Der letzte Straßenfußballer – fast ein Rückblick

In den letzten Tagen kann man bei kaum einem Medium das obligatorische Scholl-Interview oder den ultimativen Scholl-Bericht überlesen.

Es lässt sich nicht leugnen: Mehmet Scholl hört auf. Mit dem Fußball. Morgen. In München. Beim FC Bayern und vor meinen Augen.

Das stimmt mich schon wehmütig. Begleitete Scholl mich doch durch 15 Jahre meines Bayern-Fanseins. Im Grunde also die Hälfte. Und deshalb bin ich aktuell auch noch nicht in der Stimmung darauf zurückzublicken. Das werde ich in Ruhe nachholen. Irgendwann. Vielleicht in der Sommerpause.

Bis dahin schon mal dies hier:

Danke, Mehmet. Für all die wundervollen Momente!

Moment mal, irgendwas passt da nicht

Die Saison ist morgen zu Ende und für die Bayern wird es auch höchste Zeit. Schaut man sich die aktuelle Verletztenliste an, pfeiffen die Münchner auf dem letzten Loch:

– Willy Sagnol (Knie)
– Lukas Podolski (Knie)
– Valerien Ismael (…)
– Owen Hargreaves (Pattellasehnen-Reizung)
– Bastian Schweinsteiger (Knie-Entzündung)
– Lucio (Adduktoren-Probleme)
– Daniel van Buyten (Wadenzerrung)

Die Liste an sich ist ja jetzt nicht so ungewöhnlich, die Probleme haben andere wohl inzwischen auch, aber bei uns fehlt die komplette Innenverteidigung!

Lucio, van Buyten und Ismael – alle krank.

Und jetzt?

Ok, mir fällt da spontan Aushilfs-IV Demichelis ein, aber sonst?

Kommt da tatsächlich mal wieder Mats Hummels ins Spiel?

Russische London-Pizza

Irgendwie kann mich diese Nachricht nicht überraschen.

Der FC Chelsea aus der englischen Premier League signalisiert angeblich Interesse an Stürmer Claudio Pizarro vom deutschen Rekordmeister Bayern München.

Nach Michael Ballack der zweite Bayern-Spieler der ablösefrei auf Abramowitschs Payroll wechseln würde. Konsequent ist das obendrein, denn die überhöhten Gehaltsforderungen waren ja einer der Hauptknackpunkte für die Nicht-Vertragsverlängerung von Pizarro beim FC Bayern. Neben seiner Ballverstolperei, Nichtanspielbarkeit und seinem nurkurzvorvertragsverhandlungenlaufenwollens.

Viel Spaß in der Premiere League, Claudio.

Das war knapp

FC Bayern TicketsMan kann nicht behaupten, dass man entspannt bleibt, wenn man Tickets beim/über/für den FC Bayern kauft.

Am Mittwoch sind die bei viagogo bestellten Tickets bei mir angekommen, nur leider bin ich berufstätig und fand somit am Abend nur eine Benachrichtungskarte vor.

Ehrlich gesagt, glaube ich nicht mehr daran, dass irgendwann einmal derlei Dinge bei unseren Nachbarn ankommen und ich somit defintiv immer wieder in diese Service-Wüste Post-Filiale Bonn-Beuel, Paketausgabe, hinten im Hof latschen darf. Es bediente mich zwar nicht Herr Post (ja, der heißt wirklich so), sondern sein Kollege – die Reinkarnation der Freudlichkeit war aber auch er nicht. Bis ich die Sendung „wichtiger Dokumente“ in den Händen hielt, habe ich immer noch befürchtet, dass irgendwas passiert oder schief geht.

Geschafft. München, Allianz-Arena – ich komme.

Die Ligashow – das Interview

So schnell kann das gehen: Vor 14 Tagen sprach ich noch über die Entwicklung in der Ligashow und das kaum noch Blogger zu Wort kommen und jetzt das: Neben Knut wurde auch ich mal wieder (zum dritten Mal) interviewt.

Ich habe mich ehrlich gefreut, als ich von Max die E-Mail mit der Interview-Anfrage erhielt und bekam sogar ein bißchen ein schlechtes Gewissen. Allein deshalb, weil man jetzt vielleicht denken könnte, mein Beitrag wäre so etwas ähnliches wie eine verkappte Bewerbung gewesen. Dem ist allerdings nicht so.

Von Knuts Interview habe ich übrigens erst beim Download des Podcasts erfahren – ist ja fast wie in den „guten alten Tagen“… 😉

Zum Gespräch: Erfrischend wie eh und je plauderten wir drei einmal mehr über den FC Bayern und seine aktuelle Entwicklung. Zwar gab es nichts zu quatschen über Meisterschaft und Championsleague, aber so kann auch ein Bayern-Fan mal eine ganz andere Seite zeigen – vielen Dank dafür.

Im Rahmen der Interview-Vorbereitungen fiel mir übrigens endlich mal auf, dass ich nach dem Umzug noch gar keinen Ligashow-Link platziert hatte. Wurde natürlich sofort nachgeholt.

Den Podcast gibt’s über iTunes oder über die Ligashow-Webseite.

Wer also mal an gesprochenen Statements von mir interessiert ist und die beiden ersten Interviews verpasst hat, sollte sich die aktuelle Ausgabe (Spieltag 34 Die Erste) downloaden.

Schon erstaunlich, der Torsten

Ich muss sagen, derTorsten hat mich mit seiner Entscheidung in Bremen zu bleiben schon ein wenig überrascht.

War doch sein Streben zur Deutschen Meisterschaft immer Antrieb für seine temporäre Vereinsliebe.

Wie lautet seine aktuelle Formel?

„Was bitte ist Geld im Vergleich zu Glück. Werder ist mein Leben, hier bin ich zu Hause.“

Blicken wir zurück: Frings spielte (als Profi, zuvor Aachen und Alsdorf) seit 01.1997 für Werder Bremen, wechselte 2002 zu Borussia Dortmund und zwei Jahre später für ein Jahr zum FC Bayern, um danach direkt wieder nach Bremen zu fliehen.

Sein Ziel war immer, die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen („Ich will Titel gewinnen“), deshalb wechselte er nach Dortmund und nach München. Wo gelang die Verwirklichung dieses Traums? Na klar…

Dabei hatte und hat es schon fast tragische Züge, dass Frings immer dann den Verein gewechselt hat, wenn sein alter Verein entweder kurz vorher, oder nachher eben diesen Titel gewann. So geschehen mit dem BVB 2002, Werder 2004 und dem FC Bayern 2006.

Seitdem er in Bremen weilt sind die Grün-Weißen ja auch nicht mehr in den Genuss der höchsten deutschen Weihen gekommen…

Als Werder-Fan sollte man allerdings Frings-Aussagen generell keine große Halbwertzeit beimessen, gibt es doch so einige Zitate aus seinem (Fußballer-)Leben – hier eine Auswahl:

„Werder versaut mir meine Karriere“ […] „Sie können noch so häufig versuchen, mich zu überreden. Selbst wenn wir Meister werden, würde ich nicht verlängern“

Frings im Jahre 2002, kurz vor seinem Wechsel zum BVB.

„Ich habe immer gesagt, dass ich zum FC Bayern möchte.“

Frings im Jahre 2004, kurz vor seinem Wechsel zum FC Bayern.

Und weiter…

„Das ist ein großer Schritt für mich, zum FC Bayern zu wechseln. Ich freue mich total darüber.“

Nun, die Liebe dauerte nur ein Jahr. Dann hatte Frings „keinen Bock“ mehr auf den FC Bayern und die bösen Medien dort. Sein Wechsel im Tausch mit Ismael war perfekt.

All das kann man jetzt gut oder schlecht finden. Wenn professionelle Fußballer, die mit ihrem Beruf Millionen verdienen, allerdings Worte wie Liebe und sonstige Gefühle ins Spiel bringen, bin immer extrem misstrauisch. Was ich übrigens jedem anderen (Fan) ebenfalls nur empfehlen kann.

P.S. Frings hatte seinen obigen Aussagen allerdings noch weitere hinzugefügt:

„Wir werden in den letzten zwei Spielen so einiges kicken“, sagt Frings. „Die Offiziellen aus Frankfurt können die Schale schon mal ins Taxi setzen.“

Soviel dazu.

Geldausgeben wie noch nie

Kaum ein Thema abseits des Titelkampfes in der Bundesliga, bewegte die Massen zuletzt mehr als die Spekulationen um mögliche Neuzugänge beim FC Bayern und wieviel Geld man denn auf den Markt werfen wolle.

Nun. Der FC Bayern (die FC Bayern AG) ist ein(e) (seriöses)r, (strukturiertes)r Verein (Unternehmen) und besitzt deshalb Gremien. Der Aufsichtsrat ist einer davon. Ausgaben muss dieser Aufsichtsrat genehmigen und deshalb sprach der Vorstand um Hoeneß, Rummenigge und Hopfner dort gestern vor.

Das vorgestellte Konzept und die vorgestellten Spieler entsprachen den Vorstellungen des Aufsichtsrates, der sogleich die Gelder freigab. Jetzt (erst) kann die Shoppingtour starten.

„Der Vorstand hat die Spielerwünsche präsentiert, und wir waren alle der Meinung: Jawohl, das ist der richtige Weg um in Zukunft wieder einen erfolgreichen FC Bayern zu erleben.“

Namen drangen keine nach aussen. Selbst der Kaiser hielt dicht. Fragt sich nur, ob das bis zu seiner nächsten B**D-Kolumne reicht… 😉

Am wichtigsten waren ohnehin die Aussagen von Hoeneß vom Wochenende, als er davon sprach, dass „die Bayern mitnichten bisher nur Absagen erhalten hätten und alle Spieler, die angesprochen wurden, auch zum FC Bayern kommen würden“.

Warten wir es ab. Nur noch 2-3 Wochen.

Na endlich!

Stürmer Roque Santa Cruz will den FC Bayern München verlassen.

Endlich – will ich hinzufügen!

Sein Abschied sei „ziemlich sicher“, ließ der Paraguayer nach dem heutigen Training verlauten. Erster Interessent sei der spanische Erstligist Betis Sevilla. „Betis will mich unbedingt. Sie strengen sich sehr an, dass ich dort hingehe, ohne viele Fragen zu stellen“

Das wäre auch besser, denn wenn Sevilla zu viele Fragen stellt, oder gar eine DVD-Reihe „Best-of-Roque“ anfordert, wird der bei uns tatsächlich noch zum Ladenhüter!

Herr Hoeneß, unterzeichnen Sie!

Enttäuschte Liebe

Der Arme.

Marcel Jansen ist enttäuscht von seiner ersten großen Liebe. Der Borussia. Aus Mönchengladbach.

Für aufmerksame Breitnigge-Leser ist das keine Neuigkeit, habe ich doch über die Transfer-Taktik des Absteigers schon berichtet.

Zu seiner persönlichen Situation sagte Jansen, der seit 13 Jahren für Mönchengladbach spielt: „Der Großteil des Clubs ist für mich nur noch ein Berufsverhältnis. Es ist viel von meiner Liebe verloren gegangen.“

Warum? Jansen prangert die Transferpolitik des Vereins an – nicht zu Unrecht, wie ich meine. Aber auch darüber wurde schon berichtet, nicht nur hier.

Die Gerüchte verdichten sich, dass MJ definitv die Gladbacher verlassen will/wird. Ob das Ziel der FC Bayern ist, steht noch nicht fest. Zumindestens wird noch nicht dergleichen bekanntgegeben…

Es bleibt spannend.

Update: Wie ich gerade gelesen habe, „favorisiert Jansen Bayern München“. Na dann.