Schwarzgelb oder Königsblau – klassische Win-Win-Situation

Morgen steht einmal mehr das Revierderby an. Zwischen Schalke und Dortmund.

Muss man ja oft dabei sagen, denn der Derby-Begriff wurde und wird immer sehr strapaziert.

Im Zeitalter der Vermarktung wird aus allen möglichen Begegnungen gerne mal ein Derby. Weil es emotionaler wirkt und somit mehr Aufmerksamkeit, Quote, PIs oder was auch immer erhofft wird.

Dabei kommt der Begriff aus einer Zeit, als noch kein Mensch Schalke 04 oder den BVB kannte.

Sei es drum. Bin ich Don Quichote?

Als Bayern-Fan muss man am Freitag eigentlich für S04 sein. Wegen Dortmund und dem Vorsprung und der Aufholjagd und überhaupt.

Sind wir das?

Wäre es nicht genauso „smart“, wenn die Magath-Kicker wieder „unten rein“ rutschen würden? Oder zumindest noch weiter weg von den Europapokal-Fleischtöpfen?

Fans sind so.

Am Ende kann ich es ohnehin nicht beeinflussen und in diese Saison würde dann passen, dass die Bayern – im Falle eines BVB-Punktverlustes – ihr Spiel in Köln nicht gewinnen…

Tot ziens, Mark. En al het beste.

Am Ende ging alles ganz schnell. Und „auf einmal“ war die van-Bommel-Ära beim FC Bayern beendet.

Natürlich kam dieser Abschied für viele nicht überraschend. Das hatte sich angedeutet. Spätestens mit der Verpflichtung eines Luiz Gustavo. Andererseits hatte man van Bommel auch schon nach der Verpflichtung von Herrn Timoschtschuk abgeschrieben. Ein Fehler.

Nein, man kann über van Bommel sagen was man will. Aber neben seiner Spielweise, die für viele Nicht-Bayern-Fans oft unerträglich und nah oder über der Grenze war, war er für viele von uns ein zweiter Effenberg.

Klar, auch ich habe ihn in letzter Zeit kritisiert. Aber ich bin mir sicher, hätte van Bommel meine Zeilen zu lesen bekommen, wäre er mit dieser Kritik genauso souverän umgegangen, wie er dies gemeinhin zu tun pflegte.

Unser Kapitän (als erster Ausländer, oder?) war in vielerei Hinsicht ein Vorbild. Auch was seine Einstellung betraf. Ferner identifizierte er sich mit dem FC Bayern. Sowas stört nicht.

Am Ende hatte er das gleiche Problem, was ein Herr Demichelis hatte: Er kam nie wieder an seine Topform heran (bei Herrn Demichelis lag die noch eine Zeit länger zurück).

Dummerweise haben wir eben nun einmal einen Trainer, der unter diesen Voraussetzungen ganz und gar nicht kuschelig agiert. Im Zweifelsfall setzt er dann lieber auf die Jugend. Kann man gut oder schlecht finden, ist bei ihm aber wohl so.

Davon abgesehen ist das doch der rote Faden. Der Trainer van Gaal gibt solange nicht nach, bis er sich sein Team zusammengestellt hat. Ob durch Zukäufe, Beförderung der Jugend aber eben Abgänge. War es nicht bei all seinen Trainerjobs so?

Zurück zu van Bommel.

Mir macht sein Abgang einerseits Freude andererseits bedaure ich es zutiefst.

Sein Abgang macht Platz auf einer ohnehin überbesetzten Position. Gleichwohl hinterlässt er eine große Lücke. Als Spielführer, als Wortführer, als Respektperson und überhaupt als Fixpunkt im Team.

Wird jetzt Herr Lahm sein Nachfolger?

Entschuldigung, aber darüber kann ich nur schmunzeln. Er mag zwar vom Trainer die Kapitänsbinde bekommen, weil es die „logische Konsequenz“ aus seiner bisherigen Rolle ist, aber die Schuhe sind ein wenig zu groß für Dich, lieber Philipp.

Und was van Bommels Rolle auf dem Platz betrifft, kann man natürlich einwenden, dass sich so ja jetzt die jungen Hüpfer in den Vordergrund spielen können, auch was das Thema Verantwortung betrifft, aber muss es erneut eine Operation am offenen Herzen sein?

Man ist ja fast schon versucht zu erwähnen, dass doch bitte nicht Alter sondern Leistung entscheidend sein soll. Aber das Fass mache ich in diesem Beitrag nicht auf…

Im Grunde sollen diese Zeilen nur unseren Ex-Kapitän ehren. Sowas gehört sich nämlich, wie ich finde. Vor allem, wenn einer wie van Bommel für das Team immer durch das Feuer gegangen ist. Als er 2006 kam, konnte man von Struktur nur träumen und da opferte er sich oft, schwang die Klinge und reduzierte so das eine oder andere Mal seine Spielzeit.

Er setzte aber Zeichen, an denen sich die damaligen Nachwuchsspieler a la Lahm, Schweinsteiger und Podolski (ok, schlechtes Beispiel) aufrichten und in dessen Schatten wachsen konnten.

Persönlich und abschließend wünsche ich van Bommel beim AC Mailand nur das Beste. Selbst wenn ich selbst diesen Verein nicht so unbedingt in mein Herz geschlossen habe. Aber Typen wie van Bommel, die sind da drin.

Braucht der Fußball im TV wirklich die dritte Dimension?

Am vergangenen Sonntag war ich eingeladen. Von der Deutschen Telekom. Nicht zum ersten Mal. Vor zwei Jahren gab es darüber noch heftige Diskussionen.

Aber aus dem Ballon scheint die Luft raus zu sein. Auch wenn ich von den Ansprechpartnern hörte, dass sich wieder einzelne Blogger pikiert äußerten, nicht eingeladen worden zu sein. Deutschland halt.

Um das klarzustellen: Auch diesmal wurde ich weder verpflichtet, Konzern-freundliche Beiträge zu verfassen, noch wurden mir Sach- oder Geldgeschenke überreicht. Selbst die 3D-Brille musste ich wieder abgeben…

Einzig die Verpflegung, kostenloses W-LAN und ’ne Sitzgelegenheit wurde uns zur Verfügung gestellt. Hui.

Ernsthaft: Was ist dabei? Wann wird eingeladen, geht hin, hört und sieht sich das an, bedankt sich höflich und schreibt was drüber. Oder eben auch nicht.

P.S. Ich bin übrigens (noch) kein Entertain- oder LigaTotal!-Kunde. War ich vor und nach dem ersten Event nicht und bin ich immer noch nicht. Später dazu aber mehr.

Zum Event selbst.

Neben dem – im Vergleich zur Loge in der Allianz-Arena – eher reduzierten Ambiente, war die Atmosphäre sehr freundlich. Im Vorfeld gab es zwar weder eine technische Einführung noch weitergehende Erläuterungen, die Techniker waren aber noch vor Ort, die hätte man fragen können. Insgesamt war dieser Punkt diesmal gar nicht der Ansatz – alles sollte wohl eher visuell und direkt wirken.

Tat es auch. Um das vorwegzunehmen.

Fußball in 3D ist schon was Feines. Man erlebt tatsächlich diesen 3D-Effekt.

Bei ruhigen Kamerafahrten. Von hinter dem Tor. Oder bei Nahaufnahmen. Wenn der Ball ruht.

Da sieht man die ganze Tiefe, die diese Dimension zu bieten hat.

Andererseits geht dieser Effekt in der Totalen schon eher verloren. Und wenn es schnell wird, sowieso.

Zu dumm, dass das „erste 3D-Spiel in der Bundesliga-Geschichte“ auf dem Betzenberg stattfand. Das machte den nun auch nicht wirklich sympathischer

Die Brille stört dabei nicht mehr als jede andere – überdimensionale – Sonnenbrille. Allenfalls das leichte Flackern, wenn man den Kopf vom Fernseher weg- und wieder hindreht, irritiert ab und an, weil man so den Eindruck gewinnt, dass das Licht im Raum flackert.

Insgesamt trifft es einer meiner Lieblingssprüche wohl ganz gut:

Das Spiel und das Ergebnis passiert so oder so!

Ganz egal, ob man es im Stadion, vorm TV, in HD oder eben 3D sieht.

Nach dem Event wurde ich interviewed. Die Fragen waren mir zuvor nicht bekannt, deshalb das Gestammel. Ist sonst nicht meine Art.

Trotzdem habe ich im Rahmen dieser beiden Fragen wenigstens diesen einen Punkt unterbringen können, den ich mir zuvor zurechtgelegt hatte:

Ultras würden gegen 3D-Fußball Sturm laufen.

Warum? Weil es das letzte Mosaik ist, dass auf dem Sofa noch zum Stadionerlebnis fehlt. Abgesehen vielleicht noch vom Geruch.

Wie oben angedeutet, ist es aber die Frage, ob sich derlei zu einem wirtschaftlichen Erfolg entwickeln wird. Betrachtet man allein den technischen Aufwand, den man bei der Erzeugung, Übertragung und dem Konsum der dreidimensionalen Bilder benötigt.

Ob ich irgendwann Entertain- oder LigaTotal!-Kunde werde ich ein eigenes Thema.

Und zwar alle zwei Jahre aufs Neue.

Denn dann laufen die Verträge mit Telefon-/Internet-Anbieter einerseits und Sky andererseits aus.

Auch in diesem Sommer steht derlei wieder zur Diskussion.

Zwei große Probleme stehen zwischen mir und einem Wechsel (denn alles zusammengerechnet ist Entertain plus LigaTotal! definitiv günstiger als (in meinem Fall) Netcologne, Unitymedia und Sky zusammen).

Erstens: Der Unitymedia-Vertrag läuft über meinen Vermieter und ist von mir als Mieter nicht kündbar.

Zweitens: Kommentatoren wie Herr Dahlmann.

Ok. Punkt zwei ist nur eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Also zwischen Reif, von Thurn und Taxis und Co. und all den Sport1-Granden, die sich bei LigaTotal! tummeln.

Womit wir wieder bei dem Punkt mit dem Spiel und dem gewissen Ausgang wären, egal wer es kommentiert.

Um es auf den Punkt zu bringen: Selbst mit diesen zusätzlichen Kosten für Unitymedia, die ich über die Nebenkostenabrechnung zu zahlen habe, ist das Alternativ-Paket (ohne 3D und HD) für mich immer noch attraktiv(er). Das darf aber jeder anders sehen.

Mehr muss man dazu nicht wissen. Die einzelnen Schritte laufen bereits. Und die hatten – um den Fragen vorzubeugen – nichts mit dem Event vom Sonntag zu tun.

P.P.S. Wer weitere Berichte aus den übrigen Event-Orten lesen darf gerne danach suchen. Habe sie gerade eben auch recht schnell gefunden…

Der klassische Breitnigge-Leser ist 1.5

Ich wollte es einfach mal wissen. Woher kommen meine Leser, bzw. wie lesen meine Leser mein Weblog?

Daher eine kleine Umfrage zum Thema.

Das bisherige Ergebnis bestätigt mich. Irgendwie. Denn sowas hatte ich mir schon gedacht. Anhand früherer Reaktionen.

Ganze 52% konsumieren mein Gesabbel ausschließlich über mein Weblog. Allein über Twitter oder Facebook nur 2%, bzw. 1%. Eine deutliche Sprache.

Als Breitnigge-Leser ist man schon irgendwie 2.0 aber noch nicht so ganz weit vorne. Man muss ja auch nicht allen Trends hinterher laufen und oftmals fehlt ohnehin die Zeit für alle Kanäle. Phasenweise habe ich diese ja eben redundant befüllt, d.h. die gleichen Links mehrfach verteilt. Etwas, dass sich erst in letzter Zeit ein wenig geändert hat.

Die volle Dröhung aus Weblog, Twitter und Facebook geben sich demnach ohnehin nur 8%. Immerhin. Hardcore.

Weniger aber als die Teilmengen aus Weblog und Twitter (23%) oder Weblog und Facebook (12%). Die erste Kombi gibt es allerdings auch schon viel länger.

Ungewöhnlich finde ich persönlich die Kombination aus Twitter und Facebook. Ganz ohne Weblog. Ganze 2% konsumieren meine Gedanken über diesen Weg.

Was ist aber nun allen Werten gemeinsam?

Das Ihr alle mich überhaupt konsumiert!

Vielen Dank dafür.

So schnell sind 23 Tage Winterpause rum

Kinder, wie die Zeit vergeht. Aber rund um den FC Bayern wurde uns in dieser Winterpause ja auch einiges geboten.

Vermeintlich.

Denn am Ende haben sich alle lieb und freuen sich wie Bolle auf die Rückrunde.

Wer bin ich, dass ich mich vor derlei Euphorie verschließe? Eben.

Am besten ließe sich diese Winterpause wohl in der Aufstellung beschreiben. Vielmehr dem Vergleich der Spieler, die beim Schlusspfiff des letzten Spiels vor der Winterpause auf dem Platz standen und der wahrscheinlichen (Wunsch-)Aufstellung zum morgigen Rückrunden-Auftakt der Bayern in Wolfburg.

Butt
Lahm – van Buyten – Breno – Pranjic
Tymoshchuk – Ottl
T.Müller – Schweinsteiger – Ribery
Klose

Kraft
Lahm – Breno – Badstuber – Gustavo
Schweinsteiger – van Bommel
Ribery – T.Müller – Robben
Gomez

Noch Fragen?

Ich bin müde zu diskutieren dieses Thema

So langsam reicht es mir.

Einerseits beginnt es mich zu langweilen, andererseits frisst es zu viel Zeit. Und im Kreis drehen wir uns sowieso.

Worum es geht?

Um die Themen aller Themen. Also den FC Bayern, seinen Trainer, dessen Entscheidungen und all die Diskussionen drumherum.

Mir ufert das alles zu sehr aus.

Da gibt es Bayern-Fans, die haben zu viel Zeit und offenbar zu viel Energie. Die gründen Facebook-Gruppen und starten sogar Petitionen. Petitionen! Dabei geht es hier nicht um den Atomausstieg sondern um einen möglichen Bayern-Torhüter Manuel Neuer.

Da gibt es Bayern-Fans, die diskutieren den ganzen Tag auf Twitter nur über dieses Thema.

Alles schön.

Aber ich habe für so was eigentlich keine Zeit. Und mir vergeht ob dieser „Übermacht“ auch die argumentative Lust.

Eigentlich sollte das die schönste und wichtigste Winterpause seit Jahren werden. Mit der Rückkehr unseres Messi(as). Herrn Robbens.

Mit einem Neuzugang Gustavo, der offenbar wirklich eine Verstärkung im Defensivverbund darstellt. Und einfach mit Vorfreude, dass es nächsten Samstag endlich wieder losgeht mit der Bundesliga.

Stattdessen verstricken wir Bayern-Fans uns in endlosen Disputen und Grabenkämpfen. Dabei haben wir doch alle nur ein Ziel: Den Erfolg unseres Vereins, des FC Bayern.

Nur scheint es zu diesem Ziel mehrere Wege zu geben. Und jeder ist mit unzähligen argumentativen Minen bestückt.

Damit das niemand falsch versteht:

Ich würde diesen Weg gehen, würde eigene „Der beste deutsche Torwart muss beim FC Bayern spielen“-Facebook-Gruppen gründen und sie ähnlich bewerben, würde jedem der es hören will oder nicht, die Richtigkeit meiner Argumente um die Ohren hauen. Würde. Schaff‘ ich aber nicht. Und will ich nicht.

Denn das würde mich zu sehr runterziehen.

Also blende ich es aus.

Blende ich aus, dass ich in Sorge bin. Ob der Weg, den unser Trainer gehen will, der richtige ist. Ob das alles klappt mit unseren Saisonzielen. Nach dieser Hinrunde. Und mit diesem Druck. Oder ob es im Desaster endet (Platz 4).

Ich lasse es einfach alles geschehen, springe über meinen Schatten und wünsche all denen, mit denen ich nicht einer Meinung bin, alles Gute.

Wünsche ich Thomas Kraft eine tadellose Rückrunde, wünsche ich van Gaal, dass er am Ende Recht behält.

Denn wünschen darf man sich alles.

Fortan konzentriere ich mich auf positive Gedanken.

Auf einen Flügelflitzer Robben, die geschlossene, zuvor lückenhafte linke Defensivseite, den 6er- oder 8er-Schweinsteiger und auch sonst noch jede Menge Helligkeit in diesem Winter, Frühling und Frühjahr. Vor allem nach soviel Dunkelheit in diesem Spätsommer, Herbst und Winter.

Ansonsten dürft Ihr über mich und diese Zeilen denken was Ihr wollt…

Die Torwartfrage – Wahnsinn oder Genie?

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag heute Vormittag schreiben. Eigentlich sollte es dabei um Nebelkerzen gehen. Und eigentlich dachte ich, dass Thema wäre entspannt.

Und dann brachen ein paar Dämme. Auch bei mir. Auf Twitter. Und sonstigen Kanälen.

Sicher, es ist Winterpause, es passiert nicht viel und der FC Bayern ist immer für eine Schlagzeile gut. Aber was heuer abgeht sprengt alles, was ich bisher rund um die Jahreswende und meinen Verein erlebt habe.

Erst das Thema Luiz Gustavo, Hoffenheim, Hopp, Rangnick und Co. – und nun die erneut aufflammende Diskussion um die Position des bayerischen Torhüters.

Das Verwunderliche: Eigentlich haben wir dort überhaupt kein Problem!

Butt hält seit 1,5 Jahren solide bis ausgezeichnet. Ferner haben wir in der Hinterhand einen Thomas Kraft, der wirklich mehr als gute Ansätze zeigt(e).

Da haben wir alle aber die Rechnung ohne die Emotionalität der Bayern-Fans gemacht.

Die meisten denken, dass im Tor des FC Bayern immer die deutsche Nummer 1 stehen müsse. Elitäre Denke, hat aber auch was mit Anspruch und Zielen zu tun. Prinzipiell sind sich da die meisten auch einig, allerdings kommt diesmal hinzu, dass die aktuelle Nummer 1 in Deutschland ein Vollblut-Schalker ist. Tja und damit geht es los.

Emotion pur.

Ok. Eine Handvoll Facebook-Fans und Teile der Ultras, Allesfahrer und Südkurvengänger sind noch lange nicht „die Bayern-Fans“ und schon gar nicht die Mehrheit. Die Vehemenz der Ablehnung Neuers findet trotzdem ihren Widerhall. In den Medien und bei denen, die so was dankbar aufnehmen.

Bis zu diesem Punkt waren die Fronten geklärt und das meiste ausdiskutiert.

Bis heute das Münchner Boulevard einzelne Aussagen unseres Trainers interpretierte und Gerüchte in die Welt setzte, dass van Gaal zur Rückrunde eben Thomas Kraft als neue Nummer 1 ins bayerische Tor befördert.

Der ebenso verdienstvolle und erfahrene Butt soll mit sofortiger Wirkung auf die Bank versetzt werden.

Peng.

Mein erster Gedanke: Was? Ist van Gaal jetzt völlig plemplem?

Mein zweiter: Warum?

Hat Butt den Rensing gegeben? Hat er sich etwas zu schulden kommen lassen, dass uns auch nur einen dieser 14 Punkte Rückstand auf den BVB eingebrockt hat?

Später am Tage, wohl überrascht von der Wucht des Echos seiner Andeutungen, versuchte er sich in diesem Punkt eindeutig doch noch nicht festzulegen. Irgendwie. Halbherzig.

Seine Worte:

„Ich muss einem Spieler meiner Mannschaft doch die Chance geben, dass er auch unter Druck spielen kann. Auch Kraft muss mit Druck umgehen können.“

?

„Beim 1. Mal haben Sie das nicht erwartet, beim zweiten Mal habe ich das gesagt, damit Kraft lernen kann mit dem Druck umzugehen. Auch das ist Ausbildung. Und ich glaube als Trainer von Bayern München auch die Verantwortung habe einen Spieler auszubilden.“

??

„Jetzt haben wir zwei Wochen Zeit, normalerweise haben wir nur zwei bis drei Tage Zeit um uns auf ein Spiel vorzubereiten.“

Ernsthaft? Das sind seine Gründe?

Sicher, van Gaal hat derlei schon zweimal mit Erfolg gemacht. Bei Ajax und bei Barcelona. Herausgekommen sind Edwin van der Sar und Victor Valdes (auch wenn diese Zeilen hier alles in einem anderen Licht darstellen). Aber sind beide Situationen mit der des FC Bayern 2010/11 vergleichbar?

Wir stehen in dieser Rückrunde vor einer Mammutaufgabe. Spielen noch in allen Wettbewerben mit.

Uns stehen zwei heiße Duelle in der Championsleague bevor. Gegen Inter Mailand, den Titelverteidiger, der zwar in der Hinrunde ähnliche Probleme wie wir hatte, dessen Stammspieler aber inzwischen alle wieder dabei sind. Wir haben die schwere Auswärtsaufgabe im DFB-Pokal in Aachen vor der Brust und wir müssen in der Bundesliga 14 Punkte gegenüber Dortmund aufholen. Zumindest aber bis zu vier gegen drei Mannschaften.

Da erfordert es höchste Konzentration. Ein Schwächeln wie phasenweise in der Hinrunde ab sofort verboten.

Klar könnte man jetzt einwenden, dass nicht allein Thomas Kraft für Siege verantwortlich sein wird und da vielmehr noch zehn andere Mitspieler ein Wörtchen mitzureden haben. Aber war es nicht zuletzt die Ruhe, Gelassenheit und Erfahrung eines Butt, die uns in den schweren Zeiten unter Rensing gerettet haben? War er es nicht, der einer ansonsten teilweise hanebüchenen Abwehr so etwas Ähnliches wie Sicherheit gab?

Kann Thomas Kraft das alles schon leisten?

Oder soll er es in dieser Rückrunde lernen? Schön. Operation am offenen Herzen.

Und was ist die Konsequenz, wenn die 50:50-Chance schiefgeht und Kraft scheitert? Analog zu Rensing? Dann gefährden wir massiv unsere Ziele. Und die Mindestziele sind die Championsleague-Qualifikation für die nächste Saison. Also Platz 3, besser noch Platz 2.

Reagiere ich übertrieben? Wohl eher van Gaal, oder?

Wieso nicht Kraft weiter aufbauen, wie er es schon in der Hinrunde getan hat? Muss es gleich die Holzhammer-Methode sein?

Ich hätte überhaupt keine Probleme damit, wenn wir in der BVB-Position wären. Gerne. Sofort. Aber so?

Nein. Für mich steckt da mehr dahinter.

Entweder weiß van Gaal, dass das mit Neuer und dem FC Bayern nichts wird. Dann macht er sich gerade einen Spaß daraus, den Vorstand und den Präsidenten lächerlich zu machen.

Wenn Neuer längst unterschrieben hat, dann will er es den hohen Herrn wahrscheinlich genauso zeigen: „Seht her, ich hätte mich ja für Kraft entschieden und jetzt zeig‘ ich Euch mal, warum!“

Oder mit Neuer ist noch gar nichts klar und van Gaal greift massiv in dessen Willensbildung und die Transferplanung der Bayern-Führung ein…

Ich weiß nicht, welche Option ich am schlimmsten finde.

Moment, es gibt ja noch eine vierte, bzw. fünfte Option. Entweder hat van Gaal Todessehnsucht (was seinen Job angeht) oder er liebt einfach das Spiel mit dem Feuer.

Puh.

Lehnen wir uns mal für einen kurzen Moment zurück und atmen wir tief durch.

Sollten sich diese Gerüchte tatsächlich und offiziell bestätigen, dann können wir daran ohnehin nichts ändern.

Die Anti-Neuerianer taumeln vor Freude und wir zittern.

Aber ich bin in der Lage differenziert und reflektierend zu agieren.

Am Ende des Tages ist ohnehin nur der FC Bayern wichtig.

Nicht Kraft, nicht Butt, nicht van Gaal, Hoeness oder sonst wer. Nur der Verein.

Persönlich hätte ich kein Problem damit, wenn Kraft jetzt eine überragende Rückrunde spielt und uns mit seinen Paraden in allen Wettbewerben nach vorne bringt. Was wäre ich für ein Fan, wenn ich ihm Fehler, Pech und Pannen wünsche, nur um Recht zu behalten? Nein, derlei käme mir nicht in den Sinn. Wenn das Spiel in Wolfsburg angepfiffen wird und er steht wirklich im Tor, dann will ich trotzdem, dass wir zu Null gewinnen. Und zwar so was von.

Ich bin mir nicht sicher, ob alle Neuer-Ablehner das im Umkehrschluss genauso entspannt sehen könnten.

Kurzum und um das Thema für heute und für mich zu beenden:

Diese Nachricht war für mich ein Schock. Aber ich lasse mich jetzt mal überraschen. Nur dieses Zwicken, dass die Saison vielleicht doch noch vollends den Bach runter geht, dass wird mich wohl den Rest der Saison begleiten.

Die Akte Robben 09/10 – Ende absehbar?

Lange Zeit war es ein wenig ruhig geworden um das Thema Robben. Also abgesehen von der – von Bayern-Fans – sehnsüchtig erwarteten Rückkehr unseres Flügelflitzers.

Doch dann trudelten doch noch ein paar Meldungen ein.

[22.12.2010] Zeichnet sich tatsächlich eine Einigung zwischen dem FC Bayern und dem KNVB ab? Es scheint so.

„Die Niederländer sind bemüht, die Kuh vom Eis zu holen“ […] „Uns ist sportlich und finanziell Schaden entstanden. Eventuell könnte eine Lösung sein, dass man ein Spiel Niederlande gegen Bayern macht und unseren Schaden mit den Einnahmen kompensiert. Beide Parteien sind da willig“, sagte Rummenigge.

Ach was. Und durch die Einnahmen eines einzigen Spiels sind die vielen Millionen der Gehaltsfortzahlungen für Robben ausgeglichen? Interessant. Soll das Spiel in Maracana stattfinden? Ticketpreise ab 250,- Euro?

Wie auch immer. Mir ist ohnehin nur wichtig, dass derArjen in 2011 endlich mal wieder spielt.

[30.12.2010] Robbens Physiotherapeut Dick van Toorn hat ein klitzekleines Ego-Problem. Streitet er zwar bestimmt vehement ab, aber was soll das denn bitte wieder?

„Robben ist schon im fünften Monat, ohne etwas zu tun. Es ist unbegreiflich, dass Robben, der Mannschaftskameraden gegenüber sagt, gesund zu sein, monatelang draußen sitzt. Das ist weggeworfene Zeit für einen Spitzensportler. Die Bayern sind doch meschugge.“

Ahja. Und weiter…

Aus Sicht des Therapeuten schadet die lange Auszeit dem Spieler mehr als sie nutzt: „Bevor er jetzt wieder fit ist, muss ganz schön was passieren. Und es besteht jetzt eine große Gefahr, dass die Verletzung wieder aufbricht.“

Wunderheilern sagt man ohnehin nach, dass sie hellsehen können. Auch und gerade aus der großen Entfernung…

Worum es eigentlich geht, sagt er erst danach. Irgendwie.

Mit dem FC Bayern will van Toorn nichts mehr zu tun haben: „Die haben über mich einen Eimer voll Schlamm gekippt. Das ist Müller-Wohlfahrts Schuld. Ich habe Robben fit gemacht. Und dann werde ich beschimpft, das hat weh getan. Meiner Meinung nach geht es hier um das Ego des Arztes, der viel Macht bei den Bayern hat.“

Wer hier was über wen ausgekippt hat, dass lassen wir mal so stehen.

[04.01.2011] Aus ist es mit Wunderheilung. Die letzten Worte Dick van Toorns waren des Guten wohl zu viel. Arjen Robben trennt sich von seinem bis dahin persönlichen Therapeuten.

„Arjen und van Toorn arbeiten nicht mehr zusammen“, sagte Hans Robben, Vater des Bayern-Spielers.

Das ist doch mal eine Ansage. Anschließend bringt Hans Robben das Thema auch gleichzeitig zum Abschluss. Mit einer passenden Beschreibung.

„Man darf seine Sätze nicht ernst nehmen. Van Toorn ist ein frustrierter Mann.“

Der Luiz, der Dietmar, der Ralf und der David

Erst mal ein frohes neues Jahr. Man kommt ja zu nix. Noch nicht einmal zum Bloggen.

Ansonsten hätte ich schon längst mal zu unserem einzigen (Zitat Nerlinger) Wintertransfer geschrieben. Und zu den Umständen und dem Scherbenhaufen in Hoffenheim.

Inzwischen ist dies aber in der Szene alles schon geschehen. Was bleibt mir da noch?

Meine Freude zum Ausdruck zu bringen, dass ein solcher Spieler, dem ein solcher Ruf vorauseilt, nun beim FC Bayern spielt. Das ist zumindest besser als andersherum. Hoffenheim ist nicht München, aber wenn Gustavo dort der „wichtigste Spieler“ gewesen sein soll, dann kann das für den FC Bayern nicht schlecht sein.

Über die Ablöse müssen wir nicht streiten. Der Winterschlussverkauf ist immer teurer als der im Sommer. Plus die bekannte Bayern-Zulage, die wir ja immer extra bezahlen. Wenn nicht in Ablöse, dann in Gehalt oder sonst was.

Was dieser Transfer nun bedeutet?

Na zumindest mehr Feuer für die Sportskameraden van Bommel und Contento. Und das ist gut. Gustavo ist gelernter LAV und – offenbar – ein sehr guter 6er. Ganz nebenbei auch noch Linksfuß. Ergo hatte wohl selbst unser General keine Argumente mehr, sich gegen diesen (oder ganz allgemein gegen) Transfer(s) auszusprechen.

Herzlich willkommen, Luiz, mögest Du Deinem Ruf gerecht werden.

Was seinen alten Arbeitgeber Hoffenheim betrifft, habe ich kein Mitleid. Die TSG wollte und will im Konzert der Großen mitspielen und waren und sind auf das Hopp’sche Geld angewiesen. Ergo muss man daraus die Konsequenzen ziehen und derlei Dinge akzeptieren.

Respekt nötigt mir Herr Rangnick ab. Was schwer genug ist. Konsequenz nennt man dies. Andererseits sickern so nach und nach immer mehr Details durch, die das Ganze in einem etwas anderen Licht darstellen. Auch die Kommunikationsstruktur in Hoffenheim so ganz allgemein.

Wie auch immer.

Ebenfalls ganz gut finde ich, dass Herrn Alaba die Chance gegeben wird unter Wettkampfbedingungen Spielpraxis zu bekommen. Wenn er denn vom neuen Trainer eingesetzt wird. Aber bei seiner Klasse (von der immer alle reden) ist das ja keine Frage.

Hoffen wir nur für ihn, dass er nicht das gleiche Schicksal wie sein Kollege Breno erleidet, der ja nicht minder in den Himmel gelobt wurde und wird und sich nach wenigen Einsätzen im Rahmen seiner fränkischen Ausleihe das Kreuzband riss.

Alles Gute, David, komme gesund und (spiel)stärker wieder zurück!

Es ist Winterpause und die Gerüchteküche fängt jetzt erst richtig an zu kochen

Die Pause ist ja nun noch kürzer als gewohnt. Am 15.Januar geht die Bundesliga weiter und in ihre Rückrunde. Am 02.Januar startet der FC Bayern ins Trainingslager.

Da will man eigentlich alle Tücher im Trockenen haben. Oder so.

Deshalb nimmt die Geschwindigkeit der aktuellen Gerüchte wohl gerade ein wenig Fahrt auf.

Was haben wir denn da?

Ok. Herr Demichelis ist in Malaga. Zur Ausleihe und für die Spielpraxis. Oder? Warum sonst hat man ihn nicht direkt verkauft?!

Herr Gustavo soll – geht es nach dem Hoffenheim-Boss (also dem eigentlichen) – ja spätestens im Sommer das Bayern-Trikot tragen. Was zu einem (endgültigen) Abschied unseres „aggressive Leaders“ führen würde.

Sicher ist die Verpflichtung eines weiteren Ösi-Talentes. Soll ein Kracher sein. Irgendwann in der Zukunft.

Viel diskutiert und trotzdem am Ende wohl nicht existent ist der Transfer von Herrn Baines an die Isar. Er hat so starkes Heimweh, schon bevor er weg ist und solch einen Spieler will man dann wohl doch nicht zwingen.

Somit werden die alten Klamotten wieder hervorgeholt.

Fábio Coentrão.

Zu doof, dass der in der Rückrunde nicht mehr in der Championsleague spielen kann. Aber da könnte ja der neue Super-6er aushelfen. Der gibt den LAV gerne mal aushilfsweise. Und sowas kennen wir ja.

Wer sonst noch in der Lostrommel ist?

Nix ernsthaftes. Aber an Abgängen soll es uns ja scheinbar auch nicht mangeln:

Braafheid (Galatasaray?), Mark van Bommel (Wolfsburg oder England?), Hamit Altintop (Istanbuler Großklub?), Miroslav Klose (Lazio?) und Diego Contento (Ausleihe?)

Wie ich schon sagte – die Winterpause könnte spannend werden. Oder eben nicht.