„Claudio ist ein großer Schlawiner. Wenn einer das schaffen konnte, dann er. Wir sind zufrieden mit ihm, weil er einer ist, der immer Unruhe macht.“
Rummenigge über Pizarro, möglicher 2-facher Weltpokalsieger.
Weisheiten #261
„Das ist ein wunderschöner Abschluss für seine Trainerkarriere. Ich wünsche ihm als Freund, dass er das jetzt auch noch genießt, dass er sich als einer der wenigen von uns zurücklehnen kann, sich immer wieder die Höhepunkt der Saison auf Video anschaut, ein Glas Wein dabei trinkt und sagen kann: Das hab ich doch ganz gut gemacht beim FC Bayern.“
Uli Hoeneß, Jupp-Freund
BL 2013/14 #16 FC Bayern – Hamburger SV
Spiel: FC Bayern – Hamburger SV
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Hamburg
Saison 2012/13
30.03.2013 FC Bayern – Hamburger SV 9:2 (5:0)
Von Ex-Angstgegnern und Nicht-Meisterschaften
Was war das für eine Serie. 2005 ging es los. In Hamburg. Aber auch die Heimspiele. Eins schlimmer als das andere. Zwei Niederlagen, zwei Remis zwischen 2006 und 2008. Erst Anfang 2010 die Erlösung. Erlösung auch von jeder Menge Häme aus der hanseatischen Fan-, Blogger- und Twitterer-Ecke.
All dies scheint Lichtjahre entfernt. Die letzten Heimspiele gegen den SV aus Hamburg: 1:0, 6:0, 5:0 und am Samstag eben… 9:2! Ein epochales Spiel, ein Ergebnis wie ein Donnerhall. Einerseits. Andererseits sind diese Werte so dermaßen verwirrend, dass man sich kaum vorstellen mag, was passiert wäre, wenn die Bayern in HZ1 ihre zusätzlichen Chancen genutzt und den berechtigten Elfmeter bekommen hätten. Ich schätze mal – insofern wir voraussetzen, dass unser Torhüter seine Pfosten bei Eckbällen (nach Chelsea und Arsenal) endlich(!) einmal abdecken lassen würde – 12:0, 15:0?
Diese Zahlen klingen so albern, dass man sich kaum vorstellen kann, dass das Spiel wirklich so hätte laufen können. Warum nur? Weil die Bayern dieses Spiel ernst genommen haben. Und die Hamburger schlichtweg überfordert waren. Einige Hamburger – besonders in der Defensive – hätten sich sicherlich beim Binden der Schnürsenkel die Finger gebrochen. Es gibt solche Tage. Wenn man top motivierte Bayern einfach mal über die volle Distanz spielen lässt, dann kommt halt so etwas dabei heraus.
Was Fink, Arnesen, oder wer noch so alles was beim HSV zu sagen hat, daraus machen, soll nicht meine Sorge sein, ich schaute einfach nur über die volle Distanz mit offenem Mund diesem Treiben auf dem Münchner Rasen zu. Mit wachsender Begeisterung. Diese Begeisterung hatte fast ausschließlich mit meiner Mannschaft zu tun, Häme war mir hier völlig fremd. Wozu auch? Wenn das eigene Team mit solcher Inbrunst mit dem Gegner Katz und Maus spielt, überstrahlt die Freude darüber alles.
Erwähnen sollte man nämlich ferner, dass ich eine derartige Leistung, ob des HSV (zweimal gegen den BVB gewonnen in dieser Saison!), unserer 1b-Elf auf dem Platz, Juventus und der – an diesem Abend – nicht zu gewinnenden Meisterschaft im Kopf, nicht erwartet hätte. Ehrlich. Und zunächst sah es ja – bis zur 20. Minute auch danach aus. Zwar führten wir, dank einer sehr guten Einzelleistung des Sportkameraden Shaqiri, verdient und früh mit 1:0, aber danach vermochte es der HSV, kein weiteres Tor zuzulassen. Oder lag auch dies an uns? Wie auch immer. Mit dem 2:0 brachen alle Dämme. Überhaupt war dieses Tor sinnbildlich für das Spiel. Die Bayern frischer, die Bayern schneller, die Bayern mit aller Macht und Konsequenz, die wir Fans uns in allen Spielen dieser Saison gewünscht hätten. Aber gut, es sind Menschen.
Saison 2011/12
20.08.2011 FC Bayern – Hamburger SV 5:0 (3:0)
Der 71-Prozent-Robben oder Mitleid mit den Hanseaten
Ich war mehr als überrascht. Aber phasenweise hatte ich im Laufe der ersten Halbzeit unseres Heimspiels gegen den hanseatischen SV aus Hamburg Mitleid. So hilflos agierte unser Gegner. Für möglich gehalten hätte ich derlei Emotion nicht mehr. In meinem Fußballfan-Leben. Man lernt immer wieder hinzu.
Und die aktuelle Serie gefällt mir auch mehr als gut. Kunststück. Die davor war schließlich übel genug.
Seit zwei Jahren (oder vier Spielen) hat der HSV kein Tor mehr gegen uns geschossen. Wir hingegen zwölf erzielt. Drei Heimspiele in Folge insgesamt zwölf zu null gewonnen.
Aber kommen wir mal zum gestrigen Spiel.
Viele waren vor dem Anpfiff mehr als irritiert. Über DonJupps Schachzug. Mit van Buyten und Timoschtschuk. Ich auch. Und in den Tagen zuvor erst. All der Frust über die möglicherweise erneut verletzten Robben und Ribéry.
Und dann das.
Freistoß Robben, Kopfball van Buyten, Ribéry, Traumtor Robben. Ferner Pfosten Gomez, Müller und Alleingang Müller.
Ein sechszunull wie in der Vorsaison schien schon zur Halbzeit möglich.
Zur allgemeinen Überraschung traten die Oenning-Kicker zum zweiten Abschnitt an und die Bayern gewährten ihnen – wie schon in HZ1 – fünf Minuten Mitspielrecht.
Für einige wird all das überheblich klingen. Vor allem für einige HSV-Fans. Aber die können das Spiel nicht gesehen haben, denn es war tatsächlich so dermaßen eindeutig dass es weh tat. Vor allem den Hanseaten.
Andererseits. Selten war eine Mannschaft so im Umbruch wie dieser HSV. Ok, vielleicht jedweder Magath-Verein nach dessen Verpflichtung, aber sonst?
Buchstäblich der halbe Kader wurde ausgewechselt. Und mit jungen Nachwuchskräften zusammengewürfelt. Das bekannte Ergebnis kommt da vielleicht doch nicht so überraschend.
Sei es drum.
Saison 2010/11
12.03.2011 FC Bayern – Hamburger SV 6:0 (1:0)
So macht das keinen Spaß, liebe Hamburger oder Nicht meine Südkurve
Was gab es in der jüngeren Vergangenheit nicht für Spiele gegen den HSV. Mit ebenso glücklichen wie unverdienten Siegen oder Punktgewinnen für den HSV.
Und dann so ein Kick wie am Samstag? Nein, liebe Hamburger, so machen Siege gegen Euch keinen Spaß. Wenn Ihr Euch so dermaßen aufgebt.
Und Häme liegt mir so natürlich auch fern. Vor allem gegenüber den üblichen Verdächtigen. Aber auf einen Verein, der so dermaßen am Boden liegt, da tritt man nicht drauf. Da hat man Mitleid. Auch wenn es sich der HSV größtenteils selbst zuzuschreiben hat, dass man – nach außen, wie nach innen – so desolat auftritt.
All dies sind allerdings nicht meine Sorgen. Und das ist gut so. Wir haben eigene. Und die sind auch nach einem 6:0-Sieg nicht kleiner geworden.
Aber der Reihe nach.
Zunächst sah es ja so aus, wie man beide Mannschaften nach dieser lahme-Enten-Woche auch erwarten konnte. Schlimm.
Und ja, das Spiel ist jetzt schon ein paar Tage her, aber wieso sollte ich vergessen, wie schlecht z.B. die Sportskameraden Lahm, Schweinsteiger, Kroos und Pranjic gespielt haben?
Es ist sicher eine Leistung, wenn man 100 Spiele am Stück absolviert. Aber wie wäre es, wenn wir mal die Sichtweise drehen und darüber nachdenken, ob es vielleicht schlicht und einfach nur einen Grund gibt, weshalb unser “Kapitän” Lahm so lange auf dem Platz stand: Fehlende Alternativen.
Meiner Meinung und Beobachtung nach kann der Leistungsgedanke hier schon lange nicht mehr der Gradmesser für eine Position in der Startelf sein. Übel, was derPhilipp sich da in der ersten Halbzeit so für Fehlleistungen erlaubt hat.
Nicht weniger schlimm der Auftritt von Herrn Kroos. Ich kann mich – bis die Mannschaft durch den Dreifach-Robben euphorisiert wurde – kaum an gelungene Situationen unseres Ex-Leihspielers erinnern. Wie kann man nur so viel Power und Qualität nach einer Ausleihe verlieren? Mir unbegreiflich.
Sein Pendant Schweinsteiger war zwar bemüht, aber viel besser als zuletzt war das Gezeigte nun doch erneut nicht. Und somit stand dem Krisen-HSV in der Anfangsphase – wie fast jedem Gegner der letzten Wochen – Tür und Tor offen auf unseres zu marschieren. Was man auch ausgiebig tat. Allein die eigene Hilflosigkeit verhinderte einen Rückstand für die van-Gaal-Kicker.
Herr Pranjic erwähne nicht noch einmal gesondert – alles wie immer.
Positiv – und das ist eben bemerkenswert – stach unsere Innenverteidigung heraus!
Natürlich hatten Herr van Buyten und Herr Gustavo noch nie zusammen gespielt (wie auch – als der eine zuletzt in der Startelf stand, war der andere noch gar nicht im Verein), aber zum einen die Harmlosigkeit und Fehlende Wendigkeit der Hamburger (van Buyten) und die eigene aktuelle Stärke (Gustavo) waren am Samstag eine gute Mischung. Gut. Oder zumindest besser als andersherum.
Weisheiten #259 + 1
„Natürlich ist der Titel möglich! An den Zahlen sieht man, dass wir eine sensationelle Saison spielen, allerdings gibt es inzwischen ein Bayern München auf einem nie da gewesenen Niveau. Die haben es letztes Jahr auf 91 Punkte gebracht und liegen jetzt von ihrem Punkteschnitt sogar noch drüber. Das ist Wahnsinn.“
Simon Rolfes, begeistert.
BL 2013/14 #15 Werder Bremen – FC Bayern
Spiel: Werder Bremen – FC Bayern
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Bremen
Saison 2012/13
29.09.2012 Werder Bremen – FC Bayern 0:2 (0:0)
Harmlose Hühner. Bissige Bayern.
Die Bayern waren am Wiesenhof, äh im Weserstadion zu Gast. Gegen kein anderes Team hat der FC Bayern in der Historie so eine schlechte Bilanz. Liest und hört man so. Stimmt, glaube ich, auch. Noch. Denkt man nämlich an das Spiel am Samstag zurück, kann es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich diese Statistik nachhaltig verändert. Nicht weil ich auf dem Höhenflug wäre ob der aktuellen Erfolgsgeschichte, oder einfach nur arrogant bin, nein, es hat sich grundsätzlich etwas verändert im Verhältnis zwischen Bremen und München.
War Werder noch vor wenigen Jahren auf Augenhöhe mit uns, so trennen uns inzwischen Welten. Woran man das merkt? Das es Bremen fertig brachte, in einer ersten Halbzeit, die von uns nun wirklich nicht berauschend war, keinen einzigen – zählbaren – Torschuss abzugeben. Sicher, die Bayern waren auch nicht wirklich erfolgreicher, aber die Bayern ließen es offenbar locker angehen und hatten trotzdem eine Handvoll Chancen, die man nur – erneut – nicht nutzte. Das ist ein Unterschied.
Und welchen Unterschied es wirklich zwischen den Nordlichtern und uns gibt, sah man in HZ2 als die Bayern das Spiel für sich entschieden.
Auch hier: Ja, auch Werder wurde phasenweise aktiver und es waren erneut hervorragende Einzelleistungen, die die Waagschale in unsere Richtung kippen ließen, aber signifikant ist doch immer der Unterschied zwischen Wollen und Können, oder?
Bayern wollte zunächst nicht, Werder konnte zumeist nicht.
Was haben wir uns früher Sorgen gemacht. Wenn wir gegen den SVW spielen, gar zum Auswärtsspiel antreten mussten. Es ging mindestens hin und her. Siege wechselten sich mit Niederlagen ab. Am Samstag hatte ich ein ganz anderes Gefühl. Sicherheit. Die Sicherheit, dass wir das schon irgendwie gewinnen würden. Und das ist das größte Wunder, die größte Veränderung zu den letzten Jahren. Das alte Bayern-Gen. Oder wie man es auch immer nennen will.
Saison 2011/12
21.04.2012 Werder Bremen – FC Bayern 1:2 (0:0)
Wenn wir wollen, machen wir Euch platt, mein lieber Willi.
Selten zuvor war mir der Ausgang eines Gastspieles meines FC Bayern in Bremen egaler.
Ich hätte mit einem Remis oder gar einer Niederlage leben können. Allein, um alle relevanten Spieler für das Championsleague-Halbfinale gegen Real am Mittwoch in Madrid in die größtmögliche Form zu bringen.
Meine Wünsche wurden weitestgehend erhört. Und all denen, die diesbzgl. im Vorfeld von “Wettbewerbsverzerrung” faselten sei gesagt:
Neuer, Schweinsteiger, Müller?
Dazu noch fünf weitere Nationalspieler aus Brasilien, Kroatien und der Ukraine?
Aber lassen wir das.
Ich war – wie erwähnt – neutral. Bis, ja bis ich die Übertragung einschaltete und unseren Freund Willi Lemke von dem Sky-Mikro erleben durfte. Murmeltiertag. Es ist Heimspiel gegen die Bayern und der Willi darf endlich auch mal wieder ins Fernsehen. Ein wohliger Hauch von eigener – erfolgreicherer – Vergangenheit. Ach, der Willi. Immerhin dient er noch dazu, dass man seine Neutralität für ein so dermaßen unwichtiges Spiel komplett vergisst.
Urplötzlich war mir der Ausgang ganz und gar nicht mehr egal. Ich wollte, dass wir es diesem s**************n D*******n doch noch einmal zeigen. Zu dumm, dass zu diesem Zeitpunkt die B-Aufstellung schon fest stand.
Dann das Spiel. Und die Verwunderung, dass die Bremer mit ihrer aktuellen Elf tatsächlich noch schwächer waren als unsere überwiegenden Ersatzbank-Kräfte (jaja, ich weiß, ein Widerspruch zu meinem Widerspruch von oben). Darüber würde ich mir Sorgen machen, mein lieber Willi. Aber gut, Hauptsache man “wollte in diesem Spiel den Grundstein legen für eine Europapokalteilnahme”. Gegenfrage Herr Lemke: Was hat solch’ eine Mannschaft in der Europa-League verloren?
Nein, da sind mir Teams wie Schalke oder gar Hannover doch ‘zig mal lieber.
Nicht unsere Baustelle.
Saison 2010/11
29.01.2011 Werder Bremen – FC Bayern 1:3 (0:0)
Von Eigentoren, Handelfmetern und fliegenden Holländern
Wenn ich Bremen-Fan wäre, würde ich mich nach dem Gastspiel der Bayern über ein paar Dinge aufregen:
Den Schiedsrichter, der nicht nur einen Handelfmeter nicht gegeben hat sondern auch sonst – gefühlt – nicht unbedingt auf Seiten der Heimmannschaft war.
Das Pech, das man sich gegen einen übermächtigen Gegner mehr oder weniger selbst geschlagen hat.
Vor allem würde mich aber aufregen, dass meine Mannschaft – obwohl sie wie ausgewechselt nach dem Köln-Desaster agierte – es nicht geschafft hat, diese bayerische Mannschaft zu schlagen.
Es wäre an diesem Samstag möglich gewesen.
Wenn Werder nicht so dermaßen in einer Krise stecken würde und die Bayern nicht so arg viel Potential hätten.
Als Bayern-Fan kann mich all dies natürlich nicht kratzen. Gegen kaum einen anderen Gegner – außer vielleicht die Lauterer, machen Siege soviel Spaß. Und wenn dann auch nicht Fehlentscheidungen wie der nicht gegebene Handelfmeter eine Rolle spielen, hüpfe ich vor Freude an die Decke.
Wieso?
Weil ich über so, so viele Jahre immer und immer wieder das Gejammer a la Schaaf und Allofs in den Ohren hatte. Über diese bösen Schiedsrichter. Und weil ich dann immer und immer wieder meine (inzwischen nicht mehr ganz so aktuelle) Lieblingstabelle hervorholen kann.
Für mich ist das ein
innerer Reichsparteitag (ich darf das doch so sagen, oder? Bin schließlich nur Blogger und nicht beim Fernsehen).steter Quell der Freude.Das aber nur am Rande.
Das es einen Handelfmeter gegen die Bayern hätte geben müssen, da sind wir uns ja sicherlich einig. Auch wenn ich das erst in der Wiederholung (vor allem von hinter dem Tor) so sehen konnte. In realer Geschwindigkeit hatte man noch den Eindruck, dass Gustavo einfach nur schnell die Hand wegzog.
Ist aber egal.
BL 2013/14 #14 FC Bayern – Eintracht Braunschweig
Spiel: FC Bayern – Eintracht Braunschweig
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: keine Spiele gegen Braunschweig
Saison 1984/85
FC Bayern – Eintracht Braunschweig 3:0 (2:0)
Saison 1983/84
FC Bayern – Eintracht Braunschweig 6:0 (1:0)
Saison 1982/83
FC Bayern – Eintracht Braunschweig 1:1 (1:0)
Weisheiten #259
„Ich liebe solche Spiele in so einem Stadion mit dieser Atmosphäre. Von mir aus spielen wir jede Woche gegen Dortmund. Das ist ein Supergegner.“
Arjen Robben, BVB-Fan & Ex-Sündenbock.
BL 2013/14 #13 Borussia Dortmund – FC Bayern
Spiel: Borussia Dortmund – FC Bayern
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Dortmund
Saison 2012/13
04.05.2013 Borussia Dortmund – FC Bayern 1:1 (1:1)
Fortsetzungs-Roman oder Tikitaka war Mittwoch
Selten zuvor war ein Spiel zwischen meinem FC Bayern und der Borussia aus Dortmund belangloser. Was man so hörte. Nun ja. Selten zuvor wurde ein Spiel in Deutschland wie das anstehende Championsleague-Finale so hochgejazzt. Zwischen dem FCB und eben dem BVB. Den Meistern der letzten vier Jahre. Ich bin – aufmerksame Leser meines Blogs werden es wissen – weniger extrem.
Ich will einfach nur jedes Spiel gewinnen. Ob Championsleague-Finale oder Durchschnittskicks mit aufgebesserten B-Elfs im Westfalenstadion. Es kam anders. Selten zuvor konnte ich diesen Umstand aber besser ertragen als nach dem Spiel am letzten Samstag. Vielleicht mein Beitrag zur allgemeinen Hysterie rund um “Wembley”. Der Reihe nach.
Unser Trainer machte keinen Unterschied zwischen Nürnberg, Hannover, Freiburg oder Dortmund. Er rotierte was das Flipchart hergab. Klar, der BVB auch, allerdings frug ich mich, wofür er dies tat? Wann stehen die entscheidenden Spiele der Saison an? Ende Mai? Anfang Juni? Und das sind noch 3-4 Wochen? Spielen wir jetzt noch englische Wochen bis zum Schluss?
Augsburg zu Hause und in Gladbach. Samstags um 15:30. Wie der Rest der Bundesliga auch. Mhm. Klar, wir hatten Barcelona (BARCELONA!) am Mittwoch, aber war unsere A-Elf tatsächlich so kaputt und fertig, dass es für eine Startelf in Dortmund nicht gereicht hat? Weder Schweinsteiger noch Martinez? Beide angeschlagen? Es mag in der Liga zwar mit dem zweiten Anzug laufen wie geschnitten Brot, aber der BVB ist – offensichtlich – inzwischen eine andere Hausnummer. Den schlagen selbst wir in dieser Rekordsaison nicht im Vorbeigehen.
Der Eine oder Andere wird nun einwerfen, weshalb ich das so kritisch sehe und das wir doch längst Meister sind und die Saison so oder epochal in die Geschichte eingehen wird und DonJupp mit seiner Aufstellung schlichtweg kein (Verletzungs)Risiko eingehen wollte, etc, etc.
Saison 2011/12
11.04.2012 Borussia Dortmund – FC Bayern 1:0 (0:0)
Schwarzgelbe Ära oder Rabenschwarzer Robben
Ich bin immer noch leer. Irgendwie. Aber es hilft ja nix. Also fangen wir an.
Eine Niederlage entscheidet keine Meisterschaft. 34 Spieltage sind da schon eher ein Brett. Aus genau diesem Grunde kann man dem Sportskameraden Arjen Robben hier auch nicht den verlorenen Titel ankreiden.
Zielführend wäre eher, zu erwähnen, dass er uns in den letzten Spielen mehrfach den Arsch gerettet hat, damit wir überhaupt in diese “Endspiel”-Situation gegen den BVB kommen konnten (Torvorlage gegen Mainz, Siegtreffer in Nürnberg, etc.).
Natürlich ist das übel, dass Robben a) vor dem 0:1 zu langsam vom Pfosten wegläuft und somit das klare Abseits von Lewandowski aufhebt, b) den Elfer derart läppisch in die Arme von Weidenfeller schiebt und c) drei Meter und frei vorm Tor kurz vor Schluss den Ball nicht über die Linie drückt.
Das hatte was von Gomez EM 2008.
Womit wir beim Thema wären.
Robben war zwar gestern an drei Szenen beteiligt, die allein das Spiel entscheiden hätten können, aber was kann er dafür, dass wir jetzt in zwei Spielen gegen den BVB – die zwingend Remis enden müssen – als Verlierer vom Platz gehen?
Beim Hinspiel hätte Herr Boateng einfach den Überblick behalten können, damit Herrn Götze der Ball nicht knapp vor dem Tor vor die Füße fällt und er ihn mit der Picke in unser Verderben zimmert.
Ferner hätten seine 10 Spielkameraden schon in Halbzeit 1 eine derartige Leistung wie über die meiste Zeit des zweiten Spielabschnitts zeigen dürfen.
Wobei, Halt, es sind ja nun die immer gleichen Phrasen. War Dortmund in HZ1 zu stark und hat die Bayern in HZ2 einfach machen lassen? Oder war es schlicht und einfach anders herum?
Saison 2010/11
03.10.2010 Borussia Dortmund – FC Bayern 2:0 (0:0)
So gewinnt der FC Durchschnitt keinen Blumentopf
Was ist der Unterschied zwischen dem heutigen Spiel in Dortmund und dem letzten?
Ribéry und Robben.
Das klingt platt, ist aber so gemeint.
Dem aktuellen FC Bayern fehlt es an offensiver Inspiration, an Geschwindigkeit, an Anarchie vor dem Tor.
Kurz, an allem, was Ribéry und Robben auszeichnet.
Den Kollegen, die die beiden vertreten, fällt diesbezüglich nichts, aber auch gar nischt ein.
Und hinten gibt es in jedem Spiel immer und immer wieder einen Kollegen, der den üblichen Bock schießt und somit seine Mannschaft auf die Verliererstraße bringt.
Die berühmt-berüchtigte Bayern-Philosophie “lass die hinten mal offen wie ein Scheunentor sein, wir machen vorne schon unsere Buden” ist tot.
Wie soll das auch gehen, wenn wie aus dem Nichts ein Mario Gomez zum Gastspiel in Dortmund der Hoffnungsträger ist?
Sicher, er machte seine Sache mehr als gut, war fast noch bester Münchner auf dem Platz der ersten Halbzeit. Vor allem, weil man ihm anmerkte, dass es besser wurde, je länger er machen durfte. Aber von Mario zu erwarten, dass er sämtliche zwei, drei Chancen eiskalt verwandelt – nach dieser Vorgeschichte? In dieser Saison?
Also bitte.
Andererseits hätte es den BVB der zweiten Halbzeit wohl nicht gegeben, wenn Gomez getroffen hätte.
Wir werden es nicht erfahren. Stattdessen wurde Herr Demichelis zum besten Borussen. Was für ein “Comeback”. Unfassbar. Ob van Buyten den Ball vor dem 0:1 genauso im eigenen Strafraum zum Gegner geköpft hätte? Wahrscheinlich. Also drehen wir uns ohnehin im Kreis. Sein Handspiel vor dem Traumfreistoß zum 0:2? Geschenkt.
Weisheiten #258
„Mickinochwas.“
Joachim Löw, BVB-Insider.
Von Wagenburgen, Medien, Tränen, dem Mob. Und Uli.
Eigentlich hatte ich Hoffnung. Hoffnung, dass inzwischen jeder alles zum Thema Ulrich H., Präsident der FC Bayern e.V. gesagt hatte. Falsch gedacht. Natürlich hatte auch ich mich schon geäußert. Damals, als die Gerüchte um seine Steuerhinterziehung auftauchten. Im Mainstream, im Boulevard, unter den Fans.
Inzwischen sind aus Gerüchten Fakten geworden. Die Staatsanwaltschaft München hat ermittelt und Anklage gegen unseren Präsidenten erhoben, das Gericht ließ – nach einer entsprechenden Einspruchsfrist für die Verteidigung – die Anklage inzwischen zu, der Prozess wird im März 2014 stattfinden. All diese Daten erzeugten keinen vergleichbaren… Shitstorm wie im April 2013. Ich hatte Hoffnung. Das wir mit diesem Thema seriös umgehen könnten. Und keine Stellvertretergefechte austragen, keine, teilweise lebenslangen Ressentiments ausgraben müssten. Und dann kam es dieser Woche zur FC Bayern Jahreshauptversammlung. Diese Veranstaltung ließ offenbar niemanden kalt. Die Reaktionen außerhalb des FC Bayern Biotops waren dann auch meine größte Motivation mal wieder in die Tasten zu hauen. Und ich war hier nicht der einzige langjährige Bayern-Fan, der das so sah.
Aber der Reihe nach. Am Montag gab ich dieses Interview auf Sport1.fm. Meine Zeit ist begrenzt, aber wenn man mich nett fragt und mir die Möglichkeit gibt, derlei in meinen Alltag zu integrieren, dann sage ich schon mal zu. Im Gegensatz zu meiner Erinnerung an obigen Beitrag, die ich im Interview zum Besten gab, hatte ich damals tatsächlich andere Meilensteine im Hinterkopf. Meilensteine, wann ich(!) denke, dass Hoeneß wie handeln sollte.
#1 Steuerhinterziehung ist strafbar. Für Alle. Auch für einen Uli Hoeneß.
#2 Hat sich Uli Hoeneß der Steuerhinterziehung strafbar gemacht, gehört er betraft.
#3 Ob sich Uli Hoeneß strafbar gemacht hat, sollte ein Richter entscheiden.
#4 Sollte Uli Hoeneß rechtswirksam verurteilt werden, muss er – meiner Meinung nach – von all seinen Ämtern beim FC Bayern zurücktreten.
#5 Ob Uli Hoeneß schon jetzt oder zumindest vor einer rechtskräftigen Verurteilung von seinen Ämtern zurücktreten sollte, entscheiden allein er oder die Gremien der AG und des Vereins.
#6 Ob der FC Bayern hier an einer Straftat beteiligt war oder davon profitierte, muss auf jeden Fall von den Ermittlungsbehörden oder in einem möglichen Gerichtsverfahren rückhaltlos aufgeklärt werden.
Inzwischen – und so habe ich mich am Montag auch geäußert – hätte ich(!) es angemessen gefunden, wenn Hoeneß schon nach Zulassung seiner Anklage „das eine oder andere Amt“ hätte ruhen(!) lassen. In erster Linie würde ich hier den Posten Aufsichtsratsvorsitzenden sehen. Vor allem, weil bei ähnlichen Vergehen – in der freien Wirtschaft – eine Person in seiner Position längst gegangen worden wäre. Wie gesagt, dass hätte ich(!) mir gut vorstellen können. Ob er oder unser Aufsichtsrat sich das vorstellen können, müssen sowohl er als auch die Aufsichtsratsmitglieder (vor allem gegenüber der eigenen DAX-Konzernbelegschaft) entscheiden und begründen.
Nicht mein Bier.
Mein Bier ist meine Einstellung zu Hoeneß.
Als ein Uli Hoeneß Manager des FC Bayern wurde, war ich schon Fan dieses Vereins. Gleichwohl ist der FC Bayern imho sehr stark mit der Person Uli Hoeneß verbunden. Für mich war und ist Hoeneß immer eine der Konstanten beim FC Bayern und für mich als Fan gewesen. Er war halt immer da. Und war der Vater des Erfolgs, der „Erfinder“ des neuen FC Bayern, der sich emporschwang und über Jahrzehnte zu einem der größten Fußballvereine Europas, wenn nicht der Welt wurde. Solch ein gemeinsamer Weg schweißt zusammen. Und wenn man so eng verbunden ist, dann fällt einem eine Trennung immer schwer.
Eine Trennung, eine Abkehr von Hoeneß, die am heutigen Tag einigen anderen Bayern-Fans ganz und gar leicht fiel. Innerhalb weniger Stunden. Nachdem unser Präsident dem FC Bayern seit 1970 als Spieler, Manager und Präsident immerzu und vorbildlich gedient hat (nein, ich will jetzt nicht über Ultra- und Fanproblematiken reden). Klar, seit heute wird man sich als Anhänger der Münchner für solche Sätze immer rechtfertigen müssen, weil diejenigen, die Hoeneß und den FCB ohnehin noch nie leiden konnten jetzt – endlich – die Munition erhalten haben, auf die sie – teilweise ein Fan-Leben lang – gewartet haben. Dieser Sturm wurde für mich phasenweise so unerträglich, dass ich Twitter & Co. für Stunden schließen musste – ein echtes Novum für mich.
An diesen Worten hat sich in den letzten Monaten Null-Komma-Null geändert. Deshalb auch das 1:1-Zitat. Für mich ist es kein Widerspruch, dass ich einerseits inzwischen den Funktionär Hoeneß differenter beurteile als den Menschen. Blenden wir all die (bis zum Beweis des Gegenteils) hanebüchenen Geschichten des Boulevards aus (hunderte Millionen auf Schweizer Konten, etc.), dann hat Hoeneß durch seine Selbstanzeige eingeräumt, dass er Steuern hinterzogen hat. Punkt. Dies ist eine Straftat. Es gibt in unserem Rechtsstaat aber seit einiger Zeit die Option der Selbstanzeige. Durch dieses Instrument begleicht der geständige Steuersünder seine Schuld und geht straffrei aus. Ich halte dies für ein legitimes Mittel. Denn damit kommt ja das Geld wieder in die Staatskassen, welches durch die Hinterziehung fehlte und welches „der Staat“ dann nicht für Kinderspielplätze, -Betreuung & Co. investieren kann (das Lieblingsargument der Hoeneß-/Steuerhinterzieher-Bewerter). Alles richtig. Aber – Achtung – Meinung, ggf. Polemik – Steuerhinterziehung ist für mich(!) „weniger schlimm“ als jemandem körperliches Leid zuzufügen. Einzelne erwecken ab und an den Eindruck, Hoeneß hätte genau dies getan. Schlimm.
Und mal ganz ehrlich, lieber Leser dieses Blogbeitrages: Noch nie im Rahmen einer Steuererklärung das Finanzamt um Geld erleichtert? Wirklich nicht? Ganz, ganz ehrlich?! Soso. Wo ist der Unterschied zwischen einem „ganz normalen“ Steuersünder und einem Hoeneß? Die Summe. Welcher „normale“ Steuerzahler schafft es – in seinem gesamten Leben – so viel Geld zu verdienen, wie Hoeneß hier offenbar hinterzogen hat? Wohl kaum jemand. Deshalb ist diese Story für die Medien, das Boulevard, schlicht die gesamte Öffentlichkeit so interessant. Und ja, natürlich ist das nur die Hälfte der Wahrheit. Denn nicht minder entscheidend bei der aktuellen Einschätzung der Akte Ulrich H. ist ja auch die Tatsache, dass er – Zeit seines Fußballer-/Manager-Lebens – ein Mahner war. Ein Kritiker der Auswüchse des modernen Fußballs, ein Moralist.
Das passt nicht zusammen. Irgendwo natürlich auch nicht (mehr) für mich. Logisch, ich bin ja nicht komplett meschugge. Und dann seine Tränen auf der jetzigen JHV. Da brach der Mob sich Bahn. Verteidigungsstragie! Eine üble noch dazu. Was sollen diese Krokodils Tränen?! Was soll diese schwachsinnige Rede? „Sportpalastrede“ (ich setze hier bewusst keinen Link)!
Hui. Sind wir also nicht nur auf der Fäkalebene angekommen, nein, jetzt werden auch schon NS-Vergleiche herangezogen? Ich bin raus.
Auch dies habe ich ja im Interview erwähnt – ich unterhalte mich seit Monaten (seit April) nicht mit Außenstehenden über das Thema Hoeneß. Mit Außenstehenden sind hier Personen gemeint, die mit mir über mein Verhältnis (oder die Aufgabe dieser Beziehung) zu Hoeneß diskutieren wollen, die nicht verstehen können, wie man noch Fan eines solchen Vereins sein kann. Tja. Dann lasst es auch besser. Also mich dazu zu bewegen (s. oben).
Ganz ehrlich – für mich waren die Tränen von Hoeneß nicht… inszeniert. Warum sollte er so was machen? Für seine Verteidigung? Macht euch nicht lächerlich. Welcher Richter würde derlei in seinem Urteil berücksichtigen? Ausgerechnet diese Strafkammer? Ausgerechnet diese Staatsanwälte, die Hoeneß nach dem Breno-Prozess ohnehin nicht mehr, sagen wir mal „wohlgesonnen“ waren? Ausgerechnet diese Strafermittlungsbehörde, die – in der Geschichte der BRD einmalig, oder? – Details über seine Selbstanzeige durchsickern ließ?
Nein, Hoeneß war – und das nehme ich ihm ab – wirklich emotional berührt. Kann sich irgendjemand eventuell vorstellen, dass die Story seit Monaten in ihm arbeitet und er sich ansonsten in der Öffentlichkeit nur besser unter Kontrolle hat? Ja, natürlich ist Hoeneß ambivalent. Ich verstehe auch nicht, was ihn dazu treibt, in seiner jetzigen Situation noch Wetten auf eine Niederlage der Dortmunder in Wolfsburg zu platzieren. Damit macht er viel mehr an „Verteidigung“ kaputt, als er durch Tränen auf einer JHV erreichen könnte. Nur mal so.
Wie geht es jetzt weiter?
Je mehr Anfeindungen Hoeneß widerfahren, desto geschlossener werden die bayerischen Reihen sein. Punkt. Abgesehen natürlich von den Bayern-Fans, die sich inzwischen von Hoeneß verabschiedet haben. Auch gut. Muss jeder selber wissen. Ich bin dazu noch nicht in der Lage. Ich warte immer noch das Urteil ab. Lasst mich.
Je öfter Details von Hoeneß bekanntwerden, wie die Wette gegen Dortmund, wie so eine außerordentliche HV nach dem Urteil, wo ihm doch jetzt schon klar sein muss, dass er als verurteilter, inhaftierter(?) Steuerhinterzieher wohl kaum noch den FC Bayern als Präsident führen kann, desto mehr schadet er imho seiner Verteidigung. Keine Ahnung, ob es _jetzt_ noch Sinn macht, doch Ämter ruhen zu lassen, nieder zu legen. Echte Reue sähe anders aus, oder?
Je öfter und intensiver Fans, Leser oder ganz normale Menschen in der näheren Zukunft versuchen werden, mir ihre Hoeneß-Meinung aufzuzwingen, desto intensiver werde ich das Thema auf das Wetter lenken. Betrifft ja zum Glück zurzeit nur einen überschaubaren Teil von Menschen.
Abschließend will ich noch einmal mit dem Thema Differenzierung nerven. Die Intensität, die einige Fans anderer Vereine bei der Bewertung Hoeneß‘ an den Tag legen, irritiert mich schon. Manchmal. Und dann muss ich immer an die Zeiten zurückdenken, als der BVB auch mal bei mir öfter Objekt der Beurteilung oder von Blogbeiträgen war. Lange her. Niebaum-/Meier-Zeiten. Wer Lust und Zeit hat, darf hier gerne mal meine alten Beiträge von vor 2007 durchforsten. Viel Spaß und viel Erfolg bei der Suche. Bei der Suche nach ähnlichen Verhaltensweisen meinerseits, a la „Siehst, hast Du doch ganz genauso gemacht!“.
Ich bin gespannt.