„Bayern München ist immer größer als der einzelne Spieler. Bei einem großen Klub wird es mögliche Härtefälle geben. Da erwarten wir eine Denkweise, dass alles für den Klub gemacht und dies akzeptiert werden muss. In schwierigen Situationen zeigt sich die Klasse […] Die Mannschaft war im letzten Jahr gut. Zu sehr gut ist es nicht so weit. In erster Linie steckt noch Entwicklungspotenzial bei uns, diese letzten Prozente suchen wir bei uns, nicht so sehr außerhalb.“
Matthias Sammer, bayerischer Sport-Vorstand und Aufbruchstimmungswecker
Hallo, ich bin ein verspäteter Artikel. Immerhin.
Dieser Artikel hat Moos angesetzt. Oder Patina. Seit Wochen ist er fällig. Und inzwischen musste ich ihn im Kopf gar umschreiben. Weil wir längst in der Vorbereitung zur neuen Saison stecken. Endlich, möchte ich hinzufügen.
Worum geht es?
Um den FC Bayern in der Saison 2012/13. Und seinen Kader. Oder zumindest den Veränderungen in demselben.
Es musste, sollte sich etwas ändern. Nach der Vize-Saison.
Einige Spieler verließen den Verein, andere kamen hinzu. Ich wollte schon länger mal eine Gegenüberstellung machen, wie da der aktuelle Stand ist. So für mich. Den ihr habt das ja alles schon längst durchdiskutiert… 😉
Wer ging (von hinten nach vorne)?
Butt (T), Breno (A), Pranjic (M), Usami (M), Olic (S), Petersen (S).
Wer kam (ebenfalls)?
Starke (T), Raeder (T), Dante (A), Can (M), Shaqiri (M), Weiser (M), Pizarro (S), Mandzukic (S), Weihrauch (S)
Liest sich gut. Ok, man sollte die ganz jungen Kerle vielleicht herausrechnen, aber über die Breite im Kader ging es ja auch zuletzt und über das Fordern und Fördern von Talenten. Also bitte.
Im Tor sind wir weiterhin sehr gut aufgestellt. Die Abwehr ist besser geworden. Wer würde das bezweifeln, wenn wir den „Tausch“ Dante vs Breno betrachten. Ferner einen van Buyten, der vielleicht mal wieder eine verletzungsfreie Saison einlegt.
Sehe ich die Vergleiche Shaqiri, Can und Weise gegenüber Usami und Pranjic wird mir auch nicht bange. Ebenso wenig bei Pizarro, Mandzukic und Weihrauch vs. Olic und Petersen.
Ende gut, alles gut?
Abwarten.
Natürlich ist hier der „versprochene“ Uli-Kracher noch nicht dabei. Schön wäre das schon. Vor allem jemanden zu finden, der entweder unseren Schweinsteiger massiv unterstützt oder ihm Beine macht. Je nach dem, was der Bastian so braucht in der neuen Saison. Khedira- oder Martinez-Klasse wäre dafür wohl vonnöten.
Müssen wir über einen 10er reden? Ist das Kroos, gar Müller oder sonstwer im Kader? Und falls nicht, brauchen wir so einen? Ich weiß es nicht. Was ich weiß, dass Herr Gomez in der nächsten Saison sicherlich (hoffentlich) mehr Druck bekommt, bekommen kann, als in der abgelaufenen Spielzeit. Dafür sollten Mandzukic und Pizarro schon sorgen.
Nein, ich bin dann doch nicht unzufrieden. Wenn jetzt noch „ein Guter“, „ein Kracher“ kommt, sind auch die Medien zufrieden und wir – sind wir mal ehrlich – doch auch.
Kann losgehen, die Saison!
Update: Herr Martinez hat sich heute klar zu Bilbao bekannt. Na dann.
Ihr seid uns total egal. Nein, Ihr. Nein, Ihr!
Es ist Saure-Gurken-Zeit. Und es sind Ferien. Sogar die Kindergärten schließen.
Deshalb verlagerte sich dieser Tage ein wenig von dem Streit zwischen 3 bis 5-Jährigen nach Twitter.
Man stritt sich tatsächlich darüber, wem jetzt der andere egaler war. Also Bayern- und Dortmund-Fans. Und als Beleg wurde gar der liebe Kevin herbei gezerrt. Herrje.
Mir war dieser Streit… egal. Nicht egal hingegen ist mir der wahrscheinliche Grund für diese „Scharmützel“ – neuerliche Aussagen des Übungsleiters Klopp.
„Die Vereins-Familie steht über allem. Da ist es wichtig, dass alles passt. Das entscheidet oft über Sieg oder Niederlage. Davon bin ich fest überzeugt. Aber dieses Konzept wird im Süden Deutschlands ja schon mal anders praktiziert.“
An anderer Stelle las ich auch noch etwas davon, dass „in München Spieler nur eine Nummer sind, dort Spieler einfach gekauft und verkauft werden.“ Oder so.
Nun. Zunächst einmal ist das natürlich Quatsch, weil auch in Dortmund Spieler gekauft und verkauft werden und auch die Liste der Spieler, die nicht in dieses ach so tolle – aktuelle – Kollektiv pass(t)en, nicht mehr Teil dieser „Vereins-Familie“ sind, ist nicht gerade kurz. Die Liste zu recherchieren ist mir gerade zu anstrengend. Und was ist mit der Tatsache, dass die Borussia gezwungen war auf günstige Spieler zu setzen? Und will er uns erzählen, dass all die Spieler der 2002er-Meisterschaft, die mit ihren Kosten den Verein fast in den Ruin getrieben hätte, auch als „Vereins-Familie“ auftraten? Wohl kaum.
Bemerkenswert ist etwas anderes.
Was haben – wir alle – doch Herrn Klopp noch für seine Eloquenz, seine „Frische“ gelobt. Damals, als er noch Trainer in Mainz war, dieser ach so sympathischen Himmelsstürmer und vor allem als ZDF-Experte im Rahmen der 2006er-WM. Toll.
Und was hat sich dieses Bild gewandelt, als er sich entschied zu einem großen Klub zu wechseln, zu einem Club, der um Titel mitspielen kann (oder können würde, irgendwann).
Eine Wandlung vom Paulus zum Saulus. Für alle Fans, die außerhalb der schwarz-gelben „Fußball-Familie“ stehen. Für die BVB’ler wurde er zunächst zum Hoffnungsträger, später zum Held und für solche Aussagen wie die obigen unsterblich. Für alle anderen, naja…
Sieht das irgendjemand anders?
Natürlich ist er immer noch ach so witzig und total souverän. Viel Grund für Missmutigkeit gab es ja in den letzten Jahren auch nicht. Chapeau. Wie sehr das Gegenteil in der Außenwirkung der Fall sein kann, sah man aber in den selten Fällen, wenn es um Punktverluste oder vermeintliche Fehlentscheidungen ging. Da konnte der Gutmensch[1] aber auch ganz verkehrt werden.
Ich will gar nicht den Anschein erwecken, dass „mir der BVB total egal ist“ und „ich nur auf uns schaue“. Nein. Mir geht das total auf die Nerven!
Mich stört der BVB-Erfolg, mich stören diese Phrasen, mich stört Klopps Grinsen, mich stört zunehmend recht vieles am BVB!
Warum?
Weil es bedeutet, dass mein Verein keinen Erfolg hat, wir mit Niederlagen leben müssen. Klar, Konkurrenz belebt das Geschäft, blah, blah.
Ich als Fan will einfach nur, dass sich das ändert. Punkt. Welcher Fan würde sich das für seinen Verein nicht wünschen. Achso, ja, die Gutmenschen-Fans freuen sich ja auch über Niederlagen und Abstiege. Allein, um sich als einzig wahre Fans zu produzieren…
Nein, bei diesem „ihr seid uns total egal“ mach ich nicht mit!
P.S. Vielleicht tun wir demJürgen hier einfach nur Unrecht und es sind ihm die Gäule durchgegangen. Schließlich hatte er jetzt längere Zeit kein Mikro in der Hand und stand seit der Meisterfeier auf keiner Bühne. Es war wohl der Entzug. Und wir wollen ihm zugutehalten, dass das keine vorbereitete Aktion war. Nein, nein, sowas macht derJürgen nicht.
P.P.S. Bevor sich jemand die Mühe macht, es zu recherchieren, um mich zu widerlegen. Ich will nicht abstreiten, dass ich in der Vergangenheit mal das Gegenteil behauptet habe, aber hey, ich bin ich auch nur ein Mensch, noch dazu ein Fußball-Fan. Da kann sich so etwas auch schon mal ändern… 😉
[1] Der Begriff Gutmensch wird von mir in derlei Zusammenhängen gerne mal verwendet. Zumeist um verschiedene Dinge beschreibend und überzeichnet auszudrücken. In den letzten Tagen las ich davon, dass z.B. die Nazis diesen Begriff geprägt, bzw. benutzt hätten. Nun, derlei las ich im Wikipedia-Eintrag jetzt nicht, ich bin aber gerne bereit diesen Begriff zu ersetzen. Kennt jemand Alternativen, die das Gleiche ausdrücken oder zumindest dem nahe kommen?
Weisheiten #213
„Schalke ist natürlich auch ein großer Verein, aber Bayern ist nochmal was anderes.“
Lukas Raeder, Deutscher U19-Meister 2012, Ex-Schalke 04
9.249
Er ist da. Der neue Mitgliedsausweis.
Und man merkt, dass es langsam eng wird.
9.249.
Letzte Saison 9.382. Lediglich 133 Plätze gefallen.
Ihrso?
Weisheiten #212
„Wir haben […] immer wieder über Eventualitäten gesprochen. Es war ihm klar: Wenn die Säbener Straße ruft, weckt das in mir Begeisterung. Als ich ihn dann angerufen habe, war das Thema relativ schnell erledigt. Denn Wolfgang Niersbach hat die Feinfühligkeit und wusste, dass ich das unbedingt machen wollte.“
FCB-Sportvorstand Sammer, mit Bayern-Gen.
It’s Sammer time. Die grauen Wolken verschwinden.
Eigentlich ist es wie immer. Für mich wohnt jedem Anfang einer neuen Saison ein gewisser Zauber inne.
An der Säbener Straße kommen Fans, Journalisten, Spieler, Trainer und sonstnochwer zusammen und begrüßen allerhand neue Gesichter. Manchmal mehr, manchmal weniger. Heuer etwas mehr. Was irgendwie mit der letzten Saison zu tun hat.
Seit gestern ist aber alles anders.
Wohl kaum in der Geschichte des FC Bayern – allenfalls vergleichbar mit dem Hype um die Verpflichtung von Ribéry und Luca Toni – brachte mich ein Trainingsaufakt meines Vereins derart in Wallung.
Sammer ist da. Unser Messias. Glaubt man den Berichten der letzten Stunden.
Ob er derlei – auch und gerade in München – werden kann, müssen wir abwarten. Er hat – und da beißt die Maus keinen Faden ab – in seinen bisherigen Funktionen auf und außerhalb des Platzes, schon den einen oder anderen Lorbeer geerntet.
Das ist gut und zeigt, dass man beim FC Bayern vielleicht tatsächlich eingesehen hat – zweijährige Durststrecke sei Dank – das sich etwas Grundsätzliches ändern muss.
Ich will hier nicht übertreiben – aber wenn dies tatsächlich der Fall ist – dann ist dies dermaßen epochal, wie es die Hoeneß-Inthronisierung 1979 war.
Wir werden sehen. Und auch ein Matthias Sammer muss sich am Erfolg und vor allem seinen heutigen Worten messen lassen.
Andererseits: Was Sammer heute sagte und über die multiplen Kanäle an mich heran getragen wurde (ich konnte die PK nicht live verfolgen), machte Eindruck auf mich. Das ging sogar über das übliche Blabla hinaus, dass Neuzugänge beim ersten Auftritt für ihren Verein zu sagen pflegen (und übrigens von Spieler zu Spieler und Verein zu Verein beliebig austauschbar ist).
Da darf man gespannt sein. Und das bin ich seit heute. Wie ein Blitz schlugen die letzten beiden Tage in meine fußballerische Lethargie seit dem 19.05. ein, die auch die EM nur marginal verändern konnte (oft ohnehin nur ins negative, Stichwort Eventsfans, etc.).
Die Schatten der letzten Saison sind wie weggeblasen.
Erst recht, seit ich mitbekam, wie sehr einige BVB-Fans diese Verpflichtung bedauern, weil sie Sammer für einen Schlüssel zu neuem bayerischen Erfolg, ihn gar „für zu gut für uns“ halten. Nicht unerwähnt sollte ferner die inzwischen offensichtliche Tatsache bleiben, dass es wohl tatsächlich ein Anruf Hoeneß‘ gewesen sein muss, der verhinderte, dass Sammer zum HSV ging. Wie sehr mag dies die üblichen Verdächtigen unter den Rauten-Fans treffen? Nicht, dass ich derlei übertrieben auskosten will, aber wie wäre es wohl im Umkehrschluss gewesen?
Lassen wir das.
Ich will hingegen gerne einräumen, dass es sicherlich nicht nur meiner bayerischen Seele einen gewissen Luftsprung versetzte, als Sammer zum Besten gab, dass er eine Ausstiegsklausel beim DFB hatte, die nur bzgl. des FC Bayern wirksam war (wenn auch nur mit Niersbach abgestimmt). Der FC Bayern scheint immer noch jemand zu sein.
Rundherum also ein gelungener Tag für uns alle.
Samma, hamma ’n Sammer Hamma?
Unglaublich.
Gestern noch mein Abschluss-Beitrag zu dieser EM mit der Freude auf die neue Saison und dann heute diese Meldung.
Matthias Sammer wird Teil der FC Bayern-Familie. Oder zumindest Teil des FC Bayern, denn ob es den Begriff „Familie“ in diesem Zusammenhang in Zukunft noch geben wird, weiß aktuell keiner so genau.
Was die Personalie Sammer für den FC Bayern bedeuten wird, erfahren wir ebenfalls erst später.
Nicht alles war schlecht, was man so über Christian Nerlinger sagen kann. Und ob jetzt alles gut wird, bleibt noch verborgen.
Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sich heute – mit dieser Entscheidung – etwas Entscheidendes beim FC Bayern getan hat. Wollen wir es hoffen, wir werden es erleben.
Herzlich willkommen in München, Matthias und Danke für alles, Christian!
Mit dieser EM bin ich fertig.
Dieser Beitrag ist – urlaubsbedingt – spät dran.
Es gibt aber auch gar nicht viel zu sagen.
Mit der EM 2012 bin ich fertig. Also inhaltlich. Ich habe dem Thema nichts mehr hinzuzufügen.
Alles was ich zu sagen hatte, habe ich – im Urlaub – über Twitter bereits gesagt.
Was es sonst noch zu sagen gäbe, haben andere für mich übernommen.
Der Kaisergrantler zum Beispiel. Oder Herr Niggemeier. Oder Bildblog.de. Oder Herr Zeigler. Oder Sportsaal.de.
„Man“ muss nicht unbedingt alles davon – vorbehaltlos und in der Wortwahl – unterschreiben. Aber es spiegelt meine grundsätzliche Überzeugung wider.
Und jetzt ist es auch gut. Seit heute – 01.07.2012 – haben wir eine neue Saison. Und das ist gut so.
Von Regensburg über Fürth und Gladbach nach London
Die neue Saison wirft ihre Schatten vorraus. Und das ist gut so. Weiter, immer weiter. Die Schatten des Mai verdrängen.
Konkret wird in diesen Tagen einiges konkret was erste Spiele und Termine für einen – hoffentlich – erfolgreicheren Mai in 2013 angeht.
In der ersten Pokalrunde treten wir in Regensburg an, zum Bundesliga-Start in Fürth. Die Jubiläumssaison endet in Mönchengladbach und die Spieltage der Gruppenphase der Championsleague auf dem Weg zum #Finaleabroad kennen wir inzwischen ebenfalls.
Mehr Details werde ich aus dem Urlaub und über iPhone nicht bloggen. Aber das gute Gefühl, dieser – jungfräuliche – Zauber einer jeden neuen Saison, der ist wieder da.
Besser so.