Robben und Co. auf dem Weg nach Wembley?

Die Bayern – ihres Zeichens Vize-Championsleague-Sieger – nehmen also einen neuen Anlauf, diesen Pott endlich einmal wieder zu gewinnen.

Heute wird ausgelost, wer ihnen dabei in der Gruppenphase im Weg steht.

Mhm.

Die hier schon mal nicht (ebenfalls Topf 1 wie die Bayern):

FC Barcelona, Manchester United, FC Chelsea, FC Arsenal, Inter Mailand, AC Mailand, Olympique Lyon.

Ebenso wenig Werder Bremen und FC Schalke 04. Klar.

Bleiben also noch (Topf 2):

Real Madrid (Chance: 16,7% bezogen auf den jeweiligen Topf), AS Rom (42,9%), Shakhtar Donetsk (14,3%), Benfica Lissabon (14,3%), FC Valencia (16,7%), Olympique Marseille (14,3%), Panathinaikos Athen (14,3%).

Ferner (Topf 3):

Tottenham Hotspur (57,1%), Glasgow Rangers (14,3%), Ajax Amsterdam (14,3%), FC Basel (14,3%), Sporting Braga (14,3%, abhängig, ob Benfica zugelost wird, fällt dann weg), FC Kopenhagen (14,3%), Spartak Moskau (14,3%).

Und schließlich (Topf 4):

Hapoel Tel-Aviv (12,5%), Twente Enschede (12,5%, abhängig, ob Ajax zugelost wird, fällt dann weg), Rubin Kazan (12,5%, abhängig, ob Moskau zugelost wird, fällt dann weg), AJ Auxerre (14,3%, abhängig, ob Marseille zugelost wird, fällt dann weg), CFR Cluj (12,5% (Land?)), Partizan Belgrad (12,5%), MSK Zilina (12,5% (Land?)), Bursaspor (12,5%).

Meine Lieblinge? Wenn’s einfach sein soll: Panathinaikos, Kopenhagen und Tel-Aviv (Cluj und Zilina habe ich noch nie gehört).

Aber mögen würde ich: AS Rom (mag ich irgendwie, schade das Toni schon wieder weg ist), Glasgow Rangers (mag ich gar nicht, da selber Celtic-Fan) und Twente Enschede (wegen unseren Holländern).

Auf keinen Fall Real – mit Mourinho sind die heuer richtig stark, da endlich auch defensiv vorhanden…

Die Akte Robben 01/10 – was bisher geschah

[23.05.2010] Der Bayern verliert das Championsleague-Finale gegen Inter Mailand. Arjen Robben – auf dem Höhepunkt seines Schaffens und seiner Fitness – bleibt die Triple-Krönung versagt. Die Vorbereitung auf die WM beginnt.

[05.06.2010] Beim 6:1-Schützenfest der Niederländer gegen Ungarn verletzt sich Arjen Robben. Seine WM-Teilnahme ist in Gefahr.

[24.06.2010] Arjen Robben gibt sein Comeback in der niederländischen Nationalmannschaft und bringt sogleich jede Menge Schwung ins Spiel der Elftal, die danach bis ins Finale stürmt.

[11.07.2010] Die Niederlande rund um Arjen Robben verlieren das WM-Endspiel gegen Spanien. Speziell Robben vergibt eine größe Tormöglichkeit und verabschiedet sich in den Urlaub.

[03.08.2010] Schock beim FC Bayern. Im Rahmen einer Routine-Untersuchung zum Saisonstart wird bei Arjen Robben eine schwere Muskelverletzung festgestellt.

Eine Kernspintomographie bei Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ergab einen Muskelriss im linken Oberschenkel von Arjen Robben.

Vereinsarzt Müller-Wohlfahrt zeigt sich schockiert.

„Es handelt sich um eine erhebliche Verletzung, ich finde es unverantwortlich, dass man diese Verletzung nicht genauer diagnostiziert und Arjen hat spielen lassen. Ich hatte von meiner Seite aus mehrfach diagnostische Hilfe angeboten, diese wurde aber nicht in Anspruch genommen.“

[04.08.2010] „Wunderheiler“ Dick van Toorn zweifelt die Diagnose des FC Bayern an.

„Ich finde es seltsam, dass der Spieler eine neue Muskelverletzung haben soll […] Meiner Meinung nach ist der Muskelfaserriss, den die Ärzte von Bayern München gefunden haben, eine alte Verletzung oder eine Narbe. Ich bin der Meinung, dass Robben spielen kann.“

Im Boulevard geht van Toorn noch einen Schritt weiter.

„Ich habe Arjen fünf Tage in Holland behandelt. Es ist nicht möglich, dass durch meine Methode das Risiko einer neuen Verletzung gestiegen ist. Ich habe schon hunderte Spieler behandelt und es hat immer geklappt. Als wir fertig waren, war Arjen 100 Prozent fit.“

Er räumt aber gleichzeitig ein, dass er nicht wisse, ob „er verrückt sei, oder Müller-Wohlfahrt“.

[05.08.2010] FC Bayern-Vorstandchef Rummenigge macht sich Luft.

„Wenn ich ein Auto miete, muss ich das ja auch in ordentlichem Zustand zurückgeben. Man hat uns, wenn ich das mal so sagen darf, Arjen Robben enteignet und dann demoliert wieder in die Garage gestellt.“

[06.08.2010] Bayern-Trainer van Gaal greift die Verantwortlichen der niederländischen Nationalmannschaft an.

„Es ist die Aufgabe des Trainers, aber vor allem des Arztes, den Spieler zu schützen. Das wurde nicht gemacht.“

Erste Details über die Art der Behandlungen Robbens beim niederländischen „Wunderheiler“ werden bekannt.

[11.08.2010] Dem FC Bayern liegen nun die Aufnahmen der Kernspintomographie von Arjen Robben vor, die direkt nach seiner Verletzung im Vorbereitungsspiel der holländischen Nationalmannschaft gemacht wurden. Diese (sollen) belegen, dass die nach der WM vom FC Bayern festgestellte Verletzung schon damals existierte.

[…] die Münchner sind sich sicher: Der Muskelriss, das fünf Zentimeter große Loch im Oberschenkel, das Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt vergangene Woche feststellte, ist keine neue Verletzung.

„Jetzt haben wir den Beweis, dass der Muskelriss vor der Weltmeisterschaft passiert ist“, sagte Rummenigge: „Der Status ist derselbe.“

Am gleichen Tag wird bekannt, wieviel Geld der Ausfall Robben den FC Bayern kostet.

Wegen einer Klausel im Vertrag von Arjen Robben muss der FC Bayern dessen Gehalt drei Monate lang voll zahlen – trotz dessen Verletzung […] Nach Berechnungen von Sport Bild macht das bei einem geschätzten Jahresverdienst des 26-Jährigen von vier Millionen Euro fast 11.000 Euro pro Tag.

Der FC Bayern „hofft weiter, das Thema ohne Gerichtstermin gütlich mit dem Verbandschef klären zu können“.

Als Lösung für derlei Probleme mit Nationalspielern wird eine Versicherung ins Spiel gebracht, die 2002 nach der Deisler-Verletzung abgeschlossen wurde.

Abhilfe könnte […] eine Versicherung schaffen, wie sie der […] DFB nach dem Kreuzbandriss von […] Sebastian Deisler im Test-Länderspiel gegen Österreich vor der WM 2002 […] abschloss. In den Augen von Magath wäre die Lösung des Problems […] keine Hexerei: „Wenn man will, kann man die Problematik lösen. Nur scheint keiner daran ein Interesse zu haben.“

[14.08.2010] Arjen Robben spricht davon, „noch in der Hinrunde zurückzukehren“.

Das wäre ja wohl eher Anfang Dezember. Bislang war immer nur die Rede von 2-3 Monaten. Also Oktober oder November. Übel.

Der FC Bayern redet von „finanzielle Entschädigung“ seitens des „niederländischen Fußball-Verband KNVB“.

[16.08.2010] Hoeneß fordert Kompensation für Robbens Ausfall und nennt Einsatz Robbens bei der WM weiter fahrlässig.

Wir haben in (Hans-Wilhelm) Müller-Wohlfahrt den besten Sportarzt der Welt mit einer Aufklärungsquote von 100 Prozent. Wenn der Herr van Toorn die Verletzung nicht erkennen kann, dann sollte er sich eine Brille kaufen. Es war grob fahrlässig von den Holländern, Arjen Robben bei der WM auch nur eine Sekunde spielen zu lassen […] Er hat bei dem Turnier verletzt gespielt, und wir sind jetzt die Leidtragenden. Das kann doch nicht wahr sein. Wir verlangen eine Kompensation. Die genaue Summe kann ich Ihnen nicht nennen. Aber die muss so aussehen, dass wir keine Einbußen haben. Sie sollen uns vom ersten bis zum letzten Tag seines Ausfalles die Kosten ersetzen.

Fortsetzung folgt.

Alles feine Menschen, trinkfest und grundehrlich. In Sachen Lautern hört bei mir aber der Spaß auf.

So der von mir sehr geschätzte Herr Zechbauer in einem Beitrag zum nächsten Bundesligaspiel unseres FC Bayern, wie ich es besser und treffender nicht hätte sagen können.

Nirgends – nicht in deutschen Stadien und nicht mal im Ausland – ist mir so viel Hass entgegen geschlagen wie in dieser Stadt mit gerade mal knapp 100.000 Einwohnern. Dementsprechend sind Siege gegen den dort ansässigen Klub ein ganz besonderer Genuss für mich.

Mein roter Faden in diesem Zusammenhang. Und auch mein All-time-Lieblingsspiel erwähnt er.

Hach. Irgendwie freu‘ ich mich auf Freitag.

Der arme deutsche Fußball!

Geschockt von der Pokalauslosung brach bei den grün-weißen Gutmenschen die Panik aus.

Es ist schade für den deutschen Fußball, dass das Endspiel der letzten Saison jetzt schon in der zweiten Runde stattfindet.

Ja, stimmt. Schade. Aber der deutsche Fußball kann dafür leider nix. Allenfalls trägt der deutsche Fußballbund dafür Verantwortung, dass die Amteure in der ersten Pokalrunde gegen sämtliche Bundesliga-Mannschaften spielen „müssen“ und somit in der zweiten Runde erstens kaum noch Amteure im Lostopf sind (denn Sensationen sind heutzutage mehr als rar) und deshalb zweitens solche Paarungen wie das Vorjahresfinale eben durchaus so früh in der Saison möglich sind.

Klassisches Pech, Herr Allofs. Und wenn es ganz dumm läuft, läuft die Saison von Werder im Oktober schon in die ganz falsche Richtung. Wer sagt denn, dass Werder das Rückspiel der Championsleague-Qualifikation nicht 0:2 verliert?

Eine Niederlage in einem Pokalspiel beim FC Bayern ist ferner bekanntlich immer eher wahrscheinlicher als ein Sieg.

Vielleicht ist das ja auch der Hintergedanke von Herrn Allofs gewesen (neben dem gestrigen Auftaktspiel in der Bundesliga), als er zur Auslosung Stellung nahm.

P.S. Kann es sein, dass Frau Jones zuletzt nur solche „Hammerlose“ für den FC Bayern ausgelost hat?

Vieles ändert sich, manches aber nicht: Die selektive Wahrnehmung

Die Bayern haben am Freitag das Auftaktspiel der neuen Bundesliga-Saison gewonnen. Knapp. Mit 2:1.

Am Ende sprachen die üblichen Verdächtigen einmal mehr vom „berühmten Bayern-Dusel“.

Jeder Bayern-Fan kann diese Phrase nicht mehr hören, für jeden Nicht-Bayern-Fan stellt diese aber die Grundlage für das eigene Weltbild dar.

Zwei Fronten.

Ebenso unveränderlich stehen sich die selektiven Wahrnehmungen im Fußball gegenüber.

„In der ersten Halbzeit standen wir einfach zu tief, waren zu passiv. Nach dem Wechsel lief das besser und wir hätten den Sieg verdient gehabt.“

Einerseits. Andererseits:

„In der ersten Halbzeit haben wir den Gegner klar dominiert. Nach dem Seitenwechel war plötzlich die Ordnung weg und der Gegner kam zu Chancen und zum Ausgleich. Sowas darf uns nicht passieren.“

Leicht zu erraten, aus welcher Ecke jeweils der Kommentar kam.

Ebenso ist bestimmt verständlich, zu welcher Einschätzung ich selbst neige.

Es ist doch so im Fußball: Kein Spieler spielt im luftleeren Raum.

Wenn die Bayern ein schnelles, sicheres und offensives Kurzpass-Spektakel aufziehen, kann der Gegner tief oder passiv stehen wie er will, er hat zumeist keine Chance.

Das Problem: Den perfekten Fußball gibt es nicht. Nur annähernd.

Überraschend war doch wohl eher, dass die Bayern mit dem Anpfiff und über große Teile der ersten Halbzeit gegen den Ex-Meister schon wieder in diese Richtung marschierten. Erst im weiteren Spielverlauf und immer wieder im zweiten Spielabschnitt merkte man dem Einen oder Anderen die Probleme an, die die gesamte Liga beim FC Bayern erhoffte: Schwäche.

Darauf verlassen sollte man sich allerdings nicht. Erst Recht nicht beim FC Bayern. Zwecks Absicherung muss man zwingend die eigenen Torchancen nutzen, denn ein FC Bayern spielt bis zum Abpfiff durch. Per se. Und ein Ribéry kann so eine Flanke raushauen und ein Schweinsteiger lernt inzwischen gar während eines Spiels dazu und läuft dann eben in der 91. Minute (zuviel Nachspielzeit? Nö. Nicht nach der Spielverzögerung, die zumeist die Wolfsburger an den Tag legten (auch durch taktische Fouls)) halt auch durch und steht am zweiten Pfosten frei.

Dumm gelaufen.

Aber klar, am Freitag wäre für den Gegner der Bayern „was drin gewesen“.

Und Wolfsburg hat noch nicht das System des neuen Trainers verinnerlicht? Kann vorkommen, siehe letzte Bayern-Saison.

Noch einmal zu dumm, dass dieses Handicap die Bayern in dieser Saison definitiv nicht belasten wird. Und wehe wenn das letztjährige Top-Team (inklusive Robben und Olic) wieder gesund und munter ist, ergänzt durch Kroos, Badstuber (auf seiner Original-Position) und einen Contento, der sich fängt und mit seiner Aufgabe wächst (vielleicht der Thomas Müller in dieser Saison?)!

Zukunftsmusik? Sicher. Aber wer in dieser Saison gegen die Bayern eine Chance haben will, muss von Anfang an „oben dran sein“, sonst klappt das nicht. Oder vielleicht im letzten Jahr so schlecht gewesen sein, dass er sich heuer den Europapokal spart…

Wie auch immer. Ein 2:1 ist besser als alles andere. Und nächste Woche spielen wir gegen den Tabellenzweiten – Vamos companeros!

VW-McClaren gegen den Audi mit Wohnwagen

Oder so (ich konnte nicht widerstehen).

Die Bundesliga hat uns wieder.

Man hat ja soviel gehört. In diesen Tagen. Vor allem, dass diese Sommerpause so kurz gewesen sein soll. Kam mir ganz anders vor.

Egal.

Jetzt geht es endlich wieder rund. Und zum Auftakt der neuen Saison (ich überlege, erst zum Anpfiff einzuschalten um diese Pseudo-Eröffnungszeremonie zu verpassen) spielen also die Meister der letzten zwei Jahre gegeneinander.

Ob dies ein guter oder schlechter Gegner für unsere Bayern ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Wäre der Gegner zu schwach, wird er von unseren Spielern gerne einmal unterschätzt, ist er zu stark, würde man wohl diese merkwürdige Vorbereitung sofort bemerken.

Wolfsburg liegt da aktuell – meiner Meinung nach – in der Mitte.

Zwar hat man sich beim VW-Werksteam massiv verstärkt (nicht mit bayerischen Maßstäben, aber offenbar die größten Ausgaben in der Liga), aber andererseits auch einen ganz neuen Trainer.

Einen Trainer, den man hierzulande nur mit dem Engagement bei der englischen Nationalmannschaft in Verbindung bringt. Allerdings war da viel mehr.

P.S. Für dieses 1999er Grinsen müssen wir heute eigentlich haushoch gewinnen…

Was soll man also von diesem Spiel halten?

Dem FC Bayern fehlen wichtige Leute. Robben und Olic. Um nur einmal zwei zu nennen. Die wichtigsten allerdings.

Alle anderen (wichtigen) Spielen sind wohl dabei. Zumindest anwesend, ob sie schon in Bestform sein werden, wage ich einmal zu bezweifeln.

Die Wolfsburger hingegen befinden sich in der Lage der Bayern von vor einem Jahr: Neuer Trainer, neues System, neue Spieler.

Kurzum: Man weiß es nicht.

Ich vertraue allerdings unserem Trainer, dass er das hinbekommen hat. Mit diesem Vorbereitungs- und Verletzungsproblem.

Einstweilen und um mich in Stimmung zu bringen, lese ich mir noch einmal die Berichte rund um das letzte Heimspiel gegen Wolfsburg durch und schaue mir das hier an.

Euch auch viel Spaß dabei!

Auf geht’s, Ihr Roten!

Wenn Fußball plötzlich zur Nebensache wird.

Es muss so um die 10. oder vielleicht 15.Minute herum gewesen sein.

Die anfängliche Windecker Geräuschkulisse war plötzlich stumm. Die spöttischen Kommentare, die uns von hinten vom Anpfiff an begleiteten waren weg. [1]

Mir fiel das allerdings erst auf, als ich mitbekam, dass sein Sitznachbar verstört aufstand und in den Gang trat. Ein Blick über die andere Schulter und ich sah direkt hinter mir einen Mann, Mitte bis Ende 50, der völlig verkrampft in seinem Sitz saß. Der Blick starr nach vorne gerichtet, ansonsten keine Regung.

Eine endlose Sekunde, bis mir der Gedanke durch den Kopf schoss: Der Mann hat einen Herzinfarkt!

Was folgte, waren Minuten, die einem endlos vorkamen, in denen Helfer, Sanitäter, Sicherheitskräfte und Polizei zur Hilfe eilten. Einer hektischer als der andere.

Der Mann war mit seinem Sohn da, Mitte 20. „Papa!“

Lief da auf dem Rasen gerade ein Fußball-Spiel?

Bis endlich Ärzte vor Ort waren, die den Mann auf dem Gang zogen und ihn zur Reanimation flach auf den Boden legen konnten, vergingen scheinbar nur 5-10 Minuten, mir kam es – und ich war kein Angehöriger – wie ’ne halbe Stunde vor. „Papa!“

Erste Helfer kamen mit weißen Tüchern an, verdeckten die ärztlichen Maßnahmen vor den Augen der Aussenstehenden.

Noch mehr Security. Fünf oder sechs Reihen im Block oberhalb dieser Ereignisse wurden geräumt, man bot den Fans alternative Sitze an. Sperrung des Aufgangs zu unserem Block, ein Abgang zur Pause nur über die Seitenaufgänge der angrenzenden Blocks möglich. „Papa, geh nicht weg!“

Noch ein Notarzt, Stadion-Verantwortliche, noch mehr Reanimation.

Rings um uns herum ferner jede Menge Familien mit Kindern, zum Teil zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Stadion. Der Horror für alle Eltern. „Papa!“

Ich bin kein Arzt und erst recht kein Gaffer. Aber die fast 60 Minuten, die dieser Mann behandelt und auf dem Beton liegend reanimiert und stabilisiert wurde, sind bestimmt kein gutes Zeichen.

Persönlich wünsche ich ihm, seinem Sohn, dessen Bruder samt Freundin (waren im anderen Block und wurden vom völlig aufgelösten Sohn per Handy angerufen) und der gesamten Familie, dass er es überlebt und dieses Fußball-Spiel nicht das Letzte war, was er vom Leben gesehen hat!

Achso, die Bayern haben dieses schwache Erstrunden-David-gegen-Goliath-Pokalspiel übrigens 4:0 gewonnen. Na dann.

[1] Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich vermute, dass der Mann Fan der Germania (auch wenn sein Sohn ein Bayern-Trikot trug) und eventuell die Aufregung und Freude über dieses Spiel Auslöser für all dies war (kurz zuvor hatte Windeck gar erste Torchancen) – aber wie erwähnt: Ich bin kein Arzt.

Update: Inzwischen ist das ja geklärt. Der Mann war Bayern-Fan. Gleichwohl hatte es mit der ersten Torchance der Windecker zu tun.

Zu diesem Rowdy-Verein gehe ich nicht. Ich gehe zum FC Bayern.

Was wäre wohl aus Beckenbauer, dem FC Bayern oder gar dem deutschen Fußball geworden, wenn der 12-jährige, spätere Kaiser im Sommer 1958 bei einem Schülerturnier seines SC München 1906 im Endspiel gegen 1860 München nicht von seinem dortigen Gegenspieler geohrfeigt worden wäre?

Man weiß es nicht. Aber für uns Bayern-Fans lief seit dem alles wie am Schnürchen.

Heute Abend steigt das Abschiedsspiel von Franz Beckenbauer. Mit 31 Jahren Verspätung.

Danke Franz.

Und danke lieber unbekannter Jugendspieler des TSV 1860 München.

P.S. Parallel endet übrigens diese Sommerpause. Endlich.

Für die C-Elf hat es noch gereicht, für die B-Elf nicht

Der FC Bayern hat den DFL-Supercup gewonnen. Glückwunsch. Vor dem Spiel hätte ich damit nicht unbedingt gerechnet. Denn im Gegensatz zu diesem Sponsoren-Cup vor einigen Tagen, als wir mit einer C-Elf antraten, rechnete ich in diesem Spiel allenfalls mit einer B-Elf.

Es waren zwar durchaus der eine oder andere WM-Star dabei, aber von Vorbereitung konnte man bei diesen Sportskameraden ja nun wirklich nicht sprechen. Im Gegensatz zur überwiegenden A-Elf der Königsblauen.

Und was durfte ich dann stattdessen bewundern?

Das unsere zusammengewürfelte Not-Elf (teilweise mit 1a-Vorbereitung, teilweise seit 5,6 Tagen erst aus dem Urlaub zurück) dieses neue „Schalker Dreamteam“ in HZ1 trotzdem mehr als dominierte.

Kaum zu glauben, wenn man einige Szenen vom THC im Hinterkopf hat.

Toll.

Gut übrigens auch für Magath, der somit die Fortsetzung seiner Radikalkur weiter treiben darf. Ein Raúl macht eben noch keinen Sommer. Und von der Spielstärke, die sogar Real selbst in den Schatten stellen soll (von der einzelne Königsblaue zuletzt schwärmten), sah ich bis auf 3-4 Augenblicke im Spiel eigentlich nix.

Wie soll das bloß enden, wenn bei den Bayern alle Stars wieder am Start und die gesamte Mannschaft auf dem gleichen Level ist? Böse?

Abwarten.

In der Bundesliga und vor allem international warten noch ganz andere Kaliber auf den FC Bayern als diese Schalker.

Aber zurück zum Spiel.

In besagter erster Halbzeit hatten beide Teams ihre 100%-tige Torchance. Die Bayern dagegen mit einem klaren Plus an Spielanteilen und in den Zweikämpfen. Allein, weitere Torchancen blieben bei den Rothosen aus.

Nach dem Seitenwechsel nahm dann endlich auch der Ruhrpott-Club am Geschehen teil und erspielte sich Gelegenheiten. Im Vergleich zur Vorsaison schon ein Fortschritt.

Das es nicht reichte, lag an der größeren Klasse im bayerischen Kader. Ganz egal, ob man voll im Vorbereitungssaft steht oder frisch aus den Flitterwochen kommt – Qualität löst sich nicht in Luft auf.

Ohnehin darf man immer wieder den Eindruck gewinnen, dass das mannschaftliche Gefüge – im Abwesenheit von Robben und Ribéry noch größer ist. Dafür die spielerischen Glanzlichter geringer – es vermag sich jeder seine Lieblingsversion heraussuchen.

Ok. Ein Olic rennt immer, gibt immer 150%. Aber auch ein Müller, der doch noch tief im roten Bereich sein müsste, sprintete schon wieder, als gäbe es kein Morgen. Der Wahnsinn. Auch wenn es mich irgendwie an Uli Hoeneß erinnert. Dessen Markenzeichen war ebenfalls immer die Dynamik, die Schnelligkeit. Bis seine Karriere dann früh mit 27 Jahren beendet war. Wir hoffen allerdings das Beste. Nicht nur, weil sich die Sportmedizin seit 1979 ein wenig weiterentwickelt hat.

Begeisternd wie auch Lahm und Schweinsteiger schon wieder nah an ihrer Topform spielten. Ist das noch WM-Euphorie, oder liegen die harten Trainingseinheiten noch vor ihnen?

Was man nicht so gerne sah, waren die üblichen Verdächtigen – und das hatte nichts mit Vorbereitung zu tun, denn was Pranjic, Demichelis und Co. so zeigten, lässt vielleicht allenfalls unsere Konkurrenz hoffen.

Schlimm.

Naja. Ein Titel ist ein Titel. Und da wir dann ja doch vom BundesJogi die Freigabe für eine überwiegend störungsfreie Restvorbereitung bekommen haben, vertraue ich nun einfach auf unseren Trainer, bis zum Saisonstart gegen Wolfsburg ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen.

P.S. Oder müssen wir uns wegen Windeck doch Sorgen machen?

P.P.S. Ist Thomas Kraft klasse oder was?

Der Supercup – da isser wieder

Erst führte man ihn ein, weil man ein bißchen wie England sein wollte (und der „Wildwuchs“ (Fujicup, private Supercupspiele) ein Ende haben sollte).

Dann wurde zu wenig Geld damit umgesetzt und der Ligapokal kam.

Dann war dieser eine zu große Belastung und er wurde ersatzlos gestrichen.

Dann merkte man, dass man damit doch gutes Geld verdienen kann und ein Sponsor sprang für eine inoffizielle Ausgabe ein.

Und da sowas natürlich in den Augen des DFB, der DFL gar nicht geht, gibt es jetzt wieder den Supercup. Ganz offiziell.

Schön.

Mir erschloss sich allerdings in den letzten Tagen nicht so ganz, weshalb wir gegen den FC Raúl 04 spielen und nicht gegen Werder Bremen?

Klar. Bayern wurde beides. Also Meister und Pokalsieger. Aber war es früher nicht so, dass im Falle eines Doublegewinners der Vize-Pokalsieger einspringt?