Der Kapitän ist zurück. Oder so.

Na Gott sei dank.

Am Samstag soll unser Käpt’n wieder auf die Brücke zurückkehren. Übernimmt wieder das Kommando nach der Demütigung im Pokal.

Rotation. Teufelszeug.

Nein.

Mal im Ernst: Wer hatte nach den beiden Spielen zuvor nicht auch den Wunsch, dass Herr van Bommel mal ’ne Pause verdient hat?!

Eben.

So. Und jetzt ist er wieder da. Re-Rotation.

Obwohl. Jede Menge Wut im Bauch über die Bankdrückerei ist ja gerade bei MvB eher kritisch zu sehen.

Hoffen wir also das Beste für das Topspiel in Hannover.

Wie? Jetzt reicht’s aber mit der Ironie?

Wieso? Hat derJürgen doch selbst gesagt.

Nix gesehen. Trotzdem gewonnen.

Vom gestrigen Pokalspiel der Bayern habe ich nix gesehen. Also live jetzt. Zusammenfassung gab’s über’s Internet. Heute morgen. Den Öffentlich-Rechtlichen sei dank.

Die Tore waren super. Das Comeback von Ribéry wohl auch. Des Weiteren stehen wir im Achtelfinale, überwintern im Pokal.

Muss man noch mehr wissen / sagen?

Comeback – zweiter Versuch

Jetzt aber?

Kommt Ribéry wirklich, wirklich zurück? Und noch wichtiger: Was kommt dabei heraus?

Ich bin in der aktuellen Stimmung weit davon entfernt, zu behaupten, dass wir die Clubberer am Mittwoch weghauen. Ein schmutziges 1:0 per Elfer in der 120. Minute wäre mir mehr als recht.

Trotzdem:

Mit dem König ist’s besser als ohne ihn. Allein um die Optionen zu vergrößern. Im Kader wie im Spiel.

Der FC Bayern ist zurück!

Und zwar als perfekter Aufbaugegner.

Ich dachte ehrlich, dass diese Zeiten vorbei wären.

Falsch gedacht.

0:5 lagen die Bayern zurück. Das hatte teilweise desaströse Züge. Und traf mich völlig unvorbereitet. Wie viele andere Bayern-Fans wohl auch.

Tatsächlich ist und war mir dann so eine deutliche Klatsche aber doch wesentlich lieber als so duselige Remis, die wir in den letzten beiden Spielzeiten in den Heimspielen gegen Werder ertragen mussten. Da reg‘ ich mich wesentlich mehr auf. Heute war (fast) alles einfach nur schlecht.

Ferner gab’s danach nix schön zu reden. Etwas, zu dem Bayern-Spieler ja ab und an neigen. Alles schlecht zu reden wäre mir zwar ein Leichtes, bringt aber nix. Warten wir mal die „Entwicklung“ bis zum 10.Spieltag ab. Oder so.

Wahrscheinlich sind wir dann schlauer was hier die Ausnahme war: Das Spiel heute, oder die beiden zuvor.

Naja.

Das Übel deutete sich vorher an. Spätestens mit der erneuten Ribéry-Verletzung erlebte meine Euphorie einen ersten Dämpfer. Der Plan, die Spieler von Bukarest erneut auflaufen zu lassen – die Abkehr von der Hitzfeld’schen Rotation – verursachte mir irgendwo weiteres Unwohlsein. Vor allem nach dieser zweiten Halbzeit

Wie gesagt.

Die Bayern lagen zwischenzeitlich mit 0:5 hinten. 0:5!

Dabei hört sich das schlimmer an, als ich es jetzt schon wieder wahrnehme.

Das 0:1 war perfekt herausgespielt, das 0:3 ein Sonntagsschuss, den Herr Özil erstmal reproduzieren muss.

Dagegen dachte ich beim 0:2 spontan an englische Fünftligisten, beim 0:4 schon an gar nichts mehr. Denn sowas hatte ich beim FC Bayern noch nie gesehen. Spätestens beim 0:5 erschien mir der Titan. Mehr will ich nicht gesagt haben (-> 10.Spieltag).

Was ich meine: Werder war heute wirklich keine Übermannschaft.

Werder war heute lediglich eiskalt im Ausnutzen der eigenen Chancen. Damit hatten einige Klinsmann-Kicker wohl nicht gerechnet.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass unser holländische Kapitän nach seiner Gelb-Rot-Sperre irgendwie das Fußballspielen verlernt hat (Note: 5-6), unser Star in der Innenverteidigung plötzlich in seine Anfangsjahre zurückfällt (Note: 5) und Herr Schweinsteiger lediglich in die „Form“ der letzten und vorletzten Spielzeit.

Das reichte schon mal, um den Bremern a) freie Hand im Mittelfeld und b) ungehinderte Märsche durch die Münchner Defensive zu ermöglichen.

Sicher.

Ich könnte die Liste hier noch auf unseren Sturm ausweiten, aber das Toni sich aktuell sein bisher größtes Formtief nimmt und Podolski immer noch keinen rechten Fuß hat, ist ja kein Geheimnis und hätte man allenfalls mit konsequentem Offensivspiel inkl. des Herausspielens weiterer (Groß-)Chancen (und deren Verwertung) überdecken können.

Haben wir aber nicht.

Und so kam es, wie es kommen musste.

Die Bremer feierten einen historischen Sieg in München und die Töpperwiens, Poschmanns und sonstigen Verdächtigen dieser (Fußball-)Welt hatten ihr Thema.

Sei’s drum.

Es war bitter, es ist bitter. Es gibt nun noch mehr offene Rechnungen.

ABER:

– Ich will jetzt (noch) nicht den Stab über Rensing brechen. Lächerlich. Nach einem Desaster-Spiel. Allein gelassen von seinen Vorderleuten. Wieviele solcher Spiele hatte Oliver Kahn? Vor, während und nachdem er der Titan war?

– Es ist früh in der Saison. Ganz offensichtlich wird’s heuer nicht so leicht wie in der letzten Saison. Offensichtlich heißt’s zunächst weiter durchwurschteln. Mit Ribéry. Denn bis der wieder in Top-Form und eine echte Hilfe ist, wird’s ebenfalls noch Zeit brauchen.

– Selten habe ich mich ferner so auf ein Rückspiel gefreut (-> Ehre). Ist ja noch was hin.

Was anderes:

Haben wir ein 6er-Problem?

Mark van Bommel scheint an der Binde schwerer zu tragen, als er wohl selber zuvor dachte. Warum? Nun. Es scheint so zu sein, dass er zwischen den Stühlen spielt.

Mehr Aggressivität, da ohnehin Aggressiv-Leader? Oder besser mehr Zurückhaltung, da jetzt moralisches (Kapitäns-)Vorbild?

Seine heutige Vorstellung war – ähnlich wie in Bukarest – seltsam zahm und unauffällig (abgesehen von seinen vielen Fehlpässen).

Und Zé Roberto?

Folgt dem Bombenjahr nun in seiner letzten Bundesliga-Saison die Seuche?

Unerklärlich, wie porös das defensive Mittelfeld heute wieder war.

So kann das mit dieser Dreier-IV-Kette natürlich nix werden. Zumal Lucio und van Buyten dort immer auch verkappte Aussenverteidiger spielen. Und das bei deren Hüftsteifheit…

Zwei Gedanken hatte ich kurz vor Schluss:

1. Alter, wenn jetzt nicht bald mal Borowski in der Startelf steht, dann weiß ich auch nicht mehr und

2. Armes Nürnberg, armes Hannover – Ihr müsst (hoffentlich) büßen!

Köln. Groß. München. Klein.

Es will nicht enden.

Weil niemand seine Eitelkeit überwinden kann und jeder das letzte Wort behalten will.

„Also wartet der 1. FC Köln den Wechselzeitraum im Winter ab und fragt beim FC Bayern nach?“

„Nein. Der FC Bayern fragt bei uns nach.“

Ehrlich gesagt gibt’s nur eine Sache, die mich hier mental beschäftigt:

Was ist schlimmer:

Dieses penetrante Gernegroß-Geschwafel der Kölner oder die Verärgerung und Irritation darüber, dass der FCB (bzw. UH) tatsächlich so eine merkwürdige Vertragsklausel unterschrieben hat?!

Nein.

Eigentlich ist nur eins richtig schlimm:

Das wir jetzt seit 2006 solche kölschen Boulevardmeldungen ertragen müssen und Herr Podolski dafür keine ebenso dauerhafte Entschädigung abliefert.

Auf dem Platz.

Neben dem Platz haben wir auch so jede Menge Spaß. Ab und an auch an derlei Ex-Sonnengott-Geldvernichtungs-Vereinspleiten-Assistenten-Interviews von Herrn Meier.

Dreimal ist Bremer Recht?

Diesen Aspekt hätte ich fast vergessen:

Im morgigen, sog. Spitzenspiel Bayern gegen Bremen, sind ja noch jede Menge Rechnungen offen.

Für die Bayern.

Nachdem die Münchner in Bremen in der letzten Saison das dortige Heimteam mit 4:0 aus dem Stadion gefegt hatten, kam es im Rückspiel zum zweiten Mal in Folge zu einem Dusel-Remis der Schaaf-Kicker.

Alter. Was war ich gestresst. Beide Male.

Eine Parallele gibt’s schon mal: Auch in letzten Februar fehlte Ribéry. Ein Unterschied: Schweinsteiger damals grottig, heute in der Form seines Lebens. Oder?

Wie auch immer.

Als Bayern-Fan gibt’s so oder so immer gute Gründe, gegen Werder gewinnen zu wollen.

Solche, solche, solche oder solche. Um nur ein paar „Schmankerl“ zu nennen.

Sicher.

Für Werder-Fans gibt’s da auch jede Menge Stoff. Ernsthaftes liegt in meinen Erinnerungen so um die 22 Jahre zurück.

Aber heute gibt’s ja Weblogs und dort kann man an sowas erinnern.

Somit ist hoffentlich klar, worum es morgen geht:

Heimsieg zum Wies’n-Auftakt!

Von Rasenschach, Arroganz und allen Wegen nach Rom

Die Bayern sind wieder da. Wo sie nach eigenem Anspruch hingehören. In der Championsleague.

Und parallel gab’s noch jede Menge Premieren.

Luca Toni, Klinsmann, Rensing als Nummer 1. Alle mit dem ersten Spiel.

Randnotizen.

Am Anfang stand mir der Mund offen. Passiert mir immer öfter in dieser Saison. Offenbar lichtet sich nach drei Monaten Klinsmann so nach und nach der Nebel. Alles macht irgendwie plötzlich Sinn und „die Bayern kommen ins Rollen“.

Zum Glück blieb das im Laufe des Spiels nicht so. Ansonsten wären einige im Umfeld des FC Bayern schon wieder abgehoben, ob derlei Rasenschach, den die Mannschaft da auf diesen sog. rumänischen Rasen zauberte.

Es war imho sehr gut, dass es – unter diesen Umständen – nur ein knapper Sieg wurde.

Sicher.

Etwas weniger Spannung hätte ich durchaus vertragen. Wäre auch ein Leichtes gewesen, hätten Toni, Klose und Co. nur noch eine weitere ihrer zahlreichen Chancen in HZ1 verwertet.

Hätten.

Haben sie aber nicht.

Und somit konnte der vermeintlich schwächste Gruppengegner ins Spiel finden und spätestens in HZ2 die Bayern seinerseits unter Druck setzen.

Ok. Jetzt nicht so ein Druck wie in Chelsea, Milan (ach ne, stimmt ja, die dürfen ja gar nicht. Schöne Grüße, Herr Gattuso…), Real, Arsenal oder ManU aufzubauen vermögen, aber für die gestrigen, im Verlauf des Spiels immer arrgoganter, bzw. schwächer werdenden Bayern hat’s allemal gereicht.

Irgendwie ist das ja Jammern auf höchstem Niveau, denn schließlich würden die Bremer gerne mit den Bayern tauschen (ganz zu Schweigen von den Schalkern), aber heilsam war’s für die nächsten Auftritte gegen Lyon und Florenz hoffentlich in jeder Hinsicht.

Und einen ersten fast „Unhaltbaren“ hat unsere neue Nummer 1 jetzt auch mal gehalten. Ich bin da ganz bei Beckenbauer. Irgendwie kann man Rensing noch nicht einschätzen. Erst wenn’s mal in engen Spielen mit ihm, gar wegen ihm klappt, können wir uns alle wohl etwas weiter zurücklehnen, sind gar beruhigt.

Nach dem Spiel war ich’s. Vor allem, da ich keine Spielstände mehr mitbekommen hatte und mir somit das 2:2 der Konkurrenz entgangen war. Das 1:0 somit fast Gold wert.

Alles läuft nach Plan. Jetzt muss Lyon in München was machen, sowas kommt uns immer entgegen. Abwarten, ob der französische Meister noch die Klasse der Vorjahre hat.

Ich weiß nur eins:

Ab Samstag ist unser König wieder dabei und es geht weiter aufwärts. Da ist noch Luft nach oben. Umso wichtiger dass bisher alles (trotzdem) gut bis sehr gut verlief. In Liga, Pokal und Championsleague.

Allez le rouge+s!

Die zweite beste Nachricht des Tages

Er ist wieder da und kann am Samstag spielen.

Franck Ribery von Rekordmeister Bayern München steht nach dreimonatiger Verletzungspause offenbar vor einem Comeback bei der Bundesliga-Partie am Samstag gegen Werder Bremen. „Ich werde am Samstag spielen“.

Meine Vorfreude steigt von Stunde zu Stunde.

Und das Klose in diesem Jahr offenbar im ersten Spiel gegen Werder fehlt, ist aus seiner und gesundheitlicher Sicht ohnehin besser, oder? 😉