfolgreiche Zeit in München startete – wie die Zeit vergeht.

Der Vertrag läuft noch bis 30.06.2008 – bewährt er sich, steht einer Verlängerung wohl nichts im Wege. Rückennummer, Marktwert und Berater hat er auch schon („33“, 150.000,- Euro, SF Player Consulting).

Seine bisherigen Vereine waren die Sportfreunde Daaden (1998-00), VfB Wissen (2000-02) und SG 06 Betzdorf (2002-04).

Sein Profil:

Alter: 18
Größe: 1,85 m
Nationalität: deutsch
Position: Torwart

Seine Transferdaten:

Saison 07/08, von FC Bayern München II zu FC Bayern München (Ablöse: -)
Saison 06/07, von FC Bayern München Jugend zu FC Bayern München II (Ablöse: -)
Saison 04/05, von SG Betzdorf 06 Jugend zu FC Bayern München Jugend (Ablöse: -)

Seine Leistungsdaten:

Saison 2006/07, Regionalliga: 11 Spiele, 990 Minuten

Nach dem Abschied ist vor dem Comeback

Irgendwie komisch. Da hatte ich den guten alten Zé Roberto immer als Chancentod und Schönspieler in Erinnerung und kaum ist weg, vermisst man [1] ihn. Ein wenig anders sah dies wahrscheinlich Bastian Schweinsteiger, auf dessen Position Zé spielte. Zu Saisonbeginn fasste ich dies als Chance für unseren Jungstar auf. Er wohl eigentlich auch. Allein die Wahrnehmung derselben misslang. Jemand anderer Meinung?

Zu meiner Wahrnehmung gehörte ferner, dass Zé uns nur aufgrund des zu niedrigen Vertragsverlängerungsangebotes verließ. Inzwischen sind wir alle ein wenig schlauer. Ein Felix Magath war auch hier nicht ganz unschuldig. Wie man so hört…

Bei der ersten Kontaktaufnahme vergewisserte sich Zé als erstes, wer beim FC Bayern in der kommenden Saison Trainer sein werde – „der Schleifer“ scheint einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen zu haben.

Was mich aber vollends aus der Fassung brachte, waren die News aus dem fernen Brasilien:

Zé Roberto ist nicht nur Spieler des Jahres geworden (oder habe ich das falsch mitbekommen), nein, er schießt inzwischen auch Tore (ganz zu schweigen von seinen Assists) – was ist da bloß passiert?! 😉

[1] Man bezeichnete hier in den letzten Wochen eine Bevölkerungsgruppe, zu denen ich nicht zählte.

Kausaler Zusammenhang?

Der FC Bayern hat in der abgelaufenen Saison die DFL-Fairplay-Wertung gewonnen. Wenigstens ein Titel…

Allein es bleibt die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Platzierung in der abgelaufenen Saison und den Gewinn dieser Wertung gibt..?

Der Meister kam nämlich nur auf den dritten Platz…

Billigflieger: Ein Erfahrungsbericht

Zu meinem persönlichen Abschiedsspiel für Mehmet Scholl bin ich zum ersten Mal mit sogenannten Billigfliegern geflogen. Meine Abneigung gegen derlei Verkehrsmittel habe ich anhand der erdrückenden Vorteile für ein, zwei Tage beiseite geschoben.

Thema Nummer 1: Die Zeit

Damit keiner glaubt, ich hätte mir im Vorfeld keine Gedanken gemacht: Ich habe mir recht genau die Anreisezeiten für PKW, Bahn und Flieger ausgerechnet:

PKW: ca. 5 Stunden
Bahn: ca. 4 Stunden
Flugzeug: ca. 1 Stunde

Bei Bahn und Flugzeug muss man noch die An- und Abreise zu den Flug- oder Bahnhöfen hinzurechnen, was dann Bahn und PKW auf den gleichen Wert kommen ließe, beim Flugzeug läge man immer noch weiter darunter.

Thema Nummer 2: Flexibilität

PKW: hoch
Bahn: mittel
Flugzeug: mittel

Flexibler als mit dem Auto geht es wohl kaum, lediglich Staus engen einen ein. Die Bahn fährt imho stündlich auf der Neubaustrecke, bei den Fliegern muss man sich halt seine günstigste Verbindung raussuchen…

Thema Nummer 3: Entspannung

Wer mit dem Auto anreist und eine feste Ankunftszeit hat, der hat Stress, das steht fest. Mag sein, dass dieser Stress bei allen drei Reisemöglichkeiten existiert, aber je länger die Fahrtzeit, desto weniger ist alles planbar. Hier ist also das Flugzeug Sieger. Ganz davon abgesehen, dass man nach einer derartigen Autofahrt mehr als gerädert ist, im Gegensatz zu Bahn oder Flieger.

Thema Nummer 4: Preis

Noch Fragen? In der Summe gab es zwar nicht die exorbitanten Unterschiede, aber die Billigflieger sind da klarer Sieger. Vor allem beim Gesamtpaket (Punkte 1-4) war die Argumentationslage klar.

Also die Billigflieger.

Vieles war mir bekannt, das meiste geschah auch: Kurzfristige Umbuchung des Fliegers, d.h. statt mit einer Boeing flog ich mit einer Fokker gen München, auf dem Rückflug gab es Getränke und Snacks nur gegen Bares – aber der Reihe nach:

Der Flughafen Köln/Bonn ist von Bonn bequem mit dem RE zu erreichen, insgesamt nur drei Stationen. Bahnhof unter dem Terminal. Aussteigen, Rolltreppe(n) rauf, mit selbstausgedruckter Buchungsbestätigung an den Schalter und Boarding-Card abholen.

Pünktlich einchecken, kurz warten und dann mit dem Bus aufs Rollfeld zum Flieger. Köln/Bonn ist nicht der übergroße Flughafen, man kann sein Flugzeug die ganze Zeit sehen.

Am Vortag war wohl absehbar, dass die Boeing nicht voll werden würde und daher der „spontane“ Schwenk auf die Fokker. Vom Platzangebot konnte man sich nicht beschweren, eine 2-zu-3-Bestuhlung war da sehr angenehm. Der Vorteil dieser Inlandsflüge ist ferner, dass man nach dem Start (ca. 10 Minuten) und abzüglich der Landung (ca. 10-15 Minuten) nur ca. 25 Minuten reine Flugzeit hat – das wird knapp für die Stewardessen, verwundert aber die Fluggäste (wie mich), dass das erste größere Flugloch schon zum Landeanflug gehört.

Ohne Gepäck ist man auch schnell aus dem Flughafen raus, was sogar erforderlich erscheint, wenn man mit S- und U-Bahnen noch einmal fast so lange unterwegs ist, wie der Flug gedauert hat…

Der Rückflug ging dann wie zuvor erwartet mit einem Airbus über die Bühne. Dies allerdings mit einer 3-zu-3-Bestuhlung, was es deutlich enger machte – auch der Platz zum Vordermann hätte größer sein können.

Waren die Getränke und Erfrischungen auf dem Hinflug wie gesagt kostenlos, musste man während des Rückfluges zahlen – keine Überraschung, wenn man mit Billigfliegern unterwegs ist. Auch hier der Flug herrlich entspannt und kurz. Dumm nur, dass wir ca. 10 Minuten Verspätung aus München mitgebracht haben und der RE im unterirdischen Terminal Sonntags nur stündlich fährt – so konnte ich wenigstens die kostenlose BamS komplett durchlesen, während ich 50 Minuten auf meinen Zug wartete.

Ein paar Daten (von denen man halten kann, was man will):

Hinflug:

Gesellschaft: Air Berlin

Flug: 54,- Euro
Luftsicherheitskosten: 5,- Euro
Kerosinzuschlag: 18,- Euro

Gesamtkosten: 77,- Euro

Rückflug:

Gesellschaft: Germanwings

Flug: 76,16 Euro
Kerosinzuschlag: 4,11 Euro
Luftsicherheitsgebühr: 6,72 Euro
Passenger Service Charge: 15,60 Euro
Surcharge: 7,13 Euro
Arrival Fee: 7,08 Euro
Kreditkartenentgelt: 1,79 Euro

Gesamtkosten: 118,59 Euro

Fazit: Tatsächlich gibt es aktuell zu derlei Anreise wohl keine Alternative und falls ich in nächster Zeit noch einmal Karten bekommen sollte, würde ich es wieder tun.

P.S.: Falls jemand weiß, was „Passenger Service Charge“, „Surcharge“ und „Arrival Fee“ zu bedeuten haben, darf er sich gerne melden… 😉

Das Haar in der Suppe

Und so hat jeder seine Windmühlen…

Die Bayern kaufen einen Spieler nach dem anderen für die neue Saison, der Umbruch geht mit großen Schritten voran. Selbst als Bayern-Fan kann man davon halten was man will – einigen Fans ist das so oder so nicht genug.

Man sucht permanent das Haar in der Suppe.

„Typisch Bayern. Kaufen wieder der Konkurrenz die besten Spieler weg.“

Der Konkurrenz? Aachen, Gladbach?

„Kauft doch endlich mal im Ausland.“

Sosa? Toni?

„Wo sind die Topstars?“

Toni & Co.?

„Toni ist doch kein Topstar…“

Achso. Klar. Stimmt. Wir rufen mal in Barcelona an. Ronaldinho will sich bestimmt ein wenig verändern.

„Keiner will zum FC Bayern wechseln.“

Alles klar.

„Die Bayern müssen endlich mal mit den Großen Europas mithalten und richtig Geld investieren.“

Reichen die bisherigen 33 Millionen Euro Transfersummen plus Gehälter? Plus die, die noch hinzukommen? Ansonsten, siehe van-der-Vaart-Story.

„Die Bayern schmeissen mit Geld um sich – wo ist das Konzept?“

Moment. Top-Stars kosten Geld, siehe oben. Die Bayern haben Defizite in diversen Mannschaftsteilen. Defensive, Offensive. Jansen verstärkt die Defensive, ist ferner offensivfreudig. Toni verstärkt die Offensive, seine Werte sprechen für sich. Schlaudraff und Altintop sind Spieler, die Abgänge kompensieren sollen (Brazzo & Co.). Sosa ist Perspektivspieler mit Spielmacher- und Offensivqualitäten. Ist es kein Konzept, Abgänge zu kompensieren? Zuvor die, nicht mehr den Ansprüchen genügen zu verifizieren und auszusortieren? Ist es konzeptlos, europaweit nach echten Verstärkungen zu suchen und sogar Top-Spieler aus Top-Ligen für den FC Bayern zu interessieren?

Man kann das alles so kritisch sehen, muss man aber nicht.

Endlich bewegt sich mal was beim FC Bayern, in eine Richtung, die ich noch vor Jahresfrist nicht für unmöglich gehalten hätte. Dabei geht es nicht darum, die Liga, Europa, die Spieler und deren Berater mit Geld zuzuschütten, sondern vielmehr um das Erreichen von Zielen, für die es anderes, besseres Spielermaterial braucht.

Klar. Erfolg ist nicht käuflich. Zumindestens nicht, wenn man keinen russischen Ölbaron im Hintergrund hat. Aber im Rahmen der eigenen, selbstständig erwirtschafteten Möglichkeiten muss man doch seine Ziele versuchen zu erreichen, oder?

Natürlich ist mir klar, dass man so niemanden erreicht, der das alles so sehen will, derlei Diskutanten sind solchen Argumenten unzugänglich – davon lasse ich mir aber meine Vorfreude und die aktuelle Anspannung, ob der täglichen Ankündigungen und aktiven Zukunftplanungen nicht trüben.

Luca-Bayern-Toni!

Der Wechsel von Luca Toni zum FC Bayern scheint perfekt.

Der AC Florenz hat den Wechsel von Luca Toni zum FC Bayern München offiziell bestätigt.

Üüüberraaaaschuuung!

Beide Vereine wollen sich morgen (30.05.) in Florenz treffen und die letzten Details klären. Toni kommt für 13 Mio. Euro Ablöse, der Vertrag wurde wohl auch schon vor einem Monat unterschrieben und garantiert dem Stürmer in vier Jahren insgesamt 20 Mio. Euro Gehalt.

Mal schauen, wie viele Tore dafür zurückkommen.

Die Bayern hatten von Anfang an offensichtlich gute Chancen, die Florentina ist uns auf jeden Fall dankbar:

Der Club-Chef freute sich darüber, dass der auch in der italienischen Serie A umworbene Torjäger ins Ausland gegangen ist. „Dass Toni zu Bayern München gegangen ist, war eine schöne Geste gegenüber dem Club und der Stadt Florenz“, sagte Della Valle.

Na dann sind ja alle zufrieden…

Update: Laut KHR sind es „exakt 11 Millionen Euro“ Ablöse.