Rheinische Hasenjagd oder Volles Programm

Wir leben in unruhigen Zeiten. Also zumindest ich. Beruflich wie privat. Und aus genau diesem Grunde gab es vor dem Gastspiels meines FC Bayern in Düsseldorf auch keinen Vorbericht. Obwohl ich mir das fest vorgenommen hatte.

Ich schrieb also nichts darüber, dass ich im Rheinstadion mein erstes FCB-Auswärtsspiel meiner „Allesfahrer“-Karriere erlebte, Uli Hoeneß direkt auf der Tartanbahn an unserem Block vorbei lief, er sich sogar zu uns umdrehte, als wir ihm etwas zuriefen und wir den jungen Reinhold Beckmann erleben durften, wie er für diesen noch jüngeren Spartensender „Premiere“ berichtete. Als ob sich dieses – wie hieß das noch mal? Ach, ja – Pay-TV durchsetzen würde. So unsere damaligen Gedanken.

Ich konnte ebenfalls nichts darüber erzählen, wie ich Jürgen Klinsmann im Rheinstadion ballern sah oder über diesen Fortuna-Fan aus unserem neutralen Block, der in der Halbzeitpause dieses Freundschaftsspiels keine Scheu hatte, seine Freundin vor 50.000 Menschen um ihre Hand zu bitten.

All dies blieb unausgesprochen.

Statt dessen schrieb meine Frau gestern einen persönlichen Beitrag über unser gemeinsames Stadionerlebnis. Pech würde ich so etwas nennen.

Pech, dass sich meine Frau gerade mich ausgesucht hat. Nachdem sie sich einige Zeit zuvor erst von einem anderen Bayern-Fan getrennt hatte. Weniger fanatisch, weniger aktiv, aber immer noch Bayern(!)-Fan. Und das ihr als Fortunin.

Da trifft es sich gut, dass es ein Wesenszug meinerseits ist, mit diesem Thema nicht schon beim ersten Date um die Ecke zu kommen. Wer weiß wie all das sonst ausgegangen wäre…

In ihrem jugendlichen Leichtsinn dann also dieser Spruch („Fortuna gegen Bayern, ja klar, gehen wir hin“), im festen Glauben, dass in ihrem Leben Fortuna und Bayern ohnehin nicht mehr in der gleichen Liga spielen würden. Schon wieder Pech.

Glück hingegen, dass ich 16 Jahre später kein allesfahrender Ultra, alles zusammenschreiender Fanatiker mehr bin. Im Stadion geht das bei mir mehr so nach innen und bricht es nur situativ aus mir heraus. Wie die Mitt-Vierzigerin, ein Meter neben mir, bei diesem schlampigen bayerischen Konter in der ersten Halbzeit voller Schrecken für ihr Trommelfell feststellen durfte. Den Rest des Spiels suchte sie Distanz (früher war das eines meiner Hobbys in der Kurve *g*).

Meine Frau kann all dies nicht mehr schocken. Meine Frau hat mich 2001 live erlebt. Samstags und am Mittwoch drauf. Seit dem hat sie sogar vor Bayern-Fans Respekt und weiß wie sich das anfühlt, wenn man ihr versucht zu erklären, wie das als Fußball-Fan so ist. Erst zur Geburt unserer Kinder sah sie wieder so viele Tränen. Anderes Thema.

Nein, es war ein rundherum und persönlich schönes Erlebnis. Nachdem unsere Kinder betreut waren, wir im Stadion Platz genommen hatten und der erste Ärger über die über Campino und die Hosen pfeifenden Bayern-Fans verrauchte, konnte sie das auch so sehen.

Bis die Bierdusche beim vermeintlichen 1:0, die Pyros nach dem Ausbau der Führung und die ständig qualmenden Raucher um uns herum ihr ein vollumfängliches Erlebnisbad verschafften – „Volles Programm, Schatz“.

Der Rest verlief ruhig. Was hätte sie als Fortunin auch für Argumente gehabt? Zu eindeutig war doch das Spiel. Ihr Zittern ob eines Desasters bemerkte ich erst bei ihren Nacherzählungen, ich hing ob meiner Stadion-Anspannung fast immer über dem Sitzwellenbrecher.

Machen wir es kurz. Ich bin Bayern-Fan. Ich will immer gewinnen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich mal mit einer Niederlage anfreunden konnte. Vorher, nachher, freiwillig.

Deshalb gefiel mir dieses Spiel gegen Fortuna ja auch so gut. Weil die Bayern heuer Gas geben. Und zwar bis zum Schluss. Viele Düsseldorfer hatten die Hoffnung, dass wir nach dem 0:3 Schluss machen. Diese Zeiten sind zumeist aber – aus unserer Sicht – Gott sei Dank vorbei. Hitzfeld war gestern, heute ist Power und Gnadenlosigkeit.

Wie anders ist zu erklären, dass wir auch in der 85. und 86. Minute noch kein Erbarmen kannten und ein viertes und fünftes Tor erzielen wollten? Wann hat es dies in den letzten Jahren in dieser Häufung gegeben?

Natürlich, die Fortuna war (erneut) kein richtiger, herausfordernder Gegner für unser Team. Aber trotzdem hatten die Campino-Boys doch einiges vorzuweisen. Wenig Gegentore und eine zumeist stabile Defensive. Vor dem Spiel hatte ich – aus Gründen – somit schon ein wenig Respekt (Nationalmannschaftspause, Schweden-Spiel, etc.). Zu Unrecht wie sich herausstellen sollte. Spätestens nach dem 1:0 war mir klar, dass es das gewesen sein musste. Zu harmlos war unser Gegner, zu ungefährlich wurden da die Konter gefahren, zu körperlos spielte man gegen unsere „Zauberer“ (wenigstens das hatte ich erwartet). Was man so aus dem Umfeld der Düsseldorfer vor dem Spiel vernommen hatte, war dies aber auch nicht anders erwartet worden. Nun denn, die Bayern sind nicht der entscheidende Gegner auf dem Weg zu den rettenden 40 Punkten…

Noch ein paar Details zum Spiel?

Mir fällt es inzwischen wieder schwerer ein Haar in der Münchner Supper zu finden. Ein Gustavo-Fehlpass hier, eine Schlampigkeit von Kroos da, verbesserungswürdiges Stellungsspiel unserer Außenverteidiger?

Alles richtig, aber es hatte erstens keine Konsequenzen und zweitens befinden wir uns mitten im zweiten Saisonstart – die Rückkehr Alabas auf den Rasen ist hier der Meilenstein. Ich durfte bei seinem Comeback live vor Ort sein. Ein Genuss ihn wieder wirbeln zu sehen. Da ist noch nicht alles wieder auf Rückrunden-Niveau (wie auch), es macht aber trotzdem Spaß, ihm zuzuschauen.

Das Wichtigste an dieser Stelle: Endlich erreicht die Rotation auch unsere Defensive! Einer der Gründe für unseren aktuellen Erfolg ist ja diese Rotation(sfähigkeit) in der Offensive. Was hätten wir noch vor wenigen Monaten für Klagelieder angestimmt, hätten wir komplett auf Gomez, so oft auf Robben und zwischendurch auf Ribéry verzichen müssen? Ich will nicht darüber nachdenken.

Und jetzt? Zack, wir wechseln einfach Qualität für Qualität. Diese Optionen zaubern mir immer noch jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht.

Apropos Auswechselungen.

Ich muss gestehen, dass ich gegen Ende des Spiel den Überblick verloren habe, wer da jetzt gerade auf welcher Position spielt. Positionsgetreu haben wir da nicht gerade gewechselt. Sehe ich das richtig, dass Rafinha rechts offensiv gespielt hat, ja? Und Alaba links? Und Ribéry war dann Mittelstürmer? Oder doch Thomas Müller?

So was kann man machen. Beim Stand von 3:0. Gegen eine derartige Fortuna, in Düsseldorf. Aber bitte nicht gegen Dortmund, Frankfurt und Co. – ach, gegen diese Gegner haben wir unsere absolute Topformation dann ja eh wieder zusammen, um den aktuellen Status noch einmal zu erhöhen? Ah, sehr gut.

Fazit: Souveräner Sieg, privates Hochereignis, Fortuna wird sich hoffentlich fangen und wir konzentrieren uns jetzt bitte morgen auf Lille, damit dieses Dr*cksspiel gegen Bate bis zum OSC-Rückspiel in München (welches ich als nächstes Livespiel fest gebucht habe) vergessen ist, ok?

Na dann: Auf geht’s, Ihr Roten!

P.S. Startrekord!

P.P.S. Schweinsteiger & Ribéry -> Weltklasse!

Und die Erinnerung daran, wie es früher einmal war – München

Die nächste Championsleague-Saison steht vor der Tür. Ganz zu schweigen von der Bundesliga. Und dem Pokal. Weshalb erwähne ich aber die Königsklasse? Weil diese – für das „normale“ Bayern-Mitglied – noch am ehesten Karten und Spiele bereithält.

So zumindest meine Erlebnisse in der abgelaufenen Spielzeit.

Und wie einfach all dies heute so ist: es gibt Billigflieger, die einen bequem in 60 Minuten von Köln/Bonn nach München bringen, es gibt günstige Hotels, die man per Smartphone-App buchen kann, es gibt überhaupt jede Menge Möglichkeiten, die einem Anreise nach und Aufenthalt in München erleichtern.

Dies war nicht immer so und darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Ich war ein Spätstarter. Als Allesfahrer, als aktiver Fan, der seinen Bayern hinterherreist, in der Südkurve im Olympiastadion mitfieberte.

Ich war dermaßen spät dran, dass ich schon Autos fahren durfte. Allerdings nicht vermögend genug, ein Auto mein eigen zu nennen.

Meine damaligen Bayern-Freunde hatten da andere Gelegenheiten. Fahrgelegenheiten.

Nachdem ich 1989 mein erstes Spiel in München live gesehen habe, stieg ich in dieses Thema ein. Also Auswärtsfahrten jetzt (und München war für mich als Rheinländer noch die weiteste „Auswärtsfahrt“).

Tickets waren damals überhaupt kein Problem und so wurde irgendwann die Idee geboren im Opel Kadett einer meiner Freunde – zu viert – nach München zu reisen. Ich war Feuer und Flamme.

Wir trafen uns am Spieltag. Früh. Sehr früh. Beim Kadett-Fahrer. Und schon ging die Reise los (ich wohnte damals noch im schönen Wuppertal).

Zwei fahren auf der Hinfahrt, zwei auf der Rückfahrt (wie sich herausstellen sollte, war es eine sehr gute Entscheidung die Hinfahrt zu übernehmen).

Sechs Stunden auf dem Weg zum gelobten Land. Wir vorne versuchten wach zu bleiben und die „Rückfahrer“ hinten das Gegenteil. Wir hatten mehr Erfolg. Aber man war ja auch jung. Und belastbarer. In jeder Hinsicht.

Für alle die Leser mit der Gnade der späten Geburt ist das jetzt sicher etwas ungewöhnlich, aber zu dieser Zeit kam man dann morgens in München an, fuhr über den Ring bis zu den Parkplätzen auf der Hinterseite des Olympiastadion und war da. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob wir tatsächlich mit oder ohne Tickets nach München fuhren, aber selbst wenn nicht, war das kein Problem, denn damals waren noch regelmäßig Tageskassen geöffnet, die einen sicher mit Tickets versorgen (Tageskarten(!), regelmäßig(!!)).

Natürlich war das Olympiastadion um diese Uhrzeit noch nicht geöffnet, aber man konnte ja schon hineinschauen und die U6 war nicht weit, also erst einmal in die Stadt. In voller Montur, also in meinem Fall mit diesen Bayern-Schal, der – nach heutigen Maßstäben – eher selbst gestrickt aussah.

Die Eindrücke vor einem Spiel in München sind als (auswärtiger) Bayern-Fan damals wie heute aufregend. Klar, es gibt normale und größere Spiele, aber das Stadtbild verändert sich und man bekommt dies hautnah mit.

Irgendwann dann zurück in den Olympiapark und rein ins Stadion.

Es war das Spiel gegen Düsseldorf. Das Rückspiel der Saison 1989/90. Denn das Hinspiel hatte ich im Rheinstadion ja auch schon gesehen (Auswärtsspiele im Westen waren unsere „Heimspiele“).

Ein schlappes 0:0, dass neben mir noch 25.000 andere mitanschauen mussten. Aber wen stört dies wirklich, wenn er als Fan sein erstes Erlebnis Bundesliga-Heimspiel hinter sich bringt?

Erneut ergibt sich hier ein größerer Unterschied zur Gegenwart.

Welcher Fan hat in der heutigen Zeit – nach einem Spiel – Gelegenheit in die Nähe von Spielern oder Prominenten zu kommen? Im alten Olympiastadion war das noch ganz anders.

Unterhalb der Haupttribüne gab (gibt?) es ein Restaurant, dass man noch am ehesten mit den heutigen Fan-Treff-Lokalitäten in der Arena vergleichen kann (die Optik der Deckendekoration wurde in den heutigen Businessbereich übernommen). Aber die Spielerautos standen vor der Haupttribüne. Jede Menge Opel mit Münchner Kennzeichen („M-BM 123“). Und kaum Möglichkeiten für die Spieler unerkannt zu den eigenen Karossen zu gelangen. Ein Traum für Autogrammjäger.

Irgendwo in alten Fotokosten liegen die Aufnahmen auf denen wir uns Autogramme von den Sportskameraden Strunz und Mihajlovic holen (wer erinnert sich noch an die Mic&Mac-Zeit beim FC Bayern?).

Gefühlt mehr als ein Jahrhundert her.

So liefen aber die Spiel-Abende in München ab. Und wenn man mit seinem Auto bis ran an das Stadion fährt, hat man es zwar nicht weit bis dahin und beim Ankommen wie Abfahren eine imposante Kulisse, aber man muss gleichwohl die ganze Strecke zurück nach Hause auch wieder fahren. Womit wir beim Punkt der richtigen Entscheidung wären, die Hinfahrt übernommen zu haben…

Machen wir es kurz: Es ist anstrengend. Aber wir haben es geschafft. Und alle anderen Heimspiele (der Vergangenheit als Schüler und Student, „ohne Geld“) haben wir dann mit der Bahn erreicht („130,- Mark, bis zu fünf Mitfahrer zahlen die Hälfte“).

Aber diese „Erlebnisse“ sind ein eigener Bericht.

Die fünffache 11Freunde-Verlosung. Beim Paule.

Kann man derlei schon Tradition nennen?

2007, 2008, 2009, 2010, 2011 und 2012 Bestandteil des 11Freunde-Bundesliga-Sonderheftes gewesen zu sein und 2010 und 2011 Sonderhefte auf dem Blog verlost zu haben?

Paule sagt: Ja. 😉

Und deshalb gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Verlosung von fünf Sonderheften der 11Freunde. Hier auf dem Blog. Aktuell ist zwar noch nicht nicht gesichert, ob die 11Freunde die auch „springen lassen“, aber erstens liegt mir zumindest schon ein Belegexemplar vor und zweitens springe ich hier einfach mal – falls es nicht dazu kommt – für die restlichen vier Holzausgaben in die Bresche.

Update: Die 11Freunde lassen springen. Und zwar fünfmal.

Da ich die aber nicht so einfach verschenken will, gibt es auch dieses Jahr wieder eine Frage, die man als „echter“ Bayern-Fan durchaus beantworten können sollte.

In welcher Stadt wurde der ehemalige Präsident des FC Bayern geboren, der dieses Amt zwischen 1913 und 1951 insgesamt viermal bekleidete?

Die Antworten bitte in die Kommentare zu diesem Beitrag schreiben.

Jeder erhält die gleiche Chance, denn unter allen den Teilnehmern, die bis morgen (31.07.2012) um 17:30 Kommentare mit der korrekten Lösung hinterlassen, werde ich die fünf Hefte verlosen.

Viel Erfolg.

Paule gibt den Kohl und jede Menge Antworten. Im 11Freunde-Sonderheft.

Es ist mal wieder soweit. Ein Jahr ist rum, die Sommerpause strebt ihrem Höhepunkt entgegen und die Bundesliga-Sonderhefte zur neuen Saison schlagen auf.

Auch von den 11Freunden. Und der Paule ist dabei. Mal wieder.

Wer das Heft noch nicht gekauft hat, oder an der ungekürzten Fassung meines Fragebogen interessiert ist – biddeschön.

Die neue Saison wird legendär, weil:

…wir seit der letzten Saison wissen, dass ein FC Bayern immer noch einen oben drauf setzen kann. Oder unten. Drunter.

An die alte Saison werde ich mich noch lange erinnern, weil:

…ich mich – wie jedes Jahr – an jede Saison meines Vereins erinnern kann…

Drei Wünsche frei für die nächste Saison? Hier sind sie:

Ein #FinaleAbroad mit Eiern vom Punkt, ein Trainer, der beim FC Bayern Standards trainieren lässt und ein Toni Kroos, der die 100m in unter 25sek laufen lernt.

Huaaah! Mein größter Albtraum:

Noch einmal ein #FinaleDahoam durchleben zu müssen. Live und am Rande der Belastungsgrenze. Ich werd‘ auch nicht jünger.

Mein Lieblingsspieler im aktuellen Team ist:

Keine Chance. Da leg‘ ich mich nicht fest. Meine Vorauswahl: Neuer, Alaba, Schweinsteiger, Ribery, Müller oder Gomez

Warum? Weil ich es kann.

Mein Held vergangener Jahre:

siehe Fragebögen der letzten Jahre. Neu-Einsteiger in dieser Liste: Neuer und Alaba

Lustigster Fangesang der letzten Saison war:

Nach Lachen war mir heuer im Stadion nicht zumute. Vor allem gegen Ende der Saison…

Nie wieder! Was müsste passieren, damit Du nicht mehr ins Stadion gehst?

Was für eine Frage! Vielleicht wenn der FC Bayern sich auflösen würde, oder es nur noch Spiele der Nationalmannschaft gäbe? Abwegig.

Auf dieses Auswärtsspiel freue ich mich besonders, weil:

Düsseldorf. Ein erstes Mal könnte meine Frau mich live im Stadion erleben. Ob sie will oder nicht…

Unser aktuelles Trikot ist…

…was für Farbenblinde. Obwohl: Vielleicht eher was _von_ Farbenblinden? Oder was machen die Trikotdesigner in Herzogenaurach von Beruf?

Wenn Kathrin Müller-Hohenstein und Olli Kahn im nächsten Jahr auch die Champions League moderieren, dann…

…schaue ich mir das weiterhin nicht an. Ob Kahn nun twittert oder schwimmt.

Wonti, ich komme! Hier ist meine beinharte These für den nächsten Doppelpass:

Mehr Twitter, weniger Gezwitscher.

Im Stadion brauche ich nur Wurst, Bier und…

W-LAN. Was sonst?

Meinem Klub fehlt …

…der Erfolg. Seit Jahrzehnten. Gefühlt. Wenn man der Bayern-Seele in diesen Wochen Glauben schenken mag. Oder vielleicht einfach doch nur Eier. Beim Schießen von Elfmetern…

Diesen Fußball-Twitteraccount habe ich immer im Auge:

Meinen. Denn vom FC Bayern gibts ja keinen…

Wer verpflichtet in der Winterpause Otto Rehhagel?

Ob jemals noch ein Verein so verzweifelt sein wird? Andererseits: Kommt darauf an, in welchem Verein Herr Preetz in der Rückrunde Manager ist.

Und wer Rolf Schafstall?

Irgendwas mit Ostdeutschland. Da ist Schafstall sicher immer noch extrem beliebt…

Wer klagt sich nach dem Relegationsspiel durch alle Instanzen?

Soll ich jetzt hier den 375. Witz über Hertha oder Fortuna niederschreiben? Eher wird es das unterlegene Team werden. Nachdem der inszenierte Platzsturm keinen Erfolg brachte…

Apropos Inszenierung. Platzstürme werden die neuen Sommer-/Wintermärchen, wetten?

Die Erste Liga verlässt nach unten…

Kaiserslautern, 1860 und der Club. Ach ne, die drei Wünsche sind ja schon durch. Realistisch betrachtet wird es wohl die Plätze 16-18 treffen. Verrückt.

WDwWbP 2012: Die rote Wand

Es ist die Sehnsucht. Und das muss man auch als Bayern-Fan mal offen sagen dürfen.

Die Sehnsucht nach Stimmung. Echter, überschäumender, lauter Old-School-Stimmung. Wie sie vielleicht andere Vereine im Rahmen ihrer Heimspiele haben. Wobei dies natürlich oft auch nur Image ist.

In unserem Stadion habe ich derlei selbst erlebt. In den letzten Monaten.

Ich hatte während des Spiels desöfteren meine Augen und Ohren auf der Südkurve und ich hatte nicht nur einmal eine Gänsehaut bei dem Gedanken, was mit unserer Südkurve möglich wäre, wenn diese Power über den gesamten Unterrang oder gar über die ganze Wand im Süden ausgedehnt werden könnte. Der Wahnsinn. Ein wahnsinniger Traum.

Und wenige Wochen später…

Dann die 83.Minute. Vor der Südkurve. Nach einer dieser unzähligen Strafraum-Wuseleien unserer Offensive. Teilweise zu verspielt, teilweise zu lässig, teilweise einfach nur fahrlässig. Und dann kam Müller. Und Esktase, Freude, Schreie – eine Explosion. Wildfremde Menschen lagen sich in den Armen.

Selbst solche – zuvor schon mehr oder weniger deutlich als Südkurven-Touristen erkennbare – Bayern-Fans, die aber jeden Support mehr oder weniger mit machten.

Mitten drin der Paule. Der Paule, der seit vielen Jahrzehnten Fan dieses Vereins ist. Der in dieser Zeit viele Meisterschaften, viele Pokalsiege und fünf Championsleague- oder Landesmeister-Cup-Endspiele gesehen hat und hier nun endlich einmal dabei war. Der Paule weinte. Er weinte wie 2001. Als wir nach 25 Jahren zum ersten Mal wieder diesen Henkelpott in einen Nachthimmel recken konnten. Hemmungslos möchte ich hinzufügen.

Es gibt sie also. Diese Option. Und es scheint nur von der Situation und der Konstellation abzuhängen. Trotz der Dauerkarten-, Ultra-, Fronten-im-Verein-Probleme.

Allein das verbreitet Hoffnung. Denn die Gegenwart lässt derlei nicht zu. Schade.

Andererseits sind obige Situationen vielleicht sogar kontra-produktiv. Denn so tendieren die Verantwortlichen innerhalb des FC Bayern eher zur These, dass es doch klappen kann mit dieser Stimmung. Wenn die Fans nur wollen.

Dabei gibt es auf Seiten des Vereins nicht weniger Baustellen, die es hier zu schließen gilt.

Wollen wir das alle?

Dann, ja dann gibt’s tatsächlich besagte Hoffnung.

WDwWbP 2012: Breitnigge-Stammtisch. In München.

Fragt mich nicht. Das haben andere schon gemacht.

„Wie wäre es mit einem Breitnigge-Stammtisch in München?“

Mhm. Das kann nur ein Nicht-Stammleser, -Verfolger, -Fan gefragt haben.

Warum?

Weil es erstens einen (Fußball-)Stammtisch in München gibt. Und auch Breitnigge schon Stammtische veranstaltet hat. In Köln. Weil Breitnigge schlicht und einfach nicht in München lebt. Keiner bedauert dies manchmal mehr als ich.

Nein. Es gibt den Tweetpass München (#tpmuc (auf Twitter)). Und es gab – schon zweimal – den Tweetpass Cologne (#tpcgn). Den Tweetpass Cologne habe ich seinerzeit ins Leben gerufen, weil das Thema Tweetpass NRW eingeschlafen war. Und weil mein eigenes Thema #tpcgn – mehr oder weniger bewusst – einschlief, gründeten freundliche FCB-ferne Teilnehmer des #tpcgn den Tweetkick Schäl Sick, kurz #tkss.

Auf diesem Fußball-Stammtisch kann man wiederum – und hier schließt sich der Kreis – den Breitnigge mehr oder weniger regelmäßig antreffen.

Auf dem Tweetpass München auch. Wenn sowohl ich in München bin, als auch ein #tpmuc ausgewählt wurde. Bisher war das einmal der Fall. Zwecks dieses Spiel hier. Welch‘ glückliche Fügung.

P.S. Nächste Woche Dienstag ist der nächste #tkss. Ich werde wohl dabei sein.

WDwWbP 2012: „Bastian“, frei nach Erich Fried

Der Weg ist weit
sagen die Beine.
Es ist nur ein Ball
sagen die Hände.
Das Tor ist klein
sagen die Augen.
Es ist nur ein Schuss
sagen die Eier.
Mach‘ ihn rein
denken alle.
Es klatscht
sagt der Pfosten.
Hallo Herz
sagt die Hose.
Es ist still
sagt die Leere.

Der 2012er Wünsch-Dir-Was-Paule

Es ist „Sommer“. Gar Sommerpause. Und das Loch schlägt nun auch bei mir voll durch.

Themen-spezifisch jetzt.

Drum mache ich mir das diesmal erneut ein wenig einfacher:

Ihr Breitnigge-Fans, -Leser, -Kommentierer dürft Euch was wünschen!

Worüber soll der Paule in den nächsten Tagen und Wochen – bis es wieder was Richtiges zu berichten gibt – so seine Gedanken zu äußern?

Die interessantesten Themenvorschläge (auch für andere) werde ich aufgreifen.

Los geht’s!