Nur mal so als Frage am Rande:
Hätte man den Wischer und das klare Halten von Rafinha auch bei van Bommel übersehen?
Breitnigge.de – Ärmel hoch. Stutzen runter.
Das Weblog über Bayerns Traumduo der 80er, die Bundesliga und den ganzen Rest.
Nur mal so als Frage am Rande:
Hätte man den Wischer und das klare Halten von Rafinha auch bei van Bommel übersehen?
Nein. Ich will hier weder provozieren, noch sonst irgendwie wieder Öl ins gelöschte fränkisch-bayerische Argumentativ-Feuer gießen.
Es geht um den FC Bayern. Beim kölschen FC. Und die „Heimkehr“ des verlorenen Sohnes der Stadt. Lukas Prinz Podolski. Dem Messias. Also neben dem anderen Messias auf der Trainerbank.
Als derPrinz zu Beginn der zweiten Halbzeit damit anfing sich vor der Kölner Fankurve warm zu machen und sich diese fast kollektiv zum Jubelsturm erhob, musste ich unweigerlich an die Szenen des fränkischen Koller beim westfälischen Gastspiel denken.
Allein es gab keine Schmähungen aus dem Bayern-Block.
Ist wohl doch ein anderes Kaliber. Die Prinz-Story.
Selbst als er tatsächlich in Köln ein Tor gegen den FC schoss (und alle „Journalisten“ ihre Geschichte hatten) und sein Jubel so gar nicht ins Bild eines durch und durch bayerischen Kickers passen wollte, regte sich imho kein Widerspruch.
Damit will ich überhaupt keine Wertung abgeben, auch wenn es für einen Gast-Fan immer irgendwie komisch ist, wenn der eigene Stürmer vom Heim-Publikum gefeiert wird. So ist Fußball. So ist Köln.
Wie auch immer.
Immerhin schoss PrinzPoldi ein Tor. Nach einer Einwechslung. Das ist doch mal was. Wenn er das immer machen würde, wäre er bald neben Toni gesetzt.
Ein bißchen viel Konjunktiv. Trotzdem gab’s nach dem Spiel ein, zwei sehr klare Sätze von ihm. Sinngemäß ging es darum, dass es ja auch an ihm liegen würde, wie sich seine Rolle in München ändert.
So isses.
Ob allerdings Herr Podolski in HZ1, als die Kölner noch massiv mit ihren zwei Viererketten verteidigten, ähnlich hätte agieren können und somit nur Klose blass blieb, werden wir nie erfahren.
Wir werden ebenfalls nie erfahren, weshalb Toni in HZ2 den Gomez gab und ein Zé Roberto den Ball auf beide freistehenden Stürmer nicht abgab und insgesamt der FCB die Kölner in der zweiten Halbzeit nicht mit 0:5 oder 0:6, völlig zu Recht, demütigte.
Rückblende.
Vor dem Spiel war ich angespannt.
Nach langer, langer Zeit gab es mal wieder die Gelegenheit die Rekordserie zu brechen. Ebenso die Chance eines Daumschen Sieges gegen die Hoeness-Bayern.
Unvorstellbar.
Aber irgendwann reißt statistisch jede Serie. In diesem Fall will ich das allerdings nicht mehr erleben. Nach 5-10 Minuten war mir klar: Es bleibt dabei.
Der FC spielt immer noch wie eine Fahrstuhlmannschaft. Da helfen auch die vielen Millionen, die Herr Daum in den letzten Jahren verpulvern durfte, nichts.
Einzig Petit ist da ein Lichtblick. Besagter Portugiese ist imho aktuell der einzige Spieler, der gehobenes Niveau bietet.
Sicher.
Man weiß ja, dass nur die verblendeten Kölner Fans sich wirklich „in dieser Liga“ (mit dem FCB) wähnen. Dieses Spiel hat, zu meiner Begeisterung, über 90 Minuten bewiesen, dass da Lichtjahre zwischenliegen. Zwischen FCB und FC jetzt.
Trotzdem hatte ich in HZ1 immer mal wieder kurze Bedenken, dass es 0:0 ausgeht. Zu eindimensional waren viele Angriffe der Bayern, zu verschwenderisch war man mit den wenigen Chancen, zu stabil verteidigten die Kölner mit Mann und Maus den eigenen Strafraum. Die Gefahr eines Kölner Tores sah ich dabei nicht. Eigentlich zu kaum einem Zeitpunkt. Siehe Lichtjahre.
Interessiert war ich nicht wenig am Auftreten eines Luca Toni. Nach seiner Kritik an den ital. Medien, die das hiesige Boulevard in den letzten Tagen vermehrt neben die alltäglichen Poldi-will-weg-aus-München – Geschichten platzierte. Thema „Toni bereut Wechsel nach München“. Blah. Blah.
Was dieser Toni dann allerdings in HZ2 abzog, zeigte mal wieder seine Klasse und vor allem seinen unumstrittenen Status im Kader des FC Bayern.
Das war richtig gut. Hätte er nicht seinen Ball kurz vor der Torlinie a la Gomez vertändelt, Zé Roberto den Ball frühzeitig gespielt und er in der letzten Minute Podolski nicht das Tor geschenkt, er hätte fünf Tore erzielen können.
DAS sollte genug Ansporn sein für die beiden Hierarchie-Verfolger Klose und Podolski.
Ansonsten ist der Rest des Spiel schnell erzählt:
Die Abwehr im neuen, gegen Defensiv-Teams erforderlichen, 3-5-2-System, stand wieder sicher. Selbst ein Lell fiel kaum ab. Besonders hervorheben möchte ich hier aber mal einen Ottl.
Bekommt eben dieser von mir immer wieder Feuer, muss ich durchaus jetzt auch mal zugeben, dass sein Spiel am Samstag kaum Ansatzpunkte zur Kritik gab. So gut wie keine Fehlpässe. Sehr zweikampfstark. Fast schon eine van-Bommel/Zé Roberto-Leistung der Vorsaison.
Respekt. Weiter so.
Zusätzlich tut es Herrn Schweinsteiger offensichtlich immer noch ganz gut, dass Herr Ribéry immer noch nicht ins Geschehen eingreifen kann. Das ist gut so. Das die „zweite Reihe“ so dermaßen in die Bresche springt. Nur so kann man Erfolg haben!
Apropos Erfolg.
Am Mittwoch geht die Championsleague los. Da war das Spiel, die Aufstellung und die Spielweise genau das Richtige.
Die Zeit spielt für uns.
So eine Google-Anfrage, die einige Fans heute morgen zu mir führte.
Hilfe naht.
Zu diesem Thema gibt’s hier einen Ticker. Oben Links.
28.02.1998.
3.849 Tage.
Oder so.
Für den FC Bayern bedeutet das immer noch die Tabellenspitze. Und die könnte am Wochenende näher kommen. Oder auch nicht. Aber gehen wir mal davon aus.
Die Münchner stehen auf Platz 7.
Am Samstag spielen parallel tatsächlich Platz 3 gegen 1, 2 gegen 4 und 6 gegen 5. Gab es sowas schon mal? Ich kann mich nicht erinnern. Mag aber daran liegen, dass die Bayern selten so viele Teams vor sich stehen haben…
Wie auch immer.
Einen Auswärtssieg in Köln vorausgesetzt, hätten die Bayern 8 Punkte auf dem Konto. Gäbe es in den obigen Partien jeweils einen Sieger, springt der FCB gleich mal auf Platz 4. Gewinnen die Bayern mit zwei oder mehr Toren Differenz und geht eins der Partien Remis aus, kommt nochmal jeweils ein Platz mehr hinzu. Gibt es nur Unentschieden, ist sogar die Tabellenführung drin.
Hach. Ich liebe Rechenspiele.
Ist das genug Motivation für das Spiel in Köln, Jungs?
So schnell geht das.
Und es dauerte nur 90 Minuten.
Plötzlich ist Herr Klose kein Pflegefall mehr, sondern der Retter der deutschen Nationalmannschaft und Herr Podolski nur noch ein Schatten seiner selbst.
Was sagt uns das?
So ist Fußball.
Irgendwann musste es ja mal wieder klappen und der Knoten platzen. Das es allerdings so dermaßen heftig vonstatten ging, hätte selbst ich nicht gedacht.
Umso besser. Für Klose. Für den FC Bayern. Und für das Spiel am Samstag beim kölschen FC.
Attacke.
Es bleibt spannend.
Nach den Gerüchten um Real Madrid, soll Lukas-nur-ein-Linksfuß-Podolski auch beim neuen Scheich in Manchester auf der Liste stehen.
Geld spielt da keine Rolle, schließlich will man für 165 Mio.(!) einen gewissen Herrn Ronaldo vom Stadtrivalen United loseisen. Da sollte für die Abu Dhabi United Group die „Ablöse“ für Lukas P. ebenfalls kein Problem sein.
Meine Meinung? Wechsel im Winter. Und bloß keine Videos von ihm nach Manchester schicken!
Die 14 Mio. stocken wir dann noch auf und überweisen die sofort nach St. Petersburg.
Ich sag‘ nur Andrej Arshavin. Ab Oktober ist da die Saison zu Ende und Europas Top-Vereine werden dann sicherlich einen zweiten Versuch unternehmen ihn in den Westen zu holen. Da heißt es früh einsteigen in den Poker.
Ein kleines Problem könnte sein, dass er dann wohl für die Championsleague für uns gesperrt sein wird, aber je nachdem wie die Vorrunde verläuft, muss halt auch noch mal parallel nachgebessert werden.
Wie auch immer.
Wir können Köln ja gerne von all diesen Plänen berichten. Unter einem Präsidenten Kremers hielt man sich erstmals für Real Madrid. Die Realität ist bekannt und bei diesen Summen und gegen solche Gegner ergreifen die Geißböcke sicherlich schneller die Flucht, als man Hoffnungsträger sagen kann…
Der FC Bayern will den neuen Star-Innenverteidiger vom BVB wegholen – Skandal!
Der neue Star auf der schwachgelben Bank will das verhindern – weil es soo viele Beispiele gibt, dass es beim FCB dann „nicht gepasst hat“.
Hui. Widerspricht nur leider den Verträgen und Fakten.
Zum einen könnte man jede Menge Beispiele nennen, wo ein Deal dieser Art für den Spieler von entscheidender Bedeutung für einen bayerischen Stammplatz war, siehe Babbel, Kuffour (beides IVs), Lell und vor allem Lahm.
Zum anderen war dieses Ausleihgeschäft von vorneherein auf genau dieses Ziel ausgelegt: Als Talent kommen, Spielpraxis in der Bundesliga sammeln, als sehr guter Bundesliga-Spieler zurückkommen.
Und „damals“ (Anfang diesen Jahres(!)) war beim BVB auch heilfroh für gaanz wenig Geld ein junges Talent in den Kader zu bekommen um die gefühlte 60-Plus-Abwehr aufzumischen. Konnte ja keiner ahnen, dass in dieser Saison bei den Schwachgelben plötzlich Aufbruch herrscht und der Deal so dermaßen funktioniert.
Tja. Pech, würde ich sagen, lieber BVB.
Die von mir seinerzeit aufgezählten 7 Gründe gelten immer noch. Vor allem die Punkte 2 und 5 sind hier interessant, denn wer glaubt nicht, dass sich Hummels Situation, wenn die Borussen-Saison so weiterläuft, entscheidend verbessert hat und er bei Bayern unmittelbar die Nummer 3 der IVs werden könnte, mit Perspektive auf Platz 2?!
Eben.
Ich freu‘ mich drauf und hoffe tatsächlich, dass derMats beim BVB ’ne grandiose Saison spielt. Denn eins ist klar: Entweder ein junges Bayern-Talent für billiges Geld 1,5 Jahre beherbergen, oder weiter mit IV-Opas dümpeln, liebe Dortmunder!
Klare Kausalität.
Bis nächstes Jahr, Mats.
Hui. Jetzt ist derPrinz bei den Königlichen im Gespräch. Lustig. Wie sich spanisches Kölsch wohl anhört?
Mit einem Wort: Endlich!
Diese Frage stellte ich mir oft. Und zwar zu Zeiten, als Oliver Kahn und Sammy Kuffour noch zusammen beim FC Bayern spielten.
War Kuffour in seiner Fahrigkeit noch annähernd mit Markus Babbel zu vergleichen, stellte er einsame Klasse beim Thema Knockout dar.
Wie oft ging Kahn durch ihn zu Boden? Oder einfach mal nur ein Gegner?
Selektive Wahrnehmung? Bei 6 PVs in seiner Bayern-Zeit?
Vielleicht.
Aber das ist das Problem damit – es brennt sich ins Gedächtnis.
Positiv blieb da fast nur sein entscheidendes Tor im Weltpokal-Finale 2001 und sein Gesang von den „rot-weissen Trikots“ in Erinnerung. Etwas, das eigentlich fast alle Bayern-Fans immer missverstanden haben. Nicht weniger als er selbst [1].
Warum ich das alles erwähne?
Na weil eben dieser Sammy Kuffour fast parallel zu Oliver Kahn den Dienst quittiert hat.
[1] Habe ich (wahre) Geschichte dahinter eigentlich schon mal erzählt?!